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Filmtipp: Eleonore – Horrorfilm von 1975

27. Juni 2021

Der Film Eleonore ist für mich in doppelter Hinsicht ein vergessener Film. Zum einen ist der Film in der Reihe vergessene Historienfilme auf DVD erschienen, zum anderen hatte ich diesen Film auf DVD in meinem Archiv vergessen und wurde erst wieder von meinem Filmkollegen Stefan Preis erinnert, dass der Film seit zehn Jahren in meinem Besitz ist.

Der Film Eleonore ist für mich in doppelter Hinsicht ein vergessener Film. Zum einen ist der Film in der Reihe vergessene Historienfilme auf DVD erschienen, zum anderen hatte ich diesen Film auf DVD in meinem Archiv vergessen und wurde erst wieder von meinem Filmkollegen Stefan Preis erinnert, dass der Film seit zehn Jahren in meinem Besitz ist.
Eleonore ist ein wunderbarer Schauerfilm aus dem Jahre 1975 unter der Regie von Juan Bunel, der Sohn des großen Bunel. Wie ich recherchierte, lief der Film vor Urzeiten wohl im deutschen Fernsehen und war dann in den Archiven verschwunden. Erst das Voulez vous-Label brachte den Film wieder zum Vorschein mit einer DVD-Veröffentlichung aus dem Jahre 2010. Ich habe keine Bluray-Fassung des romantischen Horrors bisher gefunden. Verdient hätte es dieser Klassiker allemal.


Als ich mir den Film damals blind gekauft hatte, ging ich fälschlicherweise von einer literarischen Vorlage von Edgar Allen Poe aus. Aber ich täuschte mich: Eleonore wurde geschrieben von Ludwig Tieck (1773 bis 1853). Die Verfilmung hat eine Besetzung, die sich sehen lassen kann. Vor der Kamera der große Michel Piccoli sowie die großartige Liv Ullmann und eine bezaubernde junge Ornella Muti. Hinter der Kamera stand Luciano Tovoli, den wir später bei Argento wieder treffen. Den Score schuf Ennio Morricone – was muss man also noch sagen?

Auf DVD erschien der Film als Historienfilm, was dem Werk aber nicht gerecht wird. Ich würde ihn als Grusel- oder Schauerfilm, wenn nicht gar als Horrorfilm, aber auf jeden Fall zum fantastischen Film einordnen. Die ersten 50 Minuten sind ein Melodram über den Verlust der großen Liebe und die Sehnsucht nach ihr und es ist große Schauspielkunst. Der Ritter Richard verliert seine Eleonore bei einem Reitunfall und begräbt sie trauernd in einer Gruft. Er kommt aber nicht los von ihr, heiratet ein junges Ding und wird Vater von zwei Jungs. Das Herz und der Verstand bleiben aber in Erinnerung an Eleonore.

Nach 50 Minuten taucht ein Fremder auf und bringt die Verstorbene zurück ins Leben. Und nun beginnt der Horror. Eine unschuldige Hexe wird verbrannt, die Pest geht um. Die Untote tötet Kinder in der Umgebung und auch die Stiefsöhne müssen daran glauben. Der Untoten ist nicht bewusst, dass sie tot war und ins Leben zurückgeholt wurde. Scheinbar wird sie nur am Leben erhalten, wenn sie Kinder tötet. Das Leben ernährt sie und daher die Anleihen vom Vampirfilm. Dennoch ist in in Eleonore kein Tropfen Blut oder spitze Zähne zu sehen. Jugend als Lebenselixier.

Im Grunde eine Mischung aus dem Vampirthema und Rebecca von Daphne du Maurier in der Hitchcock-Verfilmung. Eleonore als tragische Figur. Richard verfällt der Untoten immer mehr, will sie aber dennoch mit Zauberei bezwingen und geht aber gemeinsam in den Tod.

Europäisches Hansemuseum – so muss Museum heute sein

18. September 2019

Die Kaufleute der Hanse.

Die Kaufleute der Hanse.

So stelle ich mir ein Museum mit moderner, zeitgemäßer Museumskonzeption vor. Am Ende meines Aufenthalts in Lübeck besuchte ich das Europäische Hansemuseum und es war schlichtweg ein Erlebnis.
Die Hanse ist eine Mischung aus EU, NATO und OPEC des Mittelalters und nachdem ich bereits in zahlreichen Hansestädten war, war Lübeck das Zentrum dieses Reichs von Kaufmänner. Ich war von dem Museum so begeistert, dass ich mir gleich den Museumskatalog und zwei Bücher Die Hanse und Die Deutsche Hanse: Eine heimliche Supermacht im Shop kaufte und auf der 6 stündigen Heimfahrt nach Bayern verschlang.

Der Eingang zum Museum.

Der Eingang zum Museum.

Was begeisterte mich an dem Europäischen Hansemuseum? Es begann mit dem Ticket. Der Preis von 13 Euro beinhaltete das Museum und das Burgklosters, was aber aufgrund von Renovierungsarbeiten und Aufbau einer Tanzveranstaltung nur teilweise zu besichtigen war. Einen Preisnachlass gab es aber nicht. Nun, mir ging es erst mal um das Hansemuseum. Ein Eintrittskarte beinhaltet einen NFC-Code. Im Eingangsbereich mache ich meine Karte scharf, wähle aus einer von vier Sprachen. Bei mir war es Deutsch, aber es gibt auch Englisch, Schwedisch und Russisch – interessant, denn in Bayern hätte Italienisch oder Französisch dazu gehört und sicherlich Chinesisch. Dann kann ich eine von 50 europäischen Städten wählen unter deren Sichtweise meine Führung steht und zum Schluss kann ich noch ein Interessengebiet auswählen. So stelle ich mir eine individuelle Führung durch das Hansemuseum zusammen. Ich halte meine Karte vor die Monitore und ein individueller Inhalt wird angespielt – so muss Museum heute sein.

An einem Einführungsmonitor am Anfang jeder Szene gibt es einen Überblick über die dort dargestellte historische Situation. Sie wurde auf Basis aktueller Forschungsergebnisse rekonstruiert, wird mir von den Guides zu Beginn meiner Tour vermittelt. Der Rundgang ist didaktisch hervorragend aufgebaut. Es gibt so genannte Kabinette mit historischem Material und zahlreichen Erläuterungen. Dem schließen sich Räume mit Szenen in historischen Kulissen an.
Der Rundgang startet mit einer Fahrt eines Aufzugs nach unten. Hier gibt es eine Art Luftschleuse, damit die historische Grabung nicht beschädigt wird. Es zeigt die Ursprünge Lübecks und historische Schichten des Burghügels.

Dann folgen Informationen über den wegweisenden Zusammenschluss an der Newa um 1193. So geht es weiter mit Lübeck um 1226, London 1550, Hansetag 1518, Handel & Glaube, die Pest um 1367 und Brügge um 1361. Mir als Filmfreund kamen die Setbauten von Filmbau Decotec entgegen. Auch das Filmstudio Babelsberg Potsdam schuf Figuren. Den Vorwurf von „erdachten Welten“ halte ich für nicht angebracht, basiert die Konzeption und Darstellung auf historischen Fakten. In dieser Art kann ich historisches Wissen vermitteln – und es macht auch noch Spaß. Ich kam aus dem Staunen nicht mehr heraus und kann gar nicht sagen, welcher Raum mir am besten gefallen hat. Wahrscheinlich war es die Idee der Hanse: Der Zusammenschluss von Menschen mit gleichem Interesse, die die Welt verändern.

Leider hatte ich nur 2,5 Stunden Zeit, die sollte man sich aber auch nehmen. Beim nächsten Lübeck-Besuch nehme ich mir einen Tag Zeit, denn alle Tafeln und Hinweise konnte ich vor Ort nicht lesen – aber ich habe ja den exzellenten Ausstellungskatalog gekauft und verschlungen. Bald fahre ich nach Riga und werde mein Hanse-Wissen dort angeberisch anbringen.

Ein paar Zahlen und Fakten um das Hansemuseum. Das Hansemuseum war im April 2015 Tagungsort der Außenminister der G7-Staaten. Offiziell eröffnet wurde es am 27. Mai 2015 von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Der Museumsbetrieb wurde am 30. Mai 2015 aufgenommen.

Hier mein Videorundgang in drei Teilen: