Posts Tagged ‘Österreich’

Besuch des Schmetterlingshauses Wien

31. Januar 2020

Es war kalt und es schneite in Wien, die Kinder hatten kein Interesse noch ein Museum anzusehen und hatten auch von Kaffeehäusern genug. Ein Grund für die ganze Familie ins Schmetterlingshaus zu gehen.
Mitten in Wien, in einem der herrlichen Jugendstilgebäude, eröffnet sich eine Oase der Ruhe und Entspannung: Das Schmetterlingshaus in dem sich schon Kaiser Franz Joseph erholt hat. Es ist eine Wohltat, die zarten und farbenprächtigen Tiere zu beobachten. Einfach auf einen Stuhl niederlassen, ein Schmetterling kommt sicher angeflogen. Hier ein Streifzug durch das Gebäude:

Das Schmetterlinghaus ist ein Schmetterlingszoo im 1. Wiener Gemeindebezirk Innere Stadt. Es befindet sich im nordwestlichen Flügel des Palmenhauses am Rand des Burggartens. Das Palmenhaus in seiner heutigen Form wurde 1901 nach Entwürfen des Architekten Friedrich Ohmann errichtet. Heute hat es die Größe von 280 Quadratmeter.  Hier ein 360 Grad Video

Neben den für mich sehr eindrucksvollen Tieren gibt es auch exotische Pflanzen in dem lichtdurchfluteten Gebäude zu sehen. Der Weg durch das Jugendstilhaus führt über Brücken neben künstlichen Wasserfällen und kleinen Teichen. Natürlich ist die Luftfeuchtigkeit von 80 Prozent für die rund 400 Tiere aus 130 Arten hoch. In speziellen Kästen lässt sich zudem das Schlüpfen beobachten.

Themenrestaurant Falco in Wien – Augenweide für Falco-Fans

30. Januar 2020
Themenrestaurant Falco in Wien.

Themenrestaurant Falco in Wien.

Mit Falco habe ich lange gebraucht um warm zu werden und hab auch darüber meine Entschuldigung gebloggt. Erst spät hat mir seine Musik, seine Art, seine Kunst gefallen. Bei einem Besuch in Wien trafen sich Freude der Filmmusik zu einem Abend im Restaurant Falco – und ich war neugierig.
Nun, die erschienen Mitglieder der deutschen Fan-Gruppenseite von John Williams waren spitze und ich unterhielt mich hervorragend. Fachsimpeln und Quatschen. Das gemeinsame Abendessen fand in der Bar/Restaurant Falco statt. Es ist schön gelegen am v im Zentrum von Wien, ein paar Minuten entfernt vom Musikverein. Die Lokalität wirbt mit dem österreichischen Musiker Falco und hat allerhand fürs Auge zu bieten.

Zahlreiche Kopien der Goldenen Schallplattem hingen an den Wänden. Es war wie eine Zeitreise in meine Jugend: Rock me Amadeus, Jeanny, junge Römer, der Kommissar und wie die Hits von Falco damals alle hießen. Daneben gab es einige Musikinstrumente des Künstlers Hans Hölzl. Ob Material aus seiner Vor-Falco-Phase zu finden sind, kann ich nicht sagen. Er spielte ja auch einst bei der Band Drahdiwaberl. Sehr nett anzusehen waren die ausgestellten Kostüme von Falco.

Im Februar 2019 wurde in Wien, am Schwarzenbergplatz, ein Themenlokal zu Ehren von Falco errichtet. Das Lokal ist mit goldenen Schallplatten, privaten Fotos und der roten, mit goldenen Biesen besetzten Uniform-Jacke dekoriert. In etwa 20 % der gespielten Musik sind Lieder von Falco. Für mich eine interessante Variante eines Hardrock Cafés und wer in Wien ist und Falco mag, sollte mal hineinschauen. Die Küche ist okay. Ich habe ein Wiener Schnitzel gegessen – vom Schwein, ich denke, das sagt alles.

Wien: Der Stephansdom braucht ne neue Orgel und hat nen Hahn

28. Januar 2020
Der Stephansdom im Schnee.

Der Stephansdom im Schnee.

Wer Wien besucht, der absolviert auch einen Besuch im Stephansdom. Das haben wir bei unserem Wien-Tripp freilich auch gemacht. Uns ging es um den Hahn auf dem Dach des Doms. Meine Gattin sammelt Hähne (ja ich weiß) und betreibt den Blog Hahnologie. Und weil der Hahn auf dem Stephansdom eine nette Geschichte hat, brauchten wir ein Bild vom Hahn. Die Geschichte gibt es beim Blog der Gattin nachzulesen.

Der Hahn auf dem Stephansdom .

Der Hahn auf dem Stephansdom .

Das Wetter war neblig, es schneite und wir hatten nur das Smartphone als Fotoapparat dabei – also war die ganze Fotografiererei eher unterirdisch. Nächstes Mal wird die Drohne eingepackt und der Hahn näher fotografiert.

Und weil wir gerade da waren, schauten wir in den Dom auch hinein. Im Moment läuft ein großer Spendenaufruf „Rettet die Riesenorgel“. Die Orgel heißt Riesenorgel, aber nicht weil das Instrument so groß ist, sondern wegen des darunterlegenden Riesentors, dem Hauptportal von St. Stephan.
Warum muss die Orgel gerettet werden? Nun, seit 1991 ist die Orgel stumm. Der Kulturschatz soll wieder zum Leben erweckt werden.
Beim Dombrand vom April 1945 wurde die alte Riesenorgel aus dem Jahr 1886 zerstört. Sie stammte übrigens aus der gleichen Werkstatt wie die Orgel des Doms zu Riga über die ich unlängst gebloggt habe. Die Nachfolgeorgel von Johann Kaufmann wurde 1960 geweiht, doch es gab akustische Probleme und 1991 ging dann gar nichts mehr. Die Orgel blieb stumm.

Und nun soll Ostern 2020 die Orgel wieder spielen. Sie bekommt ein neues Klangkonzept und eine optimierte technische Anlage der Orgelbaufirma Reger. Durch den Zusammenschluss der Domorgel (55 Register) und der Riesenorgel (125 Register) wird es erstmals in der Geschichte des Doms möglich sein, den Raum von einem Zentraltisch klanglich auszufüllen. Die Premiere soll am 12. April 2020 sein.
Bis dahin wird Geld gesammelt. Ich hab ein paar Euro in die Büchse geworfen. Wer übrigens mehr als 500 Euro spendet, der kann eine Originalorgelpfeife erhalten, die beim Umbau ausgebaut und ersetzt wurde. Die Pfeifen sind aus Metall und zwischen 20 Zentimeter und 2 Meter groß.

StadtLesen: Ein Marktplatz voller Inhalte

28. September 2014
Auf meiner Fahrt nach Salzburg hatte ich natürlich was zum Lesen dabei.

Auf meiner Fahrt nach Salzburg hatte ich natürlich was zum Lesen dabei.

Wenn ich auf Reisen bin, habe ich eigentlich immer etwas zu lesen dabei. Es gibt keinen Ort, an dem ich nicht lesen kann. Früher schleppte ich im Urlaub einen schweren Koffer voller Bücher mit, heute habe ich nur noch meinen Kindle und das iPad dabei, um zu lesen. Denn ich liebe Inhalte – ich drücke mich vor dem Wort Bücher, denn viele verbinden mit Buch ein gedrucktes Medium. Für mich zählt aber mehr, was zwischen den Buchdeckeln ist, also der Inhalt.

Schöne Idee - StadtLesen in Salzburg am Mozartplatz.

Schöne Idee – StadtLesen in Salzburg am Mozartplatz.

Und es hat mich als Inhaltsfreund bei einem Besuch in Salzburg die Aktion StadtLesen gefreut. Der österreichische Bundespräsident Heinz Fischer gab ein Grußwort ab: „Was wären wir ohne Bücher, ohne das Lesen, ohne die Auseinandersetzung mit neuen Ideen und faszinierenden Gedanken? Und was wären wir ohne die Stadt, die immer auch ein Marktplatz der Ideen und ein Ort war, wo der Wettstreit der Ideen ausgetragen wurde?“ StadtLesen fand in Salzburg auf dem Mozartplatz von 21. bis 24. August 2014 statt und mir hat die Idee wirklich gefallen.

Niederlassen und genießen und in Welten eintauchen.

Niederlassen und genießen und in Welten eintauchen.

Ich fand es prima, eine Oase des Lesens gefunden zu haben, in der ich mich ein wenig niederlassen konnte. Das Wetter passte, aber gab es keinen Kaffee. Es wurde das Kulturgut Buch präsentiert, leider nur wieder das gedruckte Buch. Und da war sie wieder die elende Diskussion. Es gab tolle Inhalte zu entdecken, es gab Lesungen, die Spaß gemacht haben. Aber es wurde wieder einmal polarisiert: Gedruckte Bücher und dann der Rest.

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Es waren Regale mit interessantem Lesestoff aufgebaut. Ich konnte tolle Sachen entdecken. Das Lesewohnzimmer in Salzburg wurde als Einladung verstanden, sich niederzulassen, ein Buch in die Hand zu nehmen und zu genießen. Lesegenuss wurde möglich und erlebbar gemacht, Lesezeit geschenkt. StadtLesen versteht sich als Veranstaltungsreihe, die dem Thema Lesen breite Öffentlichkeit bringen will. Und das ist prima.

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Leider wurde bei der ganze Sache in Salzburg das digitale Zeitalter vergessen. Es gab keinen WLAN-Hotspot oder auch die Möglichkeiten elektronischer Bücher wurde nicht aufgezeigt. Das tat weh, weil es so kurzsichtig ist. Es wurden wieder einmal in die alte Kerbe gehauen: Das richtige (gedruckte) Buch und das andere Zeug – langsam kotzt mich dieses Schwarzweiß-Denken an (Verzeihung). Und da das ganze Projekt Stadtlesen zudem vom Europäischen Parlament gefördert wurde, sind des auch meine Steuergelder und ich erwarte mehr Weitsichtigkeit.

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Mit den Zielen von StadtLesen kann ich mich identifizieren. StadtLesen entstand ursprünglich aus einer anderen Idee der Innovationswerkstatt. Mit dem Leitsatz „Lesend reisen, reisend lesen“ gründet Sebastian Mettler 2007 eine innovative Hotelkooperation für Unterkünfte mit einem hohen Qualitätsstandard und mit speziellem Literaturangebot sowie einer besonderen (Lese-) Atmosphäre, die Bibliotels. Danach suchte er zusätzliche Möglichkeiten den Lesegenuss in die Welt zu tragen, dabei war ihm vor allem der freie Zugang zu Büchern ein großes Anliegen. Zwei Jahre später startete die erste StadtLesenTour in Österreich und das Ganze ist ein voller Erfolg.

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Zu schnell und falsch: Zeitung veröffentlichte Artikel über gelungene „Wetten dass …“-Show

6. Dezember 2010

Was soll das ganze Gerede von Qualitätsjournalismus, wenn folgender Fall immer wieder vorkommt? Der Fall „Wetten das …“ hat gezeigt, unter welchen Bedingungen Tageszeitungsjournalismus heute produziert wird. Die österreichische Tageszeitung Österreich veröffentlichte eine TV-Kritik in einer Auflage von einer halben Millionen Exemplaren mit einer Geschichte über den TV-Auftritt von Take That bei „Wetten dass …“. Nur dumm, dass der Auftritt niemals stattfand. Die Show wurde nach einem Unfall abgebrochen. Der Artikel „So rockte Robbie Gottschalk“ erschien dennoch auf zwei Seiten, darunter die Seite 1. Bilder von dem Artikel gibt es hier bei Politikblogger.

Der Artikel war also vorproduziert und der Drucktermin war wohl lange vor Sendetermin und so kam eine absolut falsche Berichterstattung ins Blatt, eine Mischung aus Daily Mirror, Kronen Zeitung und Bild. Peinlich und zugleich ein Spiegelbild des aktuellen Printjournalismus, der gegen Online verliert, aber noch auf die Rezepte von gestern setzt. Die Zeitung Österreich ist oft schon übers Ziel hinausgeschossen. Mit der jüngsten Veröffentlichung zeigt man den Leser, wie gearbeitet wird.

Urlaub in Südtirol (3/10): Andere Zeiten, andere Urlaubsgewohnheiten

26. August 2009

Gemeinschaft in Südtirol

Bei einem, zwei Gläschen Kalterersee, dem lokalen süffigen Rotwein, erzählte uns unsere Wirtin, wie sich der Tourismus in Burgeis in Südtirol verändert hat. Es waren vor zwanzig Jahren zumeist deutschsprachige Gäste in den Pension, aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Heute ist Südtirol als jüngster Teil Italiens von den Italienern entdeckt worden, die natürlich auch die wunderbare Gegend genießen. Für die Bevölkerung ist dies grundsätzlich kein Problem. Die Südtiroler sprechen deutsch und italienisch fließend. Unter sich unterhalten sich die Südtiroler aber nach wie vor in deutsch – obwohl ich Schwierigkeiten hatte den Gesprächen im doch sehr eigenen Dialekt exakt zu folgen. Deutsch ist doch eine schwere Sprache.

Früher konnte man sich auf die Treue seiner Gäste verlassen. Viele kamen seit Jahren in die gleiche Pension zum Entspannen. Nur keine Experimente. Es ist wie bei der Sparkasse. Legte man dort einmal sein Geld an, blieb man sein Leben lang dabei und das über Generationen hinweg. Ein Wechsel war so gut wie unmöglich. Genauso verhielt es sich mit dem Urlaub. Man fuhr an den gleichen Urlaubsort, am besten in die gleiche Pension oder den gleichen Campingplatz. Am besten war es noch, wenn man das gleiche Zimmer wie im Vorjahr beziehen konnte. Alles hatte seine Ordnung. Alles hatte seinen Platz. Bei der Abreise buchte der treue Urlauber gleich für das nächste Jahr vor: Gleicher Zeitraum, gleiches Zimmer, gleiches Wetter bitteschön.

Verändert hat sich auch die Gemeinschaft unter den Gästen. In unserer Pension ist der Frühstücksraum nur zum Frühstück belegt. Abends findet sich dort kein Gast mehr ein. Der Raum mit seinen Tischen und Bänken war früher ein Gemeinschaftsraum. Nach dem Wandern trafen sich die Gäste auf eine Flasche Wein. Sie erzählten sich Geschichten von ihren Erlebnissen und tauschten Erinnerungen aus. Wenn die Stimmung richtig gut war, dann beschwor die Gemeinschaft die Südtiroler Gastlichkeit. Es wurde zusammen gesungen und musiziert. Heute kann kaum einer der jüngeren Gäste wohl ein Volkslied. Ich hätte vielleicht die Beatles zu bieten, deren Lieder für mich eine Art Volksmusik der Moderne geworden sind. Bei „Hoch auf dem gelben Wagen“ oder „Des Wandern ist des Müllers Lust“ komme ich mangels Textkenntnisse nicht über die erste Strophe hinaus.

Die Verlässlichkeit der Gäste hat sich verändert. Die wenigsten buchen ein Jahr im voraus und bleiben auch nicht mehr drei Wochen am Stück. Spontanurlaube sind heute angesagt. Mir fällt am Mittwoch ein, dass ich das Wochenende in Südtirol verbringen möchte und buche am Donnerstag dann eine Pension und reise am Freitag an. Ich verbringe in der Regel auch keine drei Wochen mehr im Urlaub. Rein, was erleben und wieder nach Hause. Ein Kollege nannte diese Art von Wochenendurlaub mit Bergsteigen, Wandern oder Radeln neulich „aktive Entspannung“. Netter Ausdruck für Freizeitstress.