Posts Tagged ‘Gastronomie’

Corona-Virus: Tag 19 der Ausgangsbeschränkung – Treffpunkt Wertstoffhof

9. April 2020
Klopapier, Nudeln, Mehl, Hefe – das waren die Renner in der Corona-Krise bei uns in Maisach im Landkreis Fürstenfeldbruck. Aber es kommt noch was hinzu: Der neue heiße Scheiß ist Warten am Wertstoffhof.
Nachdem die Bitten der Bevölkerung im Landkreis so groß waren, entschloss sich die Abfallwirtschaftsberatung AWB die Tore der Großen Wertstoffhöfe im Landkreis unter Auflagen vor Ostern wieder zu öffnen. Jubel, Trubel, Heiterheit bei der Bevölkerung – und dann setzte Hektik ein.
Und der Run ging los. Am Dienstag morgen wachte ich durch Rasenmähen und Heckenschneiden auf, rieb mir verwundert die Augen und fragte in der Nachbarschaft nach, was in die Leute gefahren ist. Grünabfälle können wieder abgegeben werden und wenn schon nicht die Haare geschnitten werden dürfen, müssen Rasen und Hecken geschnitten werden – und zwar was das Zeug hält. Und das Grünzeug muss natürlich gleich entsorgt werden. Rumliegen zu Hause geht ja gar nicht.

Man hat Zeit: Für den einen sind Osterferien, für den anderen HomeOffice, das später beginnen kann, für wieder einen anderen hat sich die berufliche Existenz durch Corona in Luft aufgelöst und es gibt eine Fraktion von Rentnern, die nach einer Aufgabe suchen. Die Zeit wurde und wird für den Garten genutzt. Der grüne Daumen hatte Vorrang. Also wurde Grünzeug, Äste und mehr in Säcke gestopft, auf Anhänger gepackt oder in den Kofferraum verfrachtet. Wer als erster beim Wertstoffhof ist, der ist der Sieger und bekommt die Anerkennung seiner Nachbarn.

Zudem hat sich allerhand Plastik, Alu, Tetrapack, Verbundstoffe, Folien über die Zeit der Ausgangsbeschränkung angesammelt, was natürlich auch weg muss. Also, es gibt Millionen von Gründen, zum Wertstoff zu pilgern. Wir alle hörten die Ermahnungen der politisch Verantwortlichen, sich ein wenig zurückzuhalten und die Ausgangsbeschränkung. „Ja, ja, sollen die reden,“ sagt sich der Egoist. „Die anderen können sich ja daran halten, Zurückhaltung galt beim Hamstern nicht, warum jetzt beim Wertstoffhof? Und außerdem sitz ich ja im Auto, vielleicht sogar mit Maske.“

Meinen ersten Eindruck bekam ich vom der Große Wertstoffhof der Hasenheide im benachbarten Fürstenfeldbruck, als ich mit dem Fahrrad vorbeifuhr. Eine lange Schlange Blech wartete vor den Toren und wurde Zug um Zug eingelassen. Diskussionen entstanden, wer nun als erster da war und wer Vorfahrt hat. Die Wartezeit war sicher 45 Minuten und mehr. Aber Zeit haben die Menschen ja in der Corona-Ausgangsbeschränkung.

Im Maisacher Großen Wertstoffhof war auch einiges los. Die Wartezeit war kürzer und die warteten Autofahrer wurden von einer Mitarbeiterin des Wertstoffhofs informiert. Mein Eindruck war, es ging weniger hektisch und weniger aggressiv zu.
Schön wäre es gewesen, wenn die Plastikentsorger ihre Sachen vorsortiert hätten, dann wäre die Entsorgung schneller gegangen und die Wartezeit wäre verkürzt gewesen. Interessant war zu sehen, dass wohl viele Maisacher bei Lieferdiensten in der Corona-Zeit bestellen, um die heimische Gastronomie zu unterstützen. Die Folge sind Verpackungen für Lebensmittel, die jetzt gehäuft anfallen. Diskussionen um die gelbe Tonne kommen natürlich jetzt wieder auf. Nun, warten wir, bis der Große Wertstoffhof wieder auf hat.
Achtung: Text kann Spuren von Ironie enthalten. 

Corona-Virus: Tag 6 der Ausgangsbeschränkung – Maisacher Gastronom: Wir kämpfen ums Überleben

27. März 2020
Dampfnudeln vom Gasthof Heinzinger in Rottach. Immer Donnerstags.

Dampfnudeln vom Gasthof Heinzinger in Rottach. Immer Donnerstags.

Gerne bin ich mit meiner Familie oder meinen Foodblogger-Kollegen Thomas Gerlach in der Vergangenheit zum Essen gegangen. Aber in Zeiten von Corona gibt es für die Gastronomie klare Einschränkungen, die der Branche weh tun. Um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen, hat Ministerpräsident Markus Söder grundlegende Ausgangsbeschränkungen verhängt. Zuvor wurde bereits der Katastrophenfall in Bayern ausgerufen. Seit Samstag, den 21.3., mussten deshalb alle Gastronomiebetriebe schließen, To-Go, Drive-In und Lieferungen sind aber weiterhin möglich.
Ich möchte meine lokalen Gastronomen in der Gemeinde Maisach im Landkreis Fürstenfeldbruck unterstützen – und zudem hab ich von gebunkerten Nudeln und Reis (das war ein Witz) genug.
Einige gastronomische Einrichtungen in Maisach haben ein Lieferangebot bzw. einen Abholservice während der Corona-Krise eingerichtet. Jetzt zeigt es sich, wer rechtzeitig auf die Digitalisierung seines Geschäftsbetriebes gesetzt hat. Die strengen Hygieneregeln in der Gastronomie sind nun wichtiger als je zuvor. Lebensmittel werden aktuell nicht als Überträger von Corona gesehen.
Andere Betriebe haben geschlossen und hoffen auf das Ende der Krise. Meine beiden Lieblingsgriechen, Aleco der Grieche und die liebe Sula von der Sportgaststätte Olympia, haben vorübergehend geschlossen. Auch Deniz Kebap-Haus, mein Döner-Dealer im Dorf, hat die Rollos erst einmal runterlassen.

Ich habe gesehen, dass das Triplico in Maisach eine spezielle Takeaway-Karte eingerichtet hat und Speisen zum Abholen anbietet. Zudem hat das Lokal von 11:30-15 Uhr geöffnet. Lebensmittel, Personal und Geräte können weiterhin sinnvoll genutzt werden. Und auch von vielen anderen Gastronomen höre ich, dass sie sich auf die Krise einstellen, wie die Pizzaria Salerno in Gernlinden (meine Pizzeria als in noch in Gerlinden wohnte) oder Essraum Gernlinden mit Takeaway. Und Alberto verkauft auch to go. Wie mir Klaus Stanke mitteilt, hat das Maisacher Restaurant Ristorante I‘Italiano auch geöffnet.

Mein Lieblingsrestaurant im Gemeindegebiet ist allerdings der Gasthof Heinzinger. Wenn ich anspruchsvolle Gäste habe, lade ich sie zu Denis Kleinknecht zum Steakessen ein. Bei den Steaks setzt er auf Nachhaltigkeit und er legt Wert auf Qualität. Das Roastbeef stammt von der Allgäuer Färse, das Filet vom Simmentaler Biorind, das Filet vom Galizischen Rind, Valles de Leon (21 Tage trocken gereift), das T-Bone vom irish Black Angus (21 Tage trocken gereift), das Tomahawk vom Emsrind (21 Tage trocken gereift).
Aber in Zeiten von Corona hängen die Steaks im Reifeschrank und die wirtschaftlichen Sorgen des Gastronoms sind enorm.
Daher macht Denis Kleinknecht aus der Not eine Tugend und bietet einen Lieferservice an. Zudem verkauft er vorbestellte Speisen vom Fenster in Rottbach aus. Das musste ich ausprobieren und bestellte am Mittwoch für Donnerstag die legendären Dampfnudeln für meine Familie vor. Donnerstag 12:15 Uhr holte ich sie zusammen mit meiner Frau ab. Denis Kleinknecht gab mir aus der Entfernung – Sicherheitsabstand muss sein – folgendes aufschlussreiches Videointerview.

Dabei spricht er über die Lage der Gastronomie, der Zusammenhalt in der Krise. „Wir kämpfen ums Überleben“, so Denis Kleinknecht sehr ernst. Nach Nächten voll Existenzängsten hat er einen Entschluss zum Lieferservice und Fensterverkauf gefasst und eine hochwertige Speisekarte zusammengestellt.

Denis Kleinknecht.

Denis Kleinknecht.

Er braucht wie seine Kollegen den Umsatz, um seine Mitarbeiter vor Kurzarbeit zu bewahren und laufende Kosten zu bedienen. Wie funktioniert es? Alle Sous-Vide-Gerichte (Vakuumbeutel) werden frisch auf Vorbestellung zubereitet und am nächsten Tag gekühlt zum Besteller nach Hause geliefert. Bestellungen können bis 22:00 Uhr angenommen werden. Die Kunden können dann die fertigen Gerichte samt Kochbeutel in einem Wasserbad erhitzen, Beutel aufschneiden und genießen. Haltbarkeit für alle Speisen vier Tage – alle Speisen sind ohne Zusatz- und Konservierungstoffe. Und Denis Kleinknecht berichtet, woher er die selten gewordene Hefe für seine Dampfnudeln bezieht.

Ich würde mich freuen, wenn wir in der Gemeinde an unsere Gastronomie denken und ab und zu mal etwas dort bestellen. Und sonst können wir ja weiter unsere gehamsterten Nudeln essen.

Ich druck dann mal mein Essen – 3D-Drucker für Lebensmittel

3. März 2018

Was passiert, wenn die Digitalisierung in die Gastronomie einzieht? An Tablets bei der Bestellung im Restaurant haben wir uns bereit gewöhnt, heute stelle ich mal ein 3D Food Printing System vor. Also: Essen aus dem 3D-Drucker.
Noch vor ein paar Jahren war 3D-Druck der letzte heiße Scheiß und ich habe mir auch einen MakerBot Replicator ausgeliehen und ein wenig herumexperimentiert. Wenn ich mir heute den Drucker-Markt ansehe, ist der große Durchbruch meines Erachtens noch nicht da, aber die Branche ist sehr interessant und faszinierend. Bei einer Ausstellung einer Steuerberatungsverenigung Ecovis in Regensburg habe ich einen Stand von Print2Taste gesehen. Hier wurde auf dem 3D-Drucker Procusini mit Marzipan 3D-Objekte gedruckt. Es gab je nach eingeladenen 3D-Modell Eule, Kaninchen, Auto oder ganz aufwändig einen Kopf von Albert Einstein. Mit vielen Infos über Dateiformate und Materialien konnte die Messehostess nicht dienen, also beschränkte ich mich aufs Zuschauen und die Reaktion der Zuschauer. Food-Printer hatte ich vor längerer Zeit mal an einer Uni gesehen, jetzt sah ich einen Essensdrucker das erste Mal im nichtwissenschaftlichen Umfeld. Es hat sich viel getan und auch das klassische Handwerk profitiert von der Digitalisierung.


Den Procusini 3.0 gibt es zwei Versionen, einmal für ein Filament, dann auch für zwei Filamente, also beispielsweise für Marzipan und Schokolade. Laut Hersteller Print2Taste, der in oberbayerischen Freising sitzt, seien weltweit über 200 Systeme im Einsatz: Zielgruppe sind Hotels, Catering, Konditorei und Event-Gastronomie. Bis ist mir also einen Essensdrucker zu Hause in die Küche stelle, ist es noch ein weiterer Weg, aber die ersten Schritte sind gemacht. Die Digitalisierung regt meine Fantasie an und ich bin begeistert, was diese digitale Welt noch bringen wird. Eines steht für mich fest: Die bisherige Welt ändert sich und dies ganz radikal.

Zurück zum Drucker: Der 3D-Drucker arbeitet im Grunde wie ein Spritzbeutel. Schicht für Schicht bringt er Lebensmittel automatisch und präzise in eine gewählte 3D-Form. Zu fein dürfen die Vorlagen nicht sein, denn das Filament wie Marzipan ist natürlich von der Konsistenz nicht so genau wie Plastik-Filament. Wie die Messehostess berichtete, gibt es von Print2Taste auch handliche 3D-Scanner, um selbst Objekte zu scannen und dann zu drucken. Leider war in Regensburg kein Scanner zum Ausprobieren vor Ort. Es ist wohl eine App mit der die 3D-Modelle erzeugt werden. Die Feinberechnung der Datei und Aufbereitung als Print-Datei erfolgt dann bei Print2Taste in Freising, was auch ein interessantes Geschäftsmodell ist und nichttechnische Kunden an das Unternehmen bindet. Ob ich aus Sketchup, Cinema4D, Max oder Maya selbst Objekte an den Drucker senden kann, wusste die Messehostess nicht, muss sie auch nicht. Wichtig ist die Idee, die dahinter steht: Ich kann individuelle Vorlagen erstellen und drucken.

Ich sprach mit Unternehmern, die auf diesem Steuerberatertag in Regensburg unterwegs waren. Vor allem die Produktionsmenge ab 1 macht das Thema 3D-Druck interessant. Für das Publikum selbst war es bei all den Steuerberatungsthemen eine coole Show und Abwechslung. Überall lag weiße Schokolade herum (wer isst denn ernsthaft weiße Schokolade), die mit dem Logo der Steuerberatervereinigung verziert wurde. Dieses Logo wurde auf die Schokolade durch den 3D-Drucker gedruckt, bzw aufgeschmelzt.

Auf weiße Schokolade (!) wurde ein Logo gedruckt.

Auf weiße Schokolade (!) wurde ein Logo gedruckt.

Casa Manolo – noch immer DAS Fischrestaurant auf Mallorca

16. Juni 2017
Casa Manolo in Mallorca hat sich vergrößert.

Casa Manolo in Mallorca hat sich vergrößert.

Zumindest kann ich sagen: Ich kannte die Casa Manolo noch, als es ein kleines Fischrestaurant im Süden von Mallorca war. In jedem Mallorca-Reiseführer wird Casa Manolo in Ses Salines empfohlen, wenn es um hervorragendes Essen auf der spanischen Insel geht.
Nun, das kleine, schnucklige spanische Fischrestaurant gibt es in Ses Salines nicht mehr. Casa Manolo hat expandiert und hat sich deutlich vergrößert. Zu dem gemütlichen, engen Restaurant, von dem der Schinken von der Decke hängt, sind größere Räume hinzu gekommen. Das Gastronomie-Unternehmen ist größer geworden und die Zahl der Tische ist enorm angewachsen. Manolo hat das gemacht, was jeder Unternehmer machen würde: Er befriedigt die Kundennachfrage, verdient gutes Geld und der Zustrom von Gästen ist nach Erwähnung in Reiseführern und Blogs enorm. Nachdem der Gast immer reservieren musste, um einen Platz im engen Restaurant mit seinem Obergeschoss oder draußen vor der Tür zu bekommen, wurde die Casa Manolo deutlich vergrößert. Der Gast sollte noch immer reservieren, aber die Chancen stehen deutlich besser einen Tisch zu einem Wunschtermin zu erhalten als früher.


Bei meinem jüngsten Besuch steht fest: An der Qualität der Fischgerichte hat sich nichts geändert, nur der Service ist schlechter geworden. Das Unternehmen ist gewachsen und es geht nun deutlich hektischer zu. Der Service war bei meinem Besuch gestresst, leider war mein wunderbarer Hummer nicht mehr heiß, als er serviert wurde. Unsere anderen Speisen wie Tapas waren vorzüglich und kamen wie gewohnt nach und nach – am Ende ein außergewöhnliches Kalbsbries.

Die Gattin bestellte einen herrlichen Tintenfisch, der in eigener Tinte zubereitet wurde. Da musste ich gleich ein Video machen, wenn der Tintenfisch zerlegt wurde.

Der neue Bereich hat ein Erdgeschoss, ein zusätzliches Obergeschoss und einen romantischen Garten. Die Küche ist gleich geblieben, hat aber eine neue Durchreiche bekommen. Für mich eine ungewohnte Veränderung: Die Trinkgeldglocke, die immer gebimmelt wurde, wenn es Trinkgeld gab, ist vom alten engen Restaurant in die neuen Räume gewandert.

Die Verbindung zwischen alt und neu ist ein Durchgang, der durch die Wand des bisherigen Fischrestaurants geschlagen wurde. Während die alten Räume über und über mit Erinnerungsbilder und -Fotos übersät sind, wurde die Anzahl der Erinnerungen und Zeitungsausschnitte in den neuen Räumen reduziert. Es ist nicht mehr so gedrängt, alles hat mehr Luft und das Restaurant wirkt deutlich moderner.

Vielleicht hat es aber dadurch von seinem Charme verloren. Ich hatte das Glück, noch einmal in den alten, engen Räumen mit den wackligen Stühlen essen zu dürfen. Das ist die Atmosphäre, wie ich sie einst bei der Casa Manolo gekannt habe. Ich schaute mir Bilder von allerlei Promis an, die dort gespeist haben, unter anderem der spanische König.

Trotz all meiner Zweifel, ist Casa Manolo immer wieder einen Besuch wert, wenn man Lust auf guten Fisch in Mallorca hat. Hier ein Video aus alter Zeit.

Mallorca: Lecker Speisen und Genüsse

1. Juli 2013

Wenn ich auf der spanischen Insel Mallorca bin, interessiere ich mich auch für das Essen. An erster Stelle stehen natürlich die wunderbaren Meeresfrüchte des Landes. Ich kann mich die ganze Woche von Fisch ernähren, aber natürlich gibt es auch andere Spezialitäten. Vorstellen möchte ich heute die Klassiker Sobrassada de Mallorca und das Meersalz Flor de Sal.

Vom schwarzen Schwein kommt die gute Wurst.

Vom schwarzen Schwein kommt die gute Wurst.

Die Küche der balearischen Inseln ist typisch für die mediterrane Gastronomie. Ein umfangreiches Sortiment hochwertiger Produkte wird auf den Balearen erzeugt. Dazu gehört auch Sobrassada de Mallorca. Mit ihrem Geschmack, ihrer Farbe und ihrer Textur ist die Paprikastreichwurst eine echte Gaumenfreude. Ob warm oder kalt, ob als Geschmacksgeber oder als Brotaufstrich – die Sobrassada   lässt sich nach Lust und Laune mit anderen Lebensmitteln kombinieren und eignet sich so perfekt für die Kreation neuer Speisen.

Die Sobrassada de Mallorca wird aus fein durchgedrehtem Schweinefleisch, Salz, einem Hauch Pfeffer und dem typischen Paprika hergestellt, der ihr die Farbe und den besonderen Geschmack verleiht. Jeder Hersteller fügt außerdem seine eigene Gewürzmischung hinzu. Diese Mischung würden eine Hülle gestopft und muss einige Wochen oder Monate trocknen, damit die Masse langsam einen Teil ihres Feuchtigkeitsgehaltes verliert. In dieser Phase wird die Wurst ihren unverwechselbaren typischen Geschmack, ihr Aroma und ihr Aussehen an. Die unterschiedlichen Därme, die bei der Herstellung verwendet werden, machen die Sobrassada zu einem wahren Wunder an Vielfalt. Die Streichwurst wird in vielen verschiedenen Formen und Größen angeboten, für jeden Geschmack und für jede Gelegenheit. Traditionell hat jede Form einen eigenen Namen. Die Wurst stammt von den schwarzen Schweinen der Region.

Salzgewinnung bei Colonia Sant Jordi.

Salzgewinnung bei Colonia Sant Jordi.

Die zweite Spezialität ist das wunderbare Meersalz Flor de Sal. Die Erzeugergemeinschaft LASAL bietet tägliche geführte Touren zu den Salzseen von Colonia Sant Jordi. Mir persönlich schmeckt das pure Meersalz am besten, aber es gibt auch zahlreiche Kombinationen Mit beispielsweise grünen Oliven, mit Pfeffer, mit Kapern oder mit schwarzen Oliven. Die ganze Sache gibt es auch online zu bestellen. Das Salz wird von zahlreichen Restaurants auf der Insel eingesetzt. Wir waren u.a. bei der Casa Manolo in Ses Salines zu Gast. Die fantastischen Speisen werden mit dem Meersalz verfeinert.

Auf jedem Markt wird das Salz angeboten.

Auf jedem Markt wird das Salz angeboten.

 

Die nachfolgende Galerie zeigt eine Auswahl von frischen Wurst, Gemüse, Speisen und Leckereien von Mallorca.

 

Mein Paris: Essen wie Gott in Frankreich

10. November 2010

Paris ist nicht nur die Stadt der Liebe, sondern auch die Stadt des Essens. Der Satz, Essen wie Gott in Frankreich, kann auf das ganze Land angewendet werden und gilt damit auch für Paris. Aber: Gott muss ein reicher Mann sein, denn Essen in Paris ist teuer. Aber die Qualität ist hervorragend.

Gegessen wird später als bei uns und so hatte ich die Chance einen Tisch zu bekommen. Ich saß schon im Restaurant, dann drängten die Franzosen in die Tempel der Gastronomie. So habe ich im essensverwöhnten Frankreich immer einen Tisch bekommen, allerdings ohne französische Kollegen – die erschienen viel später. Die Bezahlung erfolgt immer Tischweise. Getrennte Rechnungen mögen die französischen Wirte in der Regel nicht. Das Auseinanderrechnen, wer wie viel zahlt, überlassen sie den Gästen.

Fisch garantiert frisch.

Fisch garantiert frisch.

Die französische Küche ist vielseitig. Die grande nation war eine Kolonialmacht und die Vertreter der besetzten Gebiete haben ihr Essen und ihre Kultur nach Frankreich gebracht. Das mag viele Nachteile im heutigen Paris haben, beim Essen hatte es durchaus Vorteile. Gerade Fisch und die nordafrikanische Küche haben es mir im Moment angetan. Couscous mag ich zu Hause weniger, hier aber um so mehr. Zusammen mit der Gigot – der Lammkeule ist das Gericht aus Kichererbsen, Möhren und Zucchini ein Gedicht – je nach Variante gibt es Hühnchen, Lamm oder Rindfleisch dazu. Bon apptit. Dazu kommt die schwarze, scharfe Paste Harissa – je nach Gegend brennt es höllisch gut. Als Beilage den dampfgegarten Gieß. Nun gut, es ist keine Haute Cuisine, aber ich für meinen Geldbeutel durchaus erträglich. Und dazu muss ich nicht extra ins Restaurant gehen. Kleinere frische Mahlzeiten gibt es auf den Markt, beispielsweise vor der Pariser Börse.

Ein Spaziergang über den Markt zeigt die kulinarische Vielfalt dieses Landes. Obst, Gemüse, Käse und viel, viel Fisch. Austern lassen sich gleich am Stand direkt schlürfen zu einem vernünftigen Preis. HIer kann man sich von Stand zu Stand essen. Kleine Portionen hier, kleine Portionen da. Der Standbesitzer lässt mich auch gerne probieren, vor allem wenn ich dann großzügig einkaufe.

Einfach probieren.

Einfach probieren.

Der neue Trend: Kochen

15. Dezember 2008

Kochsendungen sind in. Meinen Kollegen Thomas Gerlach haben sie es angetan. Er ist ein begnadeter Koch, legt sein Geld in Kochbücher an und hat zahlreiche Koch-Podcasts abonniert. Früher waren Kochsendungen in der Glotze öde. Der Biolek war mich mich der erste, der Kochen im Fernsehen interessant gemacht hat. Heute gibt es ja zahlreiche Kochsendungen.

Neulich waren der Kollege Gerlach, meine Frau und ich bei unserem Lieblingsmongolen. Eigentlich ist es der einzige Mongole, den ich kenne, aber dennoch es ist unser Lieblingsmongole. Dort kann man seine Gerichte selbst zusammenstellen. Soße drauf und der Mann mit der Schürze bereitet es zu und bringt es an den Tisch. Super.

Ein paar Tage später waren wir bei einer anderen Event-Gastronomie, wie es in der Branche richtig heißt. Hier gab es noch eine nette Variante. Wenn man das Gewicht der ausgewählten Speisen genau errät, dann ist die noble Speise kostenlos. Natürlich gab ich geraten, aber ich lag mit meiner Fisch-Kombi deutlich daneben. Egal, geschmeckt hat es trotzdem und die Frau hat gezahlt.

Vergangene Woche lud mein Chef ein zur Weihnachtsfeier. Aber es war nicht irgendein Restaurant, sondern eine Kochschule. Das ganze Management musste sich weiße Schürzen umbinden und ab ging es in die Küche zum Zubereiten. Es gab folgende Speiseabfolge: Gebratene Jakobsmuscheln auf Gurkentatar mit Joghurt und Salat, dann Linguine mit Garnelen und Jakobsmuscheln und Zitronen-Kräutersauce, anschließend Perlhuhnbrust mit Dattelfüllung, dazu Selleriepüree und Spinat und zum Schluss pochierte Birnen im Weißwein-Gewürzsud und Schokoladensauce. Dazu Wein und Wasser. Ich war mit einem Chefredakteurskollegen von Detail, der Leiterin der Buchhaltung und meiner Marketingleiterin für den Hauptgang zuständig. Wer das Rezept braucht, bitte eine Mail. Wow und geschmeckt hat es. Im Januar bin ich wieder auf einen Kochevent eingeladen.

Übrigens, nicht das der falsche Verdacht aufkommt. Zu Hause koche ich auch ab und zu. Und ich spüle auch ab – das entspannt.