Steaks im Landgasthof Stöckacher Mühle

Der Wilde Westen in Franken im Landgasthof Stöckacher Mühle.

Der Wilde Westen in Franken im Landgasthof Stöckacher Mühle.

Wer nach Neustadt an der Aisch reist, der kommt wegen des Karpfens. Die Gegend westlich von Nürnberg ist das Zentrum des Karpfens. Fisch frisch auf den Tisch. Ich kam nach Neustadt an der Aisch aber wegen der Steaks.
Freunde empfahlen mir den Besuch des Landgasthofs Stöckacher Mühle. Zwar gibt es dort auch Karpfen, aber es gibt dort vor allem Steaks. Also für eine Nacht in dem Gasthof eingemietet und gleich ein neu errichtetes Hotelzimmer bekommen. Der Landgasthofs liegt etwas abseits, vom Bahnhof Neustadt ist es ein strammer Fußmarsch von 3 Kilometer. Vor allem bei wärmeren Temperaturen sollte man der Lokalität einen Besuch abstatten, denn dann hat der wunderbare Biergarten auch geöffnet.


Mein erster Eindruck war: Ich bin im Wilden Westen. Als ich auf den Gasthof zugehe, höre ich Countrymusik. Und ich höre Kommandos? Der Hotelbetreiber hat eine Vorliebe für Countrymusik und Linedance. Und nicht nur er. Der gesamte Parkplatz ist voller Autos. Und der Saloon, wie der große Stadel der ehemaligen Mühle heißt, ist voller Linedancer. So etwas kenne ich von den USA, aber im tiefsten Franken? Der countrybegeisterte Franke, sonst eher von zurückhaltender Natur, geht beim Linedancing voll aus sich heraus. Aber ich wahr nicht wegen des Linedancings gekommen, sondern wegen der Steaks.


Also betrete ich den Landgasthof, der von Küchenchef Jürgen Kresser seit nunmehr zehn Jahren geführt wird. Auch hier empfängt mich Country-Atmosphäre. Zunächst will ich unter einen skelettierten Stierschädel Platz nehmen, aber der Kopf irritiert mich beim Essen. Ich weiche in die Mitte des Gastraumes aus, um die Atmosphäre genießen zu können. Banjo an der einen Wand, Westernbilder an der anderen, Boots, Stetsons, Felle, Reitutensilien, Trompete – so stelle ich mir einen Country-Treff vor. Mir gegenüber sitzt auch ein Fan der Musik, dem wohl das Linedancing hungrig gemacht hat. Mit großen Stetsons auf dem Kopf (der fränkische Cowboy lässt den Hut beim Essen auf) beugt er sich über sein Steak. Dazu gibt es fränkisches Bier von der Brauerei Hofmann – sieht beides lecker aus. Am Nebentisch planen Jungmanager eine Festivität, denn man kann die Stöckacker Mühle auch für Events mieten. Die Herrschaften mit weißen Hemden, Businessanzügen und iPad sprechen gerade generalstabsmäßig eine Hochzeit durch – warum haben die eigentlich kein Cowboy-Outfit an? Ich komme zumindest im englischen Landhausstil daher – aber egal.


Der Pächter und Küchenchef Jürgen Kresser hat die Sache voll im Griff. Er arbeitete lange Zeit in Erlangen als Küchenchef und ergriff die Chance der Selbstständigkeit in der Stöckacher Mühle. Sein Konzept der regionalen Küche überzeugt mich – und nicht nur mich. Die Stöckacher Mühle ist gut besucht, vor allem wenn es wieder wärmer wird und der Biergarten geöffnet wird. Die Speisekarte hat freilich fränkische Spezialitäten und auch die Stöckacher Mühle besitzt einen Karpfenteich. Das Fleisch kommt aus der Gegend, Jürgen Kresser kennt seine Lieferanten und vertraut ihnen.

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Das schmeckt man. Das Fleisch ist wunderbar – hier kocht der Chef aus Leidenschaft. In den nächsten Wochen wird Jürgen Kresser noch Unterstützung durch eine Köchin bekommen, die er vor Jahren in Erlangen kennengelernt hat. Sie wollte unbedingt mit Kresser zusammenarbeiten – nun bekommt sie die Chance.

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Also, wer in der Gegend ist, sollte ruhig mal vorbeischauen und ein Steak essen – oder einen Karpfen, wenn es denn sein muss.

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