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Kostümtrends zu Halloween 2018

26. Oktober 2018

Dieses Jahr wird es bei mir wohl nichts mit Halloween-Kostümen. Ich geh auf ein Konzert und da sind Verkleidungen nicht so angesagt. Naja oder ich provoziere mal so richtig. Vielleicht kommt nach dem musikalischen Programm noch ein filmisches Programm, aber das weiß ich noch nicht. Als Retrogamer bekenne ich wohl Farbe und trage meinem Pac Man-Anzug von OppoSuits. Ich habe gesehen, dass es jetzt einen Tetris-Anzug gibt, vielleicht schaffe ich ihn mir noch an. Der Online-Versender meines Vertrauens in Sachen Halloween liefert ja noch rechtzeitig. Vor kurzem war ich in Berlin und habe im Ladengeschäft von Maskworld nach Halloween-Trends Ausschau gehalten. Was trägt man denn so in der diesjährigen Halloween-Saison?

Bunt und Glitter statt Blut und Glibber zu Halloween
Bisher wurde Halloween in Deutschland vor allem gruselig und mit viel Kunstblut gefeiert, das fand ich als Anhänger des expressionistischen Horrorfilms gar nicht so schlecht. 2018 werden die Kostüme dagegen bunter und eleganter. Vielleicht liegt es am Einhorn, das vergangenen Jahr schon die Halloween-Partys erobert hat oder daran, dass auch in den USA zu Halloween die Verkleidungen bunter und weniger schaurig sind. Jedenfalls setzen Trendsetter dieses Jahr bei den Kostümen eher auf sexy Glitzerhexen, florale Calaveras und glamouröse Teufel. Auch in Sachen Make-up muss es nicht mehr nur blutig sein. Das Totenkopf-Make-up wird mit bunten Farben, Perlen und Strasssteinen verziert. Statt blutenden Wunden sind beim Zombie-Look bunte Farben und Make-up im Popart-Stil angesagt. Glitter, Glamour und ein Hauch Extravaganz stehen zu Halloween dieses Jahr hoch im Kurs.

Hex Hex Foto: Maskworld Hex Hex Foto: Maskworld

Hier komme ich mit meinen OppoSuits mit Pac Man-Motiven ganz gut zum Zuge. Um es richtig bunt zu treiben, ist der Confetteroni Anzug auch nicht schlecht. Vielleicht sollte ich das zu Halloween im Konzert tragen, dann falle ich wenigstens auf.

Für mich das Highlight der Saison. Foto: Maskworld Für mich das Highlight der Saison. Foto: Maskworld

SFX-Make-up: kleiner Aufwand, große Wirkung
Youtube- und Instagram-Stars sind Trendsetter – auch beim Halloween Make-up. In oft aufwendig produzierten Videos und Bildern zeigen sie spektakuläre Looks und bieten damit jede Menge Inspiration für das eigene Halloween-Make-up. Gerade als Laie sind die Schritt-für-Schritt-Anleitungen per Bild und Ton die perfekte Vorlage zum Nachschminken. Mit immer realistisch wirkenden SFX-Produkten bekommen auch Anfänger die coolen Looks der Influencer umgesetzt – und das ohne stundenlang vor dem Spiegel zu stehen! Mit Latexmilch und Kosmetikwatte lassen sich Wunden und abgerissene Haut darstellen, Collodium erzeugt auf der Haut realistisch wirkende Narben und selbstklebende 3D-Wunden lassen sich so einfach auftragen wie ein Klebetattoo. Mit etwas Blut und Schminke verziert, sieht das Halloween-Make-up aufwendiger aus, als es eigentlich ist. Maskworld hat einige gute Videos online gestellt. Ich arbeite ja viel für den Landesinnungsverband des bayerischen Friseurhandwerks und die Make-Up-Experten haben sich einige Videos zusammen mit mir angeschaut.

Wunde zum Aufkleben. Foto: Maskworld Wunde zum Aufkleben. Foto: Maskworld

Der Klassiker: Horrorfilme
Horrorfilmklassiker feiern gerade ein großes Revival. Sei es 2017 die Neuverfilmung von “Es” (schlechter Film, gute Maske), dieses Jahr die Neuauflage von “Halloween” oder das Spin-off zur Conjuring-Reihe “The Nun” (noch schlechtester Film, gute Maske). 2019 bekommt auch der Batman-Bösewicht Joker einen eigenen Film, auf den ich gespannt bin. Ob nun verkleidet als Pennywise oder Michael Myers, gruselige Nonne oder als Antiheld der Joker – Horrorfilm Kostüme gehören zu den großen Halloween Trends 2018. Und dabei fällt mir ein, dass ich mir den neuen Halloween im Kino ansehen sollte. Als Fan von John Carpenter und Rob Zombie ist das quasi ein Muss. Vielleicht sollte ich im Kino eine Michael Myers-Maske aufsetzen? Egal, ich wünsche auf jeden Fall ein fröhliches Halloween.

Halloween muss ich mir im Kino ansehen, vielleicht im Kostüm? Foto: Maskworld Halloween muss ich mir im Kino ansehen, vielleicht im Kostüm? Foto: Maskworld

C64mini – die Retrospielkonsole für Commodore C64-Oldies

25. April 2018

Als Retrogamer musste ich ihn freilich haben: Den TheC64 Mini, den Hardware-Emulator, der meinen Heimcomputer samt 64 Spiele simulierte. Natürlich habe ich noch den Originalbrotkasten, aber ich wollte die Mini-Variante auch in meine heimische Gamerecke stellen.

Aber zurück zu Beginn: Nachdem ich den ZX81 von Sinclair persönlich ausgereizt hatte, wollte ich größer in die Computerszene einsteigen. Ich kaute meinen Eltern 1983 ein Ohr ab, dass ich unbedingt einen Commodore C64 haben musste. 1500 Mark waren für meine Eltern ein stolzer Preis. Es war ein langer Kampf und irgendwann hatte ich ihn bekommen – Danke Mama und Papa. Unendliche 64 Kilobyte RAM – was lässt sich damit alles machen? Ich programmierte und ich spielte Tag und Nacht mit der Maschine. Im Vergleich zu meinen Atari 2600 waren Bild und Ton der C64-Spiele eine Revolution. Als Datensicherung hatte ich die legendäre Datasette, weil meinen Eltern das Floppy-Laufwerk zu teuer war. Der Heimcomputer, wie der C64 damals hieß, eroberte mein Herz und war mein richtiger Einsteg in das frühe Silikonzeitalter. Und in diesem Jahr wird der C64 35 Jahre alt. Das Ding veränderte mein Leben und das Leben meiner Mitschülerinnen und Mitschüler. Hier das Unboxing:

Und als der C64mini als Retrokonsole angekündigt wurde, wollte  – nein musste – ich einen haben. Natürlich gibt es billigere Hardware-Emulatoren zu Hauf, aber ich wollte ein einfaches Gerät, dass ich via HDMI an die Flatscreen-Glotze anschließen konnte. Im April 2018 wurde mein C64mini für rund 80 Euro geliefert.

Im Grunde ist der  ein Fake, obwohl eine voll lizensierte Miniaturversion ist. Er ist etwa halb so groß wie der Originalbrotkasten, aber die Tastatur und die Funktionstasten sind Fake. Er hat einen USB-Stromanschluss, wobei der Stecker wie immer bei solchen Geräten nicht mitgeliefert wurde. Die Retro-Konsole verfügt über einen HDMI-Anschluss für die Glotze (Kabel ist dabei) mit 720p und hat zwei USB-Schnittstellen. Hier lassen sich der mitglieferte Joystick anschließen oder eine USB-Tastatur, um mit den 64 KiloByte Basic-Spaß zu haben. Über einen USB-Stick soll auch die Firmware des Geräts aktualisiert werden können. Das ganze Teil ist aus Plastik und der Minibrotkasten war ein Hingucker neben den anderen Neuauflagen Retro-Konsolen wie SNES oder Super NES

64 Spiele für den C64mini 

Das System umfasst 64 Spiele – klar ist ja auch der C64mini. Ich brauche keine Datasette mehr, um die Spiele zu laden oder die Spielstände abzuspeichern. Und folgende Spieleklassiker sind enthalten: AlleyKat, Anarchy, Armalyte: Competition Edition, Avenger, Battle Valley, Bounder, California Games, Chip’s Challenge, Confuzion, Cosmic Causeway: Trailblazer II, Creatures, Cyberdyne Warrior, Cybernoid II: The Revenge, Cybernoid: The Fighting Machine, Deflektor, Everyone’s A Wally, Firelord, Gribbly’s Day Out, Hawkeye, Heartland, Herobotix, Highway Encounter, Hunter’s Moon, Hysteria, Impossible Mission, Impossible Mission II, Insects In Space, Mega-Apocalypse, Mission A.D, Monty Mole, Monty on the Run, Nebulus, Netherworld, Nobby the Aardvark, Nodes Of Yesod, Paradroid, Pitstop II, Rana Rama, Robin Of The Wood, Rubicon, Skate Crazy, Skool Daze, Slayer, Snare, Speedball, Speedball II:  Brutal Deluxe, Spindizzy, Star Paws, Steel, Stormlord, Street Sports Baseball, Summer Games II, Super Cycle, Temple of Apshai Trilogy, The Arc Of Yesod, Thing Bounces Back, Thing on a Spring, Trailblazer, Uchi Mata, Uridium, Who Dares Wins II, Winter Games, World Games, Zynaps.

Ich hätte gerne noch Fort Apocalypse gehabt und hoffe bei einem Firmware-Update darauf. Aber 64 Spiele sollten erst einmal ausreichen für einen Tripp in die Vergangenheit. Am Wochenende beginnen meine Retro-Spiele.

Joystick für den C64mini ist eine Krankheit

Das Anschließen an die Glotze klappt einwandfrei, der wunderbare Sound meiner Jugend ertönt und auch die Bedienung ist flüssig. Ja wäre da nicht der mitgelieferte Joystick. Es ist der Nachbau eines der legendären C64-Joysticks. Ich hatte diesen früher nicht im Einsatz, sondern schloss damals meinen Atari-Joystick an. Der mit dem TheC64 Mini mitgelieferte USB-Stick ist Müll. Er ist schwammig und unpräzise.

So macht das Zocken der alten Spiele keinen Spaß. Nach mehreren gescheiteren Spielversuchen war mir die Lust vergangenen. Das Drecksding setzt meine Spielbewegungen nicht exakt um und dann hei0t es doch sehr schnell: Game Over Irgendwo liegt im Keller noch ein Competition Pro herum. Der wird jetzt herausgesucht und angeschlossen – dann klappt es auch mit den Spielen. Mein Rat als alter Retrogamer: Finger weg von dem beiliegenden Joystick und nehmt einen anderen. 

Filmkritik: Ready Player One von Steven Spielberg

22. April 2018
Ready Player One - ein wirklicher Gewinn.

Ready Player One – ein wirklicher Gewinn.

Tausendsassa Steven Spielberg kann es einfach, er kann es wirklich. Der Mann ist ein absoluter Gewinn für die Kreativszene und lieferte in kurzer Folge zwei hervorragende Filme ab, die unterschiedlich nicht sein könnten: Die Verlegerin und Ready Player One. Über Die Verlegerin werde ich noch bloggen.
Mit Ready Player One knüpft Spielberg für mich persönlich an seinen Science Fiction Film A.I. – Künstliche Intelligenz von 2001 an. Dieser Film sollte ursprünglich von Meisterregisseur Stanley Kubrick verfilmt werden. Kubrick war die Tricktechnik zu kompliziert und übergab das Material an Spielberg. Leider verstarb Kubrick anschließend viel zu früh. Spielberg drehte A.I. in Gedenken an Kubrick. Und mit Ready Player One verneigt sich Steven Spielberg nochmals ganz tief vor dem großen Meister Kubrick. Spielberg schrieb in seinen außergewöhnlichen Film Reader Player One eine Hommage an Kubricks Horrorklassiker The Shining von 1980 hinein. Als im Film der Schriftzug des VR-Kinos The Overlook erschien, war ich als Kubrick-Fan gerührt. Und was Spielberg dann an ein Feuerwerk an Variationen von Shining samt Musik, Beleuchtung, Kameraarbeit, Dekors und Atmosphäre in Szene setzte, ließ mir das Herz aufgehen. Es war schlichtweg genial und zeigt, wie wichtig Kubrick noch heute für Steven Spielberg und sein Schaffen ist. Das war wirklich großartig und lohnt allein schon deswegen den Besuch des Films.
Der Film Ready Player One ist ebenso ein Festival für die Augen und nachdem ich den Roman Ready Player Onevon ‎Ernest Cline‎ verschlungen hatte, war ich gespannt auf die Verfilmung. Der Trailer hinterließ bei mir gemischte Gefühle, der spätere Kinofilm nicht. Der Zuschauer muss die Augen und Ohren ganz weit aufmachen, um die Anspielungen der Popkultur der 80er Jahre des vergangenen Jahrhunderts aufzunehmen. So viele Sinneseindrücke prasseln auf den Zuschauer ein. Vieles wird erst beim zweiten, dritten, vierten oder fünften Mal ansehen erst deutlich. Ich freue mich auf das Erscheinen der Blu ray. Dann werde ich als Retrogamer und Kind der achtziger Jahre den Film Szene für Szene durchgehen und mich erfreuen. Es sind die schier unzähligen Details, die den Film für mich zu einem Gesamterlebnis machen. Die später Geborenen können den Film anschauen und sich erfreuen, richtig genießen kann jedoch nur, wer diese Zeit der Popkultur bewusst erlebt und gelebt hat.
Wer den Blog kennt, weiß, dass ich mein Atari 2600 und die Spiele dafür liebe. Wer Atari spielte, der spielte irgendwann auch mal 1979/80 Adventure. Das Spiel war das erste Action-Adventure, und gilt auch als das erste Spiel welches ein Easter Egg enthielt. Damit ist eigentlich schon alles für Ready Player One gesagt, es geht um die Jagd nach Ostereier. Ich habe stundenlang als Kind das Labyrinth von Adventure durchstreift. In der Schule diskutierten wir über das verborgene Easter Egg bei dem Entwickler Warren Robinett seinen Namen hinterließ. Die entsprechende Szene im Film löste bei mir hohe Emotionen aus.
Die Hunderte von Hinweisen und Anspielungen in Ready Player One will ich gar nicht alle aufzählen. Es gibt Zitate aus Filmen, Spielen, Musik, Autos, Serien und vieles mehr. Vielleicht nur ein Beispiel: Nehmen wir die Fahrzeuge: Gleich zu Beginn des Film kommt bei einer Spielbergschen Autojagd verschiedene Fahrzeuge zum Einsatz wie der DeLorean aus Zurück in die Zukunft, das Batmobil von 1966 aus der Serie mit Adam West, der GMC Vandura aus das A-Team, das Lightcycle aus Tron und – für mich der absolute Hammer: Das Motorrad aus Akira, der erste Animie, den ich im Kino sah. Katsuhiro Otomo schuf dieses Bike und als Kind wollte ich diesen roten Flitzer haben. Und das alles bricht in den ersten Minuten über mich herein zusammen mit T-Rex und King Kong.

Die Firma Tentlian in einer Ecke einen Demostand aufgebaut.

Die Firma Tentlian in einer Ecke einen Demostand aufgebaut.

Eine Bemerkung noch zum Thema VR. Ich schaute mir den Film in meinem Lieblingskino Scala in der Kreisstadt Fürstenfeldbruck an. Dort hatten die Kinobetreiber zusammen mit der örtlichen IT-Firma Tentelian in einer Ecke einen Demostand aufgebaut. Dort konnten Kinobesucher VR-Brillen im Spiel ausprobieren und sich so dem interessanten Thema VR nähern, ohne irgendwelche IT-Veranstaltungen zu besuchen. Großes Lob an Lars Suhrmann von Tentlian, der so spielerisch innovative Technik im Kino unter die Bevölkerung bringt. Auch das ist ein Beitrag zur Medienkompetenz.

Filmkritik: Blade Runner 2049

17. Oktober 2017

Blade Runner zählt für mich zu den wichtigsten Filmen der achtziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Und ich hatte Angst, nach 35 Jahren mir jetzt die Fortsetzung Blade Runner 2049 anzusehen. Freunde, ich kann euch sagen: Meine Angst war vollkommen unbegründet.

Blade Runner 2049 im Berliner Zoo Palast.

Blade Runner 2049 im Berliner Zoo Palast.

Blade Runner 2049 ist ein hervorragender Film geworden. Und es ist mehr als nur ein Unterhaltungsfilm, denn die religiösen und philosophischen Aspekte des Films von 1982 wurden aufgenommen und fortgesetzt. Damit werden einige Kinozuschauer überfordert sein, so bescheinige ich dem Film keinen übermäßigen finanziellen Erfolg. Der Film hat es verdient angeschaut zu werden und genießen Sie die über zwei Stunden an visuellen, musikalischen und gedanklichen Eindrücken. Dank an die wahnsinnig intensive Kameraarbeit von Roger Deakins. Ich werde den Film mir noch zwei-, dreimal ansehen, um das gesamte Spektrum an Gedanken zu erfassen, so wie ich es mit Blade Runner 1982 auch gemacht habe.
Der Film wagt sich an ganz große Themen: Was ist Menschlichkeit? Wann sind wir Menschen? Was definiert uns als Mensch? Entsteht durch unsere Geburt, unsere Erinnerungen der wahre Mensch? Was passiert, wenn Replikanten Kinder bekommen können? Wo beginnt und wo endet die Menschlichkeit? Solche philosophischen Fragen werden in einen Hollywood-Film gepackt. Der Kinozuschauer wird mit dieser Zukunftsvision konfrontiert, unterhalten und in meinem Falle zum Nachdenken gebracht. Immer wieder tauchen Details auf, wie DNA mit vier Sequenzen und Binärcode mit Null und Eins, um dann zu diskutieren, was ist Leben. Nicht ohne Humor ist die Diskussion mit dem Hologramm als Begleiter – einfach gesagt: Kann ich mit Alexa eine Beziehung eingehen? Damit wird ganz elegant das Thema Künstliche Intelligenz eingeführt und das Anwachsen der Daten. Joi, dargestellt von einer wunderbaren Ana de Armas, lernt und sammelt. Beeindruckend, wie Joi eine Nutte benutzt, um Bewegungen zu sammeln. Und dann sagt das Hologramm ganz selbstverständlich: „Ich liebe dich.“
Und da ist im letzten Drittel des Films ein absolut göttlicher Harrison Ford als Rick Deckard. Die Frage, ob Deckard ein Replikant ist, wird wieder offen gelassen. Für mich ist die Antwort nein, denn Deckard altert und Replikanten altern nicht, basta. Ryan Gosling als Officer K ist eindeutig ein Replikant mit überraschender Geschichte.
Nach dem Film bin ich nicht aus meinen Kinosessel aufgesprungen und hab mir überlegt, was ich als nächstes mache. Ich blieb im Sessel sitzen, streifte die schreckliche 3D-Brille ab und war sprachlos. Ich musste die Eindrücke der gesehenen Bilder und der gesprochenen Worte verarbeiten, die in meinem Kopf herumschwirrten. Regisseur Denis Villeneuve gehört für mich ab jetzt zu den ganz großen Künstlern auf dem Regiestuhl und hat mit seinen 164minütigen Film die Ideen von Ridley Scott von 1982 aufgenommen und weitergeführt.

Ich liebe Atari.

Ich liebe Atari.

Und ich liebe die Details: Zuerst natürlich die Werbung: Ich habe 1982 bei Atari gelacht und 2017 wieder. Als Retrogamer liebe ich Atari. Coca Cola war wieder in beiden Filmen dabei – und Sony auch. Absolut daneben fand ich dagegen die Werbung von Johnny Walker Black Label. Deckard meinte großspurig, dass er in Las Vegas Tausende Flaschen von Whisky habe und er greift dann zu Johnny Walker. Ich würde zu vielen Whiskys greifen, aber sicherlich nicht zu Johnny Walker – oder der Gag war einfach gut.
Meine Helden Frank Sinatra und Elvis Presley haben ihre Auftritte und ich meine sogar bei der Galerie der Replikanten rechts vorne die Figur aus Prometheus gesehen zu haben. Vielleicht eine kleine Verbeugung vor dem ausführenden Produzenten Ridley Scott.

Sehe ich da rechts vorne Prometheus?

Sehe ich da rechts vorne Prometheus?

Ich sag es ungern: Die Filmmusik von Benjamin Wallfisch und Hans Zimmer ist gut, sehr gut. Ich mag Zimmer nicht, aber hier hat er eine wunderbare Arbeit abgeliefert. Leider ist der Score nur als Download bisher erschienen und nicht als Datenträger – mir völlig unverständlich. Aber natürlich ist Zimmer nicht Vangelis und reicht auch an dessen Klasse nicht heran – (diese Bemerkung musste als Zimmer-Hasser und Vangelis-Fan sein). Hat Denis Villeneuve eigentlich Vangelis gefragt, ob er den Soundtrack beisteuern will?

 

 

Musiktipp: Turrican II – the orchestral Album von Chris Huelsbeck

10. April 2017
Meine Box trägt die Nummer 529.

Meine Box trägt die Nummer 529.

Als Retrogamer wandelt sich mein Sammlerinteresse. Zunächst war ich an den Spielen meiner Jugend interessiert – allen voran an den Spielen des Atari 2600. Ich mag die Konsole und ich mag die Spiele. Der Atari 2600 war mein Einstieg in die Welt der Videogames – oder Telespiele, wie es damals hieß. ES kam der C64 und viele andere Kisten folgten.
Je mehr ich mich mit dem Phänomen Videospiele beschäftigte, desto mehr kam auch eine andere Sammelleidenschaft zu Tage. Ich liebe Soundtracks und Scores zu Filmen. Nun kommen immer der Soundtracks zu Games dazu, die ich für ein wertvolles, aber leider unterschätztes Kulturgut halte. Wenn der Soundtrack nicht stimmt, stimmt das Feeling im Spiel nicht. Und wenn ich in Deutschland von Gamessoundtracks spreche, dann darf der Name Chris Huelsbeck nicht fehlen. Für mich ist Chris Huelsbeck einer der großen Männer der Soundtrackmusik. Er vertonte viele Spiele – aber vor allem vertonte er Turrican II. Über Kickstarter habe ich die große Kollektion des Soundtracks erworben und dieser Tage traf auch der Ergebnis der nächste Kickstarter-Kampagne ein: Turrican II – the orchestral Album.


Meine Box trägt die Nummer 529 der auf 1000 Kopien limitierten Box. Der Inhalt: Ein Doppelalbum auf Vinyl, eine CD und Artwork im LP-Format. Ich hoffe, Chris Huelsbeck einmal persönlich zu treffen, um ihm für sein Gesamtwerk zu danken und er muss ein Artwork unterschreiben. Auf der GamesCom im vergangenen Jahr habe ich ihn leider verpasst – vielleicht klappt es dieses Mal in Köln oder beim Deutschen Computerspielpreis in Berlin. Es wäre mir eine Ehre. Das Album Turrican II – the orchestral Album erschien zum 25. Geburtstag des Spiels auf dem Amiga. Zur Musik muss ich eigentlich nichts mehr schreiben. Turrican II ist ein Klassiker, die Musik dazu ebenso. Und die orchestrale Version ist wieder eine weitere Variation dieses Klassikers. Hören und Genießen – nicht mehr, nicht weniger.
Das Orchester auf diesem Album ist das Norrköping Symphony Orchestra und die Musik wurde Oktober/November 2016 aufgenommen und gemixt. Ich hatte bis dato noch nie etwas von dem Norrköping Symphony Orchestra aus Schweden gehört, gestehe aber auch zu, dass ich ein Banause bin. Es wurde 1912 gegründet und umfasst heute 81 Musiker.

Hier das Unboxing:

 

Buchkritik: Und dann kam Tetris von Christian Gehlen

6. Juli 2016

tetris

Weil ich wohl Retrogames so gerne habe, kam Enno Coners mit seinem CSW Verlag auf mich zu und bat mich, das unlängst erschienene Buch Und dann kam Tetris einmal näher anzuschauen. Machte ich doch gerne und verschlang die Kapitel des Buches auf einer Geschäftsreise mit dem Zug.
Das Buch ist genau für so Leute wie mich. Retrogamer der alten Schule. Ich habe als Kind den Atari-Virus gehabt und bin in der goldenen Ära der Videospiele groß geworden. Ich kenne Super Mario besser als Karl den Großen und ich weiß, dass Atari kein japanischer General aus dem Zweiten Weltkrieg ist. Über meine Leidenschaft habe ich ausführlich gebloggt.
Mit allerhand Vorwissen ausgestattet, führte ich mir das Buch zu Gemüte. Und ich muss es zugeben, ich war zunächst irritiert. Der Buchtitel versprach mir eine Geschichte über Tetris, aber auf den ersten Kapiteln ging es keinen Buchstaben um das russische Spiel. Nichts, kein Wort. Nun, der Untertitel des Buches lautet auch: Wie Nintendo innerhalb eines Jahrzehnts den Videospielmarkt eroberte.
Aber auch hier das Problem: In den ersten Kapiteln ging es auch nicht um Nintendo. Wieder kein Wort. Was soll jetzt das? Was mich aber beruhigte und zugegeben höchst erfreute, ging es in den besagten Kapiteln um meine heimliche Liebe: Es ging um die Geschichte des Atari 2600. Ich liebe diese Kiste, war es doch mein Einstieg in das Videospielzeitalter. Das Buch zeigte die Irrungen und Wirrungen von Atari, das Auf und Ab des einstmals innovativen Unternehmens. Die Idee von Atari war, preiswerte Hardware auf den Markt zu bringen und fett dann bei den Spielen zu verdienen. Ein Konzept, was bei Atari schief ging, bei Nintendo später für Millionenerlöse sorgte.
Dann im ersten Drittel taucht Nintendo dann doch mal auf. Ausführlich und nett zu lesen wird erzählt, wie Nintendo langsam auf dem wichtigen US-Markt Fuß fasst und den Markt aufrollt. Und dann kam Tetris. Im letzten Teil des Buches dreht es sich dann alles um Tetris. Für mich war Tetris der Auslöser für den Kauf eines Game Boys von Nintendo. Videospiele waren bis zur Veröffentlichung von Tetris nur etwas für Kinder gewesen, in meinem Umfeld waren es hauptsächlich Jungs, die sich mit Videospielen beschäftigten. In unserer Klasse gab es nur ein Mädchen, was cool war und zockte. Mit Mario kamen die Mädchen an die Konsole und mit Tetris war die Erwachsenenwelt dabei. Sogar meine Eltern spielten so dann und wann Tetris. Der Bann war gebrochen.
Das Buch ist sehr schön geschrieben. In den letzten Kapiteln, als es um die Lizenzschwierigkeiten von Tetris ging, kommen endlich einige Zitate herein, das das Büchlein deutlich lebendiger macht. Mehr Zitate hätte ich mir gewünscht. Autor Christian Gehlen ist ein Insider der Branche. Gehlen, Jahrgang 1982, begann seine Laufbahn als freier Journalist in der Online-Community 2001 für diverse Videospielportale, 2005 stieg er beim Super Nintendo-Fanportal snesfreaks.com ein. Hauptberuflich ist der gelernte Großhandelskaufmann im öffentlichen Dienst tätig. Vielleicht hätte Verleger Enno Coners dem Autoren noch einen Kollegen zum Recherchieren zur Seite stellen sollen, damit das Buch Und dann kam Tetris noch leibhaftiger wird. Und dennoch mir hat es gut gefallen. Danke Enno für das Freiexemplar und ich kann das Buch gerne weiterempfehlen.

Tetris-Schuhe für Retrogamer

11. Mai 2016

Tetrisschuhe

Nach meinem fulminanten Pac Man-Anzug habe ich als Retrogamer etwas dezenteres gefunden, um auf mein Retro-Hobby aufmerksam zu machen: Tetris-Turnschuhe.
Auf der re:publica #rpTEN gab es im Eingangsbereich den Stand von getDigital, ein Gadget-Versender mit allerlei Nerd-Produkten. Hin und wieder hab ich in meinem Blog über den Laden berichtet. Mein Interesse lag zunächst auf einen Einhornkopf, der sich allerdings für den Alltag als unbrauchbar herausstellte. Ich hab nichts durch den Kopf gesehen und bin gestolpert.

Schöner Kopf, aber ich hab nix gesehen.

Schöner Kopf, aber ich hab nix gesehen.

Bei den Tetris-Turnschuhen habe ich dagegen sofort zugegriffen. Sie sind eine preiswerte Kopie der legendären Converse-Chucks. Auf der #rpTEN kosteten die Schuhe 30 Euro am Stand, im Online-Store liegen sie bei rund 50 Euro. Es gab zwei Versionen der Schuhe, einmal mit aufgedruckten Periodensystem, einmal mit aufgedruckten Tetris-Klötzchen. Trotz ehemaligen Chemie-Leistungskurs an einem bayerischen Gymnasium entschied ich mich für die Tetris-Variante. Es sind die farbenfrohe Steine auf der Seite und auf der Oberseite aufgedruckt. Insider entdeckten sofort den Retrocharme und ich musste zugreifen. Die Geschichte der Schuhe gibt es im Blog von getdigital zu lesen.


Ich musste die Wirkung sofort ausprobieren. Bei meinem Seminarvortrag In der darauffolgenden Woche wurde ich auch auf die Schuhe angesprochen und wir hatten sofort im Retrogaming ein gemeinsames Thema. Wer sagt, dass Schuhe nicht verbinden können, der irrt. Ich kann die Schuhe nicht überall anziehen, aber für IT-Messen oder Retrogaming-Abende gehören sie auf jeden Fall dazu.

Konzertkritik: Videogames Live im Münchner Gasteig 2016

30. März 2016
Videogames Live im Münchner Gasteig.

Videogames Live im Münchner Gasteig.

Eindrucksvoll stellte sich eine Branche als moderner Kulturträger da – und saumäßig Spaß hat es mir auch gemacht. Gemeint ist die oft kritisierte Videogames-Branche. Vor kurzem fand das Konzert Videogames Live in der Münchner Philharmonie im Gasteig statt. Seit 14 Jahren und nunmehr vier Alben tourt Komponist Tommy Tallarico durch die Welt und erfreut uns mit bombastischen Klängen aus bekannten Videogames. Als Retrogamer war es ein Genuss, den Abend mit Gleichgesinnten zu verbringen – Kulturgenuss einmal völlig anders und mit viel lockerer Unterhaltung
Unterstützt wurde Tommy Tallarico von Laura “Flute Link” Intravia und Dirigentin Eimear Noone samt Kodály Philharmonie Orchester Prag und Chor. Laura Intravia kam gleich mal als Link verkleidet auf die Bühne und hatte unsere ganze Sympathie. Und auch Dirigentin Eimear Noone erschien im schwarz-rotem Lederdress und unterschied sich von den strengen Dirigenten, die sonst in der Münchner Philharmonie ihre Kunst zum Besten geben. Als Haus- und Hof-Dirigentin von Blizzard hat sie seit Jahren einen festen Namen in der Musikszene.


Tommy Tallarico selbst ist seit 25 Jahre in der Games-Branche und verdiente sich als Komponist seine Brötchen. Mit Videogames Live will er demonstrieren, dass Videogames ein Kulturgut sind und mit dieser bombastischen Show hat er es wieder bewiesen. Bei seiner Begrüßung ermahnte er das Publikum, als zum Teil als Cosplayer erschien, ruhig während der Stücke zu applaudieren und den Abend zu genießen. Als Einheizer und Vorband kamen die beiden Recken Filipp Issa und Michael Stoeckemann von Sound of Games auf die Bühne. Ich ließ mich auf meinen Stuhl nieder und hörte den Sound von The last Ninja und begann zu träumen. Was waren das für tolle Zeiten? Es gab von den beiden noch ein paar Songs wie Lotus Turbo Challange 2, das ich allerdings nie gespielt habe. Danke an Sound of Games für den Flashback in meine Jugend.

Die Umbaupause wurde für ein paar Nerd-Witze genutzt. Und dieser Humor zog sich durch das ganze Konzert durch. Es gab Interpretationen und Mischungen von Videogames auf den Videoleinwänden. Die Coder lachten bei Roses are #FF0000 und Violets are #000FF. Es gab Vergleiche, Mischungen und Charts – immer humorvoll.

Das Konzert von Videogames Live begann nach einer netten Homage an Pac Mac mit Castlevania.

Damit ging der Flashback in die alten Retro-Zeiten weiter. Das erste Spiel von Castlevania erschien 1987 auf dem Nintendo Entertainment System (NES), das mir meine Eltern nicht kaufen wollten.

Ich hatte ja früher den Atari 2600 und dann den Commodore C64. Was brauchte man denn ein NES? Ja, ich weiß, es war ein Fehler. Ein NES gehört einfach in jeden Haushalt.

Nach Metroid von 1986 auf dem NES ging es weiter mit Grim Fandango. Grim Fandango ist ein Grafik-Adventure von LucasArts von 1998 für Windows, das thematisch in einer mexikanisch angehauchten Welt der Toten spielt. Anders als seine Vorgänger wird dieses Spiel über die Tastatur oder Joystick gesteuert und bietet 3D-Grafiken. Hab ich als Mac-User der ersten Stunde das Windows-Spiel nicht gespielt, sah aber interessant aus.
Syberia von 2002 habe ich auch nicht gekannt, werde es mir aber jetzt für iOS holen. Syberia ist eine Grafik-Adventure-Reihe des belgischen Autors und Comiczeichners Benoît Sokal in Zusammenarbeit mit dem französischen Spieleentwickler Microïds. Die Musik klang wunderbar. Hier zeigte sich, dass Videogamet-Soundtrack mittlerweile sich zu einer eigenen Kunstform entwickelt haben. Große Filmkomponisten schreiben heute auch Musik für Videospiele. Videospiele haben wohl den Film als Leitmedium abgelöst.

Fetten Applaus gab es freilich für Donkey Kong Country. Vor allem Laura Intravia mit ihrem Flötensynthi stand im Mittelpunkt der Publikumsgunst. Es zeigte sich bei den eingängigen Melodien, wie gewaltig der Einfluss von Nintendo mit seinen Figuren auf die Populärkultur ist. Klar sind Videospiele und deren Musik ein Kulturgut.
In einem Monolog knüpfte Tommy Tallarico die Verbindung zwischen Videogames und der großen Kunst von Walt Disney. Es gelang Disney vor 75 Jahren mit dem gewaltigen Fantasia eine Verbindung von Populärkultur mit Micky Maus und der Hochkultur der klassischen Musik zu schaffen. Tommy Tallarico verbeugte sich mit Kingdom Hearts mit einer Homage an Walt Disney. Kingdom Hearts ist eine Action-Rollenspiel-Reihe, die unter der Leitung von Tetsuya Nomura aus einer Zusammenarbeit des Spieleentwicklers Square mit Disney Interactive Studios entstand.

Mit Phoenix Wright: Ace Attorney kam eine Gerichtssimulation auf die Bühne des Gasteigs. Die Originalversion erschien 2001 für den Game Boy Advance von Nintendo in Japan. Ich muss auch zugeben, dass ich eine Gerichtssimulation noch nie auf den Schirm hatte. Die Bilder waren interessant, der Sound um so mehr.

Richtig Szenenapplaus gab es dann bei Metal Gear Solid. Metal Gear Solid ist ein Computerspiel mit Stealth- und Action-Elementen von Hideo Kojima, das von Konami entwickelt und 1998 veröffentlicht wurde. In München wurde Metal Gear 2: Solid Snake gegeben. Starker Sound, der uns in die Sessel presste.

In Deutschland scheint Command & Conquer sehr beliebt, so Tommy Tallarico. Auch ich habe einige Teile des Spiels auf meinen alten Macs gespielt und das Kriegsspiel hat mir Spaß gemacht. Command & Conquer ist eine ursprünglich von den Westwood Studios entwickelte Computerspiel-Reihe aus dem Genre der Echtzeit-Strategiespiele. Im Gasteig kam der Klang von Red Alert vom Oktober 1996 auf die in rot gehaltene Bühne. Hier kam die große Lightshow zum Einsatz.

Dann wieder ein Klassiker schlechthin, der auch den Game Boy in jeden Haushalt kam. Stimmlich durfte ich Laura Intravia bei Tetris verausgaben. Zuvor gab es einen Zuspieler von Alexey Pajitnov, dem Schöpfer von Tetris. Das gezeigte Video beinhaltete unterschiedliche Versionen des Spieleklassikers und zeigte die Vielfalt des Spiels. Ich selbst habe eine Tetris-Lampe noch im Wohnzimmer stehen und spiele das Spiel noch immer gerne.

Nach der Pause, im Gasteig hatte Sony ein paar PS4 zum Zocken aufgebaut und Sony-Mitarbeiter standen für Fragen zur Verfügung, ging es mit Zelda weiter. Das Spiel in seinen unterschiedlichen Varianten erfreut sich in meiner Familie großer Beliebtheit. K1 spielt gerade The Legend of Zelda: Twilight Princess HD. Laura Intravia im Link-Kostüm war wunderbar. Im Münchner Konzert waren als visuelle Elemente zahlreiche Kunstwerke von Usern zu sehen, die auch von Zelda beeinflusst waren. Es zeigt sich, dass Videogames die Fantasie der Spieler beflügen und sie sich mit Kunst auseinandersetzen und eigene Kunstwerke schaffen. Zwar ist nicht jedes Bild ein Meisterwerk, aber Spaß hat es den Leuten allemal gemacht.
Ein wenig Werbung für die Aufnahmen von Videogames Live gab es auch durch Tommy Tallarico. Im Moment finanziert er Level 5, die fünfte Ausgabe seiner CD-Serie über die Crowdfounding-Plattform Kickstarter. im Münchner Konzert warb es ausführlich die Finanzierung und machte uns Fans den Mund wässrig. Ich freue mich schon auf die fünfte Version der Videogames Live.


Die irische Dirigentin Eimear Noone hatte schließlich ihren großen Auftritt. In rot-schwarzem Dress gehüllt, dankte sie den Fans für die jahrelange Unterstützung. Sie durfte an zahlreichen Gamessoundtracks mitarbeiten, darunter an Starcraft II, Diabolo III, Zelda 25h anniversary album, Metal Gear Solid, the tomorrow children, Heros of the Storm.

In München dirigierte sie ihren WOW-Soundtrack. Sie ist eine Powerfrau, eine Showwoman und legte sich beim Dirigieren wohl ins Zeug. Fans lieferten musikalische Beiträge ab, die in den Showact aufgenommen wurden. Das ist eine wunderbare Bindung zu den Fans von WOW, diese im Konzert via Video auftreten zu lassen.

Es gab ein bisschen Musik aus dem neuem Spiel Overwatch von Blizzard zu hören, das sich derzeit in Entwicklung befindet. Die Bilder sahen vielversprechend aus, vielleicht war es ein bisschen viel Durcheinander. Der Sound war sehr, sehr gut.

Nach Skyrim gab es den musikalischen Hammer. Super Mario sorgte für richtig Stimmung. Für viele war es der Höhepunkt des Konzerts. Das zeigte sich auch daran, dass Tommy Tallarico die Zuschauer zum Mitsingen aufrief. Während bei klassischen Open Airs die Feuerzeuge hochgehalten wird, waren es bei Videogames Live die erhellten Displays der Smartphones. Ein Gast hatte sogar sein Macbook dabei und der helle Apfel leuchtete im Saal – schöner Humor, schöne Atmosphäre. Für mich der Höhepunkt war das gemeinsame Singen des Mario Liedes. Der Kulturtempel Gasteig singt, wie cool ist das denn?

Das Ende des offiziellen Programms war die Musik von Final Fantasy 7. Das Spiel soll ja in dieses Jahr als HD Version erscheinen. Auch hier kamen zahlreiche Fotos von Fans zum visuellen Einsatz. Cosplayer und Zeichnungen würdigen das Games-Epos auf ihre Art, so sieht Fanliebe aus.

Nach einer kleinen Pause gibt es die Zugabe.

Die Zugabe bestand aus Chrono Trigger. Es ist ein Videospiel der japanischen Softwarefirma Square Enix und gehört zu dem Genre der Rollenspiele. Es erschien 1995 für das Super Nintendo Entertainment System (SNES) und 2001 etwas überarbeitet zusammen mit Final Fantasy IV unter dem Namen Final Fantasy Chronicles für die Sony PlayStation. In Europa wurde es seinerzeit nicht veröffentlicht, obwohl es auch in den USA recht beliebt und erfolgreich

Den Abschluss machte Portal mit dem Song Still Alive. Portal ist ein Computerspiel von Valve. Es wurde am 18. Oktober 2007 zusammen mit Half-Life 2: Episode Two und Team Fortress 2 in der Orange Box sowie als Einzeltitel bereits am 10. Oktober 2007 über die Spieleplattform Steam veröffentlicht. Ziel des Spieles ist es, mit dem Portalgerät, mit dem man Teleportationsportale erstellen kann, verschiedene Aufgaben zu meistern und Hindernisse zu überwinden. Die Handlung ist im Half-Life-Universum angesiedelt. Laura Intravia sang, während Tommy Tallarico Gitarre spielte. Die Besucher des Gasteigs waren eingeladen mitzusingen – der Text war auf den großen Videoleinwänden zu sehen.


Nach dem Konzert wusste Tommy Tallarico was sich gehörte. Die Crew Tommy Tallarico, Laura Intravia und Eimear Noone gab im Foyer des Gasteigs Autogramme für alle Fans. Auch Filipp Issa und Michael Stoeckemann von Sound of Games waren mit dabei. Eine ganze Reihe von Fans nutzen die Gelegenheit auf ein Schwätzchen, darunter war auch ich. Ich ließ mir Eintrittskarten und CDs unterschreiben. Beim nächsten Konzert in Nürnberg bringe ich ein paar Sachen zum Unterschreiben mit.

Filmtipp: Pixels Special Edition auf Blu ray

13. Februar 2016
Der Film geht so, das Modell von Pixels ist super.

Der Film geht so, das Modell von Pixels ist super.

Ok, ich hab mir damals mehr erwartet, als ich mit meiner Familie im örtlichen Kino Scala den Film Pixels angeschaut hatte. Als Retrogamer war ich sehr begeistert, dass endlich mal ein Film über meine Sehnsucht nach alten digitalen Zeiten gedreht wurde. So richtig überzeugt hat mich der Film von Chris Columbus dann aber doch nicht. Und trotzdem musste ich die Pixels Special Edition auf Blu ray dann doch haben.


Der Grund war weniger der Inhalt als die nette Verpackung. Die Blu ray und die 3D-Version kam in einem großen Pac Man aus Plastik daher, der wohl gerade eine US-Stadt angreift. Ich finde die Idee wirklich nett. Das ganze Ensemble ist putzig anzusehen. Der gelbe Pac Man kann sogar auf Wunsch beleuchtet werden. Der Einschaltknopf befindet sich im geöffneten Maul der Spielfigur. K2 hatte beim Drücken des Knopfes die Befürchtung, dass sich der Mund von Pac Man dann schließt und nach dem Finger schnappt. Nette Idee des Kindes, aber unser Pac Man leuchtet nur.
Die Stadt steht auf einer blauen Box, in der die Datenträger untergebracht sind: Blu ray und 3D-Blu ray – wobei ich mir die 3D-Version gerne gespart hätte, weil ich Stereoskopie sowieso nicht sehen kann. Aber die  Pixels Box gab es nur mit 3D, also Augen zu, Geldbörse auf und durch.

Im Kino war ich damals enttäuscht.

Im Kino war ich damals enttäuscht.

Der Film Pixels selbst war durchschnittlich. Ich mag Adam Sandler einfach nicht. Er ist einfach nicht mein Typ als Schauspieler. Auch Chris Columbus als Regisseur hatte so seine Seiten – einmal die Kevin allein-Reihe (würg) und dann ein paar Harry Potter-Filme (schon besser). Unangenehm fiel mir mal wieder Henry Jackman mit seinem Soundtrack auf. Henry Jackman kommt aus der Hans Zimmer-Schmiede und mehr muss ich nicht sagen. Ich mag die Musik von Hans Zimmer nicht, hätte mich aber gefreut, wenn der Soundtrack des Films in der Blu ray-Box dabei gewesen wäre.
Also hab ich den Film nochmals angeschaut, die Blu rays in die Box verpackt und das Pac Man-Ensemble zu meinem Terminator-Kopf und Alien-Kopf gestellt. Die Retrogamer werden es schätzen. Pac-Man, Donkey Kong, Space Invaders und Centipede wurden im Film nett dargestellt und das ist für mich das Wichtigste – Adam Sandler hin oder her.

Buchtipp: Commodore 64 a Visual Commpendium

3. Januar 2016

C64Book

Ich bekenne, ich hänge weiterhin am Retrotropf. Mit meinen Kindern habe ich meinen alten digitalen Brotkasten wieder ausgepackt. Die Datasette und der 4-Farbplotter waren auch dabei. Via Simon’s Basic spielte ich ein paar Programme ein und schwelgte in alten Zeiten. Daher kaufte ich mir ein Bilderbuch, das meine Retrosehnsucht verstärkt. Commodore 64: a Visual Commpendium ist eine Reise in meine Gamer-Vergangenheit.


Im September 2014 erschien das hübsche 232seitige Buch voller Screenshots in Großbritannien. Ich weiß, solche Bücher gibt es viele und die Puristen werden sich sofort melden. Einige dieser Bücher davon habe ich bereits in diesem Blog besprochen wie Push Start. Aber irgendwie hatte ich wieder Lust auf diese alten C64-Abenteuer. Im Geiste höre ich den 8 Bit-Sound, erinnere mich an die Pixelgrafik. Es ist schon komisch, viele dieser Spiele liegen etliche Jahre zurück und dennoch erinnere ich mich daran, wie fasziniert sie damals für mich waren. Natürlich die Grafik an meiner PlayStation 4 ist besser, doch sind die Spiele wirklich besser geworden? Auf die Spielidee kommt es an, nicht unbedingt ob die grafische Umsetzung besser ist. Es ist wie beim Film: Auf die Handlung, auf die Schauspieler, auf die Inszenierung kommt es an – nicht auf CGI oder Renderings.


Das Buch mit Spielen des Commodore 64 war der Start einer ganzen Reihe von Retrobüchern bei Bitmapbooks. Es folgte ein Buch über den Amiga und im Dezember 2015 sogar ein Buch Sinclair ZX Spectrum. Die Idee der Buchreihe ist simpel, aber genial. Die Herausgeber haben Spieleentwickler und Programmierer befragt, die mit dem C64 und dessen Spielen aufgewachsen sind. Diese Statements sind kurz, leicht zu lesen und sind vor allem sehr persönlich. In Kombination mit den Screenshots schaffen sie die richtige Wohlfühlatmosphäre für Retrogamer. Es geht nicht um die Versionsgeschichte, sondern es geht um persönliche Erinnerungen aus dem frühen Silikonzeitalter.
Ich werde also noch ein paar Tage in der Vergangenheit schwelgen und mir das Buch Commodore 64: a Visual Commpendium durchsehen, kleine Geschichten lesen und dann wieder an meine Arbeit gehen.