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Meine Reportage: S-Bahn-Chaos in München

27. Februar 2018
Nix geht mehr bei der S-Bahn München.

Nix geht mehr bei der S-Bahn München.

Eigentlich begann es ganz ausgeglichen. Es war Montag und meine Arbeitswoche sollte erst gegen 9:52 Uhr beginnen. Ich hatte gegen 13 Uhr einen Seminarstart in Waldkraiburg und wollte wie fast immer mit dem Zug zu meinem Seminar fahren, entspannt ankommen. Daraus wurde an diesem Montag nichts.
Um 7:15 Uhr K1/2 aus dem Haus gebracht, damit sie ihre S-Bahn zur Schule erwischen. Gegen 7:40 Uhr machte sich dann die Ehefrau auf dem Weg zur Münchner S-Bahn. Ich hatte also rund zwei Stunden Zeit Koffer zu packen, Kaffee zu trinken, mich über die Nachrichtenlage zu informieren.
Und dann begann es: Gattin erklärte, dass sie ihre S-Bahn erreicht hatte und scheinbar die Züge Verspätung haben. Sie schrieb von vielen Fahrgästen, die bei der Warterei auf die Züge des Münchner Verkehrsverbundes MVV froren. Sie hatte dagegen Glück gehabt und hüpfte frohen Mutes in die einfahrende S-Bahn. Doch nach wenigen Stationen begann für sie das Chaos.

Streckenagent schlägt an
Derweil empfing ich zu Hause am Smartphone Meldungen des Streckenagenten, die von einer Störung auf der Stammstrecke berichteten. Naja, nichts neues in München. Es vergeht kaum ein Tag bei dem das marode ÖPNV-System irgendeine Störung hat. Doch dann kam die Meldung: Bahnhof Pasing gesperrt. Pasing liegt im Westen von München und ist Beginn der sogenannten Stammstrecke durch die fast alle Züge des öffentlichen Personennahverkehrs müssen. Wenn Pasing gesperrt ist, dann beginnt das Chaos. Mitten im morgendlichen Berufsverkehr blieben im Westen von München zwei Züge der Linien S3 und S6 auf freier Strecke liegen. Sie mussten bei eisigen Temperaturen evakuiert werden. Die S3 wird von der Gattin benutzt und ich wollte sie später auch nutzen.
SMS an die Gattin: Die war nicht in der liegengebliebenen Bahn, sondern in einem Zug vor Pasing, der freilich auch nicht weiterkam. Sie standen und sie froren. Die Kälte an diesem Tag war besonders heftig, die Meteorologen sprachen von einer sibirischen Kälte.
Ich beobachte den Streckenagenten genau, denn mein Abfahrttermin rückte näher. Ich las in sozialen Medien, dass die beiden betroffenen S-Bahn-Züge wegen der Kälte evakuiert werden mussten. Immer wieder SMS von der Gattin, das nichts vorangeht. Irgendwann beschloss sie in Olching, wie ihre Bahn stand, den Zug zu verlassen und wieder nach Hause zu fahren, sobald ein Zug in Gegenrichtung kommt. Als Glückspilz kam sogar einer und sie war wieder zu Hause – Homeoffice war bei ihr angesagt. Eine absolut richtige Entscheidung. Telearbeitsplatz hieß das früher.

Das Chaos lag vor mir
Ich dagegen hatte den Irrsinn noch vor mir. Die Stammstrecke war zu, komplett dicht. Kurz vor dem Rosenheimer Platz blieb auf der Stammstrecke ein Zug der S7 wegen eines technischen Defekts liegen. Kurze Zeit später konnte ein Zug der S8 wegen eines Notarzteinsatzes an der Hackerbrücke nicht weiter fahren.

Dick angezogen gegen die frostigen Temperaturen.

Dick angezogen gegen die frostigen Temperaturen.

Von der Ehefrau hörte ich, dass die S2 aus Dachau die einzige Bahn sei, die noch irgendwie fahren würde. Und weil es die beste Ehefrau von allen ist, packte sie mich ins Auto und wir fuhren nach Karlsfeld, damit ich die S2 besteigen kann. Der Autoverkehr um München herum hielt sich noch in Grenzen – trotz Montag. Am Bahnhof Karlsfeld herrschte ein eisiger Wind. Die Wartenden froren sichtlich. Sie hatten Schals um den Kopf geschlungen, Mützen tief ins Gesicht gezogen. An den Händen trugen sie Handschuhe und ein eisiger Wind pfiff. Ein paar Jugendliche waren mit Sneekers und blanken Knöcheln unterwegs, Flanking eben. Flanking setzt sich zusammen aus “flashing” und “ankle”, was in etwa so viel bedeutet wie “hervorblitzender Knöchel”. Man bekommt vom Flanking selbst keine Erkältung, aber der Trend bietet Erkrankungen durchaus Vorschub, wenn das Immunsystem geschwächt ist. Dies dürfte bei sibirischen Temperaturen der Fall sein.

DIe S2 kommt - hurra.

DIe S2 kommt – hurra.

Zeitpuffer schrumpft
Ich hatte T-Shirt, Hoodie, Tweed-Mantel an und war gegen die Kälte geschützt. Und es hieß Warten. Fahrgäste diskutierten über Alternativen, wie sie zur Arbeit kommen könnten. Andere beklagten sich und grantelten auf Bayerisch herum. Es gab das eine oder andere Schimpfwort gegen die Bahn, das ich nicht zitieren werde. Und dann kam eine S2 – hurra. Die Aktion Heringsdose begann. Die Wagons waren gut gefüllt und nun kamen wir vom Bahnhof Karlsfeld auch noch in den Zug. Es wurde schön kuschelig, um es freundlich zu sagen. Ich war guter Dinge, denn ich war noch im Zeitplan. Die Aktion der Ehefrau hatte mich gerettet. Der Zug fuhr los, Richtung München. Und dann kam die Durchsage. Der Zug fährt ab Obermenzing nicht durch die Stammstrecke, sondern direkt zum Ostbahnhof über den Südring. Kurzes Erschrecken, aber nach einen Blick in die Bahn-App zeigte mir, dass ich eine andere Reiseroute nach Waldkraigburg ab Ostbahnhof nehmen kann – für mich also kein Problem.

In Laim war erst einmal Schluss.

In Laim war erst einmal Schluss.

Ein Problem kam nur als wir in Laim plötzlich stoppten und es hieß: Notarzteinsatz und der Südring sei nun auch zu. Wir saßen fest. Hoffentlich ist nichts Schlimmes passiert und – ich bin hier sehr egoistisch – hoffentlich kommen wir weiter. Ich musste den Anschlusszug am Ostbahnhof erwischen und zu meinem Seminar kommen, sonst geht mein Honorar flöten.
Minute um Minute verging. Die Situation im Zug war unangenehm. Die S-Bahn-München verfügt über keine Toiletten und es kam die Kälte von außen herein. Mein Zeitpuffer schrumpfte. Irgendwann nach einer gefühlten Ewigkeit ging es weiter. Mein Zeitpuffer war zusammengeschrumpft, aber ich konnte es noch schaffen. Der Ostbahnhof war voll mit wartenden und frierenden Reisenden. Viele Touristen wollten zum Flughafen, ganze Ströme von Werktätigen gingen Richtung U-Bahn.

Das Gedränge am Ostbahnhof war groß.

Das Gedränge am Ostbahnhof war groß.

Ich kämpfte mich zum EC nach Graz durch und schaffte es. Der Zug hatte Verspätung und damit ideal für mich. Reingesprungen und nach Rosenheim gefahren. In der bayerischen Provinz herrschte kein Chaos, aber die Kälte war da. Mein Anschluss nach Mühldorf kam pünktlich und ich stieg in Waldkraiburg aus. Alles gut, ich kam zu meinem Seminar einigermaßen pünktlich und ich hatte Glück. Meine Kinder K1/2 hatten weniger Glück und froren am Bahnhof bis ihr Zug nach Hause kam.

Kommentar: Ich habe die Schnauze voll
Insgesamt dürften allein am Morgen 200.000 Menschen betroffen gewesen sein. Die Ursache ist noch unklar. Die Kälte sei vermutlich nicht schuld, erklärte die Bahn. Gegen 19:50 Uhr kam dann die Meldung, dass meine S-Bahn wieder im Regelweg verkehrt.
Nun mein Fazit: Ich habe die Schnauze voll vom Krisenmanagement der Verantwortlichen, verzeiht die Wortwahl. Ein Oberleitungsschaden kann passieren, aber in München vergeht keine Woche, in der nicht etwas passiert. Das ganze System wurde kaputtgespart, die Technik ist marode und eine zweite Stammstrecke würde dieses Chaos nicht lösen. Es gibt keine Ringlösung. Ich bin furchtbar enttäuscht. Der einzelne Bahnmitarbeiter kann nichts dafür, aber hier wird meiner Meinung falsch geplant. Mal sehen, was uns diese Woche vom MVV noch erwartet.

Abends sollte sich die Situation entspannt haben.

Abends sollte sich die Situation entspannt haben.

Manuela Merl: Lebkuchen ans Hirn

17. Dezember 2017
Danke an Manuela Merl für das nette Paket mit Lachsack und Buch „Lebkuchen ans Hirn“.

Danke an Manuela Merl für das nette Paket mit Lachsack und Buch „Lebkuchen ans Hirn“.

Es freut mich sehr, wenn Kolleginnen und Kollegen ihr Ding durchziehen. So erging es mir bei meiner Münchner Facebook-Bekanntschaft Manuela Merl, die vor kurzem ihr Buch Lebkuchen ans Hirn veröffentlicht hat.
Lebkuchen ans Hirn ist eine Sammlung von 21 Kurzgeschichten, die sie über die Jahre geschrieben hat. Nun packte sie sich ein Herz und verarbeitete diese Geschichten zu einem Buch, das sie mir freundlicherweise kostenlos zur Verfügung stellte. Ich habe dieses Buch nicht am Stück gelesen, sondern mal hier eine Geschichte, mal dort eine Geschichte. Bewundernswert wie sehr Manuela Merl die Marketingtrommel für ihr selbstverlegtes Buch rührt. Sie ist so erfolgreich, dass sie die zweite Auflage des Buches nachdrucken ließ, denn das Buch Lebkuchen ans Hirn fand einen rasenden Absatz. Sie nutzte dabei die zahlreichen Möglichkeiten der sozialen Netzwerke und sie war live auf einer Lesung in Pasing ihres Buches anzutreffen. Ich finde es super, wie sehr sich Manuela Merl für ihr Buch Lebkuchen ans Hirn einsetzt. Dieses Engagement motiviert und motiviert auch mich, mal wieder etwas zu veröffentlichten. Mal sehen, über die Weihnachtszeit finde ich eine ruhige Minute zum Konzeptionieren.
Meine noch größere Hochachtung hat die Autorin, denn Manuela Merl ist Legasthenikerin. Und trotz dieser Schreibschwäche hat sie ein Buch mit ihren Geschichten herausgebracht. Sie greift auf ein gutes Lektorat zurück, die ihre Fehler ausbügeln, damit Manuela Merl ihre Sache durchziehen kann. Das finde ich bemerkenswert und großartig.
Die 21 Geschichten des Buches sind kleine Alltagsgeschichten, die Manuela Merl in Erinnerung geblieben sind und diese aufgeschrieben hat. Es sind, wie sie auf ihrer Website schreibt „humoristischen Geschichten aus dem Alltag ohne erhobenen Zeigefinger“. Das ist für mich der richtige Weg des Geschichtenerzählens. Sie hat zur Werbung ihres Buch eines Trailer produziert, der einen guten Überblick über den Inhalt ihres Buches gibt.

Zudem gibt es ein Video über ihre Erstlesung des Buches in Pasing. Ich finde dieses Engagement wirklich bemerkenswert.

Fotoshooting in der Milka-Eventbox #milkacollage

22. Februar 2016
Ich mach bei #milkacollage mit.

Ich mach bei #milkacollage mit.

Die lila Kuh habe ich nicht entdeckt, aber interessant war es allemal, wie neue Produkte bei Milka eingeführt werden. Es muss ein Event sein. Am Samstag schaute ich in den Pasing Arcaden in München vorbei und sah die violette Eventbox von Milka.
Trotz strömenden Regens stellten sich die Leute an, um bei #milkacollage mitzumachen und eine Tafel Karamell oder Himbeere mit ihrem Konterfei abzustauben.

Ich war freilich auch dabei. Zunächst ging alles etwas schleppend voran. Die Milka Eventbox sah zwar gut aus, aber die Technik wollte zunächst nicht. Das Programm stürzte ab oder hängte sich auf. So wurde die Software auf den Großbildmonitoren neu gestartet. Dann muhte es auch wieder und das Display zeigte die Collagen der Besucher.


Die Tafel Schokolade gab es natürlich nicht umsonst. Zunächst hieß es warten und frieren. Die sympathischen Eventdamen von Milka hatten dicke lila Anoraks, Handschuhe und einen Milka-Regenschirm (sah schon sehr gut aus). Wir Wartenden hatten nichts, aber die Eventdamen versuchten die Stimmung trotz Kälte und Nässe mit Durchhaltesprüchen zu heben. Wir standen vor der Milka Eventbox an und wurden Zug um Zug ins Innere gelassen. Zuvor galt es aber die Datenschutzerklärung von Milka zu unterzeichnen, schließlich wurde man ja fotografiert und in der Milkacollage gezeigt. Was mache ich nicht alles für eine Tafel Schokolade?


In der Box endlich angekommen, war es warm, ziemlich warm. Meine Brille beschlug sofort. In der kleinen Box arbeitete das Milka-Team zügig und professionell. Die unterschriebenen Datenschutzerklärungen wurden eingesammelt und ich konnte probieren: Karamell oder Himbeere – ich kostete beide Proben. Karamell schmeckte mir besser, eindeutig. Ich bin bei Schokolade ganz konservativ. In der Regel esse ich von Milka nur Alpenmilch und Noisette – bloß keine Experimente. Aber Karamell schmeckt.

Ja, wir hatten Spaß bei #milkacollage

Ja, wir hatten Spaß bei #milkacollage

Als ich an die Reihe kam, sollte ich mich verkleiden: Schnurrbart, Perücke, Sonnenbrille und so Outfit. Ich wählte einen Zylinder und die Milka-Fotografin setzte mich in Szene. Drei, vier Mal wurde abgedrückt und das Ergebnis auf einem Laptop sofort begutachtet. Ich wählte ein Foto aus und es wurde an den Drucker geschickt. Schließlich sollte ich meine Tafel Schokolade (Karamell) mit meiner Banderole mit meinem Gesicht darauf bekommen. Aber der Samsung-Drucker wusste wohl, dass ich ein Apple-User bin und verweigerte. Es kam erst einmal zum Papierstau. Irgendwie war bei der hohen Luftfeuchtigkeit das Papier verklebt.

Samsung mochte nicht - Papierstau.

Samsung mochte nicht – Papierstau.

Die Milka-Mannschaft versorgte uns derweil mit Schokolade, die Leute vor der Tür standen weiter im Regen und wir spielten in der Box mit iPads herum und ließen uns unsere Bilder per Mail nach Hause schicken. Als der Drucker wieder lief, kam auch die Banderole aus dem koreanischen Gerät und wurde von einer Milka-Mitarbeiterin um meine Karamell-Tafel gepackt.
Vor der Eventbox schaute ich noch auf den großen Monitor und freute mich über mein Collagenfoto bei #milkacollage. Noch schnell einen Tweet mit dem Hashtag via Twitter abgesendet und ein Bild angehängt. Noch ein Video und dann ist alles paletti. Danke liebes Milka-Team, es hat trotz Wetter Spaß gemacht. Für euch geht es jetzt nach Norden in die Republik. Bremen und Hamburg stehen auf der Reiseroute. Fazit: Karamell schmeckt, Himbeere nicht.

Lob für Social Media-Information der Polizei München

2. Januar 2016

Der Jahreswechsel war gezeichnet durch massiven Einsatz von Social Media-Berichterstattung. Zum einen war da der schreckliche Brand eines Hotelhochhauses in Dubai, zum anderen war der mögliche Terroranschlag in München. Von beiden Ereignissen wurde ich an Silvester durch soziale Netzwerke informiert.

Via Periskope sah ich mir den Brand in Dubai an.

Via Periskope sah ich mir den Brand in Dubai an.

Es zeigte sich, dass Twitter das richtige Social Media-Werkzeug in beiden Fällen war. In 140 Zeichen kamen die Breaking News auf mein iPhone. Hashtags sorgten für den entsprechenden Filter. Gegen 19:30 Uhr war es der Hotelbrand in Dubai. Und weil der Brand mitten in der Stadt lag, übertrugen einige User den Brand via Periscope. Befürchtungen, dass sich ein 11. September wiederholen konnte, kamen kurzzeitig bei den Kommenatoren auf. Verschiedene Periscope-Nutzer zeigten das brennende Haus aus verschiedenen Perspektiven und das Netz war weltweit dabei. Da ich kein Arabisch spreche, ließ ich mir nur die englischen Tweets anzeigen, um zu wissen, was vor sich ging und wie sich die Leute fühlten.

Die erste Terror-Warnung der Münchner Polizei über Twitter.

Die erste Terror-Warnung der Münchner Polizei über Twitter.

Am späteren Silvesterabend um 22:40 Uhr kam dann ein Tweet der Polizei München. Der offizielle Twitter-Account gab eine Terrorwarnung heraus. Auch auf Facebook war sie zu lesen. Man sollte in der Silvesternacht Menschenansammlungen in München meiden. Zudem wurden der Hauptbahnhof München und der Fern- und Regionalbahnhof München-Pasing geräumt. In Windeseile verbreitete sich diese Nachricht aus der Landeshauptstadt München durchs Netz. Die Netzwerkeffekte in Twitter und auch in Facebook sorgten für die entsprechende Reichweite. Als Informationsmedium hatte Facebook seine Berechtigung. Als Newstool ist es zu langsam und unbrauchbar.

Twittert vorbildlich: Die Münchner Polizei

Twittert vorbildlich: Die Münchner Polizei

Interessant war, dass der Polizeireporter des BR am nächsten Tag im Fernsehen vermeldete, dass die Münchner ja auf den Straßen waren und von den Durchsagen im Radio nichts mitbekamen. Hallo Smartphone-Generation? Auch wenn man noch so besoffen ist, das Smartphone ist dabei und über irgendeinen Kanal bekam man die Meldung schon mit. Dabei ist es egal, ob WA an diesem Abend einen Aussetzer hatte.
Ich führte im vergangenen Jahr mehrere Social Media-Schulungen für deutsche Polizisten und Ministerialverwaltungn durch und muss für mich feststellen: Die Münchner Polizei hat ihre Sache sehr, sehr gut gemacht. Chapeau. Während andere Polizeieinheiten noch im digitalen Nowhere-Land vegetieren, zeigt die Münchner Poilizei, wie Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im 21. Jahrhundert funktionieren kann. Sie nutzen Twitter nicht nur als Sende- sondern als Dialogmedium. So wurden Fragen beantwortet, ob der Flughafen auch gesperrt sei. Natürlich lag im Fall der Terrorwarnung die Hauptkommunikation auf ein Sender-Empfänger-Modell wie in klassischen Massenmedien. Der Dialog trat hier in den Hintergrund.
Bereits zur Wiesn-Zeit haben wir eine sympathische Polizei München in den sozialen Netzwerken erlebt. Einen Höhepunkt bekamen wir sicher zum Start von Star Wars VII zu sehen. Die Münchner Polizei veröffentlichte ein Fan-Plakat im Star Wars-Style und sorgte für Reichwerte und Likes.

In verschiedenen Sprachen wurde von der Polizei München getwittert.

In verschiedenen Sprachen wurde von der Polizei München getwittert.

Bei der Terrordrohung war freilich Schluss mit lustig und die Information war nüchtern, klar, schnell und vor allem professionell. Der Tweets zum drohenden Terroranschlag wurden in verschiedenen Sprachen abgesetzt, denn München ist eine internationale, offene Stadt mit vielen Gästen aus aller Welt.

Zunächst wurde klassisch gesendet, dann trat man in den Dialog ein.

Zunächst wurde klassisch gesendet, dann trat man in den Dialog ein.

Twitter, Facebook-User und klassische Massenmedien nahmen die Terrorwarnungen auf und verbreiteten sie. Der Netzwerkeffekt kam wiederum zum Tragen. Meine Timeline war voll mit dem Thema. Auf der einen Seite gab es die üblichen Silvesterbilder, auf der anderen Seite die Terrorwarnungen und entsprechende Kommentare. Das Doofvolk („Ich hab ja nichts gegen Ausländer, aber …“) war auch dabei und zündelte schon wieder am rechten Rand. Den Vogel schoss der Pegida-Heini ab.
Die Polizei setzt auf Twitter als schnelles Informationsmedium und das ist richtig so. Die Polizei schreibt: „Wir arbeiten mit Nachdruck sowie hohem Personaleinsatz an der Bereinigung der Lage sowie der Ermittlung möglicher Tatverdächtiger.
Wir halten Euch hier und auf unserer Twitter Seite @polizeimünchen auf dem Laufenden!“

Gegen 2 Uhr nachts kam noch die erste Periskope-Übertragung der Polizei hinzu.

Gegen 2 Uhr nachts kam noch die erste Periskope-Übertragung der Polizei hinzu.

Gegen 2 Uhr morgens kam zudem wieder Periscope zum Einsatz. Zum ersten Mal übertrug die Münchner Polizei ihre Pressekonferenz live via Periscope ins Netz. Zwar hatten die Polizisten noch einige Tonprobleme, aber die Botschaft kam an. Innenminister Joachim Herrmann hatte zudem ein so lautes Organ, dass man den CSU-Politiker einigermaßen verstehen konnte.
Es geht mir nicht darum, ob die Münchner Polizei hätte warnen dürfen oder nicht. Das kann ich nicht beurteilen. Mein Bauch sagt mir, dass es richtig war. Vollkommen richtig war der zeitgemäße Einsatz von Social Media. Chapeau – und ich freue mich, dieses Beispiel in meinen Social Media-Schulungen mit der Polizei zu zeigen.

Via Facebook kam dann die ausführliche Stellungnahme. Tools richtig eingesetzt.

Via Facebook kam dann die ausführliche Stellungnahme. Tools richtig eingesetzt.

Ausstellung World Press Photo in den Pasing Arcaden

16. Februar 2015

Neben Aldi und Playmobil, zwischen Döner-Bude und bayerischer Metzgerei ist bis 21. Februar 2015 in den Pasing Arcaden die exzellente Fotoausstellung World Press Photo zu sehen. Gezeigt werden auf großen Stellwänden die wichtigsten Pressefotos des Jahres 2013, die von einer renommmierten Jury gekürt wurden.

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Es ist eine Wanderausstellung und sie macht im Moment in Pasing Station und zwar dort, wo Leute anzutreffen sind. Und das finde ich gut. Die Ausstellung World Press Photo wird nicht in elitären Museen gezeigt, sondern an Orten, an denen Menschen zusammenkommen – wie eben in den Pasing Arcaden, einem großen Einkaufszentrum im Westen von München. Ich habe diese Art von Ausstellung schon früher in Pasing bewundern dürfen und darüber gebloggt. Es ist gut, dass das Pasinger Center Management die Ausstellung wieder in die Arcaden geholt hat. Shopper, die sich für Pressefotografie nicht interessieren, werden hier mit ihr konfrontiert – mit den Bilder, die sie vielleicht schon in Zeitungen, Zeitschriften oder im Internet gesehen haben. Die Menschen bleiben stehen, bewundern die Aufnahmen, diskutieren miteinander, sprechen oder schauen sich versunken Details an. Das finde ich prima – so soll es sein – Fotografie, die bewegt.

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In einem abgetrennten Bereich gibt es auch die harte Kost zu sehen. Fotos von Tod, Mord, Leid – dieser Bereich ist für Minderjährige untersagt und das Center Management hat extra einen Mann abgestellt, der darauf achtet. Das ist richtig so, denn einige der Bilder sind schockierend.

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Bei all meiner Begeisterung für die Ausstellung, habe ich dennoch einen Verbesserungsvorschlag. Als langjähriger Anhänger der Ausstellung weiß ich natürlich, dass jedes Jahr ein Katalog zur Ausstellung erscheint. Er umfasst die prämierten World Press Photos und als Journalist kaufe ich mir jedes Jahr diesen Sammelband für mich und meine Seminarteilnehmer. Leider war in der Ausstellung in Pasing kein Stand mit Büchern zusehen. Wenn die Personalkosten zu hoch für einen Stand sind, dann wäre zumindest ein Hinweisschild gut gewesen, dass es den Ausstellungskatalog in der Hugenbubel-Filliale in den Pasing Arcaden gibt, die sich im Obergeschoss befindet. So könnte der lokale Buchhandel zumindest eine Chance auf Umsatz haben. Der Katalog kostet ja 24Euro und das freundliche Personal der Hugendubel-Filliale verkaufte mir das Buch sogar mit einem Lächeln. Amazon blieb dieses Mal bei mir außen vor, aber hier der Link zu World Press Photo .

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Ach ja, die Ausstellung ist noch bis 21. Februar 2015 in den Pasing Arcaden zu sehen. Also unbedingt ansehen, wenn man in der Nähe ist.

 

Einen Vorabblick auf LEGO Star Wars Slave I – LEGO Star Wars 75060

28. Dezember 2014

Das Jahr 2015 wird ein gutes Lego-Jahr. Soviel lässt sich schon sagen. Im Lego Retail Store in den Pasing Arcaden konnte ich ein Vorab-Modell des Slave I aus der Star Wars Collectors Serie in einer Vitrine bewundern, dass es ab Januar 2015 zu kaufen gibt.

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Das Slave I-Schiff gibt es bei LEGO schon etwas länger, aber nicht in dieser Form. Seit August 2010 gab es das LEGO Star Wars 8097 – Slave I als kleines Modell, jetzt kommt der große Bruder aus der Star Wars Sammler-Serie. Bis der neue Star Wars-Film im Dezember 2015 startet, muss die Glut schließlich warm gehalten werden.

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Der neue Slave I hat die LEGO Star Wars Nummer 75060 und kommt mit 1996 Teilen daher. Für alle, die es nicht wissen: Die Slave I ist das Raumschiff von Kopfgeldjäger Boba Fett, der unter den Star Wars-Fans eine große Fangemeinde hat. Mit dabei Modell dabei sind als Figuren Boba Fett, Bespin Guard, Stormtrooper und Han Solo, letzter auch in Karbonit. Han Solo wurde im Jahr 3 NSY in Karbonit eingefroren, um die Maschine zu testen. Später sollte Luke Skywalker von seinem Vater dort eingefroren werden, was aber am Ende vom Imperium schlägt zurück scheiterte. Der geforerene Han Solo wurde Boba Fett übergeben, der ihn zu Jabba brachte.

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Die Maße des neuen Fliegers sind 20cm x 45cm x 37cm. Der Preis liegt bei 199 Euro. Interessant ist dieses Mal, dass die Slave I sehr stabil gebaut ist und trotz Sammlerstück zum Spielen geeignet ist. Der Block mit Han Solo wird elegant im Lageraum des Fliegers verstaut, ein paar Waffen wurden versteckt. Schön gestatlet ist auch die Unterseite des Fliegers. Viele technische Details sind zu sehen, unter anderem auch weil der Flieger auf seiner Halterung aufrecht steht. Wobei im LEGO Store in Pasing war der Flieger meines Erachtens falsch aufgestellt wurde – die Seitenansicht wäre eleganter.

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Hier das offizielle Lego-Video:

Pokémon-Fieber. Pokémon X und Pokémon Y kommen

16. September 2013
Werbeplakate für das neue Nintendo-Spiel in den Pasing Arkaden.

Werbeplakate für das neue Nintendo-Spiel in den Pasing Arkaden.

Langsam, aber sicher werden K1/2 nervös. Das Pokémon-Fieber hat sie erfasst und sie genießen den Marketingzirkus zur Einführung der Videospiele Pokémon X und Pokémon Y am 12. Oktober in vollen Zügen. Es wird diskutiert und gefachsimpelt. Nintendo macht es nicht schlecht und lässt immer wieder neue Informationen heraus, die bei uns zu Hause begeistert aufgenommen werden.

Unlängst besuchten wir eher zufällig in den Pasing Arkaden in München den Start der 10. Pokemon Days. Die Mitmach-Aktionen wie der ein Kostümwettbewerb, ein Fotopoint zum Versand kreativer Pokémon Day Städtegrüße, die Pokémon Day-Wirbelbox, eine Tomy Spielarena und das Pokémon Sammelkartenspiel kamen gut an. Es war schon seltsam, beim Einkaufen Pikachu in der Schlange beim Bezahlen zu treffen.

Pikachu beim Bezahlen.

Pikachu beim Bezahlen.

Alle Besucher, die ihren Nintento DS oder Nintendo 3DS sowie ihre Version Pokémon Schwarze oder Pokémon Weiße Edition oder Pokémon Schwarze 2 bzw. Pokémon Weiße Editon 2 mitbrachten – erhielten gratis das Schillernde Legendäre Pokémon Palkia auf Level 100. Und was soll ich sagen? Wir hatten natürlich kein Nintendo dabei und bekamen somit kein Palkia. Mist, Mist, Mist. Dafür beobachteten wir Kartenspieler und wurde in die Welt der Sammelkarten eingeführt. K1/2 waren aber dann doch eher an elektronischen Spielzeug interessiert.

Sie berichteten den anwesenden Fans, dass der neue Free-TV-Sender ProSieben MAXX am Samstag, 19. Oktober, eine Pokémon Zeichentrickserien-Veranstaltung im Programm hat. Fans in Deutschland können sich zunächst die Premiere von Pokémon – Der Film: Genesect und die wiedererwachte Legende mit dem unglaublich machtvollen roten Genesect und Mega-Mewtu ansehen, gefolgt von einer Vorschau der ersten beiden Folgen aus der neuesten Staffel von Pokémon – Die TV-Serie: XY. Die neu entdeckte Region in Pokémon X und Pokémon Y ist der Schauplatz der Staffel, in der neue Pokémon wie Igamaro, Fynx und Froxy zum ersten Mal die Bühne betreten. Hier das Promo-Video:

Meine Kinder warten im Juli schon begeistert, als Junichi Masuda, Spieldirektor bei GAME FREAK inc. und kreativer Kopf hinter den Videospielen Pokémon X und Pokémon Y hat im Rahmen der Japan Expo ein neues Pokémon namens Gramokles vorstellte.

Für Experten: Gramokles entsteht, wenn die Seele eines Verstorbenen Besitz von einem Schwert ergreift, das einst Menschen gehört hat. Es kann das blaue Tuch, das an seinem Griff angebracht ist, so geschickt wie einen Arm einsetzen. Greift ein Pokémon-Trainer unvorsichtigerweise nach dem Schwert, kann es vorkommen, dass er von dem blauen Tuch umwickelt und seiner Lebensenergie beraubt wird! Gramokles kann Schwerttanz erlernen, eine Attacke vom Typ Normal. Mit diesem wilden Tanz kann es seinen Kampfgeist und somit auch seinen Angriffs-Wert erhöhen. Wird die Attacke mehrmals in Folge eingesetzt, verstärkt dies ihre Wirkung. Auf diese Weise können Trainer, die diese Attacke gleich zu Beginn eines Kampfes zum Einsatz bringen, einen Gegner nach dem anderen aus dem Weg räumen.

Aber bis zur Veröffentlichung ist noch eine lange Zeit, die es zu überbrücken gilt. Es wird am 27. September eine limitierte Auflage von Nintendo 3DS XL-Systeme geben. Nintendo 3DS XL – Konsole Pokemon Xerneas-Yveltal Blue und Nintendo 3DS XL – Konsole Pokemon Xerneas-Yveltal Red Die Systeme werden von den Abbildern von Xerneas und Yveltal geschmückt, den zwei Legendären Pokémon, die die Spielepackungen von Pokémon X und Pokémon Y zieren. Die Stückzahl ist begrenzt, so Nintendo. In Pokémon X und Pokémon Y wird den Spielern dank der Spielfunktion PokéMonAmi eine Möglichkeit geboten, sich mit ihren Pokémon zu beschäftigen. Diese über den Touchscreen des Nintendo 3DS-Systems zu bedienende Interaktionsmöglichkeit wird nicht nur die Bande zwischen Trainer und Pokémon stärken, sondern den Spielern zudem im Kampf zugutekommen.

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Auf der E3 wurde bestätigt, dass das unlängst entdeckte Pokémon Feelinara dem brandneuen Typ Fee angehört. Die Einführung dieses neuen Typs in die Welt der Pokémon ist die erste seit einem Jahrzehnt und stellt somit ein Ereignis von besonderer Tragweite dar. Vertreter dieses Typs, wie etwa Feelinara und seine Feen-Attacken, erweisen sich als überaus effektiv gegenüber Drachen-Pokémon, welchen bislang nur mit Drachen- oder Eis-Attacken beizukommen war! Dem neuen Typ werden nicht nur jüngst entdeckte Pokémon wie Feelinara, sondern auch vertraute Pokémon älterer Spieltitel wie etwa Guardevoir, Marill oder Pummeluff angehören, für die in Pokémon X und Pokémon Y eigens die Typenzugehörigkeit geändert wurde. Als 18. Pokémon-Typ wird der Feen-Typ die Spieler im Kampf vor neue strategische Herausforderungen stellen.

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Bärenstark: Wir basteln uns einen Teddybär

6. September 2013

Alle Bärenfreunden geht bei den Bärenmachern das Herz auf. Ich habe die erfolgreiche Kette vor kurzem in den Münchner Pasing Arkaden entdeckt und finde die Geschäftsidee hervorragend. Kinder und Eltern können sich ihren persönlichen Bären selbst anfertigen, getreu dem Firmennamen Build a Bear.

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Wie entsteht der persönliche Bär? Zunächst muss der Bärenfreund das Fell des Bären aussuchen. Hier stehen verschiedene Felle zur Auswahl: Flauschig, strubbelig und in verschiedenen Farben, mal als grüner Frosch, mal als Hase mit langen Ohren, mal sogar als Hello Kitty, getreu dem Motto: Wer die Wahl hat, hat die Qual.

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Anschließend wird der Bär mit Watte gefüllt. In einer drehenden Trommel befindet sich die Watte und über einen Schlauch wird der Bär befüllt. Dabei tritt das Kind ein Fußpedal und kann die Menge der Füllung steuern. Zudem muss sich das Kind ein Herz aussuchen, reiben und ein Küsschen geben. Mit einem geheimen Wunsch verstehen, wird das Herz in den Bären eingenäht. Es ist ein bisschen, wie Leben einhauchen. Wir haben verzichtet dem Bären ein Geräusch zu geben. Ein Soundchip hätte in den Bären implantiert werden können, aber die Geräusche hatten uns nicht gefallen und sind außerdem störend.

Nach einem Aufbürsten kann der Bärenfreund jetzt Klamotten und Schuhe aussuchen. Aktuell steht Oktoberfest-Kleidung hoch im Kurs. Auch das haben wir unterlassen, weil ein Bär zum Kuscheln da sein soll und nicht zum Anziehen. Und die Wiesn mag bei uns auch keiner. Am Ende gibt es noch eine Geburtsurkunde und einen Bärenpass sowie ein Bärenhaus aus Pappe.

Die Kinder sind von dem System begeistert. Die Mitarbeiterinnen von Build a Bear gehen wunderbar auf die Kinder ein und fragen immer wieder nach.

Also, die Kinder fanden ihren Bären und den Bärenworkshop bärenstark und ich selbst ertappte mich dabei, dass ich schon über das ein oder andere Bärenfell strich.