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Buchkritik: London After Midnight – das Standardwerk zum Lost Film von Daniel Titley

15. März 2026

Daniel Titleys Buch London After Midnight – The Lost Film nähert sich einem der berühmtesten verlorenen Filme der Filmgeschichte nicht über Mythen oder Sensationslust, sondern über sorgfältige Rekonstruktion, Quellenarbeit und kritische Einordnung. Statt den verschollenen Stummfilm von 1927 linear nachzuerzählen, versammelt Titley thematisch gegliederte Essays, die gemeinsam ein möglichst vollständiges Bild eines Werks zeichnen, das heute nur noch in Fragmenten existiert – und gerade dadurch zur Legende wurde. Das Buch war wunderbares Weihnachtsgeschenk meiner Frau.

Zu Beginn widmet sich das Buch der Entstehungsgeschichte von London After Midnight. Ausführlich beleuchtet werden Tod Brownings Arbeitsweise, Lon Chaneys berühmte Doppelrolle, die Produktionsbedingungen bei MGM sowie die Einordnung des Films in die Horror- und Mysterylandschaft der 1920er-Jahre. Deutlich wird dabei, dass es sich nicht um einen klassischen Vampirfilm handelte, sondern um ein kriminalistisches Täuschungsspiel, das Horrormotive gezielt einsetzte, um Figuren und Publikum zu manipulieren. Chaneys ikonische Erscheinung mit Zylinder und spitzen Zähnen war demnach keine übernatürliche Figur, sondern Teil eines inszenierten Betrugs innerhalb der Handlung.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der zeitgenössischen Rezeption. Anhand von Kritiken, Pressemeldungen und Werbematerial zeigt Titley, dass der Film bei seinem Erscheinen zwar als unheimlich und ungewöhnlich wahrgenommen wurde, jedoch keineswegs als Meisterwerk galt. Erst sein späteres Verschwinden verlieh ihm den besonderen Status. Die nachträgliche Aufladung als „größter verlorener Horrorfilm“ ist somit weniger Ergebnis seiner damaligen Wirkung als vielmehr ein Produkt der Filmgeschichte im Rückblick.

Zentral für das Buch ist die detaillierte Auseinandersetzung mit dem Verlust des Films. Titley rekonstruiert, wie Kopien nach und nach verschwanden und warum gerade der MGM-Archivbrand von 1965 in Culver City das endgültige Ende bedeutete. Ursache des Feuers war das hochentzündliche Nitrocellulose-Material, das bei mangelhaften Lagerbedingungen leicht zur Selbstentzündung neigte. Der Brand zerstörte Hunderte von Filmen, London After Midnight war nur eines von vielen Opfern – wurde aber erst im Nachhinein zum Symbol aller „lost films“. Titley zeigt nüchtern, dass hier weder ein Fluch noch besondere Fahrlässigkeit im engeren Sinn vorlagen, sondern die damals übliche Geringschätzung alter Stummfilme als Kulturgut.

Einen großen Raum nimmt die Analyse der erhaltenen Fragmente ein. Standfotos, Drehbuchreste, Zensurunterlagen und zeitgenössische Inhaltsangaben werden ausgewertet, um den wahrscheinlichen Ablauf des Films zu rekonstruieren. Diese Rekonstruktion bleibt bewusst fragmentarisch, erlaubt aber erstaunlich präzise Aussagen über Dramaturgie, Figurenkonstellationen und Auflösung. Besonders hervorgehoben wird Chaneys Doppelrolle als Schlüssel zum Thema Identität und Täuschung – ein früher Ansatz psychologischen Horrors, der ohne echte Monster auskam.

Ebenso gründlich widmet sich Titley der Mythenbildung. Hartnäckige Legenden über mysteriöse Todesfälle, geheime Privatkopien oder wahnsinnige Zuschauer werden systematisch überprüft und widerlegt. Weder Lon Chaneys früher Tod noch Tod Brownings Biografie noch angebliche Vorführungsdramen halten einer quellenkritischen Prüfung stand. Auch die Frage nach dem „letzten Zuschauer“ des Films beantwortet das Buch nüchtern: Es gibt keinen belegten letzten Zeugen. Am wahrscheinlichsten ist, dass der Film zuletzt routinemäßig von anonymen MGM-Archivmitarbeitern gesehen wurde – ohne jedes Bewusstsein für seine spätere Bedeutung.

Abschließend weitet das Buch den Blick auf die Bedeutung verlorener Filme insgesamt. London After Midnight dient als exemplarischer Fall dafür, wie fragmentarisch Filmgeschichte überliefert ist und wie Forschung, Archivarbeit und Imagination zusammenwirken müssen, um kulturelles Erbe zumindest gedanklich zu bewahren. Titleys Ansatz ist dabei vorbildlich: transparent, kritisch und frei von Spekulation.

In der Summe liefert London After Midnight – The Lost Film kein endgültiges Bild des Films – und will es auch nicht. Stattdessen entsteht eine dichte Annäherung an ein Werk, das weniger durch das, was man sehen kann, berühmt wurde, als durch das, was fehlt. Das eigentliche Mysterium ist nicht der Film selbst, sondern die Legende, die aus seinem Verschwinden entstanden ist.

Warum ist das Buch so wichtig für uns Filmfreunde?

  1. Entzauberung des Vampir-Mythos
    Ein zentrales Highlight ist die klare Erkenntnis, dass London After Midnight kein klassischer Vampirfilm war. Titley zeigt überzeugend, dass es sich um ein kriminalistisches Täuschungsspiel handelte, in dem Horrorästhetik bewusst eingesetzt wurde, um Figuren (und Publikum) zu manipulieren.
  2. Neue Rekonstruktion des Filmablaufs
    Anhand von Standfotos, Zensurprotokollen, Drehbuchfragmenten und Pressematerial rekonstruiert Titley den wahrscheinlichen Szenenablauf des Films erstaunlich detailliert – inklusive Rollenverteilungen, Spannungsbögen und Auflösung.
  3. Seltene und teils unveröffentlichte Bildquellen
    Das Buch enthält außergewöhnlich viel seltenes Bildmaterial, darunter alternative Standfotos und Varianten bekannter Motive. Diese zeigen, wie stark Chaneys Maskenarbeit mit Licht, Pose und Kameraeffekt spielte.
  4. Kritische Demontage von Legenden
    Titley räumt systematisch mit jahrzehntelangen Gerüchten auf: angebliche Privatkopien, geheime Vorführungen oder mysteriöse Todesfälle im Umfeld des Films werden quellenkritisch widerlegt.
  5. Neubewertung der zeitgenössischen Kritik
    Ein überraschender Punkt: Zeitgenössische Rezensionen waren durchwachsen bis nüchtern. Erst der Verlust des Films machte ihn zur Ikone – ein starkes Beispiel dafür, wie Filmgeschichte rückwirkend verklärt wird.
  6. Lon Chaneys Doppelrolle als Schlüsselidee
    Besonders hervorgehoben wird Chaneys Spiel mit Identität: Seine Doppelrolle verstärkt das Thema der Täuschung und macht den Film zu einem frühen Beispiel für psychologischen Horror statt Monsterkino.
  7. Bedeutung für die Lost-Film-Forschung
    Das Buch gilt als Musterbeispiel dafür, wie man einen verlorenen Film wissenschaftlich behandelt: nicht spekulativ, sondern fragmentarisch, kritisch und transparent.
  8. Warum gerade dieser Film zur Legende wurde
    Titley zeigt, dass es weniger der Film selbst als vielmehr das ikonische Einzelbild (Zylinder, spitze Zähne, starre Augen) war, das sich ins kollektive Gedächtnis eingebrannt hat.

Das größte Highlight des Buches ist seine Haltung: Es versucht nicht, London After Midnight künstlich zum Meisterwerk zu erklären, sondern macht verständlich, warum ein verlorener, mittelmäßig rezipierter Film zum berühmtesten Phantom der Filmgeschichte werden konnte.

Die angeblichen „mysteriösen Todesfälle“ im Umfeld von London After Midnight gehören zu den hartnäckigsten Legenden – und genau diese nimmt Daniel Titley im Buch sehr gründlich auseinander. Wichtig vorweg: Keiner dieser Fälle hält einer seriösen historischen Prüfung stand.

Die wichtigsten behaupteten Mysterien – und was wirklich dahintersteckt habe ich mal aufgeführt und reflektiert.

  1. Lon Chaneys früher Tod (1930)
    Oft wird behauptet, Chaney sei „kurz nach dem Film“ unter mysteriösen Umständen gestorben oder habe sich für die Rolle gesundheitlich ruiniert.
    Falsch: Chaney starb drei Jahre später an den Folgen von Kehlkopfkrebs, begünstigt durch jahrzehntelanges Rauchen und frühere gesundheitliche Probleme. Es gibt keinen Zusammenhang mit London After Midnight. Titley zeigt, dass diese Erzählung erst nach dem Verlust des Films entstand.
  2. Tod Brownings angebliche „dunkle Phase“
    Manche Artikel suggerieren, der Regisseur sei nach dem Film psychisch abgestürzt oder vom Stoff „verfolgt“ worden.
    Falsch: Browning hatte bereits lange vor dem Film Alkoholprobleme und ein schwieriges Privatleben. Seine Karriere verlief weiter erfolgreich (u. a. Dracula, 1931). Die Verbindung zum Film ist nachträgliche Dramatisierung.
  3. Unbenannte Todesfälle im Cast oder Umfeld
    Es kursieren immer wieder vage Behauptungen, mehrere Beteiligte seien „unter seltsamen Umständen“ gestorben.
    Falsch: Titley überprüft Cast- und Crewlisten systematisch. Die Todesfälle, die sich nachweisen lassen, waren alters- oder krankheitsbedingt und lagen teils Jahrzehnte später. Keine Häufung, keine Auffälligkeiten.
  4. Der MGM-Archivbrand als „Fluch“
    Das Feuer von 1965, bei dem der letzte bekannte Print zerstört wurde, wird oft als Teil einer „unheilvollen Geschichte“ erzählt.
    Falsch: Archivbrände waren bei Nitrofilm leider häufig. London After Midnight war eines von Hunderten verlorenen Werken. Die Sonderstellung entstand erst im Nachhinein.
  5. Mord- und Wahnsinnsgerüchte rund um Vorführungen
    In Fanmagazinen und später im Internet tauchten Geschichten auf, Zuschauer seien nach Sichtungen psychisch zusammengebrochen oder hätten Verbrechen begangen.
    Falsch: Keine einzige Quelle aus der Zeit belegt solche Vorfälle. Titley weist nach, dass diese Geschichten aus späteren Horror-Fanzines stammen.

Das eigentliche „Mysterium“ ist nicht ein realer Todesfall, sondern die Mythenbildung selbst. Je weniger vom Film existierte, desto stärker wurde er mit Fluch-Narrativen,okkulten Untertönen und Todes- und Wahnsinnsgeschichten aufgeladen.
Aber: Es gab keine mysteriösen Todesfälle im Umfeld von London After Midnight.
Was es gab, war ein verlorener Film, ein ikonisches Bild – und Jahrzehnte später ein perfekter Nährboden für Legenden.

Ich bin sehr dankbar für dieses Buch und wünsche mir mehr davon. Und ich bin erstaunt, welche Wirkung der Film heute noch hat. Als ich am 1. April einen Aprilscherz machte, explodierte das Netz. Ich erfand eine Geschichte, dass eine komplette Kopie von London After Midnight aufgetaucht sei. Aber ich hatte gelogen. Was wäre es für eine schöne Geschichte geworden!

Olympia 1972: Buchtipp Augenzeuge in Olympia

3. September 2022

Über den technischen Aufwand zur Übertragung der Olympischen Spiele 1972 habe ich ja bereits gebloggt. Jetzt ist mir ein Weihnachtsgeschenk des ZDF aus dem Jahre 1972 in die Hände gefallen. Das Buch heißt Augenzeuge in Olympia und beinhaltet Reflexionen über ein Fernsehereignis. Für mich als Medienfuzzi höchst interessant.

Es enthält viele Fotos von Kameramännern, Besprechungen, BTS-Fotos und auch einige Sportlerbilder – und natürlich das Attentat. Das Buch zeigt deutlich, welcher technische Aufwand damals gefahren wurde. Zum einen wurde noch klassisch auf 16mm Film gedreht, der dann schnell entwickelt und kopiert wurde, bevor er gesendet werden konnte. Zum anderen gab es Live-Übertragungen der Sportveranstaltungen, die dann im Sendestudio geschnitten wurden.

Für mich auch sehr interessant, war eine Dokumentation über die Zeitplanung. Wann wurde welche Entscheidung von wem gefällt und wer damals alles mitgeschnabelt hat.
Und wir sind ja in den siebziger Jahren. Da darf die klassische Mediendiskussion nicht fehlen. Mir hat am besten ein Beitrag von Manfred Delling gefallen, der am 17. Juni 2018 im Alter von 90 Jahren verstorben ist. Er war Dozent für den Bereich Fernsehen an der Deutsche Film- und Fernsehakademie Berlin, war Lektor beim Rowohlt Verlag, hatte eine Fernsehkolumne im Deutschen Allgemeinen Sonntagsblatt und betätigte sich als Publizist. Sein Buch „Bonanza & Co.“ war 1976 eine kritische Bestandsaufnahme des Fernsehens als Unterhaltung und Politik. 1995 erschien in der Reihe „Trouvaillen“ ein Band mit über 100 ausgewählten Fernsehkritiken aus der Zeit von 1964 bis 1993: „Engagement für ein neues Medium“. Manfred Delling hat die Veränderungen des Fernsehens über alle Jahrzehnte kritisch verfolgt und immer versucht, dagegen zu halten. Und so war es auch im Buch „Augenzeuge in Olympia“, wo Delling sich mit der Live-Berichterstattung auseinandersetzte. Kritisch hinterfragte er, wie sich Fernsehen veränderte, warum es vielleicht einfacher gewesen wäre, die Spiele mit all der Zeitlupenaufnahmen und Wiederholungen auf der Mattscheibe anzuschauen anstatt im Münchner Olympiastadion. Diskussionen, die man heute in Live-Streamings genauso führen könnte. Alles in allem ein interessantes Zeitdokument zu Olympia, das ich 50 Jahre später gerne aus dem Archiv entnommen habe.

Individuelle Gutscheine als Chance für den stationären Handel

10. Dezember 2018

Was schenke ich zu Weihnachten?

Was schenke ich zu Weihnachten?

Dieses Jahr bin ich mit meinen Weihnachtsgeschenken spät dran. Ich habe zwar schon ein paar, aber längst noch nicht alle. Ideen, ich brauche noch ein paar Ideen. Die häufigsten Geschenke zu Weihnachten sind in diesem Jahr Gutscheine/Geld (60 Prozent). Dies besagt die aktuelle Umfrage „Weihnachtsgeschenke 2018“ der Beratungsgesellschaft EY. Hm, ein klassischer Gutschein finde ich persönlich langweilig, aber es könnte für den stationären Handel eine Chance sein. Vor allem, da das Weihnachtsgeschäft nach Aussagen des Handelsverbandes Deutschland schleppend anlief. Laut einer gestern veröffentlichten Branchenumfrage sei vor allem in vielen Innenstädten die Lage derzeit schwierig. Dort sei nur jeder vierte Einzelhändler zufrieden mit dem Weihnachtsgeschäft. Zudem meldet der Online- und Versandhandel ein Plus von neun Prozent gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum.

Ich weiß nicht, was dieser seltsam gekleidete Herr empfiehlt.

Ich weiß nicht, was dieser seltsam gekleidete Herr empfiehlt.

Kommen wir noch mal auf die Gutscheine als Chance für den Einzelhandel: Ein klassischer Gutschein als Weihnachtsgeschenk wird jedoch schnell mit Ideenlosigkeit des Schenkenden gleichgesetzt. Hier sind natürlich selbstgemachte Gutscheine der Kinder eine Ausnahme. Ich stieß auf eine Pressemitteilung der secucard GmbH, die mich zum Nachdenken brachte. Deren Gutschein- bzw. Geschenkkarten ermöglichen es Händlern, hochwertige, moderne und individuelle Lösungen anzubieten. Und deren Einsatz zahlt sich nach Meinung von secucard GmbH aus: Finanzieller Mehrwert und Kundenbindung zählen zu den wesentlichen Vorteilen.
Anders als bei Dekoration, Kleidungsstücken, CDs oder sonstigen Geschenken besteht für den Schenkenden mit einem Gutschein kein Risiko eines Fehlkaufes – vorausgesetzt, der Gutschein richtet sich am Interesse des Beschenkten aus. Sinnvoll ausgewählte moderne Gutschein- und Geschenkkarten im Händler-Design und mit hochwertigem Gutscheinträger bzw. exklusiver Verpackung heben sich von klassischen Gutscheinen ab und vermitteln dem Beschenkten Wertschätzung. Ein klassischer Amazon-, Steam-, IKEA-Gutschein ist nett, aber ebenso nicht individuell.
Mit dem Überreichen des Gutscheines wird durch den Schenkenden gleichzeitig eine Empfehlung für ein Geschäft ausgesprochen. Und genau das finde ich interessant für den Einzelhandel. Für stationäre Händler ergibt sich somit ein Multiplikatoreffekt. Die Bestandskunden werden zu Markenbotschaftern und werben somit Neukunden. Es liegt dann am Einzelhandel, wie er mit dieser Chance der Neukunden umgeht.

Keine Umtauschwelle
Da der Gutschein im Vorfeld bezahlt wurde, profitiert der Händler von erhöhter Liquidität in der Vorweihnachtszeit und nach Weihnachten gibt es keine Umtauschwelle. Im Gegenteil: Viele zu Weihnachten verschenkte Gutscheine werden zum Jahresbeginn eingelöst, so dass sich der allgemeinen Jahresanfangsflaute entgegenwirken lässt. Oftmals werden Gutscheine auch für teurere Anschaffungen genutzt und die Beschenkten „legen etwas obendrauf“. Generell steigt zudem die Bereitschaft, weitere Artikel bzw. mehr zu kaufen, da der Gutschein ja bereits bezahlt ist, so secucard.
Wird ein Gutschein mit höherem Wert nicht gleich in vollem Umfang eingelöst, so verbleibt er als Restbetrag auf der Gutscheinkarte. Somit ergibt sich gleichzeitig eine hohe Chance auf einen erneuten Besuch des Kunden. Kundenbindung findet mit intelligenten Gutscheinkarten wie secucard zudem noch auf anderem Wege statt: Die Geschenkkarte kann zur Kundenkarte umgewandelt werden. Der gewährte Bonus auf der Kundenkarte kann erst beim nächsten Einkauf eingelöst werden. So einfach werden Beschenkte zu Stammkunden.

Afrika-Feeling durch den Togo Kalender

27. November 2017

Der Togo-Kalender der Aktion PIT Togohilfe kostet 5 Euro.

Der Togo-Kalender der Aktion PIT Togohilfe kostet 5 Euro.

Wer noch ein kleines Weihnachtsgeschenk sucht, dem kann ich den Togokalender 2018 der Aktion PIT Togohilfe empfehlen. Wie ihr wisst, bin ich dort ehrenamtlich tätig, weil ich es für richtig halte, etwas für die Menschen in Afrika zu tun. Mein Engagement liegt dabei in zwei Patenschaften, die mein Unternehmen redaktion42 hat, sowie ehrenamtliche Tätigkeit, wie das Beladen von Containern, Unterstützung bei Messen und Ausstellungen und ein wenig Öffentlichkeitsarbeit.

Der Togo-Kalender erscheint seit mehr als 15 Jahren sehr erfolgreich und kostet pro Ausgabe fünf Euro, die auch bei den Menschen in Togo ankommen. Der Druck des Kalenders ist bereits durch das Sponsoring von zwölf Unternehmen gedeckt, die zum Teil seit Jahren den Kalender mit ihrer Werbung unterstützen. Die Fotos des Kalenders wurden 2017 in Togo von Mitgliedern der Aktion PIT geschossen und zeigen die Vielfalt des Landes. Ich war bisher einmal in Togo und nach dem Durchblättern des Kalenders ist meine Reiselust wieder entbrannt. Im Grunde bringt der Kalender das Afrikafeeling für ein Jahr ins Heim, wie es die Vorsitzende der Aktion PIT Togohilfe Margret Kopp aus Maisach sagt.
Der authentische Togo-Kalender ist nicht nur für Einzelpersonen gedacht. Es gibt einige Unternehmen, die als Firmengeschenk diesen Kalender an ihre Kunden oder ihre Belegschaft verteilen – das finde ich gut und unterstützenswert.
Bestellungen nimmt natürlich die Aktion PIT auf ihrer Website entgegen. Fünf Euro, die meiner Meinung nach richtig investiert sind.

Bei einer Messe in München verkaufe ich den Kalender.

Bei einer Messe in München verkaufe ich den Kalender.

eBooks: Noch besteht die Angst vor elektronischen Büchern

9. November 2013

Kaum ein Tag vergeht, dass nicht eine Meldung zum Thema eBooks in meinem Posteingang landet. Alle besagen: eBooks werden immer beliebter. In vielen meiner Seminaren stelle ich aber noch ein Angst vor elektronischen Büchern fest.

amazon

Jetzt hat die Plattform Deals.com, ein Portal für kostenlose Gutscheine und Rabatte, das eBook-Leseverhalten der Deutschen unter die Lupe genommen. Während noch vor einem Jahr nur jeder dritte Deutsche schon mal ein eBook gelesen hat, liegt die Zahl der Nutzer mittlerweile bei 41 Prozent. Auch wenn elektronische Bücher weithin bekannt sind, werden sie dennoch wenig gelesen: Nur ein Drittel (32 Prozent) der eBook-Nutzer liest eBooks mehrmals die Woche oder sogar täglich – 42 Prozent nur einmal im Monat oder seltener. Jeder Zehnte behauptet allerdings, mehr zu lesen, seitdem er eBooks nutzt.

Die beliebtesten eBook Medien: Notebook weiter vorn, aber eReader holen auf

Was die Wahl des Mediums angeht, so geht der Trend ganz klar zu spezialisierten eReadern. Vor allem die Beliebtheit von Notebooks und PCs als Medium für den Lesestoff sank im Vergleich zum Vorjahr: Nur noch 26 Prozent lesen eBooks auf diesen Geräten (49 Prozent 2012). Ich muss zugeben, ich würde nie ein Buch am Rechner lesen, glaube aber die Zahlen. Der Amazon Kindle wird von jedem vierten eBook-Leser genutzt (Anstieg gegenüber 2012 von 16 auf 25 Prozent 2013). Auch iPads (12 Prozent) und andere Tablets (17 Prozent) erfreuen sich großer Beliebtheit. Leider wurde das soziale Lesen nicht untersucht. In meinen Seminaren zeige ich immer die Möglichkeit des sozialen Lesens. Das bedeutet, in einem Fachbuch unterstreichen die Leser wichtige Passagen am Kindle. Ich kann mir als Leser des Buches diese Markierungen aus der Cloud einblenden lassen und lese das Fachbuch deutlich schneller als bisher. Es stellt sich nämlich heraus: Die Leute sind nicht dümmer und unterstreichen in der Regel genau das, was ich auch unterstrichen hätte.

Auf welchen Geräten lesen Sie E-Books? (Mehrfachantworten möglich)

  • Notebook / Netbook / PC 26%
  • Kindle 25%
  • Smartphone 25%
  • Anderer Tablet-PC (z. B. Samsung Galaxy Tab), aber kein iPad 17%
  • iPad 12%
  • E- Reader anderer Hersteller 11%
  • Sony Reader 5%
  • Tolino 5%
  • Kobo 2%
  • Sonstiges Gerät 7%

Rund 60 Prozent der Deutschen fordern deutlich günstigere Preise bei eBooks

Die noch relativ geringe Nutzung von eBooks ist vor allem auf die zu hohen Geräte- und eBook-Preise zurückzuführen. Jeder Vierte behauptet, dass ihm eBooks und eReader zu teuer sind (je 23 Prozent). Das ist für mich sehr interessant, denn Kindle und auch Tolino werden deutlich subventioniert. Ich denke, das Argument des hohen Preises für Reader nicht zieht, Deutlich wird aber eine andere Zahl, Ganze 59 Prozent sagen ganz klar: eBooks sollten im Vergleich zum gedruckten Buch deutlich günstiger sein. Mehr als jeder Dritte behauptet, er würde sich eher für ein eBook entscheiden, wenn es nur halb so viel kosten würde wie ein gedrucktes Buch (38 Prozent). Jeder Siebte liest derzeit sogar ausschließlich kostenlose eBooks (14 Prozent). Das System scheitert aber an der deutschen Buchpreisbindung. Die Abschaffung wurde im europäischen Parlament diskutiert, aber erst mal auf Eis gelegt. Vielleicht haben die Lobbyverbände der deutschen Verlage hier gute Arbeit geleistet. Egal ob eBook oder gedrucktes Buch: Das Buch kostet überall gleich viel.

Jeder Zehnte wünscht sich einen eReader zu Weihnachten

Das Christkind wird wohl dieses Jahr eine Menge der elektronischen Bücher verteilen: Jeder Sechste hält eReader für ein besseres und zeitgemäßes Weihnachtsgeschenk als ein Buch. Jeder Zehnte hat zudem selbst einen eReader auf seinem Wunschzettel. Sechs Prozent planen einen solchen zu Weihnachten zu verschenken. Bei mir in der Familie ist das auch so: K1/2 bekommen einen Kindle und auch mein Vater wird einen bekommen.

Frauen als Bastion gedruckter Bücher

Völlig unverständlich ist für mich folgende Aussage der Umfrage; Während jeder fünfte Deutsche schon heute behauptet, dass eBooks gedruckte Bücher auf lange Sicht völlig ersetzen werden, hat die Literatur auf gedrucktem Papier vor allem weibliche Anhänger: 41 Prozent der Frauen und nur 29 Prozent der Männer glauben nicht, dass sich eBooks jemals gegen gedruckte Bücher durchsetzen werden. Wenn ich mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs bin, dann sehe ich vor allem Frauen, die einen eReader verwenden, Natürlich sind meine Beobachtungen rein subjektiv. Aber das Thema bleibt spannend.

Mein bestes Weihnachtsgeschenk: Meine Augen werden wieder

24. Dezember 2012

Für mich ist dieses Weihnachten 2012 sicherlich eines der besten Weihnachten seit der Erfindung von Weihnachten: Nach nunmehr einem halben Jahr Schmerzen steht seit rund eineinhalb Wochen fest: Meine Augen werden wieder. Das ist für mich persönlich die beste Nachricht des Jahres und ich bin dafür sehr, sehr dankbar.

Aber schön der Reihe nach: Im Juli 2012 hatte ich das Gefühl, als ob bei meinem linken Auge eine Bindehautentzündung auftritt. Nachdem ich Zeit meines Lebens mit den Augen Probleme habe, ist der Gang zum Augenarzt für mich selbstverständlich. Dort erhielt ich die Diagnose: Grüner Star. Der Schlag hatte gesessen und traf mich völlig unvorbereitet. Der Augendruck sei zu hoch und was ich für eine Bindehautentzündung hielt, war der Vorbote zu Schlimmeren: Schwindelgefühlte, Übelkeit, Druck auf den Augen und damit aufs Gehirn, schließlich sind die Augen eine Verlängerung des Hirns. Und der Grüne Star ist hundsgefährlich. Der kleine Bruder, der Graue Star, lässt sich schnell behandeln, aber der Grüne Star ist richtig Rock´n Roll.

Die Münchner Augenklinik in der Mathildenstraße.

Die Münchner Augenklinik in der Mathildenstraße.

Zur Überprüfung und zur Klärung der Heilmethode hieß das am nächsten Tag Besuch der Uniaugenklinik in der Münchner Mathildenstraße. Und das heißt erst einmal warten, warten und nochmals warten. Ich denke, die Klinik ist medizinisch up to date. Ich unterhielt mich mit einem Russen, dessen Kind Augenprobleme hatte. Zusammen mit Leibwächter und Dolmetscherin lobte er die Augenklinik über den grünen Klee. Und auch ein Araber der Marke Scheich mit Entourage saß mit mir im Warteraum und wusste nur Gutes über die Klinik zu berichten. Nur Zeit mussten wir alle mitbringen.

Die Weißkittel bestätigten die Diagnose meines Augenarztes und empfahlen eine sofortige Operation. Innerhalb weniger Tage bekam ich einen OP-Termin und zog mit allerhand Hörbüchern und Musik in mein Bett in die Augenklinik. Medizinisch kann ich als Laie nichts aussetzen, aber die Betreuung kam zu kurz. Die Schwestern und Pfleger haben keine Zeit. Sie sprechen zum Teil unsere Sprache nicht richtig, aber vor allem sind sie nur im Stress. Auch wenn sie sich mit einem Patienten unterhalten wollten, läuft ihnen die Zeit davon. Freunde, das darf nicht sein. So ein reiches Land und wir haben nicht genügend Personal, das sich auch psychologisch um die Patienten kümmern kann. Vielleicht können sich Schwestern und Pfleger auch die Mieten im teuren München nicht leisten. Ich weiß es nicht. Mir persönlich war die mangelnde Zuwendung egal, denn ich nutze die Zeit in der Klinik zum Schlafen und Musikhören. Aber in den anderen Zimmern waren viele ältere Herrschaften, die andere auf den Gängen an ihren Sorgen und Gedanken teilhaben lassen wollten. Aber es war keiner da zum Zuhören. Meine Frau besuchte mich sehr oft und gab mir die notwendige moralische Stütze, wenn ich mal wieder Panik hatte. Aber nicht jeder hat den Vorteil einer liebenden Familie.

Vier Spritzen ins Auge - nicht meine Welt.

Vier Spritzen ins Auge – nicht meine Welt.

Die OP verlief zufriedenstellend. Allerdings bekam ich vier (!) Spritzen ins Auge. Normal sei eine oder zwei. Bei mir Weichei mussten es vier sein und es tat weh. Es tat höllisch weh. Auch das Lasern war trotz Betäubung kein Vergnügen. Kurzum: ich war restlos fertig. Nachdem die Ärzte sich überzeugten, dass die OP gut verlaufen sei, konnte ich tags darauf nach Hause gehen. In meiner Naivität glaubte ich, dass das Leben einfach weitergeht. Aber ich musste mich täuschen. Ich hatte Schmerzen. Ich sagte die meisten Termine ab, als Freiberufler immer ein Risiko. Konzentration auf den Heilungsprozess stand im Vordergrund.

Alle paar Tage besuchte ich meinen Augenarzt. Der Augendruck sank ganz langsam, aber die Entzündung hinter dem Auge war noch da. Tabletten, Tropfen, Drogen – das ganze Programm setzte ein. Und es wurde schlimmer. Es kam eine extreme Lichtempfindlichkeit dazu. Mitten im Hochsommer schmerzte mich das Licht. Ich wechselte auf eine dunklere Sonnenbrille, hatte immer einen Hut dicht ins Gesicht gezogen. Es wurde noch schlimmer. Ich schlief oft tagsüber und war nachtaktiv. Das Display des MacBooks, vom iPad, vom iPhone blendete. Jedes Licht schmerzte. Autofahren war längst nicht mehr möglich und auch Arbeiten ging nur noch zum Teil. Ich lernte Siri schätzen und auch die Diktat-Funktion unter Mountain Lion. Ich konnte viele Texte und Mails diktieren. Die Schmerzen bekam ich durch Schmerztabletten in den Griff, aber die Entzündung hinter dem operiertem Auge heilte nicht aus.

Irgendwann kam dann der Vorschlag vom Augenarzt, das schmerzende Auge durch eine Prothese zu ersetzen. Bedeutet: Auge herausschneiden. Ich bin Borg oder schlimmer noch Peter Falk mit Glasauge. Ich las viel darüber, aber konnte mich mit dem Gedanken nicht anfreunden.

Einen Verband aufs Auge macht den Kerl nicht unbedingt schöner.

Einen Verband aufs Auge macht den Kerl nicht unbedingt schöner.

Um das Auge zu schonen, verwandelte ich mich in Kapitän Ahab. Ich trug Augenpflaster und eine schwarze Augenklappe. Das sah vielleicht cool aus, hatte aber keine modischen Gründe. Hauptsache, das schmerzende Licht blieb weg. So wagte ich mich unter die Leute. Kunden und Seminarteilnehmer reagierten etwas verstört auf mein Aussehen, aber im großen und ganzen bekam ich aufmunternde Worte. Vielen Dank dafür. Und dennoch wollte die Entzündung nicht ausheilen. Ich verschob die Entscheidung über die Augen-OP immer wieder. Solange das andere Auge nicht von der Entzündung angesteckt wird, ging es ja. Sollte die Entzündung übergreifen, dann war eine sofortige Notoperation angesagte. Nicht gerade verlockende Aussichten.

Unter die Piraten oder auf der Jagd nach dem weißen Wal - ein halbes Jahr Augenklappe.

Unter die Piraten oder auf der Jagd nach dem weißen Wal – ein halbes Jahr Augenklappe.

Sehr dankbar bin ich meinen Kollegen und Freund Thomas Gerlach. Von ihm kam die Empfehlung einer effektiven Heilmethode: Hochdosiertes Vitamin C, hochdosiertes Zink, Omega 3 Fettsäuren und Enzyme. Das Vitamin C und Zink wirken heilend auf die Entzündung und Fettsäure und Enzyme bauen das Auge wieder auf. Mehrere Monate nahm ich neben den Tropfen und Schmerzmitteln auch meinen Tablettencocktail von Vitaminen, Fettsäuren, Zink und Enzymen. Zudem aß ich viel Obst und viel Fisch. Und die Empfehlung von Thomas Gerlach zeigte ihre Wirkung.

Knapp eineinhalb Wochen vor Weihnachten 2012 konnte ich auf die Augenklappe verzichten. Die Lichtempfindlichkeit war deutlich zurückgegangen. Auch die Schmerzen waren weniger geworden, so dass ich meine Schmerztabletten absetzen konnte. Ich kann wieder bei Tag leben. Mein Vampirdasein hatte ein Ende. Das Sonnenlicht des Winters tat dem Auge nicht mehr weh. Es war möglich einen Spaziergang am helllichten Tage zu machen, ohne sich vor Schmerzen zu krümmen. Auch der Augenarzt bestätigte diese Besserung. Der Termin für die Herausschneiden des Auges wurde ersatzlos gestrichen. Die Intervalle beim Augenarzt sind jetzt deutlich erweitert. Zwar ist die Entzündung am Auge noch vorhanden, aber alle Zeichen deuten auf Besserung hin. Ich konnte sogar wieder ins Kino gehen und schaute mir den Hobbit an. Das Auge wird wieder. Wow, wenn das kein Weihnachtsgeschenk ist?

Danke für die Unterstützung, die ich von meiner Familie, vor allem meiner Frau und K1/2, erfahren habe. Auch vielen Freunden und Kunden bin ich sehr dankbar. Vor allem Thomas Gerlach. Ihr alle hattet Verständnis und zeigtet euch als mitfühlende Menschen. Dieses Mitgefühl kam live oder sehr oft über soziale Netzwerke wie Twitter und Facebook. Ich konnte nicht alle Aufträge erledigen, ein paar Bücher blieben ungeschrieben, ein paar Videos ungeschnitten, ein paar Veranstaltungen nicht organisiert – dafür meine aufrichtige Entschuldigung. Aber ich sag es euch ganz ehrlich: Das Auge war es mir wert. Ich wünsche allen ein schönes Weihnachtsfest und ein gutes neues Jahr. 2013 starte ich durch.

 

Geschenketipp: DVD-Kollektion „Es war einmal der Mensch“

20. Dezember 2010

Wer noch ein Weihnachtsgeschenk für seine Kinder sucht, dem empfehle ich mit Nachdruck die DVD-Kollektion „Es war einmal der Mensch“. Ich schaue die Zeichentrickserie derzeit mit meinen Kindern an und die Begeisterung des Nachwuchses ist groß. Das ist Geschichtsunterricht pur und er macht Spaß. Ich selbst habe als Kind die Serie im ZDF 1980 Woche für Woche angeschaut und sie genossen. In mir wurde wunderbar mein Interesse für Geschichte geweckt. Die Serie behandelt die Menschheitsgeschichte von der Entstehung der Erde bis in die Neuzeit. Anhand von typischen Charakteren werden die Highlights der Geschichte sympathisch erzählt: Durch die Serie führt ein weißer Rauschebart mit Namen Maestro, in der deutschen Version gesprochen von Josef Meinrad. Dann gibt es noch Adam, Eva, Jumbo, den Zwerg und das Ekel sowie die Zeitmaschine Memory, die dem Zuseher immer anzeigt, in welcher Zeit wir uns befinden.

Das Projekt „Es war einmal der Mensch“ war eine tolle Koproduktion von verschiedenen Fernsehanstalten aus ganz Europa sowie Kanada. Federführend war das französische Animationsstudio Procidis und die Sache hieß dann auch „Il était une fois… l’homme“. Regie führte Albert Barillé. Die deutsche DVD-Veröffentlichung der Serie von 1978 glänzt nicht durch gutes Bild. Die Farben sind verwaschen, das Bild rauscht. Freunde der schönen Präsentation werden sich mit Schaudern abwenden, wahrscheinlich war das Originalmaterial schlecht und wurde nur unzureichend aufbereitet. Aber hier zählt einzig und allein der Inhalt, der sich pro Folge auf 25 Minuten erstreckt.

Und dieser wird kinderfreundlich in 26 Folgen verteilt auf sechs DVDs dargebracht. Bei weitem besser als der übliche Schwachsinn der in Super RTL und Co läuft. Hier kommt der Bildungsbürger von morgen voll auf seine Kosten und wir Alten erfreuden aus an der Musik von Udo Jürgens „1000 Jahre sind ein Tag“. Heute kritisieren manche, dass die Serie seine Zeit braucht. Richtig, man muss sich Zeit nehmen. Es ist ein Produkt der Endsiebziger und das bedeutet, weniger rasante Schnitte und keine aufbrausende Musik. Die Geschichten sind nach dem gleich Strickmuster aufgebaut und oh Wunder auch hier erkennen wir Geschichte: Denn Geschichte wiederholt sich. Immer wieder Kriege und Schlägerei – eben so wie im richtigen Leben.

Weihnachtsshopping im Netz

16. November 2010

Weihnachten kommt, das ist gewiss. Und dieses Jahr liegt der Heilige Abend völlig zu meiner Überraschung am 24. Dezember. Also knapp etwas über einen halben Monat Zeit die Weihnachtsgeschenke zu besorgen. Das ganze Jahr habe ich eine Liste geführt und nun wird eingekauft.

Doch wo wird eingekauft? Ich liebe Shoppen, Klamotten anprobieren, hier und dahin zu laufen und mich beraten zu lassen. Doch auf den Trubel in der Landeshauptstadt München hab ich keine Lust. Ich mag mich nicht durch überfüllte Fußgängerzonen odre Kaufhäuser quälen oder mich mit genervten Verkäufern herumschlagen, die ihren Beruf nur als Job verstehen. Ich kaufe, wie die Jahre zuvor auch, im Internet.

Und auch da bin ich nicht allein, wie jetzt der Branchenverband BITKOM feststellte. Etwa 22 Millionen Deutsche werden in diesem Jahr Weihnachtsgeschenke im Internet kaufen. Das sind 57 Prozent mehr als im Vorjahr und entspricht knapp jedem dritten Bundesbürger ab 14 Jahren. Hinzu kommen weitere 17 Millionen, die Interesse am Online-Kauf von Präsenten haben, aber noch unentschlossen sind. Das ergab eine repräsentative Umfrage im Auftrag des Hightech-Verbands BITKOM.

Vor allem junge Menschen ordern ihre Weihnachtsgeschenke im Netz. In der Altersgruppe von 14 bis 29 Jahren gehen 44 Prozent im Internet auf Shopping-Tour. Auch jeder siebte Senior ab 65 Jahren kauft im Web ein (14 Prozent). Kleinere Unterschiede gibt es zwischen den Geschlechtern: Während 33 Prozent der Männer Präsente im Web ordern wollen, sind es bei den Frauen 29 Prozent. Überdurchschnittlich häufig kaufen Angestellte Weihnachtsgeschenke im Web (41 Prozent), bei den Arbeitern sind es lediglich 29 Prozent.

Das passt zu einer Meldung von mir, dass die Geschäfte ins Web wandern. Wer nicht bei seinen Kunden online ist, der versäumt sein Geschäft und das Geschäft der Zukunft. Verraten wird allerdings nichts, was ich denn zu Weihnachten kaufe. Nur soviel: Die Gattin und ich haben ausgemacht, dass es bei uns nur was Kleines werden wird. Nun ja, ein Diamantring kann auch recht klein sein.