Posts Tagged ‘Rezeption’

Zahncreme ist keine Haftcreme

20. Oktober 2008

Kennen Sie dass, wenn Sie lachen und nicht mehr aufhören können. Da wird das Lachen direkt zum Krampf. Dies ist mir eben in Berlin passiert. Hier war ich mit einem Kollegen auf der SAE Alumni Convention. Ich musste zwei Referate machen und übergab einen Preis. Mein Kollege hatte derweil Pech und vergaß seine Zahncreme zu Hause. Kein Problem sollte man denken. Im Quality Hotel gab es zwar Pflegesets für den Zahn, doch waren diese im Lager untergebracht. Die Dame an der Rezeption hätte dafür in den Keller gehen müssen, aber es war gerade viel los. Den Gang in den Keller wollte mein Kollege ihr ersparen und ging um die Ecke in den nächsten Lidl. Eine halbe Stunde später klingelte mein iPhone und der Kollege war am Ohr. Er habe statt Zahncreme blöderweise Haftcreme für dritte Zähne gekauft und bekommt das Zeug nicht mehr aus dem Mund. Der Depp. Die Packungen seien ähnlich und ich eilte zu ihm. Mit Handtuch im Mund zeigte er mir die Tube: Eindeutig Haftcreme – der arme Kerl, doch ich brach in Lachen aus. Im Laufe der Zeit löste sich die Haftcreme und ich lieh ihn meine Zahncreme. Zum Abschluss fuhren wir an eine Tanke zum Einkaufen. Bei der Preisverleihung auf der Bühne hatte ich seine Zahncreme in der Tasche – und es reizte mich bei der Preisverleihung die Creme aus der Tasche zu ziehen und sie dem Publikum zu zeigen. Doch ich war feige. 

Von Menschen und Mäusen: Hotels in Amsterdam

16. September 2008

Ich bin eigentlich ein ausgeglichener Mensch, doch über gewaltige Abzocke rege ich mich sehr auf. Dies ist soeben geschehen in Amsterdam. Dort war ich zur Berichterstattung über die wichtigste europäische Broadcast-Messe IBC. Es ist die größte Messe in Amsterdam und daher sind die Hotels der Stadt komplett ausgebucht. Im vergangenen Jahr hatte ich eine Anreise von 60 Kilometer zur Messe. Dieses Jahr sollte es besser sein: Wir hatten ein Hotel im Zentrum der Stadt. Der Schuppen heißt The Quentin und ist in der Leidsekade 89. An alle: Meidet dieses Hotel. Es ist der Horror! Nachdem man erst seine Zimmer gegen 14 Uhr beziehen kann, kam ich erst nachts am Hotel an, weil ich ja auf der Messe arbeiten musste. Erster Eindruck: Eine steile, extrem steile Treppe führt zum Hotel hoch. Wer sein Gewicht verliert, saust die Steintreppen herab und verletzt sich. Das Ding ist echt gefährlich. In der Lobby angekommen ist ein ganz entspannter Rezeptionist. Von einem Concierge zu sprechen, wäre absolut übertrieben. Man muss im Voraus bezahlen. Kreditkartenzahler müssen 5 Prozent mehr berappen. So holen sich die Betreiber die Gebühren direkt vom Kunden wieder. Zwei Nächte kosten 250 Euro (500 Mark!). Ich wohne im vierten Stock und ich bin schockiert. Ich habe ein Dreibett-Zimmer, alles ist verkommen und heruntergewohnt. Es raschelt die ganze Zeit im Schrank, aber ich traue mich nicht die Schranktüre zu öffnen. Auf dem Weg zu meinem Zimmer gehe ich durch aufgebrochene Türen. Türgriffe sind abmontiert oder hängen herab. Fluchtwege an anderen Türen sind dafür abgeschlossen. Natürlich habe ich keine Handtücher und ich frage an der Rezeption nach. Widerwillig bringt mir der entspannte Kerl welche. Sie muffeln, ekelig. Er sagt, die Putzfrau sei gestorben. Wers glaubt! Aber am nächsten Tag sollte ich erfahren, dass ich ein glücklicher Gast bin. Einer meiner Kollegen ist im Keller untergebracht. Sein Zimmer ist klein und total versifft. Auf der Matratze gibt es große Flecken. Wasserflecken sind überall am Boden, Brandlöcher auch. Ein anderer Kollege schläft in der Besenkammer. Ein extrem kleines Zimmer, das Bett ist in die Fensterbank gebaut. Große Leute haben dort keinen Platz zum Schlafen.

 Die Dusche am nächsten Morgen tröpfelt nur, kaum ein konstanter Wasserstrahl. Ideal also für einen anstrengenden Messetag. Als wir am nächsten Tag nach der Messe ins Hotel kommen, stellen wir fest: Das Zimmer eines Kollegen wurde vergeben. Mit der Reservierung sei etwas schief gelaufen, Sein Gepäck wurde in einen Müllsack gepackt und bei der Rezeption abgegeben. Natürlich sind die Kosmetik wie Duschgel ausgelaufen und haben Teile der Klamotten versaut. Wir protestieren. Ein Student, Mitte 40 (!) hinter der Rezeption ist hilflos, telefoniert immer wieder mit seiner Managerin. Eigentlich sei das Hotel ausgebucht. Nachdem wir lauter wurden, fand sich noch ein Loch zum Schlafen in dem Hotel. Betten mussten wir selbst beziehen. Einen Rabatt oder ein Wort der Entschuldigung gab es nicht.

Der Hammer kam noch: Als wir mit dem Menschen hinter den Tresen diskutierten, huschte eine Maus durch die Lobby. Ja, es gebe schon Mäuse, aber nur im Keller und Parterre. Die Nacht verbrachte ich halb wach in meinem Bett.

Also Leute: Meidet das The Quentin  in der Leidsekade 89 in Amsterdam. Betrinkt euch und schlaft in der Ausnüchterungszelle oder täuscht eine Verletzung vor und geht ins Krankenhaus, aber schlaft nicht in diesem Horrorhaus.