Posts Tagged ‘Oktoberfest’

Meine 5 Minuten Ruhm zur Wiesn dank Ritter Sport

25. September 2018

Es lässt sich nicht gerade behaupten, dass ich ein großer Wiesn-Fan bin. Als Pendler bin ich von den Auswirkungen des Oktoberfestes in München betroffen: Gedränge, Lautstärke, Trunkenheit und Ausscheidungen. Frohsinn sieht für mich anders aus. Ich habe persönlich auch nicht nur gute Erinnerungen an das große Volksfest, die mich betroffen gemacht haben. 

Fehler von Ritter Sport und ich habs mal fotografiert.

Fehler von Ritter Sport und ich habs mal fotografiert.

Und dennoch sorgte die Wiesn für meine 5 Minuten Ruhm in den Medien. Auf einer Reise zu meinen Vorträgen muss ich am Münchner Hauptbahnhof von der S-Bahn in den ICE umsteigen. In der auf Oktoberfest gestalteten Bahnhofshalle platzieren Firmen ihre großflächige Werbung. Die Werbetafel des Schoki-Herstellers Ritter Sport machte mich beim Gang zu meinen ICE stutzig: „Wies‘n Tipp: nach jeder Maß eine Kleinigkeit essen“. Gleich zwei Fehler in einer Werbezeile: Der Deppenapostroph und Maß statt Mass. 

Und gleich mal das Foti getwittert.

Und gleich mal das Foti getwittert.

Ich fotografierte die Werbung und twitterte meinen Post: „Oh  #Rittersport – gerne kann ich als ehemaliger Textchef unterstützen #Schoko“. Ich war einstmals Textchef der PC Professionell und von redtec publishing, ein IT-Verlag der Süddeutschen. Gleichzeitig informierte mich meine Frau, dass der Münchner Merkur via Facebook ein Foto mit er falschen Schreibweise für seine Online-Berichterstattung suchte. Sie hatten in einer Facebook-Gruppe einen Aufruf gestartet. Ich schickte vom ICE aus das Bild an die ehemaligen Kollegen der Tageszeitung, die es den Onlinern weiterreichten. 

Derweil nahm meine Twitter-Meldung Fahrt auf. Sie wurde geteilt, geliked, kommentiert, geklaut. Den Netzwerkeffekt in sozialen Medien lässt sich an diesem Beispiel ideal bemerken. Viral verbreitete sich mein Tweet samt Foto in Twitter weiter und weiter. 

Inzwischen griffen klassische Massenmedien mein Foto auf. Der Münchner Merkur und die tz, zwei Medien des Ippen-Konzerns, brachten mein Foto. Ich wurde auch als Leserreporter bezeichnet. Aus meinem Foto war eine Meldung geworden. Schließlich geht es um die Wiesn und damit um Auflage und Reichweite. Ich machte einen Screenshot und verbreitete diesen Screenshot gleich mal wieder weiter. 

Auch die w&v griff meinen Tweet auf.

Auch die w&v griff meinen Tweet auf.

Als dann die w&v, ein Magazin für Werber und Marketingmenschen, meinen Tweet aufgriff und betonte: „Wenn es um die Wiesn geht, dann wird es ernst“ bekam ich haufenweise neue Follower – ein netter Nebeneffekt. 

Die Berichterstattung hat inzwischen wohl auch die Agentur von Rittersport erreicht Und der zuständige Mitarbeiter der Agentur von Ritter Sport hat wohl von seinem Auftraggeber einen unfreundlichen, aber eindeutigen Hinweis bekommen. Wenn Preußen Werbung in Bayern machen kann das wohl passieren. Ritter Sport ließ verlauten, dass man den Fehler umgehend korrigieren werde. Und sie siehe da: Am nächsten Tag, als ich wieder in den Hauptbahnhof mit dem ICE einfuhr, war das Deppenapostroph überpinselt. Der Rechtschreibfehler Maß statt Mass wurde allerdings belassen – soviel Nähe zur bayerischen Sprache war dann doch nicht möglich. 

Ende gut, alles gut - ein Fehler wurde korrigiert. Die Maß statt Mass bleibt.

Ende gut, alles gut – ein Fehler wurde korrigiert. Die Maß statt Mass bleibt.

Natürlich musste ich neuerlich ein Foto von der korrigierten machen. Auch die Massenmedien stellten die korrigierte Fassung online – Schadenfreude eben, die nicht böse gemeint ist.

Natürlich ist das Ganze ein Sturm im Wasserglas und bringt die Welt nicht weiter. Ich fand die Sache aber dennoch sehr nett und irgendwie was meine persönliche Rache an der Wiesn.  Ach ja, Ritter Sport: Gerne könnt ihr für die kostenlose Werbung ein paar Tafeln Vollmich und Alpenmilch rüberwachsen lassen 🙂

Der Blog hilft: Magisterarbeit zum Oktoberfest Attentat

27. September 2016

Da sage noch einer, dass Bloggen nicht der Wissenschaft dient. Ich verfasste 2015 einen Blogbeitrag zu meinen Erinnerungen an das Oktoberfest-Attentat. Der Blogpost ist hier zu finden. Gestern gab es in München wieder eine Gedenkfeier. Die Anwesenden forderten endlich eine lückenlose Aufklärung der Tat. Ich konnte nicht dabei sein, weil ich bei einem Kunden war. In meinem Blogpost gehe ich auf dieses verbrecherische Attentat von 1980 ein und zeigte eine Broschüre, die die Landeshauptstadt München herausgegeben hatte.
Diesen Blogpost las der Münchner Student Moritz Kienast, der Material für seine Magisterarbeit zum Thema Oktoberfest-Attentat sammelte. Die von mir im Blog präsentierte Broschüre hatte er noch nie gesehen. Auch die Archive hatten wohl kein Exemplar dieses Werkes, sagte er mir. Ich hatte also einen kleinen historischen Schatz in meinem privaten Archiv.

Zwei Bärte auf einem Foto: Matthias J. Lange und Moritz Kienast.

Zwei Bärte auf einem Foto: Matthias J. Lange und Moritz Kienast.

Also schrieb mich Moritz Kienast an und bat um einen Scan der Broschüre. Er wolle das Material in seiner wissenschaftlichen Abschlussarbeit am Historischen Seminar der Ludwig-Maximilians-Universität München verwenden. Scannen war mir in diesem Moment zu abwendig und so schickte ich ihm einfachhalber das Werk und meine gesammelten Flugblätter, die ich noch aus der Nachfolgezeit des Attentats hatte.

Dokumentation zum Wiesnattentat

Dokumentation zum Wiesnattentat

Und mein Material ging nun in die unlängst veröffentlichte Magisterarbeit ein. Ich werde sogar im Vorwort genannt. Vielen Dank für diese Ehre. Die Arbeit wurde von der zuständigen Professorin mit 1,3 bewertet, vom Korreferenten mit 1,7, insgesamt also mit 1,5 = sehr gut. Ich bekam von Moritz Kienast eine Kopie seiner Magisterarbeit und gratuliere ihm zu seiner Leistung. Ich lese gerade die Arbeit und bin wieder erschüttert. Am 26. September 1980 um 22.19 Uhr riss die Bombe aus 1,39 Kilo TNT zwölf Volksfestbesucher in den Tod, mehr als 200 wurden verletzt. Vor zwei Jahren wurden die Ermittlungen wieder aufgenommen. Herausgekommen ist nicht viel, eigentlich kaum etwas ist an die Öffentlichkeit gedrungen. Wir dürfen dieses Attentat und die Opfer nicht vergessen. Als Mahnung empfehle ich die Lektüre der Magisterarbeit von Moritz Kienast.
Das Werk ist erschienen als: Kienast, Moritz: Erinnerung an das Oktoberfest-Attentat vom 26. September 1980. Magisterarbeit am Historischen Seminar der Ludwig-Maximilians-Universität München, München 2015.

Die Ermittlungen werden wieder aufgenommen - gut so.

Die Ermittlungen werden wieder aufgenommen – gut so.

Wiesn 2016: Zeit zum Umdenken

26. September 2016

Die Bavaria wacht über die Wiesn.

Die Bavaria wacht über die Wiesn.

Auch wenn es die Wiesn-Wirte und -Schausteller nicht hören wollen: Ich mochte die Wiesn als es regnete. Für mich hatte es eine eigenartige Stimmung, ganz anders als das ausgelassene Treiben, das sonst auf dem Oktoberfest herrschte. Die ersten Tage der Wiesn 2016 waren kalt und es regnete. Der Bierumsatz des ersten Tages halbierte sich.

Sicherheitskonzept auf der Wiesn 2016

Zudem hat die Stadt ein neues Sicherheitskonzept beschlossen. Es gibt nun einen Zaun um die Wiesn, der im Notfall in kurzer Zeit beseitigt werden kann. Außerdem gibt es Taschenkontrollen. Rucksäcke und große Taschen dürfen nicht auf die Wiesn mitgenommen werden. Die Kontrolleure sind in mehreren Reihen an den Eingängen aufgestellt. Ich habe mir die Aktion angesehen. Die erste Phalanx spricht die Besucher der Festwiese an, weist sie ggf. ab. Die zweite Reihe durchsucht mal mehr, mal weniger die durchgewunkenen Besucher. Im Grunde kennen wir so ein Verfahren von jedem Fußballspiel oder Open Air-Konzert, also regt euch nicht so künstlich auf. Und es gibt dann noch einzelne Ordner, die als dritte Reihe fungieren und im Zweifelsfall eingreifen. Ob sich das Sicherheitskonzept bewährt hat, kann ich nicht sagen. Es wird sich im Notfall zeigen, der hoffentlich nie eintritt. Es gibt übrigens Schließfächer, um die zu großen Taschen und Rucksäcke einzuschließen. An den Regentagen reichen die Schließfächer aus, an den Sonnentagen nicht.

Nachdenken auf der Wiesn 2016
Der Regen und die Kälte der ersten Tage brachten für mich eine eigenartige Wiesn-Atmosphäre. Die Fahrgeschäfte spiegelten sich in den Pfützen auf der Theresienwiese. Viele Fahrgeschäfte blieben bei dem strömenden Regen leer. Achterbahn und Kinderkarussell machen bei Regen und Kälte keinen Spaß. Vielleicht nutzten die Verantwortlichen die Zeit und stellten das Konzept der Wiesn zur Diskussion. Muss es jedes Jahr so ausarten, muss es ein ekelhaftes Besäufnis sein? Klar, die Wiesn ist ein Touristenmagnet, aber passt die Wiesn als Massenveranstaltung noch in die Zeit?
Als die Sonne mitten der Woche herauskam, werden solche Gedanken beiseite geschoben. Der Rubel rollt. Die Schlangen sind lang, die Zelte sind vor Überfüllung geschlossen. Die Massen strömen wieder auf die Wiesn. Mein Eindruck, die Faschingszeit auf der Wiesn geht dieses Jahr auch etwas zurück. Zwar gibt es weiterhin Japaner im Dirndl, aber die schlimmsten modischen Verfehlungen sind mir nicht so sehr ins Auge gestochen.

Alkohol auf der Wiesn 2016
Gesoffen wird aber weiterhin. Als ich bei uns im Dorf in die S-Bahn zur Arbeit stieg, waren auch drei Burschen in Lederhosen aus unserem Dorf dabei. Im Zug zogen sie eine 0,7 Liter-Flasche Wodka aus der Tasche. Bis zur Hackerbrücke war die Flasche leer und die Burschen voll. Vorglühen nannten es die Herrschaften. Diszipliniert und ohne Radau ließen sie die Flasche während der Zugfahrt die Flasche kreisen. An ihrer Stelle wäre ich nie aus der S-Bahn stehend herauskommen, sondern wäre lallend zusammengebrochen. Sie standen dagegen auf, nahmen die leere Flasche mit, entsorgten sie ordnungsgemäß an einem Müllcontainer und gingen zur Wiesn. Eine Welt ist das.

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Der ultimative Zeltguide für die Wiesn 2016
Die Berliner Agentur Peak Ace sprach mich im Vorfeld an und fragte mich, was denn meine Lieblingszelte auf der Wiesn seien. Zum Wiesnstart haben sie für einen Kunden einen netten Wiesnlageplan mit Bloggertipps online geschaltet. Der Lageplan mit dem ultimativen Zeltguide ist hier zu finden. Ich berichtete in dem Beitrag von meinen Vorlieben: Ich schrieb: „Für mich sind zwei Zelte interessant: das Käferzelt zum Wichtigsein und Angeben und das Armbrustschützenzelt für die Tradition.“

Mein Statement für den Wiesnguide.

Mein Statement für den Wiesnguide.

Wichtigkeit beim Käfer auf der Wiesn 2016

Und dieses Jahr war ich beim Wichtigsein wieder dabei. Ich bekam eine Einladung zur Mittagswiesn von PFU Imaging Team ins Käfer Zelt. Dahinter verbringt sich das Unternehmen, die die Fujitsu Scanner vertreiben. Ich habe mehrere dieser Dokumenten-Scanner von Fujitsu im Einsatz und empfehle sie meinen Kunden in Seminaren weiter. Ich bekam von der PFU eine Einladung zur Wiesn und fühlte mich zur Mittagszeit sehr wohl. Danke für Speis und Trank im Käfer. Neben der Gaudi im RL und über Twitter gab es auch das eine oder andere Fachgespräch mit PFU und den zuständigen Agentur. Ich werde in den nächsten Wochen mal das Fujitsu Scanner Modell SV600, einen Bücherscanner, testen.
Beim Verlassen der Wiesn kam es wieder zu einem Ritual. Jedes Mal, wenn ich die Wiesn verlasse, schaue ich an dem Mahnmal für das Oktoberfest-Attentat vorbei. Ich halte kurz ein und gedenke der Opfer. Ich habe über das Oktoberfest-Attentat im Blog bereits geschrieben und werde es in den nächsten Tagen wieder tun.

LTB auf Münchnerisch – rechtzeitig zur Wiesn

15. September 2016

LTB auf Münchnerisch - rechtzeitig zur Wiesn.

LTB auf Münchnerisch – rechtzeitig zur Wiesn.

Natürlich habe ich eine Dialektfärbung. Ich spreche kein reines Hochdeutsch. Ich bin geprägt von meinem Umfeld, meinem Wohnort, meinen Eltern, meiner Frau – immer wieder lerne ich neue Begriffe aus der Dialektwelt kennen. Zum Spaß belege ich den Grundkurs Fränkisch bei meinem Kollegen Thomas Gerlach.


Ich freue mich, wenn Leute einen Dialekt sprechen – und noch mehr freue ich ich, wenn sie in die Hochsprache wechseln können, je nach Situation. Wo ist mich schwer tue, ist Dialekt im Schriftdeutsch. Immer wieder stoße ich auf Posts in Facebook, die in Bayerisch, Fränkisch, Platt oder Schwäbisch. Sicher gibt es Mundartdichter, die einen Dialekt in Schriftform pflegen, aber für mich ist Dialekt eine gesprochene Sprache. Bei den Posts in Facebook schreibt jeder so, wie ihm der Schnabel gewachsen ist und ich weiß nicht, ob ich das gut finde. Ach ja Schnabel – da bin ich beim Thema. Rechtzeitig zur Wiesn erschien vor kurzem das erste Lustige Taschenbuch im Münchner Dialekt. Der Egmont Ehapa Media-Verlag sieht richtig einen Markt für das Buch, denn am Samstag heißt es wieder „Ozapfd is“! Diesmal geht es aber nicht nur in München zünftig zu, sondern auch in Entenhausen. Pünktlich zum Oktoberfest plaudern unsere Lieblingsenten im Münchner Dialekt. Die erste Ausgabe der neuen Reihe „LTB Mundart“ bietet acht Geschichten in schönstem Münchnerisch aus dem Herzen des Freistaates.
Wenn ich sonst bei einem Comic relativ schnell durch bin, habe ich hier beim Lesen einige Zeit gebraucht. Ich tu mich echt schwer, einen Dialekt zu lesen, sei es das Münchnerisch aus Entenhausen oder anderen Dialekt. Die Übersetzung stammt von Wolfang J. Fuchs. Manches Mal habe ich das Gefühl, es stimmt auch nicht. Ich würde den Ausdruck anders schreiben, aber wie weiß ich auch nicht. Schließlich schreibe ich keinen reinen Dialekt.


Aber nicht nur mit Comics aus Entenhausen im Dialekt habe ich meine Schwierigkeiten. Als 2013 zur Buchmesse der Homer Simpson auf Hessisch erschienen ist, hatte ich die gleichen Probleme. Mit Hessisch fiel der Startschuss beim Panini-Verlag. Es sollte eine Reihe weiterer Regionalcomics geben. Jetzt folgen die Enten aus Entenhausen und ich werde wohl auf der Wiesn, zwei, drei Maß zu mir nehmen und dann das lustige Taschenbuch lesen. Prost. Und vielleicht verspeise ich auch eine schöne Ente in der Entenbraterei …

Das große Riesenrad in Essen

27. November 2015
Das Riesenrad in Essen.

Das Riesenrad in Essen.

Bei einem Ausflug nach Essen lief ich über den Internationalen Weihnachtsmarkt – Partner ist dieses Jahr Spanien. Eigentlich bin ich kein Fan solcher Märkte, aber ich musste ein wenig Zeit totschlagen und schaute mir die Stände an. Am Burgplatz stieß ich auf Riesenrad aus Hannover, das ein wunderbares Lichtspiel zeigte. Es stammt von Klaus Wilhelm und Söhne aus Hannover und hat eine eindrucksvolle Höhe von 45 Metern.


Ich nahm Platz und beobachtete das nächtliche Lichterspiel mit den 36 Gondeln. Im Jahr 2012 wurde das Lichterrad auf LED umgestellt. Laut Beschreibung wurden dafür 3500 Platinen mit je 24 LEDs in verschiedenen Farben und Ornamenten verbaut. Angetrieben wird das Riesenrad von acht Motoren.
Als Münchner, der die Preise vom Oktoberfest gewohnt bin, staunte ich bei den Eintrittspreisen nicht schlecht. Die Fahrt für Erwachsene kostet 4,50 Euro, für Kinder 3 Euro. Da das Riesenrad bis 10. Januar in Essen steht, ist also nicht genügend Zeit, eine Fahrt mitzumachen. Das Riesenrad wird nur alle zwei Jahre in Essen aufgestellt. Und der Blick über den Weihnachtsmarkt aus 45 Meter Höhe lohnt sich allemal. Das Riesenrad ist ein Bestandteil der Essener Lichtwochen. An zahlreichen Orten der Innenstadt werden raffinierte Beleuchtungsanlagen installiert.

Oktoberfest 2015: Zunftschießen im Armbrustschützenzelt

4. Oktober 2015
Mit dem ersten Schuss der Armbrust traf ich voll ins Schwarze.

Mit dem ersten Schuss der Armbrust traf ich voll ins Schwarze.

Der erste Schuss ging voll ins Schwarze – ich war schon ein wenig baff, als ich das Schild mit dem Vogelmotiv in den Händen hielt. Treffer! Mein erstes Mal Armbrustschießen und dann genau ins Zentrum getroffen. Konnte es einen besseren Auftakt zum traditionellen Zunftschießen im Armbrustschützenzelt auf dem Oktoberfest geben?


Aber das war es dann auch mit meinem Schützenglück. Die restlichen vier Pfeile verfehlten das Ziel gewaltig. Aber Spaß hat es dennoch gemacht. Einmal im Jahr veranstaltet die Armbrust-Schützengilde Winzerer Fähndl auf dem Oktoberfest ihr Zunftsschießen. Alle Münchner Innungen – oder einstmals Zünfte – waren eingeladen und das Zelt war voll. 30 Mannschaften mit je drei Schützen waren mit dabei. Zusätzlich traten 10 Einzelschützen an. Ich schoss für die Münchner Friseurinnung. Zwar arbeite ich als Pressefuzzi im Grunde für den Landesinnungsverband des bayerischen Friseurhandwerks, aber dessen Chef Christian Kaiser ist auch Obermeister der Münchner Friseurinnung. Also Glück gehabt. Und natürlich weise ich gerne auf die Blogparade zur Wiesn hin.

Anmeldung zum Zunftschießen.

Anmeldung zum Zunftschießen.

Nach Bezahlen der entsprechenden Startgebühr von 140 Euro inklusive zwei Maß Bier und einem Hendl musste jeder noch eine kostenlose Versicherung abschließen – sicher ist sicher. Dann schnell einen Platz gesucht und das Treiben im Armbrustschützenzelt beobachten. Wir saßen am Tisch des Münchener Vereins, der auch Sponsor der ganzen Veranstaltung war. Die Gespräche waren gut, das Bier auch.

Die Schießanlage im Armbrustschützenzelt auf der Wiesn.

Die Schießanlage im Armbrustschützenzelt auf der Wiesn.

Viele alte Bekannte traf ich, Kollegen mit denen ich einst als Pressereferent der Handwerkskammer zusammengearbeitet habe. Ein freundliches Wort hier, ein Prost dort – die Stimmung war super. Die Organisation durch die Vertreter vom Winzerer Fähndl, der 1887 in München gegründet wurde, war vorbildlich.

Perfekte Einweisung in das Sportgerät.

Perfekte Einweisung in das Sportgerät.

Die Vereinigung ging aus den Münchner Stachelschützen aus dem Jahre 1406 hervor. Stachelschützen ist ein interessanter Name für Armbrustschützen. Der Umgang mit der Armbrust durch die Vereinsmitglieder war umsichtig. Es wurde viel erklärt und eingewiesen. Die Armbrust war eine gefürchtete Kriegswaffe im Mittelalter. Heute ist sie Sportgerät, aber dennoch ist die Wucht des Pfeileinschlags nicht zu unterschätzen. In Lochhausen hat der Verein heute seinen Sitz und ich durfte mir zur Jahrtausendwende das Gelände einen Tag unter der Führung von Dieter „Didi“ Vierlbeck ansehen. Vierleck ist heute bei der Handwerkskammer die Treppe hoch gefallen und dort in der Geschäftsführung tätig. Sein Engagement für seinen Verein Winzerer Fähndl hat dadurch keinen Abbruch genommen. Der Höhepunkt des Schießjahres sind das Königsschießen, die Deutschen Meisterschaften und das Oktoberfestschießen. Die Gilde beteiligt sich seit 1895 regelmäßig am Oktoberfest-Trachten- und Schützenzug im Landsknechtgwand.

Eine Plakette gab es für die Teilnahme auch.

Eine Plakette gab es für die Teilnahme auch.

Die Mitglieder des Vereins betreuen im Armbrustschützenzelt den Schießstand. Geduldig erklären sie den ausländischen Touristen und Greenhorns wie mir das Verfahren. Viele sind fasziniert von der Tradition der Armbrustschützen. Das Ganze wird durch den Mittelalter- und Fantasyhype weiter befeuert. Mir hat es gefallen und für meinen Schuss ins Schwarze musste ich zusätzlich 5 Euro für die Jugendförderung des Vereins zahlen. Bei der Siegerehrung kamen die Friseure nicht vor. Platz 1 ging an die Metallinnung Oberland mit 100 Ringe, Platz 2 an die Malerinnung Oberland mit 99 Ringe und der dritte Platz ging an die Rollladenbauer mit 97 Ringe. Da waren wir weit, weit entfernt.

So gut war ich am Ende des Zunftschießens dann auch nicht.

So gut war ich am Ende des Zunftschießens dann auch nicht.

Die ganze Veranstaltung endete übrigens mit einem dreimaligen Ausrufen von „Gut Bolz“ und dann widmete ich mich meinen Bier- und Hendlmarken.

Oktoberfest: Frisurenstyling der Spielerfrauen des TSV 1860 München

1. Oktober 2015
Josef Wieser und sein Team stylen die Spielerfrauen vom TSV 1860 München.

Josef Wieser und sein Team stylen die Spielerfrauen vom TSV 1860 München.

Ein Fußballtermin, ohne dass ich ein Wort über Fußball verliere, geht das überhaupt? Bei mir ist das kein Problem. Fußball interessiert mich nicht und dennoch hatte ich die Ehre, die Spielerfrauen des Traditionsvereins TSV 1860 München beim Styling ihrer Wiesnfrisuren zu fotografieren und zu filmen. Mal sehen, ob mich der Blog der Landeshauptstadt aufnimmt.
Das war eine Auftragsarbeit für Friseurmeister Josef Wieser. Wieser betreibt erfolgreich mehrere Friseursalons im Landkreis Fürstenfeldbruck und Landsberg am Lech – und noch wichtiger in diesem Fall: Josef Wieser ist überzeugter Löwenfan. Er hat mit seinem Verein einen Deal abgeschlossen: Das Wieser-Team darf die Spielerfrauen vor ihrem Besuch auf dem Oktoberfest stylen. Dazu gehören natürlich Flechtfrisuren und das komplette Make up.


Zunächst waren die jungen Damen noch sehr zurückhaltend. Dies lag weniger an meinen Kameras als vielmehr an der ehrgeizigen Reporterin einer Boulevardzeitung mit vier Buchstaben. Kooperativ war die Kollegin nicht besonders, dafür aber besonders gschaftig (umtriebig). Egal, die besten Geschichten über die Spieler der Löwen kamen sowieso erst, als sie den Raum im ersten Stock der Löwen-Zentrale an der Grünwalder Straße verlassen hatte. Ich durfte das Styling schon im vergangenen Jahr fotografieren und gebloggt habe. Daher erkannten mich einige Damen wieder. Da die Spielerfrauen sich privat unterhielten, werde ich aber auch nichts hier von den Internas wiedergeben. Und vor allem: Eigentlich interssiert es mich gar nicht.
Toll zu sehen war es, wie sich die Spielerfrauen unterschiedlicher Nationen wunderbar verstanden. Die Kommunikation lief auf Bayerisch, Deutsch, Spanisch und auf Englisch ab. Kein Zickenkrieg, sondern Austausch von Freundlichkeiten und gegenseitige Hilfe beim Binden der Dirndl-Schleife. Staunen gab es bei den nichtbayerischen Damen über die Bedeutung der Schleife beim Dirndl. Insider wissen: Eine Dirndl-Schleife verrät den Beziehungsstatus der Trägerin. Vorderseite rechts: in festen Händen, Vorderseite links: noch zu haben, Rückseite, Mitte: Witwe, Vorderseite, Mitte: Jungfrau. Wie soll jemand aus dem Ausland (Preußen) das auch wissen?


Das Team von Josef Wieser arbeitete schnell und konzentriert. Mit seiner Marke Bavarian Beauty kam er bei den Spielerfrauen des TSV 1860 München gut an. Hier das Styling von vier Spielerfrauen – wer weiß, wer zu wem gehört?


Als dann noch der Trainer der Sechziger Torsten Fröhling samt Gattin Ewa zur Stylingtruppe stieß, wurde es Zeit für den Aufbruch. Torsten Fröhling macht einen freundlichen Eindruck und wollte mir etwas über den Spielleistung seiner Mannschaft erzählen. Als ich als Fußballdepp abwinkte, war er verwundert und irgendwie auch erleichtert. Oktoberfest ist ein Jobtermin und er kam dafür extra aus dem Norden heruntergeflogen. Auch die Gattin Ewa wurde vom Wieser-Team gestylt.

 

Friseurmeister Josef Wieser und Löwen-Trainer Torsten Fröhling.

Friseurmeister Josef Wieser und Löwen-Trainer Torsten Fröhling.

Gefallen hat ihn wohl das Lob von Friseurmeister Josef Wieser über die Lederhosen. Torsten Fröhling aus Bützow trug Lederhosen mit dem Löwenlogo. „Alle meine Jungs tragen so eine Hose“, erklärte er stolz. Gut, dass er nicht Buben gesagt hat. Und richtig: Als die Spieler der ersten Mannschaft ihre Damen in Empfang nahmen und die Frisuren des Wieser-Teams bewunderten, hatte jeder sein Wiesn-Outfit an. Mit dem Sponsorenbus ging es dann zum Oktoberfest. Josef Wieser ist mitgefahren, ich bin lieber draußen geblieben, sonst müsste ich mich noch über Fußball unterhalten.

Aufgestellt zum Gruppenbild.

Aufgestellt zum Gruppenbild.

Erinnerungen an das Oktoberfestattentat vom 26. September 1980

12. Dezember 2014
Die Ermittlungen werden wieder aufgenommen - gut so.

Die Ermittlungen werden wieder aufgenommen – gut so.

Die Ermittlungen zum Oktoberfestattentat von 1980 werden nach 34 Jahren wieder aufgenommen. Es ist wichtig und richtig, da sich neue Zeugen aufgetaucht sind – nach 34 Jahren. Ich hörte auf einer Reise von einem Seminar im Radio von der Wiederaufnahme des Verfahrens und schlagartig waren die Bilder von damals wieder in meinem Kopf präsent.
Ich war zum Zeitpunkt des Attentats fast zwölf Jahre alt und genoss wie Tausende andere auch die Wiesn. Ich war einen Tag zuvor mit meinen Eltern auf dem Oktoberfest und erfuhren von dem feigen Attentat aus dem Fernehen. Es war totenstill im elterlichen Wohnzimmer, als die schrecklichen Bilder über die Mattscheibe flimmerten. Keiner sprach ein Wort bei uns in der Familie, wir schauten nur den Ort der Verwüstung an, an dem wir einen Tag zuvor waren. Mein Gott, der Irrsinn hätte auch uns erwischen können. Auch wir gingen durch den Eingang auf die Wiesn.

Erinnerungen an die Opfer.

Erinnerungen an die Opfer.

Ich hatte seitdem immer ein ungutes Gefühl, wenn ich auf die Wiesn ging. Es war nicht Angst, sondern eine gewisse Trauer, gemischt mit Wut. So einen Anschlag hatte es in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg bis dahin nicht gegeben. Zu jedem Wiesn-Besuch gehörte bei mir ein Besuch des Mahnmals dazu, das zur Erinnerung an den 26. September 1980 errichtet wurde. Und wenn einer der Betrunkenen am Denkmahl im Suff krakelte, dann kam bei mir die Galle hoch. Meist wurde aber die Würde des Ortes geachtet, die Gaudi ging dann ein paar Meter weiter los.

Besoffen - keinen Respekt vor den Toten.

Besoffen – keinen Respekt vor den Toten.

Zum fünften Jahrestag des Wiesnattentats bekam ich eine Dokumentation der Stadt München in die Hände, die ich bis heute aufgehoben habe und die mein Archiv gewandert ist. Es war eie quadratische Broschüre in Schwarz. Auf dem Titel war in dunklen Farben das Mahnmal und dahinter die Fahrgeschäfte zu sehen. Daneben stand in serifenloser Schrift: 26. September 1980 – Dokumentation zum 5. Jahrestag des Bombenanschlags auf dem Oktoberfest in München.“

Dokumentation zum Wiesnattentat

Dokumentation zum Wiesnattentat

Jetzt zur Wiederaufnahme des Verfahrens habe ich diese Doku wieder hervorgeholt und darin gelesen. Schockierend waren nach wie vor die zahlreichen Schwarzweiß-Fotos von der Attentatsnacht. Zeitungsbilder waren damals immer in Schwarzweiß. Der Eingang zur Theresienwiese sah aus wie ein Kriegsgebiet. Um 22.19 Uhr detonierte die Bombe in einem Mülleimer und riss 13 Menschen in den Tod. Darunter auch das Riesenarschloch und Attentäter Gundolf Köhler, ein 21jähriger Rechtsextremist aus dem Umfeld der Wehrsportgruppe Hoffmann.
Am heftigsten prägte sich mir ein Bild von damals ein, als ein Turnschuh eines Opfers neben einer Blutlache lag. Einem Opfer musste sich der Schuh wohl durch die Detonation vom Fuß gelöst haben. So ein Bild kannte ich von fernen Kriegen, aber nicht vom braven München. Unter den Opfern waren auch drei Kinder, etwas jünger als ich damals.
Am 30. September 1980 fand ein Trauergottesdienst im Alten Rathaus statt. Münchens Oberbürgermeister Erich Kiesl sagte damals: „Wir müssen eintreten gegen jede Haltung, die Gewalt übt, sie predigt, sie billigt, duldet oder nur verharmlost.“ – Wahre Worte, die noch heute gelten (müssen).

Schreckliche Bilder in meinem Kopf.

Schreckliche Bilder in meinem Kopf.

Ich weiß noch, wie wir den Unterricht in unserer Schule unterbrachen und unsere Lehrer mit uns Schülern über das Attentat sprachen. Von Mathe und Physik hab ich nicht mehr viel Erinerungen aus meiner Schulzeit, wohl aber von den Gesprächen, das unsere Lehrer damals mit uns führen. Es war ein gutes Gefühl, dass wir damals darüber sprachen und ich hoffe, dass Padagogen es heute auch noch bei einschneidenden Ereignissen mit ihren Schülern tun, Lehrplan hin oder her.


Aufmerksam lese ich heute den Abschlussbericht des Landeskriminalamtes von damals: „Nachdem jetzt vorliegenden abschließenden Ermittlungsergebnis ist festzustellen, dass Gundolf Köhler als Alleintäter gehandelt wird. Konkrete Anhaltspunkte oder Indizien dafür, dass Dritte seinen Tatentschluss hervorgerufen oder mitbestimmt haben könnten, sind nicht vorhanden. Die Vielfalt und das Gewicht, der aufgezeigten Beweismittel, Beweiszeichen und Zeugenaussagen zwingen zu dem Schluss, dass Gundolf Köhler den Sprengsatz gebaut, ihn zum Tatort gebracht und seine Explosion verursacht hat. Obwohl Gundolf Köhler bis zuletzt rechtsextremistisch eingestellt war und früher Kontakte zu rechtsextremistischen Gruppen hatte, spricht nichts konkret dafür, dass Angehörige dieser Gruppierungen mit dem Sprengstoffanschlag in München in Verbindung stehen. Auch wurden keine Kontakte Köhlers zur Tatzeit und in der Zeit unmittelbar davor, zu rechtsextremistischen Gruppen festgestellt.“
Ich bin sehr gespannt, was die neuen Ermittlungen und Zeugenaussagen nun ergeben – 34 Jahre später.

TSV 1860 München: Beim Styling der Löwen-Spielerfrauen zur Wiesn

4. Oktober 2014
Ein Teil der Spielerfrauen des TSV 1860 München mit ihren Wiesn-Frisuren vom Haarstudio Wieser.

Ein Teil der Spielerfrauen des TSV 1860 München mit ihren Wiesn-Frisuren vom Haarstudio Wieser.

Ich bin kein großer Fan vom Oktoberfest in München, aber dieses Jahr gab es eine Ausnahme, die mir den Rummel um die Wiesn verschönert hat. Ich durfte dabei sein, als das Haarstudio Wieser die Spielerfrauen vom TSV 1860 München für die Wiesn stylten.
Ich hatte hier bereits mal über die Kooperation vom Haarstudio Wieser mit dem Traditionsfußball-Verein TSV 1860 München gebloggt und das Wiesn-Styling war ein Teil dieser Kooperation. Löwen-Fan und Friseurmeister Josef Wieser hatte mich angesprochen, die Beauty-Aktion zu dokumentieren. Das hab ich natürlich gerne gemacht.


Die Zeit war knapp. Das Shooting war keine klassiches Beauty-Session mit Studio und Scheinwerfer. Vielmehr war es die gute, alte Reportage-Fotografie. Rein in das Geschehen, nicht lange nachdenken und nicht stören, sondern sich in die Szenerie integrieren.
Die Spielerfrauen sind ja eine Art Personen der realtiven Zeitgeschichte und dennoch wollte ich Ihnen mit der Kamera nicht zu sehr auf den Pelz rücken. Viele der Damen sind noch sehr jung. Das bedeutete für mich: Die fette Nikon D3 blieb zu Hause und ich wählte das iPhone 6 plus und die Fujifilm X100S als Reportage-Kameras.

Das Wieser-Team mit einigen Spielerfrauen.

Das Wieser-Team mit einigen Spielerfrauen.

Aus folgenden Gründen: Das neue iPhone war bei der Zielgruppe bekannt. Alle Löwen-Spielerfrauen besitzen ein Smartphone und nutzten es während der Styling-Session ausgiebig für Selfies oder Unterhaltung. Ein iPhone als Fotoapparat kam ihnen nicht bedrohlich vor. Die schwere Profi-Nikon mit lautem Klicken und Wechselobjektiven hätte die intime Styling-Atmosphäre zerstört. Zudem konnte ich mit dem iPhone 6 plus wunderbar die Aktion filmen.

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Und zur Premium Kompaktkamera Fujifilm X100S habe ich gegriffen, weil sie einen wunderbareb Retro-Look hat. Sie sieht für die Fotomodelle aus, als hätte ich zum Fotoapparat vom Urgroßvater gegriffen. Eine der Spielefrauen fragte sogar, warum ich denn nicht digital fotografiere, sondern auf Film. Sie verwechselte das Retro-Design der Fujifilm X100S mit einer alten Analogkamera.

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Friseurmeister Josef Wieser und sein Team von vier Friseurinnen arbeiteten zügig und hochprofessionell. Auch sie standen unter gewaltigem Zeitdruck. Der Bus mit den Fußballern des TSV 1860 fuhr pünktlich zur Wiesn ab. Die Friseurinnen Christine Greinwald, Sara Fernandez, Johanna Wieser und Melanie Schraa zwirbelten, flochten, lockten und steckten in der Höhle des Löwen an der Grünwalderstraße in München, was die Haare hergaben. Gearbeitet wurde in einem Aufenthaltsraum im ersten Stock der Löwenzentrale. Die Friseurinnen gingen – wie im Salon – auf die Wünsche ihrer Kundinnen ein. Nachdem einige Spielerfrauen aus dem Ausland kamen, war es ein nettes Sprachengewirr aus Bayerisch, Deutsch, Englisch und Spanisch. Aber die Friseurinnen meistern ihren Job und als die Löwn-Spieler ihre Herzdamen erblickten, kamen die Wiesn-Frisuren hervorragend an. Die Spieler des TSV 1860 lobten das Aussehen der Damen und damit auch die Leistung des Haarstudio Wieser.

TSV1860
„Wir sind natürlich etwas erschöpft bei so einem Zeitdruck, aber die ganze Sache hat sich absolut gelohnt“, so Friseurmeister Josef Wieser als die Löwen sammt weiblicher Begleitung und Entourage in den Bus zur Wiesn gestiegen sind. „Die Spielerfrauen hat es gefallen, den Fußballern vom TSV auch – was gibt es für einen Friseur ein größeres Lob als zufriedene Kunden?“ Recht hat er.

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Scannertest iX100 auf der Wiesn

29. September 2014

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Einen ungewöhnlichen Scannertest konnte ich kürzlich auf dem Münchner Oktoberfest absolvieren. Eingeladen auf die Wiesn hatte Fujitsu ScanSnap. Das Team um Klaus Schulz hatte das neueste Scanner-Exemplar als Demogerät dabei. Der iX100 ist ein 400 Gramm leichter Mobilscanner, der seine Scans via WLAN direkt auf das Smartphone und Tablet überträgt.
Zunächst stellte ich mir aber die Gretchenfrage. Wozu brauche ich so etwas im Zeitalter von verschiedenen Scan-Apps auf dem iPhone? Ich bin mit meinen Apps Scanner Pro oder PDFScanner eigentlich ganz zufrieden. Warum soll ich noch sperrige Hardware mit mir herumschleppen?
Jetzt bietet die Käfer Schänke auf dem Oktoberfest nicht optimale Testlaborbedingungen, aber gerade das machte den Reiz aus. Also wurde gescannt, was uns in die Finger kam.


Vielleicht ist die Wiesn dann doch nicht die richtige Testumgebung. In einer Konferenz, als Vertriebler, als Sales-Heini, als Versicherungsvertreter, als Journalist sieht die Sache ganz anders aus. Neulich war ich wieder auf so einer Konferenz und habe die Tagungsunterlagen auf Papier herumschleppen müssen. Ich mag doch kein Papier schleppen. Da wäre so ein leistungsfähiger und leichter Scanner eine Wohltat.
Der iX100 ist schnell, richtig schnell. Während meine Telefonapps im Vergleich lange brauchten, um das Blatt zu erfassen, ging es beim iX100 ratz fatz. Insgesamt scannt das Teil eine DIN A4 Seite in maximal fünf Sekunden, abhänig von der gewählten Auflösung.
Was ich auch probiert habe: Ich habe die Papiere absichtlich schief eingelegt und die Software richtet sie sofort aus. Und ich habe den Scanner mit zahlreichen Visitenkarten gefüttert und er hat sie brav abgearbeitet und ausgerichtet. Und dies obwohl die Papiere eine unterschiedliche Stärke hatten. Weil wir auf der Wiesn sind, probierte ich es auch mit relativ dicken Bierdeckeln aus und auch das klappte.

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Ein auf DIN A4 gefaltetes DIN A3 ging auch zu scannen. Ich probierte es mit der Speisekarte der Käfer Wiesn Schänke aus. Klappt perfekt, die Software sucht Übereinstimmungen und setzt aus zwei Scans ein Dokument zusammen. Das klappt aber nur am Mac/PC nicht am Smartphone.
Ein Duplex-Scan ist mit dem iX100 nicht möglich, aber der Vorschub macht es möglich, dass ich das Papier umdrehe und die Rückseite drehe. Der iX100 scannt automatisch in Schwarz-Weiß oder Farbe, erkennt das Format jedes Dokuments und scannt entsprechend, erkennt und korrigiert Schräglagen, entfernt Leerseiten und zeigt Bilder in der korrekten Ausrichtung an. Die Bildverabeitung passiert im Scanner durch einen GI-Bildverarbeitungsprozessor. So wird der Akku des Smartphones geschont.

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Die Übertragung geschiet dann per WLAN aufs iPhone/Android. Eine Windows Phone App ist noch nicht veröffentlicht, brauch ich aber auch nicht. Der Scanner wird per Akku betrieben und via USB aufgeladen. Eine Ladung soll laut Hersteller für 260 Scans halten. Auf der Wiesn hatten wir allerdings Powerpacks dabei, weil wir wie der Teufel gescannt und probiert haben – und nebenbei noch Bier und Hendl genossen (eigentlicher Zweck der Wiesn). Ggf kommt auch noch von den Japanern eine Übertragung via Blauzahn, aber aber im Moment ist es nicht vorgesehen. Der Scanner erzeugt ein eigenes WLAN und Smartphone-Nutzer können darauf zugreifen, wenn man über die kostenlose App ScanSnap Connect App lädt. Schön wäre es allerdings gewesen, wenn Fujistu den Link zum Download in den jeweiligen Stores auf seiner Website direkt angegeben hätte.
Persönlich sehe ich den iX100 weniger als klassischen Büroscanner, also vielmehr als mobile Einheit. Im Büro kann er zwar auch eingesetzt werden, aber da vertraue ich eher auf die großen Brüder wie beispielsweise den iX500.