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Musiktipp: Deep Purple: Graz 1975

21. September 2014
Ich hatte mich echt auf Graz 1975 gefreut - leider zu früh.

Ich hatte mich echt auf Graz 1975 gefreut – leider zu früh.

Der Hardrock der siebziger Jahre geht mir immer noch gut ins Ohr und die Helden dieser Zeit waren für mich Deep Purple. Und so kaufe ich so dann und wann Aufnahmen der Herren, besuche ihre Konzerte oder glotze Fotobücher der alten Zeiten an. Manches Mal beschleicht mich aber das leise Gefühl, dass die Band in erster Linie monetäre Interessen hat, weil ein Wust an Veröffentlichungen auf den Markt kommt. Nach dem Geldverdienen kommt lange nichts mehr. Der Hardcore-Fan hat da den Überblick, ich leider nicht.
Bisher wurde ich von den Veröffentlichungen von earMUSIC nicht enttäuscht. Das Label veröffentlicht eine exklusive, 10-teilige Reissue-Reihe mit Konzerten, genannt „The Official Deep Purple (Overseas) Live Series“. Die bislang veröffentlichten Konzertalben aus Paris, Kopenhagen und Stockholm waren absolute Klasse und nun kam Graz 1975 an die Reihe. Die Band war damals kurz vor dem Zerbrechen, Ritchie Blackmore war bereits auf den Sprung. Aber Deep Purple Mark III lieferte eine fette Show ab. Ich kannte einige Aufnahmen bisher nur aus dem Album Made in Europe. Und als ich bei dem Graz 1975-Album den Aufkleber las, dass es sich um das komplette Konzert handeln würde, griff ich bedenkenlos zu. Da kann ich ja nichts falsch machen. Denkste. Die Musik ist zwar hervorragend, doch es ist nicht das komplette Konzert. Lüge und ich prangere dies an.

Scharmlos belogen werden hier die Fans.

Scharmlos belogen werden hier die Fans.

Am 3. April 1975 trat die Band bestehend aus Coverdale, Blackmore, Hugos, Paice und Lord vor 4000 Fans in der Grazer Eissporthalle in Ösi-Land auf und lieferte eine eindrucksvolle musikalische Show ab. Wenn man die Musik hört, gibt es kein Anzeichen für das Auseinanderbrechen der Band in wenigen Tagen. Herr Blackmore zeigt, wo der Bartl den Most holt. Nach zwei weiteren Konzerten warf Blackmore aber hin und rief Rainbow offiziell ins Leben. Sein letztes Konzert dieser Tage als Deep Purple-Mitglied war Paris, das wunderbar komplett in der Serie erschienen ist.
Die Songs auf der Graz-CD sind nicht komplett und ich bin enttäuscht. Es fehlt das im Intro angekündete Drum-Solo von Ian Paice bei You fool no one. Auch das Gitarrensolos/Blues fehlt darin. Ist hier der Titel hier Programm? Mein Kollege Jörg Laumann wies mich zudem darauf hin, dass die kompletten Zugaben fehlen. Kein „Goin‘ Down“ und „Highway Star“ – was soll denn der Aufkleber eines kompletten Konzerts? Es ist schlichtweg Betrug am Fan. Ich hätte mir auch ein Doppelalbum gekauft. Was soll so eine Veröffentlichungspolitik? Diese Art von Alben kaufen sowieso nur Fans und nicht zufällige Käufer?

Sonnenbad in Aladins Zelt – Wellness pur

26. August 2014
Panorama von dem Sonnenzelt.

Panorama von dem Sonnenzelt.

Wellnesshotels gibt es viele und Einrichtungen wie Sauna, Whirlpool, Schwimmbad gehören eigentlich zum Standard wie auch das Solarium. In meinem Urlaubshotel Prinz Luitpold Bad in Bad Hindelang habe ich ein besonderes Solarium entdeckt, das mich wirklich fasziniert hat. Es nennt sich Aladins Sonnenzelt.
Was verbirgt sich nun hinter Aladins Sonnenzelt? In der Wellnessoase des Hotels gibt es am Ende einen Eingang zu einer künstlichen Grotte. Ganz in weißen Stein gehalten geht man durch ein Felsöffnung und kommt in einen blauen Ruheraum. Geht man weiter, betritt man Aladins Sonnenzelt.

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Es ist ein Solarium, das in einem historischen orientalischen Zelt untergebracht ist. Und es ist nicht irgendein Kitsch. Nein, das Zelt stammt wirklich aus dem Orient und ist über 150 Jahre alt.


Nun, wie kommt ein orientalisches Zelt ins Allgäu ins Prinz Luitpold Bad in Bad Hindelang? Das ist eine längere Geschichte. Wer das Hotel betritt, ist fasziniert von seinem Wandverkleidungen. Das Holz stammt aus dem schottische Lanrick Castle und wurde in Bad Hindelang im Schlosszimmer, der Halle, dem Restaurant und der Ritterstube aufwendig eingebaut. Dadurch erhält das Hotel Prinz Luitpold Bad ein ganz besonderes Flair Britanniens. Als Fan von Downton Abbey und habe die Halle sofort lieben gelernt. Wobei ich die Halle sofort in Salon umtaufte. Jeden Abend saß meine Familie in „unserem“ Salon. Bei einem Buch oder Kindle genoss ich den schottischen Hochprozentigen und hing meinen Gedanken nach. Viele Blogideen kommen von diesem Ort. Eine optimale Entspannung nach einem Wandertag mit viel, sehr viel Atmosphäre.

Halle2
Bei dem Kauf der Wandverkleidungen Lanrick Castle war auch ein prächtiges Nomadenzelt aus dem 19. Jahrhundert dabei. Der schottische Lord hatte es wohl auf seinen Reisen in den Orient erstanden und mit nach Schottland genommen. Dort war es wohl unter anderem für die Gartenparty der feinen Gesellschaft eine Attraktion. Ich kann mir gut vorstellen, wie die Dienerschaft bemüht war, das Zelt aufzustellen, damit Lord und Lady ihren Tee darin genießen konnten.

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Auf jeden Fall kam so das Zelt ins Allgäu. Dort wurde diskutiert, was mit dem Zelt zu tun ist. Für eine Gartenparty im Hotel wäre es zu schade und auch zu wertvoll. Vielleicht sollte man dort feinen Tee ausschenken, aber im Winter 1992 kamen die Hoteliers Gross zu einer besseren Idee. In das Zelt wurde ein Solarium eingebaut und das ganze Ensemble erhielt den Namen Aladins Sonnenzelt.
Im Zelt können zwei Sonnenbadende nahtlos braun werden. Ich geriet bei meinem Solariumsaufenthalt ins Träumen und malte mir aus, welche Geschichten das Zelt zu erzählen hat. Leider habe ich keine Ahnung über orientalische Symbole und weiß nicht, ob oder welche Bedeutung die Muster im Zelt haben. Mir hat das Zelt aber außerordentlich gefallen.

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