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60 Jahre Raumschiff Enterprise – Die Zukunft als moralisches Versprechen

8. September 2026

Als Trekkie ist es für mich ein besonderer Tag. Am 8. September 1966 geschah im amerikanischen Fernsehen etwas, dessen Bedeutung damals kaum jemand absehen konnte. NBC strahlte die erste Folge einer neuen Science-Fiction-Serie aus. Ihr Titel lautete „Star Trek“, in Deutschland sollte sie einige Jahre später unter dem Namen „Raumschiff Enterprise“ bekannt werden. Die Einschaltquoten waren keineswegs überwältigend, die Produktion stand mehrfach vor dem Aus und nach nur drei Staffeln und 79 Episoden war zunächst Schluss. Im Juni 1969 wurde die Serie eingestellt. Eigentlich hätte es das gewesen sein können. Ich darf heute ein kostenloses Online-Seminar zu 60. Jahre Enterprise halten. Wer Interesse hat, bitte melden.

Doch sechzig Jahre später wissen wir, dass dies erst der Anfang war. Aus einer abgesetzten Fernsehserie wurde eines der bedeutendsten Science-Fiction-Franchises der Kulturgeschichte. Star Trek brachte zahlreiche Fernsehserien, Kinofilme, Romane, Comics, Spiele und eine weltweite Fangemeinde hervor. Begriffe wie Warp-Antrieb, Phaser, Klingonen oder Vulkanier sind längst Bestandteil der Popkultur. Figuren wie Captain Kirk, Mr. Spock oder Jean-Luc Picard kennen selbst Menschen, die niemals eine komplette Star-Trek-Episode gesehen haben. Hier übrigens ein Corgi-Modell der ersten Enterprise.

Doch die eigentliche Bedeutung von Star Trek liegt tiefer. Die Serie erzählte nie nur davon, dass Menschen eines Tages schneller als das Licht fliegen, fremde Planeten besuchen oder sich von einem Ort zum anderen beamen könnten. Star Trek formulierte von Anfang an eine politische und moralische Hoffnung: Der Mensch könnte eines Tages vernünftiger, toleranter und friedlicher sein als heute.

Eine Zukunft gegen die Ängste der Gegenwart
Als Gene Roddenberry Star Trek entwickelte, befand sich die Welt mitten im Kalten Krieg. Die Kubakrise lag erst wenige Jahre zurück. Die Vereinigten Staaten und die Sowjetunion standen sich mit gewaltigen Atomwaffenarsenalen gegenüber. Der Vietnamkrieg eskalierte. Gleichzeitig kämpfte die amerikanische Bürgerrechtsbewegung gegen Rassentrennung und Diskriminierung. Martin Luther King hatte 1963 seine berühmte Rede „I Have a Dream“ gehalten. Nur wenige Jahre später, 1968, wurde er ermordet.

Mitten in diese von Krieg, Rassismus und atomarer Vernichtungsangst geprägte Gegenwart setzte Gene Roddenberry ein erstaunliches Gegenbild. Auf der Brücke der Enterprise arbeiteten Menschen unterschiedlicher Herkunft selbstverständlich miteinander. Der japanischstämmige Hikaru Sulu saß neben der schwarzen Kommunikationsoffizierin Uhura. Später kam mit Pavel Chekov sogar ein Russe hinzu – mitten im Kalten Krieg. Captain James T. Kirk kommandierte keine amerikanische Streitmacht, sondern ein Schiff einer Menschheit, die ihre nationalen Gegensätze zumindest weitgehend überwunden hatte.

Allein dieses Bild war politisch. Star Trek behauptete etwas, das 1966 keineswegs selbstverständlich erschien: Die Menschheit hat eine Zukunft. Und mehr noch: Sie könnte sogar eine gemeinsame Zukunft haben.

Der Weltraum wurde deshalb bei Star Trek nicht zum Fluchtpunkt vor einer zerstörten Erde. Er war der nächste Schritt einer gereiften Zivilisation. Die Menschen hatten nicht alle Konflikte überwunden, aber sie hatten begonnen, aus ihrer Geschichte zu lernen. Rassismus, Nationalismus und viele soziale Gegensätze sollten irgendwann Relikte einer primitiveren Vergangenheit sein.

Das unterschied Star Trek von vielen dystopischen Zukunftsentwürfen. Die Serie fragte nicht ausschließlich, was geschehen würde, wenn die Menschheit versagt. Sie fragte, was möglich wäre, wenn sie sich weiterentwickelt.

Die Enterprise als politische und moralische Utopie
Gene Roddenberry beschrieb sein Konzept anfangs gern als eine Art Western im Weltraum. Tatsächlich steckte hinter der Enterprise jedoch von Beginn an eine wesentlich größere Idee. Das Raumschiff war ein Labor der Aufklärung. Fremde Welten wurden besucht, unbekannte Lebensformen untersucht und gesellschaftliche Systeme miteinander verglichen. Die Besatzung sollte beobachten, lernen und verstehen.

Das bedeutete nicht, dass auf der Enterprise keine Waffen vorhanden waren. Ganz im Gegenteil: Phaser und Photonentorpedos gehörten selbstverständlich zur Ausstattung. Starfleet konnte kämpfen und tat es immer wieder. Doch zumindest der moralische Anspruch lautete, Gewalt nicht zur ersten Antwort zu machen.

Der Fremde war nicht automatisch der Feind. Er war zunächst etwas Unbekanntes, das verstanden werden musste. Diese Idee zieht sich durch nahezu das gesamte Franchise. Immer wieder begegnen die Besatzungen Wesen, deren Aussehen, Kultur oder Denken fundamental anders sind. Die zentrale Frage lautet dann häufig nicht: Wie können wir sie besiegen? Sondern: Wie können wir mit ihnen kommunizieren?
Damit wurde die Enterprise zu einem Gegenmodell zu einer Politik, die Fremdheit grundsätzlich als Bedrohung versteht.

Spock, McCoy und Kirk – Vernunft, Gefühl und Verantwortung
Kaum eine Figur verkörpert die philosophische Dimension von Star Trek besser als Spock. Der Vulkanier ist halb Mensch und halb Vulkanier und trägt damit einen der zentralen Konflikte der Serie buchstäblich in sich selbst. Auf der einen Seite stehen Vernunft und Logik, auf der anderen Emotion und menschliche Leidenschaft.

Spock versucht, Entscheidungen rational zu treffen. Dr. Leonard „Pille“ McCoy argumentiert dagegen häufig emotional und moralisch. Zwischen beiden steht Captain Kirk.

Diese berühmte Dreierkonstellation ist wesentlich raffinierter, als sie zunächst erscheint. Star Trek behauptet nicht einfach, Vernunft sei gut und Emotion schlecht. Ebenso wenig wird das Gefühl über die Logik gestellt. Gute Entscheidungen entstehen häufig aus dem Spannungsverhältnis beider Positionen.

Spock fragt: Was ist logisch? McCoy fragt: Was ist menschlich? Und Kirk muss entscheiden: Was ist richtig?

Damit wird die Brücke der Enterprise immer wieder zum philosophischen Seminar mit Warp-Antrieb. Hinter Weltraumabenteuern verstecken sich Fragen nach Verantwortung, Schuld, Freiheit und der Würde des Einzelnen.

Uhura und die gesellschaftliche Revolution auf der Brücke
Besonders deutlich wird die gesellschaftspolitische Bedeutung der ursprünglichen Serie an Lieutenant Uhura. Nichelle Nichols spielte keine Dienerin, keine Haushaltshilfe und keine exotische Randfigur. Uhura war Offizierin eines Raumschiffs. Sie saß auf der Brücke, gehörte zur Führungsbesatzung und trug Verantwortung. Heute mag das selbstverständlich erscheinen. Im amerikanischen Fernsehen der sechziger Jahre war es das keineswegs.

Berühmt wurde die Geschichte, dass Nichelle Nichols die Serie verlassen wollte. Bei einer Veranstaltung begegnete sie Martin Luther King Jr. Er überzeugte sie nach ihrer späteren Erinnerung davon, weiterzumachen. Ihre Rolle sei wichtig, weil schwarze Amerikaner hier nicht als gesellschaftliche Außenseiter dargestellt würden, sondern als selbstverständlicher Bestandteil der Zukunft.

Diese Wirkung reichte weit über das Fernsehen hinaus. Nichols arbeitete später mit der NASA zusammen und warb gezielt Frauen und Angehörige von Minderheiten für das amerikanische Raumfahrtprogramm an. Aus der Fiktion entstand damit eine bemerkenswerte Wechselwirkung mit der Wirklichkeit: Star Trek zeigte eine vielfältigere Raumfahrt der Zukunft und half schließlich dabei, die reale Raumfahrt vielfältiger zu machen.

Untrennbar mit dieser gesellschaftlichen Bedeutung verbunden ist auch der Kuss zwischen Kirk und Uhura in der 1968 ausgestrahlten Episode „Plato’s Stepchildren“. Häufig wird er als erster Kuss zwischen einem weißen und einem schwarzen Menschen im Fernsehen bezeichnet. Ganz korrekt ist diese vereinfachte Darstellung historisch nicht, denn es gab frühere Beispiele. Dennoch war die Szene im amerikanischen Network-Fernsehen außergewöhnlich und gesellschaftlich provokant.

Die eigentliche Kraft der Szene liegt rückblickend vielleicht darin, wie selbstverständlich Star Trek etwas zeigte, das in der Realität noch keineswegs selbstverständlich war. Genau das gehörte zu den wirkungsvollsten politischen Mitteln der Serie: Sie erklärte nicht ständig, wie eine tolerantere Gesellschaft aussehen sollte. Sie zeigte sie einfach.

Kalter Krieg, Vietnam und die Politik im Weltraum
Science-Fiction bot Gene Roddenberry und seinen Autoren einen großen Vorteil. Sie konnten über die politischen Konflikte ihrer Gegenwart sprechen, ohne sie immer beim Namen nennen zu müssen. Aus Amerikanern und Sowjets konnten Föderation und Klingonen werden. Aus Stellvertreterkriegen wurden Konflikte auf fernen Planeten. Aus dem Wettrüsten wurde ein Konflikt zwischen interstellaren Mächten.

Besonders deutlich geschah dies in der Episode „A Private Little War“. Zwei Gruppen auf einem Planeten geraten in einen Konflikt, bei dem externe Mächte die jeweiligen Seiten mit immer besseren Waffen ausstatten. Die Parallelen zum Vietnamkrieg waren kaum zu übersehen.

Damit stellte Star Trek eine unangenehme Frage, die bis heute aktuell geblieben ist: Kann man Frieden schaffen, indem man immer mehr Waffen liefert?

Die Serie gab darauf nicht immer eindeutige Antworten. Gerade das machte sie interessant. Kirk traf Entscheidungen, deren moralische Konsequenzen keineswegs immer sauber aufgelöst wurden. Star Trek war deshalb trotz seines Optimismus niemals eine vollkommen naive Friedensutopie. Die Föderation besitzt Waffen, Starfleet kann Krieg führen und die Enterprise ist keineswegs ein wehrloses Forschungsschiff. Aber Gewalt sollte das letzte Mittel sein. Zumindest war dies der Anspruch.
Und aus der Spannung zwischen Anspruch und Wirklichkeit entstanden einige der besten Geschichten des gesamten Franchise.

Die Oberste Direktive und die Grenzen der eigenen Moral
Kaum ein Prinzip verdeutlicht die moralische Ambivalenz von Star Trek besser als die Oberste Direktive. Die Föderation soll sich grundsätzlich nicht in die natürliche Entwicklung anderer Kulturen einmischen.

Dahinter steckt ein bemerkenswerter Gedanke. Eine technisch überlegene Zivilisation besitzt nicht automatisch das moralische Recht, anderen Gesellschaften ihre Werte aufzuzwingen. Die Oberste Direktive kann deshalb durchaus als Kritik an Kolonialismus, Imperialismus und kultureller Überheblichkeit verstanden werden.

Doch Star Trek macht es sich nicht einfach. Was geschieht, wenn Nichteinmischung Millionen Menschen das Leben kostet? Was passiert, wenn eine Gesellschaft von einer brutalen Diktatur beherrscht wird? Darf die Enterprise eine Naturkatastrophe verhindern, obwohl sie damit die Entwicklung einer Zivilisation verändert? Und wann wird aus gut gemeinter Hilfe Bevormundung? Aus einer scheinbar einfachen Regel wird dadurch ein moralisches Dilemma.
Genau darin liegt eine der großen Qualitäten von Star Trek. Die Serie interessiert sich häufig weniger für einfache Antworten als für schwierige Entscheidungen.

The Next Generation – der Humanismus wird erwachsen
Als „Star Trek: The Next Generation“ 1987 startete, war aus der kleinen Kultserie längst ein großes kulturelles Phänomen geworden. Mit Captain Jean-Luc Picard erhielt das Franchise zugleich eine vollkommen andere Kommandantenfigur.

Picard war Diplomat, Archäologe, Intellektueller und Humanist. Wo Kirk manchmal zuerst handelte und anschließend diskutierte, wollte Picard möglichst lange diskutieren, bevor gehandelt wurde. Die neue Enterprise wurde dadurch noch stärker zu einem Ort philosophischer und politischer Auseinandersetzungen.

Gleichzeitig entwickelte die Serie Roddenberrys gesellschaftliche Utopie weiter. Die Menschheit des 24. Jahrhunderts hatte materielle Knappheit weitgehend überwunden. Geld spielte zumindest im menschlichen Alltag kaum noch eine Rolle. Replikatoren konnten viele materielle Bedürfnisse erfüllen. Armut, wie wir sie kennen, sollte auf der Erde überwunden sein.

Damit stellte Star Trek eine radikale Frage: Was geschieht mit einer Gesellschaft, wenn Menschen nicht mehr hauptsächlich arbeiten müssen, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen?

Roddenberrys Antwort war optimistisch. Der Mensch würde nicht zwangsläufig faul oder bedeutungslos. Er könnte nach Wissen, Erfahrung, persönlicher Entwicklung und gesellschaftlichem Fortschritt streben.

Vielleicht ist das die kühnste Utopie des gesamten Franchise. Nicht Warp-Antrieb, Transporter oder Holodeck sind die revolutionärsten Erfindungen von Star Trek. Es ist die Vorstellung, dass der Mensch selbst sich verändern kann.

Was ist ein Mensch?
Mit „The Next Generation“ rückte außerdem eine Frage stärker in den Mittelpunkt, die angesichts der heutigen Entwicklung künstlicher Intelligenz erstaunlich aktuell erscheint: Was macht ein Wesen zu einer Person?

Der Android Data wurde zum Mittelpunkt dieser Debatte. Er denkt, lernt, entwickelt Freundschaften und versucht zu verstehen, was Menschlichkeit bedeutet. Aber besitzt er Rechte? Darf er Eigentum der Sternenflotte sein? Darf über seinen Körper verfügt werden? Darf man ihn abschalten oder auseinandernehmen, weil er künstlich geschaffen wurde?

Die eigentliche Frage lautet dabei nicht nur, ob Data ein Mensch ist. Sie lautet vielmehr: Wer gibt uns das Recht zu entscheiden, wer als Person gelten darf?

Später stellte Star Trek ähnliche Fragen anhand künstlicher Intelligenzen, Hologramme und anderer Lebensformen. Damit erweitert das Franchise die Idee der Menschenrechte gedanklich zu universellen Rechten empfindungsfähiger Wesen. Science-Fiction wird hier zu Ethik.

Deep Space Nine – wenn die Utopie schmutzige Hände bekommt
In den neunziger Jahren begann Star Trek schließlich, seine eigene Utopie kritischer zu betrachten. „Deep Space Nine“ konfrontierte die Föderation mit Situationen, in denen moralische Prinzipien plötzlich einen hohen Preis hatten.

Der Krieg gegen das Dominion veränderte die Perspektive. Was bleibt von den eigenen Werten, wenn die eigene Existenz bedroht ist? Darf man lügen, um einen Krieg zu gewinnen? Darf man einen Gegner täuschen? Darf man moralische Grenzen überschreiten, wenn dadurch Millionen Menschen gerettet werden?

Captain Benjamin Sisko wurde dadurch zu einer der interessantesten Figuren des Franchise. Jean-Luc Picard konnte häufig darüber sprechen, wie eine ideale Gesellschaft handeln sollte. Benjamin Sisko musste erleben, wie schwierig es ist, diese Ideale zu bewahren, wenn Menschen sterben und ganze Welten bedroht sind.

Gerade deshalb gehört „Deep Space Nine“ zu den politisch interessantesten Star-Trek-Serien. Sie zerstört Roddenberrys Utopie nicht. Sie stellt sie auf die Probe.

Eine Utopie hat schließlich nur dann einen Wert, wenn ihre Prinzipien auch in schwierigen Zeiten gelten.

Die Borg und der Wert des Individuums
Eine vollkommen andere Bedrohung stellen die Borg dar. Sie gehören zu den eindrucksvollsten politischen und philosophischen Metaphern des Franchise. Bei ihnen existiert keine individuelle Freiheit. Jeder Einzelne wird Teil eines Kollektivs. Gedanken, Erinnerungen, Körper und Persönlichkeit werden assimiliert.

„Widerstand ist zwecklos“ wurde zu einem der berühmtesten Sätze der gesamten Star-Trek-Geschichte.

Die Borg sind deshalb so erschreckend, weil sie ihre Opfer nicht einfach töten. Sie nehmen ihnen das Ich.

Damit verkörpern sie die radikale Negation eines zentralen Star-Trek-Wertes: der Selbstbestimmung. Die Föderation versucht, unterschiedliche Kulturen miteinander zu verbinden, ohne ihre Unterschiede vollständig auszulöschen. Die Borg dagegen lösen jeden Unterschied auf.

Die Föderation sagt: Unterschiedlichkeit kann uns stärker machen.
Die Borg sagen: Unterschiedlichkeit muss beseitigt werden.
Damit sind sie weit mehr als besonders gefährliche Weltraummonster.

Die große Idee der Vielfalt
Eine der bekanntesten vulkanischen Ideen lautet IDIC – „Infinite Diversity in Infinite Combinations“, also unendliche Vielfalt in unendlichen Kombinationen. Darin steckt ein wesentlicher Gedanke des gesamten Franchise. Toleranz bedeutet im besten Star Trek nicht, den anderen widerwillig zu ertragen. Vielfalt besitzt einen eigenen Wert.

Menschen, Vulkanier, Andorianer, Tellariten und zahlreiche andere Spezies müssen nicht gleich werden, um miteinander leben zu können. Sie dürfen unterschiedliche Traditionen, Überzeugungen und Lebensweisen besitzen.

Das ist ein bemerkenswert moderner Gedanke. Frieden entsteht nicht dadurch, dass alle Menschen identisch denken. Frieden entsteht dadurch, dass unterschiedliche Menschen lernen, miteinander zu leben.

Dabei war Star Trek selbst niemals perfekt. Die ursprüngliche Serie war für ihre Zeit fortschrittlich, blieb aber zugleich ein Produkt der sechziger Jahre. Frauen wurden häufig sexualisiert, Führungspositionen blieben überwiegend Männern vorbehalten und manche gesellschaftlichen Themen wurden lange ausgeblendet. Auch spätere Serien benötigten erstaunlich viel Zeit, um beispielsweise LGBTQ-Themen selbstverständlich darzustellen. Selbst Roddenberrys Zukunft konnte sich nicht vollständig von den Grenzen ihrer jeweiligen Gegenwart lösen.

Vielleicht macht gerade das die Entwicklung des Franchise interessant. Star Trek musste seine eigene Vorstellung von Toleranz immer wieder erweitern.

Von der abgesetzten Serie zum Weltphänomen
Nach dem Ende der ursprünglichen Serie 1969 hätte Star Trek verschwinden können. Doch Wiederholungen machten die Serie populärer, als sie während ihrer eigentlichen Erstausstrahlung gewesen war. Eine leidenschaftliche Fangemeinde entstand. Conventions wurden organisiert, Fans schrieben Briefe und hielten die Enterprise am Leben.

1979 kehrten Kirk, Spock und McCoy mit „Star Trek: The Motion Picture“ auf die große Leinwand zurück. Weitere Kinofilme folgten. 1987 begann mit „The Next Generation“ schließlich eine zweite große Ära. Danach kamen „Deep Space Nine“, „Voyager“ und „Enterprise“. Weitere Kinofilme führten zunächst die ursprüngliche Mannschaft und später Picards Crew ins Kino. 2009 startete J. J. Abrams eine neue Filmreihe mit alternativer Zeitlinie.

Mit „Discovery“, „Picard“, „Lower Decks“, „Prodigy“, „Strange New Worlds“ und weiteren Produktionen entwickelte sich Star Trek endgültig zu einem generationenübergreifenden Universum.

Nicht jede Serie interpretierte Roddenberrys Vision gleich. Manche Produktionen setzten stärker auf Action, andere auf Politik, Humor, Nostalgie oder persönliche Konflikte. Fans diskutieren deshalb seit Jahrzehnten darüber, was eigentlich „echtes Star Trek“ sei.

Vielleicht lässt sich die Antwort erstaunlich einfach formulieren: Star Trek ist dort am stärksten, wo eine fantastische Geschichte benutzt wird, um eine menschliche Frage zu stellen.

Die wichtigste Technologie heißt Hoffnung
Natürlich hat Star Trek Generationen von Wissenschaftlern, Ingenieuren und Technikern inspiriert. Kommunikatoren erinnern rückblickend an Mobiltelefone. Tablets, Sprachsteuerung, Videokonferenzen, medizinische Scanner, künstliche Intelligenz und virtuelle Welten gehörten auf der Enterprise zum Alltag, lange bevor vergleichbare Technologien Teil unseres Lebens wurden. Doch das wichtigste Zukunftsversprechen von Star Trek ist kein technisches. Es ist ein gesellschaftliches.

Raumschiff Enterprise behauptete 1966, dass Russen und Amerikaner eines Tages gemeinsam arbeiten könnten. Dass schwarze Frauen selbstverständlich auf der Kommandobrücke eines Raumschiffs sitzen würden. Dass ehemalige Feinde Partner werden könnten. Dass die Menschheit Armut und viele Krankheiten überwinden könnte. Dass Wissenschaft wichtiger sein könnte als Aberglaube, Diplomatie stärker als Gewalt und Neugier stärker als Angst.

Und vor allem behauptete Star Trek, dass unsere Fehler nicht zwangsläufig unsere Zukunft bestimmen müssen. Das war 1966 eine gewagte Vorstellung. Sechzig Jahre später ist sie es wieder.

Wir leben erneut in einer Zeit geopolitischer Konfrontationen. Krieg ist nach Europa zurückgekehrt. Großmächte rüsten auf. Gesellschaften polarisieren sich. Nationalistische Bewegungen gewinnen vielerorts an Einfluss. Künstliche Intelligenz zwingt uns dazu, neu über Arbeit, Bewusstsein, Kreativität und Verantwortung nachzudenken. Gleichzeitig steht die Menschheit vor globalen Problemen, die sich nicht innerhalb nationaler Grenzen lösen lassen.

Vor diesem Hintergrund wirkt Star Trek erstaunlich aktuell. Nicht weil Gene Roddenberry unsere Gegenwart vorhergesagt hätte, sondern weil er eine Alternative formulierte.

Star Trek sagt nicht, dass der Mensch von Natur aus gut ist. Sechzig Jahre Geschichten zeigen genügend grausame Menschen, korrupte Admiräle, Kriege, Verräter und politische Fehlentscheidungen. Die Botschaft ist anspruchsvoller. Der Mensch kann besser werden.
Aber er muss sich dafür entscheiden.

Vielleicht ist das der wichtigste Unterschied zwischen Star Trek und vielen Dystopien. Dystopien warnen uns davor, was passieren könnte, wenn alles schiefgeht. Star Trek fragt, was passieren könnte, wenn wir einiges richtig machen.

Die Enterprise fliegt deshalb seit sechzig Jahren nicht nur durch den Weltraum. Sie fliegt auf eine Idee zu: auf eine Menschheit, die ihre Unterschiede nicht dadurch überwunden hat, dass sie sie beseitigte, sondern indem sie gelernt hat, mit ihnen zu leben. Auf eine Gesellschaft, in der Wissen höher geschätzt wird als Besitz, Diplomatie höher als Gewalt und Neugier höher als Angst.

Natürlich ist das eine Utopie. Aber Utopien sind keine Baupläne. Sie sind Richtungsangaben.

Und vielleicht brauchen wir gerade deshalb auch nach sechzig Jahren noch ein Raumschiff namens Enterprise, das mutig dorthin fliegt, wo noch nie ein Mensch zuvor gewesen ist.

Mein bestes Weihnachtsgeschenk: Meine Augen werden wieder

24. Dezember 2012

Für mich ist dieses Weihnachten 2012 sicherlich eines der besten Weihnachten seit der Erfindung von Weihnachten: Nach nunmehr einem halben Jahr Schmerzen steht seit rund eineinhalb Wochen fest: Meine Augen werden wieder. Das ist für mich persönlich die beste Nachricht des Jahres und ich bin dafür sehr, sehr dankbar.

Aber schön der Reihe nach: Im Juli 2012 hatte ich das Gefühl, als ob bei meinem linken Auge eine Bindehautentzündung auftritt. Nachdem ich Zeit meines Lebens mit den Augen Probleme habe, ist der Gang zum Augenarzt für mich selbstverständlich. Dort erhielt ich die Diagnose: Grüner Star. Der Schlag hatte gesessen und traf mich völlig unvorbereitet. Der Augendruck sei zu hoch und was ich für eine Bindehautentzündung hielt, war der Vorbote zu Schlimmeren: Schwindelgefühlte, Übelkeit, Druck auf den Augen und damit aufs Gehirn, schließlich sind die Augen eine Verlängerung des Hirns. Und der Grüne Star ist hundsgefährlich. Der kleine Bruder, der Graue Star, lässt sich schnell behandeln, aber der Grüne Star ist richtig Rock´n Roll.

Die Münchner Augenklinik in der Mathildenstraße.

Die Münchner Augenklinik in der Mathildenstraße.

Zur Überprüfung und zur Klärung der Heilmethode hieß das am nächsten Tag Besuch der Uniaugenklinik in der Münchner Mathildenstraße. Und das heißt erst einmal warten, warten und nochmals warten. Ich denke, die Klinik ist medizinisch up to date. Ich unterhielt mich mit einem Russen, dessen Kind Augenprobleme hatte. Zusammen mit Leibwächter und Dolmetscherin lobte er die Augenklinik über den grünen Klee. Und auch ein Araber der Marke Scheich mit Entourage saß mit mir im Warteraum und wusste nur Gutes über die Klinik zu berichten. Nur Zeit mussten wir alle mitbringen.

Die Weißkittel bestätigten die Diagnose meines Augenarztes und empfahlen eine sofortige Operation. Innerhalb weniger Tage bekam ich einen OP-Termin und zog mit allerhand Hörbüchern und Musik in mein Bett in die Augenklinik. Medizinisch kann ich als Laie nichts aussetzen, aber die Betreuung kam zu kurz. Die Schwestern und Pfleger haben keine Zeit. Sie sprechen zum Teil unsere Sprache nicht richtig, aber vor allem sind sie nur im Stress. Auch wenn sie sich mit einem Patienten unterhalten wollten, läuft ihnen die Zeit davon. Freunde, das darf nicht sein. So ein reiches Land und wir haben nicht genügend Personal, das sich auch psychologisch um die Patienten kümmern kann. Vielleicht können sich Schwestern und Pfleger auch die Mieten im teuren München nicht leisten. Ich weiß es nicht. Mir persönlich war die mangelnde Zuwendung egal, denn ich nutze die Zeit in der Klinik zum Schlafen und Musikhören. Aber in den anderen Zimmern waren viele ältere Herrschaften, die andere auf den Gängen an ihren Sorgen und Gedanken teilhaben lassen wollten. Aber es war keiner da zum Zuhören. Meine Frau besuchte mich sehr oft und gab mir die notwendige moralische Stütze, wenn ich mal wieder Panik hatte. Aber nicht jeder hat den Vorteil einer liebenden Familie.

Vier Spritzen ins Auge - nicht meine Welt.

Vier Spritzen ins Auge – nicht meine Welt.

Die OP verlief zufriedenstellend. Allerdings bekam ich vier (!) Spritzen ins Auge. Normal sei eine oder zwei. Bei mir Weichei mussten es vier sein und es tat weh. Es tat höllisch weh. Auch das Lasern war trotz Betäubung kein Vergnügen. Kurzum: ich war restlos fertig. Nachdem die Ärzte sich überzeugten, dass die OP gut verlaufen sei, konnte ich tags darauf nach Hause gehen. In meiner Naivität glaubte ich, dass das Leben einfach weitergeht. Aber ich musste mich täuschen. Ich hatte Schmerzen. Ich sagte die meisten Termine ab, als Freiberufler immer ein Risiko. Konzentration auf den Heilungsprozess stand im Vordergrund.

Alle paar Tage besuchte ich meinen Augenarzt. Der Augendruck sank ganz langsam, aber die Entzündung hinter dem Auge war noch da. Tabletten, Tropfen, Drogen – das ganze Programm setzte ein. Und es wurde schlimmer. Es kam eine extreme Lichtempfindlichkeit dazu. Mitten im Hochsommer schmerzte mich das Licht. Ich wechselte auf eine dunklere Sonnenbrille, hatte immer einen Hut dicht ins Gesicht gezogen. Es wurde noch schlimmer. Ich schlief oft tagsüber und war nachtaktiv. Das Display des MacBooks, vom iPad, vom iPhone blendete. Jedes Licht schmerzte. Autofahren war längst nicht mehr möglich und auch Arbeiten ging nur noch zum Teil. Ich lernte Siri schätzen und auch die Diktat-Funktion unter Mountain Lion. Ich konnte viele Texte und Mails diktieren. Die Schmerzen bekam ich durch Schmerztabletten in den Griff, aber die Entzündung hinter dem operiertem Auge heilte nicht aus.

Irgendwann kam dann der Vorschlag vom Augenarzt, das schmerzende Auge durch eine Prothese zu ersetzen. Bedeutet: Auge herausschneiden. Ich bin Borg oder schlimmer noch Peter Falk mit Glasauge. Ich las viel darüber, aber konnte mich mit dem Gedanken nicht anfreunden.

Einen Verband aufs Auge macht den Kerl nicht unbedingt schöner.

Einen Verband aufs Auge macht den Kerl nicht unbedingt schöner.

Um das Auge zu schonen, verwandelte ich mich in Kapitän Ahab. Ich trug Augenpflaster und eine schwarze Augenklappe. Das sah vielleicht cool aus, hatte aber keine modischen Gründe. Hauptsache, das schmerzende Licht blieb weg. So wagte ich mich unter die Leute. Kunden und Seminarteilnehmer reagierten etwas verstört auf mein Aussehen, aber im großen und ganzen bekam ich aufmunternde Worte. Vielen Dank dafür. Und dennoch wollte die Entzündung nicht ausheilen. Ich verschob die Entscheidung über die Augen-OP immer wieder. Solange das andere Auge nicht von der Entzündung angesteckt wird, ging es ja. Sollte die Entzündung übergreifen, dann war eine sofortige Notoperation angesagte. Nicht gerade verlockende Aussichten.

Unter die Piraten oder auf der Jagd nach dem weißen Wal - ein halbes Jahr Augenklappe.

Unter die Piraten oder auf der Jagd nach dem weißen Wal – ein halbes Jahr Augenklappe.

Sehr dankbar bin ich meinen Kollegen und Freund Thomas Gerlach. Von ihm kam die Empfehlung einer effektiven Heilmethode: Hochdosiertes Vitamin C, hochdosiertes Zink, Omega 3 Fettsäuren und Enzyme. Das Vitamin C und Zink wirken heilend auf die Entzündung und Fettsäure und Enzyme bauen das Auge wieder auf. Mehrere Monate nahm ich neben den Tropfen und Schmerzmitteln auch meinen Tablettencocktail von Vitaminen, Fettsäuren, Zink und Enzymen. Zudem aß ich viel Obst und viel Fisch. Und die Empfehlung von Thomas Gerlach zeigte ihre Wirkung.

Knapp eineinhalb Wochen vor Weihnachten 2012 konnte ich auf die Augenklappe verzichten. Die Lichtempfindlichkeit war deutlich zurückgegangen. Auch die Schmerzen waren weniger geworden, so dass ich meine Schmerztabletten absetzen konnte. Ich kann wieder bei Tag leben. Mein Vampirdasein hatte ein Ende. Das Sonnenlicht des Winters tat dem Auge nicht mehr weh. Es war möglich einen Spaziergang am helllichten Tage zu machen, ohne sich vor Schmerzen zu krümmen. Auch der Augenarzt bestätigte diese Besserung. Der Termin für die Herausschneiden des Auges wurde ersatzlos gestrichen. Die Intervalle beim Augenarzt sind jetzt deutlich erweitert. Zwar ist die Entzündung am Auge noch vorhanden, aber alle Zeichen deuten auf Besserung hin. Ich konnte sogar wieder ins Kino gehen und schaute mir den Hobbit an. Das Auge wird wieder. Wow, wenn das kein Weihnachtsgeschenk ist?

Danke für die Unterstützung, die ich von meiner Familie, vor allem meiner Frau und K1/2, erfahren habe. Auch vielen Freunden und Kunden bin ich sehr dankbar. Vor allem Thomas Gerlach. Ihr alle hattet Verständnis und zeigtet euch als mitfühlende Menschen. Dieses Mitgefühl kam live oder sehr oft über soziale Netzwerke wie Twitter und Facebook. Ich konnte nicht alle Aufträge erledigen, ein paar Bücher blieben ungeschrieben, ein paar Videos ungeschnitten, ein paar Veranstaltungen nicht organisiert – dafür meine aufrichtige Entschuldigung. Aber ich sag es euch ganz ehrlich: Das Auge war es mir wert. Ich wünsche allen ein schönes Weihnachtsfest und ein gutes neues Jahr. 2013 starte ich durch.

 

Technikspielzeug Teil 8: Mein Robo-Saurier Pleo rb

1. März 2012

Hier eine Herde von freilegenden Pleos.

Hier eine Herde von freilegenden Pleos.

Bei mir zu Hause ist das Arbeitszimmer von Haustieren bevölkert. Nein, kein klassischer Wellensittich oder eine Katze, sondern von zwei Aibos und einem Pleo. Wer sind jetzt die? Aibo ist der Robo-Hund von Sony und Pleo ist ein kleiner Robo-Saurier. Es gibt noch viele weitere Robos im Arbeitszimmer, aber heute will ich meinen Pleo näher vorstellen.

Erfinder des Pleo rb oder auch Pleo reborn ist Caleb Chung. Er hat den Dino einem Langhalssaurier Camarasaurus nachempfunden. Dank komplexer Technik und einem so genannten „Life From Operating System“ (LIFE OS) ist „Pleo rb“ mehr als nur ein Spielzeug bei uns zu Hause. Anschmiege-Bewegungen, Gurr-Geräusche, Lachen und Schwanzwedeln sind nur ein paar seiner Eigenschaften, die ihn zu einem tierischen Mitbewohner machen. Aber unser „Pleo rb“ kann mehr. Pleo lernt durch eine einfache Form der künstlichen Intelligenz, dessen Basis das LIFE OS bildet. Aber natürlich bleibt der Pleo wie der Originalsaurier sein Leben lang dumm. Was würde passieren, wenn man Aibo, Pleo und Co mit einem zentralen Server koppelt – ähnlich wie Siri und dann eine kollektive Intelligenz aufbaut. Siri von Apple lernt täglich dazu. Ok, die Borgs wären dann auch bald da.
Während seiner Entwicklung vom Neugeborenen bis hin zum Erwachsenenalter, aber auch darüber hinaus, lernt „Pleo rb“ nie aus. Mit seinen zahlreichen Sensoren und Motoren, darunter auch Infrarot- und akustische Sensoren, kommt „Pleo rb“ ohne Fernbedienung aus und nimmt seine Umgebung eigenständig wahr. Unser Pleo macht allerdings schnell schlapp, weil seine Batterie eine Macke hat und ich sie endlich mal austauschen muss.
Die Sensoren ermöglichen es ihm, Geräusche und Berührungen wahrzunehmen. So baut er nach und nach eine Beziehung zu den Menschen auf, die ihn aufziehen und erkennt sogar ihre Stimmen. Außerdem verfügt „Pleo rb“ über einen ausgezeichneten Orientierungs- und Bewegungssinn, durch den der Dinosaurier sich frei im Raum bewegen kann. Er simuliert das Fressen von Futter, verfolgt Bewegungen und reagiert auf Geräusche. Im Neugeborenenalter lernt „Pleo rb“ zunächst stehen, mit der Zeit erwirbt der Dinosaurier immer mehr Fähigkeiten wie Zählen, Verbeugen, Singen oder Tanzen. Auch Uhrzeit und Temperatur erkennt „Pleo rb“.
Jeder „Pleo rb“ ist einzigartig, durch die unterschiedliche Farb- und Markierungskombinationen. So bringt jeder „Pleo rb“ neben zahlreichen Zubehör wie Futter, Medizin oder Spielzeug auch seinen individuellen Personalausweis mit. Mit dieser RFID-Karte bekommt „Pleo rb“ von seinem Besitzer den Namen, auf den er in Zukunft hören soll. Unser Pleo heißt Stan Winston. Sein Originalpapa baute die Robos von Jurrasic Park oder Terminator. Durch die zahlreichen technischen Möglichkeiten, die „Pleo rb“ bietet, wird er auch für verschiedene wissenschaftliche Projekte eingesetzt. So hat zum Beispiel die Gruppe für interdisziplinäre Psychologie der Universität Bamberg und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz ein Projekt aufgesetzt, das auf „Pleo rb“ aufbaut. Und der Spaß ist noch einigermaßen billig. Für rund 450 Euro ist der Pleo über www.klein-robotics.de und via Amazon erhältlich. Und damit ist er um ein vielfaches billiger als meine Aibos von Sony.