Wenn mein Foto der Festwoche das Sommerloch stopft

Heute muss ich mich selbst loben. Ja, ich weiß, Eigenlob stinkt. Aber heute heißt es: Eigenlob stimmt. Ich freue mich über mich selbst, dass ich zur richtigen Zeit am richtigen Ort war und richtig geschaltet habe, weil ich die Geschichte erkannte. Und es ist auch ein schönes Beispiel, wie gut Sozial Media heute funktioniert.

Foto: Lange
Foto: Lange

Was ist passiert? Es handelt sich um ein Foto, das ich vom Bürgermeister meines Dorfes auf der Maisacher Festwoche gemacht habe. Es war am Seniorentag, der ausgeufert ist. Aufgrund von Personalengpässen wurden einige Senioren sauer, weil wir zu lange auf Hendl und Bier warten mussten. Der Bürgermeister erkannte die Situation und packte beim Bierausschank mit an und servierte den Senioren das Festbier der Brauerei Maisach. Ich habe über diesen Vorfall gebloggt und ein Foto vom Bürgermeister veröffentlicht, als er die Maßkrüge stemmte. Ich sah den Rathauschef und ich sah vor allem die journalistische Geschichte.

Dieser Blogpost und vor allem das Bild wurde geklickt und in Social Media diskutiert. Kaum war der Blogpost online, klingelte schon das Smartphone. Mein alter Kollege Peter Loder vom Fürstenfeldbrucker Tagblatt/Münchner Merkur war dran. Eigentlich ist er Rentner, aber er hat noch den Schreibvirus und schreibt weiter für die Tageszeitung. Auch er erkannte die Geschichte und bat mich das Foto zur Veröffentlichung in der Lokalzeitung Fürstenfeldbrucker Tagblatt/Münchner Merkur. Und weil er ein Profi ist, gab er seine Geschichte mit meinem Bild gleich weiter an die tz, eine Boulevardzeitung aus dem Hause Ippen, bei dem auch der Merkur erscheint. Die Geschichte erschien in der tz online und in Print.

Dann rief die Mutter aller Boulevardzeitung bei mir an: Die BILD München aus dem Hause Springer. Auch sie wollten das Foto des Biertragenden Bürgermeisters und veröffentlichen es sowohl Print als auch online. Und dann kam noch die Süddeutsche Lokales mit der Nachfrage nach dem Foto. Ob sie es allerdings veröffentlichten, weiß ich nicht.

Derweil hat sich die Geschichte verselbstständigt. Das Bayerische Fernsehen mit der Abendschau war in Maisach und drehte mit dem Bürgermeister, der die Personalnot der Festzeltbetrieber sachlich ansprach, der Bayerische Rundfunk und Radio Arabella sendeten Beiträge und unser Bürgermeister durfte Rede und Antwort stehen. Es sprachen mich Leute aus ganz Bayern wegen des Fotos an und die Blogpost ging durch die Decke.
Es tut dem Ego gut, wenn man eine Selbstbestätigung bekommt, dass man seinen Job wirklich gelernt hat und eine journalistische Geschichte erkennt, wenn sie auf der Straße liegt. Und ich hatte Glück, weil wir in der klassischen Sauren Gurken Zeit waren, also Sommerloch. Und es sage noch einer, dass sozial Media keine Wirkung hat.

Der servierende Bürgermeister nahm es mit Humor und wurde auf der Maisacher Festwoche zum Running Gag. An einem Abend brachte er unter Applaus der Festzeltbesucher dem Trio Schleudergang mehrere Maß Bier auf die Bühne. Dazu habe ich ein Video gemacht.

Letzte Eindrücke von der Festwoche

Und gestern nacht ging die 46. Maisacher Festwoche zu Ende. Bürgermeister und Volksfestreferent bedankten sich artig.

Und ich habe noch ein paar letzte Eindrücke von der Festwoche geschossen. Ich hab schon ein paar Ideen für 2023. Mal sehen, ob alle Beteiligten mitspielen.

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6 Antworten to “Wenn mein Foto der Festwoche das Sommerloch stopft”

  1. Nikolai Says:

    Sehr gut!! Gefällt mir.

  2. Christian aus Würzburg Says:

    Gratulation und großes Lob an den findigen Reporter!

  3. Andi Says:

    Gelernt ist gelernt! In einer Zeit wo jeder „Hinz und Kunz“ sich „Bild-Leser-Reporter“ schimpft.

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