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Privatkonzert in München: Addison Johnson – Wenn Country noch nach Leben, Sehnsucht und Wahrheit klingt

24. August 2026

Addison Johnson gehört zu jener Sorte von Country-Musikern, die daran erinnern, warum dieses Genre einmal so stark geworden ist: weil es Geschichten erzählt. Nicht Hochglanz, nicht kalkulierte Radioformeln und nicht das immer gleiche Spiel mit Trucks, Whiskey und großen Gesten stehen bei ihm im Mittelpunkt, sondern Menschen, Erfahrungen, Niederlagen, Sehnsüchte und die kleinen Wahrheiten des Alltags. Ich durfte diesen Sänger bei einem Privatkonzert in München erleben.

Johnson stammt aus North Carolina und lebt heute in Nashville. Seine musikalischen Wurzeln liegen tief im traditionellen Country, zugleich lässt er Americana, Bluegrass, Blues und Rock in seinen Sound einfließen. Gerade diese Mischung macht ihn interessant: Er passt nicht bequem in eine einzige Schublade. Seine eigene Beschreibung, er sei „zu Country für Americana und zu Americana für Country“, trifft seinen Platz zwischen den Welten ziemlich genau. Hier das Münchner Konzert:

Geprägt wurde Johnson früh von klassischer Country-Musik. Seine Großeltern hörten Künstler wie George Jones und Merle Haggard, später kamen Einflüsse von Waylon Jennings, Lefty Frizzell, Alan Jackson, Jerry Reed und auch Jim Croce hinzu. Entscheidend ist dabei weniger eine bestimmte musikalische Stilkopie als vielmehr eine Haltung: Ein guter Song braucht für Johnson Substanz. Country-Musik soll von wirklichem Leben handeln, von Druck, Scheitern, Hoffnung, Arbeit und von Entscheidungen, die nicht immer zu einem glücklichen Ende führen. Genau darin liegt seine Stärke. Johnson schreibt keine Songs, die eine künstliche Welt entwerfen, sondern kleine musikalische Kurzgeschichten, in denen Menschen mit ihren Widersprüchen sichtbar werden.

Sein Weg nach Nashville passt zu dieser Musik. Johnson zog aus North Carolina in die Hauptstadt der Country-Musik, ohne großes finanzielles Polster und ohne Garantie auf Erfolg. Auch davon erzählt er in seinem Privatkonzert. Er arbeitete unterschiedliche Jobs, schrieb Songs und versuchte, seinen Platz in einer Industrie zu finden, die häufig stärker an vermarktbaren Mustern als an Individualität interessiert ist. Rückblickend bezeichnete er diese Entscheidung als mit erheblichen persönlichen Opfern verbunden. Gerade deshalb entwickelte sich bei ihm der Anspruch, keine austauschbaren Songs lediglich für den schnellen kommerziellen Erfolg zu schreiben. Wichtiger sei es ihm, etwas zu schaffen, auf das er später stolz sein könne. Diese Unabhängigkeit ist nicht nur Teil seiner Außendarstellung, sondern prägt hörbar seine Musik.

Johnson ist vor allem ein Storyteller. Seine Songs funktionieren häufig wie kleine Filme. Figuren treten auf, Situationen werden skizziert, Beziehungen zerbrechen, Menschen suchen ihren Weg oder stehen vor den Folgen ihrer Entscheidungen. Dabei vermeidet er einfache moralische Lösungen. Das unterscheidet ihn von viel modernem Mainstream-Country, der Emotionen mitunter auf leicht konsumierbare Schlagworte reduziert. Bei Johnson dürfen Geschichten unbequem bleiben. Ein Lied muss nicht alles auflösen und schon gar nicht zwingend mit einem Happy End enden. In einem Interview über sein 2026 erschienenes Album The State I’m In erklärte er, dass ihn gerade jene Country-Songs interessieren, die nichts beschönigen und rohe menschliche Gefühle zulassen. Diese Haltung zieht sich wie ein roter Faden durch sein Werk.

Schon mit Dark Side of the Mountain machte Johnson deutlich, wo er musikalisch steht. Das Album verband traditionellen Country mit dunkleren Geschichten und einer deutlich erzählerischen Ausrichtung. Sein zweites großes Album Dangerous Men von 2024 führte dieses Konzept weiter. Dort entwarf Johnson in mehreren Songs unterschiedliche Porträts dessen, was einen Menschen „gefährlich“ machen kann. Gerade diese Fähigkeit, aus einem übergeordneten Thema einzelne Charakterstudien zu entwickeln, zeigt seine Qualitäten als Songwriter.

Mit The State I’m In, veröffentlicht am 26. Juni 2026, wirkt Johnson noch einmal breiter aufgestellt. Das zwölf Songs umfassende Album bleibt tief im Country verwurzelt, öffnet sich aber stärker Richtung Rock und Blues. Gleichzeitig spielt das Leben eines unabhängigen Musikers eine wichtige Rolle. Der Titelsong ist dabei nicht nur autobiografisch zu verstehen. Johnson beschreibt darin das Unterwegssein, nächtliche Highways, Entfernung von zu Hause und die Entscheidung, einem Traum zu folgen, obwohl dieser Weg anstrengend und unsicher ist. Genau dadurch wird der Song universeller: Er handelt letztlich von jedem Menschen, der Vertrautes verlässt, um etwas zu erreichen, an das er glaubt.

Auch live erklärt sich ein wesentlicher Teil seiner Wirkung. Johnson ist kein Künstler, dessen Karriere ausschließlich über Streamingzahlen oder Social-Media-Reichweite funktioniert. Er ist ein Musiker der Straße und der Bühne. Laut seiner offiziellen Biografie spielt er regelmäßig mehr als 200 nationale und internationale Termine pro Jahr und ist auch in Europa unterwegs. Er trat als Support für zahlreiche etablierte Künstler auf und war Teil der Grand Ole Opry Front Porch Series. Gerade seine akustischen Auftritte werden als besonders unmittelbar beschrieben. Dort zeigt sich, dass seine Songs nicht auf große Produktionen angewiesen sind. Stimme, Gitarre und Geschichte reichen oft vollkommen aus.

Diese Nähe zum Publikum ist wichtig, weil Johnson ein Verständnis von Country-Musik vertritt, das auf Kommunikation beruht. Seine Musik will nicht beeindrucken, sondern erreichen. Hinter vielen Liedern steht die Beobachtung anderer Menschen oder eine eigene Erfahrung. Dadurch entsteht eine Glaubwürdigkeit, die sich schwer künstlich herstellen lässt. Man hört einen Musiker, der sich mit seinem Material identifiziert. Dabei ist seine Stimme nicht unbedingt auf spektakuläre Virtuosität ausgerichtet. Ihre Stärke liegt vielmehr in Ausdruck, Charakter und dem Gefühl, dass der Sänger tatsächlich etwas zu erzählen hat.

Besonders bemerkenswert ist dabei Johnsons Beharrlichkeit. Als unabhängiger Künstler bewegt er sich außerhalb der großen Maschinerie des Nashville-Mainstreams und muss Aufnahme, Vermarktung und Tourleben wesentlich stärker selbst tragen. Dass seine Veröffentlichungen trotzdem mehrfach hohe Positionen in den iTunes-Country-Charts erreichten, zeigt, dass es ein Publikum für diese Art von Musik gibt. Sein erstes Album erreichte nach Angaben seiner offiziellen Seite 2021 Platz drei, Dangerous Men startete 2024 sogar auf Platz zwei der iTunes-Country-Charts. Gleichzeitig wurden Songs von ihm auch von anderen Künstlern aufgenommen.

Addison Johnson steht deshalb für eine Form von Country-Musik, die Tradition nicht mit Stillstand verwechselt. Er verehrt die großen Erzähler des Genres, kopiert sie aber nicht. Stattdessen nimmt er deren Grundidee ernst: Ein Country-Song muss etwas über Menschen erzählen. Er darf traurig sein, widersprüchlich, humorvoll, hart oder verletzlich. Er darf nach Honky-Tonk klingen, nach Americana, nach Blues oder gelegentlich nach Rock – solange die Geschichte glaubwürdig bleibt.

Gerade in einer Zeit, in der Country-Musik weltweit wieder enorme Popularität erlebt und dabei immer stärker mit Pop, Rock und elektronischer Produktion verschmilzt, ist ein Künstler wie Addison Johnson wichtig. Er erinnert daran, dass die eigentliche Kraft des Genres nicht in Cowboyhüten oder stilistischen Klischees liegt, sondern im Erzählen. In drei Minuten kann ein guter Country-Song ein ganzes Leben sichtbar machen. Johnson beherrscht genau diese Kunst.

Vielleicht liegt darin seine größte Qualität: Addison Johnson will nicht der lauteste oder modischste Künstler in Nashville sein. Er möchte Songs schreiben, die bleiben. Musik über Menschen, die arbeiten, lieben, verlieren, zweifeln, aufbrechen und trotzdem weitermachen. Das klingt zunächst unspektakulär. Doch genau daraus entstand einmal die große Tradition der Country-Musik. Addison Johnson trägt sie weiter – nicht als Museumsstück, sondern als lebendige, ehrliche und überraschend zeitlose Musik.

Privatkonzert: The Truffle Valley Boys – Wie eine italienische Band den ursprünglichen Bluegrass der 1950er Jahre wieder zum Leben erweckt

14. August 2026

Während viele Bluegrass-Bands moderne Einflüsse mit traditionellen Elementen verbinden, verfolgen The Truffle Valley Boys einen anderen Ansatz: Sie widmen sich kompromisslos dem authentischen Klang der frühen Bluegrass-Ära und begeistern damit Fans in ganz Europa. Ich durfte die Band bei einem Privatkonzert in München erleben und war restlos begeistert.

Bluegrass gilt als eine der traditionsreichsten Musikrichtungen Nordamerikas. Entstanden in den 1940er Jahren und geprägt von Musikern wie Bill Monroe, entwickelte sich das Genre zu einem festen Bestandteil der amerikanischen Folk- und Country-Musik. Dass ausgerechnet eine italienische Band heute zu den bekanntesten Vertretern dieses historischen Stils zählt, überrascht viele und auch ich war komplett baff. Genau das macht The Truffle Valley Boys zu einer außergewöhnlichen Erscheinung in der internationalen Bluegrass-Szene.

Die Band wurde 2014 in Norditalien gegründet und benannte sich nach den Trüffeln, die in den Tälern ihrer Heimatregion wachsen. Von Beginn an verfolgten die Musiker ein klares Ziel: den rauen, unverfälschten Sound des Bluegrass aus den späten 1940er- und frühen 1950er-Jahren möglichst originalgetreu wiederzugeben.

Im Mittelpunkt ihres Konzepts steht absolute Authentizität. Die Gruppe spielt mit historischen beziehungsweise stilgetreuen Instrumenten, tritt häufig um ein einzelnes Mikrofon auf und orientiert sich sowohl musikalisch als auch optisch an den frühen Bluegrass-Bands der Nachkriegszeit. Auch die mehrstimmigen Gesänge und die bewusst reduzierte Bühnentechnik sollen das Live-Erlebnis jener Zeit möglichst exakt nachbilden. Als Fan der Stanley Brothers und des großen Bill Monore war ich begeistert.

Anders als viele moderne Bluegrass-Formationen verzichten The Truffle Valley Boys weitgehend auf zeitgenössische Einflüsse. Stattdessen widmen sie sich selten gespielten oder nahezu vergessenen Stücken aus der Frühzeit des Genres. Gleichzeitig ergänzen sie ihr Repertoire gelegentlich durch eigene Kompositionen, die sich stilistisch eng an historischen Vorbildern orientieren. Dadurch gelingt es ihnen, das musikalische Erbe des klassischen Bluegrass lebendig zu halten, ohne lediglich bekannte Standards zu reproduzieren.

Auch bei ihren Studioaufnahmen verfolgen die Musiker konsequent ihren historischen Ansatz. Das Album Sing And Play Authentic Blue Grass wurde beispielsweise mit einem einzigen Mikrofon aus den 1950er Jahren live auf Band aufgenommen. Ziel war es nicht, eine technisch perfekte Produktion zu schaffen, sondern die Dynamik und Natürlichkeit einer damaligen Aufnahme möglichst originalgetreu einzufangen. Das Album enthält zwölf Titel, darunter zahlreiche seltene Klassiker sowie eine Eigenkomposition. Ich habe mir das Album Come Back To The Valley gekauft und es spielt den ganzen Tag rauf und runter.

Mit diesem Konzept haben sich The Truffle Valley Boys einen hervorragenden Ruf innerhalb der europäischen Bluegrass-Szene erarbeitet. Sie treten regelmäßig auf renommierten Festivals in mehreren Ländern auf und absolvieren jedes Jahr zahlreiche Konzertreisen. Ich durfte sie bei einem Privatkonzert in München erleben, schweißgebadet mit einem Lächeln auf den Lippen bin ich nach dem Konzert nach Hause gefahren. Ihre Live-Auftritte zeichnen sich durch hohe musikalische Präzision, authentische Bühnenpräsenz und eine energiegeladene Performance aus, die sowohl eingefleischte Bluegrass-Fans als auch neugierige Erstbesucher anspricht.

Auch Fachmedien haben die Band mehrfach positiv bewertet. Insbesondere ihre konsequente Orientierung am ursprünglichen Klangbild der frühen Bluegrass-Musik wird regelmäßig hervorgehoben. Darüber hinaus fanden ihre Aufnahmen internationale Beachtung und wurden unter anderem in der Bluegrass Music Hall of Fame & Museum in Owensboro (Kentucky) im Rahmen einer Ausstellung zur internationalen Entwicklung des Genres berücksichtigt.

Heute gelten The Truffle Valley Boys als eine der wichtigsten europäischen Bands für traditionellen Bluegrass. Ihr Erfolg zeigt, dass musikalische Authentizität und historische Detailtreue auch Jahrzehnte nach der Entstehung des Genres ein begeistertes Publikum finden können. Gerade weil sie nicht versuchen, Bluegrass neu zu erfinden, sondern dessen ursprünglichen Charakter möglichst unverfälscht zu bewahren, nehmen sie innerhalb der internationalen Folk- und Country-Szene eine besondere Stellung ein.

Gesichert ist, dass die Band seit 2014 aktiv ist, sich konsequent dem authentischen Bluegrass der frühen 1950er Jahre verschrieben hat und europaweit auf Festivals und Tourneen auftritt. Die Einschätzung ihrer Bedeutung innerhalb der europäischen Bluegrass-Szene beruht auf ihrer regelmäßigen Festivalpräsenz, positiven Resonanz in Fachmedien und ihrer internationalen Wahrnehmung.

Privatkonzert: Bob Sumner und Etienne Tremblay: Wenn leise Songs ganz tief berühren

26. Mai 2026

Ich war neugierig auf Bob Sumners als ich die Einladung zu einem Privatkonzert nach München bekam. Bob Sumner ist ein kanadischer Sänger, Gitarrist und Songschreiber aus dem Umfeld von Americana, Folk, Country und Alt-Country. Er stammt aus dem Raum Vancouver und war lange gemeinsam mit seinem Bruder Brian als Teil der Sumner Brothers unterwegs, ehe er sich als Solokünstler ein eigenes Profil erarbeitete. Diese Herkunft hört man seiner Musik an: Sie ist verwurzelt in der Tradition nordamerikanischer Erzähllieder, aber sie klingt nicht museal oder nostalgisch. In München spielte er zusammen mit seinem Kumpel Etienne Tremblay, der ein exzellenter Gitarrist ist.

Sumner schreibt Songs, die von Beziehungen, Einsamkeit, Alkohol, Freundschaft, Sehnsucht, Verlust und der Suche nach einem Ort handeln, an dem man für einen Moment zur Ruhe kommen kann. Es ist Musik für kleine Bühnen, für aufmerksame Zuhörer und für Menschen, die in einem Lied mehr suchen als nur eine eingängige Melodie.

Sein aktuelles Album „Some Place to Rest Easy“, erschienen im September 2024, zeigt besonders deutlich, wohin Sumners musikalische Reise geht. Die Platte bewegt sich zwischen klassischem Country, Folkballade, Americana und moderner, atmosphärischer Produktion. Auf der Bandcamp-Seite zum Album wird beschrieben, dass Sumner traditionelle Elemente wie Steel Guitar, Dobro und Countrypolitan-Streicher mit ambienten Klangflächen und sogar dezenten Synthesizer-Spuren verbindet. Das ist ein wichtiger Punkt, denn Sumner klingt zwar nach einem Künstler, der George Jones, Willie Nelson oder Waylon Jennings kennt, aber er bleibt nicht einfach bei der Vergangenheit stehen. Seine Songs sind warm, erdig und oft melancholisch, aber sie besitzen zugleich eine klangliche Offenheit, die sie zeitgemäß macht.

Musikalisch lebt Sumners Werk stark von seiner Stimme. Sie ist nicht glatt, sondern trägt eine gewisse Rauheit und Lebenserfahrung in sich. Er singt mit einer Mischung aus Zärtlichkeit, Zurückhaltung und innerer Dringlichkeit. Gerade darin liegt seine Stärke: Er muss nichts übertreiben, um glaubwürdig zu sein. In Songs wie „Bridges“, „Motel Room“, „Don’t We Though“ oder „Forty Years On The Floor“ entwickelt er kleine Geschichten, die wie Momentaufnahmen aus einem Leben wirken. Da geht es um verbrannte Brücken, Nächte in Motelzimmern, brüchige Liebe, Alkohol, Reue und Erinnerungen. Americana Highways beschreibt „Bridges“ als atmosphärische Ballade mit erzählerischem Charakter und hebt Sumners Fähigkeit hervor, Geschichten nicht nur mit Texten, sondern auch mit Stimme, Gitarre und Komposition zu erzählen. 

Bemerkenswert ist, dass Sumner seine Musik nicht auf bloße Traurigkeit reduziert. Viele seiner Lieder kreisen zwar um gebrochene Herzen und schwierige Lebensphasen, doch sie haben auch Trost, Wärme und manchmal einen fast kameradschaftlichen Ton. Der Hörer sitzt nicht vor einem Künstler, der sich selbst ausstellt, sondern vor einem Erzähler, der das Scheitern kennt und trotzdem weiter singt. Genau daraus entsteht die emotionale Kraft seiner Musik. Sie erinnert an klassische Country-Songwriter, an Folk-Erzähler und an jene Americana-Künstler, die nicht auf große Gesten setzen, sondern auf Genauigkeit, Atmosphäre und Wahrhaftigkeit. Lonesome Highway ordnet seine Themen entsprechend als verletzlich und oft dunkel ein, betont aber, dass Sumner diese Stoffe feinfühlig behandelt.

Eine wichtige Rolle spielt dabei Etienne Tremblay, mit dem Sumner derzeit unterwegs ist. Tremblay ist nicht nur Begleitmusiker, sondern ein enger musikalischer Partner. Auf „Some Place to Rest Easy“ ist er unter anderem an der Leadgitarre zu hören; zudem war er an mehreren Songs beteiligt, darunter „Bridges“, „Forty Years“, „Baby I Know“ und „Familiar Feeling“. Das Zusammenspiel der beiden macht auch live den besonderen Reiz aus: Sumner bringt die Songs, die Stimme und die erzählerische Mitte mit, Tremblay öffnet den Raum mit Gitarrenlinien, die mal sparsam, mal melodisch, mal fast schwebend wirken.

Gerade in der Duo-Besetzung entfaltet diese Musik ihre Stärke. Ohne großes Bühnengetöse rücken Stimme, Text und Gitarre in den Vordergrund. Sumners Lieder brauchen keine überladene Produktion, um zu wirken; sie leben von Nuancen, vom Klang einer angeschlagenen Saite, vom Nachhall einer Zeile, vom Atem zwischen zwei Versen. Tremblays Gitarrenspiel ergänzt diese Zurückhaltung, weil es die Songs nicht überdeckt, sondern ihnen zusätzliche Farbe gibt. In dieser Form entsteht eine intime Konzertatmosphäre, die gut zu Sumners Musik passt: Man hört keine Show im üblichen Sinn, sondern Geschichten, die langsam ihre Wirkung entfalten.

Bob Sumner ist damit ein Künstler, der die Tradition des Country und Folk ernst nimmt, ohne sich von ihr einsperren zu lassen. Seine Musik hat den Staub der Straße, den Geruch von Bars und Motelzimmern, aber auch die Weite moderner Americana-Produktionen. Sie erzählt von Menschen, die etwas verloren haben, die weiterziehen müssen oder bleiben wollen, obwohl sie nicht genau wissen, wo sie hingehören. Das macht seine Songs so zugänglich und zugleich so eigenständig. Wer Bob Sumner und Etienne Tremblay live erlebt, begegnet keiner lauten Pose, sondern einem konzentrierten, fein gearbeiteten Zusammenspiel zweier Musiker, die wissen, dass ein guter Song oft mehr sagt, wenn man ihm Raum lässt. Ich war von dem Privatkonzert begeistert und kann auch das Album absolut empfehlen.

Wo der Wind Geschichten trägt – Mountain Son und die Seele des Folk – Privatkonzert in München

16. Oktober 2025

Mountain Son ist einer jener Musiker, bei denen man spürt, dass Musik kein Handwerk, sondern eine innere Stimme ist. Schon beim ersten Ton bei einem Privatkonzert in München legte sich eine warme Erdigkeit über die Klänge, als würde jemand die Seele der Landschaft greifen – Berge, Wälder, ferne Täler – und sie in Melodien verwandeln.

Seine Songs haben nichts Lautes, nichts Aufdringliches. Sie atmen vielmehr eine stille Kraft, wie ein Lagerfeuer in der Dämmerung oder der Moment, wenn Nebel vom Hang aufsteigt und das Tal langsam seine Konturen verliert.

Was Mountain Son auszeichnet, ist diese tiefe Ehrlichkeit im Ausdruck. Er spielt nicht, um zu beeindrucken – er spielt, um zu erzählen. Man hört in seinen Tönen die Spuren vergangener Wege, den Wind, der Geschichten trägt, und manchmal auch den Schmerz, der sich in leisen Gitarrenakkorden versteckt. Seine Musik verbindet Folk mit Blues und einem Hauch Country, doch sie ist mehr als ein Stilgemisch: Sie ist Bekenntnis, Meditation, Erinnerung.

Mountain Son ist ein Singer-Songwriter mit Wurzeln in den USA, der heute zwischen Nashville, Tennessee, und seiner musikalischen Heimat pendelt. Er schöpft aus dem reichen Erbe der amerikanischen Roots-, Blues- und Countrymusik und übersetzt diese Traditionen in eine sehr persönliche, zeitlose Stimme.

Seine musikalische Reise begann früh: Geboren am Fuße der Rocky Mountains, wuchs er zunächst klassisch auf – bereits mit neun Jahren spielte er Werke von Mozart, Beethoven und Brahms in Jugendorchestern. Doch ein Baseballunfall mit Verletzung am rechten Arm brachte eine Wende: Er legte die Bratsche zur Seite und entdeckte in der Zeit eine Akustikgitarre im Keller seiner Familie. Mit ihr begann seine Reise in die Welt des Songwritings.

Heute steht Mountain Son für Reduktion und Echtheit: Kein Showeffekt, kein überbordender Arrangement-Schnickschnack – seine Musik lebt von Stimme, Gitarre (oft mit Slide oder Resonator) und dem klaren Blick auf das Songwriting selbst. Im Münchner Privatkonzert spielte er auf der Resonator. Seine Einflüsse sind dabei vielfältig: Legenden wie Robert Johnson, Mississippi John Hurt, Willie Nelson, Bob Dylan oder Bonnie Raitt fließen in seinen Stil ein.

Seit 2019 hat er über 500 Konzerte in Nordamerika und Europa gegeben und Bühnen mit Künstlern wie Ramblin’ Jack Elliott und Willie Watson geteilt. Seine Tourneen führten ihn durch die USA, Kanada, Dänemark, Schweden, Belgien, die Niederlande, Deutschland, die Schweiz, Italien und Österreich. Ich habe ihn auf einem Privatkonzert in München gesehen und war begeistert.

Neben seiner Soloarbeit ist Mountain Son auch Mitbegründer der Bluegrass-Band The Muddy Souls, in der er als Sänger, Banjo-Spieler, Gitarrist, Produzent und Toningenieur mitwirkt. Sein gemeinschaftlicher Ansatz mit der Band zeigt seine Verbindung zu Roots, Gemeinschaft und musikalischer Zusammenarbeit.

Seine Diskografie umfasst mehrere Alben mit eigenem Material – stets getragen von dem Motto: drei Akkorde, Groove und Wahrheit. Er plant kontinuierlich neue Veröffentlichungen und überarbeitet ältere Werke, um sie neu aufzubereiten und noch lebendiger zu machen.

Mit seiner Musik stellt Mountain Son eine Brücke her: Zwischen Tradition und Gegenwart, zwischen Nordamerika und Europa, zwischen musikalischer Tiefe und unmittelbarer Nähe. Wer ihn live erlebt, spürt schnell, dass hier kein Künstler Konzepte ausbreitet, sondern seine eigenen Empfindungen, sein Herz und seine Geschichten einsetzt – ganz schlicht, aber mit großer Wirkung.

Blŵgras mit Herz: Die Taff Rapids Stringband verzaubert mit walisischem Bluegrass – Privatkonzert in München

7. September 2025

Die Taff Rapids Stringband ist mehr als nur eine Bluegrass-Band aus Wales – sie sind eine musikalische Reise, die das Herz berührt. Ich habe diese Band bei einem Privatkonzert in München genossen. Wenn ihre ersten Banjo-Klänge erklingen, spürt man sofort die Leidenschaft, mit der diese Musiker ihre Songs leben. Verwurzelt in den Traditionen des amerikanischen Bluegrass, aber getragen von der Seele des walisischen Landes, schaffen sie einen unverwechselbaren Sound, der Altes und Neues miteinander verbindet.

Die Taff Rapids Stringband aus Cardiff in Wales zählt für mich derzeit zu den spannendsten Vertreterinnen einer neuen europäischen Bluegrass-Szene, die amerikanische und keltische Wurzeln kreativ verschmilzt und auf internationalen Bühnen für Begeisterung sorgt. In München spielte die Band vor einem kleinen Publikum bei einem Privatkonzert. Die Band besteht aus vier erfahrenen Musikern: Darren Eedens (Banjo), Sion Russell Jones (Gitarre), David Grubb (Fiddle) und Clem Saynor (Kontrabass). Was die Gruppe schon auf den ersten Blick außergewöhnlich macht, ist ihr selbstbewusstes Bekenntnis zur Zweisprachigkeit und zur walisischen Kultur: Im sogenannten „Blŵgras“-Stil, ihrer eigenen Spielart des Bluegrass, finden sich nicht nur englische, sondern auch walisische Songtexte. Musikalisch verbindet das Quartett damit klassische Bluegrass-Einflüsse aus Nordamerika mit der Melodik und den Erzählmustern der keltischen Musiktradition, wodurch ein höchst eigenständiger, modernen und dennoch in beiden Genres tief verwurzelter Sound entsteht.

Entstanden ist die Band ursprünglich aus dem Wunsch heraus, in Cardiff, wo Bluegrass bislang kaum präsent war, eine lokale Szene zu etablieren. Was als Sonntags-Brunch-Konzert in einem Pub begann, entwickelte sich rasant zu einer professionellen Formation, die binnen kürzester Zeit ein umfangreiches Repertoire zusammentrug und erste eigene Originalsongs einspielte. Alle Bandmitglieder bringen Einflüsse aus anderen Genres (Jazz, Country, Pop, Scottish Folk, Indie, Klassik) mit – diese Vielseitigkeit bereichert den Bandsound hörbar. Neben eigenen Songs sind die Konzerte von Taff Rapids stets gespickt mit Bearbeitungen traditioneller Fiddle-Tunes wie „Cherokee Shuffle“ oder „Monroe’s Hornpipe“, aber auch Bluegrass-Standards, die dank mehrstimmigem Gesang und virtuosem Instrumentenspiel ein besonderes Flair erhalten.

Ein Meilenstein für die Band war die Einladung zur IBMA World of Bluegrass Showcase 2023 in den USA – als erste walisische Band überhaupt war Taff Rapids dort vertreten. Inzwischen blickt die Gruppe auf Auftritte bei renommierten Festivals wie La Roche Bluegrass (Frankreich), Didmarton und Gower Bluegrass (UK), dem Festival Interceltique de Lorient (Frankreich) und weiteren in Deutschland, Belgien und den Niederlanden zurück. Die Vielseitigkeit und Energie ihrer Live-Shows wird regelmäßig von Fachpresse und Publikum gelobt; nicht zuletzt spielt dabei die kreative Einbindung des Walisischen eine Rolle, die auch ein breites Publikum für Bluegrass-Musik begeistert.

2025 ist die Band mit ihrem Debütalbum „Blŵgras“ auf europaweiter Tour. Dabei bleibt sie ihren Wurzeln treu: Während die Auftritte internationale Festivals füllen, pflegen die Musiker weiterhin eine monatliche Residency im „Tiny Rebel“ in Cardiff. Der Albumtitel verweist einmal mehr auf die bewusste Synthese aus klassischem Bluegrass und walisischer Identität. Die Stücke reichen von schwungvollen Eigenkompositionen bis zu traditionellen Songs, in denen bekannte Melodien zu mitreißenden Fiddle- und Banjo-Nummern transformiert werden.

Die Taff Rapids Stringband zeigt eindrucksvoll, wie musikalische Grenzgänge aussehen können—zwischen Amerika und Europa, zwischen Roots-Musik und zeitgenössischem Songwriting, zwischen englischer und walisischer Sprache. Mit enormer Bühnenpräsenz, technischer Virtuosität und kreativer Authentizität führt die Band einen Dialog zwischen den Genres und bringt dabei Musikfans unterschiedlichster Couleur zum Tanzen, Mitsingen und Staunen.

Es ist diese rohe Energie, die sofort unter die Haut geht: das treibende Banjo, die filigranen Mandolinenläufe, der erdige Bass und mehrstimmiger Gesang, der Geschichten von Liebe, Verlust und Freiheit erzählt. Manchmal wild, manchmal zart – die Taff Rapids Stringband nimmt ihr Publikum mit auf eine Reise durch weite Täler, endlose Straßen und flackernde Lagerfeuernächte.

Ihre Musik ist ehrlich und voller Herzblut. Man spürt, dass hier Menschen auf der Bühne stehen, die nicht nur spielen, sondern brennen für das, was sie tun. Das Konzert in München wurde zu einem Erlebnis, bei dem sich Melancholie und Lebensfreude die Hand reichen. Es ist, als ob man für einen Moment Teil einer großen musikalischen Familie wird.

Privatkonzert Reedy River String Band in München 2025

25. August 2025

Ich geb es ja zu, ich bin ein Fan von Bill Monroe, dem Urvater des Bluegrass und freue mich, wenn ich diese Art von Musik nicht nur aus der Konserve genießen kann. Die Reedy River String Band machte es mit einem phänomenalen Privatkonzert in München möglich, für das ich den sympathischen Musikern sehr dankbar bin.

Die Reedy River String Band ist weit mehr als nur eine Band – sie ist ein Lebensgefühl. Ihre Musik entführt uns als Publikum an einen Ort, an dem Zeit keine Rolle spielt und der Klang handgemachter Instrumente direkt ins Herz trifft. Mit ihrer Mischung aus Bluegrass, Folk und Americana erschaffen die Musiker eine Atmosphäre, die gleichermaßen wild und sanft, rau und zärtlich ist. Jeder Ton trägt eine Geschichte in sich: von staubigen Straßen, offenen Himmeln und den kleinen, kostbaren Momenten des Lebens.

Wenn die Mandoline auf die Fiddle trifft, wenn Banjo und Gitarre ineinandergreifen und der mehrstimmige Gesang sich erhebt, entsteht Magie. Es ist, als würden die Songs alte Sehnsüchte wecken – nach Freiheit, nach Heimat, nach dem Gefühl, einfach dazuzugehören. Die Reedy River String Band schafft es, ihre Zuhörer mitten ins Geschehen zu ziehen, egal ob man vor der Bühne steht, die Augen schließt und die Musik atmet oder ob man längst die Füße nicht mehr stillhalten kann.

Es ist diese ehrliche Leidenschaft, die die Band ausmacht. Keine Effekte, kein unnötiger Glanz – nur pure Energie, Gefühl und Virtuosität. Ihr Konzert in München ist Begegnung voller Wärme und Verbundenheit. Man spürt sofort, dass die Musiker nicht nur zusammen spielen, sondern miteinander leben und atmen.

Ungewöhnlich war neben den eigenen Songs auch die dargebotenen Coverversionen. Born to be wild, war schon interessant umgesetzt, bei dem das Publikum laut mitsang. Die Spucke blieb mir weg bei Bowies Major Tom und vor allem bei Pink Floyds Comfortably Numb aus the Wall.

Die Reedy River String Band schenkt ihrem Publikum etwas Seltenes: das Gefühl, für einen Augenblick alles hinter sich lassen zu können. Nur die Musik zählt. Nur dieser Moment. Dazwischen wunderbare, humorvolle Episoden aus dem Leben der Musiker. Und wenn der letzte Ton verklingt, bleibt etwas zurück – ein leises Nachhallen, ein inneres Lächeln und die Gewissheit, Teil von etwas Besonderem gewesen zu sein. So war ihr Privatkonzert in München und ich kann nur jedem empfehlen, bei ihrer Europatour vorbeizuschauen.

Kein Showman, sondern ein Songman – mein Abend mit Todd Day Wait

9. August 2025

Er ist ein wirkliches Original: Für mich eine Mischung aus Willie Nelson, Buffalo Bill und eine gehörige Mixtur aus Hank Williams und Townes van Zandt: Ich meine Todd Day Wait.

Ich habe dieses Original bei einem Privatkonzert in München genießen dürfen. Todd Day Wait ist keine Pop-Inszenierung, sondern ein echter Travelling-Singer-Songwriter: authentisch, bodenständig und mit echter Verbundenheit zur Wurzelmusik.

Seine Stücke und sein Lebensweg wirken wie eine Reminiszenz an die Ursprünge des Country – und gleichzeitig wie ein Statement für die Bedeutung von Erlebnissen. Für alle, die echten Country lieben, dessen Seele noch spürbar ist, bleibt Todd Day Wait ein lebendiges Stück Americana auf der Bühne und ich bin absolut verzaubert.

Todd Day Wait ist ein US-amerikanischer Singer‑Songwriter aus Missouri, der heute hauptsächlich in Nashville lebt und arbeitet. Er verkörpert die Tradition des amerikanischen “Freewheeling Troubadour”, der mit wenig Besitz und großer Leidenschaft durch das Land zieht. Was davon Show und was davon Realität ist, weiß ich nicht, aber es klingt zumindest gut.

Ach ja Klang: Seine Musik verwebt klassische Elemente aus Country, Blues, Folk, Early R&B und Soul – inspiriert von Legenden wie Jimmie Rodgers, Willie Nelson, Wynn Stewart und Kris Kristofferson. Mit seiner rauen Stimme und einem reduzierten, ehrlichen Sound bleibt er dem spirituellen Kern des traditionellen Country treu.

Auf Plattformen wie WesternAF oder GemsOnVHS erzielt er Millionen von Streams und zieht weltweit kleine, aber treue Fangemeinden an. Sein jüngstes Album heißt Letters from the Road (veröffentlicht 2025), das die Soundwelt seiner Tourerlebnisse einfängt – geprägt von akustischer Authentizität und Roadmovie‑Atmosphäre . In München trat er mit seiner Begleitband “Todd Day Wait & Band” live auf und hat europaweite Tourdaten bis in den Herbst 2025 hinein angekündigt. Wer die Chance hat, sollte ihn unbedingt anhören.

Privatkonzert: Paul Armfield live in München 2025

20. Juni 2025

Die Konzertatmosphäre bei einem Auftritt des britischen Sängers Paul Armfield ist intim, warmherzig und tief emotional und sie hat mich bei seinem Privatkonzert in München sofort in den Bann gezogen. Ich tauchte tief in die Musik ein. Mit seiner akustischen Gitarre schaffte er es, durch seine sanfte Stimme und seine poetischen Texte eine fast meditative Stimmung zu erzeugen. Seine Musik bewegt sich zwischen Folk, Chanson, Americana und Kammerpop, oft getragen von leisen, melancholischen Tönen.

Es war kein Konzert zum Mitklatschen, sondern sein Publikum hört aufmerksam zu und lässt sich auf die feinen Nuancen seiner Musik ein. Zwischen den Liedern erzählte Armfield oft persönliche Anekdoten oder humorvolle Geschichten, was seine Auftritte sehr menschlich und nahbar machen. Wie viele Briten hat auch Paul Armfield eine Verbindung zur Natur. Gardening ist auf der Insel weit verbreitet und gerne hätte ich ihm den Englischen Garten in München gezeigt. Er wäre begeistert gewesen. Ein Teil seiner Lieder dreht sich um Bäume und erinnerten mich an das ehemalige Genesis-Mitglied Anthony Phillips, dessen ruhige Musik ich schätze.

Bei Paul Armfield hatte ich das Gefühl, nicht nur einem Musiker, sondern auch einem Geschichtenerzähler und feinsinnigen Beobachter zuzuhören. Die Atmosphäre ist dadurch fast familiär, und am Ende des Münchner Konzerts blieb ein Gefühl von Nachdenklichkeit und innerer Ruhe zurück.
Viele Songs handelten von Zuhause („Home“), Bibliotheken, Bäumen – alles Stoff für nachdenkliches, fast meditatives Flair. Sein britischer Humor zeigte sich in Wortspielen und charmanten Kommentaren.
Paul Armfield überzeugt mit einer warmen, entspannten Bühnenpräsenz. Er wirkte erfahren und souverän, ohne dabei distanziert zu sein. Seine ruhige Ausstrahlung und die Gelassenheit, mit der er seine Songs präsentiert, schaffen eine offene und einladende Atmosphäre, in der sich das Münchner Publikum auf dem Privatkonzert wohlfühlte. Ein Künstler zum Anfassen.

Die Musik von Armfield ist geprägt von emotionaler Tiefe und Sinnlichkeit. Seine klare, warme Stimme und die literarisch anmutenden Liedtexte erzeugten eine fast schon transzendente Stimmung.
Paul Armfields Konzerte sind geprägt von Wärme, Intimität und einer tiefen emotionalen Verbindung. Seine entspannte Präsenz, die literarischen Texte und die klare Stimme schaffen eine Atmosphäre, in der sich das Publikum aufgehoben und berührt fühlt – ein Erlebnis, das lange nachklang.

Paul Armfield schaffte es bei seinem Konzerten eine intime Atmosphäre durch mehrere ineinandergreifende Elemente:
Seine Auftritte fühlen sich an wie ein persönliches Gespräch – nah, ehrlich und berührend. Er interagiert mit dem Publikum, erzählt Geschichten und zieht die Zuhörer aktiv in seine Welt hinein.
Armfield überzeugt mit einer warmen, entspannten Ausstrahlung, die sofort Vertrauen schafft. Diese Gelassenheit und Authentizität lassen das Publikum zur Ruhe kommen und sich auf die Musik einlassen.
Seine Lieder sind kleine Geschichten voller Poesie, Tiefe und Wärme. Die Themen reichen von Erinnerungen über Natur bis hin zur Suche nach Verbundenheit. Diese Inhalte sprechen die Zuhörer auf einer emotionalen Ebene an und schaffen eine besondere Verbindung.
Armfield setzt auf akustisches Spiel und eine klare Stimme, wodurch seine Musik unmittelbar und unverfälscht wirkt. Die Reduktion auf das Wesentliche – ohne unnötigen Schnickschnack – verstärkt das Gefühl von Intimität.
Seine Konzerte laden zum Innehalten ein. Das Motto „Slowing down Time“ beschreibt treffend, wie Armfield mit seiner Musik eine entschleunigte, konzentrierte Stimmung erzeugt, in der das Publikum die Musik bewusst erleben kann. Ich kaufte mir gleich Vinyl-Platten wie Domestic

Ein Abend voller Swing, Sehnsucht und Saitenzauber – wie Monsieur Pompadour mein Herz für Django Reinhardt neu entfachte

18. Mai 2025

Früher hab ich seine Musik viel gehört und dann lange Zeit nicht mehr. Aber als ich auf einem Privatkonzert der Berliner Band Monsieur Pompadour war, kramte ich wieder meine alten Django Reinhardt Schallplatten hervor.

Monsieur Pompadour ist eine Berliner Band, die seit ihrer Gründung im Jahr 2014 mit einer einzigartigen Mischung aus heiterem Swing, ambitionierter Wildheit und einer Prise Melancholie auftritt. Die vier Musiker – ein belgischer Sänger und Gitarrist, ein ungarischer Geiger, ein adeliger Gitarrenvirtuose und ein schweigsamer finnischer Bassist – vereinen in ihrem Spiel Einflüsse aus verschiedenen Ländern und Kulturen, was sich auch in ihrer Musik widerspiegelt. In dem Münchner Privatkonzert schafften die Musikanten eine wunderbare Stimmung.

Swing Manouche
Stilistisch orientiert sich Monsieur Pompadour am Swing Manouche, auch bekannt als Sinti-Jazz, der in den 1930er-Jahren durch das legendäre „Quintette du Hot Club de France“ mit Django Reinhardt und Stéphane Grappelli in Paris entstand. Charakteristisch für dieses Genre ist die perkussive Gitarrenbegleitung, genannt „La Pomp“, die dem Sound einen unverwechselbaren Swing-Drive verleiht. Während im klassischen Swing Manouche der Gesang eher eine untergeordnete Rolle spielt, setzt Monsieur Pompadour auf mehrstimmigen Chorgesang – ein Novum in diesem Genre und ein zentrales Merkmal ihres Bandsounds. Und diesen Gesang konnten die Gäste aus vollen Zügen genießen.

Das Repertoire der Band besteht aus Chansons und Songs über das Leben und die Liebe, die in bis zu sieben Sprachen interpretiert werden. Die Lieder sind geprägt von französischer Leichtigkeit, mitreißender Lebensfreude und gelegentlicher Melancholie. Die Musik lädt gleichermaßen zum Träumen wie zum Tanzen ein und schafft es, das Publikum sowohl mit bekannten Melodien als auch mit neuen, eigenen Stücken zu begeistern. Für mich steht diese Band für Virtuosität, für Witz und für ihre Lebendigkeit.

Album Moustaches
Wie ich höre ist Monsieur Pompadour heute ein fester Bestandteil der Berliner Swing-Manouche-Szene und hat sich mit über 500 Konzerten einen Namen gemacht. Ich muss zugeben, dass ich vor ihrem Münchner Konzert nichts von der Band, geschweige die Band kannte. Aber ich hab mir gleich das aktuelle Album „Moustaches“ gekauft und unterschreiben lassen. Es zeigt sowohl die Wurzeln der Band als auch ihre Offenheit für neue Ideen und musikalische Experimente. Mit ihrer Musik schlagen sie eine Brücke zwischen Tradition und Moderne.

Im Kern der Musik stand aber der legendäre Django Reinhardt. Ich schäme mich, dass ich diesen begnadeten Gitarristen lange nicht mehr gehört habe. Er spielt eine zentrale Rolle in der Musik von Monsieur Pompadour. Die Band bringt Reinhardts Musik auf ihre eigene, moderne Weise auf die Bühne und verleiht ihr mit eigenen Arrangements, Instrumentierungen und Gesang einen individuellen Stempel, ohne den Bezug zu ihrem Vorbild zu verlieren.