eBooks: Noch besteht die Angst vor elektronischen Büchern

Kaum ein Tag vergeht, dass nicht eine Meldung zum Thema eBooks in meinem Posteingang landet. Alle besagen: eBooks werden immer beliebter. In vielen meiner Seminaren stelle ich aber noch ein Angst vor elektronischen Büchern fest.

amazon

Jetzt hat die Plattform Deals.com, ein Portal für kostenlose Gutscheine und Rabatte, das eBook-Leseverhalten der Deutschen unter die Lupe genommen. Während noch vor einem Jahr nur jeder dritte Deutsche schon mal ein eBook gelesen hat, liegt die Zahl der Nutzer mittlerweile bei 41 Prozent. Auch wenn elektronische Bücher weithin bekannt sind, werden sie dennoch wenig gelesen: Nur ein Drittel (32 Prozent) der eBook-Nutzer liest eBooks mehrmals die Woche oder sogar täglich – 42 Prozent nur einmal im Monat oder seltener. Jeder Zehnte behauptet allerdings, mehr zu lesen, seitdem er eBooks nutzt.

Die beliebtesten eBook Medien: Notebook weiter vorn, aber eReader holen auf

Was die Wahl des Mediums angeht, so geht der Trend ganz klar zu spezialisierten eReadern. Vor allem die Beliebtheit von Notebooks und PCs als Medium für den Lesestoff sank im Vergleich zum Vorjahr: Nur noch 26 Prozent lesen eBooks auf diesen Geräten (49 Prozent 2012). Ich muss zugeben, ich würde nie ein Buch am Rechner lesen, glaube aber die Zahlen. Der Amazon Kindle wird von jedem vierten eBook-Leser genutzt (Anstieg gegenüber 2012 von 16 auf 25 Prozent 2013). Auch iPads (12 Prozent) und andere Tablets (17 Prozent) erfreuen sich großer Beliebtheit. Leider wurde das soziale Lesen nicht untersucht. In meinen Seminaren zeige ich immer die Möglichkeit des sozialen Lesens. Das bedeutet, in einem Fachbuch unterstreichen die Leser wichtige Passagen am Kindle. Ich kann mir als Leser des Buches diese Markierungen aus der Cloud einblenden lassen und lese das Fachbuch deutlich schneller als bisher. Es stellt sich nämlich heraus: Die Leute sind nicht dümmer und unterstreichen in der Regel genau das, was ich auch unterstrichen hätte.

Auf welchen Geräten lesen Sie E-Books? (Mehrfachantworten möglich)

  • Notebook / Netbook / PC 26%
  • Kindle 25%
  • Smartphone 25%
  • Anderer Tablet-PC (z. B. Samsung Galaxy Tab), aber kein iPad 17%
  • iPad 12%
  • E- Reader anderer Hersteller 11%
  • Sony Reader 5%
  • Tolino 5%
  • Kobo 2%
  • Sonstiges Gerät 7%

Rund 60 Prozent der Deutschen fordern deutlich günstigere Preise bei eBooks

Die noch relativ geringe Nutzung von eBooks ist vor allem auf die zu hohen Geräte- und eBook-Preise zurückzuführen. Jeder Vierte behauptet, dass ihm eBooks und eReader zu teuer sind (je 23 Prozent). Das ist für mich sehr interessant, denn Kindle und auch Tolino werden deutlich subventioniert. Ich denke, das Argument des hohen Preises für Reader nicht zieht, Deutlich wird aber eine andere Zahl, Ganze 59 Prozent sagen ganz klar: eBooks sollten im Vergleich zum gedruckten Buch deutlich günstiger sein. Mehr als jeder Dritte behauptet, er würde sich eher für ein eBook entscheiden, wenn es nur halb so viel kosten würde wie ein gedrucktes Buch (38 Prozent). Jeder Siebte liest derzeit sogar ausschließlich kostenlose eBooks (14 Prozent). Das System scheitert aber an der deutschen Buchpreisbindung. Die Abschaffung wurde im europäischen Parlament diskutiert, aber erst mal auf Eis gelegt. Vielleicht haben die Lobbyverbände der deutschen Verlage hier gute Arbeit geleistet. Egal ob eBook oder gedrucktes Buch: Das Buch kostet überall gleich viel.

Jeder Zehnte wünscht sich einen eReader zu Weihnachten

Das Christkind wird wohl dieses Jahr eine Menge der elektronischen Bücher verteilen: Jeder Sechste hält eReader für ein besseres und zeitgemäßes Weihnachtsgeschenk als ein Buch. Jeder Zehnte hat zudem selbst einen eReader auf seinem Wunschzettel. Sechs Prozent planen einen solchen zu Weihnachten zu verschenken. Bei mir in der Familie ist das auch so: K1/2 bekommen einen Kindle und auch mein Vater wird einen bekommen.

Frauen als Bastion gedruckter Bücher

Völlig unverständlich ist für mich folgende Aussage der Umfrage; Während jeder fünfte Deutsche schon heute behauptet, dass eBooks gedruckte Bücher auf lange Sicht völlig ersetzen werden, hat die Literatur auf gedrucktem Papier vor allem weibliche Anhänger: 41 Prozent der Frauen und nur 29 Prozent der Männer glauben nicht, dass sich eBooks jemals gegen gedruckte Bücher durchsetzen werden. Wenn ich mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs bin, dann sehe ich vor allem Frauen, die einen eReader verwenden, Natürlich sind meine Beobachtungen rein subjektiv. Aber das Thema bleibt spannend.

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3 Antworten to “eBooks: Noch besteht die Angst vor elektronischen Büchern”

  1. puzzleblume Says:

    Umfragen sind einfach überschätzt. Beispielsweise ist das Ergebnis der Frauenmeinungen sehr wahrscheinlich deswegen verzerrt, weil eben nicht jede eine Umfrage beantworten mag, die einen eBook-Reader verwendet, sonderm bereits die ganze Aktion irgnoriert, man wertet aber lediglich gegebene Antworten aus.

    Übrigens hat mein Sohn, 14, sich einen Reader gewünscht, weil man so in jeder Hinsicht leichter lesen kann, wir haben allerdings feststellen müssen, dass ausgerechnet Jugendbücher nahezu terra incognita sind.

  2. Johannes Metzger Says:

    Ich denke, dass e-Books sicher noch Marktanteile gewinnen werden. Einen speziellen Reader werde ich mir wahrscheinlich nicht kaufen. Mein iPad reicht mir vollkommen aus. Allerdings kaufe ich schon lange keine e-Books mehr, da viele öffentliche Bibliotheken mittlerweile über „Onleihe“ ein immer breiteres Programm anbieten.

  3. Victor Fuchs Says:

    Ich sehe hier weniger Angst als einige nicht ganz unberechtigte Vorbehalte. Da ist wie gesagt die Sache mit dem Preis. Es sei darauf hingewiesen dass durch die Marktmacht von Amazon von der Buchpreisbindung meistens nicht die Verlage oder gar die Autoren profitieren, sondern die Grossisten. Denn die Bindung gilt nur im Verkauf, jedoch nicht zwischen Verlagen und Grossisten.

    Die Vorteile von Ebooks sind unbestritten, zumal man die Bücher auf diversen Devices speichern kann und sich die Geräte Anmerkungen und die aufgeschlagene Seite merken. Auch günstige Geräte wie der tolino sind durchaus emphfehlenswert, nicht nur weil man mit ihn alle Telekom Hotspots kostenlos nutzen und somit auch in SchwarzWeiss surfen kann.

    Aber: Bücher sehen im Regal einfach besser aus, und gerade bei Bildbänden ist die Bildqualität besser. Obwohl ich diverse Tablets besitze, lese ich Magazine wie den Spiegel oder Fachzeitschriften immer noch lieber auf Totholz, nutze zur Archivierung jedoch gerne die OCR/Scansoftware eines meiner Smartphones (zur Zeit hat mein iPhone Urlaub, ich nutze momentan lieber Devices mit Android)

    Gedruckte Bücher lassen sich nach wie vor einfacher verleihen als eBooks. Es gibt ferner noch die Sorge, dass in der Cloud gespeicherte Medien einfach deaktiviert werden können.

    Ich glaube, daß es zwischen analogen und digitalen Medien zu einer friedlichen Koexistenz kommen wird und damit auch zukünftig viele Menschen in den sauren Apfel beißen und Ihre Lieblingsmedien digital UND analog erwerben.

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