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Mein Erlebnis im Sternerestaurant Nobelhart & Schmutzig

26. Mai 2016
Selten so gut gegessen wie hier.

Selten so gut gegessen wie hier.

Es war ein genialer, kulinarisch absolut hochwertiger Abend und wurde am Ende dann versaut. Ich spreche von meinem Besuch des Sternerestaurants Nobelhart & Schmutzig in der Berliner Friedrichsstraße 218. Das Speiselokal gilt im Moment als einer der angesagtesten Locations in der Hauptstadt und nach einer gelungenen #rpTEN gönnte ich mir den Besuch.
Schon von außen zeigt sich Nobelhart & Schmutzig von der ungewöhnlichen Seite.

Who the fuck is Paul Bocuse?

Who the fuck is Paul Bocuse?

Zwei große Schaufenster: Das eine mit einer Büste mit T-Shirt samt Aufschrift: Who the fuck is Paul Bocuse? Wir Genießer wissen ja, Bocuse gilt als einer der besten Köche des 20. Jahrhunderts. Sein Restaurant L’Auberge du Pont de Collonges wird seit 1965 ohne Unterbrechung mit drei Michelin-Sternen ausgezeichnet. 1989 wurde er vom Gault-Millau zum „Koch des Jahrhunderts“ ernannt. Also Berlin provoziert mit dieser Aussage wunderbar und schraubt meine Erwartungen auf das Sternerestaurant Nobelhart & Schmutzig noch mehr hoch.

Leere Flaschen im Schaufenster.

Leere Flaschen im Schaufenster.

Im anderen Schaufenster finden sich leere Weinflaschen, auch ein Statement der Provokation. Um in das Speiselokal zu gelangen, muss der Gast klingeln. So spart man sich den Service und wenn es im Restaurant hoch her geht, steht der Gast auch schon ein bisschen vor der Tür (selbst erlebt am Abend). Berliner Flair für den einen, schlechter Service für den anderen – Kostenoptimierung für den Wirt.

Bitte klingeln.

Bitte klingeln.

Zusammen mit meinem Kollegen Thomas Gerlach nehme ich an der Bar Platz. Die Stühle sind eine moderne Form des Captain Chairs. Für mich ist der Platz ideal, weil er den Blick auf die Küche freigibt. Vor mir ein Holzmesser, Serviette und die Menükarte. Es gibt nur ein Menü und es kostet 80 Euro.

Blick in die offene Küche.

Blick in die offene Küche.

Zudem war das Team des Abends mit Namen abgedruckt, verbunden mit der Bitte sein Mobiltelefon auf stumm zu stellen und es in der Tasche zu lassen. Naja, ich geb zu, ich hab vom Essen ein paar Bilder gemacht. Telefoniert habe ich in diesem Genusstempel freilich nicht. Die Speisen werden wunderbar präsentiert und es schmeckt wirklich göttlich. Die Ideen sind witzig und provokant. Die Küche ist wundervoll einfach, ohne Schäumchen und Firlefanz und es schmecke absolut fantastisch.

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Kohlrabi von Roberto Vena.

Es beginnt mit Kohlrabi von Roberto Vena.

Radieschen von Grete Peschke

Radieschen von Grete Peschke

Weiter geht es mit Radieschen von Grete Peschke.

Hartweizengrieß Sironi Brot und Rohmilchbutter aus Stettin/Polen

Hartweizengrieß Sironi Brot und Rohmilchbutter aus Stettin/Polen

Gefolgt von Hartweizengrieß Sironi Brot und Rohmilchbutter aus Stettin/Polen.

 

Ike jime Saibling mit Zwiebel und Dill von den Müritz Fischer

Ike jime Saibling mit Zwiebel und Dill von den Müritz Fischer

Sehr gut der Ike jime Saibling mit Zwiebel und Dill von den Müritz Fischer.

Nackthafer mit Ziegenfrischkäse und Sauerampfer von Olaf Schnelle

Nackthafer mit Ziegenfrischkäse und Sauerampfer von Olaf Schnelle

Nackthafer mit Ziegenfrischkäse und Sauerampfer von Olaf Schnelle.

Spargel mit Knoblauchrauke und Quark vom Spargelhof Syring

Spargel mit Knoblauchrauke und Quark vom Spargelhof Syring

Köstlich ist der Spargel mit Knoblauchrauke und Quark vom Spargelhof Syring.

Lamm mit Bärlauch vom Müritzhof

Lamm mit Bärlauch vom Müritzhof

Geschmeckt hat auch das Lamm mit Bärlauch vom Müritzhof.

Kartoffel mit Blutwurst und Senf von Roberto Vena

Kartoffel mit Blutwurst und Senf von Roberto Vena

Eine Wohltat sind Kartoffel mit Blutwurst und Senf von Roberto Vena.

Rhabarber mit Weizengras und Kirschpflaumblüten der Familie Pütz

Rhabarber mit Weizengras und Kirschpflaumblüten der Familie Pütz

Sehr fein sind Rhabarber mit Weizengras und Kirschpflaumblüten der Familie Pütz.

Milch, Sanddorn und Petersilie vom Fläminger Genussland

Milch, Sanddorn und Petersilie vom Fläminger Genussland

Zum Abschluss gibt es Milch, Sanddorn und Petersilie vom Fläminger Genussland.

Nussgebäck mit Berberitzen aus Potsdam

Nussgebäck mit Berberitzen aus Potsdam

Ein Nussgebäck mit Berberitzen aus Potsdam gibt es für den Nachhauseweg.
Bis dahin bin ich komplett begeistert von Nobelhart & Schmutzig. Großen Respekt für die gelungene Küche. Selten so ungewöhnlich gut gespeist, großes Kompliment an die Küche für die Ausführung und an den Küchenchef für die Ideen.

Ich bin von der Küche absolut begeistert. Großes Kompliment.

Ich bin von der Küche absolut begeistert. Großes Kompliment.

Doch dann ärgere ich mich, als es ans Zahlen ging. Die Serviceleitung bringt uns die Rechnung. Obwohl wir getrennte Rechnungen verlangen, bekommen wir eine Sammelrechnung. Da stutzen wir zum ersten Mal.
Richtig stutzen wir dann als auf der getrennten Rechnung ein Aperitif und eine Weinbegleitung berechnet war, die ich gar nicht verköstigt hatte oder bestellt hatte. 70 Euro sollte der Spaß kosten. Als wir reklamieren, bekommen wir ohne ein Wort der Entschuldigung (!) die richtige und korrekte Rechnung.
Freunde, so was darf in einem Sternerestaurant nicht passieren. Als Kunde von Nobelhart & Schmutzig ärgere ich mich maßlos über so ein schlechtes Verhalten der Serviceleitung. Jetzt sagt man, Berlin sei anders. Aber das ist mir in diesem Falle egal. Als Kunde in so einem Hause, erwarte ich korrekt bedient zu werden. Ich will es dem Hausherrn gerne persönlich sagen, aber er ist leider nicht greifbar. Die Küche hat gerade richtig Stress, der Laden ist voll.
Das Essen war absolut empfehlenswert, der Service am Ende war grausam und so soll jeder selbst entscheiden, ob er Nobelhart & Schmutzig besucht.

Schichtwechsel – Einsatz von Mähroboter

19. Mai 2016

Ich genieße die aktuellen Gespräche mit Microsoft-Mitarbeitern. Sie geben mir Inspiration und Denkanstöße. Dabei meine ich nicht Briefings über ein neues Office oder ein Betriebssystem, sondern die Gespräche, die unsere Arbeits- und Lebenswelt betreffen. Im vergangenen Jahr habe ich viel über #OutOfOffice diskutiert und nachgedacht, das Microsoft damals thematisiert hat. Dieses Jahr standen die Gedanken unter dem Hashtag #Schichtwechsel.

Tolles Filmteam bei MS auf der #rpTEN.

Tolles Filmteam bei MS auf der #rpTEN.

Auf der #rpTEN gab es einige Panels von Microsoft zu diesem Thema, die ich mir in Berlin angeschaut habe. Inspirierend, wie ich finde. Und am Stand von MS hab ich Interview zum Thema #Schichtwechsel gegeben. Hier ist der Clip zum Ansehen.

Aus Platzgründen wurde er etwas zusammengeschnitten, meine Ausführungen zu Maria in Metropolis und Roboterspielzeug (Hobby von mir) sind nicht mehr im Video enthalten. Aber der Grundgedanke zählt: Wie verändert Technologie unser Leben? Als Journalist beobachte ich genau, zu welchen Entwicklungen es im Bereich Roboterjournalismus kommt. In absehbarerer Zeit wird der ganze Bereich des Servicejournalismus von Maschinen produziert, die ersten Ansätze sind vielversprechend.

Unser R2Mäh2 hat neuerdings Augen.

Unser R2Mäh2 hat neuerdings Augen.

Viele der Veränderungen, die meinen Alltag betreffen, finden in Details statt. Ich will nur ein kleines Beispiel nennen. Wir haben einen Garten. Nun, er ist nicht sehr groß, aber er macht Arbeit. Zu den grünen Pflichten gehört auch das Rasenmähen. Diese lästige Pflicht erledigt seit ein paar Jahren unser Mähroboter R2Mäh2. Zweimal die Woche fährt er leise den Garten ab und stutzt das Gras zurecht. Das Schneiden klappt ideal und wir haben dadurch ein wenig mehr Freizeit. Der Mähroboter aus dem Hause Husqvarna muss sich nicht an die vorgeschriebenen Mähzeiten der Gemeinde halten, er kann auch nachts fahren – so leise ist der Mähroboter. Wir haben ihn von unserem Fachbetrieb Anton Jais, der uns den R2Mäh2 verkauft hat und ihn immer wieder pflegt. Um den Mähroboter menschlicher zu machen, habe ich ihn vor kurzem zwei Augen aufgeklebt. Die eingesparte Zeit, die das Rasenmähen verbraucht, ist nicht enorm. Und natürlich kostet so ein Mähroboter sein Geld – und dennoch: Es ist für mich ein kleines Symbol von #Schichtwechsel.


Es geht auch größer: Bei meinem Kurzurlaub im Hotel Prinz Luitpold Bad in Bad Hindelang sah ich eine Gruppe von Hotelgästen, die auf die großen Rasenflächen des Allgäuer Hotels schauten und diskutierten. Als neugieriger Mensch gesellte ich mich dazu und entdeckte Ludwig und Poldi. Ludwig und Poldi sind zwei große Mähroboter von Husqvarna, die die Rasenflächen um das Hotel Prinz Luitpold Bad schneiden. Tag ein, Tag aus, Stunde um Stunde drehen sie ihre Runden.

Ludwig dreht seine Runde im Hotel Prinz Luitpold Bad in Bad Hindelang im Allgäu.

Ludwig dreht seine Runde im Hotel Prinz Luitpold Bad in Bad Hindelang im Allgäu.

Der Gärtner des Hotels wurde nicht eingespart, wie mir der Hotelier Armin Gross versicherte. Aber seine Arbeit ist qualifizierter geworden. Klassisches Rasenmähen überlässt der Hotelbetrieb jetzt den Mährobotern, die sogar Steigungen der Allgäuer Berge bewältigen können. Für komplizierte Aufgaben im Mähen muss freilich noch ein Mensch ran, aber der stupide Arbeitsalltag des Rasenmähens hat sich durch den #Schichtwechsel-Gedanken von Microsoft erledigt.

Tetris-Schuhe für Retrogamer

11. Mai 2016

Tetrisschuhe

Nach meinem fulminanten Pac Man-Anzug habe ich als Retrogamer etwas dezenteres gefunden, um auf mein Retro-Hobby aufmerksam zu machen: Tetris-Turnschuhe.
Auf der re:publica #rpTEN gab es im Eingangsbereich den Stand von getDigital, ein Gadget-Versender mit allerlei Nerd-Produkten. Hin und wieder hab ich in meinem Blog über den Laden berichtet. Mein Interesse lag zunächst auf einen Einhornkopf, der sich allerdings für den Alltag als unbrauchbar herausstellte. Ich hab nichts durch den Kopf gesehen und bin gestolpert.

Schöner Kopf, aber ich hab nix gesehen.

Schöner Kopf, aber ich hab nix gesehen.

Bei den Tetris-Turnschuhen habe ich dagegen sofort zugegriffen. Sie sind eine preiswerte Kopie der legendären Converse-Chucks. Auf der #rpTEN kosteten die Schuhe 30 Euro am Stand, im Online-Store liegen sie bei rund 50 Euro. Es gab zwei Versionen der Schuhe, einmal mit aufgedruckten Periodensystem, einmal mit aufgedruckten Tetris-Klötzchen. Trotz ehemaligen Chemie-Leistungskurs an einem bayerischen Gymnasium entschied ich mich für die Tetris-Variante. Es sind die farbenfrohe Steine auf der Seite und auf der Oberseite aufgedruckt. Insider entdeckten sofort den Retrocharme und ich musste zugreifen. Die Geschichte der Schuhe gibt es im Blog von getdigital zu lesen.


Ich musste die Wirkung sofort ausprobieren. Bei meinem Seminarvortrag In der darauffolgenden Woche wurde ich auch auf die Schuhe angesprochen und wir hatten sofort im Retrogaming ein gemeinsames Thema. Wer sagt, dass Schuhe nicht verbinden können, der irrt. Ich kann die Schuhe nicht überall anziehen, aber für IT-Messen oder Retrogaming-Abende gehören sie auf jeden Fall dazu.

Whisky, Nebel, VR und 3D-Druck – Innovationen auf der #rpTEN und ein #Schichtwechsel für mich

4. Mai 2016
Die IronBlogger trafen sich in Berlin.

Die IronBlogger trafen sich in Berlin.

Neben ein paar sehr wichtigen und lehrreichen Sessions auf der re:publica TEN #rpTEN stand das Netzwerken bei mir auf dem Programm. Ich habe wieder viele nette Kolleginnen und Kollegen aus der Branche getroffen. Als Beispiel will ich nur meine IronBlogger nennen. Das ist eine bundesweite Bloggervereinigung. Ich bin in der Münchner Sektion der wilden Truppe Mitglied. In Berlin haben sich die Bayern eingefunden und das jährliche Gruppenbild und Schuhfoto gemacht. Ja, wir haben einen Schlag.

Whisky-Geniesser treffen sich
Als Whisky-Freund ist es mir eine Ehre bei den Guerilla Tastings dabei zu sein. Die Jungs von tasteup organisierten mit Unterstützung von Moët Hennessy Zusammenkünfte auf der #rpTEN. Dabei wird kostbarer Whisky verkostet. Voraussetzung ist es, einen entsprechenden Tweet abzusetzen und ein Tastingglas dabei zu haben. Ich war dieses Jahr vorbereitet und habe zwei Mini-Ardbeg Gläser für Thomas Gerlach und mich eingepackt. Zur Premiere gab es meinen Standard-Whisky, den zehnjährigen Ardbeg, also wunderbares Heimspiel für mich. Aber es gab für mich noch mehr zu entdecken.


Christian Kaufmann präsentierte mir den Ardbeg Ceo. Hier wird das kostbare Getränk vernebelt, der Alkohol verdampft und die Aromen bleiben im Nebel. Dieser wird dann mit einer Art Glashalm eingezogen. Einfach wunderbar, welcher Geschmack sich hier entfaltet. Ich bin restlos von dem Gerät begeistert, das im Original Ardbeg HAAR heißt. Nachdem HAAR in Deutschland kein guter Marketingname ist, bringt es Ardbeg hier unter Ceo an den Genießer. Ceo heißt im übrigen im Gällischen Nebel. So passt die Sache auch für den deutschen Markt.
Die Reaktion der Whisky-Interessierten war in Berlin immer gleich. Zunächst die Nachfrage, was die Nebelmaschine soll, dann zögerliches Probieren und Einatmen des Nebels durch das Glasröhrchen und dann die Offenbarung. Die Pupillen weiten sich und die Reaktion ist: Wahnsinn, was für ein Geschmack.
Am nächsten Tasting verkostete ich im Glas einen Glenmorangie Nectar Dor. Den kannte ich nicht und werde mir aufgrund des Tastings ein paar Flaschen besorgen. Er schmeckt deutlich frischer als der schwere Ardbeg, den ich sonst immer genieße.

Immerhin eine kleine 3D-Druck-Szene
Die Maker-Szene in Deutschland ist noch übersichtlich, entwickelt sich aber stetig. Nach dem Medienhype von 3D-Druck haben sich Interessierte zusammengefunden und arbeiten an ihrer Vision. Ein Massenphänomen ist 3D-Druck noch nicht geworden, aber es hat seinen Markt. Auf der rpTEN war ein großer Stand unter der Regie von Autodesk aufgebaut. Autodesk ist der Software-Riese, wenn es um Visualisierung und 3D geht.

Ich habe früher sehr intensiv mit Autodesk zusammengearbeitet als ich noch Chefredakteur der wichtigsten deutschen 3D-Zeitschriften war. Auf der rpTEN zeigte man ein Kleid aus dem 3D-Drucker. Ich finde es faszinierend, was sich alles machen lässt. Den 3D-Drucker Maker Bot 2 hatte ich auch eine zeitlang zuhause und bin von der Technik fasziniert.

360 Grad und VR gehört die Zukunft
Während die 3D-Szene noch klein ist, explodiert der VR-Markt regelrecht. Das ist in Berlin voll zu spüren. Viele Anbieter experimentieren dabei herum, einige Sessions laufen zum Thema virtual Reailty, oftmals vermischt mit dem Thema Augmented Reality AR. Google war da, einige Hersteller zeigten die Orculus Rift und andere Anwendungen. Leider konnte Microsoft noch keine Hololens zeigen. Schade. Am Stand vom ZDF wurden in Tierköpfen VR-Filme gezeigt. Ich wähle den Hahnkopf und schaute mir lateinamerikanische Tänze an. ARTE zeigte in Kooperation mit dem Fraunhofer Institut in einer Kugel sehr, sehr eindrucksvolle 360 Grad Videos.

Und auch die Organisatoren der rpTEN erreichteten den rp Dome in dem ein Animationsfilm in 360 Grad gezeigt wurde. Um den Film richtig genießen zu können, musste ich mich mit dem Rücken auf Matten am Boden legen und nach oben blicken. Eindrucksvoll muss ich sagen und ich bin ein Fan von 360 Grad Videos. Ich denke, 360 Grad Videos gehört die Zukunft, anders als der vor Jahren propagierte Trend der Stereoskopie. Ich habe selbst zwei Kameras im Einsatz und experimentiere herum.

 

Gute Idee #Schichtwechsel bei Microsoft und mir
Auf ein waghalsiges Experiment ließ ich mich am Stand von Microsoft ein. Der Software-Riese aus Redmond trat dieses Jahr unter dem Hashtag Schichtwechsel auf. Damit setzt Microsoft nach #OutofOffice den Trend von veränderten Arbeitswelten fort. Das Buch OutofOffice hat mir gut gefallen und gab viele Denkanstöße. #Schichtwechsel geht noch weiter und bringt wieder neue Ideen. Am Stand von MS durfte ich ein Videointerviews abgeben und meine Meinung zu Industrie 4.0 und Roboter von mir geben. Ich bin sehr auf das Ergebnis gespannt.

Bei MS war ich Interviewpartner.

Bei MS war ich Interviewpartner.

In den Sessions zeigt Microsoft, die auch neben IBM, Daimler und dem Steuerzahler in Form der media convetion Berlin Hauptsponsor der #rpTEN sind, verschiedene neue Formen des Arbeitens. Also packte ich mir ein Herz und probierte einen halben Tag ein Surface aus. Für mich als eingefleischter Mac-User, langjähriger Chefredakteur der MACup und Apple Fanboy ist das wirklich ein großer Schritt. Aber ich habe mich im Sinne von #Schichtwechsel überwunden und wurde auch wunderbar von Microsoft betreut. Das neue Surface ist mit Windows 10 ausgestattet und liegt gut in der Hand. Das Design ist formschön und die Variationen sind der jeweiligen Einsatzart angepasst. Endlich ist Microsoft den richtigen Schritt gegangen und baut nach Mäusen, Tastaturen und XBox eigene Hardware. Im Surface-Bereich setzt man nicht auf die Designverfehlungen von Dell, HP oder Lenovo, sondern hat ein sehr interessantes Produkt auf den Markt gemacht. Die Spracherkennung ist fein, der Stift reagiert hervorragend und das TouchDisplay erkennt Anweisungen ohne Verzögerung.


Nach einem halben Tag testen und herumspielen kann ich sagen: Ein eindrucksvolles Gerät und wenn es Apple nicht geben würde, dann würde ich mir ein Surface zulegen. Übrigens, ich diktiere diesen Text auf einem iPad Pro 12 Zoll.

#rpTEN: Meine Eindrücke von Snowden, TTIP-Leaks und Lobo

3. Mai 2016
Held oder Verbrecher? Eduard Snowden live in Berlin.

Held oder Verbrecher? Eduard Snowden live in Berlin.

Für mich stand der erste Tag der zehnten re:publica #rpTEN im Zeichen der Extreme. Er stand zwischen kompletten Quatsch und hochbrisanter Politik. Ich beginne mal mit dem Quatsch.
Die Bloggerkonferenz ist voller geworden, 8000 Leute haben sich angemeldet. Warum wollen eigentlich alle Leute in die Sessions, in die ich auch hinein will. Die Konsequenz war, entweder am Boden sitzen oder vor der Tür bleiben. Die Räume sind eindeutig zu klein, die Menge zu groß. Vielleicht lasse ich aus diesen Gründen die nächste re:publica 2017 aus. Das Ding ist extrem erfolgreich, wächst und wächst und wird sogar am 20. Oktober 2016 noch eine Konferenz in Dublin durchführen. Aber ich wollte ja etwas humorvolles berichten.

Geburtstagsständchen für #rpTEN
Als mein Kollege Thomas Gerlach und ich mal wieder nicht in einen Vortrag wegen Überfüllung kamen, würden wir von jungen Leuten angesprochen, die ein Geburtstagsvideo zur #rpTEN drehen wollten. Klar machen wir da mit. Die jungen Kolleginnen und Kollegen hatten eine 360 Grad-Konstruktion von GoPro-Kameras, Funkmikros, Luftschlangen, Partyhüte und aufblasbarerer Torte dabei. Also bauten wir uns auf, wurden verkabelt und ausstaffiert und machten zwei Durchgänge mit Happy Birthday. Ich waren uns richtig zum Affen gemacht und schaurig gesungen. Die Sache war im Kasten, wir verließen die Szene und für das Filmteam begann der Ärger. Ein Techniker der rpTEN stürmte auf die Kameracrew zu und stauchte sie zusammen. Die jungen Menschen hatten sich nicht an die Frequenz der Funkmikros gehalten und fröhlich Frequenzen eingestellt. Blöderweise war das auch die Frequenz der Mikros bei den offiziellen Sessions. Unser schauriger Gesang wurde also zweimal in die volle Veranstaltung übertragen, in die wir wegen Überfüllung abgewiesen wurden. Rache ist eben Blutwurst.

TTIP-Leaks: Greenpeace veröffentlicht Dokumente
Ganz ohne Humor und ernsthaft lief die Veröffentlichung der TTIP-Leaks durch Greenpeace ab. Der Zulauf der klassischen Massenmedien war enorm, dazu noch eine Konferenz voller hervorragend vernetzter Blogger und Social Media-Fuzzis – da war Reichweite garantiert. Greenpeace Niederlande hat 13 Kapitel der Verhandlungen zum Freihandelsabkommen zwischen den USA und der EU veröffentlicht. Die Dokumente haben einen Umfang von 250 Seiten sowie Anhänge. Ein Verbund von Greenpeace, NDR, WDR und SZ haben die Dokumente analysiert. Die Texte zeigen, mit welchem Druck die USA ihre Interesse nachhaltig vertreten. Obwohl die Veröffentlichung illegal ist, erklärt Greenpeace: „Vielmehr geht es um die grundlegenden Fragen etwa des Umwelt- und Verbraucherschutzes, der Produktsicherheit und der Arbeitnehmerrechte. Die Antworten auf diese Fragen werden das Leben von einer halben Milliarde Europäer verändern. Deshalb sind wir der Auffassung, dass derart weitreichende Entscheidungen in transparenter Form und nach breiter gesellschaftlicher Debatte getroffen werden müssen.“

Snowden ist genervt
Für mich war sicherlich die Live-Schaltung zu Eduard Snowden nach Moskau ein HighlIght. Der Whistleblower wurde von den 800 Besuchern im Raum der #rpTEN gefeiert, beklatscht, bejubelt. Die Frage, die ich via Twitter und Facebook stellte, ob er ein Held oder ein Verbrecher sei, wurde in Berlin eindeutig mit Held beantwortet. Mein Eindruck war, dass Snowden trotz seines Heldenstatus von der Bundesregierung genervt ist. Sie haben ihn noch immer nicht ins Land gelassen. Wörtlich sagte er: „Wir haben jetzt 2016 und niemand ist wegen meiner Enthüllungen gestorben. Aber die deutsche Regierung lässt mich nicht einreisen.“ Snowden habe in 21 Ländern Asyl beantragt, aber noch nichts gehört. Das zerrt an den Nerven. Neue Aussagen kamen von ihm nicht: Er erinnerte an Datenschutz, wies auf die Gefährlichkeit von Metadaten hin, sah die Privatsphäre weiterhin gefährdet. Wenn ich in meine Seminarpraxis schaue, dann merke ich, wie wenig Snowden erreicht hat. Sätze wie „Ich hab doch nichts zu verbergen“, zeigen die Hilflosigkeit der Bürger und das fehlende Wissen um Big Data-Zusammenhänge.

Und trotzdem Sascha Lobo
Abends kam dann noch Sascha Lobo auf die Bühne und ließ sich feiern. Nachdem er 2015 nicht auf der re:publica dabei war, hielt er zu #rpTEN wieder eine launige Rede. So wie die Spiegel, die überall auf dem Gelände hängen und aus der TEN ein NET machen, so hielt er den Besuchern der Bloggerkonferenz den Spiegel vor. Und die Besucher seien in die Jahre gekommen, verstünden wie er auch Snapchat nicht. Dabei geht es nicht mehr um Tools, sondern um Konzepte und Einstellungen. Ach ja, Deutschland liegt beim Ausbau von Glasfaserkabeln auf dem drittletzten Platz, kurz vor Jordanien.
Lobo glaubt nicht mehr daran, dass die Verantwortlichen der NSA-Affäre bestraft würden. Schließlich sei die Gesamtzahl der entlassenen Mitarbeiter nach den Snowden-Enthüllungen in der vergangenen Woche auf zwei gestiegen: Gerhard Schindler, der bisherige Chef des Bundesnachrichtendienstes, und Edward Snowden selbst. Lobo machte den Zuhörern weiter Mut: „Trotzdem möchte ich versuchen, optimistisch zu bleiben.“ Trotzdem war das Wort des Abends, trotzdem werde man weiter kämpfen, trotzdem werde man sich nicht unterkriegen lassen. Er zeichnete ein düsteres Bild, die politische Rechte haben soziale Netzwerke für sich entdeckt und nutzen Facebook und Co. Mit 237000 Fans auf der AfD Facebook-Seite gebe es mehr Fans als bei SPD, CDU und FDP zusammen. Und trotzdem müsse es weitergeh, so Sascha Lobo in seinem Vortrag „The Age of Trotzdem.“

Willkommen zur re:publica #rpTEN – es war nicht leicht zu erscheinen

2. Mai 2016

Das erste Eintreffen auf der #rpTEN in Berlin.

Das erste Eintreffen auf der #rpTEN in Berlin.

Stillstand bedeutet Rückschritt – diese Weisheit gilt natürlich auch bei mir und deshalb bilde ich mich fort. Dazu gehört einmal im Jahr auch der Besuch der re:publica – der wichtigsten Social Media-Veranstaltung Europa. Die #rpTEN findet zum zehnten Mal in Berlin statt und es erwarten mich Hunderte von interessanten Vorträgen, Workshops, Sessions und viel Netzwerken, viele bekannte Gesichter. Es ist im Grunde wie ein Familientreffen – aus allen Teilen Deutschlands sind die Sozial Media-Fuzzis angereist. Ich wählte als Transportmittel die Deutsche Bahn, was sich zu einem Abenteuer entwickelte.
Als Landei musste ich vom Dorf die S-Bahn zum Hauptbahnhof München nehmen, klappte auch und dann klappte erst mal nichts mehr. Mein ICE 1208 hatte 40 Minuten Verspätung. Grund waren Personen im Gleis zwischen Rosenheim und München Ost. Nach zwei Kaffee nahm ich meinen reservierten Platz in der ersten Klasse ein. Denn habe ich mir gegönnt, weil sieben Stunden Zugfahrt vor mir lagen. Es sollten mehr werden. Mit erheblicher Verspätung ging es los und wir kamen bis Langenzenn in Franken.

Was mache ich in Franken? Ich will nach Berlin.

Was mache ich in Franken? Ich will nach Berlin.

Es wurde auf freier Strecke gebremst und da stand unser ICE 1208 nun herum. Der Zugbegleiter sprach von technischen Defekt, der untersucht werden müsse. Sehr kryptisch waren Aussagen wie „Wir warten auf zwei Gegenzüge, um die andere Seite des Drehgestells begutachten zu können.“ Ich hab den Sinn nicht verstanden und andere wohl auch nicht. Meine Timeline in Twitter diskutierte untereinander und mit dem Twitter-Team der Deutschen Bahn. Im Zug waren wohl einige Besucher der #rpTEN.

Fahrgastrechte wurden verteilt.

Fahrgastrechte wurden verteilt.

Nach einiger Zeit ging es weiter, 80 Minuten Verspätung. Die Bahn verteilte die Fahrgastrechte, nachdem ein Reisender Anspruch auf finanzielle Entschädigung hat, wenn der Zug mindestens 60 Minuten hinter seinem Fahrplan hinterherhinkt. Derweil war auch das Bordbistro leergetrunken, weil ganze Schülerhorden die Getränkeausgabestelle belagerten. Eine Bedienung in der Ersten Klasse, wie sonst üblich, gab es aus PersonalKnappheit bei der Bahn nicht.
In Leipzig wurde der erste Teil des Zuges aus technischen Gründen stillgelegt. Bei dem Drehgestell oder so war doch wohl ein größerer Fehler. Sicherheit geht vor, aber ein voller aus zwei Teilen bestehender ICE muss jetzt in einen Zugteil umziehen. Gott sei Dank dürfte ich sitzenbleiben, aber die Aktion Heringsdose von Leipzig nach Berlin Südkreuz begann. Um 16:30 Uhr traf ich in Berlin ein – 15:26 Uhr sollte es ursprünglich sein. Ne knappe Stunde Verspätung – der Lokführer hat gut aufgeholt.

16:30 Uhr und ich bin in Berlin.

16:30 Uhr und ich bin in Berlin.

Nach Einchecken im Hotel, schnelle Dusche und Zimmervideo vom Hotelzimmer ging es zur Poststation.

Hier findet die #rpTEN statt. Auf den Gelände hieß es Händeschütteln, Umarmen und erste Selfies. Die ersten Wetten wurden angenommen, wie lange das WLAN auf dem Gelände hält. Und es gab die erste Curry-Wurst auf dem Gelände. Der Stand war neu, die Bedienung noch nicht eingespielt – es brauchte seine Zeit. Willkommen in Berlin. Dann hieß es Namensschild und Konferenztasche zu holen.


Alles war prima vorbereitet, das erste Bier floss. Ich machte ein Unboxing der Konferenztasche. Schließlich wollen die Zuhausegebliebenen wissen: Was befindet sich im Bag? Nur Papier, ein Bleistift, ein Kinderbüchlein und ein Aufkleber. Also nichts Weltbewegendes.

#Schichtwechsel bei Microsoft

#Schichtwechsel bei Microsoft

Erster Termin für mich war ein Besuch bei Microsoft. In ihrer eigenen Kneipe, die digital Eatery direkt Unter den Linden gab es bei Bier und Häppchen die ersten Gespräche. Microsoft stellt seine Veranstaltungen unter dem Motto #Schichtwechsel und es sind einige interessante Vorträge geplant. Ich werde ein paar davon besuchen.

Thomas Gerlach und ich bei der Arbeit. Foto: MS

Thomas Gerlach und ich bei der Arbeit. Foto: MS

Nette Gespräche mit der Netzaktivistin Anke Domscheit-Berg, dem Isarmatrosen Tobias Schwarz, der Profilagentin Kixka aus Hamburg und dem MS-Team gab es auch. Nach einigen Bier durfte ich mit meinem Kollegen Thomas Gerlach noch ein Interview für den Deutschlandfunk geben. Ich bin gespannt auf die Ausstrahlung.
Also ich bin bereit für die #rpTEN. Heute beginnt das Klassentreffen der Netzgemeinde.