Posts Tagged ‘Buch’

Manuela Merl: Lebkuchen ans Hirn

17. Dezember 2017
Danke an Manuela Merl für das nette Paket mit Lachsack und Buch „Lebkuchen ans Hirn“.

Danke an Manuela Merl für das nette Paket mit Lachsack und Buch „Lebkuchen ans Hirn“.

Es freut mich sehr, wenn Kolleginnen und Kollegen ihr Ding durchziehen. So erging es mir bei meiner Münchner Facebook-Bekanntschaft Manuela Merl, die vor kurzem ihr Buch Lebkuchen ans Hirn veröffentlicht hat.
Lebkuchen ans Hirn ist eine Sammlung von 21 Kurzgeschichten, die sie über die Jahre geschrieben hat. Nun packte sie sich ein Herz und verarbeitete diese Geschichten zu einem Buch, das sie mir freundlicherweise kostenlos zur Verfügung stellte. Ich habe dieses Buch nicht am Stück gelesen, sondern mal hier eine Geschichte, mal dort eine Geschichte. Bewundernswert wie sehr Manuela Merl die Marketingtrommel für ihr selbstverlegtes Buch rührt. Sie ist so erfolgreich, dass sie die zweite Auflage des Buches nachdrucken ließ, denn das Buch Lebkuchen ans Hirn fand einen rasenden Absatz. Sie nutzte dabei die zahlreichen Möglichkeiten der sozialen Netzwerke und sie war live auf einer Lesung in Pasing ihres Buches anzutreffen. Ich finde es super, wie sehr sich Manuela Merl für ihr Buch Lebkuchen ans Hirn einsetzt. Dieses Engagement motiviert und motiviert auch mich, mal wieder etwas zu veröffentlichten. Mal sehen, über die Weihnachtszeit finde ich eine ruhige Minute zum Konzeptionieren.
Meine noch größere Hochachtung hat die Autorin, denn Manuela Merl ist Legasthenikerin. Und trotz dieser Schreibschwäche hat sie ein Buch mit ihren Geschichten herausgebracht. Sie greift auf ein gutes Lektorat zurück, die ihre Fehler ausbügeln, damit Manuela Merl ihre Sache durchziehen kann. Das finde ich bemerkenswert und großartig.
Die 21 Geschichten des Buches sind kleine Alltagsgeschichten, die Manuela Merl in Erinnerung geblieben sind und diese aufgeschrieben hat. Es sind, wie sie auf ihrer Website schreibt „humoristischen Geschichten aus dem Alltag ohne erhobenen Zeigefinger“. Das ist für mich der richtige Weg des Geschichtenerzählens. Sie hat zur Werbung ihres Buch eines Trailer produziert, der einen guten Überblick über den Inhalt ihres Buches gibt.

Zudem gibt es ein Video über ihre Erstlesung des Buches in Pasing. Ich finde dieses Engagement wirklich bemerkenswert.

Harry Potter wird 20 Jahre – und ich hab ihn bis dato nicht gelesen

26. Juni 2017

Heute vor 20 Jahren erschien in Großbritannien der erste Band von Harry Potter. 20 Jahre ist das nun her und Harry Potter löste eine Begeisterung fürs Lesen und Fantasy aus – und lässt mich auch nach 20 Jahren völlig kalt.

Mit Zauberstab und der Karte des Herumtreibers ausgestattet.

Mit Zauberstab und der Karte des Herumtreibers ausgestattet.

Ja, ich bin kein Fan von Harry Potter. Ich hab die Faszination um den Zauberlehrling einfach verpasst. Mich hat der Virus von Joanne K. Rowling nicht erfasst. Meine Familie ist dagegen voller Potter-Fans, ich bin irgendwie gegen diesen Zauber immun. Das soll nicht heißen, dass ich die Begeisterung um das Phänomen Harry Potter nicht teilen kann. Ich habe einfach nicht von der Droge Harry Potter gekostet, freue mich aber über den Erfolg der Figur. 500 Exemplare druckte der britischen Bloomsbury-Verlag vom Erstlingswerk Harry Potter und der Stein der Weisen. Und dann wirkt der Zauber. Harry Potter entwickelte sich zum Renner in den Buchläden und brachte Kinder (und Erwachsene) scharenweise zum Lesen. Es ist stark, dass so ein Buch so eine Faszination auslösen konnte.
Meine Frau und später meine Kinder waren, sind und bleiben Potter-Fans. Wir haben die Bücher, eBooks und ganz beliebt die animierten iBooks von Apple und Filme. Wir haben Umhänge, verschiedene Zauberstäbe, Bücher mit Zaubersprüchen, mehrere Quiz-Varianten und ich glaube sogar, dass meine Gattin einen Besen Feuerblitz Nimbus 2000 besitzt – zumindest blitzen ihre Augen, wenn sie einen bestimmten Besen aus der Garage in ihren Hand hält.
Wir besuchten Harry Potter-Lesepartys in Büchereien und Buchhandlungen. Ich genoss eine Ausstellung, ich fieberte mit der Familie der Auslieferung eines neuen Potter-Buches entgegen. Einmal organisierte Amazon eine Nachauslieferung und der Paketbote kam gegen 2 Uhr morgens und brachte das ersehnte Harry Potter-Buch. So etwas gefällt mir – fetter Hype und richtig Rock’n Roll. Die Ideen von Joanne K. Rowling sind wirklich wunderschön. Nachdem ich viele Verwaltungsschulungen durchführe mag ich natürlich das Zauberministerium, als Bahnfahrer liebe ich den Hogwarts-Express samt Gleis Neundreiviertel und als Journalist verehre ich den Tagespropheten als Vorbild für ePaper.
Ab und zu lese ich Sekundärliteratur über Harry Potter, um bei meinen Kindern zu punkten. Dabei ist es toll, wie die Autorin mit den verschiedenen literarischen Genren spielt: Krimi, Jugend, Fantasy, Internatsliteratur – das Wechseln der Erzählformen. So eine Besserwisserei von mir macht bei meinen Kindern Eindruck.

Harry Potter im Kino und Blu ray
Weil ich zu faul war, die Bücher zu lesen, habe ich mir die Filme angesehen. Die meisten davon im Kino, alle immer wieder auf Blu ray. Ich überlege, ob ich das Potter-Schloss als Blu ray-Box kaufen soll. Meine Kinder K1/2 entwickelten sich zu Potter-Experten und schauen sich die Filme immer wieder gerne an. Sie sprechen die Dialoge mit, fachsimpeln, klatschen und freuen sich. Ich erkenne mich in meinen Kindern. Was Harry Potter für sie ist, ist die klassische Trilogie von Star Wars für mich: Einfach nur Kult. Nicht verraten: Die Potter-Filme fand ich ganz okay, aber auch nicht mehr. Aber das geht vielen Leuten mit Star Wars und Star Trek ebenso – also will ich nicht darüber urteilen.

Harry Potter Soundtracks
Allerdings mag ich den Score der Harry Potter-Filme. Ich besitze alle Soundtracks, einige davon in Extendet Version. Die Preise für diese Teile sind explodiert, ich hatte sie damals als Komplettierung meiner Soundtrack-Sammlung gekauft.
Die ersten drei Teile Harry Potter und der Stein der Weisen, Harry Potter und die Kammer des Schreckens und Harry Potter und der Gefangene von Askaban wurden komponiert von Altmeister John Williams und sind über jeden Zweifel erhaben. Teil 4 Harry Potter und der Feuerkelch wurde von Patrick Doyle beigesteuert und dann folgten zwei Soundtracks von Nicholas Hooper Harry Potter und der Orden des Phönix und Harry Potter And The Half-Blood Prince. Den Score für die letzten beiden Potter-Filme steuerte der Franzose Alexandre Desplat bei. Diese Musik ist wirklich großartig.

Harry Potter als Videospiel
Ab und zu spielen wir Videospiele rund um Harry Potter. Die beiden Lego-Spiele finde ich – wie die meisten Lego-Spiele – großartig umgesetzt. Interessant ist, dass meine beiden jugendlichen Potter-Fans K1/2 diese Spieleumsetzung Lego Harry Potter Collection eher langweilig finden. Sie greifen dann doch lieber zu Star Wars, Batman und Indiana Jones. Und auch das Lego-Spielzeug von Harry Potter kommt nicht so gut an, wie ich gedacht habe. Die Figur des Rubeus Hagrid habe ich mal geschenkt bekommen als ich über ein Lego-Fußballstadium berichtete. Rubeus Hagrid war damals Brasilienfan – zumindest hatte die Figur Rubeus Hagrid eine brasilianische Fahne in der Hand. Die Figur steht heute auf meinem Schreibtisch, aber die restlichen Harry Potter-Bausätze lockten meine Kinder nicht. Wir bleiben in der Lego Star Wars-Welt – ohne Harry Potter.
Ich plane als nächstes mit K1/2 den Besuch der Harry Potter-Filmstudios in London. Das geht sicherlich ins Geld, aber den Spaß gönne ich mir. Mal sehen, ob die Gattin uns begleitet. Und wenn es wirklich klappt, dann verspreche ich nach 20 Jahren des Erscheinens des ersten Harry Potter-Buches die Buchreihe durchzulesen. Es gehört doch irgendwie zur Populärkultur dazu.

Buchständer aus Acryl

1. März 2017
Große Bücher brauchen bei mir einen Buchständer, damit ich sie lesen kann.

Große Bücher brauchen bei mir einen Buchständer, damit ich sie lesen kann.

Ich liebe Bücher, aber was genau macht ein Buch aus? Wir haben bei uns zu Hause folgende Regel: Romane und Fachbücher kaufen wir als Amazon Kindle. Bücher nehmen mir zu viel Platz weg und Romane lese ich in der Regel nur einmal. Fachbücher in meinem Bereich veralten sehr schell. Also das Zeug kommt digital daher.
Foto-, Film- und vor allem Kunstbücher kommen als gedrucktes Werk ins Haus. In der Regel kaufe ich ein bis zwei dieser Wälzer pro Woche und bin begeistert. Ich liebe diese Art von Büchern, habe aber ein Problem, diese Bücher zu lesen. Grund: Sie sind zu groß und sie sind zu schwer. Ich kann nicht im Bett liegen oder auf dem Sofa herumlümmeln und so ein schweres Werk lesen. Das ist zu unhandlich und zu unbequem. Also kommen die Wälzer auf den Tisch und biegen dort auseinander. Das gefällt mir auch nicht. Also musste ein Buchständer her. Es gibt eine riesige Auswahl. In der Küche haben wir eine Buchständer aus Metall, die einen Hahn zeigt. Meine Frau sammelt Hähne und wir verwenden diese Buchstütze sehr oft beim Kochen.

Der Hahn hält das Kochbuch.

Der Hahn hält das Kochbuch.

Ich fand meine Buchständer bei meinem Lieblingsverlag Taschen. Taschen produziert einen Teil meiner hochwertigen Bücher und ist für mich ein regelrechtes Groschengrab. Die Bücher sind absolut wunderbar und – zugeben irrsinnig teuer. Taschen hat für uns Normalsterbliche einen Buchständer aus Acryl herausgebracht und seit Jahren im Angebot.

Nun habe ich endlich zugeschlagen und es nicht bereut. Zugeben, ich war zunächst zu doof den simplen Ständer aufzubauen, wie man in dem Unboxing-Video sieht. Aber nun steht das Ding auf dem Beistelltischen im Wohnzimmer und ich kann faul vom Sofa aus meine Bücher lesen und betrachten. Also klare Kaufempfehlung für den Buchständer – eben ein Firstworldproblem.

Buchtipp: Der Marsianer von Andy Weir

20. Juli 2015
Schöne Urlaubslektüre

Schöne Urlaubslektüre

Ich habe lange keinen Roman mehr gelesen. Die meiste Zeit meiner Freizeit lese ich Sachbücher und Biografien, aber als Science Fiction-Fan musste ich zu Andy Weirs Roman Der Marsianer greifen. Das Buch wird von Altmeister Ridley Scott verfilmt und das war eine weitere Motivation für die Lektüre. Am 8. Oktober kommt der Film in die Kinos. Der Trailer hat noch einige Übersetzungsfehler.


Der Marsianer ist das Debüt von Andy Weir, der eigentlich Progammierer ist. Jetzt kann er diesen Job an den Nagel hängen und sich dem Schreiben widmen. Der Kerl hat Talent, absolutes Talent. Das Buch macht Spaß und fesselt. Im Grunde ist es eine Art Space-MacGyver. Der Astronaut Mark Watney wird auf dem Mars zurückgelassen und muss sich bis zu seiner Rettung durchschlagen. Not macht erfinderisch und er zimmert sich seine Welt, wie er sie benötigt und dies über 500 Seiten.
Die ersten Hundert Seiten zeigen den Überlebenskampf aus der Ich-Perspektive als eine Art Logbuch. Wir erfahren viel über die Stimmungen und Gefühle, die Geisteshaltung und lernen den Charakter des Protagonisten kennen. Erst spät wird die lineare Handlung durch weitere Erzählstränge unterbrochen und der Leser bekommt die Perspektiven aus der Sicht der NASA von der Erde und von Watneys ehemaligen Crew-Kollegen. Das ist ein gelungener dramaturgischer Schachzug von Andy Weir. Der Handlungs- und Zeitablauf bleibt klassisch linear, ein Zeitenwechsel findet nur einmal bei der Produktionsbeschreibung einer Plane statt.
Der Stil ist wissenschaftlich detailverliebt. Ein wenig Durchhaltevermögen sollte der Leser daher schon mitbringen, wenn sich Andy Weir in Physik und Chemie ergeht. Bei MacGyver war es nie so tief, aber das ist ja auch nur billige TV-Unterhaltung. Für mich als interessierten Laien klingen die Ausführungen absolut überzeugend und so liebe ich Science Fiction. Fantasie mit Science Facts, das ist die richtige Mischung.
Der Humor des Buches ist eigen, aber durchaus gut. Ich habe diesen Humor bei Wissenschaftlern und Forschern in meinem Freundeskreis kennengelernt. Das sind diese Typen, die über Schrödingers Katze lachen können. Es ist manches mal ein feiner Nerd-Humor, dann aber auch der klassische Schenkelklopfer – für mich eine gute Mischung.
Die Moral des Buches kommt zum Schluss, vielleicht ein wenig dick aufgetragen. Aber wahrscheinlich für amerikanische Leser gedacht, für mich klang es etwas pathetisch. Jeder Mensch hat den Urinstinkt einen anderen Menschen in Not zu helfen. „Das ist eine grundlegende menschliche Qualität, die man überall und ohne Ausnahmen in allen Kulturen findet.“ Das klingt doch schön und daher ein klarer Leserbefehl des Buches Der Marsianer zur Urlaubszeit.

Chance vertan – Buchwerbung von Stephen King ohne QR-Code

12. April 2015
Werbung für den neuen Stephen King am Münchner Hauptbahnhof.

Werbung für den neuen Stephen King am Münchner Hauptbahnhof.

Stephen King ist sicherlich einer der Autoren, die man nicht vorstellen braucht. Ich habe ihn früher gerne gelesen und bin jetzt wieder eingestiegen. Vor kurzem hat der Altmeister des Horrors sein neues Buch Revival herausgebracht. Und wenn man den Kritiken glauben darf, ist Revival gar nicht so schlecht. Es geht um Wanderprediger und Fanatismus, gute Themen für den Meister King.
Im Moment wird das Buch beworben, damit sich diese Literatur verkauft. Dabei verstehe ich den Heyse-Verlag nicht, warum er mit seiner Werbung nicht konsequenter ist. Wo lese ich denn beispielsweise ein Buch? Klar auf Reisen – im Flugzeug oder im Zug. Das ist es nur richtig, dass Heyse seine Werbung an Bahnhöfen schaltet, wie beispielsweise vor kurzem in München am Hauptbahnhof.
Auf dem Weg zum Zug laufe ich über die Werbung von Revival. Auf einem großen Bodenplakaten ist das Buchcover mit großen Lettern abgebildet: Packend, mysteriös, elektrisierend und dann das fette Buchcover. Und es gibt einen kleinen Hinweis, dass es das Buch als eBook gibt.

Wo ist der QR-Code zur Leseprobe?

Wo ist der QR-Code zur Leseprobe?

Aber was soll das lieber Heyne-Verlag? Wo ist der QR-Code zum Bestellen? Wo ist der QR-Code für die Leseprobe? Am Bahnhof haben die meisten – die allermeisten – ein Smartphone dabei und ganz sicher auch in der Hand. im Hauptbahnhof München gibt es sogar einen offenen Telekom-Hotspot. Hier vergibt der Verlag viel Werbepotential. Die komplette digitale Gesellschaft wird über die Anzeige buchstäblich hinweggehen und nur wer richtig Interesse hat, wird das Buch dann im Buchhandel oder in den elektronischen Shops suchen. Ihr macht es den Smartphone-Besitzer nicht leicht. Wisst ihr es nicht besser oder noch schlimmer: Wollt ihr nicht verkaufen?

eBooks: Neue Zahlen rund ums elektronische Buch

16. Oktober 2014

Die Frankfurter Buchmesse ist zu Ende und ich werde das Gefühl nicht los, dass die digitale Spaltung die Branche weiterhin durchzieht. Noch immer kenne ich Autoren, die Bücher veröffentlichen wollen, aber bitteschön nur auf Papier. Denn für sie ist ein Buch nur ein Buch, wenn es auf Papier gedruckt ist. Die Herrschaften sollten sich mit den aktuellen Zahlen beschäftigen, bevor sie diese aussichtlslose Schwarz-Weiß-Malerei weiter praktizieren. Ich muss für mich zugeben, dass mich der Inhalt/Content des Buches interessiert, nicht das Trägermaterial.

Was passiert derzeit? Amazon startete seine Bücherflat, genannt Kindle Unlimited. Für zehn Euro im Monat kann der Kindle-Leser aus mehr als 650.000 Kindle-Bücher auswählen und lesen, lesen, lesen. Natürlich sind die Neuerscheinungen aus den Bücherbestenlisten nicht enthalten, aber für Leseratte eine sehr interessante Möglichkeit viel neues zu entdecken. Im Bestand sind sehr viele englische Bücher. Es können übrigens bis zu zehn Bücher gleichzeitig ausgeliehen werden. Gleichzeitig gibt es bei Amazon die nächste Generation von Lesegeräte Kindle Voyage.

kindle

Aber wie sehen die neuen Zahlen aus? Fast jeder vierte (24 Prozent) Bundesbürger liest elektronische Bücher. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des Hightech-Verbands BITKOM unter 2.300 Personen hervor. Im Vorjahr lag der Anteil der eBook-Leser noch bei 21 Prozent. Da nur drei Viertel aller Deutschen Bücher lesen, liegt der Anteil der E-Book-Nutzer an der Bücher lesenden Bevölkerung sogar bei 33 Prozent (Vorjahr: 29 Prozent). „E-Books haben sich als feste Größe im digitalen Medienmix etabliert“, sagte BITKOM-Präsidiumsmitglied Dr. Christian Illek. „Immer mehr Leser schätzen die Vorteile digitaler Literatur.“ Neben dem großen Angebot an verfügbaren Titeln zählen dazu die interaktiven Funktionen von eBooks. IE-Book-Leser haben jederzeit Zugriff auf zahllose Bücher, erhalten Zusatzinformationen zum Text und können ihre Leseerfahrungen im Internet mit anderen teilen. Die Studie zeige, dass immer mehr Nutzer ihre digitalen Bücher auf mehreren Geräten parallel lesen. Darüber hinaus etablierten sich alternative Nutzungsmodelle wie monatliche eBooks-Flatrates. Amazon Kindle Unlimited lässt grüßen.

Nach den Ergebnissen der Umfrage sind E-Books über die verschiedenen Altersgruppen hinweg gleichermaßen beliebt. 31 Prozent aller 14- bis 29-Jährigen und 30 Prozent der 30- bis 49-Jährigen lesen eBooks. Unter den 50- bis 64-Jährigen sind es 27 Prozent. Erst in der Altersgruppe ab 65 Jahren liegt die Nutzung mit 10 Prozent deutlich niedriger. Fast ein Drittel (32 Prozent) der Nicht-Nutzer von eBooks kann sich vorstellen, in Zukunft digitale Bücher zu lesen. „Das Marktpotenzial von eBooks ist gewaltig“, betonte Illek. Dazu trage auch die wachsende Gerätebasis bei. Nach BITKOM-Prognosen werden im laufenden Jahr 9,2 Millionen Tablet Computer (plus 15 Prozent) und 1,2 Millionen reine E-Reader (plus 12 Prozent) verkauft.

Allerdings sind die am weitesten verbreiteten Lesegeräte immer noch Laptops bzw. Netbooks, die 56 Prozent der eBooks-Nutzer verwenden. 44 Prozent lesen eBooks auf dem Smartphone und 32 Prozent auf einem stationären Computer. 30 Prozent der befragten eBooks-Nutzer lesen auf dem Tablet Computer und 27 Prozent mit dem E-Reader. „eBooks-Leser sind nicht auf ein Gerät festgelegt. Ein Fünftel liest parallel auf unterschiedlichen Geräten wie Tablet, Smartphone und eReader“, sagte Illek. Die Synchronisierung erfolgt durch die Speicherung der Bücher in der Cloud, die dann entweder direkt auf dem eReader oder über spezielle Apps auf Smartphones und Tablets abgerufen werden können. Damit haben Nutzer an jedem Ort mit Internetzugang Zugriff auf ihre Bücher.

Die beliebteste technische Funktion von eBooks ist das digitale Lesezeichen. Gut zwei Drittel (69 Prozent) der befragten E-Book-Leser nutzen sie. Gleichauf liegt mit 68 Prozent die Veränderung der Schrift: Größe, Zeilenabstand oder Schrifttyp können angepasst werden. Ein gutes Drittel (38 Prozent) verwendet die Stichwortsuche, ein Viertel (26 Prozent) macht sich Notizen und ein Fünftel markiert Textstellen. 17 Prozent nutzen die Übersetzungsfunktion. Illek: „eBooks bieten hier einen echten Mehrwert gegenüber gedruckten Büchern.“

Die wichtigsten Bezugsquellen für eBooks sind mit 63 Prozent Online-Buchshops wie Amazon, Buch.de, Ebook.de oder Thalia.de. Gut ein Viertel (27 Prozent) der Befragten kauft Bücher in den vorinstallierten Shops der Lesegeräte. Immerhin 14 Prozent kaufen direkt bei den Autoren und 9 Prozent auf den Webseiten der Buchverlage. Immer mehr Autoren und Verlage erkennen die Chancen des Internets für die Selbstvermarktung und den Direktverkauf. 15 Prozent der Befragten sagen, dass sie kein Geld für eBooks ausgeben.

Neben dem Erwerb einzelner eBooks etablieren sich alternative Formen der Nutzung. Insbesondere das Ausleihen digitaler Bücher entwickelt sich zu einem wichtigen Trend. Ein Viertel der Befragten leiht eBooks über öffentliche Bibliotheken aus. Im vergangenen Jahr waren es erst 17 Prozent. Das Ausleihen bei kommerziellen Anbietern wächst leicht auf 16 Prozent (Vorjahr: 15 Prozent). Entsprechende Dienste bieten monatliche Pauschaltarife für die Nutzung einer bestimmten Anzahl von eBooks. 25 Prozent der eBook-Nutzer lesen frei verfügbare elektronische Bücher, zum Beispiel aus dem „Project Gutenberg“ – im Vorjahr waren es erst 15 Prozent. 6 Prozent zahlen pro Seite, was vor allem bei wissenschaftlichen Publikationen von Bedeutung ist. In der Summe nutzt gut die Hälfte (52 Prozent) der eBook-Leser Alternativen zum Kauf einzelner Dateien.

Ein Viertel (26 Prozent) der eBooks-Nutzer teilt Leseerfahrungen im Internet mit anderen. Mit Abstand am beliebtesten ist das Schreiben von Rezensionen in Online-Shops: 14 Prozent der Leser machen davon Gebrauch. Immerhin 8 Prozent nutzen Apps, mit denen man Textstellen markieren und diese mit anderen teilen kann. Weitere 3 Prozent machen das freihändig, in dem sie den Text kopieren und die Inhalte zum Beispiel in sozialen Netzwerken teilen.

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eBooks: Noch besteht die Angst vor elektronischen Büchern

9. November 2013

Kaum ein Tag vergeht, dass nicht eine Meldung zum Thema eBooks in meinem Posteingang landet. Alle besagen: eBooks werden immer beliebter. In vielen meiner Seminaren stelle ich aber noch ein Angst vor elektronischen Büchern fest.

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Jetzt hat die Plattform Deals.com, ein Portal für kostenlose Gutscheine und Rabatte, das eBook-Leseverhalten der Deutschen unter die Lupe genommen. Während noch vor einem Jahr nur jeder dritte Deutsche schon mal ein eBook gelesen hat, liegt die Zahl der Nutzer mittlerweile bei 41 Prozent. Auch wenn elektronische Bücher weithin bekannt sind, werden sie dennoch wenig gelesen: Nur ein Drittel (32 Prozent) der eBook-Nutzer liest eBooks mehrmals die Woche oder sogar täglich – 42 Prozent nur einmal im Monat oder seltener. Jeder Zehnte behauptet allerdings, mehr zu lesen, seitdem er eBooks nutzt.

Die beliebtesten eBook Medien: Notebook weiter vorn, aber eReader holen auf

Was die Wahl des Mediums angeht, so geht der Trend ganz klar zu spezialisierten eReadern. Vor allem die Beliebtheit von Notebooks und PCs als Medium für den Lesestoff sank im Vergleich zum Vorjahr: Nur noch 26 Prozent lesen eBooks auf diesen Geräten (49 Prozent 2012). Ich muss zugeben, ich würde nie ein Buch am Rechner lesen, glaube aber die Zahlen. Der Amazon Kindle wird von jedem vierten eBook-Leser genutzt (Anstieg gegenüber 2012 von 16 auf 25 Prozent 2013). Auch iPads (12 Prozent) und andere Tablets (17 Prozent) erfreuen sich großer Beliebtheit. Leider wurde das soziale Lesen nicht untersucht. In meinen Seminaren zeige ich immer die Möglichkeit des sozialen Lesens. Das bedeutet, in einem Fachbuch unterstreichen die Leser wichtige Passagen am Kindle. Ich kann mir als Leser des Buches diese Markierungen aus der Cloud einblenden lassen und lese das Fachbuch deutlich schneller als bisher. Es stellt sich nämlich heraus: Die Leute sind nicht dümmer und unterstreichen in der Regel genau das, was ich auch unterstrichen hätte.

Auf welchen Geräten lesen Sie E-Books? (Mehrfachantworten möglich)

  • Notebook / Netbook / PC 26%
  • Kindle 25%
  • Smartphone 25%
  • Anderer Tablet-PC (z. B. Samsung Galaxy Tab), aber kein iPad 17%
  • iPad 12%
  • E- Reader anderer Hersteller 11%
  • Sony Reader 5%
  • Tolino 5%
  • Kobo 2%
  • Sonstiges Gerät 7%

Rund 60 Prozent der Deutschen fordern deutlich günstigere Preise bei eBooks

Die noch relativ geringe Nutzung von eBooks ist vor allem auf die zu hohen Geräte- und eBook-Preise zurückzuführen. Jeder Vierte behauptet, dass ihm eBooks und eReader zu teuer sind (je 23 Prozent). Das ist für mich sehr interessant, denn Kindle und auch Tolino werden deutlich subventioniert. Ich denke, das Argument des hohen Preises für Reader nicht zieht, Deutlich wird aber eine andere Zahl, Ganze 59 Prozent sagen ganz klar: eBooks sollten im Vergleich zum gedruckten Buch deutlich günstiger sein. Mehr als jeder Dritte behauptet, er würde sich eher für ein eBook entscheiden, wenn es nur halb so viel kosten würde wie ein gedrucktes Buch (38 Prozent). Jeder Siebte liest derzeit sogar ausschließlich kostenlose eBooks (14 Prozent). Das System scheitert aber an der deutschen Buchpreisbindung. Die Abschaffung wurde im europäischen Parlament diskutiert, aber erst mal auf Eis gelegt. Vielleicht haben die Lobbyverbände der deutschen Verlage hier gute Arbeit geleistet. Egal ob eBook oder gedrucktes Buch: Das Buch kostet überall gleich viel.

Jeder Zehnte wünscht sich einen eReader zu Weihnachten

Das Christkind wird wohl dieses Jahr eine Menge der elektronischen Bücher verteilen: Jeder Sechste hält eReader für ein besseres und zeitgemäßes Weihnachtsgeschenk als ein Buch. Jeder Zehnte hat zudem selbst einen eReader auf seinem Wunschzettel. Sechs Prozent planen einen solchen zu Weihnachten zu verschenken. Bei mir in der Familie ist das auch so: K1/2 bekommen einen Kindle und auch mein Vater wird einen bekommen.

Frauen als Bastion gedruckter Bücher

Völlig unverständlich ist für mich folgende Aussage der Umfrage; Während jeder fünfte Deutsche schon heute behauptet, dass eBooks gedruckte Bücher auf lange Sicht völlig ersetzen werden, hat die Literatur auf gedrucktem Papier vor allem weibliche Anhänger: 41 Prozent der Frauen und nur 29 Prozent der Männer glauben nicht, dass sich eBooks jemals gegen gedruckte Bücher durchsetzen werden. Wenn ich mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs bin, dann sehe ich vor allem Frauen, die einen eReader verwenden, Natürlich sind meine Beobachtungen rein subjektiv. Aber das Thema bleibt spannend.

Buchhandel: Thalia – Wo bleibt die Innovation?

28. September 2013

Das Sterben des deutschen Buchhandels geht weiter. Ich bereite gerade ein Seminar zum Thema digitales Publizieren vor, und recherchiere die Ausgangslage. Vor kurzem lief die Meldung, dass Thalia 20 weitere Geschäfte schließen wird. Derzeit hat Thalia noch 290 Filialen in ganz Deutschland. Von den 20 Betroffenen Filialen wurden 14 bereits geschlossen.

Als Rettungsmaßnahme für die verbleibenden Buchläden wird vom Börsenverband des Deutschen Buchhandels empfohlen, auf Zusatzgeschäft zu achten. Es soll mir im Buchladen künftig verstärkt DVDs, Blu rays oder Musik-CDs angeboten werden. Ich weiß wirklich nicht, ob mich das Modell überzeugt. Ich glaub, Amazon verkauft auch DVDs.

Ist das wirklich die Rettung des Buchhandels?

Ist das wirklich die Rettung des Buchhandels?

Ich habe mir einige Buchläden angeschaut, auch von der Thalia-Konkurrenz wie beispielsweise Hugendubel. Gerade in den Bereichen Film und Musik kannten sich aber die Buchhändler nicht aus. Ein Mitarbeiter sagte sogar mir im Vertrauen: „Wenn ich DVDs verkaufen wollte, dann wäre ich in eine Videothek gegangen und nicht in eine Buchhandlung!“ Ich denke, die Änderung des eigenen Berufsbildes ist bei einigen noch nicht angekommen. Ja, Veränderung ist schwer, vor allem wenn es einen selbst betrifft.

Viele Buchläden setzen bereits jetzt schon auf Diversifikation. Dort fand ich dann Spielwaren, Spiele, Schreibwaren und sogar Schmuck. Ob diese Sachen den notwendigen Umsatz bringen, um die Buchfilialen aufrechtzuerhalten, weiß ich natürlich nicht. Ich kann in die Bilanzen der Geschäfte nicht sehen. Aber für mich als Kunde hat diese Diversifikation keinen Reiz. All diese Sachen finde ich bei Amazon und Co. auch.

Neulich war ich dagegen in einer Buchhandlung, die mich überrascht hat. Dort gab es bei Kaffee und Kuchen eine Lesung. Der Buchhändler machte Umsatz und es gab Autogramme vom Autoren. Es gibt so viele Autoren, die ihre Bücher an den Mann bringen wollen. Klassische Verlage organisieren kaum Lesungen. Jetzt ist der Autor wieder gefragt und kann tätig werden. Buchhandlung und Autor können hier ideal zusammenarbeiten und Erlebniswelten schaffen. Autoren müssen sich heute mehr denn je selbst vermarkten. Hier machen es Comic-Läden vor, wie dieses Modell funktionieren kann. Sie haben über all die Jahre eine treue Community aufgebaut, die nur zum Teil zu Amazon und Co. abgewandert ist.

Ein Beispiel ist auch der Verkauf von Kalendern. Ein ehemaliger Chef von mir betreibt den Kalenderverlag CALVENDO. Dort können Leute wie du und ich einen Kalender produzieren, der dann mit einer ISBN-Nummer ausgestattet und im Buchhandel verkauft wird.  Ich habe es in meinem Blog bereits ausführlich beschrieben. Ich sehe hier eine riesige Möglichkeit an Vorträgen in Buchhandlungen, denn das Kalendergeschäft läuft bald wieder an. Das ist eine Chance für alle Beteiligten, denn es geht um etwas Gedrucktes und nicht um Spiele und Schmuck.

 

Der Autor als Layouter

18. November 2008

Ich bin eigentlich Journalist geworden, weil ich schreiben wollte. Genauso wie ich es ein bisschen in diesem Blog mache. Doch die Realität des Alltags sieht anders aus. Das hat mir eine liebe Kollegin vor kurzem bestätigt. Sie schreibt derzeit mal wieder ein Buch, vielmehr ein Büchlein: Genau 144 Seiten müssen es werden, so schreibt es der Verlag vor, aber ganz genau, inklusive Leerseiten, Index und Inhaltsverzeichnis und – ach ja Content

Früher, so erzählte sie, wurde sie wegen ihres Know-Hows beauftragt und gab eine Word-Datei mit ihren Gedanken ab. Heute sei es anders. Wie ich selbst von meinen eigenen Erfahrungen bestätigen kann, lagern Bucheverlage die Layouttätigkeit auf die Autoren aus. Wir Autoren müssen jetzt eine komplette druckfertige Datei abliefern, bei der alle Formatierungen stimmen müssen. Wenn ein Tipp im Layout vorgesehen ist, muss der eben blau formatiert sein mit der Schrift X und Formatvorlage A und wenn es ein Praxisbeispiel sein soll, dann muss er gelb formatiert sein mit der Formatvorlage B und Schrift Y. Der Autor als Layouter. Mehr Geld gibt es übrigens auch nicht für den Mehraufwand.

Mein letztes Buch wurde genauso produziert. Jetzt fällt es mir als IT-affinen Menschen nicht so schwer (vor allem weil ich Hilfe durch meinen Co-Autoren hatte), Formatierungen einzuhalten, doch für die Kollegin ist ein Grauen. Am schwersten plagt sie sich mit dem Index am Ende des Buches und der Zuweisung der Themen. Schreibt man jetzt Online-Journalismus oder Onlinejournalismus? Hier übernimmt sie auch die Aufgaben der Schlussredaktion. Und eigentlich wollte sie nur ein neues Buch schreiben.