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Ein Nachmittag gegen die Einsamkeit: Warum das Seniorenkino im Scala so wichtig ist

25. Mai 2026

Das Seniorenkino im Scala in Fürstenfeldbruck ist weit mehr als nur ein zusätzliches Filmangebot für ältere Menschen. Mit seinen vier Vorstellungen im Jahr hat sich die Veranstaltungsreihe längst zu einem wichtigen kulturellen und sozialen Treffpunkt entwickelt, der vielen Seniorinnen und Senioren Lebensqualität, Gemeinschaft und Teilhabe ermöglicht. Gerade in einer Zeit, in der Einsamkeit im Alter zunehmend zu einem gesellschaftlichen Problem wird, erfüllt das Seniorenkino eine Aufgabe, die weit über den eigentlichen Kinofilm hinausgeht.

Rund 200 Seniorinnen und Senioren kamen ins Scala Kino, um gemeinsam den Film Sole mio anzusehen. Die Veranstaltung des Seniorenbeirats der Stadt Fürstenfeldbruck nutzte Oberbürgermeister Christian Götz zugleich, um sich vor Ort über die Arbeit des Gremiums, dessen Angebote für ältere Bürgerinnen und Bürger und die Arbeit des Scala-Kinos zu informieren.

Am Rande der Veranstaltung tauschte sich der Oberbürgermeister mit Scala-Geschäftsführer Markus Schmölz über die Bedeutung des Kinos als kulturellen Treffpunkt im Fürstenfeldbrucker Westen aus. Dabei dankte Götz dem Kinobetreiber ausdrücklich für dessen langjähriges Engagement und sicherte auch künftig Unterstützung für das Scala Kino zu. Erste Ideen wurden schon ausgetauscht. 

„Das Scala ist seit vielen Jahren weit mehr als nur ein Kino. Es ist ein wichtiger kultureller und sozialer Treffpunkt für die Menschen im Westen der Stadt“, betonte Oberbürgermeister Christian Götz.

Auch Markus Schmölz zeigte sich erfreut über den Besuch des Oberbürgermeisters und den Austausch mit dem Seniorenbeirat: „Wir freuen uns sehr über die Wertschätzung und Unterstützung durch die Stadt. Das Scala steht immer für weitere Gespräche und Kooperationen offen – gerade wenn es darum geht, Menschen zusammenzubringen und kulturelle Angebote für alle Generationen zu schaffen.“

Denn für viele Besucherinnen und Besucher ist der Nachmittag im Scala nicht einfach ein Kinobesuch. Er ist Anlass, das Haus zu verlassen, Bekannte zu treffen, gemeinsam zu lachen, Erinnerungen auszutauschen und am öffentlichen Leben teilzunehmen. Das Kino wird so zu einem Ort der Begegnung. Besonders ältere Menschen, die alleine leben oder in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, erleben solche Veranstaltungen oft als wertvolle Abwechslung im Alltag. Die vertraute Atmosphäre des Scala, die persönliche Ansprache und die bewusst ausgewählten Filme schaffen dabei ein Gefühl von Geborgenheit und Zugehörigkeit.

Hinzu kommt die kulturelle Bedeutung. Kino ist Erinnerung, Emotion und gemeinsames Erleben. Viele Seniorinnen und Senioren verbinden mit dem Kino noch die große Zeit der Lichtspielhäuser, als ein Filmabend etwas Besonderes war. Das Seniorenkino knüpft genau an dieses Lebensgefühl an. Es bewahrt ein Stück Kinokultur, die heute vielerorts verloren gegangen ist. Während Streamingdienste Filme immer stärker zum individuellen Konsum auf dem heimischen Sofa machen, bietet das Scala weiterhin das gemeinschaftliche Erlebnis im dunklen Saal – mit gemeinsamem Lachen, Mitfiebern und Nachdenken.

Die vier Vorstellungen im Jahr mögen auf den ersten Blick nicht viel erscheinen, doch gerade ihre Regelmäßigkeit macht sie wichtig. Sie setzen feste kulturelle Höhepunkte im Jahreslauf und geben vielen Besucherinnen und Besuchern Orientierung und Vorfreude. Oft entstehen daraus Gespräche, Verabredungen und soziale Kontakte, die weit über den Kinonachmittag hinausreichen.

Nicht zuletzt zeigt das Seniorenkino auch, welche Rolle ein Programmkino heute für eine Stadt wie Fürstenfeldbruck spielen kann. Das Scala ist eben nicht nur ein Ort für Blockbuster und Unterhaltung, sondern auch ein kultureller Raum mit gesellschaftlicher Verantwortung. Es schafft Angebote für Generationen, die im schnelllebigen Kulturbetrieb oft übersehen werden. Gerade deshalb ist das Seniorenkino ein wichtiges Zeichen für gelebte Teilhabe und Wertschätzung älterer Menschen.

In einer alternden Gesellschaft werden solche Angebote künftig noch bedeutender werden. Das Seniorenkino im Scala beweist schon heute, dass Kultur nicht nur Unterhaltung ist, sondern auch Nähe, Gemeinschaft und ein Stück Lebensfreude.

Drei Tage gelebte Gemeinschaft – das erste Brauereifest Maisach begeistert trotz Wetterkapriolen

9. Juni 2025

Das erste Brauereifest in Maisach ging mit einem überwältigenden Zuspruch in die Ortsgeschichte ein. Drei Tage lang feierte die Gemeinde gemeinsam mit ihrer traditionsreichen Brauerei, 30 engagierten Vereinen aus sechs Ortsteilen und zahlreichen Gästen aus Nah und Fern ein Fest, das weit über die Erwartungen hinausging. Weil es so gut lief, soll es auch im nächsten Jahr zu Pfingsten wieder stattfinden, wenn alle Beteiligten zustimmen.

Ich habe mit Umberto Freiherr von Beck-Peccoz und Martina Wieser-Sedlmayr ein Interview geführt.

Trotz schwieriger Wetterverhältnisse – Sonnenschein am Freitag, starker Regen am Samstag und wechselhaftes Wetter am Sonntag – ließen sich die Besucher die Stimmung nicht nehmen. Die Beteiligung war hoch, die Resonanz der Besucher positiv. Der Freitag bot mit idealen Bedingungen einen perfekten Auftakt, während der Samstagabend durch eine überraschende Wetterbesserung zur Musik der Partyband gerettet wurde. Auch am Sonntag füllte sich der Brauereihof rasch, trotz Regen bis in den späten Nachmittag. Sehr eindrucksvoll war der voll besuchte ökumenische Gottesdienst samt anschließenden Weißwurstfrühstück. Die Kirche kam zu den Menschen und wurde in diesen unsicheren Zeiten gerne angenommen.

Für Umberto Freiherr von Beck-Peccoz von der Brauerei Kühbach und seit einem Jahr auch Pächter der Brauerei Maisach, war das Fest mehr als nur ein Ersatz für das zuletzt wenig nachgefragte Volksfest. Vielmehr ging es ihm darum, ein neues Format zu etablieren: ein Fest von der Gemeinde für die Gemeinde, mit starker Einbindung der örtlichen Vereine und Nachbarschaft. „Es war mein Wunsch, das Erfolgsmodell aus Kühbach nach Maisach zu übertragen – angepasst an die Gegebenheiten hier vor Ort“, so Beck-Peccoz.

Dabei spielte die Lokalität eine besondere Rolle. Anders als bei einem Volksfest, bei dem man am Platz bleibt, flanierten die Besucher umher. Wer sich etwas zu Essen an den Vereinsständen holte, traf Nachbarn, Bekannte und Freunde und kam ins Gespräch. So soll ein Fest der Begegnung sein. Es blieb weitgehend friedlich, damit hat sich auch das Sicherheitskonzept bewährt – nicht unwichtig in heutigen Zeiten.

Ein besonderer Dank galt den direkten Nachbarn des Brauereihofs, die Verständnis für die Lautstärke und das bunte Treiben zeigten. Als Zeichen der Wertschätzung wurden sie im Vorfeld persönlich besucht und erhielten kleine Aufmerksamkeiten – eine Geste, die auf große Zustimmung stieß.

Brauereieigentümerin Martina Wieser-Sedlmayr zeigte sich ebenfalls hochzufrieden: „Nach der schwierigen Phase der Insolvenz war es mir wichtig, dass die Brauerei in Familienhand bleibt – und zwar hier, vor Ort. Die Menschen in Maisach schätzen das sehr.“ Sie lobte die offene und herzliche Art Beck-Peccoz’, der „die Herzen der teils kritischen Maisacher schnell gewonnen hat.“

Meines Erachtens ist Umberto Freiherr von Beck-Peccoz mit dem Brauereifest in Maisach endgültig angekommen. Er wurde von den Maisachern begrüßt, auf die Schulter geklopft, obwohl man sich bei der Anrede nicht immer sicher war: Freiherr, Baron – am Ende nannte man Baron Freiherr Umberto Freiherr von Beck-Peccoz einfach nur Umberto. Auch bei den Vereinsreferenten der Gemeindeteile gab es ausschließlich Lob zu hören: Ich sprach u.a. kurz mit Stefan Pfannes, Christian Kemeter und Gottfried Obermair und bekam das höchste Lob des Bayern zu hören: „passt schon oder auch bassd scho!“

Die Organisation des Festes verlief weitgehend reibungslos, obwohl vieles Neuland war. Besonders hervorgehoben wurde die Arbeit von Simone Schmid, Assistentin von Beck-Peccoz, die bereits in Kühbach für die Festorganisation zuständig war. Auch Marlies, die Tochter von Wieser-Sedlmayr, war aktiv eingebunden – als Praktikantin und als Bindeglied zwischen Brauerei und Gemeinde.

Ein familiärer Geist durchzog das gesamte Fest – von der Leitung bis zur Umsetzung. Symbolisch dafür stand auch der Storch auf dem Brauereischornstein, der trotz Trubel nicht das Weite suchte, sondern zusammen mit seinen zwei Küken über dem Fest verweilte.

Inzwischen steht fest: Das Brauereifest wird keine einmalige Sache bleiben. Umberto Freiherr von Beck-Peccoz kündigte bereits die Fortsetzung an: Auch 2026 wird es zu Pfingsten wieder ein Brauereifest in Maisach geben. Der Termin hat sich bewährt, überschneidet sich mit keiner anderen Großveranstaltung und wird sowohl in der Gemeinde als auch im Umland gut angenommen. Voraussetzung ist aber das zustimmende Feedback von Gemeinde und Vereinen.

Das Fazit der Veranstalter: „Ein Fest von Familien für Familien – ohne Konzernstrukturen, ohne Anonymität, dafür mit viel Herzblut und Gemeinschaftssinn.“ Damit wurde nicht nur die Brauerei gestärkt, sondern auch der soziale Zusammenhalt in Maisach auf bemerkenswerte Weise gefeiert. Mir hat es gefallen. Für die Berichterstattung in meinem Blog bekam ich von wildfremden Menschen ein schönes Feedback (und auch ein bisschen Kritik), ein freundlicher Geselle, mit dem ich am Biertisch saß nannte mich scherzhalber „Karla Kolumna von Maisach“. Na, wenn das kein Lob ist für eine lokale Blogberichterstattung.

Megafail bei Paketdienst DPD – wo ist mein Paket?

26. September 2015

Schade, wir haben Sie verpasst – so lautet der Zettel, den der Paketdienst DPD bei uns in den Briefkasten geworfen hat. An sich sollte diese Nachricht kein Problem sein, denn DPD hat so wie Hermes, UPS und DHL eine Ablagegenehmigung. Sie können an einem sicheren Ort die Paketsendungen hinterlegen.
Aber dieses Mal klappte es nicht. Der Grund ist oftmals ein Fahrerwechsel – Paketdienste haben bei uns in der Gegend eine hohe Fluktuation. Über diese Gründe will ich hier nicht spekulieren. Auf jeden Fall, unser Paket war nicht da und ein Zettel lag im Briefkasten.

Diesen Zettel hinterließ DPD heute in meinem Briefkasten.

Diesen Zettel hinterließ DPD heute in meinem Briefkasten.

Und jetzt beginnt der Horror. Auf dem Benachrichtungsschein von DPD war weder ein Name vermerkt (in unseren Haushalt gibt es verschiedene Nachnamen). Und noch schlimmer: Das Paket wurde wohl in der Nachbarschaft abgegeben. Doch wo? Als Name oder Ort wurden kryptische Zeichen hinterlassen: BRK oder MRK. Was soll jetzt das? Ich bin kein Codeknacker, ich will keine Rätsel lösen, ich hab keinen Bedarf etwas zu entziffern. Ich will einfach nur unser Paket. Die Nachbarschaft ist hier groß, sehr groß. Und ich kann wirklich nicht von Tür zu Tür gehen und fragen, ob ein Paket für mich abgegeben wurde. Das ist echt nicht meine Aufgabe.
Und natürlich ist es Samstag: Die Hotline ist nur Montag bis Freitag von 8 bis 18 Uhr besetzt und kostet mich als Kunde zudem 59 Cent pro Minute.

DPD - was soll das? Was soll das heißen?

DPD – was soll das? Was soll das heißen?

So schreibe ich diesen Blogbeitrag als verärgerter Kunde und werde in Facebook und Twitter bei DPD die Frage posten, was das eigentlich soll. Es ist und bleibt eine Frechheit, so etwas als Dienstleistung zu verkaufen. Also DPD, ab in die Ecke und schämt euch und noch wichtiger: Bringt mir unser Paket!