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Oktoberfest: Frisurenstyling der Spielerfrauen des TSV 1860 München

1. Oktober 2015
Josef Wieser und sein Team stylen die Spielerfrauen vom TSV 1860 München.

Josef Wieser und sein Team stylen die Spielerfrauen vom TSV 1860 München.

Ein Fußballtermin, ohne dass ich ein Wort über Fußball verliere, geht das überhaupt? Bei mir ist das kein Problem. Fußball interessiert mich nicht und dennoch hatte ich die Ehre, die Spielerfrauen des Traditionsvereins TSV 1860 München beim Styling ihrer Wiesnfrisuren zu fotografieren und zu filmen. Mal sehen, ob mich der Blog der Landeshauptstadt aufnimmt.
Das war eine Auftragsarbeit für Friseurmeister Josef Wieser. Wieser betreibt erfolgreich mehrere Friseursalons im Landkreis Fürstenfeldbruck und Landsberg am Lech – und noch wichtiger in diesem Fall: Josef Wieser ist überzeugter Löwenfan. Er hat mit seinem Verein einen Deal abgeschlossen: Das Wieser-Team darf die Spielerfrauen vor ihrem Besuch auf dem Oktoberfest stylen. Dazu gehören natürlich Flechtfrisuren und das komplette Make up.


Zunächst waren die jungen Damen noch sehr zurückhaltend. Dies lag weniger an meinen Kameras als vielmehr an der ehrgeizigen Reporterin einer Boulevardzeitung mit vier Buchstaben. Kooperativ war die Kollegin nicht besonders, dafür aber besonders gschaftig (umtriebig). Egal, die besten Geschichten über die Spieler der Löwen kamen sowieso erst, als sie den Raum im ersten Stock der Löwen-Zentrale an der Grünwalder Straße verlassen hatte. Ich durfte das Styling schon im vergangenen Jahr fotografieren und gebloggt habe. Daher erkannten mich einige Damen wieder. Da die Spielerfrauen sich privat unterhielten, werde ich aber auch nichts hier von den Internas wiedergeben. Und vor allem: Eigentlich interssiert es mich gar nicht.
Toll zu sehen war es, wie sich die Spielerfrauen unterschiedlicher Nationen wunderbar verstanden. Die Kommunikation lief auf Bayerisch, Deutsch, Spanisch und auf Englisch ab. Kein Zickenkrieg, sondern Austausch von Freundlichkeiten und gegenseitige Hilfe beim Binden der Dirndl-Schleife. Staunen gab es bei den nichtbayerischen Damen über die Bedeutung der Schleife beim Dirndl. Insider wissen: Eine Dirndl-Schleife verrät den Beziehungsstatus der Trägerin. Vorderseite rechts: in festen Händen, Vorderseite links: noch zu haben, Rückseite, Mitte: Witwe, Vorderseite, Mitte: Jungfrau. Wie soll jemand aus dem Ausland (Preußen) das auch wissen?


Das Team von Josef Wieser arbeitete schnell und konzentriert. Mit seiner Marke Bavarian Beauty kam er bei den Spielerfrauen des TSV 1860 München gut an. Hier das Styling von vier Spielerfrauen – wer weiß, wer zu wem gehört?


Als dann noch der Trainer der Sechziger Torsten Fröhling samt Gattin Ewa zur Stylingtruppe stieß, wurde es Zeit für den Aufbruch. Torsten Fröhling macht einen freundlichen Eindruck und wollte mir etwas über den Spielleistung seiner Mannschaft erzählen. Als ich als Fußballdepp abwinkte, war er verwundert und irgendwie auch erleichtert. Oktoberfest ist ein Jobtermin und er kam dafür extra aus dem Norden heruntergeflogen. Auch die Gattin Ewa wurde vom Wieser-Team gestylt.

 

Friseurmeister Josef Wieser und Löwen-Trainer Torsten Fröhling.

Friseurmeister Josef Wieser und Löwen-Trainer Torsten Fröhling.

Gefallen hat ihn wohl das Lob von Friseurmeister Josef Wieser über die Lederhosen. Torsten Fröhling aus Bützow trug Lederhosen mit dem Löwenlogo. „Alle meine Jungs tragen so eine Hose“, erklärte er stolz. Gut, dass er nicht Buben gesagt hat. Und richtig: Als die Spieler der ersten Mannschaft ihre Damen in Empfang nahmen und die Frisuren des Wieser-Teams bewunderten, hatte jeder sein Wiesn-Outfit an. Mit dem Sponsorenbus ging es dann zum Oktoberfest. Josef Wieser ist mitgefahren, ich bin lieber draußen geblieben, sonst müsste ich mich noch über Fußball unterhalten.

Aufgestellt zum Gruppenbild.

Aufgestellt zum Gruppenbild.

Jedem Figaro sing Pappnas – Karneval bei den Kölsche Figaros

20. Februar 2012

Beruflich durfte/musste/sollte ich als praktizierender Faschingsmuffel in die Hölle auf Erden: In den Karneval nach Köln. Wir hatten Karten zu einer Sitzung der Kölsche Figaros von 1950. Eine komplett neue Welt für mich. Als erstes lernte ich, dass es nicht Saison heißt, sondern Session und als zweites war klar, dass ich den Abend der Kostüm- und Prunksitzung nicht nüchtern überstehen konnte – beides kein Problem für mich. Die Kölsche Figaros von 1950 sind ein Zusammenschluss von Friseuren um den amtierenden Präsidenten/Schatzmeister Harald Esser, der auch durch den Festabend führte. Wichtigstes Thema unter dem versammelten Fußvolk im Theater am Tanzbrunnen: In diesem Jahr wird man  am Rosenmontagszug teilnehmen. Jeck Esser dazu: „Wir werden jede Minute die besondere Stimmung und das ausgelassene Treiben der Jecken genießen.“ Die Kamelle von mehreren Hundert Kilogramm sind bereits angeschafft. Das Motto des Abends war übrigens: „Jedem Figaro sing Pappnas“. Eine Pappnass hatte ich nicht dabei, dafür war ich als Captain Kirk mit Original-Convention-Uniform bekleidet. In verzweifelten Momenten dachte ich dabei an Scotty, der mich aus der Veranstaltung beamen könnte.

Als ehemaliger Militärberichterstatter bei verschiedenen Tageszeitungen war ich über das Treiben von Garden, Soldaten, Offizieren schon etwas erstaunt. Der Spaß ist befohlen, oder ich versteh es nicht. Der Karneval geht auf den Protest gegen preußische und französische Besatzung zurück. Also kann ich damit pauschal behaupten, das Karneval eine großangelegte Demo ist? Wo sind denn dann die Guy Fawkes-Masken?

Auf jeden Fall war die Sitzung der Figaros eine Besonderheit. Es wurde nicht nur Wein angeboten (wie sonst in Sitzungen), sondern es gab auch frisches Kölsch in den putzigen kleinen Gläschen. Und die Stimmung war nicht bieder, wie ich es aus manchen Sitzungen aus der Glotze kenne, sondern hier ging die Post ab. Die Friseure und ihr Gefolge können feiern, singen und lustig sein. Ich lernte nebenbei die wichtigsten musikalischen Vertreter Kölns kennen wie die Räuber, Brinks und die Höhner. Und wenn ich ehrlich bin – es ist nicht meine Musik und die Dialekttexte versteh ich auch nicht. Egal, nach dem xten Kölsch sang ich einfach mit und es merkte keiner.

Hut ab vor den Tanzdarbietungen der Akteure, die allesamt große Klasse waren. Die Luftflotte, FC-Cheerleader sowie das Kölner Dreigestirn und die Prinzengarde der Stadt Köln. Allerdings zog ich es vor, nach dem Ausrollen der 1. FCK-Fahne bei den großartigen FCK-Cheerleaders schnell den Saal zu verlassen, um als Bayer nicht in die Verlegenheit einer Sympathiebekundung für den Verein zu kommen. Das hab ich aus der Politik gelernt: Wenn es ans unangenehme Abstimmen geht, verlässt man den Raum Richtung Toilette.

Eindeutig protestieren muss ich gegen die Kostümierung einiger Zeitgenossen als Bayern – oder was sie darunter verstehen. Landhaus, Dirndl, Lederhosn, Gamsbart – das ist keine Karnevalskostümierung, sondern so laufen die Leute bei uns wirklich herum. Das ist nicht witzig, auch wenn es Nordrhein-Westfalen glauben.

Den Abschluss bei der Sitzung der Kölsche Figaros machte Tim Toupet mit seinem Gassenhauer „du hast die Haare schön“  – ich sag dazu nix, außer ein dreifaches Kölle Alaaf! Nächstes Jahr bin ich wieder dabei.