Posts Tagged ‘Kindle’

eBook-Reader: Amazon wird auf den Oasis sitzen bleiben

17. April 2016
Technisch innovativ, aber zu teuer: Amazon Oasis

Technisch innovativ, aber zu teuer: Amazon Oasis

Amazon hat den Kindle Oasis veröffentlicht, das Highend-Modell der eBook-Reader. Oasis löst den Voyage an der Modellspitze der Amazon Kindles ab. Die technischen Daten überzeugen, der Preis tut es dagegen leider nicht.
Amazon hat sich damals mit seinem Telefon verzockt und ich glaube, Amazon wird sich mit dem Oasis auch verzocken – zumindest wenn der Preis von 290 Euro so bleibt. Es liegt nicht an den Funktionen des neuen Kindles, es liegt schlichtweg am Preis. Amazon ist nicht Apple. Beim Hersteller aus Cupertino sind es die Fanboys gewohnt, tiefer in die Tasche zu greifen und bekommten dafür innovative Technik und innovatives Design. Das ist bei Amazon nicht der Fall.
Damit kein Missverständnis aufkommt. Ich liebe meine Kindles. Ich habe verschiedene Modelle gekauft und lese derzeit meine Bücher am Paperwhite. Mit dem bin ich sehr zufrieden. Als der Oasis angekündigt wurde, schaute ich genau hin. Design und Technik scheinen sehr gut zu sein, auch die Batterielaufzeit ist durch die innovative Hülle samt Akku sehr zukunftsweisend. Erste Tests zeigen, dass der eBook-Reader sehr gut in der Hand liegt und ein Fliegengewicht mit seinen 131 Gramm ist. Mein Paperwhite WLAN bringt 205 Gramm auf die Waage.

Der Amazon Kindle Oasis liegt super in der Hand.

Der Amazon Kindle Oasis liegt super in der Hand.

Bisher kostete das Highend-Modell von Amazon der Voyage 190 Euro in der WLAN-Version. Der Oasis kostet nochmals 100 Euro mehr, also 290 Euro. Das ist mir als Technikfreund eindeutig zuviel.
Für den Preis des Oasis gibt es ein Tablet, dessen Funktionsumfang weit über das Darstellen von elektronischen Büchern hinaus geht. Der Oasis ist bei all den technischen Innovationen ein klassischer Reader, der erst einmal leer ist, wenn er mir von Amazon geliefert wird. Es gibt zwar viele, viele kostenlose Bücher, aber die aktuellen Bestseller kosten durch Buchpreisbindung fette Kohle. Ich zahle also doppelt für eBook-Reader und für die eBooks. Das sehe ich im Moment nicht ein. Bei dem Preis von 290 Euro werden sich eBooks in Deutschland nicht durchsetzen. Es geht schließlich um die Inhalte.
Bisher hat Amazon seine eBook-Reader subventioniert, um den Markt zu beherrschen. Der Einsteiger Kindle kostet weiterhin 70 Euro und reicht als Massenprodukt aus. Paperwhite als Mittelklassemodell kann ich empfehlen, den Kindle Voyage hab ich mir gespart, der größere Nutzen war mir nicht ersichtlich. Den Oasis werde ich mir zu diesem Preis von 290 Euro auch sparen – und ich hoffe auf eine Preisreduzierung. Am 27. April wird Oasis ausgeliefert und ich sage zu diesem Preis einen Rohrkrepierer voraus. Geht der Preis drastisch runter, bin ich wieder dabei.

Entwicklungen am eBook-Markt

31. Juli 2015

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Es tut sich viel in Sachen eBooks. Nachdem Weltbild seine Filialen jetzt endgültig schließt und damit die Vertriebsmöglichkeiten von Tolinos eingeschränkt ist, drängt Amazon in die Lücke. Mit einer massiven Werbeaktion an Bahnhöfen und in ICEs versucht der Online-Versender seinen Kindle zu pushen. Die Werbung ist im zurückhaltenden Schwarzweiß gehalten und zeigt Menschen beim Lesen, freilich mit Kindle. Dazu gibt es gute Sprüche wie „Wenn ein Buch ein guter Reisegefährte ist, dann begib dich auf die schönste Gruppenreise der Welt.“ Hier spricht Amazon übrigens das Social Reading ein, denn Kindle ist ja ein Online-Device. Social Reading bedeutet: Ich markiere eine Textstelle in einem Fachbuch und gebe diese Markierung für andere frei. Das macht die Crowd ebenso. So kann ich Fachbücher deutlich schneller lesen.


Ein anderer Spruch ist: „Les nach, wie andere die Welt sehen und dann sieh nach, ob sie recht haben.“ oder „Mit guten Büchern reist man niemals allein.“ Wie es der Zufall will, wurden neue, verbesserte Kindles von Amazon präsentiert und wer bis 2. August sein Device bestellt, der bekommt sein Gerät für rund 20 Euro billiger. Also zuschlagen, wer überlegt einen Kindle, Kindle Paperwhite oder den Highend Kindle Voyage für den Urlaub zu kaufen.


Wer seine Kindle-Bücher auf deinem Smartphone oder Tablet lesen will, für den hat Amazon seit dem jüngsten Softwareupdate mit Version 4.9 die Schrift geändert. Bei der neuen Version wurde die Textdarstellung optimiert. Gleichmäßigere Wortabstände und verbesserte Zeichensetzung helfen beim Lesen. Größte Neuerung: Mit „Bookerly“ führt Amazon eine exklusiv für den Kindle entwickelte Schrift ein. Ich hab es ausprobiert und die Schrift ist wirklich besser lesbar.

ePublishingmarkt in Deutschland, Grafik: Statista

ePublishingmarkt in Deutschland, Grafik: Statista

Nach Angaben von Statista wird die Zahl der deutschen eBook-Käufer in 2015 auf sieben Millionen steigen. Das Portal schätzt, dass es bis 2020 knapp über neun Millionen sein werden. Dafür will ich nicht die Hand ins Feuer legen. Insgesamt soll die digitale Leserschaft in den nächsten fünf Jahren auf 12,9 Millionen zahlende Kunden steigen. Davon entfällt das Gros auf eBooks. Digitale Ausgaben von Verbraucher- und Wirtschaftszeitschriften (eMagazin) sowie täglich und wöchentlich erscheinende Digitalausgaben von Zeitungen (ePaper) werden der Statista-Prognose zufolge auch 2020 noch ein Nischendasein fristen. Vor allem für die digitalen Tageszeitungen sehe ich schwarz. Wir hatten als Familie neulich die Digitalausgabe der örtlichen Tageszeitung probiert, die wir am iPad lesen wollten. Meine Kinder waren neugierig und legten dann enttäuscht das iPad zur Seite. „Da wird ja nichts aktualisiert, Papa. Das sind ja die Nachrichten von gestern und warum gibt es keine Filme wie bei Harry Potters Tagesprophet?“ (The Daily Prophet). Gute Frage.

StadtLesen: Ein Marktplatz voller Inhalte

28. September 2014
Auf meiner Fahrt nach Salzburg hatte ich natürlich was zum Lesen dabei.

Auf meiner Fahrt nach Salzburg hatte ich natürlich was zum Lesen dabei.

Wenn ich auf Reisen bin, habe ich eigentlich immer etwas zu lesen dabei. Es gibt keinen Ort, an dem ich nicht lesen kann. Früher schleppte ich im Urlaub einen schweren Koffer voller Bücher mit, heute habe ich nur noch meinen Kindle und das iPad dabei, um zu lesen. Denn ich liebe Inhalte – ich drücke mich vor dem Wort Bücher, denn viele verbinden mit Buch ein gedrucktes Medium. Für mich zählt aber mehr, was zwischen den Buchdeckeln ist, also der Inhalt.

Schöne Idee - StadtLesen in Salzburg am Mozartplatz.

Schöne Idee – StadtLesen in Salzburg am Mozartplatz.

Und es hat mich als Inhaltsfreund bei einem Besuch in Salzburg die Aktion StadtLesen gefreut. Der österreichische Bundespräsident Heinz Fischer gab ein Grußwort ab: „Was wären wir ohne Bücher, ohne das Lesen, ohne die Auseinandersetzung mit neuen Ideen und faszinierenden Gedanken? Und was wären wir ohne die Stadt, die immer auch ein Marktplatz der Ideen und ein Ort war, wo der Wettstreit der Ideen ausgetragen wurde?“ StadtLesen fand in Salzburg auf dem Mozartplatz von 21. bis 24. August 2014 statt und mir hat die Idee wirklich gefallen.

Niederlassen und genießen und in Welten eintauchen.

Niederlassen und genießen und in Welten eintauchen.

Ich fand es prima, eine Oase des Lesens gefunden zu haben, in der ich mich ein wenig niederlassen konnte. Das Wetter passte, aber gab es keinen Kaffee. Es wurde das Kulturgut Buch präsentiert, leider nur wieder das gedruckte Buch. Und da war sie wieder die elende Diskussion. Es gab tolle Inhalte zu entdecken, es gab Lesungen, die Spaß gemacht haben. Aber es wurde wieder einmal polarisiert: Gedruckte Bücher und dann der Rest.

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Es waren Regale mit interessantem Lesestoff aufgebaut. Ich konnte tolle Sachen entdecken. Das Lesewohnzimmer in Salzburg wurde als Einladung verstanden, sich niederzulassen, ein Buch in die Hand zu nehmen und zu genießen. Lesegenuss wurde möglich und erlebbar gemacht, Lesezeit geschenkt. StadtLesen versteht sich als Veranstaltungsreihe, die dem Thema Lesen breite Öffentlichkeit bringen will. Und das ist prima.

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Leider wurde bei der ganze Sache in Salzburg das digitale Zeitalter vergessen. Es gab keinen WLAN-Hotspot oder auch die Möglichkeiten elektronischer Bücher wurde nicht aufgezeigt. Das tat weh, weil es so kurzsichtig ist. Es wurden wieder einmal in die alte Kerbe gehauen: Das richtige (gedruckte) Buch und das andere Zeug – langsam kotzt mich dieses Schwarzweiß-Denken an (Verzeihung). Und da das ganze Projekt Stadtlesen zudem vom Europäischen Parlament gefördert wurde, sind des auch meine Steuergelder und ich erwarte mehr Weitsichtigkeit.

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Mit den Zielen von StadtLesen kann ich mich identifizieren. StadtLesen entstand ursprünglich aus einer anderen Idee der Innovationswerkstatt. Mit dem Leitsatz „Lesend reisen, reisend lesen“ gründet Sebastian Mettler 2007 eine innovative Hotelkooperation für Unterkünfte mit einem hohen Qualitätsstandard und mit speziellem Literaturangebot sowie einer besonderen (Lese-) Atmosphäre, die Bibliotels. Danach suchte er zusätzliche Möglichkeiten den Lesegenuss in die Welt zu tragen, dabei war ihm vor allem der freie Zugang zu Büchern ein großes Anliegen. Zwei Jahre später startete die erste StadtLesenTour in Österreich und das Ganze ist ein voller Erfolg.

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eBooks: Noch besteht die Angst vor elektronischen Büchern

9. November 2013

Kaum ein Tag vergeht, dass nicht eine Meldung zum Thema eBooks in meinem Posteingang landet. Alle besagen: eBooks werden immer beliebter. In vielen meiner Seminaren stelle ich aber noch ein Angst vor elektronischen Büchern fest.

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Jetzt hat die Plattform Deals.com, ein Portal für kostenlose Gutscheine und Rabatte, das eBook-Leseverhalten der Deutschen unter die Lupe genommen. Während noch vor einem Jahr nur jeder dritte Deutsche schon mal ein eBook gelesen hat, liegt die Zahl der Nutzer mittlerweile bei 41 Prozent. Auch wenn elektronische Bücher weithin bekannt sind, werden sie dennoch wenig gelesen: Nur ein Drittel (32 Prozent) der eBook-Nutzer liest eBooks mehrmals die Woche oder sogar täglich – 42 Prozent nur einmal im Monat oder seltener. Jeder Zehnte behauptet allerdings, mehr zu lesen, seitdem er eBooks nutzt.

Die beliebtesten eBook Medien: Notebook weiter vorn, aber eReader holen auf

Was die Wahl des Mediums angeht, so geht der Trend ganz klar zu spezialisierten eReadern. Vor allem die Beliebtheit von Notebooks und PCs als Medium für den Lesestoff sank im Vergleich zum Vorjahr: Nur noch 26 Prozent lesen eBooks auf diesen Geräten (49 Prozent 2012). Ich muss zugeben, ich würde nie ein Buch am Rechner lesen, glaube aber die Zahlen. Der Amazon Kindle wird von jedem vierten eBook-Leser genutzt (Anstieg gegenüber 2012 von 16 auf 25 Prozent 2013). Auch iPads (12 Prozent) und andere Tablets (17 Prozent) erfreuen sich großer Beliebtheit. Leider wurde das soziale Lesen nicht untersucht. In meinen Seminaren zeige ich immer die Möglichkeit des sozialen Lesens. Das bedeutet, in einem Fachbuch unterstreichen die Leser wichtige Passagen am Kindle. Ich kann mir als Leser des Buches diese Markierungen aus der Cloud einblenden lassen und lese das Fachbuch deutlich schneller als bisher. Es stellt sich nämlich heraus: Die Leute sind nicht dümmer und unterstreichen in der Regel genau das, was ich auch unterstrichen hätte.

Auf welchen Geräten lesen Sie E-Books? (Mehrfachantworten möglich)

  • Notebook / Netbook / PC 26%
  • Kindle 25%
  • Smartphone 25%
  • Anderer Tablet-PC (z. B. Samsung Galaxy Tab), aber kein iPad 17%
  • iPad 12%
  • E- Reader anderer Hersteller 11%
  • Sony Reader 5%
  • Tolino 5%
  • Kobo 2%
  • Sonstiges Gerät 7%

Rund 60 Prozent der Deutschen fordern deutlich günstigere Preise bei eBooks

Die noch relativ geringe Nutzung von eBooks ist vor allem auf die zu hohen Geräte- und eBook-Preise zurückzuführen. Jeder Vierte behauptet, dass ihm eBooks und eReader zu teuer sind (je 23 Prozent). Das ist für mich sehr interessant, denn Kindle und auch Tolino werden deutlich subventioniert. Ich denke, das Argument des hohen Preises für Reader nicht zieht, Deutlich wird aber eine andere Zahl, Ganze 59 Prozent sagen ganz klar: eBooks sollten im Vergleich zum gedruckten Buch deutlich günstiger sein. Mehr als jeder Dritte behauptet, er würde sich eher für ein eBook entscheiden, wenn es nur halb so viel kosten würde wie ein gedrucktes Buch (38 Prozent). Jeder Siebte liest derzeit sogar ausschließlich kostenlose eBooks (14 Prozent). Das System scheitert aber an der deutschen Buchpreisbindung. Die Abschaffung wurde im europäischen Parlament diskutiert, aber erst mal auf Eis gelegt. Vielleicht haben die Lobbyverbände der deutschen Verlage hier gute Arbeit geleistet. Egal ob eBook oder gedrucktes Buch: Das Buch kostet überall gleich viel.

Jeder Zehnte wünscht sich einen eReader zu Weihnachten

Das Christkind wird wohl dieses Jahr eine Menge der elektronischen Bücher verteilen: Jeder Sechste hält eReader für ein besseres und zeitgemäßes Weihnachtsgeschenk als ein Buch. Jeder Zehnte hat zudem selbst einen eReader auf seinem Wunschzettel. Sechs Prozent planen einen solchen zu Weihnachten zu verschenken. Bei mir in der Familie ist das auch so: K1/2 bekommen einen Kindle und auch mein Vater wird einen bekommen.

Frauen als Bastion gedruckter Bücher

Völlig unverständlich ist für mich folgende Aussage der Umfrage; Während jeder fünfte Deutsche schon heute behauptet, dass eBooks gedruckte Bücher auf lange Sicht völlig ersetzen werden, hat die Literatur auf gedrucktem Papier vor allem weibliche Anhänger: 41 Prozent der Frauen und nur 29 Prozent der Männer glauben nicht, dass sich eBooks jemals gegen gedruckte Bücher durchsetzen werden. Wenn ich mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs bin, dann sehe ich vor allem Frauen, die einen eReader verwenden, Natürlich sind meine Beobachtungen rein subjektiv. Aber das Thema bleibt spannend.

Amazon startet AutoRip für CDs aber wo bleibt AutoRip für Bücher?

26. Juni 2013

Amazon startet auch in Deutschland sein Feature AutoRip. Was verbirgt sich hinter diesen seltsamen Namen? Wenn der Amazon-Kunde eine CD oder ein Vinyl-Album kauft, dann erhält er eine kostenlose MP3 Version des Albums gratis dazu. Diese Musik wird dann im Amazon Cloud Player abgelegt. Ein nettes Feature, aber ich will einen AutoRip für Bücher.

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Mit diesem neuen Feature versucht Amazon der digitalen Spaltung der Gesellschaft zu entgegnen und geht daran, diese Spaltung zu überbrücken. Das größte Internet-Kaufhaus der Welt geht auf die Verfechter der analogen Welt zu, die immer noch Hardware in der Hand halten müssen – eigentlich ein geschickter Schachzug. In vielen Gesprächen hörte ich, dass deutsche Kunden gerne noch etwas in der Hand halten wollen. Musik aus der Cloud, sei sie von Amazon oder von iTunes, kommt in der Regel nackt daher. Dieses Problem hat Amazon erkannt und versucht es auf seine Art zu lösen.

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Bei mir persönlich wird dieses Geschäftsmodell keinen Erfolg haben. Ich kaufe mir noch ganz, ganz wenige CDs. Die Masse meiner Musik kommt schon direkt aus der Cloud. Aber ich darf nicht von dir auf andere schließen.

Als großen Vorteil sehe ich die MP3-Version von Vinyl-Alben halten. Eine CD zu rippen ist nicht großer Aufwand, aber eine Schallplatte zu digitalisieren – dazu habe ich in der Regel keine Lust. Problem nur, dass ich mir keine Vinyl-Alben mehr kaufen – nur ab und zu ein paar alte Singles für die Jukebox.

Insgesamt hat Amazon 500.000 CDs und 14.000 Vinyl-Schallplatten im AutoRip-Angebot. Auch ein nettes Features: Es gibt zahlreiche MP3-Versionen meiner früheren CD-Einkäufe zum Abruf aus der Cloud – wenn sie als AutoRip-Album verfügbar sind. So kann ich meine CDs in der Cloud auf Tablels oder Smartphones anhören. Apple hat ähnliches mit iTunes Match im Angebot. Hier schließt Amazon die Lücke und holt gegenüber Apple auf, die mit dem Internet-Radio iTunes Radio einen neuen Weg gehen. Amazon wird sicher hier bald nachziehen, um sich diesen Mark nicht entgehen zu lassen.

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Aber ich will AutoRip für Bücher. Warum gibt es das nicht? Warum muss ich ein Buch aus Papier kaufen und dann nochmals ein elektronisches Buch für den Kindle? Ein paar Verlage (ganz wenige) bieten diesen Service an, aber die Masse will weiter mit mir als Kunde Kasse machen. Beim Kauf eines Buches die kostenlose digitale Kopie. Was wäre endlich ein Fortschritt und würde die elendige Schwarz-Weiß-Denke überwinden. Aber in Deutschland gibt es die Buchpreisbindung und unterschiedliche Mehrwertsteuern und solange digitale Bücher fast genau teuer sind wie gedruckte (und Verlage den fetten Reibach machen) kaufe ich mir kaum digitale Bücher in Deutschland. Hier wäre ein AutoRip von Amazon für Bücher wirklich eine Revolution. CDs kaufe ich schon lange nicht mehr, da reißt mich AutoRip nicht vom Hocker.

 

Wo bleibt AutoRip für den Kindle?

Wo bleibt AutoRip für den Kindle?

Online-Werbung hinkt hinterher

13. Juni 2013
Amazon-Werbung im Münchner Hauptbahnhof.

Amazon-Werbung im Münchner Hauptbahnhof.

Die klassischen Werbekanäle werden von den Konsumenten in Deutschland gegenüber Online-Werbung klar bevorzugt: So erklären beispielsweise zwei Drittel der Deutschen, dass TV-Werbung wichtiger für sie ist als Online-Anzeigen. Das ergab die aktuelle Studie „Click Here: State of Online Advertising“ von Adobe, für die jeweils etwa 1.250 Konsumenten und Marketer in Deutschland, Großbritannien und Frankreich befragt wurden. Unter den Top Drei der bevorzugten Werbekanäle tauchen Webseiten hierzulande sowie in Frankreich nicht auf, lediglich in Großbritannien landen sie laut der Studie auf dem dritten Platz. Hier das Ranking der drei Länder im Überblick:

  • Deutschland: Zeitschriften – 28 Prozent, Plakate – 23 Prozent, Schaufenster – 21 Prozent
  • Großbritannien: Zeitschriften – 39 Prozent, Fernsehen – 23 Prozent, Webseiten – 12 Prozent
  • Frankreich: Zeitschriften – 31 Prozent, Plakate – 24 Prozent, Fernsehen – 23 Prozent

Aus dieser Studie hat Amazon wohl die richtigen Schlüsse gezogen. Auf zahlreichen Bahnhöfen in Deutschland macht das größte Internet-Kaufhaus der Welt Werbung für den Kindle. Aber Amazon macht nicht Werbung im Netz, sondern hat riesige Plakate und Aufsteller im Einsatz. Ich konnte Plakate in den Hauptbahnhöfen in Frankfurt und München antreffen. Zum Teil waren die Kindle-Plakate in Sichtweite von Buchläden, was die Auseinandersetzung zwischen klassischem Buchhandel und Amazon sicherlich nicht entschärfen wird.

Riesige Aufsteller im Frankfurter Hauptbahnhof.

Riesige Aufsteller im Frankfurter Hauptbahnhof.

Trotz des digitalen Zeitalters und der Tatsache, dass laut BITKOM fast zwei Drittel der Deutschen online shoppen, empfinden 62 Prozent der Befragten Werbung im WorldWideWeb als ärgerlich, 34 Prozent als überall verteilt oder 31 Prozent als störend. Die Computerwebsite Golem beispielsweise schaltete gegen Adblocker einen Aufruf. Nur wenn Werbung ausgliefert werden kann, dann kann ein journalistischer Service erhalten bleiben.

Golem: Bitte keine Adblocker.

Golem: Bitte keine Adblocker.

Nur eine kleine Gruppe sagt, dass Online-Anzeigen überzeugend (7 Prozent), intelligent (18 Prozent) oder auffällig (22 Prozent) sind. „Kreative Agenturen haben in den vergangenen Jahrzehnten traditionelle Werbung perfektioniert. Sie ist ein großer Bestandteil unseres täglichen Lebens und wir sind alle mit Fernseh-, Zeitschriften- und Radiowerbung aufgewachsen. Es ist nicht ganz überraschend, dass Online- und Digitalkanäle nicht gleichermaßen erfolgreich sind. Sie bestehen erst seit relativ kurzer Zeit. Aber die digitale Landschaft und die damit einhergehenden Möglichkeiten für Marken ändern sich ständig. Derzeit müssen sie herausfinden, was funktioniert und was nicht. Trotzdem wird aus unserer Studie klar, dass Marken eine Menge tun müssen, um die Aufmerksamkeit des Konsumenten in der digitalen Welt zu erhalten“, kommentiert Mark Phibbs, Vice President EMEA Marketing bei Adobe.

In der Werbung haben Inhalte immer noch die größte Überzeugungskraft. Dabei spielt der Kanal keine Rolle. Marken sollten beachten, was Konsumenten ansprechend finden:

  • 73 Prozent der Deutschen sagen, dass Anzeigen eine einzigartige Geschichte erzählen sollen, statt nur das Produkt zu verkaufen, ebenso beliebt ist nur noch ein schönes Werbemotiv.
  • Humor spielt ebenso eine große Rolle: für 82 Prozent sind lustige Anzeigen effektiver als „sexy“ Motive.
  • 47 Prozent meinen, dass professionell gestaltete Werbung am effektivsten ist.
  • 20 Prozent sehen durch Nutzer erzeugte Inhalte als effektivstes Werbetool.
Klassische Plakatwerbung von Amazon in der S-Bahn.

Klassische Plakatwerbung von Amazon in der S-Bahn. 

Digital denken

Obwohl Konsumenten anscheinend immer noch nicht an Soziale Medien als Werbekanal gewöhnt sind, zeigt die Studie von Adobe weitere Möglichkeiten für Marken, um Konsumenten über diese Kanäle einzubinden:

  • Von 49 Prozent der Teilnehmer aus Deutschland, die bereits Social Media genutzt haben, deutet ein Drittel an, dass sie schon etwas im Namen einer Marke mit „Gefällt mir“ markiert haben.
  • 45 Prozent „liken“ Marken, deren Produkte sie regelmäßig kaufen.
  • Die wichtigsten Gründe, warum Menschen Marken oder Produkte „liken“, ist die Information über ihre Vorlieben und Interessen (60 Prozent), das Verfassen eines positiven Testberichts (33  Prozent) sowie die Empfehlung der Produkte für Freunde (33 Prozent).
  • Marken sollten aber bedenken, dass 40 Prozent der Nutzer einen „Gefällt mir nicht“-Button möchten.
Und der Buchhandel wird wieder sauer sein.

Und der Buchhandel wird wieder sauer sein.

Persönliche Ansprache

In Bezug auf Konsumerisierung haben deutsche Anwender eine neutrale (46 Prozent) oder positive (44 Prozent) Haltung zu Webseiten, die eine Kaufhistorie nutzen, um personalisierte Produkt- und Service-Empfehlungen zu geben. Besonders gut machen dies vor allem Online-Marken wie Amazon, Google oder Zalando. Es gibt jedoch eine schmale Grenze bei der Konsumerisierung: Die Studie belegt, dass Nutzer weiterhin über die Menge an Daten besorgt sind, die über ihr Online-Verhalten gesammelt wird. 64 Prozent sagen, dass sie bei gezielter Werbung, die auf diese Informationen zurückzuführen ist, ein gruseliges Gefühl haben.

 

Eine kommende, neue Liebe: iPad mini

31. Januar 2013

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Ich habe mich in das iPad mini verliebt, aber es wird im Moment eine unerfüllte Liebe bleiben. Als das iPad mini auf den Markt kam, sagte ich mir: Kein Mensch braucht ein kleines iPad. Ich war live bei den Keynotes von Steve Jobs zum iPhone und iPad. Klar, ich hatte bisher alle Generationen des iPads und bin begeistert. Ich habe auch die meisten Generationen des iPhones. Wozu also ein aufgeblasenes iPhone oder ein geschrumpftes iPad? Ich sah keinen objektiven Grund.

Aber was sind objektive Gründe gegen pure Emotionen? Bei einem Besuch des Apple Retail Stores in München nahm ich das iPad mini in die Hand und verliebte mich – sofort und Hals über Kopf, Nein, ich werde meinen großen iPad nicht untreu werden, aber eine längere Affäre mit dem iPad mini könnte ich mir durchaus vorstellen. Das Teil liegt einfach gut in der Hand, es ist leicht und liefert die gewohnte Apple Qualität.

Das 7,9 Zoll Display reicht für viele Tätigkeiten aus: E-Mail, Surfen, Filmen und vor allem Lesen. Das wäre der Hauptgrund für mich: Am iPad habe ich aufgrund des Gewichts keine Lust länger Bücher zu lesen. Dazu ist das iPad auf Dauer zu schwer. Bisher griff ich dazu zum Kindle. Das iPad mini ist mit seinen 312 Gramm ideal und meine Kindle-Bücher kann ich dank App auf dem iPad auch lesen. Der Kindle kommt für lange Reisen mit, das iPad (mini) ist sowieso immer im Gebrauch.

Und ich kann das iPad mini noch besser in die Manteltasche stecken, wenn ich auf Seminare gehe. Ich bin es leid, meinen MacBook Pro herumzutragen, und nehme fast nur noch das iPad zum Präsentieren. Das iPad mini wäre noch bequemen. Ja, ich gestehe: Ich bin ein fauler Hund.

Aber es wird eine unerfüllte Liebe vorerst bleiben. Ich habe Bedingungen an meine neue Liebe. Und diese Bedingungen sind wieder objektive Gründe, bei all den Emotionen. Das bisherige Display vom iPad mini hat eine Auflösung von 1024 x 768 Pixeln bei 163 ppi. Das ist fein, aber ich will Retina. Wer einmal am Retina-Display gearbeitet hat, der will es nicht mehr missen: Diese Schärfe, diese Brillanz – vor allem bei mir als Blindfuchs. Für 1024 x 768 Pixeln braucht es nur einen Dual-Core Duo, also die Technik des iPad 2. Aber ich will mehr Power. Mindestens den Prozessor vom neuen iPad, also einen Dual-Core A6X mit Quad-Core Grafik, dann klappt es auch mit der neuen Liebe.

Und nachdem Apple jetzt den Speicher auf 128 GByte beim iPad verdoppelte, soll es beim iPad mini auch so sein. iPad habe einen signifikanten Einfluss auf die Geschäftswelt mit nahezu allen Unternehmen der Fortune 500-Liste sowie über 85 Prozent der Global 500-Liste, die derzeit das iPad im Einsatz haben oder es testen. Unternehmen, die regelmäßig große Datenmengen wie 3D CAD-Dateien, Röntgenaufnahmen, Film-Bearbeitungen, Musiktitel, Projektentwürfe, Schulungsvideos und Service-Handbücher nutzen, profitieren allesamt von einer größeren Auswahl an Speicheroptionen für das iPad, so Apple in einer Mitteilung. Also ich verspreche: Wenn Apple ein iPad mini mit mindestens 128 GByte, Retina und schnellen Prozessor bringt, dann kaufe ich auch noch ein iPad mini. Ja ich gelobe als Fanboy.

 

Preisalternative: eBook-Reader von Weltbild

10. Januar 2012
Aufsteller des eBook-Readers in dem örtlichen Weltbild-Laden.

Aufsteller des eBook-Readers in dem örtlichen Weltbild-Laden.

Wer sich kein iPad/Galaxy leisten will oder sich nicht an den Amazon Kindle binden will und dennoch eBooks lesen will, der sollte sich den eBook-Reader von Weltbild mal näher ansehen. Ich wollte es, doch leider fiel die Beratung in meiner örtlichen Weltbild-Filiale eher schlecht aus. Die Mitarbeiter dort verkaufen wohl lieber gedruckte Bücher (und sichern ihren Arbeitsplatz). Ich bekam als Info einen Papierflyer in die Hand gedrückt „eBooks – die leichte Art des Lesens“.

Naja, zumindest konnte ich das Gerät anfassen und die Funktionsweise im Netz nachlesen. Weltbild spielt eine wichtige Rolle auf den deutschen Buchmarkt. Es gibt über 100.000 eBooks auf der Plattform. Wer englischsprachige Titel braucht, der greift besser zu Amazon, aber wer ausschließlich deutsche Bücher will, sollte mal bei Weltbild hereinschauen. Auch wenn Weltbild vom ihrem Mehrheitseigentümer der katholischen Kirche wegen erotischen Publikationen verkauft wird, wird der Online-Buchmarkt weiter unter einem neuen Eigentümer expandieren. Übrigens gibt es den Reader auch bei der Hugendubel-Kette.

Der Reader kostet nur 60 Euro und liegt damit 40 Euro unter dem subventionierten Amazon Reader, hat aber keine 3G oder WLAN-Funktion. Der Reader ist ein TrekStor-Reader und hat ein 17,7 cm (7“) LCD-Farbdisplay. Amazon bietet nur ein schwarzweißes E-Ink-Display. Allerdings kann ich nicht in der Sonne lesen und auch das Demogeräte in der örtlichen Weltbild-Filiale spiegelte die Beleuchtung der des Shops wider.

Der Li-Polymer-Akku reicht dagegen nur für bis zu 8 Stunden Lesevergnügen. Die Bücher werden anders als bei Apple oder Amazon mit ihren Cloud-Diensten auf den Reader gespeichert. Dafür steht ein 2 GB interner Speicher für bis zu 2.000 eBooks zur Verfügung, der aber durch micro-SD/-SDHC Speicherkarten erweitert werden kann. Als Formate gehen EPUB, PDF, TXT, FB2 mit Adobe DRM. Mich hat das Gefummle mit dem Adobe DRM abgeschreckt – für mich ist die Adobe Digital Edition nicht die Weisheit aller Dinge. Ich muss das Buch auf den Rechner (PC oder Mac) laden und dann auf den Weltbild-Reader überspielen. Das gefällt mir als digitaler Nomade nicht so.

Ich kann unterwegs zudem Fotos ansehen oder mp3 anhören. Die mitglieferten Kopfhörer erzeugen einen blechigen Sound und keine Freude und sollten ersetzt werden.

Dennoch: Der Weltbild eBook-Reader ist eine preisgünstige Alternative.

 

Kindle oder iPad – welcher ist der bessere eBook-Reader?

4. Januar 2012

Nach Fotos, Musik, Filmen stehen nun Bücher in elektronischer Form auf meinen Programm. Doch welchen eBook-Reader soll ich wählen? Ich besorgte mir in den USA einen Sony Reader, aber das war eindeutig ein Fehlkauf. Allerdings weckte Sony in mir die Begeisterung für eBooks. Sony hat bis auf die PS3 den Sprung ins 21. Jahrhundert für mich verpasst, schade.

Seit einiger Zeit nutzte ich das Apple iPad 2 und den Amazon Kindle zum Lesen meiner digitalen Bücher. Aber jetzt ist meine Wahl gefallen: Der Kindle ist für mich das bessere Device, wenn es um klassische eBooks geht. Unter klassischen eBooks verstehe ich reine Text-Bücher.

Ich wählte die Kindle-Version mit 3G und Tastatur. Vom neuen 99 Euro WLAN Kindle halte ich nichts, denn ich bin oft auf Reisen und will spontan unterwegs ein eBook am Strand oder in einem Hotelzimmer laden. Die Kosten für den Handy-Chip und die Übertragungsgebühr übernimmt brav Amazon. Dafür kaufe ich auch brav im Amazon Store ein. So ist der Deal, bei dem ich mich an Amazon binde und meine Seele verkaufe.

Das Handling des Kindle ist im Zeitalter des Touch Screen eine Katastrophe. Kleine Tasten und eine grausame Benutzerführung sind mir ein Gräuel. Die Farbe ist zudem eine Frechheit.

Aber der Lesekomfort durch die E-Ink-Technologie ist grandios. Und der Stromverbrauch ist minimal. Der Akku zieht nur Strom beim Umblättern. Laut Amazon hält eine Ladung bis zu zwei Monate bei ausgeschalteter Wi-Fi-Funktion, wenn ich täglich bis zu einer halben Stunde lese. Lese ich pro Tag eine Stunde, beträgt sie bis zu einem Monat. Und das Teil ist mit 247 Gramm superleicht und passt in meine Jackett-Innentasche.

Und auch wirklich praktisch: Der Bildschirm des Kindle liest sich wie Papier, sodass er im Gegensatz zu den meisten anderen Bildschirmarten sogar in hellem Sonnenlicht gut lesbar ist und das ist wirklich stark.

Natürlich hat das iPad auch überzeugende Argumente. Aber mein Hauptproblem mit dem iPad ist die Vielfalt. Wenn ich den Kindle nutze, lese ich oder ich lese nicht. So einfach ist das. Beim iPad bin ich abgelenkt. Wenn ich lese, dann checke ich E-Mails nebenbei, surfe im Web, spiele ein Spiel, höre Musik oder schaue einen Film. Oder ich lese eine interaktive Zeitschrift wie Wired oder um Klassen langweiliger den Spiegel.

Fazit: Also für klassische eBooks ist der Kindle genial, für den Rest das iPad ideal. Und der Kindle Fire? Den mag ich nicht, ist ja schließlich ein iPad für Arme.

Buchtipp: Business-Knigge: Die besten Tipps für stilsicheres Auftreten von Kai Oppel

26. Dezember 2011

Ich stieß auf den Business-Knigge: Die besten Tipps für stilsicheres Auftreten durch eine Amazon-Empfehlung und besorgte mir die Kindle-Version. Nach der Lektüre bin ich zwiegespalten. Ich habe mich über oberlehrerhafte Tipps geärgert und ich habe dem Autor Kai Oppel immer wieder zugestimmt. Ich weiß nicht genau, was ich von den Buch mit seinen Ratschlägen halten soll? Vielleicht liegt es daran, dass mich meine Eltern gut erzogen haben und ich die meisten der vorgeschlagenen Ratschläge wusste, viele davon befolge. Aber wenn ich alle Regeln dieses Business-Knigges befolgen würde, wäre das Geschäftsleben total öde und steif. So manches Mal kam ich mir beim Lesen in die miefigen 50er Jahre versetzt.

Meine Eltern bekamen zur Hochzeit einen Ratgeber „1×1 des guten Tons“ geschenkt. Und viele Tipps des aktuellen Knigge-Buches aus dem Jahre 2007 kommen mir übernommen vor, aber nicht an die aktuelle Zeit angepasst. Wenn es mehr Leben und etwas mehr Spaß in der Geschäftswelt geben würde, dann müssten nicht alle herumlaufen, wie Banker und Versicherungstypen (und wir wissen ja, wie letztere Klientel die Sau rauslässt, wenn sie sich unbeobachtet fühlen).

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass dieses Buch wohl eher für die klassische Finanz- und Verwaltungsbranche geschrieben ist. Ich kenne genug andere Branchen, in denen es lockerer und farbenfroher zugeht und wo so ein Buch mit diesen Tipps nur Kopfschütteln hervorbringen würde. Nein, die Welt ist bunter und das ist gut so.

Aber dennoch empfehle ich das Buch Business-Knigge: Die besten Tipps für stilsicheres Auftreten, dass manches Mal deutlich ausführlicher sein könnte. Gerade vielen jungen Kollegen könnten sich ein paar Tipps abschauen, sei es in Modefragen (Tennissocken oder Flip-Flops im Geschäftsalltag), sei es vor allem im Umgang im ÖPNV und Tischsitten. Etwas mehr Stil könnte der Umgang mit Kollegen manchmal schon vertragen. Auch eine Einschränkung: Dieses Buch ist nur für den Umgang in Deutschland mit Deutschen geeignet. In Zeiten der interkulturellen Kommunikation gehört der Knigge dann doch ins 18. Jahrhundert der Nationalstaaten.