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ePUB-Format für den Kindle und Zukunftsaussichten

2. Mai 2022

Ich bin ein Bücherwurm, getreu meiner Lieblingskinderserie Lemmi und die Schmöker. Aber ein Buch muss nicht nur ein gebundenes Werk zwischen zwei Buchdeckel sein, sondern ein Buch ist für mich auch ein eBook. Soeben habe ich mir die neueste Ausgabe des Kindle Paperwhite (11. Generation) angeschafft, nachdem mein alter Paperwhite ein bisschen langsam wurde.
Das neue Gerät ist etwas größer mit 6,8-Zoll-Display (17,3 cm) und hat eine verstellbare Farbtemperatur, finde ich ganz angenehm. Das Lesen in der prallen Sonne im Garten klappt weiter problemlos. Danke an Mani aus Österreich für die Tipp.

Mit der neuen Hülle gab es ein Problem mit der Lieferung durch DPD, mal verloren, mal gefunden – der Laden nervt einfach. Nun lese ich, dass Amazon zum Jahresende das ePUB-Format unterstützen wird. Das ist fein, dann muss ich meine Dateien nicht immer mit Calibre hin- und herformatieren. Calibre ist übrigens auch in einer neuen Version erschienen und jeder der eBooks nutzt, der sollte auch Calibre nutzen – das Schweizer Taschenmesser für eBooks. Allerdings wird MOBI als Format nicht mehr unterstützt.

Wer seine eigenen PDF- und Co-Dateien auf den Kindle schicken will, der kann dies weiterhin ganz einfach tun. In den Einstellungen eines jeden Kindle findet man die persönliche Adresse des Gerätes. Inhalte, die an diese Adresse geschickt werden, werden auf dem Kindle lesbar. Unterstützt werden die Formate Microsoft Word (.doc, .docx), PDF (.pdf), Text (.TXT), Bilder (.JPG, .JPEG, .PNG, .BMP, .GIF), RTF (.rtf) und HTML (.html, .htm).

Und ich lese mit Begeisterung in den Diensten, dass E Ink, die die Technik auf den eBooks liefern, nun neues elektronisches Papier in Farbe anbieten wollen. Ich habe das vor Jahren als Prototyp auf der Siggraph gesehen, nun scheint die Technik marktreif zu sein. Die neueste Version des digitalen Papiers von E Ink soll auch in E-Readern deutlich mehr Farben anzeigen können, schneller die Anzeige wechseln und sogar zusammenfaltbar sein. So kommen wir der Haptik einer digitalen Zeitung näher, wie wir sie vom Papier kennen. Ich hoffe mal, dass Amazon die Technik lizensiert und ich damit farbig Comics auf dem Kindle lesen kann. Im Moment sind es nur Mangas in Schwarzweiß.

Für mich auch interessant, ist eine Ankündigung des chinesischen Herstellers Huawei. Mit dem eBook-Reader MatePad Paper soll das Schreiben mit einem Stift realistisch möglich sein. Ausgestattet ist das neue Huawei MatePad mit einem 10,3 Zoll großen E-Ink-Display. Darauf lassen sich PDF-Dateien und E-Books anzeigen, auch Hörbücher werden unterstützt. Die Auflösung des Displays liegt bei 1.872 x 1.404 Pixeln (227 PPI), rechts und links sind Lautsprecher eingebaut. Das Gewicht des MatePad liegt bei 360 Gramm, die Dicke beträgt knapp 7 Millimeter. Allerdings hat Huawei noch keinen Veröffentlichungstermin für das 500 Euro teure Gerät bekannt gegeben. Im Moment bietet der reMarkable 2 diese Technik, hat sich bei mir in der Praxis als zu langsam erwiesen. Vielleicht machen es die Chinesen besser und vielleicht bringt Amazon ebenso ein Gerät auf den Markt.

eBook-Reader: Amazon wird auf den Oasis sitzen bleiben

17. April 2016

Technisch innovativ, aber zu teuer: Amazon Oasis

Technisch innovativ, aber zu teuer: Amazon Oasis

Amazon hat den Kindle Oasis veröffentlicht, das Highend-Modell der eBook-Reader. Oasis löst den Voyage an der Modellspitze der Amazon Kindles ab. Die technischen Daten überzeugen, der Preis tut es dagegen leider nicht.
Amazon hat sich damals mit seinem Telefon verzockt und ich glaube, Amazon wird sich mit dem Oasis auch verzocken – zumindest wenn der Preis von 290 Euro so bleibt. Es liegt nicht an den Funktionen des neuen Kindles, es liegt schlichtweg am Preis. Amazon ist nicht Apple. Beim Hersteller aus Cupertino sind es die Fanboys gewohnt, tiefer in die Tasche zu greifen und bekommten dafür innovative Technik und innovatives Design. Das ist bei Amazon nicht der Fall.
Damit kein Missverständnis aufkommt. Ich liebe meine Kindles. Ich habe verschiedene Modelle gekauft und lese derzeit meine Bücher am Paperwhite. Mit dem bin ich sehr zufrieden. Als der Oasis angekündigt wurde, schaute ich genau hin. Design und Technik scheinen sehr gut zu sein, auch die Batterielaufzeit ist durch die innovative Hülle samt Akku sehr zukunftsweisend. Erste Tests zeigen, dass der eBook-Reader sehr gut in der Hand liegt und ein Fliegengewicht mit seinen 131 Gramm ist. Mein Paperwhite WLAN bringt 205 Gramm auf die Waage.

Der Amazon Kindle Oasis liegt super in der Hand.

Der Amazon Kindle Oasis liegt super in der Hand.

Bisher kostete das Highend-Modell von Amazon der Voyage 190 Euro in der WLAN-Version. Der Oasis kostet nochmals 100 Euro mehr, also 290 Euro. Das ist mir als Technikfreund eindeutig zuviel.
Für den Preis des Oasis gibt es ein Tablet, dessen Funktionsumfang weit über das Darstellen von elektronischen Büchern hinaus geht. Der Oasis ist bei all den technischen Innovationen ein klassischer Reader, der erst einmal leer ist, wenn er mir von Amazon geliefert wird. Es gibt zwar viele, viele kostenlose Bücher, aber die aktuellen Bestseller kosten durch Buchpreisbindung fette Kohle. Ich zahle also doppelt für eBook-Reader und für die eBooks. Das sehe ich im Moment nicht ein. Bei dem Preis von 290 Euro werden sich eBooks in Deutschland nicht durchsetzen. Es geht schließlich um die Inhalte.
Bisher hat Amazon seine eBook-Reader subventioniert, um den Markt zu beherrschen. Der Einsteiger Kindle kostet weiterhin 70 Euro und reicht als Massenprodukt aus. Paperwhite als Mittelklassemodell kann ich empfehlen, den Kindle Voyage hab ich mir gespart, der größere Nutzen war mir nicht ersichtlich. Den Oasis werde ich mir zu diesem Preis von 290 Euro auch sparen – und ich hoffe auf eine Preisreduzierung. Am 27. April wird Oasis ausgeliefert und ich sage zu diesem Preis einen Rohrkrepierer voraus. Geht der Preis drastisch runter, bin ich wieder dabei.