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Zwischen Bierfass und Wiesn-Geschichte – der PresseClub München zu Gast im Bier- und Oktoberfestmuseum

21. September 2026

Wer München verstehen will, kommt am Bier nicht vorbei. Und wer verstehen möchte, warum das Oktoberfest weit mehr ist als eine riesige Veranstaltung mit Festzelten, Maßkrügen und Fahrgeschäften, sollte einen Blick in die Vergangenheit werfen. Genau das tat der PresseClub München bei einer Exkursion durch das Bier- und Oktoberfestmuseum. Mitten in der Münchner Altstadt führte die Reise durch Jahrhunderte bayerischer Bierkultur und mehr als zwei Jahrhunderte Wiesn-Geschichte.

Schon der Ort selbst ist ein Erlebnis. Das Museum befindet sich in einem historischen Bürgerhaus in der Sterneckerstraße 2, nur wenige Schritte vom Isartor entfernt. Wer das Gebäude betritt, merkt schnell, dass hier kein steriler Museumsneubau auf seine Besucher wartet. Enge Treppen, alte Balken, niedrige Räume und verwinkelte Gänge schaffen eine Atmosphäre, in der die Geschichte beinahe körperlich spürbar wird. Das Haus gehört zu den älteren erhaltenen Bürgerhäusern Münchens und bildet damit einen geradezu idealen Rahmen für die Geschichte des Münchner Bieres. Hier das Video von der Exkursion.

Für die Mitglieder des PresseClubs München war die Führung deshalb mehr als ein klassischer Museumsbesuch. Sie wurde zu einem Streifzug durch Münchner Stadt-, Alltags- und Wirtschaftsgeschichte. Denn Bier war über Jahrhunderte nicht einfach nur ein Getränk. Es war Lebensmittel, Handelsware, Steuerquelle, Wirtschaftsfaktor und nicht zuletzt ein wichtiger Bestandteil gesellschaftlicher Begegnung.

Bier erzählt Stadtgeschichte
Die Ausstellung macht deutlich, wie eng die Entwicklung Münchens mit seiner Braukultur verbunden ist. Brauereien prägten das wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben der Stadt. Wirtshäuser waren Treffpunkte, Kommunikationsorte und bisweilen auch politische Räume. Hier wurde gegessen, getrunken, diskutiert und gestritten. Nachrichten wurden ausgetauscht, Geschäfte angebahnt und Meinungen gebildet.

Gerade für Journalistinnen und Journalisten besitzt diese Seite der Wirtshauskultur einen besonderen Reiz. Lange bevor Nachrichten über Smartphones, soziale Netzwerke und Nachrichtenticker verbreitet wurden, waren Gasthäuser wichtige Orte der mündlichen Kommunikation. Wer wissen wollte, was in der Stadt geschah, konnte dort einiges erfahren. Stammtische waren gewissermaßen soziale Netzwerke einer analogen Zeit – mit allen Vor- und Nachteilen.

Historische Objekte, Krüge, Flaschen, Werbemittel, Fotografien und Dokumente lassen im Museum die Welt der Münchner Brauereien wieder lebendig werden. Dabei wird auch sichtbar, wie sich das Erscheinungsbild des Bieres wandelte. Markenbildung und Werbung wurden zunehmend wichtiger. Aus lokalen Brauereien entstanden Unternehmen, deren Namen weit über München hinaus bekannt wurden.

Ein zentrales Thema ist natürlich das Bayerische Reinheitsgebot. Es steht bis heute wie kaum eine andere Vorschrift für die Wahrnehmung bayerischer Bierkultur. Die Ausstellung ordnet solche Traditionen in ihren historischen Zusammenhang ein und zeigt, dass hinter der Geschichte des Bieres immer auch Fragen nach Rohstoffen, Qualität, Herstellung, Handel und staatlicher Regulierung stehen.

Vom Hochzeitsfest zum größten Volksfest der Welt
Der zweite große Schwerpunkt des Museums widmet sich dem Oktoberfest. Seine Geschichte beginnt 1810 mit der Hochzeit des bayerischen Kronprinzen Ludwig, des späteren Königs Ludwig I., und Prinzessin Therese von Sachsen-Hildburghausen. Die Feierlichkeiten endeten mit einem Pferderennen auf einer Wiese vor den Toren Münchens.

Der Ort trägt bis heute den Namen der Braut: Theresienwiese.
Aus einem einmaligen Fest entwickelte sich eine Tradition. Jahr für Jahr veränderte sich das Oktoberfest, wurde größer, professioneller und spektakulärer. Aus dem Pferderennen und Volksfest entstand schließlich jenes Ereignis, das heute weltweit mit München verbunden wird.

Das Museum zeigt anschaulich, dass die Wiesn niemals eine statische Veranstaltung war. Sie veränderte sich gemeinsam mit der Stadt und ihren Menschen. Neue technische Möglichkeiten beeinflussten die Fahrgeschäfte, elektrische Beleuchtung verwandelte das Festgelände, Schausteller entwickelten immer spektakulärere Attraktionen und die Bierzelte wuchsen zu gewaltigen Festhallen.

Historische Plakate, Fotografien, Krüge, Souvenirs und andere Erinnerungsstücke erzählen von dieser Entwicklung. Gerade diese scheinbar alltäglichen Gegenstände besitzen ihren besonderen Reiz. Ein alter Maßkrug oder ein vergilbtes Plakat ist eben nicht nur ein Objekt hinter Glas. Es ist ein Stück Erinnerung an Menschen, die vielleicht vor hundert Jahren über die Theresienwiese schlenderten, in einem Festzelt saßen oder sich von einer damals sensationellen Attraktion begeistern ließen.

Die Wiesn als Spiegel ihrer Zeit
Besonders interessant ist der Blick darauf, wie sehr das Oktoberfest gesellschaftliche Veränderungen widerspiegelt. Moden kamen und gingen, technische Innovationen hielten Einzug, politische und wirtschaftliche Entwicklungen hinterließen ihre Spuren. Kriege, Krisen und Epidemien führten immer wieder dazu, dass das Fest ausfallen musste. Und doch kehrte die Wiesn zurück.

Vielleicht liegt gerade darin ein Teil ihrer besonderen Bedeutung für München. Das Oktoberfest steht für Kontinuität und zugleich für ständige Veränderung. Jede Generation erlebt ihre eigene Wiesn und verbindet persönliche Erinnerungen mit ihr. Für die einen sind es bestimmte Fahrgeschäfte, für andere das erste Hendl, der Einzug der Wiesnwirte, eine besondere Begegnung im Festzelt oder schlicht der Moment, wenn man vom U-Bahnhof auf die Theresienwiese kommt und sich plötzlich mitten im Trubel befindet.

Das Museum bewahrt solche Erinnerungen, ohne die Wiesn lediglich nostalgisch zu verklären. Es dokumentiert, wie aus einem Münchner Fest ein internationales Ereignis wurde. Heute kommen Besucher aus aller Welt nach München, um ein Fest zu erleben, das längst zu einem globalen Symbol für Bayern geworden ist.

Ein Haus voller Geschichten
Der besondere Charme des Bier- und Oktoberfestmuseums entsteht dabei nicht allein durch seine Exponate. Das historische Gebäude selbst gehört zur Inszenierung. Es zwingt den Besucher geradezu, langsam zu gehen. Hinter der nächsten Tür wartet ein neuer Raum, nach einer schmalen Treppe eine weitere Perspektive auf die Geschichte.

Das passt wunderbar zum Thema. Schließlich entstand auch die Münchner Bier- und Oktoberfestkultur nicht nach einem großen Masterplan. Sie entwickelte sich über Jahrhunderte, wurde immer wieder verändert, erweitert und neu interpretiert.

Für die Mitglieder des PresseClubs München bot die Exkursion deshalb zahlreiche Geschichten hinter der großen Geschichte. Gerade Journalisten wissen, dass oftmals das kleine Detail den Zugang zu einem großen Thema eröffnet. Ein historisches Foto kann mehr über eine Epoche erzählen als lange Zahlenkolonnen. Ein alter Bierkrug kann zum Ausgangspunkt einer Geschichte über Handwerk und Konsum werden. Ein Wiesn-Plakat dokumentiert nicht nur ein Volksfest, sondern auch Grafikdesign, Zeitgeschmack und gesellschaftliche Vorstellungen.

München zwischen Tradition und Moderne
Am Ende führt der Rundgang zu einer Erkenntnis, die eigentlich für ganz München gilt: Tradition funktioniert nur, wenn sie nicht zum unbeweglichen Museumsstück erstarrt.

Die Münchner Bierkultur hat sich immer wieder verändert. Das Oktoberfest von heute ist nicht mehr das Oktoberfest von 1810 und auch nicht das der 1950er oder 1980er Jahre. Dennoch gibt es eine historische Linie, die all diese Epochen miteinander verbindet.

Genau diese Verbindung macht das Bier- und Oktoberfestmuseum sichtbar. Es erzählt von Brauern und Wirten, Schaustellern und Festbesuchern, von wirtschaftlichen Interessen und gesellschaftlichen Ritualen, von technischen Neuerungen und liebgewonnenen Traditionen. Vor allem erzählt es von München und seinen Menschen.

Für den PresseClub München wurde die Exkursion damit zu einer kleinen Zeitreise mitten in der eigenen Stadt. Manchmal braucht es eben keinen weiten Weg, um Geschichte zu entdecken. Ein paar Schritte vom Isartor entfernt genügt eine alte Haustür – und schon geht es hinein in mehrere Jahrhunderte Münchner Lebensgefühl.

Und natürlich gehört zu diesem Lebensgefühl auch die Erkenntnis, dass Bier in München niemals nur Bier war. Es ist Handwerk und Wirtschaftsgeschichte, Geselligkeit und Tradition, gelegentlich Politik und immer wieder Anlass für Geschichten. Für einen PresseClub könnte es kaum ein passenderes Getränk geben.

Ein Brauereifest aus der Mitte der Gemeinde – Maisach hofft auf eine neue Tradition

28. Mai 2025

Vom 6. bis 8. Juni 2025 feiert die Brauerei Maisach erstmals ihr eigenes Brauereifest – ein neues, gemeinschaftliches Veranstaltungsformat, das als künftige Tradition etabliert werden soll. Initiiert wurde das Fest als Reaktion auf den Wegfall des bisherigen Maisacher Volksfests. „Das Volksfest ist tot, es lebe das Brauereifest“, fasste es Bürgermeister Hans Seidl zusammen. Die Gemeinde Maisach ist meine Wohnortgemeinde im oberbayerischen Landkreis Fürstenfeldbruck.

In einem Gespräch mit mit Blog stellten man das Fest ausführlich vor. Die Verantwortlichen – allen voran der neue Brauereichef Umberto Freiherr von Beck-Peccoz samt Familie, Marlies Wieser-Sedlmayr von der eingesessenen Maisacher Brauereifamilie und zahlreiche Ehrenamtliche – haben gemeinsam mit der Gemeinde ein Konzept entwickelt, das weit über ein gewöhnliches Fest hinausgeht. „Es ist auch ein klares Bekenntnis der Gemeinde Maisach und der Vereine zu ihrer Brauerei“,so Gemeinderat Gottfried Obermair.

Das geplante Brauereifest vereint bürgerschaftliches Engagement, regionale Identität und die Wertschätzung für die ortsansässige Braukultur. Das Maisacher Brauereifest setzt auf Gemeinschaft, Ehrenamt und ein vielfältiges Programm – ein Fest, das die Region bereichern und vielleicht zur neuen Tradition werden könnte. Alle Vertreter in dem Pressegespräch mit mir betonten das „Gefühl der Zusammengehörigkeit und des Miteinanders.“

Engagement der Vereine
Besonders bemerkenswert ist die breite Beteiligung: Rund 30 Vereine aus den sechs größten Ortsteilen der Gemeinde Maisach wirken aktiv an der Organisation und Durchführung mit. Sie betreiben eigenverantwortlich Getränkestände und Verpflegungsbuden, kümmern sich um Programmbeiträge und helfen bei der Logistik. „Es ist eine Art Hochzeitsfest zwischen Brauerei und Gemeinde“, so Bürgermeister Hans Seidl mit Augenzwinkern. Das habe sich in München auch gut bewährt. Entstanden ist damals das Oktoberfest. Die Gemeinde Maisach unterstützt das Fest mit erheblichem personellen und finanziellen Aufwand, etwa durch die Bereitstellung der Infrastruktur, der Stände und der grundlegenden technischen Ausstattung. Ziel ist es, den Vereinen die Möglichkeit zu geben, sich ohne große finanzielle Hürden einzubringen und gleichzeitig das bürgerschaftliche Miteinander zu fördern. Jeder Ortsteil betreibt mit seinen Vereinen eine eigene Schenke, sodass die Vielfalt Maisachs auch im Angebot der Getränke und Speisen spürbar wird.

Idealer Rahmen
Das Festgelände befindet sich auf dem Gelände der Brauerei, das mit seiner historischen Bausubstanz und dem geschlossenen Innenhof den idealen Rahmen für ein Fest dieser Art bietet. Sechs verschiedene Ausschankstationen bieten eine große Auswahl an Biersorten – vom klassischen Hellen über dunkles Bier bis hin zu Weißbieren und alkoholfreien Getränken. Besonders hervorzuheben ist die Hauptschenke, in der die Maisacher Perle direkt aus dem Lagerkeller gezapft wird – ein Alleinstellungsmerkmal, das selbst beim traditionsreichen Kühbacher Brauereifest nicht geboten wird. Ergänzt wird das Angebot durch eine Flaschenschenke mit Spezialbieren, eine Weinschenke in der alten Pichlerei und eine Bar mit Mischgetränken und Spritz-Variationen.

Kulinarischen Meile
Ein vielseitiges kulinarisches Angebot entlang der „Kulinarischen Meile der Emmeringer Straße“ bietet Speisen für jeden Geschmack – von traditionellen Würsteln über vegetarische Optionen bis hin zu regionalen Spezialitäten. Dieses wird größtenteils von den beteiligten Vereinen organisiert, die ihre Stände entlang der Straße betreiben und für die Verpflegung der Gäste sorgen. Aber auch der Wirt des Bräustüberls Harry Faul bietet seine Speisen an.

Rahmenprogramm
Das Rahmenprogramm ist vielfältig und auf alle Altersgruppen zugeschnitten. Das Fest beginnt am Freitagabend um 18 Uhr mit dem traditionellen Anstich durch Bürgermeister Hans Seidl, begleitet vom Fanfarenzug Graf Toerring Gernlinden. Im Anschluss sorgt die bekannte Wiesnband Volxxbeat für ausgelassene Stimmung. Am Samstag stehen ab 14 Uhr die Luitpold-Musikanten mit zünftiger Blasmusik auf der Bühne, während für die kleinen Gäste eine Hüpfburg bereitsteht. Parallel dazu können Besucher das historische Sudhaus und die denkmalgeschützte Dampfmaschine besichtigen oder im kleinen Museum Geschichten vom legendären Räuber Kneißl lauschen. Am Abend heizt die Partyband GETTHAT! die Stimmung weiter an.

Der Sonntag startet um 10:30 Uhr mit einer ökumenischen Festmesse unter freiem Himmel, musikalisch begleitet von der Blaskapelle Maisach. Anschließend gibt es einen Frühschoppen mit Weißwürsten. Der Nachmittag gehört den Familien: Neben Hüpfburg und Kinderschminken findet um 14:30 Uhr eine Mitmach-Konzert-Party mit DONIKKL statt, gefolgt von Tanzaufführungen der KAY Motion Dance Gruppe. Den krönenden Abschluss bildet am Abend die Partyband S.O.S.

Werbung und Marketing
Beworben wird das Brauereifest durch Flyer und Plakate. Im Brauereifest Kühbach werde auf das Brauereifest hingewiesen. „Wer Weiterfeiern will, ist herzlich nach Maisach eingeladen“, so Brauereichef Umberto Freiherr von Beck-Peccoz, der sich sichtlich auf das Brauereifest freut. Klassische Massenmedien werden mit Infos versorgt, auch regionale Blogger wie ich wurden nicht vergessen und es wird auf Social Media gesetzt. Vereinsvertreter werden vor ihren Ortschildern für das Brauereifest werben. Marlies Wieser-Sedlmayr nannte das Hastag der Veranstaltung #brauereifestmaisach – mal messen, wie und ob der Hastag dann auch verwendet wurde.

Sicherheit
Auch in puncto Sicherheit und Organisation ist das Brauereifest gut vorbereitet. Das Gelände ist durch seine Lage weitgehend abgeschlossen und durch gezielte Maßnahmen – wie mobile Absperrungen und kontrollierte Zugänge – gesichert. Ein erprobtes Sicherheitskonzept, das in Anlehnung an das größere Brauereifest in Kühbach entwickelt wurde, sorgt für einen reibungslosen Ablauf. Der Bauhof steht mit seinen Fahrzeugen bereit um die Zugangswege zu blockieren. Security werden eingesetzt. Zusätzlich stehen ausreichend Parkplätze zur Verfügung, die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr ist gesichert, und eine Sammeltaxistelle besteht.

Festtradition
Das Brauereifest soll nicht nur eine einmalige Veranstaltung bleiben. Ziel ist es, eine neue Maisacher Festtradition zu etablieren, die langfristig das kulturelle und gesellschaftliche Leben der Gemeinde bereichert. Dabei steht nicht der kommerzielle Erfolg im Vordergrund, sondern die Gemeinschaft: das Miteinander der Ortsteile, die Anerkennung ehrenamtlichen Engagements und die Freude am gemeinsamen Feiern. Die erste Ausgabe soll dafür den Grundstein legen – mit viel Herzblut, Teamgeist und einer ordentlichen Portion Vorfreude.

Organisation
Das Brauereifest ist eine Open-Air-Veranstaltung mit über 1.000 Sitzplätzen, geschützt durch Sonnenschirme. Der Eintritt ist frei, und die Maß Bier kostet 9,50 Euro. Wenn das Wetter nicht mitspielt, dann können Gäste unter den Schirmen Schutz suchen. „Allerdings haben wir bei dem ersten Brauereifest ein Gottvertrauen beim Wetter“, so Seidl.

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