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Harrods in London – Tempel des Konsums

18. Juni 2018
Luxus pur bei Harrods

Luxus pur bei Harrods

Es gibt es viele Mythen, so viele Geschichten um dieses Luxus-Kaufhaus, dass es einen eigenen Blog bräuchte, um alle die Storys zu erzählen, die sich um Harrods ranken. Bei meinen London-Besuch musste ich diesen Tempel des Konsums besuchen, um meinen Kinder zu zeigen, was hochwertige Warenpräsentation, niveauvoller Luxus und klassische Eleganz ist – und ich musste vorbeischauen, um mir eine neue Barbour-Jacke zu kaufen.
Es gibt die Mythos, das der Kunde bei Harrods in London alles kaufen kann, sogar einen Elefanten. Nun, das habe ich nicht ausprobiert, aber die Warenvielfalt ist enorm.
Wir haben in Deutschland das wunderbare KaDeWe in Berlin, das Kaufhaus des Westens, aber im Vergleich zu Harrods ist das KaDeWe ein Tante-Emma-Laden. Und wer nicht zum Einkaufen zu Harrods geht, der sollte wegen seiner ungewöhnlichen Innenarchitektur vorbeischauen und nicht vergessen, seinen Mund beim Staunen zuzumachen.

Innenarchitektur bei Harrods überwältigt
Es ist in den Verkaufsräumen ein Mix verschiedener Architekturstile aus verschiedenen Zeiten und Kulturkreisen. Dabei wirkt es nicht zusammengewürfelt, sondern sobald man eine Abteilung verlässt und eine neue Abteilung betritt ändert sich Licht, Stil und auch die Atmosphäre.

Beratung bei Harrods
Die Verkäuferinnen und Verkäufer sind absolut professionell geschult. Als unsere Familie die Kofferabteilung betrat, zeigte ich meinen Kinder die Rimowa-Reihe. Ich mag diese Koffer mit Charakter und K2 hat vor unserer London-Reise den ersten Rimowa bekommen, den K2 wohl das ganze Leben haben wird.

Rimowa ist für mich die erste Wahl bei Koffer.

Rimowa ist für mich die erste Wahl bei Koffer.

Wahrend ich über die Rimowa-Koffer monologisierte, schaute sich meine Gattin die neuen Montblanc Laptoptaschen an. Wunderschöne Taschen, wunderbar verarbeitet – wunderbar teuer. Sie wurde ausgezeichnet beraten, auch wenn von Anfang an klar war, dass wir die Tasche nicht kaufen werden.

Die Laptoptasche von Montblanc in rot (liniks) hat es der Gattin angetan.

Die Laptoptasche von Montblanc in rot (liniks) hat es der Gattin angetan.

Testen eines Harrods-Verkäufers
Da wir bei Montblanc sind: In der Füllerabteilung schaute ich mir die neuen Kollektionen von Montblanc an und ein Verkäufer näherte sich mir, ob er mir helfen könne. Ich glaube, er checkte mich ab, ob ich mir überhaupt so ein Schreibwerkzeug leisten könne. Und ich glaube, er hatte entschieden, dass ich es mir nicht leisten kann und er mich trotzdem freundlich fragt. An seinen Augen war aber zu erkennen, dass mit mir als Banause kein Geschäft zu machen sei. Ich dankte ihm, sagte dass ich keinen Montblanc benötigte und er wollte sich schon abwenden und sich zurückziehen. Und da ergriff ich meine Chance: Ich frage nach einer speziellen roten Montblanc Tinte, die zu der Alfred Hitchcok-Edition herausgekommen war: Blutrote Tinte. Das riss den Verkäufer, denn der Füller ist nicht billig und er musste sichtlich eingestehen, dass er mich falsch eingeschätzt hatte. Und noch peinlicher: Er hatte die Tinte nicht im Programm. Ich wusste das, denn die Hitchcock-Tinte war seit Jahren ausverkauft, aber ich wollte den Herren aufs Glatteis führen. Das tat gut.

Viele der heutigen Harrods-Kunden kommen aus Asien oder Arabien. Hier wird das große Geld gemacht und die Herrschaften wollen Luxus konsumieren und zeigen. Als ich mir den Catier-Schmuck ansah, beobachtete ich zwei vollverschleiterte Damen, die mit einem Herren Platz nahmen und sich teuere Kolliers zeigen ließen. Die Verkäuferin wollte den Schmuck den Damen umhängen, aber die Vollverschleierung hinderte sie daran. Leider habe ich nicht mitbekommen, wie das Problem gelöst wurde, denn meine Familie wollte weiterziehen.

Galerie Halcyon bei Harrods
Die renommierte Galerie Halcyon hat in Harrods eine eigene Abteilung. Ich wollte Halcyon selbst besuchen, aber dafür reichte die Zeit nicht. Dennoch lohnte sich der kurze Besuch bei Halcyon in Harrods, wo die Galerie einen eigenen Ausstellungsraum hat. Total fasziniert hat mich eine Skulptur von Lorenzo Quinn „The Face of Nature“ für 52500 britische Pfund – nun, wir haben keinen Platz, aber schön war das Werk schon.

Und dann entdeckte ich noch Originalgemälde von Bob Dylan. Diesem Part der Ausstellung widme ich einen eigenen Blogbeitrag in den nächsten Tagen. Auf jeden Fall war ich gerührt, einen echten Dylan ganz nah bewundern zu können. Das hinterließ bei mir einen tiefen Eindruck. Sofort kaufte ich mir den Ausstellungskatalog der Dylan-Ausstellung, die bei Halcyon zu sehen war. Nun, das ist nun mal eine Weltstadt und dort ist für mich starke Kunst zu sehen.

 

Modeabteilungen bei Harrods

London ist nicht mehr unbedingt der Nabel der Welt, wenn es um Mode geht. Das war in den Swinging Sixties mit der Carnaby Street anders, aber die Straße ist heute zu einer austauschbaren Shoppingbereich in Soho geworden. Die besten Herrenausstatter gibt es nach wie vor in der Savile Row und in der Jermyn Street, aber dafür fehlte die Zeit. Also schaute ich in die Modeabteilung von Harrods, um mich auf den neuesten Stand zu bringen. Leider ist Alexander McQueen schon 2010 gestorben und dennoch inspiriert er die Modeszene noch immer. Natürlich schaute ich bei Hackett vorbei und ließ aber die Aston Martin Kappe schweren Herzens liegen. Die rote Mütze gefällt mir, aber im Grunde stehen mir keine Kappen.

Hackett finde ich sehr schön.

Hackett finde ich sehr schön.

Dafür schlug ich bei Barbour wieder einmal zu, denn ich mag die klassische Eleganz der Landhausmode. Ein Kleid von Stella McCartney gefiel mir sehr gut.

Sehr viel Humor: Stella McCartney

Sehr viel Humor: Stella McCartney

K2 schaute sich noch die Sportabteilungen von Nike, Puma und Adidas an, die mich weniger interessierten. Dennoch: Ich fand dort große Statuen von Bearbrick – wenn ich nur den Platz hätte.

Rolltreppen bei Harrods
Wer nichts kaufen will, der sollte auf jeden Fall die Rolltreppen fahren. Sie sind zwar nicht so berühmt, wie die Rolltreppen von Macs in New York, aber sie machen optisch unbedingt was her. Ich hab mir den Spaß gemacht von Stockwerk zu Stockwerk zu fahren und mir die Architektur anzusehen. Ich hatte den Eindruck in der Ägypten-Abteilung des britischen Museums zu sein. Mir machte der Abstecher einen gehörigen Spaß. Und ab und zu bin ich auch die alten Stufentreppen hinaufgegangen und habe mir vorgestellt, welchen Eindruck Harrods früher auf die Leute gemacht hat.

Lebensmittel bei Harrods
Wer Harrods besucht, der muss bei den Lebensmittel-Abteilungen des Hauses vorbeischauen: Kaffee, Gewürze, Fleisch, Fisch, Früchte, Käse, Backwaren – und natürlich Tee. Ich konnte mich an den kulinarischen Genüssen nicht sattsehen. Zudem gibt es kleinere Stände an denen das Essen frisch zubereitet wird. Leider war der Stand mit den Austern voll besetzt und ich hätte länger warten müssen, was ich aber aufgrund des Zeitdrucks nicht wollte. Aber Austern-Schlürfen bei Harrods, das wäre es gewesen. Stattdessen haben wir Tee gekauft und ich habe mich in der Gewürzabteilung verloren. Die Gewürze waren unter großen Glaubkuben. Einfach anheben und Nase in den Glaskubus und die Gewürze auf sich wirken lassen – das war für mich als Hobbykoch eine Reise der Sinne durch die Welt der Gewürze.

Besuch bei Harrods lohnt sich allemal
Fazit: Ich brauche keinen Elefanten bei Harrods kaufen, aber das nächste Mal nehme ich mir mehr Zeit und streife noch intensiver durch das Luxuskaufhaus. Auch wenn man nichts kaufen will oder kann, der Besuch lohnt sich allemal.

Matcha Tee – der asiatische Espresso als kleines Ritual

14. November 2017

Mein Kollege Lutz Prauser von den Münchner Iron Bloggern hat eine sehr interessante Blogparade zum Thema Eigene Rituale. Und ich bedanke mich, dass er den Einsendeschluss zu dieser Blogparade ein wenig verlängert hat, damit ich auch teilnehmen kann.
Beim Nachdenken über das Thema musste ich laut loslachen. Ich war in Gedanken über die gestellte Aufgabe als ich mein tägliches Ritual absolvierte: Ich bereite mir meinen morgendlichen Matcha-Tee vor. Und siehe da, ich habe schon mein Thema für die Blogparade. Ich schreibe über diesen Espresso aus Asien.


Wenn möglich rühre ich mir am Morgen meinen Matcha-Tee an und zelebriere ein persönliches Ritual. Wie kam es dazu? Nun, ich leide an Bluthochdruck. Dafür habe ich von meinem Doktor entsprechende Medikamente verschieben bekommen. Das ist gut, die Medizin wirkt. Aber ich will noch mehr tun. Sport ist das eine, Surfen im Internet ist das andere. Bei den Tagesangeboten von Amazon wurde mir irgendwann mal der grüne Tee aus Asien in die Timeline gespült. Interessiert daran, was die Filterblase so für mich ausgedacht hat, klickte ich und las über die Eigenschaften des Produktes. Neben Ausführungen über Geschmack und Herkunft stand am Ende etwas über Blutdrucksenkende Wirkung des Matcha Tees. Das macht mir neugierig und die klassische Recherche im Internet zeigte auf: Das Ganze stimmt wohl. Also eine kleine Packung bestellt und ausprobiert. Das feine Pulver muss in 80 Grad Celsius heißem Wasser verrührt werden. In Ermangelung eines entsprechenden Rührers nahm ich einen kleinen Schneebesen.

Matcha – ich trinke keine Algen
Der erste Schluck war ungewöhnlich. K2 meinte, die ganze Sache schmecke nach Algen und K2 werde garantiert keine Algen im Tee trinken. K1 schloss sich an, zudem etwas Grünes für Kinder grundsätzlich Gift ist. Also war das Thema für meine Kinder durch. Meine Frau probierte es, war aber nicht ganz so ablehnend, aber nach Begeisterung sah es nicht so aus. Egal, Damm bleibt mehr für mich.
Tag für Tag bereitete ich meinen Tee in einer Müslischale mit meinem Schneebesen zu. Mir schmeckte das Zeug und die Probepackung war bald aufgebraucht. Der Blutdruck veränderte sich zum Positiven – aber natürlich nahm ich weiterhin die verschriebenen Tabletten vom Arzt.

Matcha – gebt mir mehr von dem Zeug
Also, für mich stand fest: ich will mehr von dem Zeug, denn es schmeckt und hilft. Ich habe mir einen größeren Vorrat an Matcha-Tee besorgt, zusätzlich drei Keramikschalen und zwei Messlöffel sowie zwei Bambusrührer. Eine Schale, ein Messlöffel und ein Rührer kam in meinen Reisekoffer sowie eine kleine Dose vom grünen Pulver. Eine Schale, ein Messlöffel und ein Rührer kam in die Küche auf mein Frühstücksregal und eine Schale kam in den Schrank als Backup, falls mal etwas zu Bruch geht.
Und so beginnt mein tägliches Ritual: Schale herrichten, mit dem geeichten Messlöffel ein Gramm Matcha aus der Dose löffeln und heißes Wasser dazu. Mit dem Bambusrührer wird dann der Matcha-Tee schaumig gerührt. Ich rühre in Form eines großen M, so schäumt die ganze Sache relativ schnell – vor und zurück – zurück und vor. Rührer abklopfen und dann mit beiden Händen die Schale zum Mund führen und genießen. Dieses Ritual mache ich jeden Tag, ob ich zu Hause oder auf Reisen bin. Meine Familie hat sich an den Anblick des meditativen Rührens gewöhnt und es ist für mich eine kurze Zeit der Ruhe – ein schönes Ritual. Ach ja, der Bluthochdruck ist auch besser geworden.

Tea-Party in Pasing – Kusmi Tea Party in den Pasing Arcaden

22. Juni 2015
Kusmi Tea Party

Kusmi Tea Party

Es ist schön zu sehen, dass der Einzelhandel im Netz interessante Aktionen fahren kann und damit auch Erfolg hat. Unlängst war dies bei einer Aktion von Kusmi Tea in den Pasing Arcaden zu sehen.
Über die Facebook-Seit der Pasing Arcaden wurde eine exklusive Kusmi Tea-Party angekündigt. Es stand dort zu lesen: „Wolltet Ihr als Kind auch schon immer nach Ladenschluss in ein Einkaufszentrum – und dabei Tee trinken? Kusmi Tea Paris lädt am 19. Juni ab 20 Uhr zur Teeparty und wir haben 45 Eintrittskarten (für jeweils 2 Personen) für Euch. Alles was Ihr dafür tun müsst: Verratet uns Euren Lieblingstee in den Kommentaren. Viel Glück.“
Hab ich natürlich gemacht – bei mir ist der Lieblingstee der Ingwer-Tee. Nach ein paar Tagen kam die Nachricht in Facebook: „Hallo, wir freuen uns, dass wir für Euch alle Karten besorgen konnten. Bitte schreib eine Mail an unsere Marketing Managerin xxx und Du und eine Begleitung könnt dabei sein. Herzlichen Glückwunsch und viel Spaß!“
Das könnte jetzt zweierlei bedeuten: Kusmi Tea war von dem Ansturm überwältig und bekam wohl viele Nachfragen, ob man vielleicht doch kommen könnte, obwohl die 45 Karten weg sind. Oder: Die Aktion war kein Erfolg und es kamen zu wenig Kommentare auf die Facebook-Seite, was bedeuten würde, dass die Mall ihre Aktionen im Bereich Social Media verstärken muss. Nun, ich gehe mal von der erste These aus, die Aktion war ein Erfolg.
Gesellschaftspartys erfahren putzten wir uns heraus und fanden uns vor dem Kusmi Tea-Shop in einer Schlange ein. Fein säuberlich wurden unser Name von einer französisch sprechenden Mitarbeitern mit Klemmbrett abgestrichen und wir bekamen Zugang zur Party. Wo befanden wir uns? Und noch wichtiger: Was ist eigentlich Kusmi Tea?

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Das Kusmi Tea wurde 1867 in Sankt Petersburg von Pavel Kousmichoff gegründet und belieferte die Zarenhöfe in Russland. Nachdem der Sohn von Pavel Kousmichoff das väterliche Unternehmen Kusmi Tea zunächst in ganz Russland und Zug um Zug auch in Europa einführte, eröffnete er 1907 eine Niederlassung in London, dem Zentrum des internationalen Teehandels. Die Briten hatten damals durch ihr British Empire ein Monopol auf den Teehandel. Als 1917 die Revolution in Russland ausbrach und die Unternehmer an die Wand gestellt wurden, flüchtete die Familie Kousmichoff nach Paris und eröffnete ihr Atelier in der 75. avenue Niel im 17. Arrondissement. Diese Adresse gibt es heute noch immer. Im Jahr 1927 ließ man sich auch in Berlin nieder, damals einer der wichtigsten Städte der Weimarer Republik. So weit die kurze Geschichte des Hauses, die ich allerdings gerne von den Mitarbeitern von Kusmi Tea gehört hätte. Leider waren die mit Verkaufen der Ware beschäftigt, schließlich gab es für die Kunden 25 Prozent Ermäßigung. Hey, das ist keine Party, sondern eine Verkaufsshow.

Schlange vor dem Shop.

Schlange vor dem Shop.

Und hier setzt meine Kritik an. Der Laden in Pasing war voll und zu voll. Es kamen mehr Personen zur Tea Party als die kleine Ladenfläche in den Pasing Aracden es vertragen konnte. Es wurde kuschelig warm. Neben den Produkten von Kusmi Tea gab es Süßigkeiten des US-Herstellers Sugarpova und Parfüm von L’Occitane. Die Partygäste, Verzeihung Kunden, konnten an den Tees riechen, ein wenig aus Pappbechern probieren, wobei die bereit gestellten Teekannen schnell geleert waren – es gab unter anderem die Neuheit BB Detox Eistee zum probieren. Wir konnten Süßigkeiten naschen und uns mit Parfüm einsprühen. Und wir konnten kaufen, was viele der Party-Gäste auch gemacht haben.

Die Kasse klingelte an diesem Abend. Umsatz ist im Einzelhandel ohne Frage enorm wichtig, doch unter einer Party verstehe ich persönlich etwas anderes. Tee hat schöne, spannende Geschichten zu erzählen. Wer einmal auf einer Weinverköstigung oder eine Whisky-Degustation dabei war, kennt diese Art von Storytelling. Gerade Kusmi Tea hat wunderbare, unterschiedliche Tees von hoher Qualität zur Auswahl, die exzellent präsentiert werden. Die Verpackung und das Design stimmen und das kaufkräftige Münchner Publikum griff zu. Doch die Info über den Tee blieb auf der Strecke, irgendwelche Party-celebrities habe ich auch nicht in München Pasing gesehen oder ich habe sie übersehen. Dann gehe ich lieber auf Veranstaltungen wie beispielsweise zu Hennessy, wie vor kurzem in Berlin im KaDeWe.

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Das Logo hinter der Kasse von Kusmi Tea erzählt auch eine wunderbare Geschichte: Jean-Paul Gaultier hat Anastasia und Prinz Wladimir – dem emblematischen Paar des Hauses Kusmi Tea ein von Grund auf neues Design verpasst. Als Teil der ältesten Kreationen von Kusmi Tea knüpfen diese mit ihrer Entstehung in Sankt-Petersburg auch an die russische Kollektion des Designers in den 1980er Jahren an. Und da wir schon bei Gaultier sind. Es gibt eine wunderbare Geschenkbox in Form einer Hutschachtel verziert mit den typischen Marinesteifen und einem roten Pompon in Anlehnung an die Uniform der Seemänner. Mensch Leute, auch das wäre eine schöne Geschichte, die es zu erzählen gilt.


Positiv ist aber trotz all meiner Kritik an der Verkaufsshow, dass der Einzelhandel auf Ideen setzt, um Leute in den eigenen Laden zu bekommen. Das ist wichtig und richtig. Ob es nun wegen der Party war oder wegen der 25 Prozent Preisrabatt, ist zunächst egal. Den Käufern hat die Kusmi Tea Party wohl gefallen, wenn ich es an der Anzahl der Verkaufstüten sehe.

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Fotoreportage: Berliner Weihnachtsmarkt am Morgen

7. Dezember 2014

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Als Volontär – so bezeichnet man die Ausbildung zum Redakteur bei einer Zeitung – war zu Weihnachten ein Spruch sehr gefürchtet. Irgendwann hieß es vom Chef: Mach mal ein Feature vom Christkindl-Markt! Feature ist so eine Art Reportage mit Hintergrundinformationen. Also trottete man als junger Mensch los und schaute sich auf dem lokalen Weihnachtsmarkt um. Wenn man Glückskeks hatte, stand einem ein gestandener Fotograf zur Seite, der die Besucher in Weihnachtslaune kannte und als junger Reporter kam man zu seinen Interviews. Wer man alleine loszog, musste alleine Geschichten finden.

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Als ich durch den Lufthansa-Streik gezwungen war, frühmorgens von München nach Berlin zu fliegen und bei der Gedächtniskirche vom Taxi abgesetzt wurde, kamen mir die Gedanken aus meiner Volontärszeit wieder in den Sinn. Das Schlimmste für mich waren so manche stark akoholisierte Herrschaften, die einen zum Glühwein einluden und dann ihre Geschichten erzählten. Dabei mag ich doch keinen Glühwein und Punsch. Diese Gedanken waren auf dem Weihnachtsmarkt an der Berliner Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche wieder präsent. Und so entschloss ich mich, eine Fotoreportage von einem leern Weihnachtsmarkt am Morgen zu machen. Bilder sagen mehr als Tausend Worte, das hat schon der alte Kurt (Tucholsky nicht Schumacher) gesagt. Also streifte ich durch leere Gassen mit verschlossenen Ständen mit Namen wie Glühweinbrutze oder Sternenzauber. Sie boten am Abend Leckereien wie eine Meisterbratwurst, Wiener Mandeln, süße Spezialitäten, Schmalzgebäck, Zuckerwatte, Quarkkeulchen, frische Waffeln, französische Crêpes, Feuerzangenbowle, Reibekuchen, Kartoffelpuffer, frischgebackener Blumenkohl, Asiapfanne, Currywurst, Tee mit Rum Lumlumba und natürlich Nürnberger Lebkuchen. Als Zeitungsvolontär durfte ich so eine Bildreportage nicht machen, Jahrzehnte später mache ich es in einem Blog. Viel Spaß beim Klicken.

 

Sonnenbad in Aladins Zelt – Wellness pur

26. August 2014
Panorama von dem Sonnenzelt.

Panorama von dem Sonnenzelt.

Wellnesshotels gibt es viele und Einrichtungen wie Sauna, Whirlpool, Schwimmbad gehören eigentlich zum Standard wie auch das Solarium. In meinem Urlaubshotel Prinz Luitpold Bad in Bad Hindelang habe ich ein besonderes Solarium entdeckt, das mich wirklich fasziniert hat. Es nennt sich Aladins Sonnenzelt.
Was verbirgt sich nun hinter Aladins Sonnenzelt? In der Wellnessoase des Hotels gibt es am Ende einen Eingang zu einer künstlichen Grotte. Ganz in weißen Stein gehalten geht man durch ein Felsöffnung und kommt in einen blauen Ruheraum. Geht man weiter, betritt man Aladins Sonnenzelt.

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Es ist ein Solarium, das in einem historischen orientalischen Zelt untergebracht ist. Und es ist nicht irgendein Kitsch. Nein, das Zelt stammt wirklich aus dem Orient und ist über 150 Jahre alt.


Nun, wie kommt ein orientalisches Zelt ins Allgäu ins Prinz Luitpold Bad in Bad Hindelang? Das ist eine längere Geschichte. Wer das Hotel betritt, ist fasziniert von seinem Wandverkleidungen. Das Holz stammt aus dem schottische Lanrick Castle und wurde in Bad Hindelang im Schlosszimmer, der Halle, dem Restaurant und der Ritterstube aufwendig eingebaut. Dadurch erhält das Hotel Prinz Luitpold Bad ein ganz besonderes Flair Britanniens. Als Fan von Downton Abbey und habe die Halle sofort lieben gelernt. Wobei ich die Halle sofort in Salon umtaufte. Jeden Abend saß meine Familie in „unserem“ Salon. Bei einem Buch oder Kindle genoss ich den schottischen Hochprozentigen und hing meinen Gedanken nach. Viele Blogideen kommen von diesem Ort. Eine optimale Entspannung nach einem Wandertag mit viel, sehr viel Atmosphäre.

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Bei dem Kauf der Wandverkleidungen Lanrick Castle war auch ein prächtiges Nomadenzelt aus dem 19. Jahrhundert dabei. Der schottische Lord hatte es wohl auf seinen Reisen in den Orient erstanden und mit nach Schottland genommen. Dort war es wohl unter anderem für die Gartenparty der feinen Gesellschaft eine Attraktion. Ich kann mir gut vorstellen, wie die Dienerschaft bemüht war, das Zelt aufzustellen, damit Lord und Lady ihren Tee darin genießen konnten.

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Auf jeden Fall kam so das Zelt ins Allgäu. Dort wurde diskutiert, was mit dem Zelt zu tun ist. Für eine Gartenparty im Hotel wäre es zu schade und auch zu wertvoll. Vielleicht sollte man dort feinen Tee ausschenken, aber im Winter 1992 kamen die Hoteliers Gross zu einer besseren Idee. In das Zelt wurde ein Solarium eingebaut und das ganze Ensemble erhielt den Namen Aladins Sonnenzelt.
Im Zelt können zwei Sonnenbadende nahtlos braun werden. Ich geriet bei meinem Solariumsaufenthalt ins Träumen und malte mir aus, welche Geschichten das Zelt zu erzählen hat. Leider habe ich keine Ahnung über orientalische Symbole und weiß nicht, ob oder welche Bedeutung die Muster im Zelt haben. Mir hat das Zelt aber außerordentlich gefallen.

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Neue Kaffeeautomaten bei Lufthansa

23. Oktober 2009

Neuer Kaffeeautomat bei Lufthansa

Auf eine Neuerung müssen sich Kunden der Lufthansa auf dem Münchner Flughafen einstellen. Nix Schlimmes, aber dennoch was Neues. Die Kaffeemaschinen wurden ausgetauscht. Bisher war es so, dass im Terminal 2, dem LH-Terminal von München, an den Innland-Gates Kaffeeautomaten aufgestellt waren. Diese waren zum Selbstbedienung und standen neben den kostenlosen Tageszeitungen und der w&v herum. Zur Auswahl gab es Kaffee und heißes Wasser. Teetrinker konnten aus einigen verschiedenen Beutel wählen.

Drückte man den Schalter Kaffee, dann war erst ein wenig Warten angesagt. Das Display mit roter Leuchtschrift veränderte sich. Es stand Kaffee schwarz dort und nach wenigen Sekunden wurden die Bohnen gemahlt und die schwarze Brühe floss in den Pappbecher. Ich nahm übrigens immer zwei Pappbecher, denn die Flüssigkeit war mir zu heiß. Immer wieder habe ich beobachtet, dass der Prozess des Befüllens einigen Fluggästen zu lange dauerte und sie immer wieder den Kaffeeknopf drückten. Doch wer ein wenig Zeit mitbrachte, der bekam einen Kaffee als Aufmerksamkeit.

Und heute: Die alten Kaffeeautomaten wurden ausgetauscht. Es gibt jetzt neue und mit viel viel mehr Auswahl. Wo es vorher  zwei Knöpfe zum Drücken gab, sind es nun zwölf. Auswahl und Vielfalt heißt es nun am Gate. Will ich nun einen Milchkaffee oder eine Trinkschoko, einen Cappu oder einfach nur heißes Wasser, denn Teebeutel gibt es nach wie vor. Leider wurde bei der Neuerung etwas vergessen: Die Milch. Es gibt keine Milchflaschen aus Plastik mehr. Bisher konnte ich als Kunde individuell meine Milch hinzugeben. Ich wollte beispielsweise meinen Kaffee immer etwas weißer, während mein Kollege nur einen Hauch Milch wollte. Mit dieser Auswahl ist es nun vorbei. Der Kaffee schmeckt mir nicht mehr bei Lufthansa. Obwohl die Idee sicher gut gemeint war und ich jetzt mehr Auswahl habe, kommt mir mein individueller Kaffeegenuss zu kurz. Es bleibt mir nun wohl nichts übrig, an einem der zahlreichen Cafés am Flughafen einen Kaffee zu kaufen. Schade.