Posts Tagged ‘Harrods’

Gemälde von Bob Dylan in London zu kaufen

19. Juni 2018

175.000 britische Pfund für einen echten Dylan? Bei meinem Besuch des Luxuskaufhauses Harrods in London besuchte ich den dort ungebrauchten Ableger der Kunstgalerie Halcyon. Auf 5000 Quadratmeter gibt es wunderbare Kunst zu sehen und ich stieß auf Gemälde des US-amerikanischen Musikers Bob Dylan. Es handelt sich um einen Dounatladen, genannt Donut Shop, 2015–2016, Acryl auf Leinwand, und signiert für 175.000 GBR. Und dann gibt es Dads Restaurant für 175.000 GBR. Kunst als Wertanlage – das geht hier sicher, wenn man über das entsprechende Kleingeld verfügt. 

Es geht aber auch billiger, um einen Bob Dylan zu Hause an die Wand zu hängen. Rund 10.000 britische Pfund kosten Siebdrucke auf Baumwollpapier, das in den USA gefertigt wurde. 

Dabei handelt es sich die Bilder: New York Skyline Seen from Queen, Late in the Day, Houston, Brooklyn Heights und Nowhere and Anywhere. 

Vielen ist Bob Dylan nur als Musiker bekannt, der auch einen Nobelpreis für Literatur bekommen hat. Dass Bob Dylan unter die Maler gegangen ist, ist vielen nicht bewusst. Aber der heute 77jährige malt seit langem, hat immer wieder die Covers seiner Schallplatten verziert. Wenn er auf seiner Never Ending Tour durch die Welt ist, dann entspannt sich der Musiker beim Malen. Inzwischen hat er auch mehrere Bücher mit seinen Werken veröffentlicht. Das erste Buch dieser Reihe hieß The Drawn Blank Series und ich habe es mir als Katalog zur Ausstellung in Chemnitz gekauft. Heute ist der Preis dieses Buches deutlich nach oben gegangen. 

Die Kunstgalerie Halcyon in Harrods hat ein paar Original-Dylan zum Verkauf.

Die Kunstgalerie Halcyon in Harrods hat ein paar Original-Dylan zum Verkauf.

In London gab es die Ausstellung The beaten Path in der renommierten Galerie Halcyon, die bis zum Dezember 2016 lief. Es gibt noch ein paar Restbestände des Katalogs für rund 65 britische Pfund. Das jüngste Buch heißt dann eben auch The beaten Path und ich hatte mir mein rund 360seitiges Buch aus London bestellt. UPS lieferte das schwere Ding innerhalb einer Woche. Ich werde darüber noch bloggen.

Ich konnte nur die Ausstellung bei Harrods besichtigen. Gerne hätte ich die große Ausstellung bei Halcyon gesehen. Dylan selbst hatte Ausführungen zur Ausstellungen verfasst. Wer diese Lesen will, kann dies hier tun. 

Harrods in London – Tempel des Konsums

18. Juni 2018
Luxus pur bei Harrods

Luxus pur bei Harrods

Es gibt es viele Mythen, so viele Geschichten um dieses Luxus-Kaufhaus, dass es einen eigenen Blog bräuchte, um alle die Storys zu erzählen, die sich um Harrods ranken. Bei meinen London-Besuch musste ich diesen Tempel des Konsums besuchen, um meinen Kinder zu zeigen, was hochwertige Warenpräsentation, niveauvoller Luxus und klassische Eleganz ist – und ich musste vorbeischauen, um mir eine neue Barbour-Jacke zu kaufen.
Es gibt die Mythos, das der Kunde bei Harrods in London alles kaufen kann, sogar einen Elefanten. Nun, das habe ich nicht ausprobiert, aber die Warenvielfalt ist enorm.
Wir haben in Deutschland das wunderbare KaDeWe in Berlin, das Kaufhaus des Westens, aber im Vergleich zu Harrods ist das KaDeWe ein Tante-Emma-Laden. Und wer nicht zum Einkaufen zu Harrods geht, der sollte wegen seiner ungewöhnlichen Innenarchitektur vorbeischauen und nicht vergessen, seinen Mund beim Staunen zuzumachen.

Innenarchitektur bei Harrods überwältigt
Es ist in den Verkaufsräumen ein Mix verschiedener Architekturstile aus verschiedenen Zeiten und Kulturkreisen. Dabei wirkt es nicht zusammengewürfelt, sondern sobald man eine Abteilung verlässt und eine neue Abteilung betritt ändert sich Licht, Stil und auch die Atmosphäre.

Beratung bei Harrods
Die Verkäuferinnen und Verkäufer sind absolut professionell geschult. Als unsere Familie die Kofferabteilung betrat, zeigte ich meinen Kinder die Rimowa-Reihe. Ich mag diese Koffer mit Charakter und K2 hat vor unserer London-Reise den ersten Rimowa bekommen, den K2 wohl das ganze Leben haben wird.

Rimowa ist für mich die erste Wahl bei Koffer.

Rimowa ist für mich die erste Wahl bei Koffer.

Wahrend ich über die Rimowa-Koffer monologisierte, schaute sich meine Gattin die neuen Montblanc Laptoptaschen an. Wunderschöne Taschen, wunderbar verarbeitet – wunderbar teuer. Sie wurde ausgezeichnet beraten, auch wenn von Anfang an klar war, dass wir die Tasche nicht kaufen werden.

Die Laptoptasche von Montblanc in rot (liniks) hat es der Gattin angetan.

Die Laptoptasche von Montblanc in rot (liniks) hat es der Gattin angetan.

Testen eines Harrods-Verkäufers
Da wir bei Montblanc sind: In der Füllerabteilung schaute ich mir die neuen Kollektionen von Montblanc an und ein Verkäufer näherte sich mir, ob er mir helfen könne. Ich glaube, er checkte mich ab, ob ich mir überhaupt so ein Schreibwerkzeug leisten könne. Und ich glaube, er hatte entschieden, dass ich es mir nicht leisten kann und er mich trotzdem freundlich fragt. An seinen Augen war aber zu erkennen, dass mit mir als Banause kein Geschäft zu machen sei. Ich dankte ihm, sagte dass ich keinen Montblanc benötigte und er wollte sich schon abwenden und sich zurückziehen. Und da ergriff ich meine Chance: Ich frage nach einer speziellen roten Montblanc Tinte, die zu der Alfred Hitchcok-Edition herausgekommen war: Blutrote Tinte. Das riss den Verkäufer, denn der Füller ist nicht billig und er musste sichtlich eingestehen, dass er mich falsch eingeschätzt hatte. Und noch peinlicher: Er hatte die Tinte nicht im Programm. Ich wusste das, denn die Hitchcock-Tinte war seit Jahren ausverkauft, aber ich wollte den Herren aufs Glatteis führen. Das tat gut.

Viele der heutigen Harrods-Kunden kommen aus Asien oder Arabien. Hier wird das große Geld gemacht und die Herrschaften wollen Luxus konsumieren und zeigen. Als ich mir den Catier-Schmuck ansah, beobachtete ich zwei vollverschleiterte Damen, die mit einem Herren Platz nahmen und sich teuere Kolliers zeigen ließen. Die Verkäuferin wollte den Schmuck den Damen umhängen, aber die Vollverschleierung hinderte sie daran. Leider habe ich nicht mitbekommen, wie das Problem gelöst wurde, denn meine Familie wollte weiterziehen.

Galerie Halcyon bei Harrods
Die renommierte Galerie Halcyon hat in Harrods eine eigene Abteilung. Ich wollte Halcyon selbst besuchen, aber dafür reichte die Zeit nicht. Dennoch lohnte sich der kurze Besuch bei Halcyon in Harrods, wo die Galerie einen eigenen Ausstellungsraum hat. Total fasziniert hat mich eine Skulptur von Lorenzo Quinn „The Face of Nature“ für 52500 britische Pfund – nun, wir haben keinen Platz, aber schön war das Werk schon.

Und dann entdeckte ich noch Originalgemälde von Bob Dylan. Diesem Part der Ausstellung widme ich einen eigenen Blogbeitrag in den nächsten Tagen. Auf jeden Fall war ich gerührt, einen echten Dylan ganz nah bewundern zu können. Das hinterließ bei mir einen tiefen Eindruck. Sofort kaufte ich mir den Ausstellungskatalog der Dylan-Ausstellung, die bei Halcyon zu sehen war. Nun, das ist nun mal eine Weltstadt und dort ist für mich starke Kunst zu sehen.

 

Modeabteilungen bei Harrods

London ist nicht mehr unbedingt der Nabel der Welt, wenn es um Mode geht. Das war in den Swinging Sixties mit der Carnaby Street anders, aber die Straße ist heute zu einer austauschbaren Shoppingbereich in Soho geworden. Die besten Herrenausstatter gibt es nach wie vor in der Savile Row und in der Jermyn Street, aber dafür fehlte die Zeit. Also schaute ich in die Modeabteilung von Harrods, um mich auf den neuesten Stand zu bringen. Leider ist Alexander McQueen schon 2010 gestorben und dennoch inspiriert er die Modeszene noch immer. Natürlich schaute ich bei Hackett vorbei und ließ aber die Aston Martin Kappe schweren Herzens liegen. Die rote Mütze gefällt mir, aber im Grunde stehen mir keine Kappen.

Hackett finde ich sehr schön.

Hackett finde ich sehr schön.

Dafür schlug ich bei Barbour wieder einmal zu, denn ich mag die klassische Eleganz der Landhausmode. Ein Kleid von Stella McCartney gefiel mir sehr gut.

Sehr viel Humor: Stella McCartney

Sehr viel Humor: Stella McCartney

K2 schaute sich noch die Sportabteilungen von Nike, Puma und Adidas an, die mich weniger interessierten. Dennoch: Ich fand dort große Statuen von Bearbrick – wenn ich nur den Platz hätte.

Rolltreppen bei Harrods
Wer nichts kaufen will, der sollte auf jeden Fall die Rolltreppen fahren. Sie sind zwar nicht so berühmt, wie die Rolltreppen von Macs in New York, aber sie machen optisch unbedingt was her. Ich hab mir den Spaß gemacht von Stockwerk zu Stockwerk zu fahren und mir die Architektur anzusehen. Ich hatte den Eindruck in der Ägypten-Abteilung des britischen Museums zu sein. Mir machte der Abstecher einen gehörigen Spaß. Und ab und zu bin ich auch die alten Stufentreppen hinaufgegangen und habe mir vorgestellt, welchen Eindruck Harrods früher auf die Leute gemacht hat.

Lebensmittel bei Harrods
Wer Harrods besucht, der muss bei den Lebensmittel-Abteilungen des Hauses vorbeischauen: Kaffee, Gewürze, Fleisch, Fisch, Früchte, Käse, Backwaren – und natürlich Tee. Ich konnte mich an den kulinarischen Genüssen nicht sattsehen. Zudem gibt es kleinere Stände an denen das Essen frisch zubereitet wird. Leider war der Stand mit den Austern voll besetzt und ich hätte länger warten müssen, was ich aber aufgrund des Zeitdrucks nicht wollte. Aber Austern-Schlürfen bei Harrods, das wäre es gewesen. Stattdessen haben wir Tee gekauft und ich habe mich in der Gewürzabteilung verloren. Die Gewürze waren unter großen Glaubkuben. Einfach anheben und Nase in den Glaskubus und die Gewürze auf sich wirken lassen – das war für mich als Hobbykoch eine Reise der Sinne durch die Welt der Gewürze.

Besuch bei Harrods lohnt sich allemal
Fazit: Ich brauche keinen Elefanten bei Harrods kaufen, aber das nächste Mal nehme ich mir mehr Zeit und streife noch intensiver durch das Luxuskaufhaus. Auch wenn man nichts kaufen will oder kann, der Besuch lohnt sich allemal.

Beatles in London auf Schritt und Tritt

9. Juni 2018

Die British Invasion wird in London weiterhin hochgehalten. Die Beatles sind in der britischen Hauptstadt London auch heute überall zu finden. Als Fan der Pilzköpfe halte ich John, Paul, George und Ringo halte ich die Beatles schlichtweg für die beste Band der Welt. Und das wissen die Londoner und ziehen daraus Kapital. Vor dem Geschäft des berühmten Musikgeschäfts His Masters Voice ist noch eine Plakette eingeladen, die an die ruhmreiche Vergangenheit der Beatles und HMV erinnert.  

Auf dem Weg zum Sherlock Holmes Museum entdeckte ich den größten Beatles Merch-Laden mit allerlei Plunder und Schätze – den London Beatles Store. Als Schätze waren dort neben der Kasse Vinyl-Singles aus Japan zu finden. 40 britische Pfund für das 007-Lied Live and let die von Paul waren ok, wollte ich aber dann doch nicht ausgeben. Dann gibt es allerlei Originalautogramme im mindestens vierstelligen Bereich, die aus finanziellen Gründen auch ausschieden, aber nett anzusehen sind. 

Beatles Fan vor dem Beatles Laden in London.

Beatles Fan vor dem Beatles Laden in London.

Goldene Schallplatten (Nachpressungen) für rund 150 Euro sind interessant, passen aber nicht ins Handgepäck. Dann gibt es natürlich die üblichen Tassen, T-Shirts, Poster, Gitarrenplektren, Aufkleber, Aufnäher – eine ganze Reihe von Spielzeugautos und U-Booten oder Manschettenköpfen oder John Lennon-Brillen. Was ich nicht verstehe, warum es nie neue CDs, LPs oder DVD/Blu Rays in diesen Läden gibt. Naja, die Gattin erwarb ein zweiseitiges Yellow Submarine-Puzzle. Die Teile sind nicht optimal ausgeschnitten und der Zusammenbau in der Heimat war aufgrund des schlechten Materials nicht reibungslos. Aber die Idee dahinter ist wirklich nett. 

Nette Idee aber schlechte Umsetzung.

Nette Idee aber schlechte Umsetzung.

Beatles Füller von Montblanc

Sehr viel hochwertiger begegneten uns die Beatles beim Luxuskaufhaus Harrods. In der Papeterie-Abteilung von Harrods schaute ich bei Montblanc vorbei, um mir die 2017-Edition der Beatles Stifte anzusehen, die in der Reihe Great Characters veröffentlicht wurde: Füller, Kugelschreiber und Roller Ball. Ich probierte den Füller aus und verliebte mich in das exklusive Schreibgerät im Graphit Grau und Regenbogen, wir sind ja schließlich im Jahr von Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band. Die bunten Streifen sind eine Hommage an die Kostüme der Beatles. Die Feder in Federstärke M besteht aus 585er Gold und ist Ruthenium beschichtet. Der Clip verweist auf den berühmten Schnurrbart der Beatles. Ja, ich hab mich in die Schreibgeräte verliebt und als Wertanlage sind die Stifte auch interessant. Wenn da nicht die hohen Investitionskosten wären, wir sprechen ja über Stifte. 

Eine Augenweide - der Beatles Füller von Montblanc.

Eine Augenweide – der Beatles Füller von Montblanc.

20. Todestag von Lady Diana – journalistische Reflektionen

31. August 2017
Diana verkauft sich noch immer gut.

Diana verkauft sich noch immer gut.

Heute jährt sich zum 20 Mal der Todestag von Lady Diana und ich muss gestehen, ihr Unfalltot hat mich damals betroffen gemacht. Ich erinnere mich noch, wie ich aufgewacht bin und von dem Unfall in Paris gehört habe. Internet gab es damals für mich nicht, also waren Radio und Fernsehen meine Nachrichtenquellen. Das Programm wurde für Sondersendungen unterbrochen.
Als später die Beerdigung im Fernsehen übertragen wurde, nahm ich mir den Tag frei und schaute mir den Gottesdienst und den Trauerzug durch London an. Es war ein großes Ereignis: Nicht nur der Adel kam zum Gottesdienst, sondern auch die Show- und Modewelt. Elton John sang Candle in the Wind und auch die Queen verneigte sich vor dem Sarg. Ihre damals jungen Kinder taten mir sehr leid, hinter dem Sarg der Mutter laufen zu müssen.

Journalistische Sicht auf Diana
Als Journalist reflektierte ich, was geschehen ist. Ich sah sofort in der Todesmeldung die große Story. Diana tot. Only bad news are good news – so lautet ein Lehrspruch in der Branche, der damals und heute funktioniert. Schlechte Nachrichten verkaufen sich einfach gut.
Und Diana war ein Lehrbuchbeispiel für journalistisches Denken. Am besten verkaufen sich Themen aus Klatsch & Tratsch, Geld, Gesundheit und Sex. Alle vier Themenkomplexe waren schlagartig erfüllt und darum hatte die Todesmeldung so eine enorme Wirkung bei uns:
Klatsch & Tratsch liegt auf der Hand: Diana war ein Top-Promi, litt unter den Medien, spielte aber auch mit ihnen. Sie gehörte eine zeitlang dem britischen Königshaus an und war durch öffentlichkeitswirksame Aktionen die „Königin der Herzen“ geworden. Schon allein dieser Titel ist Klataschstoff pur. Man denke nur an ihr caritatives Engagement im Aids-Umfeld.
Geld ist auch klar. Diana war keine arme Frau und den genauen Kontostand kenne ich nicht. Aber durch ihren Lebensstil scheint es so, dass sie sich um Geld keine Sorgen machen musste. Nach der Scheidung soll sie rund 400.000 britische Pfund pro Jahr bekommen. Zudem war ihr neuer Freund Dodi Al-Fayed kein armer Schlucker. Sein Vater ist Mohamed Al-Fayed, dem die Harrods-Shop-Kette gehört. Seine Mutter war Samira Kashoggi, Schwester des berühmten Waffenhändlers.
Gesundheit ist bei einer Todesmeldung natürlich klar, denn es gibt beim Tod keine Gesundheit mehr. Der Tod beendet das Leben, bei Diana auf einer drastischen Weise durch den Unfall mit einem betrunkenen, unter Medikamenten stehenden Fahrer. Sie starb nicht im Bett an Altersschwäche, sondern sie wurde brutal aus dem Leben gerissen. Der Mercedes, der gegen den Betonpfeiler im Autotunnel unter der Place de l’Alma in Paris krachte, sah schlimm aus. Hier kommt dann der Klatsch wieder dazu und verstärkt die Todemeldung noch.
Sex sells – die alte Regel klappt immer. Wer ist eigentlich dieser damaligen Freund Dodi Al-Fayed, der mit Diana zu Tode kam? Die Welt der Schönen und Reichen ist einfach faszinierend. Fotos von Zärtlichkeiten auf Dodis Schiff heizten die Fantasie der Klatschpresse und ihrer Leser an.

Rolle der Medien beim Tod von Diana
Wenn ich zurückdenke, dann müssen wir auch über die Rolle der Medien reden. Waren es die Paparazzi, die Mitschuld am Unfall hatten? Diese besondere Spezies von Kollegen, die einfach drauf halten, sobald sie einen Promi vor die Linse bekommen. Mit zahlreichen Motorrädern wurde der Mercedes von Diana und Dodi verfolgt, um den perfekten Schuss für das perfekte Bild zu bekommen. Regeln gibt es in diesem Geschäft nicht.
Und als es dann nach dem Unfall hieß, es existieren keine Fotos von der sterbenden Diana, konnte ich es nicht glauben. Alle wollen den Verunglückten geholfen haben, das ich nicht lache, Paparazzi sind keine Amateure und ich kann mir bei diesen Geiern nicht vorstellen, dass sie nicht auf den Auslöser gedrückt haben und den Todekampf auf Film bannten. Diana war ja schwer verletzt, andere waren tot.
Und ich sollte recht behalten. Am 21. April 2004 strahlte der US-amerikanische Sender CBS Bilder der sterbenden Diana aus und brach damit ein Tabu. Diana war aber verpixelt.
Erst im Jahre 2011 kam in der Doku Unlawful Killing das Foto unzensiert und in hoher Auflösung zu sehen. Die Doku gibt es in YouTube zu finden. 2006 druckte die italienische Zeitschrift Chi erstmals ein unzensiertes Foto der sterbenden Diana, das Foto war allerdings ziemlich grobkörnig. Es zeigt Diana im Profil, wie sie gerade vom behandelnden Notarzt Sauerstoff bekommt. Die Google Bildersuche bringt die Aufnahmen noch immer.
Nun, die Mediendiskussion war entfacht. Und heute? Das Smartphone hat weitere Schranken fallen lassen. Verschwörungstheoretiker haben Aufwind. Ich stelle fest: Mein Thema Medienkompetenz ist wichtiger denn je.