Kita in Not – Münchner bitte helft!

München ist eine attraktive Stadt. So attraktiv, dass immer mehr Menschen in diese Stadt an der Isar ziehen, um zu hier leben, um hier arbeiten. Ich mag meine Geburtsstadt München mit all ihren Eigenheiten, mit ihren Marotten – wie das Granteln beim Fön. Der Ausdruck, München sei ein Dorf, trifft für mich voll ins Schwarze. Ich sehe keine Art von Weltstadt – naja vielleicht ein bisschen.
Aber München hat auch seine Schattenseiten: Es gibt zu wenig bezahlbare Wohnungen, der Verkehr ist ein Chaos, der ÖPNV bricht regelmäßig zusammen, München ist sehr teuer und es gibt zu wenig Betreuungsmaßnahmen für Kinder.

Ironblogger zeigen Flagge
Und es gibt richtig gute Typen, denn München hat die Ironblogger. Es ist eine Vereinigung von Bloggern mit unterschiedlichen thematischen Ausrichtungen. Hier bin ich dabei, ich fühle ich mich wohl. Ich gehöre nur wenigen Organisationen und Vereinen an, aber die Ironblogger haben mich überzeugt. Als digitaler Nomade bin ich journalistisch in verschiedenen Bereichen unterwegs. Vor gerade mal zwei Jahren gestartet – und schon zählen wir Münchner Ironblogger zu einer der größten und aktivsten Ironblogger-Gruppen in Deutschland. Zu unserem Jubiläum haben wir Ironblogger uns etwas besonderes einfallen lassen: eine geschlossene Blogparade zum Thema München.

130623_ib_Logo_München-01Zum zweijährigen Jubiläum der Ironblogger München möchte ich auf einen Notstand in München aufmerksam machen, verbunden mit einem persönlichen Aufruf zu einer Crowdfunding-Aktion. Die Kindertagesstätten Lucky Children sind unverschuldet in Not geraten. Gerade weil München so eine reiche Stadt ist, wäre es schön, wenn die Web-Community diese Kindertagesstätten unterstützen würden. Und ich will meinen Beitrag in der Blogparade zu München nutzen, um auf das Schicksal der Lucky Children aufmerksam zu machen.

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Bargeldunterschlagung vom Konto
Was ist passiert? Durch eine Bargeldunterschlagung vom Kita-Bankkonto der Lucky Children wurden am 18. Mai 2015 über 113.000 Euro an kommunalen Geldern veruntreut. Diese Unterschlagung gefährdet den Fortbestand von zwei Kitas in Neuhausen und Thalkirchen mit 46 Plätzen und 19 Arbeitsplätzen, die seit dem Jahr 2013 geschaffen wurden. Ich habe mich mit dem Geschäftsführer der Kitas getroffen und ein ausführliches Interview mit dem Geschäftsführer Antonio Martin gemacht.


Die sofortige Strafanzeige (Az. BY8523-006940-15/7) bei der Polizei zeigte bisher keine Wirkung, so dass Antonio Martin am 27. Mai 2015 den notwendigen Insolvenz-Eigenantrag (Az.1542 IN 1627/15) stellen musste, da die Elternbeiträge alleine für Essen und Windeln der Kinder, Löhne, Sozialversicherungen und andere laufende Kosten nicht ausreichen.
„Durch diese Tat sind wir unverschuldet in diese Notlage geraten“, so Antonio Martin. „Wir sind ein privater Träger, dessen Elternbeiträge einkommensabhängig sind und sich an den Vorgaben der Stadt München orientieren, die so genannte Münchner Förderformel.“

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Aufruf im Netz
Und nun kommt seine Bitte: „Da wir nicht gemeinnützig sind bitten wir Sie um eine kleine Schenkung, damit wir eine faire Chance bekommen im Insolvenzverfahren nicht abgewickelt zu werden und die Zeit bis uns durch die Justiz Gerechtigkeit widerfährt, zu überbrücken.“
Was liegt da näher, als einen Aufruf im Netz zu starten. Eine örtliche Münchner Boulevard-Zeitung hat sich bereits den Fall angenommen. Die Abendzeitung München hat groß auf Seite 3 berichtet und der Artikel ist auch noch online. Weitere Zeitungen werden folgen.
Inzwischen hat Antonio Martin mit Kleinbeträgen bereits 2000 Euro gesammelt. Er hofft auf Unterstützung durch Crowdfunding, er hofft auf Unterstützung aus dem Web. Eine einfache Webseite und eine Fan-Seite in Facebook stehen schon. Nach den ersten Veröffentlichungen setzte eine kleine Welle der Hilfsbereitschaft ein. Ein Leserin der Abendzeitung rief vom Münchner Flughafen an, als sie ihren Flieger besteigen wollte und schenkte spontan 50 Euro. Ich finde das gut und nachdem wir in der Blogparade der Ironblogger unser München zeigen wollen, will ich ein offenes und reiches München zeigen, dass soziale Projekte unterstützt.
Per Pay Pal oder klassischer Überweisung kann den Lucky Children geholfen werden. Ich würde mich freuen, wenn die Münchner und auch andere ein paar Euro schenken würden.

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Morgen geht es in der Blogparade weiter mit meinem Kollegen Lutz und seinem Blog Irgendwie ein Wassermann.

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4 Antworten to “Kita in Not – Münchner bitte helft!”

  1. Rainer Says:

    Hilfe ist immer gut, aber in diesem Falle nicht einzusehen. Die Frage ist doch, weshalb ein Kindergarten einfach so 113.000 EUR auf dem Konto hat und diesen hohen Betrag nicht durch ein 4-Augen-Prinzip abgesichert hat, damit einer alleine diese Summe eben nicht veruntreuen kann. Für dieses amateurhafte Vorgehen sollte man nicht auch noch zu Spenden aufrufen!

    • redaktion42 Says:

      Lieber Rainer, danke für den Kommentar:
      Hier die Erläuterung: Die Kontovollmacht wurde erst einen Monat vor der Unterschlagung erteilt, damit im Krankheitsfall (wie im Februar passiert) das Unternehmen handlungsfähig bleibt, wenn der Geschäftsführer im Krankenhaus liegt und keine Überweisungen für die Löhne, Mieten, Windeln und Essen unterschreiben kann.

      Nur für diesen Zweck wurde die Vollmacht erteilt! Das Vieraugenprinip hilft hier überhaupt nicht. Und warum sollte man einem Mitgesellschafter nicht trauen?

  2. Rainer Says:

    Bleibt immer noch die Frage, weshalb ein Kindergarten 113.000 mal so auf dem Konto liegen hat. Wenn die Handlungsfähigkeit im Falle Krankheit etc. gewährleistet sein soll, was vernünftig ist, dann kann man dies auch mit der notwendigen Unterschrift eines weiteren Mitarbeiters, des Steuerberaters oder des Anwaltes klären. Abgesehen davon gibt es Vertrauensschadensversicherungen, die in so einem Falle greifen würden. Deshalb spende ich hier keinen Cent!

    • redaktion42 Says:

      Sorry für meine verspätete Antwort- ich bin derzeit anderweitig eingebunden. Ggf nehmen Sie direkt Kontakt mit der KiTa auf: Jede Kita in Deutschland lebt zum mindestens 50% über Fördermittel. Eine Kita nach der Münchner Förderformel mit 70%. Die Summe war für drei Monate und deckt gerade einmal die Lohnkosten und Sozialversicherungsbeiträge der 19 Mitarbeiter für ein Quartal. Steuern, Mieten, Essen, Windeln werden dann aus den Elternbeiträgen finanziert.

      Ohne diese Förderung müsste jeder Kitaplatz/Monat in München mindestens € 2.000 kosten. Aus diesem Grund ist auch der Kitastreik der kommunalen Kitas neu zu bewerten, da bei einer ohnehin subventionierte Sache ruhig höhere (gerechtere und anerkennende) Löhne bezahlt werden könnten, wenn man nur einen Panzer weniger im Jahr anschafft.

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