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Wiesn 2016: Zeit zum Umdenken

26. September 2016

Die Bavaria wacht über die Wiesn.

Die Bavaria wacht über die Wiesn.

Auch wenn es die Wiesn-Wirte und -Schausteller nicht hören wollen: Ich mochte die Wiesn als es regnete. Für mich hatte es eine eigenartige Stimmung, ganz anders als das ausgelassene Treiben, das sonst auf dem Oktoberfest herrschte. Die ersten Tage der Wiesn 2016 waren kalt und es regnete. Der Bierumsatz des ersten Tages halbierte sich.

Sicherheitskonzept auf der Wiesn 2016

Zudem hat die Stadt ein neues Sicherheitskonzept beschlossen. Es gibt nun einen Zaun um die Wiesn, der im Notfall in kurzer Zeit beseitigt werden kann. Außerdem gibt es Taschenkontrollen. Rucksäcke und große Taschen dürfen nicht auf die Wiesn mitgenommen werden. Die Kontrolleure sind in mehreren Reihen an den Eingängen aufgestellt. Ich habe mir die Aktion angesehen. Die erste Phalanx spricht die Besucher der Festwiese an, weist sie ggf. ab. Die zweite Reihe durchsucht mal mehr, mal weniger die durchgewunkenen Besucher. Im Grunde kennen wir so ein Verfahren von jedem Fußballspiel oder Open Air-Konzert, also regt euch nicht so künstlich auf. Und es gibt dann noch einzelne Ordner, die als dritte Reihe fungieren und im Zweifelsfall eingreifen. Ob sich das Sicherheitskonzept bewährt hat, kann ich nicht sagen. Es wird sich im Notfall zeigen, der hoffentlich nie eintritt. Es gibt übrigens Schließfächer, um die zu großen Taschen und Rucksäcke einzuschließen. An den Regentagen reichen die Schließfächer aus, an den Sonnentagen nicht.

Nachdenken auf der Wiesn 2016
Der Regen und die Kälte der ersten Tage brachten für mich eine eigenartige Wiesn-Atmosphäre. Die Fahrgeschäfte spiegelten sich in den Pfützen auf der Theresienwiese. Viele Fahrgeschäfte blieben bei dem strömenden Regen leer. Achterbahn und Kinderkarussell machen bei Regen und Kälte keinen Spaß. Vielleicht nutzten die Verantwortlichen die Zeit und stellten das Konzept der Wiesn zur Diskussion. Muss es jedes Jahr so ausarten, muss es ein ekelhaftes Besäufnis sein? Klar, die Wiesn ist ein Touristenmagnet, aber passt die Wiesn als Massenveranstaltung noch in die Zeit?
Als die Sonne mitten der Woche herauskam, werden solche Gedanken beiseite geschoben. Der Rubel rollt. Die Schlangen sind lang, die Zelte sind vor Überfüllung geschlossen. Die Massen strömen wieder auf die Wiesn. Mein Eindruck, die Faschingszeit auf der Wiesn geht dieses Jahr auch etwas zurück. Zwar gibt es weiterhin Japaner im Dirndl, aber die schlimmsten modischen Verfehlungen sind mir nicht so sehr ins Auge gestochen.

Alkohol auf der Wiesn 2016
Gesoffen wird aber weiterhin. Als ich bei uns im Dorf in die S-Bahn zur Arbeit stieg, waren auch drei Burschen in Lederhosen aus unserem Dorf dabei. Im Zug zogen sie eine 0,7 Liter-Flasche Wodka aus der Tasche. Bis zur Hackerbrücke war die Flasche leer und die Burschen voll. Vorglühen nannten es die Herrschaften. Diszipliniert und ohne Radau ließen sie die Flasche während der Zugfahrt die Flasche kreisen. An ihrer Stelle wäre ich nie aus der S-Bahn stehend herauskommen, sondern wäre lallend zusammengebrochen. Sie standen dagegen auf, nahmen die leere Flasche mit, entsorgten sie ordnungsgemäß an einem Müllcontainer und gingen zur Wiesn. Eine Welt ist das.

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Der ultimative Zeltguide für die Wiesn 2016
Die Berliner Agentur Peak Ace sprach mich im Vorfeld an und fragte mich, was denn meine Lieblingszelte auf der Wiesn seien. Zum Wiesnstart haben sie für einen Kunden einen netten Wiesnlageplan mit Bloggertipps online geschaltet. Der Lageplan mit dem ultimativen Zeltguide ist hier zu finden. Ich berichtete in dem Beitrag von meinen Vorlieben: Ich schrieb: „Für mich sind zwei Zelte interessant: das Käferzelt zum Wichtigsein und Angeben und das Armbrustschützenzelt für die Tradition.“

Mein Statement für den Wiesnguide.

Mein Statement für den Wiesnguide.

Wichtigkeit beim Käfer auf der Wiesn 2016

Und dieses Jahr war ich beim Wichtigsein wieder dabei. Ich bekam eine Einladung zur Mittagswiesn von PFU Imaging Team ins Käfer Zelt. Dahinter verbringt sich das Unternehmen, die die Fujitsu Scanner vertreiben. Ich habe mehrere dieser Dokumenten-Scanner von Fujitsu im Einsatz und empfehle sie meinen Kunden in Seminaren weiter. Ich bekam von der PFU eine Einladung zur Wiesn und fühlte mich zur Mittagszeit sehr wohl. Danke für Speis und Trank im Käfer. Neben der Gaudi im RL und über Twitter gab es auch das eine oder andere Fachgespräch mit PFU und den zuständigen Agentur. Ich werde in den nächsten Wochen mal das Fujitsu Scanner Modell SV600, einen Bücherscanner, testen.
Beim Verlassen der Wiesn kam es wieder zu einem Ritual. Jedes Mal, wenn ich die Wiesn verlasse, schaue ich an dem Mahnmal für das Oktoberfest-Attentat vorbei. Ich halte kurz ein und gedenke der Opfer. Ich habe über das Oktoberfest-Attentat im Blog bereits geschrieben und werde es in den nächsten Tagen wieder tun.

Oktoberfest 2015: Zunftschießen im Armbrustschützenzelt

4. Oktober 2015
Mit dem ersten Schuss der Armbrust traf ich voll ins Schwarze.

Mit dem ersten Schuss der Armbrust traf ich voll ins Schwarze.

Der erste Schuss ging voll ins Schwarze – ich war schon ein wenig baff, als ich das Schild mit dem Vogelmotiv in den Händen hielt. Treffer! Mein erstes Mal Armbrustschießen und dann genau ins Zentrum getroffen. Konnte es einen besseren Auftakt zum traditionellen Zunftschießen im Armbrustschützenzelt auf dem Oktoberfest geben?


Aber das war es dann auch mit meinem Schützenglück. Die restlichen vier Pfeile verfehlten das Ziel gewaltig. Aber Spaß hat es dennoch gemacht. Einmal im Jahr veranstaltet die Armbrust-Schützengilde Winzerer Fähndl auf dem Oktoberfest ihr Zunftsschießen. Alle Münchner Innungen – oder einstmals Zünfte – waren eingeladen und das Zelt war voll. 30 Mannschaften mit je drei Schützen waren mit dabei. Zusätzlich traten 10 Einzelschützen an. Ich schoss für die Münchner Friseurinnung. Zwar arbeite ich als Pressefuzzi im Grunde für den Landesinnungsverband des bayerischen Friseurhandwerks, aber dessen Chef Christian Kaiser ist auch Obermeister der Münchner Friseurinnung. Also Glück gehabt. Und natürlich weise ich gerne auf die Blogparade zur Wiesn hin.

Anmeldung zum Zunftschießen.

Anmeldung zum Zunftschießen.

Nach Bezahlen der entsprechenden Startgebühr von 140 Euro inklusive zwei Maß Bier und einem Hendl musste jeder noch eine kostenlose Versicherung abschließen – sicher ist sicher. Dann schnell einen Platz gesucht und das Treiben im Armbrustschützenzelt beobachten. Wir saßen am Tisch des Münchener Vereins, der auch Sponsor der ganzen Veranstaltung war. Die Gespräche waren gut, das Bier auch.

Die Schießanlage im Armbrustschützenzelt auf der Wiesn.

Die Schießanlage im Armbrustschützenzelt auf der Wiesn.

Viele alte Bekannte traf ich, Kollegen mit denen ich einst als Pressereferent der Handwerkskammer zusammengearbeitet habe. Ein freundliches Wort hier, ein Prost dort – die Stimmung war super. Die Organisation durch die Vertreter vom Winzerer Fähndl, der 1887 in München gegründet wurde, war vorbildlich.

Perfekte Einweisung in das Sportgerät.

Perfekte Einweisung in das Sportgerät.

Die Vereinigung ging aus den Münchner Stachelschützen aus dem Jahre 1406 hervor. Stachelschützen ist ein interessanter Name für Armbrustschützen. Der Umgang mit der Armbrust durch die Vereinsmitglieder war umsichtig. Es wurde viel erklärt und eingewiesen. Die Armbrust war eine gefürchtete Kriegswaffe im Mittelalter. Heute ist sie Sportgerät, aber dennoch ist die Wucht des Pfeileinschlags nicht zu unterschätzen. In Lochhausen hat der Verein heute seinen Sitz und ich durfte mir zur Jahrtausendwende das Gelände einen Tag unter der Führung von Dieter „Didi“ Vierlbeck ansehen. Vierleck ist heute bei der Handwerkskammer die Treppe hoch gefallen und dort in der Geschäftsführung tätig. Sein Engagement für seinen Verein Winzerer Fähndl hat dadurch keinen Abbruch genommen. Der Höhepunkt des Schießjahres sind das Königsschießen, die Deutschen Meisterschaften und das Oktoberfestschießen. Die Gilde beteiligt sich seit 1895 regelmäßig am Oktoberfest-Trachten- und Schützenzug im Landsknechtgwand.

Eine Plakette gab es für die Teilnahme auch.

Eine Plakette gab es für die Teilnahme auch.

Die Mitglieder des Vereins betreuen im Armbrustschützenzelt den Schießstand. Geduldig erklären sie den ausländischen Touristen und Greenhorns wie mir das Verfahren. Viele sind fasziniert von der Tradition der Armbrustschützen. Das Ganze wird durch den Mittelalter- und Fantasyhype weiter befeuert. Mir hat es gefallen und für meinen Schuss ins Schwarze musste ich zusätzlich 5 Euro für die Jugendförderung des Vereins zahlen. Bei der Siegerehrung kamen die Friseure nicht vor. Platz 1 ging an die Metallinnung Oberland mit 100 Ringe, Platz 2 an die Malerinnung Oberland mit 99 Ringe und der dritte Platz ging an die Rollladenbauer mit 97 Ringe. Da waren wir weit, weit entfernt.

So gut war ich am Ende des Zunftschießens dann auch nicht.

So gut war ich am Ende des Zunftschießens dann auch nicht.

Die ganze Veranstaltung endete übrigens mit einem dreimaligen Ausrufen von „Gut Bolz“ und dann widmete ich mich meinen Bier- und Hendlmarken.