Posts Tagged ‘Hexe’

Filmtipp: The City of the Dead – Stadt der Toten

31. August 2021

Eigentlich ist der Film purer Trash, aber irgendwie sind mir viele Szenen in Erinnerung geblieben und diese steigen dann und wann aus dem kollektiven Film Gedächtnis auf. Gemeint ist der alte Hexenfilm: The City of the Dead – Stadt der Toten.

Der Film The City of the Dead – Stadt der Toten aus Großbritannien entstand im Jahre 1960 und lief dort auch unter Horror Hotel in den Kinos. Ich hatte den Film als Jugendlicher auf Super 8 gesehen und er faszinierte mich wegen des Themas. Hexenfilme waren damals eher ungewöhnlich in meinem Repertoire, dass vor allem von den klassischen Monstern wie Dracula, Frankenstein oder dem Werwolf geprägt war. Ich erinnere mich, wie mich die Atmosphäre des Schwarzweißfilms gepackt hatte, vor allem die späte Opferungsszene auf den Friedhof.

Jahre vergingen, doch der Film blieb mir irgendwie in Erinnerung. Vor kurzem gab es die Gelegenheit, diesen Trash wieder auf Super 8 zu erstehen. Ich hab natürlich zugeschlagen und mir den 70 Meter langen Streifen angeschaut und mich in meine Zeit als Teenager zurückversetzt. „Nur für starke Nerven“ warnte mich das Cover von Piccolo Film. Der Titel lautete „Hexen – Quälen, Schänden, Töten“. Und die Dachzeile „Eines der grausamsten Kapitel des Mittelalters“.

70 Meter bedeuten 8 Minuten Laufzeit. Interessant, wie mich diese 8 Minuten damals geprägt haben. Natürlich war der Film inhaltlich enttäuschend, aber auf die Emotionen kommt es an. Von wegen Mittelalter, von wegen Quälen, Schänden, Töten.

Und so sah ich, dass es von The City of the Dead – Stadt der Toten ein Mediabook mit Bluray und DVD sowie Booklet gab. Klar, das Ding musste her. Den Kauf der Super 8-Kopie hätte ich mir sparen können, denn die Version war auf den Extras der Discs restauriert auch abgelegt. Aber natürlich entfiel damit der Aufbau des Projektor und das Ritual des Knatterns.

Der Film ist sehenswert durch die Schauspielkunst von Christopher Lee als Prof. Allan Driscoll. Und es gibt Parallelen zu Hitchcocks Psycho, der im gleichen Jahr entstanden ist. Die Hauptdarstellerin segnet im ersten Drittel des Films das Zeitliche. Und das war es auch dann schon: Bei Hitchcock war der Star Janet Leigh, in Stadt der Toten war es die eher unbekannte Venetia Stevenson, die acht Jahre mit dem Sänger Don Everly von den Everly Brothers verheiratet war.

Filmtipp: Eleonore – Horrorfilm von 1975

27. Juni 2021

Der Film Eleonore ist für mich in doppelter Hinsicht ein vergessener Film. Zum einen ist der Film in der Reihe vergessene Historienfilme auf DVD erschienen, zum anderen hatte ich diesen Film auf DVD in meinem Archiv vergessen und wurde erst wieder von meinem Filmkollegen Stefan Preis erinnert, dass der Film seit zehn Jahren in meinem Besitz ist.

Der Film Eleonore ist für mich in doppelter Hinsicht ein vergessener Film. Zum einen ist der Film in der Reihe vergessene Historienfilme auf DVD erschienen, zum anderen hatte ich diesen Film auf DVD in meinem Archiv vergessen und wurde erst wieder von meinem Filmkollegen Stefan Preis erinnert, dass der Film seit zehn Jahren in meinem Besitz ist.
Eleonore ist ein wunderbarer Schauerfilm aus dem Jahre 1975 unter der Regie von Juan Bunel, der Sohn des großen Bunel. Wie ich recherchierte, lief der Film vor Urzeiten wohl im deutschen Fernsehen und war dann in den Archiven verschwunden. Erst das Voulez vous-Label brachte den Film wieder zum Vorschein mit einer DVD-Veröffentlichung aus dem Jahre 2010. Ich habe keine Bluray-Fassung des romantischen Horrors bisher gefunden. Verdient hätte es dieser Klassiker allemal.


Als ich mir den Film damals blind gekauft hatte, ging ich fälschlicherweise von einer literarischen Vorlage von Edgar Allen Poe aus. Aber ich täuschte mich: Eleonore wurde geschrieben von Ludwig Tieck (1773 bis 1853). Die Verfilmung hat eine Besetzung, die sich sehen lassen kann. Vor der Kamera der große Michel Piccoli sowie die großartige Liv Ullmann und eine bezaubernde junge Ornella Muti. Hinter der Kamera stand Luciano Tovoli, den wir später bei Argento wieder treffen. Den Score schuf Ennio Morricone – was muss man also noch sagen?

Auf DVD erschien der Film als Historienfilm, was dem Werk aber nicht gerecht wird. Ich würde ihn als Grusel- oder Schauerfilm, wenn nicht gar als Horrorfilm, aber auf jeden Fall zum fantastischen Film einordnen. Die ersten 50 Minuten sind ein Melodram über den Verlust der großen Liebe und die Sehnsucht nach ihr und es ist große Schauspielkunst. Der Ritter Richard verliert seine Eleonore bei einem Reitunfall und begräbt sie trauernd in einer Gruft. Er kommt aber nicht los von ihr, heiratet ein junges Ding und wird Vater von zwei Jungs. Das Herz und der Verstand bleiben aber in Erinnerung an Eleonore.

Nach 50 Minuten taucht ein Fremder auf und bringt die Verstorbene zurück ins Leben. Und nun beginnt der Horror. Eine unschuldige Hexe wird verbrannt, die Pest geht um. Die Untote tötet Kinder in der Umgebung und auch die Stiefsöhne müssen daran glauben. Der Untoten ist nicht bewusst, dass sie tot war und ins Leben zurückgeholt wurde. Scheinbar wird sie nur am Leben erhalten, wenn sie Kinder tötet. Das Leben ernährt sie und daher die Anleihen vom Vampirfilm. Dennoch ist in in Eleonore kein Tropfen Blut oder spitze Zähne zu sehen. Jugend als Lebenselixier.

Im Grunde eine Mischung aus dem Vampirthema und Rebecca von Daphne du Maurier in der Hitchcock-Verfilmung. Eleonore als tragische Figur. Richard verfällt der Untoten immer mehr, will sie aber dennoch mit Zauberei bezwingen und geht aber gemeinsam in den Tod.

Filmtipp: Hagazussa von Lukas Feigelfeld

21. Mai 2021

Hexenfilme gibt es im Horrorgenre weniger als andere Ausprägungen wie Vampire oder gestörte Killer. Eine Perle dieses Subgenres kommt aus Deutschland von Lukas Feigelfeld. Hagazussa – der Hexenfluch ist bildgewaltiges, eindringliches Kino, aber zugleich schwere Kost.

Hagazussa ist althochdeutsch für Hexe und da fängt der Tiefgang des zutiefst emotionalen Streifens schon an. Es ist Kopfkino pur – lange Aufnahmen, keine schnelle Montage. Es ist nichts für flüchtige Zapper oder Effektfrekas, sondern der Film verlangt unbedingte Konzentration und ein Einlassen auf die gezeigten Bilder. Der Film war der Abschlussfilm von Regisseur Feigelfeld an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin und ich bin von diesem Talent extrem angetan. Hagazussa kommt mit wenigen Dialogen aus, bringt stattdessen eindrucksvolle Bilder von Kamerafrau Mariel Baqueiro, untermalt von Ambientgothic-Musik vom MMMD. Feigelfeld zitiert Tarkowski, Bergman und Kubrick.

Ich habe mir den Film Hagazussa – Der Hexenfluch laut über Kopfhörer angehört und ich bekam es mit der Angst zu tun. Die Atmosphäre ist gespenstisch. Die Naturwirkung ist expressionistisch und knüpft an große Vorbilder wie Murnau an.
Die wenigen Darsteller sind exzellent besetzt, vor allem Aleksandra Cwen als Albrun, die von ihrer Umgebung als Hexe bezeichnet wird.

Kurz die Handlung: Albrun führt gemeinsam mit ihrer Mutter im 15. Jahrhundert ein karges Leben in einer Berghütte in Österreich. Der plötzliche Tod ihrer Mutter nimmt sie schwer mit, außerdem wird sie von den Dorfbewohnern für eine Hexe gehalten. Sie hat selbst ein Kind, jedoch keinen Ehemann. Albrun findet schließlich eine Freundin in einer anderen Frau aus der Gegend. Doch fortan plagen sie Visionen. Sie spürt, dass im Wald etwas Böses auf sie lauert.
Durch den Genuss von Pilzen fängt Albrun an zu halluzinieren, ertränkt ihr Kind und verfällt ihrem Wahn. Sichtbar schmerzhaft für Albrun, aber auch den Zuschauer ist das Verspeisen des Kindes. Das letzte Bild ist dann die Verbrennung in einer Totalen, vielleicht eine Verbeugung vor Tarkowski? Der unheimliche Film mit seinen 103 Minuten ist in vier Kapitel streng eingeteilt: Schatten, Horn, Blut und Feuer.

Klare Empfehlung für Zuschauer, die traumhaftes Surreales im Horrorfilm genießen wollen. Hagazussa – Der Hexenfluch wird euch begeistern.

An Halloween läuft Suspiria von Dario Argento

31. Oktober 2020

Halloween steht vor der Tür und damit die Frage, welcher Horrorfilm soll es sein? Nachdem Kollegen sich Romeros freigegeben Dawn of the Dead im Kino ansehen, werde ich mir an einem anderen Klassiker erfreuen: Suspiria von Dario Argento aus dem Jahre 1977.

Suspiria mit Goblin im Februar 2020 in Leipzig.

Die Verbindung zu beiden Filmen ist der Soundtrack von Goblin. Die italienische Band hat sowohl für Zombie als auch für Suspiria die Musik geschrieben. Zuletzt habe ich Suspiria im Frühjahr 2020 gesehen, also vor Corona, als die Welt noch in Ordnung war. In Leipzig gab es in einer Kirche (!) eine Aufführung des Films samt Live-Musik von Claudio Simonettis Goblin, die mich sehr beeindruckt hat.

Ich mag die Atmosphäre des Films. Das liegt sicher daran, dass Teile in meiner Geburtsstadt München gedreht wurden. Der Königsplatz samt blutigen Mord wurde von Dario Argento theatralisch in Szene gesetzt. Und es gibt ein paar Szenen beim alten BMW-Gebäude und am Flughafen München Riem, der schon lange abgerissen wurde. Die Handlung des Film spielt allerdings offiziell in Freiburg – und das rote Gebäude steht dort in Wirklichkeit als Haus zum Walfisch. Im Film ist es allerdings ein detailreicher Studiobau.
Suspiria ist unglaublich blutig und unglaublich theatralisch. Diese Verbindung schätze ich an Dario Argento. Im Grunde ist der Filme eine intensiv inszenierte Hexengeschichte. Hexen sind ein Thema, das nicht so oft auf der Leinwand zu sehen ist, das macht den Film noch ungewöhnlicher. „Magic is everywhere“ ist das Motto des Films.

Bekannt ist der Film durch den Einsatz von intensiven Farben, die an Zeichentrick erinnern. Lange vor Colorgrading musste analoger Film diese Wirkung schaffen. Argento dreht auf Eastman-Color-5254-Negativfilm, der bei entsprechender Entwicklung grün, gelb und rot dominieren ließ. Was heute ein Klick in einem Autodesk-System ist, war 1977 noch große Postproduktion im Entwicklungsprozess des Negativfilms. Dadurch entfaltet der Film seine enorme optische Wirkung. Dario Argento erklärte einstmals, dass er die Farben von Disney-Filmen verwenden wollte.

2018 entstand unter der Regie von Luca Guadagnino ein Remake des Spielfilms. Zunächst war ich skeptisch, aber mir gefiel die neuerliche Blut- und Hexenorgie dann doch. Sie ist im Zeitalter der Hochphase der RAF angelegt mit Anleihen an das Dritte Reich. Die Neuverfilmung bringt Körper zum Bersten und vergießt auf andere Weise wie das Original literweise Blut. Es gibt eine schöne Sammlerbox Suspiria – Ultimate Edition, die auf 3000 Exemplare limitiert ist, die sämtliches Material des alten und des neuen Films samt Soundtracks enthält.

Ich wünsche euch ein fröhliches Halloween. Feiert allein, trefft euch nicht. Es droht nicht der Boogeyman, sondern Corona und – feiert keine Partys. Corona ist kein Spaß. Und dennoch Happy Halloween.

Halloween im Legoland

23. Oktober 2013

Zu Saisonende musste natürlich die Familie noch einen Besuch im Legoland Günzburg durchführen. Im Mittelpunkt des familiären Interesses stand die Halloween-Ausstellung. Hier hat sich die Legolandtruppe wirklich sehr viel Mühe geben. Wäre sonst der Besuch im Freizeitpark eher Mau war, denn einige Shops hatten schon geschlossen, die restlichen Shops hatten deutlich ihre Ware reduziert. Alles in allem wäre es eher eine Enttäuschung – wäre da nicht Halloween gewesen.

Foto 4

Wer sich Richtung Drachenburg aufmachte, sah vermehrt Kürbisse, Totenköpfe, Spinnen und allerlei Getier. An den Bäumen ins Hexen, Fledermäuse und ziemlich große Insekten. Die Drachenburg war wunderbar geschmeckt. Am witzigsten fand ich das Herr von Ratten dass ich von den Zinnen Richtung Shop bewegte. Im Innenbereich der Burg luden Skelette zum fröhlichen Gruseln ein.

Das ganze Ambiente hat eine sehr sehr schöne Atmosphäre. Obwohl ich kein Fan von amerikanischen Bräuchen bin, war ich voll im Halloweenfieber. Einige Besucher hatten sich als Hexen oder gar Zombies geschminkt. Es wurde sogar ein Hexenhaus aufgestellt. Dessen Inhalt konnte ich allerdings nicht überprüfen, da mir die Besucherschlange deutlich zu lang war.

Aussicht

Am Eingang der Hero Factory gab es auch ein großes Hinweisschild auf die nächste Attraktion im nächsten Jahr. Es wird wohl etwas in Sachen Raumfahrt. Ich hoffe natürlich auf eine Erweiterung des Lego Star Wars-Universums. Ich hoffe, das Niveau wieder tief in die Tasche greift und die notwendigen Lizenzgebühren an Disney entrichtet. Ich erahne es aufgrund der Schrift auf dem Plakat, aber genaueres habe ich auch nicht herausgefunden. Warten wir also auf April 2014.