Posts Tagged ‘Ausstellungskatalog’

Europäisches Hansemuseum – so muss Museum heute sein

18. September 2019
Die Kaufleute der Hanse.

Die Kaufleute der Hanse.

So stelle ich mir ein Museum mit moderner, zeitgemäßer Museumskonzeption vor. Am Ende meines Aufenthalts in Lübeck besuchte ich das Europäische Hansemuseum und es war schlichtweg ein Erlebnis.
Die Hanse ist eine Mischung aus EU, NATO und OPEC des Mittelalters und nachdem ich bereits in zahlreichen Hansestädten war, war Lübeck das Zentrum dieses Reichs von Kaufmänner. Ich war von dem Museum so begeistert, dass ich mir gleich den Museumskatalog und zwei Bücher Die Hanse und Die Deutsche Hanse: Eine heimliche Supermacht im Shop kaufte und auf der 6 stündigen Heimfahrt nach Bayern verschlang.

Der Eingang zum Museum.

Der Eingang zum Museum.

Was begeisterte mich an dem Europäischen Hansemuseum? Es begann mit dem Ticket. Der Preis von 13 Euro beinhaltete das Museum und das Burgklosters, was aber aufgrund von Renovierungsarbeiten und Aufbau einer Tanzveranstaltung nur teilweise zu besichtigen war. Einen Preisnachlass gab es aber nicht. Nun, mir ging es erst mal um das Hansemuseum. Ein Eintrittskarte beinhaltet einen NFC-Code. Im Eingangsbereich mache ich meine Karte scharf, wähle aus einer von vier Sprachen. Bei mir war es Deutsch, aber es gibt auch Englisch, Schwedisch und Russisch – interessant, denn in Bayern hätte Italienisch oder Französisch dazu gehört und sicherlich Chinesisch. Dann kann ich eine von 50 europäischen Städten wählen unter deren Sichtweise meine Führung steht und zum Schluss kann ich noch ein Interessengebiet auswählen. So stelle ich mir eine individuelle Führung durch das Hansemuseum zusammen. Ich halte meine Karte vor die Monitore und ein individueller Inhalt wird angespielt – so muss Museum heute sein.

An einem Einführungsmonitor am Anfang jeder Szene gibt es einen Überblick über die dort dargestellte historische Situation. Sie wurde auf Basis aktueller Forschungsergebnisse rekonstruiert, wird mir von den Guides zu Beginn meiner Tour vermittelt. Der Rundgang ist didaktisch hervorragend aufgebaut. Es gibt so genannte Kabinette mit historischem Material und zahlreichen Erläuterungen. Dem schließen sich Räume mit Szenen in historischen Kulissen an.
Der Rundgang startet mit einer Fahrt eines Aufzugs nach unten. Hier gibt es eine Art Luftschleuse, damit die historische Grabung nicht beschädigt wird. Es zeigt die Ursprünge Lübecks und historische Schichten des Burghügels.

Dann folgen Informationen über den wegweisenden Zusammenschluss an der Newa um 1193. So geht es weiter mit Lübeck um 1226, London 1550, Hansetag 1518, Handel & Glaube, die Pest um 1367 und Brügge um 1361. Mir als Filmfreund kamen die Setbauten von Filmbau Decotec entgegen. Auch das Filmstudio Babelsberg Potsdam schuf Figuren. Den Vorwurf von „erdachten Welten“ halte ich für nicht angebracht, basiert die Konzeption und Darstellung auf historischen Fakten. In dieser Art kann ich historisches Wissen vermitteln – und es macht auch noch Spaß. Ich kam aus dem Staunen nicht mehr heraus und kann gar nicht sagen, welcher Raum mir am besten gefallen hat. Wahrscheinlich war es die Idee der Hanse: Der Zusammenschluss von Menschen mit gleichem Interesse, die die Welt verändern.

Leider hatte ich nur 2,5 Stunden Zeit, die sollte man sich aber auch nehmen. Beim nächsten Lübeck-Besuch nehme ich mir einen Tag Zeit, denn alle Tafeln und Hinweise konnte ich vor Ort nicht lesen – aber ich habe ja den exzellenten Ausstellungskatalog gekauft und verschlungen. Bald fahre ich nach Riga und werde mein Hanse-Wissen dort angeberisch anbringen.

Ein paar Zahlen und Fakten um das Hansemuseum. Das Hansemuseum war im April 2015 Tagungsort der Außenminister der G7-Staaten. Offiziell eröffnet wurde es am 27. Mai 2015 von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Der Museumsbetrieb wurde am 30. Mai 2015 aufgenommen.

Hier mein Videorundgang in drei Teilen:

Buchtipp Star Wars Identities – Schlussstrich unter dem Amoklauf München

22. Juli 2017
Nach einem Jahr endlich ausgepackt: Katalog zu Star Wars Identities

Nach einem Jahr endlich ausgepackt: Katalog zu Star Wars Identities

Am 22. Juli jährt sich der Münchner Amoklaufs. Heute vor einem Jahr ermordete ein Schüler am Münchner Olympia Einkaufszentrum OEZ zahlreiche Menschen. Ich war damals mit meinem Sohn in München in der Star Wars Identities Ausstellung und wir waren von den Ereignissen betroffen. Meine Eindrücke vom Amoklauf habe ich gebloggt. Mein Sohn und ich verbrachten damals einen schönen Tag in der kleinen Olympiahalle und genossen die Wanderausstellung. Zum Abschluss kauften wir die Luxus-Ausgabe des Ausstellungskatalogs und die Sammlung der gerollten Ausstellungsplakate. Dann kam der Amoklauf und der weitere Tag verlief anders geplant. Der Tag machte uns Angst und Vater und Sohn hatten ein prägendes Erlebnis,
Ein Jahr stand die Tüte mit dem Ausstellungskatalog zu Hause bei uns herum. Immer wieder warf ich einen Blick auf die weiße Tüte. Ich hatte keinen Bedarf mich mit dem Katalog zu beschäftigen. Auch die Plakate waren noch originalverpackt und versiegelt. Wir nahmen durch den Amoklauf zwar keinerlei Schaden, aber es war eine intensive Erfahrung. Mir wurde damals bewusst, wie schnell sich mein geordnetes Leben verändern kann.
Die Tüte mit den Ausstellungskatalog stand also bei uns herum. Ich hatte keine Lust, mir die Erfahrung nochmals in Erinnerung zu rufen. Aber nach einem Jahren ist für mich Zeit gekommen und einen Schlussstrich zu ziehen. So doof es klingt: Ich packe jetzt diesen Ausstellungskatalog aus und erinnere mich wieder an eine wunderbare Star Wars-Ausstellung. Hier meine Eindrücke von der Ausstellung.

In dieser Tüte lag der Katalog ein Jahr herum.

In dieser Tüte lag der Katalog ein Jahr herum.

Ich legte damals 40 Euro für den Ausstellungskatalog auf den Tisch. Wir wählten als Star Wars-Fans die Luxus-Ausgabe mit einem Druck von Darth Vader. Der gebundene Katalog kommt in einem Karton daher.
Die Star Wars Identities lieferte für Fans enorm viele Details und es war tolle Sache viele Modelle, Sketches, Zeichnungen und Kostüme im Original zu sehen. Ich habe die Ausstellung damals Stück für Stück dokumentiert mit Fotos und Videos.
Nach einem Jahr kommen die Erinnerungen an diese wunderbaren Ausstellungsstücke wieder hoch. In einem Unboxing-Video stelle ich den Ausstellungskatalog vor. Ich kann jedem Star Wars-Fan diesen Ausstellungskatalog von Star Wars Identities absolut empfehlen.

 

Buchtipps: Rock’n Roll-Chamäleon David Bowie

26. Mai 2015
Im September 20515 erscheint diese Bowie-Fotobuch bei Taschen. Die Fotos stammen von Mick Rock. Foto: Taschen

Im September 20515 erscheint diese Bowie-Fotobuch bei Taschen. Die Fotos stammen von Mick Rock. Foto: Taschen

Bis September muss ich wohl warten, bis ich das opulente Bilderwerk The Rise of David Bowie 1972-1973 in den Händen halten kann. Zwischen 500 und 1250 Euro will der Taschen-Verlag für dieses Buch mit den Fotografien von Mick Rock haben. Mick Rock war der offizielle Tourfotograf der Auftritte des David Bowie-Albums The Rise and Fall of Ziggy Stardust and the Spiders from Mars. Was bisher an Fotos von Taschen veröffentlicht wurde, ist eine Augenweide. Das Rock’n Roll-Chamäleon David Bowie faszinierte und schockte als Ziggy Stardust die Musikwelt. Der Konzertfilm zeigt eindringlich, wie sich Bowie inszenierte und zu einem besten Bestandteil der britischen Rockmusik wurde.

So wird das Fotobuch von Taschen wohl aussehen. Foto: Taschen

So wird das Fotobuch von Taschen wohl aussehen. Foto: Taschen

Bowie gibt in der Popkultur den Ton an und das Buch von Mick Rock wird es zeigen. Diese limitierte Collector’s Edition zeigt das Beste aus Mick Rocks Bowie-Portfolio, Bilder von spektakulären Liveshows, Porträts aus dem Backstagebereich, Coverfotos und Standbilder aus Promofilmen; rund fünfzig Prozent dieser Aufnahmen werden hier erstmals gezeigt und gewähren neue und überraschende Einblicke in die vielen Facetten von Bowies schillernder Persönlichkeit. Aber bis September muss ich wohl warten, bis ich das Buch in den Händen halte – ich freue mich schon darauf.

Ausstellungskataloge zur Berliner Bowie-Ausstellung: Hard- und Softcover.

Ausstellungskataloge zur Berliner Bowie-Ausstellung: Hard- und Softcover.

Die Zeit des Warten überbrücke ich mit einem anderen wunderbaren Buch über David Bowie. Diejenigen, die die große David Bowie Ausstellung in Berlin verpasst haben, bleibt der Kauf des großartigen Kataloges der Ausstellung David Bowie, erschienen bei Knesebeck. Die Restauflage gibt es noch. Der Katalog ist in zwei Versionen erschienen. Einmal in einer preiswerten Softcover-Version, und dann eine etwas aufwändigeren Hardcover Version.


Ich habe mir den Katalog vor allem wegen der Kostüme von David Bowie gekauft. Bowie war immer und zu jeder Zeit eine Mode- und Stil-Ikone. So ist es kein Wunder, dass der Mode Hersteller Gucci einer der Sponsoren der Ausstellung war.

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Ich liebe die verschiedenen Stile, die Bowie kreiert hat: begonnen als Ziggy über Aladdin Sane bis hin zum Thin White Duke. Was muss es eine Provokation gewesen sein, als David Bowie als androgyner Außerirdischer auf die Bühne kam und das Publikum schockierte. Das Spiel der Geschlechter beherrschte Bowie perfekt und die Ausstellung zeigte hervorragend dieses Spiel. Wer Lady Gaga oder ähnliche Pop-Sternchen heute bewundert, sollte sich bewusst machen, woher die Ideen kommen. Bowie hatte sie, inszenierte sich, veränderte sich, provozierte und interpretierte. Für mich ist David Bowie einer der wenigen dauerhaften Künstler, die sich immer wieder neu erfinden. Und dabei will ich erst gar nicht auf seinen enormen Einfluss auf die Musik sprechen, die in diesem Ausstellungskatalog freilich auch nicht zu kurz kommt.

Na, wer kann mitsingen?

Na, wer kann mitsingen?

Und ich merke, es wird Zeit wieder ein wenig mehr von David Bowie zu hören. Ich entscheide mich mal für die Berliner Phase mit Low (1977), Heroes (1977) und Lodger (1979).

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Ausstellung World Press Photo in den Pasing Arcaden

16. Februar 2015

Neben Aldi und Playmobil, zwischen Döner-Bude und bayerischer Metzgerei ist bis 21. Februar 2015 in den Pasing Arcaden die exzellente Fotoausstellung World Press Photo zu sehen. Gezeigt werden auf großen Stellwänden die wichtigsten Pressefotos des Jahres 2013, die von einer renommmierten Jury gekürt wurden.

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Es ist eine Wanderausstellung und sie macht im Moment in Pasing Station und zwar dort, wo Leute anzutreffen sind. Und das finde ich gut. Die Ausstellung World Press Photo wird nicht in elitären Museen gezeigt, sondern an Orten, an denen Menschen zusammenkommen – wie eben in den Pasing Arcaden, einem großen Einkaufszentrum im Westen von München. Ich habe diese Art von Ausstellung schon früher in Pasing bewundern dürfen und darüber gebloggt. Es ist gut, dass das Pasinger Center Management die Ausstellung wieder in die Arcaden geholt hat. Shopper, die sich für Pressefotografie nicht interessieren, werden hier mit ihr konfrontiert – mit den Bilder, die sie vielleicht schon in Zeitungen, Zeitschriften oder im Internet gesehen haben. Die Menschen bleiben stehen, bewundern die Aufnahmen, diskutieren miteinander, sprechen oder schauen sich versunken Details an. Das finde ich prima – so soll es sein – Fotografie, die bewegt.

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In einem abgetrennten Bereich gibt es auch die harte Kost zu sehen. Fotos von Tod, Mord, Leid – dieser Bereich ist für Minderjährige untersagt und das Center Management hat extra einen Mann abgestellt, der darauf achtet. Das ist richtig so, denn einige der Bilder sind schockierend.

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Bei all meiner Begeisterung für die Ausstellung, habe ich dennoch einen Verbesserungsvorschlag. Als langjähriger Anhänger der Ausstellung weiß ich natürlich, dass jedes Jahr ein Katalog zur Ausstellung erscheint. Er umfasst die prämierten World Press Photos und als Journalist kaufe ich mir jedes Jahr diesen Sammelband für mich und meine Seminarteilnehmer. Leider war in der Ausstellung in Pasing kein Stand mit Büchern zusehen. Wenn die Personalkosten zu hoch für einen Stand sind, dann wäre zumindest ein Hinweisschild gut gewesen, dass es den Ausstellungskatalog in der Hugenbubel-Filliale in den Pasing Arcaden gibt, die sich im Obergeschoss befindet. So könnte der lokale Buchhandel zumindest eine Chance auf Umsatz haben. Der Katalog kostet ja 24Euro und das freundliche Personal der Hugendubel-Filliale verkaufte mir das Buch sogar mit einem Lächeln. Amazon blieb dieses Mal bei mir außen vor, aber hier der Link zu World Press Photo .

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Ach ja, die Ausstellung ist noch bis 21. Februar 2015 in den Pasing Arcaden zu sehen. Also unbedingt ansehen, wenn man in der Nähe ist.