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Steaks im Landgasthof Stöckacher Mühle

11. März 2016

Der Wilde Westen in Franken im Landgasthof Stöckacher Mühle.

Der Wilde Westen in Franken im Landgasthof Stöckacher Mühle.

Wer nach Neustadt an der Aisch reist, der kommt wegen des Karpfens. Die Gegend westlich von Nürnberg ist das Zentrum des Karpfens. Fisch frisch auf den Tisch. Ich kam nach Neustadt an der Aisch aber wegen der Steaks.
Freunde empfahlen mir den Besuch des Landgasthofs Stöckacher Mühle. Zwar gibt es dort auch Karpfen, aber es gibt dort vor allem Steaks. Also für eine Nacht in dem Gasthof eingemietet und gleich ein neu errichtetes Hotelzimmer bekommen. Der Landgasthofs liegt etwas abseits, vom Bahnhof Neustadt ist es ein strammer Fußmarsch von 3 Kilometer. Vor allem bei wärmeren Temperaturen sollte man der Lokalität einen Besuch abstatten, denn dann hat der wunderbare Biergarten auch geöffnet.


Mein erster Eindruck war: Ich bin im Wilden Westen. Als ich auf den Gasthof zugehe, höre ich Countrymusik. Und ich höre Kommandos? Der Hotelbetreiber hat eine Vorliebe für Countrymusik und Linedance. Und nicht nur er. Der gesamte Parkplatz ist voller Autos. Und der Saloon, wie der große Stadel der ehemaligen Mühle heißt, ist voller Linedancer. So etwas kenne ich von den USA, aber im tiefsten Franken? Der countrybegeisterte Franke, sonst eher von zurückhaltender Natur, geht beim Linedancing voll aus sich heraus. Aber ich wahr nicht wegen des Linedancings gekommen, sondern wegen der Steaks.


Also betrete ich den Landgasthof, der von Küchenchef Jürgen Kresser seit nunmehr zehn Jahren geführt wird. Auch hier empfängt mich Country-Atmosphäre. Zunächst will ich unter einen skelettierten Stierschädel Platz nehmen, aber der Kopf irritiert mich beim Essen. Ich weiche in die Mitte des Gastraumes aus, um die Atmosphäre genießen zu können. Banjo an der einen Wand, Westernbilder an der anderen, Boots, Stetsons, Felle, Reitutensilien, Trompete – so stelle ich mir einen Country-Treff vor. Mir gegenüber sitzt auch ein Fan der Musik, dem wohl das Linedancing hungrig gemacht hat. Mit großen Stetsons auf dem Kopf (der fränkische Cowboy lässt den Hut beim Essen auf) beugt er sich über sein Steak. Dazu gibt es fränkisches Bier von der Brauerei Hofmann – sieht beides lecker aus. Am Nebentisch planen Jungmanager eine Festivität, denn man kann die Stöckacker Mühle auch für Events mieten. Die Herrschaften mit weißen Hemden, Businessanzügen und iPad sprechen gerade generalstabsmäßig eine Hochzeit durch – warum haben die eigentlich kein Cowboy-Outfit an? Ich komme zumindest im englischen Landhausstil daher – aber egal.


Der Pächter und Küchenchef Jürgen Kresser hat die Sache voll im Griff. Er arbeitete lange Zeit in Erlangen als Küchenchef und ergriff die Chance der Selbstständigkeit in der Stöckacher Mühle. Sein Konzept der regionalen Küche überzeugt mich – und nicht nur mich. Die Stöckacher Mühle ist gut besucht, vor allem wenn es wieder wärmer wird und der Biergarten geöffnet wird. Die Speisekarte hat freilich fränkische Spezialitäten und auch die Stöckacher Mühle besitzt einen Karpfenteich. Das Fleisch kommt aus der Gegend, Jürgen Kresser kennt seine Lieferanten und vertraut ihnen.

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Das schmeckt man. Das Fleisch ist wunderbar – hier kocht der Chef aus Leidenschaft. In den nächsten Wochen wird Jürgen Kresser noch Unterstützung durch eine Köchin bekommen, die er vor Jahren in Erlangen kennengelernt hat. Sie wollte unbedingt mit Kresser zusammenarbeiten – nun bekommt sie die Chance.

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Also, wer in der Gegend ist, sollte ruhig mal vorbeischauen und ein Steak essen – oder einen Karpfen, wenn es denn sein muss.

Zehnter Todestag von Johnny Cash

12. September 2013

Heute vor zehn Jahren am 12. September 2003 starb der Man in Black. Vor zehn Jahren ging Johnny Cash von uns und ich erinnere mich noch an den Nachruf, der in der Todesanzeige seiner Plattenfirma stand: There was a Man. – Passt, es gab nicht mehr zu sagen.

Mich begleitete Johnny Cash durch mein musikalisches Leben. Die ersten ernstzunehmenden musikalischen Einflüsse kamen vom Bruder meiner Mutter. Er liebte Elvis Presley und Johnny Cash. Ich lernte als Kind die Klassiker der Country-Musik kennen, liebte die Sun-Aufnahmen und war vom „Boom-Chicka-Boom“-Sound der Gutarre von Luther Perkins fasziniert. Je älter ich wurde, desto mehr musikalische Einflüsse kamen hinzu. Doch immer wieder hörte ich Johnny Cash. “I shot a man in Reno, just to watch him die” – das war purer Punk. Die beiden Live-Platten At Folsom Prison und At San Quentin gehören für mich zu den besten Live-Aufnahmen. Hier ist eine ursprüngliche Kraft von Rock’n Roll, Country und Blues zu spüren.

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Nach dem Rauswurf bei Columbia blieb ich Cash treu bei seiner neuen Plattenfirma Mercury, doch für mich hatte Cash die Power verloren. Die Highway-Men zeigte noch ein wenig vom alten rebellischen Glanz. Und dann kam Rick Rubin und die legendäre American Recording-Serie. Befreit vom Ballast, befreit vom Nashville-Kommerz legten die Aufnahmen den ursprünglichen Johnny Cash frei. Die Aufnahmen waren eine Offenbarung.

Und er ging auf Tour. Ich sah Cash und June Carter dreimal live und das Publikum bestand aus jungen Leuten. Nicht dickbäuchige Männer mit Stetson-Hut, sondern Kerle in Lederjacken, die in dem alten Mann ihren Rebellen sahen. Die Konzerte waren Wahnsinn. Und Cash? Er nahm die Power auf und freute sich sichtlich. Unser Applaus tat ihm gut, doch auch er tat uns gut.

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Bob Dylan, ein Freund von Cash, sagte einmal. Cash ist wie der Polarstern, du kannst dein Boot nach ihm ausrichten. Johnny Cash, ich habe dich nicht vergessen. Und ich hab mir gleich das Paket The Perfect Johnny Cash Collection mit deinen alten Scheiben geholt, das Columbia zum Todestag auf den Markt warf. Wir haben auch nicht vergessen, welche Schande es für uns Cash-Fans war. Columbia, das haben wir nicht vergessen.

Countrymusik im Kino: Crazy Heart

6. Februar 2010

Bis zum 4. März ist noch ein bisschen hin, aber ich freu mich schon auf den neuen Film mit Jeff Bridges mit dem Titel Crazy Heart (Limited Deluxe Edition)
Es geht in dem Film um drei klare Sachen: Alkohol, Countrymusik und Frauen. Und die Stimmung des Films scheint sehr eindringlich zu sein. Jeff Bridges‘ mit dem Golden Globe ausgezeichnete Darstellung ist die beste Empfehlung für Scott Coopers Porträt eines ausgebrannten Country-Music-Stars. Er tingelt durch den Südwesten der USA und verliebt sich in eine Frau. Natürlich steht er sich selbst im Weg (Alkohol und Zynismus) und am Ende gibt es die heile Welt. Was ich von dem Film gesehen habe, scheint es eine saubere Produktion zu sein. Natürlich kommt aus den Staaten kein tiefsinniges Alki-Drama, aber wahrscheinlich gut gespielte Unterhaltung um einen singenden Kautz. Zur Stimmung trägt die Musik bei. Ich habe das Album bei iTunes gekauft und ich höre es intensiv. Jeff Bridges singt selbst und das gar nicht mal so schlecht. Im Moment bin ich auf dem Countrytripp, da kommt mir dieser Film gerade recht.