Wer München verstehen will, kommt am Bier nicht vorbei. Und wer verstehen möchte, warum das Oktoberfest weit mehr ist als eine riesige Veranstaltung mit Festzelten, Maßkrügen und Fahrgeschäften, sollte einen Blick in die Vergangenheit werfen. Genau das tat der PresseClub München bei einer Exkursion durch das Bier- und Oktoberfestmuseum. Mitten in der Münchner Altstadt führte die Reise durch Jahrhunderte bayerischer Bierkultur und mehr als zwei Jahrhunderte Wiesn-Geschichte.
Schon der Ort selbst ist ein Erlebnis. Das Museum befindet sich in einem historischen Bürgerhaus in der Sterneckerstraße 2, nur wenige Schritte vom Isartor entfernt. Wer das Gebäude betritt, merkt schnell, dass hier kein steriler Museumsneubau auf seine Besucher wartet. Enge Treppen, alte Balken, niedrige Räume und verwinkelte Gänge schaffen eine Atmosphäre, in der die Geschichte beinahe körperlich spürbar wird. Das Haus gehört zu den älteren erhaltenen Bürgerhäusern Münchens und bildet damit einen geradezu idealen Rahmen für die Geschichte des Münchner Bieres. Hier das Video von der Exkursion.
Für die Mitglieder des PresseClubs München war die Führung deshalb mehr als ein klassischer Museumsbesuch. Sie wurde zu einem Streifzug durch Münchner Stadt-, Alltags- und Wirtschaftsgeschichte. Denn Bier war über Jahrhunderte nicht einfach nur ein Getränk. Es war Lebensmittel, Handelsware, Steuerquelle, Wirtschaftsfaktor und nicht zuletzt ein wichtiger Bestandteil gesellschaftlicher Begegnung.
Bier erzählt Stadtgeschichte Die Ausstellung macht deutlich, wie eng die Entwicklung Münchens mit seiner Braukultur verbunden ist. Brauereien prägten das wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben der Stadt. Wirtshäuser waren Treffpunkte, Kommunikationsorte und bisweilen auch politische Räume. Hier wurde gegessen, getrunken, diskutiert und gestritten. Nachrichten wurden ausgetauscht, Geschäfte angebahnt und Meinungen gebildet.
Gerade für Journalistinnen und Journalisten besitzt diese Seite der Wirtshauskultur einen besonderen Reiz. Lange bevor Nachrichten über Smartphones, soziale Netzwerke und Nachrichtenticker verbreitet wurden, waren Gasthäuser wichtige Orte der mündlichen Kommunikation. Wer wissen wollte, was in der Stadt geschah, konnte dort einiges erfahren. Stammtische waren gewissermaßen soziale Netzwerke einer analogen Zeit – mit allen Vor- und Nachteilen.
Historische Objekte, Krüge, Flaschen, Werbemittel, Fotografien und Dokumente lassen im Museum die Welt der Münchner Brauereien wieder lebendig werden. Dabei wird auch sichtbar, wie sich das Erscheinungsbild des Bieres wandelte. Markenbildung und Werbung wurden zunehmend wichtiger. Aus lokalen Brauereien entstanden Unternehmen, deren Namen weit über München hinaus bekannt wurden.
Ein zentrales Thema ist natürlich das Bayerische Reinheitsgebot. Es steht bis heute wie kaum eine andere Vorschrift für die Wahrnehmung bayerischer Bierkultur. Die Ausstellung ordnet solche Traditionen in ihren historischen Zusammenhang ein und zeigt, dass hinter der Geschichte des Bieres immer auch Fragen nach Rohstoffen, Qualität, Herstellung, Handel und staatlicher Regulierung stehen.
Vom Hochzeitsfest zum größten Volksfest der Welt Der zweite große Schwerpunkt des Museums widmet sich dem Oktoberfest. Seine Geschichte beginnt 1810 mit der Hochzeit des bayerischen Kronprinzen Ludwig, des späteren Königs Ludwig I., und Prinzessin Therese von Sachsen-Hildburghausen. Die Feierlichkeiten endeten mit einem Pferderennen auf einer Wiese vor den Toren Münchens.
Der Ort trägt bis heute den Namen der Braut: Theresienwiese. Aus einem einmaligen Fest entwickelte sich eine Tradition. Jahr für Jahr veränderte sich das Oktoberfest, wurde größer, professioneller und spektakulärer. Aus dem Pferderennen und Volksfest entstand schließlich jenes Ereignis, das heute weltweit mit München verbunden wird.
Das Museum zeigt anschaulich, dass die Wiesn niemals eine statische Veranstaltung war. Sie veränderte sich gemeinsam mit der Stadt und ihren Menschen. Neue technische Möglichkeiten beeinflussten die Fahrgeschäfte, elektrische Beleuchtung verwandelte das Festgelände, Schausteller entwickelten immer spektakulärere Attraktionen und die Bierzelte wuchsen zu gewaltigen Festhallen.
Historische Plakate, Fotografien, Krüge, Souvenirs und andere Erinnerungsstücke erzählen von dieser Entwicklung. Gerade diese scheinbar alltäglichen Gegenstände besitzen ihren besonderen Reiz. Ein alter Maßkrug oder ein vergilbtes Plakat ist eben nicht nur ein Objekt hinter Glas. Es ist ein Stück Erinnerung an Menschen, die vielleicht vor hundert Jahren über die Theresienwiese schlenderten, in einem Festzelt saßen oder sich von einer damals sensationellen Attraktion begeistern ließen.
Die Wiesn als Spiegel ihrer Zeit Besonders interessant ist der Blick darauf, wie sehr das Oktoberfest gesellschaftliche Veränderungen widerspiegelt. Moden kamen und gingen, technische Innovationen hielten Einzug, politische und wirtschaftliche Entwicklungen hinterließen ihre Spuren. Kriege, Krisen und Epidemien führten immer wieder dazu, dass das Fest ausfallen musste. Und doch kehrte die Wiesn zurück.
Vielleicht liegt gerade darin ein Teil ihrer besonderen Bedeutung für München. Das Oktoberfest steht für Kontinuität und zugleich für ständige Veränderung. Jede Generation erlebt ihre eigene Wiesn und verbindet persönliche Erinnerungen mit ihr. Für die einen sind es bestimmte Fahrgeschäfte, für andere das erste Hendl, der Einzug der Wiesnwirte, eine besondere Begegnung im Festzelt oder schlicht der Moment, wenn man vom U-Bahnhof auf die Theresienwiese kommt und sich plötzlich mitten im Trubel befindet.
Das Museum bewahrt solche Erinnerungen, ohne die Wiesn lediglich nostalgisch zu verklären. Es dokumentiert, wie aus einem Münchner Fest ein internationales Ereignis wurde. Heute kommen Besucher aus aller Welt nach München, um ein Fest zu erleben, das längst zu einem globalen Symbol für Bayern geworden ist.
Ein Haus voller Geschichten Der besondere Charme des Bier- und Oktoberfestmuseums entsteht dabei nicht allein durch seine Exponate. Das historische Gebäude selbst gehört zur Inszenierung. Es zwingt den Besucher geradezu, langsam zu gehen. Hinter der nächsten Tür wartet ein neuer Raum, nach einer schmalen Treppe eine weitere Perspektive auf die Geschichte.
Das passt wunderbar zum Thema. Schließlich entstand auch die Münchner Bier- und Oktoberfestkultur nicht nach einem großen Masterplan. Sie entwickelte sich über Jahrhunderte, wurde immer wieder verändert, erweitert und neu interpretiert.
Für die Mitglieder des PresseClubs München bot die Exkursion deshalb zahlreiche Geschichten hinter der großen Geschichte. Gerade Journalisten wissen, dass oftmals das kleine Detail den Zugang zu einem großen Thema eröffnet. Ein historisches Foto kann mehr über eine Epoche erzählen als lange Zahlenkolonnen. Ein alter Bierkrug kann zum Ausgangspunkt einer Geschichte über Handwerk und Konsum werden. Ein Wiesn-Plakat dokumentiert nicht nur ein Volksfest, sondern auch Grafikdesign, Zeitgeschmack und gesellschaftliche Vorstellungen.
München zwischen Tradition und Moderne Am Ende führt der Rundgang zu einer Erkenntnis, die eigentlich für ganz München gilt: Tradition funktioniert nur, wenn sie nicht zum unbeweglichen Museumsstück erstarrt.
Die Münchner Bierkultur hat sich immer wieder verändert. Das Oktoberfest von heute ist nicht mehr das Oktoberfest von 1810 und auch nicht das der 1950er oder 1980er Jahre. Dennoch gibt es eine historische Linie, die all diese Epochen miteinander verbindet.
Genau diese Verbindung macht das Bier- und Oktoberfestmuseum sichtbar. Es erzählt von Brauern und Wirten, Schaustellern und Festbesuchern, von wirtschaftlichen Interessen und gesellschaftlichen Ritualen, von technischen Neuerungen und liebgewonnenen Traditionen. Vor allem erzählt es von München und seinen Menschen.
Für den PresseClub München wurde die Exkursion damit zu einer kleinen Zeitreise mitten in der eigenen Stadt. Manchmal braucht es eben keinen weiten Weg, um Geschichte zu entdecken. Ein paar Schritte vom Isartor entfernt genügt eine alte Haustür – und schon geht es hinein in mehrere Jahrhunderte Münchner Lebensgefühl.
Und natürlich gehört zu diesem Lebensgefühl auch die Erkenntnis, dass Bier in München niemals nur Bier war. Es ist Handwerk und Wirtschaftsgeschichte, Geselligkeit und Tradition, gelegentlich Politik und immer wieder Anlass für Geschichten. Für einen PresseClub könnte es kaum ein passenderes Getränk geben.
Zehn Teile Niederkaltenkirchen: Wenn das Erfolgsrezept schal schmeckt, dann ist es auch mal gut. Variation des ewig Gleichen legen ein baldiges Ende der Krimireihe nahe. Mit Steckerlfischfiasko schlägt der bayerische Kult-Dorfpolizist Franz Eberhofer bereits zum zehnten Mal auf der Kinoleinwand auf. Nach den heftigen kreativen Querelen und öffentlichen Dissonanzen rund um den Vorgänger war man gespannt, ob die Jubiläums-Adaption nach den Romanen von Rita Falk zu alter Stärke findet oder endgültig im Leerlauf versauert. Das Ergebnis ist eine zweischneidige Angelegenheit: Der Film funktioniert als verlässliche Wohlfühl-Komödie für eingefleischte Fans – enttäuscht jedoch cineastisch auf ganzer Linie durch kreative Ermüdungserscheinungen.
Der Krimi als lästiges Pflichtprogramm Inhaltlich dreht sich im beschaulichen Niederkaltenkirchen diesmal alles um den gewaltsamen Tod des lokalen „Steckerlfischkönigs“, dessen Leiche im exklusiven Wellness-Bereich eines neu errichteten Golfclubs gefunden wird. Zusammen mit seinem dauerleidenden Kumpel Rudi Birkenberger (Simon Schwarz) stürzt sich Franz in die Ermittlungen, die sie tief in eine verfahrene Familienfehde verfeindeter Volksfest-Clans führen. Wer hier jedoch einen packenden Whodunit-Krimi erwartet, wird bitter enttäuscht. Wie so oft in der Reihe dient der Mordfall lediglich als fadenscheiniges Konstrukt, um die Figuren von einer skurrilen Situation zur nächsten zu scheuchen. Das Miträseln wird dem Publikum durch mangelnde Indizien und erzählerische Beliebigkeit nahezu unmöglich gemacht. Stattdessen dominieren die altbekannten Nebenbaustellen: Susi (Lisa Maria Potthoff) treibt ihre politischen Ambitionen als Bürgermeisterkandidatin voran, während der private Alltag auf dem Eberhofer-Hof im gewohnten Chaos versinkt.
Das Ensemble-Dilemma: Wenn Kult zur Pflichtübung wird Das größte Problem von Steckerlfischfiasko ist sein mittlerweile gewaltiges Figurenarsenal. Regisseur Ed Herzog steht vor der unlösbaren Aufgabe, jeder noch so kleinen Kult-Nebenfigur (von der Oma bis zum Flötzinger) ihre obligatorische Leinwand-Präsenz und den dazugehörigen Schenkelklopfer-Gag einzuräumen. Da folgt leider der Autopilot-Effekt: Die Gags wirken dadurch oft erzwungen und wie im Autopiloten abgespult. Fehlende Ecken und Kanten: Die Figuren haben sich im Laufe der Jahre zu reinen Karikaturen ihrer selbst entwickelt, deren Macken allzu berechenbar geworden sind. Für mich ist der Film kein völliges Fiasko, aber das bewährte Erfolgsrezept stößt ohne neue Ideen spürbar an seine Grenzen.
Steckerlfischfiasko krankt vor allem daran, dass sich das Franchise im Kreis dreht. Die filmische Umsetzung verlässt sich zu stark darauf, dass die bloße Anwesenheit der vertrauten Gesichter und die malerische bayerische Provinzidylle ausreichen, um ein abendfüllendes Kinoerlebnis zu rechtfertigen. Es mangelt an inszenatorischem Mut, an bissigem Humor, der über platten Lokalkolorit hinausgeht, und an echten erzählerischen Risiken.
Getreu dem Motto „Ein neuer Eberhofer ist wie ein Essen bei der Oma – man weiß genau, was man kriegt“ werden Fans des Franchise vermutlich auch diesmal bestens unterhalten. Wer jedoch anspruchsvolles deutsches Kino oder einen auch nur halbwegs ernstzunehmenden Kriminalfilm sucht, wird hier vor eine schwere Geduldsprobe gestellt. Es ist an der Zeit, dass Niederkaltenkirchen bald in den wohlverdienten Ruhestand geht, bevor der Kult endgültig zur Karikatur verkommt.
Mein persönlicher Abschluss des diesjährigen Oktoberfestes war am Tag der Deutschen Einheit und mein Besuch des Innungsschießens im Armbrustschützenzelt.
Ich arbeite als PR-Fuzzi für Handwerksorganisationen und konnte gleich zwei Kunden zum Highlight begleiten. Das Innungsschießen auf dem Münchner Oktoberfest gehört zu den traditionsreichsten Wettbewerben, die sich mitten im bunten Festbetrieb erhalten haben. Während ringsum Maßkrüge klingen, Kapellen aufspielen und die Wiesn von Volksfeststimmung erfüllt ist, herrscht im großen Holzbau der Schützenarena konzentrierte Ruhe und sportliche Spannung.
Organisiert wird dieses Ereignis vom traditionsreichen Schützenverein Finzerer Fändl, einer Münchner Institution, die seit Jahrhunderten eng mit der Pflege des Armbrustschützensports verbunden ist. Das Fändl, dessen Wurzeln bis ins 15. Jahrhundert zurückreichen, hält mit dem Innungsschießen einen lebendigen Bezug zu seiner historischen Bedeutung: Damals wie heute steht hier Kameradschaft, Präzision und Traditionspflege im Mittelpunkt. Seit 57 Jahren findet dieser Wettbewerb mit dem Schlachtruf „Gut Bolz“ statt.
Das Innungsschießen selbst versammelt alljährlich Vertreterinnen und Vertreter der verschiedenen Münchner Handwerks-Innungen, die sich im Armbrustschützenzelt miteinander messen. Dieses Jahr waren es über 200 Handwerker. Es ist weit mehr als ein reiner Sportwettbewerb: Der Wettstreit spiegelt die Verbundenheit zwischen Handwerk, Brauchtum und der Münchner Stadtkultur wider. Jede Innung tritt mit eigenen Mannschaften an, deren Mitglieder nicht selten Schützen in mehreren Generationen stellen. Mit großer Ernsthaftigkeit wird dabei um Ringe und Plätze geschossen, doch der gesellige Austausch, die Pflege der Freundschaften zwischen den Innungen und die gemeinsame Feier im Anschluss machen mindestens genauso viel vom Reiz dieses besonderen Ereignisses aus.
Das Armbrustschützenzelt bietet dafür die perfekte Kulisse. In dem festlich geschmückten Zelt herrscht eine einzigartige Doppelatmosphäre: Auf der einen Seite der Trubel des Festzelts mit Musik, Bier und bayerischer Küche, auf der anderen Seite der Bereich, in dem Wettkampfordnung, absolute Ruhe und Konzentration gelten.
Besucher können so die besondere Spannung miterleben, die entsteht, wenn mitten auf der größten Volkswiese der Welt auf höchstem Niveau geschossen wird.
Dass das Finzerer Fändl Ausrichter des Innungsschießens ist, verleiht der Veranstaltung noch eine tiefere historische Dimension. Der Verein, dessen Mitglieder in kunstvoller historischer Tracht auftreten und der selbst noch immer eng mit Münchner Stadtgeschichte verbunden ist, versteht es, das Innungsschießen zwischen Sport und historischer Erinnerung zu verankern. Für viele Schützen ist es eine Ehre, im Oktoberfesttrubel um die begehrten Innungs-Ehrenpreise anzutreten.
Auf diese Weise hat sich das Innungsschießen zu einem festen Baustein im vielschichtigen Geflecht der „Wiesn“ entwickelt. Es steht für eine eher stille, traditionsbewusste Facette des Oktoberfestes, die im Schatten der großen Fahrgeschäfte und Bierpaläste oftmals leicht übersehen wird, aber zu den tiefsten Schichten des Münchner Brauchtums gehört. Wer im Armbrustschützenzelt beim Innungsschießen verweilt, spürt, dass das Oktoberfest eben nicht nur ausgelassene Feier, sondern immer auch Spiegel der kulturellen Wurzeln Münchens ist – und dass es gerade diese lebendigen Traditionen sind, die das Fest so unverwechselbar machen.
Meine Kunden und ich hatten ihren Spaß, kamen aber nicht unter den Siegern. Aber nach dem olympischen Motto war die Teilnahme schon eine Ehre. Übrigens, da ich kein Handwerker bin, habe ich natürlich nicht mitgeschossen.
Damit endet für mich das Oktoberfest 2025, das auch von einem möglichen Attentat und von einer überfüllten Theresienwiese geprägt war. Ich erinnerte mich immer an das schreckliche Wiesn-Attentat von 1980 und werde dieses Jahr dazu ein Seminar dazu machen. Infos über meinen Newsletter. Während das Oktoberfest noch zwei Tage weitergeht, widme ich mich anderen Dingen, sortiere die Wiesnfotos und schwöre dem Alkohol ab.
Es ist jedes Jahr das gleiche Trauerspiel, kaum öffnet die Wiesn ihre Tore, kommen sie aus allen Ecken, aus den Großstädten und dem Flachland, und verwandeln Münchens traditionsreichstes Fest in einen Kostüm- und Mottoparty-Wettbewerb, als hätten sie den letzten Rosenmontag verpasst. Statt Respekt vor dem Kulturgut zu zeigen, werfen sich manche Besucher in billige Faschings-Dirndl, Neonperücken und Plüschhüte, die eher nach Karneval im Rheinland aussehen – als wäre die Theresienwiese bloß die Vorhut zum Kölner Umzug.
Masken, Tierkostüme, grell geschminkte Gesichter und alberne Accessoires bestimmen das Bild am Tisch – und nach der dritten Maß mutiert die Feierlaune endgültig zur Narrenfreiheit. Was in den Augen der einen „witzig“ erscheint, sorgt am Nachbartisch für mitleidiges Kopfschütteln und schnelles Zusammenrücken: Münchens Stolz auf gepflegte Brauchtumskultur wird übertüncht von einer Karnevalslaune, die weder zur Tradition noch zum Charakter des Oktoberfests passt.
Die Wiesn ist eben nicht Fasching! Während beim Karneval die Narren das Regiment übernehmen, ist das Oktoberfest ein Volksfest mit jahrhundertealter Geschichte, in dem Tracht nicht bloß Verkleidung, sondern Ausdruck regionaler Identität und Respekt vor der eigenen Herkunft ist. Wer meint, mit quietschebunten Dirndln, Pseudo-Bauern-Outfits und blinkenden Plastikaccessoires die Atmosphäre aufzupeppen, beleidigt alle, die Tracht bewusst und mit Stolz tragen.
Es ist bezeichnend, dass sich der Liedgut-Mix inzwischen angleicht: Wo früher noch Blasmusik und ehrliche Volkslieder erklangen, tobt nun die Polonäse, und der Partyhit-Soundtrack treibt die Massen zum Mitgrölen wie auf jedem beliebigen Karneval. Das eigentliche Lebensgefühl des Oktoberfests droht dabei, unter einer Schicht aus Faschingsmummenschanz und Travestie zu verschwinden – und das größte Traditionsfest Bayerns wirkt zunehmend wie ein übergroßer Ballermann für Maskenliebhaber.
Und zu den Schuhen sag ich besser gar nichts mehr. Ich kann die Sneakers nicht mehr sehen. Und sagt jetzt nicht, ich sei alt und engstirnig. Ich bin es in diesem Fall.
Das Stehlen von Maßkrügen aus den Zelten beim Oktoberfest wirkt auf den ersten Blick wie ein harmloser Spaß – ein originelles Andenken, das den besonderen Tag festhalten soll. Doch diese vermeintlich lustige Aktion hat Folgen, die weit über den flüchtigen Moment hinaus reichen. Ein Maßkrug ist mehr als ein souvernirträchtiges Stück Glas: Er gehört dem Veranstalter, und das Mitnehmen ohne Erlaubnis ist schlicht und einfach Diebstahl – mit allen rechtlichen Konsequenzen. Bei meinem bevorstehenden Besuch im Hofbräu-Zelt auf der Wiesn, wartete ich auf Bekannte und konnte das Herausschmuggeln der Glas-Maßkrüge beobachten.
Die Versuchung ist groß, gerade wenn das Bier die Hemmungen senkt und viele sich dazu hinreißen lassen – doch jedes Jahr werden Hunderttausende Krüge eingesammelt, weil sie auf krummen Wegen ins Freie gelangt sind. Wer erwischt wird, dem drohen empfindliche Strafen: Es können Geldstrafen von bis zu 360 Tagessätzen oder sogar Freiheitsstrafen bis zu einem Jahr verhängt werden – vor allem bei Wiederholungstätern. Auch wenn das Verfahren bei Ersttätern oft eingestellt wird, ein „blauer Fleck“ für die eigene Akte bleibt und die Personalien werden aufgenommen. Die Lebensfreude des Oktoberfests endet dann abrupt mit bürokratischem Ärger und einem schlechten Gefühl.
Die Maßkrug-Diebstähle belasten zudem die Festwirte und das Sicherheitspersonal, verschärfen die Kontrollen und stören das friedliche Miteinander. Wer einen echten Wiesn-Maßkrug als Andenken mit nach Hause nehmen möchte, kann ihn ganz legal am Souvenirstand kaufen – oft mit künstlerischer Plakette und Kaufbeleg, der vor peinlichen Missverständnissen schützt. So bleibt die Erinnerung an das Oktoberfest ungetrübt, und das Gewissen sauber.
Beim Hofbräu waren die Sicherheitsleute und Ordner sehr scharf und erwischten einige vermeintliche Spaßvögel beim Herausschmuggeln der Krüge.
Das Oktoberfest lebt von seiner Gemeinschaft, von Respekt und der Lust am gemeinsamen Feiern. Das Stehlen eines Maßkrugs mag wie ein Kavaliersdelikt erscheinen, ist aber eine schlechte Idee – und kann richtig teuer werden. Wer ehrlich bleibt, feiert nicht nur besser, sondern trägt auch dazu bei, dass das Volksfest für alle in schöner Erinnerung bleibt.
Die Sache mit der Musik In den großen Festzelten auf der Wiesn hat sich Partymusik mit bekannten Wiesnhits, Schlagern und internationalen Klassikern längst zur Norm entwickelt. Die Stimmung ist ausgelassen, die Gäste stehen auf und grölen die berühmten Hits mit – ein Spektakel, das für viele Besucher mittlerweile zum Oktoberfest dazugehört und die Umsätze der Festwirte spürbar steigert. Denn je stimmungsreicher, lauter und mitreißender die Musik, desto öfter wird nachbestellt, desto länger feiern die Gäste im Zelt, und desto mehr fließt das Bier in den Umsatzbericht. Die Wirte wissen: Mit nonstop Partymusik steigt nicht nur die Laune, sondern auch das Geschäft, das Oktoberfest ist für sie ein Milliardengeschäft. Für die Bands ist es harte Arbeit. Bei meinem Besuch im Hofbräuzelt konnte ich vom Balkon beobachten, wie die Stimmung mit zunehmenden Alkoholkonsum hochkochte.
Doch das Oktoberfest wäre nicht das Oktoberfest, wenn es nicht auch Orte gäbe, an denen noch traditionelle bayerische Blasmusik den Ton angibt. Besonders auf der Oidn Wiesn. Dort wird noch auf echte Blasmusik gesetzt. Hier spielen Kapellen, treten Trachtenvereine und Volkssänger auf – und statt des Partyrummels herrscht eine gemütliche, familiäre Atmosphäre. Auch in einigen klassischen Festzelten ertönt ab Mittag bis zum frühen Abend noch bayerische Musik, bevor später die Stimmung mit internationalen Hits angeheizt wird.
Die Entscheidung, auf Partyhits statt Blasmusik zu setzen, ist also eine finanzielle Frage – je mehr Partymusik, desto größer oft der Umsatz. Wer die ruhigen, traditionelleren Seiten des Oktoberfests sucht, findet sie jedoch auch heute noch in speziellen Zelten und einzelnen Tageszeiten. Die Frage bleibt, wie lange die Blasmusik gegen den kommerziellen Partytrend bestehen kann – im Herzen der Wiesn lebt sie jedenfalls weiter, auch wenn sie manchmal hinter dem ohrenbetäubenden Partyhits untergeht.
Mit der feierlichen Eröffnung des Oktoberfestes beginnt in München jedes Jahr ein Schauspiel, das mehr ist als bloße Folklore – es ist ein lebendiges Ritual, eine Mischung aus Prachtzug, Volkskultur und einem Schuss ausgelassener Vorfreude. Der Wiesn-Einzug der Festwirte markiert dabei den großen Auftakt. Meine Frau war eingeladen beim Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt (kda), die ein Büro im Hochparterre direkt an der Ecke Schwanthaler Straße/Hermann-Lingg-Straße haben. An den Fenster zog der gesamte Festzug vorbei und für uns gab es Weißwurst, Brezn und Bier.
Wenn die Brauereiwagen, schwer beladen mit kunstvoll gezirkelten Holzfässern, von kräftigen Rössern durch die Straßen gezogen werden, wenn die Kapellen die typischen Märsche anstimmen und sich die Fahnen der einzelnen Wirtshäuser heben, dann liegt eine feierliche Spannung in der Luft. Die erste Kapelle des Festzuges stammt aus meinem Wohnortdorf: Der Fanfarenzug Gernlinden
Die Bierkutschen wirken wie rollende Kathedralen des Hopfens, strahlend verziert und doch bodenständig im Ausdruck. Familien säumen die Straßen, Kinder recken die Hälse, und vor allem Touristen reiben sich verwundert die Augen, wie viel Hingabe und stolze Gelassenheit in diesem Auftakt steckt. Hier der (fast) komplette Einzug als Film:
Und wem es zu lange dauert, hier eine Zeitrafferaufnahme:
Es ist das große „O’zapft is“ zum Zuschauen – noch ohne Bierkrüge, aber voller Geist. Die Gespanne haben in der Regel sechs Pferde, dahinter in der offenen Kutsche die Promis. Ich habe den Oberbürgermeister Dieter Reiter und Landtagspräsidentin Ilse Aigner gesehen. Reiter brauchte später trotz Schulterverletzung zwei Schläge beim Bieranstich, den ich via iPhone verfolgt habe. Die erste Maß bekam traditionell der bayerische Ministerpräsident. Der Franke Söder hatte im zweiten Jahr eine Lederhose an. Ist das kulturelle Aneignung?
Und genau in dieser Stunde, in der die Tradition in ihrer reinsten Form glänzt, geschieht zugleich das skurrile Schauspiel der Nebenschauplätze: das große Defilee der Fantasie-Dirndel. Da blitzt Neonpink im Sonnenlicht, begleitet von blinkenden Pailletten, tief ausgeschnittenen „Kleidchen“, die eher an einen Diskoabend in Ibiza erinnern als an bayerische Festkultur. Man meint fast, die Trägerinnen müssten gleich in die Manege, um Jonglierbälle oder Leuchtschwerter hervorzuholen.
Da werden knielange Polyester-Schürzchen getragen, die mit heißer Nadel gestrickt scheinen und eher den Eindruck erwecken, man sei auf dem Weg zur Apres-Ski-Party, nicht zum festlichen Bieranstich. Und nicht selten huscht einem ein amüsiertes Schmunzeln über die Lippen, wenn ausländische Besucher selbstbewusst in Fantasie-Dirndeln erscheinen, die aussähen, als wären sie vom Faschingsstand Restposten: Trachten-Couture auf Speed.
Auf dem Weg zur Wiesn gibt es allerhand Pop Up-Läden, die den Wiesnbesucher noch mit Billig-Outfit versorgen. 50 Euro für eine Lederhosen (Stretch) oder Dirndl wahlweise. Dazu Federn auf dem Hut.
Doch wer die echte Eleganz kennt, weiß den Unterschied sofort. Ein authentisches bayerisches Dirndl strahlt Würde und zugleich Schlichtheit aus. Es lebt von Stoffen, die schmeicheln, von Farbkombinationen, die Tradition und Stil verbinden. Ein Dirndl betont Figur und Haltung, ohne seine Trägerin zu verkleiden – es verleiht einen Hofstaat an Haltung und Heimatgefühl, ob es nun schlicht für den Alltag oder festlich zur Wiesn gefertigt ist. Die Schürze, sorgfältig gebunden, spricht ihre ganz eigene Sprache, die Farben tragen symbolische Tiefe, und die feinen Verzierungen oder Stickereien sind Ausdruck von Handwerkskunst, nicht von Karnevalsstimmung. Ein solches Kleid ist gelebte Kultur: generationsübergreifend, zeitlos, voller Würde, und doch lebendig, weil es immer wieder neu interpretiert werden darf – aber eingepasst in ein Rahmenwerk, das Respekt trägt. Meine Frau besitzt zahlreiche Dirndl, mal als Alltags- mal als Festgewand, aber niemals als Verkleidung. Ich habe keine Tracht, das ist nicht so mein Ding. Ich bin in Tweed gekleidet, da fühle ich mich wohler. Aber es gilt die Liberalitas Bavariae – leben und leben lassen.
Das Oktoberfest lebt genau von diesem Spannungsfeld: dem ehrwürdigen Einzug der Wirte auf prachtvollen Wagen, der Blasmusik, den Fahnen, dem kollektiven Jubel – und zugleich dem bunten, manchmal bizarren Treiben auf den Seitenwegen. Der Spott über Plastik-Dirndel im Barbie-Look gehört fast schon zum Fest dazu, wie eine satirische Randnotiz im Oktoberfest-Kontrastprogramm. Aber gerade dieser Gegensatz führt einem die Schönheit des Echten noch deutlicher vor Augen. Denn am Ende, wenn das erste Fass angestochen wird, die Kapellen den „Prosit der Gemütlichkeit“ anstimmen und das große Volksfest offiziell beginnt, bleibt ein Gefühl zurück, das jedes Jahr aufs Neue Herzen bewegt: dass diese Mischung aus Tradition, Stolz und feinsinnigem Humor das eigentliche Geheimnis der Wiesn ist. Ein Fest, das die Welt einlädt – und das zugleich immer wieder zeigt, dass Heimat und Eleganz ihren festen Platz haben, mitten zwischen Lachen, Maßkrug und Musik.
Die Preise sind so eine Sache Auf der Wiesn 2025 müssen Besucher erneut tiefer in die Tasche greifen: Der Preis für eine Maß Bier liegt heuer zwischen rund 14,70 und 15,90 Euro, je nach Festzelt. Auch bei den Speisen sind die Kosten weiter gestiegen – ein halbes Hendl kostet im Schnitt über 15 Euro, weitere typische Schmankerl wie Brezn, Radi oder Schweinshaxn schlagen ebenfalls spürbar teurer zu Buche. Damit setzt sich der seit Jahren anhaltende Preistrend auf dem Oktoberfest fort. Die Zelte sind voll, rappelvoll.
Woher kommt es? Die Wiesn, das heute weltberühmte Oktoberfest, hat ihren Ursprung im Jahr 1810. Anlass war die Hochzeit des bayerischen Kronprinzen Ludwig, des späteren Königs Ludwig I., mit Prinzessin Therese von Sachsen-Hildburghausen. Zur Feier ließ man vor den Toren Münchens, auf der später nach der Braut benannten Theresienwiese, ein großes Volksfest veranstalten – mit Pferderennen, Musik und ausgelassener Stimmung. Die Begeisterung der Bevölkerung war so groß, dass man dieses Fest Jahr für Jahr wiederholte und es allmählich zu einer festen Tradition wurde. Aus dem einstigen Hochzeitsfest entwickelte sich ein Volksfest von internationalem Rang, das heute Millionen Menschen anzieht – immer noch auf derselben Wiese, die damals den Grundstein legte.
Dank für die Einladung Meine Frau wurde von der kda eingeladen. Der Kirchliche Dienst in der Arbeitswelt (kda) Bayern ist eine Einrichtung der evangelischen Kirche, die seit Jahrzehnten Brücken zwischen Glaube und Arbeitswelt schlägt. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie christliche Werte in Berufsleben, Wirtschaft und Gesellschaft erfahrbar werden können. Der kda begleitet Arbeitnehmer ebenso wie Betriebe durch Beratung, Bildungsangebote und ethische Orientierung. Dabei geht es nicht nur um Fragen von Arbeitsrecht oder Mitbestimmung, sondern auch um Sinn, Fairness und Verantwortung im Umgang miteinander. Mit Tagungen, Gottesdiensten am Arbeitsplatz und Projekten zur sozialen Gerechtigkeit setzt der kda Bayern wichtige Impulse, die zeigen: Kirche ist nicht nur im Gotteshaus präsent, sondern mitten in den Werkhallen, Büros und Betrieben des Alltags. Peter Lysy, Pfarrer und Leiter kda Bayern, hielt eine kurze Begrüßung.
Dank an die Polizei Mein herzlicher Dank gilt der Münchner Polizei und Feuerwehr und die ganze Blaulichtfamilie, die mit großem Einsatz und hoher Professionalität den Wiesn-Einzug der Festwirte begleitet und abgesichert hat. Durch sorgfältige Vorbereitung, sichtbare Präsenz und das besonnene Eingreifen, wo es nötig war, haben die Beamten dafür gesorgt, dass dieser festliche Auftakt nicht nur reibungslos, sondern auch in entspannter und fröhlicher Atmosphäre stattfinden konnte. Ihr Engagement schafft Vertrauen und vermittelt das Gefühl von Sicherheit, damit Besucher aus aller Welt unbeschwert die Tradition und Gastfreundschaft Münchens genießen können.
Vor kurzem fand im Bistro Sixtyfour in der Maisacher Zentrumspassage der erste Maisacher Bistrotalk statt – ein neues kommunalpolitisches Gesprächsformat von Matthias J. Lange, das live auf YouTube übertragen wurde. Zu Gast war der Maisacher Bürgermeister Hans Seidl, der sich in entspannter Atmosphäre den Fragen des Moderators stellte. Im Fokus standen zentrale Themen der Kommunalpolitik, die aktuelle Lage in der Gemeinde sowie persönliche Einblicke in das Leben und Wirken des Bürgermeisters.
Hier ist der komplette Live-Stream in YouTube zum Nachsehen:
Das Gespräch eröffnete Bürgermeister Seidl mit einem Rückblick auf die Motivation, warum er sich vor 17 Jahren für das Amt des Bürgermeisters beworben hat – getragen von seiner Verbundenheit zu „Land und Leuten“, wie er es formulierte, und einer tiefen Begeisterung für das Gemeinwesen. Die Resonanz aus der Bevölkerung habe ihn in seiner Entscheidung über die Jahre immer wieder bestärkt.
Ein zentrales Thema des Abends war das erste Maisacher Brauereifest, das am Pfingstwochenende stattfand und nach Einschätzung Seidls ein voller Erfolg war. Es habe eine neue Form des Miteinanders geschaffen und sei mehr als nur Repräsentationspflicht gewesen – vielmehr die Verwirklichung einer Vision, die im Vorjahr entstanden sei. Seidl sieht in dem Fest eine moderne Alternative zum früheren Volksfest, das in der bisherigen Form wohl keine Zukunft mehr in Maisach hat. Auch aus dem Kreis der Bürgermeisterkollegen habe es durchweg positives Feedback gegeben. Der Bürgermeister betonte, dass das neue Format nicht nur organisatorisch, sondern auch emotional eine neue Marke für Maisach etabliere.
In weiteren Gesprächsthemen ging es um den strukturellen Wandel und die Herausforderungen der kommunalen Arbeit. Seidl sprach über die zunehmende Komplexität seiner Aufgaben: Energie, Klimaschutz, Digitalisierung und nicht zuletzt die Vielzahl von Krisen – von Corona über die Ukraine- bis hin zur Energie- und Wirtschaftskrise – hätten die Amtsführung in den vergangenen Jahren geprägt. Dabei hob er den Zusammenhalt im Gemeinderat hervor, in dem trotz parteipolitischer Unterschiede in Krisenzeiten gemeinsam an Lösungen gearbeitet werde.
Ein weiteres Anliegen des Bürgermeisters ist es, Wohnen und Arbeiten näher zusammenzubringen, um Lebensqualität zu erhöhen und ehrenamtliches Engagement vor Ort zu stärken. Der tägliche Pendlerstrom schade nicht nur der Umwelt, sondern auch dem sozialen Gefüge der Gemeinde. Seidl plädierte dafür, gezielt hochwertige Arbeitsplätze vor Ort zu schaffen.
Das Thema Integration von Neuzugezogenen – ein drängendes Thema angesichts des Wachstumsdrucks im Ballungsraum München – wurde ebenfalls ausführlich behandelt. Seidl warb für gegenseitigen Respekt, Offenheit und die Bereitschaft, sich in bestehende Strukturen einzubringen. Integration sei keine Einbahnstraße, sondern ein beidseitiger Prozess.
Auch zur finanziellen Lage der Gemeinde nahm Seidl Stellung: Trotz sinkender Gewerbesteuereinnahmen befinde sich Maisach im Vergleich zu anderen Kommunen noch auf solidem Niveau. Dennoch seien freiwillige Leistungen wie Vereinsförderung inzwischen auf das Nötigste reduziert. Der anstehende Umbau und die Sanierung des Bürgerzentrums Gernlinden sei dennoch gesetzt – ab 2027 soll es losgehen. Die Maßnahme sei notwendig, um langfristig kulturelle Infrastruktur zu sichern.
Kritische Themen wie die angespannte Diskussion rund um den Standort der Feuerwehr wurden nicht ausgespart. Seidl zeigte Verständnis für emotionale Reaktionen, betonte aber, dass letztlich der Gemeinderat Entscheidungen treffen müsse – auch gegen Widerstände. Die Diskussionen seien Ausdruck demokratischer Prozesse, die jedoch irgendwann in eine gemeinsame Linie münden müssten.
Im weiteren Verlauf des Gesprächs ging es auch um Herausforderungen im Ehrenamt, zunehmende Respektlosigkeit gegenüber kommunalen Amtsträgern, den Umgang mit populistischen Parteien sowie Seidls persönliche Strategien zum Energieauftanken: Spaziergänge in der Natur, ein wenig Landwirtschaft, Zeit mit der Familie und seinen Enkelkindern.
Großen Raum nahm auch das Thema Digitalisierung ein. Zwar sei Maisach im Vergleich zu anderen Gemeinden gut aufgestellt, doch insbesondere der Glasfaser- und 5G-Ausbau lasse noch zu wünschen übrig. Seidl kritisierte dabei auch die Rahmenbedingungen durch die Bundespolitik und eine verfehlte Privatisierungsstrategie im Bereich der digitalen Infrastruktur.
Ein besonderes Zukunftsprojekt ist für den Bürgermeister das Regionalwerk, das derzeit mit acht Kommunen aufgebaut wird. Ziel sei es, regionale Energieerzeugung (etwa durch Windkraft und Photovoltaik) in kommunaler Verantwortung umzusetzen. Damit soll Unabhängigkeit von Großkonzernen entstehen – eine Investition in Nachhaltigkeit und Versorgungssicherheit.
Zum Schluss kam das Gespräch noch auf das Tierheimprojekt und die Kastrationsverordnung für Katzen. Seidl sprach sich klar für ein neues Tierheim aus, betonte aber zugleich die finanziellen Grenzen und die Notwendigkeit, politisch klug vorzugehen. Auch bei der Integration von Geflüchteten plädierte er für realistische und humane Ansätze, die auf Integrationsfähigkeit und soziale Verträglichkeit vor Ort achten.
Den Abschluss bildete ein Blick auf die kommunale Informationspolitik. Seidl nutze soziale Medien wie Facebook und Instagram bewusst, um Bürger direkt zu erreichen. Klassische Medien und das Mitteilungsblatt verlören zunehmend an Reichweite, neue Formate wie digitale Plattformen seien die Zukunft der Bürgerkommunikation.
Mit diesem ersten Bistrogespräch wurde nicht nur ein neues Diskussionsformat in Maisach gestartet, sondern auch ein offener und persönlicher Einblick in die kommunalen Herausforderungen, Visionen und Werte vermittelt. Fortsetzung folgt: Am 30. Juli ist mit Thomas Köck der Vorsitzende der Bürgerenergie Maisacher Land zu Gast. Die Veranstaltung wird wieder in YouTube übertragen. Danke an Uwe Flügel vom Sixytfour, dass ich die Bar als Übertragungsort nutzen durfte.
Das erste Brauereifest in Maisach ging mit einem überwältigenden Zuspruch in die Ortsgeschichte ein. Drei Tage lang feierte die Gemeinde gemeinsam mit ihrer traditionsreichen Brauerei, 30 engagierten Vereinen aus sechs Ortsteilen und zahlreichen Gästen aus Nah und Fern ein Fest, das weit über die Erwartungen hinausging. Weil es so gut lief, soll es auch im nächsten Jahr zu Pfingsten wieder stattfinden, wenn alle Beteiligten zustimmen.
Ich habe mit Umberto Freiherr von Beck-Peccoz und Martina Wieser-Sedlmayr ein Interview geführt.
Trotz schwieriger Wetterverhältnisse – Sonnenschein am Freitag, starker Regen am Samstag und wechselhaftes Wetter am Sonntag – ließen sich die Besucher die Stimmung nicht nehmen. Die Beteiligung war hoch, die Resonanz der Besucher positiv. Der Freitag bot mit idealen Bedingungen einen perfekten Auftakt, während der Samstagabend durch eine überraschende Wetterbesserung zur Musik der Partyband gerettet wurde. Auch am Sonntag füllte sich der Brauereihof rasch, trotz Regen bis in den späten Nachmittag. Sehr eindrucksvoll war der voll besuchte ökumenische Gottesdienst samt anschließenden Weißwurstfrühstück. Die Kirche kam zu den Menschen und wurde in diesen unsicheren Zeiten gerne angenommen.
Für Umberto Freiherr von Beck-Peccoz von der Brauerei Kühbach und seit einem Jahr auch Pächter der Brauerei Maisach, war das Fest mehr als nur ein Ersatz für das zuletzt wenig nachgefragte Volksfest. Vielmehr ging es ihm darum, ein neues Format zu etablieren: ein Fest von der Gemeinde für die Gemeinde, mit starker Einbindung der örtlichen Vereine und Nachbarschaft. „Es war mein Wunsch, das Erfolgsmodell aus Kühbach nach Maisach zu übertragen – angepasst an die Gegebenheiten hier vor Ort“, so Beck-Peccoz.
Dabei spielte die Lokalität eine besondere Rolle. Anders als bei einem Volksfest, bei dem man am Platz bleibt, flanierten die Besucher umher. Wer sich etwas zu Essen an den Vereinsständen holte, traf Nachbarn, Bekannte und Freunde und kam ins Gespräch. So soll ein Fest der Begegnung sein. Es blieb weitgehend friedlich, damit hat sich auch das Sicherheitskonzept bewährt – nicht unwichtig in heutigen Zeiten.
Ein besonderer Dank galt den direkten Nachbarn des Brauereihofs, die Verständnis für die Lautstärke und das bunte Treiben zeigten. Als Zeichen der Wertschätzung wurden sie im Vorfeld persönlich besucht und erhielten kleine Aufmerksamkeiten – eine Geste, die auf große Zustimmung stieß.
Brauereieigentümerin Martina Wieser-Sedlmayr zeigte sich ebenfalls hochzufrieden: „Nach der schwierigen Phase der Insolvenz war es mir wichtig, dass die Brauerei in Familienhand bleibt – und zwar hier, vor Ort. Die Menschen in Maisach schätzen das sehr.“ Sie lobte die offene und herzliche Art Beck-Peccoz’, der „die Herzen der teils kritischen Maisacher schnell gewonnen hat.“
Meines Erachtens ist Umberto Freiherr von Beck-Peccoz mit dem Brauereifest in Maisach endgültig angekommen. Er wurde von den Maisachern begrüßt, auf die Schulter geklopft, obwohl man sich bei der Anrede nicht immer sicher war: Freiherr, Baron – am Ende nannte man Baron Freiherr Umberto Freiherr von Beck-Peccoz einfach nur Umberto. Auch bei den Vereinsreferenten der Gemeindeteile gab es ausschließlich Lob zu hören: Ich sprach u.a. kurz mit Stefan Pfannes, Christian Kemeter und Gottfried Obermair und bekam das höchste Lob des Bayern zu hören: „passt schon oder auch bassd scho!“
Die Organisation des Festes verlief weitgehend reibungslos, obwohl vieles Neuland war. Besonders hervorgehoben wurde die Arbeit von Simone Schmid, Assistentin von Beck-Peccoz, die bereits in Kühbach für die Festorganisation zuständig war. Auch Marlies, die Tochter von Wieser-Sedlmayr, war aktiv eingebunden – als Praktikantin und als Bindeglied zwischen Brauerei und Gemeinde.
Ein familiärer Geist durchzog das gesamte Fest – von der Leitung bis zur Umsetzung. Symbolisch dafür stand auch der Storch auf dem Brauereischornstein, der trotz Trubel nicht das Weite suchte, sondern zusammen mit seinen zwei Küken über dem Fest verweilte.
Inzwischen steht fest: Das Brauereifest wird keine einmalige Sache bleiben. Umberto Freiherr von Beck-Peccoz kündigte bereits die Fortsetzung an: Auch 2026 wird es zu Pfingsten wieder ein Brauereifest in Maisach geben. Der Termin hat sich bewährt, überschneidet sich mit keiner anderen Großveranstaltung und wird sowohl in der Gemeinde als auch im Umland gut angenommen. Voraussetzung ist aber das zustimmende Feedback von Gemeinde und Vereinen.
Das Fazit der Veranstalter: „Ein Fest von Familien für Familien – ohne Konzernstrukturen, ohne Anonymität, dafür mit viel Herzblut und Gemeinschaftssinn.“ Damit wurde nicht nur die Brauerei gestärkt, sondern auch der soziale Zusammenhalt in Maisach auf bemerkenswerte Weise gefeiert. Mir hat es gefallen. Für die Berichterstattung in meinem Blog bekam ich von wildfremden Menschen ein schönes Feedback (und auch ein bisschen Kritik), ein freundlicher Geselle, mit dem ich am Biertisch saß nannte mich scherzhalber „Karla Kolumna von Maisach“. Na, wenn das kein Lob ist für eine lokale Blogberichterstattung.
„Es gibt viele Volksfeste im Landkreis, aber nur ein Brauereifest – und das ist in Maisach“, so fasste Bürgermeister Hans Seidl den gelungenen Auftakt zum ersten Brauereifest Maisach zusammen. Die örtliche Brauerei, 30 Vereine aus dem Gemeindebereich und die Gemeinde wagten mit dem dreitägigen Brauereifest etwas Neues und legten einen fulminanten Start im Landkreis Fürstenfeldbruck hin.
Das Fest im Hof der historischen Brauerei wurde hervorragend angenommen, und es waren auffällig viele jüngere Besucher vor Ort – alle in bester Feierlaune und guter Stimmung. Das Konzept eines Brauereifestes aus Kühbach wurde auf Maisach übertragen und ging am ersten Abend voll auf. Die frohe Kunde, dass die Maisacher feiern können und eine wahre Attraktion haben, verbreitete sich im Landkreis, sodass auch auswärtige Besucher angelockt wurden und zufrieden waren.
Das Wetter war am Freitag auf der Seite des Partyvolks. Eröffnet wurde das Fest durch den Einzug des Fanfarenzugs Gernlinden. Der traditionsreiche Musikverein pflegt seit seiner Gründung die historische Fanfarenmusik und tritt bei regionalen und überregionalen Veranstaltungen auf. Der Fanfarenzug besteht aus engagierten Musikerinnen und Musikern verschiedener Altersgruppen, die auf Naturfanfaren und Trommeln spielen. Neben der musikalischen Ausbildung legt der Verein großen Wert auf Gemeinschaft.
Und da ist es wieder, das Wort „Gemeinschaft“. Nachdem das örtliche Volksfest nach Corona nicht mehr überzeugen konnte, setzten sich die Verantwortlichen zusammen und überlegten: Wie kann eine Gemeinschaft in der oberbayerischen Gemeinde im Speckgürtel von München durch ein Fest erhalten und wieder gestärkt werden?
Und nachdem vor rund einem Jahr der Kühbacher Brauereichef Freiherr Umberto von Beck-Peccoz in die strauchelnde Brauerei Maisach von Martina Wieser-Sedlmayr eingestiegen ist und das weitere Brauen vor Ort garantierte, war ein idealer Partner gefunden. Was in Kühbach, dem Stammsitz derer von Beck-Peccoz, funktioniert, kann in Maisach auch funktionieren – und zwar nur mit der Unterstützung der örtlichen Vereine. Vereine aus sechs Ortsteilen sorgten für die kulinarische Verpflegung in Buden, die vom Bauhof der Gemeinde aufgestellt wurden. Und die gesamte Gemeinde rührte die Werbetrommel, damit das Fest der Gemeinschaft ein Erfolg wurde.
Dass nicht alles beim ersten Mal rund lief, zeigte sich beim Bieranstich des Bürgermeisters. Der sonst routinierte Hans Seidl bekam den Zapfhahn nicht ins Fass. Das lag jedoch nicht an den kraftvollen Schlägen des Rathauschefs, sondern schlichtweg daran, dass ein falscher Hahn verwendet wurde. Nachdem der richtige Zapfhahn unter Applaus der Bevölkerung besorgt worden war, brauchte Seidl zweieinhalb kraftvolle Schläge, bis das Bier lief.
Die Ansprachen von Bürgermeister Hans Seidl, Brauereichef Freiherr Umberto von Beck-Peccoz und Martina Wieser-Sedlmayr zur Eröffnung drehten sich um den Zusammenhalt der Gemeinde. Besonders bedankt wurde sich bei den Nachbarn des Brauereigeländes, die nun drei Tage lang von Musik und Gesängen des Partyvolkes beschallt wurden. Die Nachbarn schauten winkend vom Balkon zu und nickten freundlich.
Der Einzige, der etwas verwirrt vom ganzen Trubel war, war der Storch auf dem Schornstein der Brauerei. Er schaute immer wieder umher, fand sich aber mit Musik und Menschen ab und ließ sich in seinem Nest nieder.
Die Getränke flossen, die Partyband Volxxbeat rockte die Hütte, die Menschen feierten – das erste Brauereifest Maisach war erfolgreich gestartet.
Vom 6. bis 8. Juni 2025 feiert die Brauerei Maisach erstmals ihr eigenes Brauereifest – ein neues, gemeinschaftliches Veranstaltungsformat, das als künftige Tradition etabliert werden soll. Initiiert wurde das Fest als Reaktion auf den Wegfall des bisherigen Maisacher Volksfests. „Das Volksfest ist tot, es lebe das Brauereifest“, fasste es Bürgermeister Hans Seidl zusammen. Die Gemeinde Maisach ist meine Wohnortgemeinde im oberbayerischen Landkreis Fürstenfeldbruck.
In einem Gespräch mit mit Blog stellten man das Fest ausführlich vor. Die Verantwortlichen – allen voran der neue Brauereichef Umberto Freiherr von Beck-Peccoz samt Familie, Marlies Wieser-Sedlmayr von der eingesessenen Maisacher Brauereifamilie und zahlreiche Ehrenamtliche – haben gemeinsam mit der Gemeinde ein Konzept entwickelt, das weit über ein gewöhnliches Fest hinausgeht. „Es ist auch ein klares Bekenntnis der Gemeinde Maisach und der Vereine zu ihrer Brauerei“,so Gemeinderat Gottfried Obermair.
Das geplante Brauereifest vereint bürgerschaftliches Engagement, regionale Identität und die Wertschätzung für die ortsansässige Braukultur. Das Maisacher Brauereifest setzt auf Gemeinschaft, Ehrenamt und ein vielfältiges Programm – ein Fest, das die Region bereichern und vielleicht zur neuen Tradition werden könnte. Alle Vertreter in dem Pressegespräch mit mir betonten das „Gefühl der Zusammengehörigkeit und des Miteinanders.“
Engagement der Vereine Besonders bemerkenswert ist die breite Beteiligung: Rund 30 Vereine aus den sechs größten Ortsteilen der Gemeinde Maisach wirken aktiv an der Organisation und Durchführung mit. Sie betreiben eigenverantwortlich Getränkestände und Verpflegungsbuden, kümmern sich um Programmbeiträge und helfen bei der Logistik. „Es ist eine Art Hochzeitsfest zwischen Brauerei und Gemeinde“, so Bürgermeister Hans Seidl mit Augenzwinkern. Das habe sich in München auch gut bewährt. Entstanden ist damals das Oktoberfest. Die Gemeinde Maisach unterstützt das Fest mit erheblichem personellen und finanziellen Aufwand, etwa durch die Bereitstellung der Infrastruktur, der Stände und der grundlegenden technischen Ausstattung. Ziel ist es, den Vereinen die Möglichkeit zu geben, sich ohne große finanzielle Hürden einzubringen und gleichzeitig das bürgerschaftliche Miteinander zu fördern. Jeder Ortsteil betreibt mit seinen Vereinen eine eigene Schenke, sodass die Vielfalt Maisachs auch im Angebot der Getränke und Speisen spürbar wird.
Idealer Rahmen Das Festgelände befindet sich auf dem Gelände der Brauerei, das mit seiner historischen Bausubstanz und dem geschlossenen Innenhof den idealen Rahmen für ein Fest dieser Art bietet. Sechs verschiedene Ausschankstationen bieten eine große Auswahl an Biersorten – vom klassischen Hellen über dunkles Bier bis hin zu Weißbieren und alkoholfreien Getränken. Besonders hervorzuheben ist die Hauptschenke, in der die Maisacher Perle direkt aus dem Lagerkeller gezapft wird – ein Alleinstellungsmerkmal, das selbst beim traditionsreichen Kühbacher Brauereifest nicht geboten wird. Ergänzt wird das Angebot durch eine Flaschenschenke mit Spezialbieren, eine Weinschenke in der alten Pichlerei und eine Bar mit Mischgetränken und Spritz-Variationen.
Kulinarischen Meile Ein vielseitiges kulinarisches Angebot entlang der „Kulinarischen Meile der Emmeringer Straße“ bietet Speisen für jeden Geschmack – von traditionellen Würsteln über vegetarische Optionen bis hin zu regionalen Spezialitäten. Dieses wird größtenteils von den beteiligten Vereinen organisiert, die ihre Stände entlang der Straße betreiben und für die Verpflegung der Gäste sorgen. Aber auch der Wirt des Bräustüberls Harry Faul bietet seine Speisen an.
Rahmenprogramm Das Rahmenprogramm ist vielfältig und auf alle Altersgruppen zugeschnitten. Das Fest beginnt am Freitagabend um 18 Uhr mit dem traditionellen Anstich durch Bürgermeister Hans Seidl, begleitet vom Fanfarenzug Graf Toerring Gernlinden. Im Anschluss sorgt die bekannte Wiesnband Volxxbeat für ausgelassene Stimmung. Am Samstag stehen ab 14 Uhr die Luitpold-Musikanten mit zünftiger Blasmusik auf der Bühne, während für die kleinen Gäste eine Hüpfburg bereitsteht. Parallel dazu können Besucher das historische Sudhaus und die denkmalgeschützte Dampfmaschine besichtigen oder im kleinen Museum Geschichten vom legendären Räuber Kneißl lauschen. Am Abend heizt die Partyband GETTHAT! die Stimmung weiter an.
Der Sonntag startet um 10:30 Uhr mit einer ökumenischen Festmesse unter freiem Himmel, musikalisch begleitet von der Blaskapelle Maisach. Anschließend gibt es einen Frühschoppen mit Weißwürsten. Der Nachmittag gehört den Familien: Neben Hüpfburg und Kinderschminken findet um 14:30 Uhr eine Mitmach-Konzert-Party mit DONIKKL statt, gefolgt von Tanzaufführungen der KAY Motion Dance Gruppe. Den krönenden Abschluss bildet am Abend die Partyband S.O.S.
Werbung und Marketing Beworben wird das Brauereifest durch Flyer und Plakate. Im Brauereifest Kühbach werde auf das Brauereifest hingewiesen. „Wer Weiterfeiern will, ist herzlich nach Maisach eingeladen“, so Brauereichef Umberto Freiherr von Beck-Peccoz, der sich sichtlich auf das Brauereifest freut. Klassische Massenmedien werden mit Infos versorgt, auch regionale Blogger wie ich wurden nicht vergessen und es wird auf Social Media gesetzt. Vereinsvertreter werden vor ihren Ortschildern für das Brauereifest werben. Marlies Wieser-Sedlmayr nannte das Hastag der Veranstaltung #brauereifestmaisach – mal messen, wie und ob der Hastag dann auch verwendet wurde.
Sicherheit Auch in puncto Sicherheit und Organisation ist das Brauereifest gut vorbereitet. Das Gelände ist durch seine Lage weitgehend abgeschlossen und durch gezielte Maßnahmen – wie mobile Absperrungen und kontrollierte Zugänge – gesichert. Ein erprobtes Sicherheitskonzept, das in Anlehnung an das größere Brauereifest in Kühbach entwickelt wurde, sorgt für einen reibungslosen Ablauf. Der Bauhof steht mit seinen Fahrzeugen bereit um die Zugangswege zu blockieren. Security werden eingesetzt. Zusätzlich stehen ausreichend Parkplätze zur Verfügung, die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr ist gesichert, und eine Sammeltaxistelle besteht.
Festtradition Das Brauereifest soll nicht nur eine einmalige Veranstaltung bleiben. Ziel ist es, eine neue Maisacher Festtradition zu etablieren, die langfristig das kulturelle und gesellschaftliche Leben der Gemeinde bereichert. Dabei steht nicht der kommerzielle Erfolg im Vordergrund, sondern die Gemeinschaft: das Miteinander der Ortsteile, die Anerkennung ehrenamtlichen Engagements und die Freude am gemeinsamen Feiern. Die erste Ausgabe soll dafür den Grundstein legen – mit viel Herzblut, Teamgeist und einer ordentlichen Portion Vorfreude.
Organisation Das Brauereifest ist eine Open-Air-Veranstaltung mit über 1.000 Sitzplätzen, geschützt durch Sonnenschirme. Der Eintritt ist frei, und die Maß Bier kostet 9,50 Euro. Wenn das Wetter nicht mitspielt, dann können Gäste unter den Schirmen Schutz suchen. „Allerdings haben wir bei dem ersten Brauereifest ein Gottvertrauen beim Wetter“, so Seidl.