Posts Tagged ‘Weihnachtstwicheln’

blauweiß weißblau – egal, Hauptsache Twitter

16. April 2017

Nachdem ich meinen jüngsten Beitrag für die IronBlogger-Parade zum Thema blauweiß/weißblau über unsere Wellensittiche Lilly und Sinatra geschrieben habe, liegt es nahe, dass ich beim Gezwitscher bleibe: Welches Vögelchen passt am besten in eine solche Parade? Klar, der Twitter-Vogel.


Ich bin ein überzeugter Twitterer und zwitschere unter @redaktion42 den lieben langen Tag. Mit meiner Frau @spinosa1967 sind wir wie andere auch als als twitterndes Ehepaar bekannt. Aber Twitter ist für mich mehr als ein bisschen Zeitvertreib. Es ist für mich eine Art Stammtisch, der 24 Stunden 365 Tage lang geöffnet hat. Ich finde hier Weisheiten, dumme Sprüche, aktuelle News, schlüpfrige Anmache, Kampagnen, Provokationen, Hilferufe und vieles mehr unter einem Dach. Ich nutze Twitter zur Unterhaltung, als Inspiration, als Newsquelle, als Recherchetool und und und.
In meinem Seminaren über Medienkompetenz an Schulen kommt Twitter leider nur am Rande vor. Twitter ist vielen Leuten einfach zu blöd. Die formale Begrenzung auf 140 Zeichen sorgt dafür, dass Jugendliche in meinem Umfeld nicht so stark vertreten sind. In 140 Zeichen muss man mit der deutschen Sprache umgehen können und bei Donaudampfschifffahrtsgesellschaft wird es in Twitter recht eng. Auch der Humor mutet für viele Seminarteilnehmer etwas seltsam an. #hach, #flausch, #ausgruenden geht ja gerade so – bei #mimi blicke in in meinem Seminaren in fragende Gesichter. Wer will denn schon mit Beaker vom Muppet Labor von Professor Bunsenbrenner identifiziert werden, dessen einziger Wortschatz eben das mimi ist?

Ich sag nur mimi

Ich sag nur mimi

Aber egal: Twitter ist für mich eine wunderbare Bereicherung. Leute glauben manches Mal, dass man Twitter komplett auslesen muss. Viel Spaß dabei. Ich habe durch Twitter den Satz eines US-Studenten begriffen: „Wenn die Nachricht wichtig für dich ist, wird sie einen Weg zu dir finden.“ Für mich ist Twitter ein wichtiger Bestandteil meiner Social Media-Kultur. Auch für meine politische Kundschaft gehört Twitter dazu: @RegSprecher habt es in Deutschland vorgemacht, der US-Präsident hat die absolute Macht von Twitter verstanden und publiziert an den Medien vorbei direkt zu seinen Anhängern und zu den Medien. Twitter ist ein geniales Massenmedium mit Rückkanal – einfach der Hammer. Ich muss nicht via in Facebook befreundet sein, sondern kann folgen wem ich will, ohne dass ich mit ihm befreundet sein muss. Und wenn einer glaubt, dass er nur senden will im Sinne von traditionellen Massenmedien, dann wird er auch bald wieder entfreundet – so einfach ist das. Liebe Politiker – nur senden ist so 20. Jahrhundert.

Ich bin seit 24. Oktober 2008 dabei.

Ich bin seit 24. Oktober 2008 dabei.

In Twitter habe ich neue Bekanntschaften, ja sogar Freundschaften geschlossen. Einige sind auch wieder zerbrochen. Pack schlägt sich, Pack verträgt sich. Ich habe durch Twitter Personen kennengelernt, die ich im realen Leben nie getroffen hätte. Ich wurde mit Meinungen konfrontiert, die niemals meine eigenen wären. Ich lernte durch Twitter mehr Toleranz, den anderen Blick auf eine Sache. Nicht so eine Filter Bubble wie in Facebook, in der ich nur in meiner eigenen Meinung bestätigt werde. Für mich bedeutet Twitter eine neue von Freiheit und Verantwortung zugleich. Der weiße Vogel auf blauem Hintergrund ist für mich ein Symbol der neuen Zeit geworden. Die Welt wäre ohne Twitter ärmer und es wäre schade, wenn dieses Tool verschwinden würde.
Twitter bedeutet Senisbilität. Ich habe Leute kennengelernt, die ohne dieses Tool noch einsamer wären als sie es ohnehin sind. Ich habe Selbstmordankündigungen erlebt und wie eine ganze Gemeinschaft zur Rettung eilte. Ich habe kollektive Trauer und Freude erlebt. Ich habe Trolle und Social Bots erlebt, die herumholzen. Und ich habe Aktionen wie Twittagessen oder Weihnachtstwicheln erlebt und ich bin im Mai 2014 zu den IronBlogger über Twitter gestoßen. Jeder hat seine Geschichte in Twitter und ich bin gespannt auf eure. Was bedeutet Twitter für dich?

Storytelling mit StoryCubes

24. Februar 2017

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Bei meiner Vorstellung in Seminaren erzähle ich manchmal, dass ich Geschichtenerzähler sei. Neudeutsch heißt die Sache Storytelling und es wird heute ein großes Brimborium herum gemacht. Als Journalist habe ich gelernt, Geschichten zu erzählen und als Blogger liebe ich es noch immer, Geschichten zu sammeln.
Für mich ist es entscheidend, mit Menschen ins Gespräch zu kommen. Gute Reportagen haben immer etwas mit Menschen und ihren Geschichten zu tun. Dazu gehören auch Fotos: Für mich muss ein gutes Foto auch eine Geschichte erzählen. Ein Foto ist nicht nur Illustration, sondern sollte ein eigenständiges Werk sein. Deshalb sammle ich mit Begeisterung auch Bücher von guten Fotojournalisten.
Um die grauen Zellen zu trainieren und Kreativität zu fördern, sitze ich gerne im Straßencafe und denke mir Geschichten über vorbeiziehende Leute aus. Das fordert den Geist. Die Menschen flanieren an einem vorbei und ich betrachte sie und denke mir eine Geschichte aus, die vielleicht zu ihnen passt. Die ganze Sache macht Spaß.
Um Storytelling, Verzeihung Geschichten erzählen, zu erlernen, hab ich ein neues Spielzeug. Zu Weihnachten bekam ich über das Weihnachtstwicheln in Twitter von @greencray ein schönes Geschenk. Es sind StoryCubes. Eine kleine Schachtel enthält neun Würfel. Die haben auf jeder Seite unterschiedliche gezeichnete Bilder. Nach dem Würfeln beginnen die grauen Zellen zu arbeiten. Die Aufgabe ist, die Bilder in einer Bildergeschichte zu ordnen und dazu eine Geschichte zu erzählen. Es hat unserer Familie einen riesigen Spaß gemacht und K1/2 hat es geholfen, mit Sprache umzugehen und sicherer in Formulierungen zu werden.
Immer wieder spiele ich mit den StoryCubes auch alleine. Ich erfinde Geschichten für mich allein. Da ich viel auf Reisen bin und an Bahnhöfen oder Zügen meine Zeit totschlagen muss, spiele ich mit den StoryCubes am iPhone und iPad auf der entsprechenden App. Wenn mir die Geschichte gut gefällt, mache ich einen Screenshot und sende ihn meinen Kindern. Zusätzlich gibt es die Geschichte als Audiofile.
Vielleicht mache ich aus den Geschichten einen kleinen Blog. Meine Frage: Besteht daran Interesse? Bestehen an diesen Geschichten Interesse?
Hier das Beispiel vom Storytelling heute morgen. Jede Geschichte beginnt natürlich mit: Es war einmal …

Hier eine Geschichte
Also: Es war einmal ein altes Gemäuer. Über den Bauten thronte ein Turm, ein hoher, alter Turm. In diesem Turm wohnte ein einsamer, alter Mann. Vielleicht war es ein Zauberer, vielleicht war es ein Eremit – keiner weiß es mehr. Dieser Mann lebte im Einklang mit der Natur. Er war umgeben mit Pflanzen und Insekten. Seine Blumen zogen die Bienen der Umgebung an. Irgendwann wollte es der Mann bequemer haben und er machte sich auf die Suche nach einer neuen Bleibe. Es war einfach zu mühsam, dass Wasser in den Turm zu schleppen. Er suchte und suchte und er fand ein modernes Hochhaus. Er zog in den obersten Stock, hatte eine moderne Wohnung mit fließendem Wasser und allerlei Bequemlichkeiten. Die Wohnung war schön geschnitten, alles war gerade und nicht so schief wie in seinem alten Turm. Es gab sogar elektrisches Licht. Der Mann war zufrieden. Doch als er so lebte, überlegte er, dass ihm etwas fehlt. Seine Bienen, seine Natur, die ihn immer umgeben hatte. Ihm kamen die Zweifel, ob der Umzug das Richtige gewesen war.

Die Würfel sind gefallen und ich erfinde eine Geschichte.

Die Würfel sind gefallen und ich erfinde eine Geschichte.

Soweit die Geschichte anhand der StoryClubes. Vielleicht fällt euch ja eine andere Geschichte ein. Vielleicht probiert ihr das Spiel einmal selbst aus. Mir macht es Spaß und es trainiert die grauen Zellen. In der App-Version lassen sich noch Erweiterungen dazu kaufen und somit andere Geschichten erzählen.
Für mich aber die Frage: Ist jemand an einem Blog mit solchen Geschichten interessiert?