Posts Tagged ‘Frankenstein’

Buchtipp zu Halloween: Monsters in The Movies von John Landis

30. Oktober 2018

Als ich mich auf Halloween vorbereitete, hatte ich ein paar Blurays zum Auswählen für die Gattin vorbereitet. Es soll eine gruselige Nacht werden und die Auswahl reicht vom deutschen Expressionismus (Caligari und Nosferatu), über gepflegten Nebel-Spuk (The Fog) bis hin zu US-Schlitzer (Halloween und Halloween H20) und diverse Italo-Schlitzern (D‘Argento). Ich bin gespannt, was die Herzdame auswählt.

Monsters in the Movies bietet einen schönen gruseligen Überblick über Horrorfilme.

Monsters in the Movies bietet einen schönen gruseligen Überblick über Horrorfilme.

Inspiration, welchen Film wir anschauen sollten, holte ich mir aus meinem umfangreichen Filmarchiv und aus der einschlägigen Literatur. Ich schaute mir das Buch Monsters in the Movies von John Landis an. Ich mag solche Filmbücher mit allerlei großen und kleinen Monstern. Eines meiner Lieblingsbücher meiner Jugend war Klassiker des Horrorfilms von William K. Everson aus dem Jahre 1979. Das liegt schon ein paar Jahre zurück und es wird Zeit für neue Horrorfiguren. Also muss John Landis her, der uns schon mit seinem American Werwolf als Jugendlicher begeisterte. Er bietet 100 Jahre Kinoalpträume in einem Buch. Klingt gut, also los.
Im Grunde ist das Coffee-Table-Book eine Art Bilderbuch, aufgelockert mit ein paar Geschichten und Interviews von Typen aus dem Horrorumfeld. Ich genieße die Zeitreise durch den Horrorfilm, schaute mir die Bilder an, las die Textschnipsel und erkannt, dass ich sehr viele von den Filmen kannte. Der fantastische Film war jahrelang ein Steckenpferd von mir und zumindest die Klassiker kenne ich allesamt. Mit dem modernen Horrorfilm tue ich mich schwerer, merke aber, dass es mir mehr und mehr die asiatischen Streifen angetan haben.
Das Buch selbst ist nicht nach Jahreszahlen, sondern vielmehr nach Genres und Monster geordnet. So gibt es die Draculas und Vampire, die Frankensteins und verrückten Wissenschaftler, die Zombies und die Geister, dann aber auch die King Kongs und die zahlreichen Tierhorrorfilme, es gibt einen Exkurs von Monstern aus dem All, Abstecher in die Antike, die Abgründe von Fantasy und dann stehen wir auch dem Teufel selbst in seinen vielen Erscheinungsbildern gegenüber. Es gibt Klassiker, wahre Perlen, vergessene Schätze und allerhand Schund zu sehen, aber die Mischung machst und die Dosis ist genau die richtige zu Halloween. Wer also in der Orientierungsphase ist, welchen Horrorfilm er sich zu Halloween anschauen soll, dem sei das Buch ans Herz gelegen. Und der Horrorfilm-Fan hat einen schönen Wälzer zum Schmökern.

 

Meine zehn unvergesslichen Bücher

4. August 2018

Immer wieder geistern Aktionen durch soziale Netzwerke wie unlängst, bekannte Kunstwerke aus Toast nachzubilden. Fand ich irre witzig, kam aber zu spät mit meinem Frühstückstoast. Aber vor kurzem sprang ich auf einen solchen Zug auf. Es galt Bücher zu nennen, die einen in seinem Leben beeinflusst haben. Als Büchermensch und Leseratte musste ich einfach an dieser Aktion mitmachen und ich nahm das Angebot von meinem Kollegen Harald Baumer an. 

Ich postete zehn Tage lang Bücher, die mir etwas bedeuten und konnte zahlreiche meiner (virtuellen) Freunde ermutigen, es auch zu tun. Dazu postete in Twitter, Instagram und Facebook ich folgenden Text: „10 unvergessliche Bücher in 10 Tagen. Heute x/10. Kein Kommentar, keine Erklärungen, nur der Titel. Wer hat Interesse, mitzumachen? Würde mich bei vielen meiner Freundinnen und Freunde interessieren, welche Lektüre für sie wichtig war.“

Die Auswahl meiner Lieblingsbücher

Dieser Aktion ging eine Auswahl von Büchern voran und ich sage euch, das wahr echt schwer. Zunächst machte ich ein Brainstorming und sammelte Bücher. Es kamen rund 40 Bücher zusammen, also eindeutig zu viel. So ließ ich die Sache ein paar Tage ruhen und dachte dann nochmals nach und kam dann auf nochmals zehn weitere Bücher. Dann kam in einer Gewaltaktion das Ausmisten. Ich zog mich in mein Kellerarchiv zurück und holte die Bücher hervor. Da ich nichts wegwerfen kann, standen die Bücher geordnet in den zahlreichen Regalen. Bücher, die nicht an ihrem Platz waren, wurden gleich von der Liste gestrichen. So kam es, dass Stanisław Lems Klassiker Solaris gekillt wurde, weil das Buch nicht da war. Hatte ich es verliehen? Wo ist dieses Buch? Also, was nicht da ist, fliegt raus. 

Dann strich ich Bücher von Lieblingsautoren, die ich als Autor verehre, aber keine einzelnes Buch hervorheben will. Hier strich ich Edgar Allan Poe, ETA Hoffmann, Heinrich Heine, Philipp K. Dick und Sir Arthur Conan Doyle von der Liste. Dann musste ich mich entscheiden, dass ich von manchen Autor keine zwei Bücher benennen wollte. Hier blieben dann beispielsweise die Robotergeschichten von Asimov auf der Strecke oder Tolkiens Silmarillion. 

Dann wurde es nochmals hart: Ich musste ja auf zehn Bücher kommen und ich strich weitere Autoren und deren Bücher. Dabei waren beispielsweise Arthur C. Clarke, Stephen King (Dead Zone oder Shining), nochmals Lem mit seinen Sterntagebüchern. Goethe kam ebenso wie Shakespeare nicht auf die finale Liste, auch leider nicht Mary Shelly und ihr Frankenstein, ein Buch, das dieses Jahr 200. Geburtstag feiert und ich in einen eigenen Blogpost würdigen werde. Traurig war ich auch über das Streichen von Truman Capote und vor allem Tom Wolfe mit seinem Fegefeuer der Eitelkeiten. Dann entschied das Los und ich kam endlich auf meine zehn Bücher. Ich stelle fest, dass ich die fantastische Literatur bevorzuge. 

Also das sind meine zehn finalen Bücher: 

1 Douglas Adams: Per Anhalter durch die Galaxis

2 Dante: Göttliche Komödie

3 Bret Easton Ellis: American Psycho

4 J.R.R. Tolkien: Herr der Ringe

5 Isaac Asimov: Foundation-Trilogie 

6 Frank Herbert: Der Wüstenplanet

7 Thomas Mann: Die Buddenbrooks

8 Richard Scarry: Mein allererstes Buchstabenbilderbuch  

9 Bram Stoker: Dracula 

10 Rainer Erler: Das blaue Palais  

Wer mitmachen will, ist gerne aufgerufen. Ich habe gesehen, es gibt so eine ähnliche Reihe mit Schallplatten, die einen am meisten bedeuten. Mal sehen, ob ich diese Challenge annehme. Die Bücher waren ein Anfang und wir wissen ja, im Web lieben wir diese Listicle.

Buchtipp: Hammer Glamour von Marcus Hearn

21. Januar 2018

Dieses Buch ist der Hammer. Verzeiht mir diesen doofen Witz, aber er musste bei diesem Buch einfach sein. Es geht um das Filmbuch Hammer Glamour, das ich wieder entdeckt habe. Im Grunde geht es um die zum Teil leicht bekleideten jungen Damen, die in den Hammer-Filmen aufgetaucht sind.
Hammer war eine Filmgesellschaft, die Ende der fünfziger Jahre den Horrorfilmmarkt aufrollte. Produktionen wie Dracula, Frankenstein und Mumie ließen die Jugend in die Kinos strömen und die Stars wie Christopher Lee oder Peter Cushing hochleben. Hammer brachte Farbe, Gewalt und Sex in den Horrorfilm. Tja und zu Sex gehörten eben die jungen Damen dazu, die sich vom Grafen Dracula beißen lassen müssen.

Marcus Hearn hat mit Hammer Glamour ein Bilderbuch mit schönen Frauen vorgelegt. Allerdings musste ich schmunzeln, denn Glamour erinnert mich eher an die Zeiten des alten Hollywoods mit Stars wie Marlene Dietrich, Jane Russell, Greta Garbo, Bette Davis oder Rita Hayworth. Die Arbeit in den Schnellproduktionen bei Hammer war sicherlich nicht glamourös, sondern harte Fließbandarbeit. Es musste schnell gehen und preiswert musste die Sache auch sein. Und dennoch haben die Filme einen besonderen Charme, was sicherlich auch den entzückenden Damen zu verdanken ist. Und dieses Buch ist ein Streifzug und zeigt die weiblichen Stars und Sternchen bei Hammer. Das Cover ziert Madeleine Smith, die in drei Hammer-Produktionen auftauchte und mit ihren Reizen spielt.
Mal mit weniger Bekleidung, mal in provokanten Posen, mal klassische Setcards, mal Filmszenen – alles ist zu finden in diesem schön gemachten Bilderbuch mit ergänzendem Text. Es ist ein Wiedersehen mit Caroline Munro, mit Ingrid Pitt, Ursula Andress, Stefanie Powers, Raquel Welch oder der Hammer-Star Barbara Shelley. Es waren auch ein paar Deutsche darunter wie Hildegard Knef oder Nastassja Kinski.
Das Buch ist hochwertig, schön gedruckt und hervorragend von Marcus Hearn recherchiert und dennoch: Es ist Trash und ich mag diesen Trash. Diese britischen Horrorklassiker sind einfach Kult und zu diesem Kult gehören einfach die Hammer-Girls, wie ich sie jetzt einmal bezeichnen will. Später wurde diese Tradition wieder in Großbritannien aufgenommen, als es 1962 an die Reihe der James Bond Filme ging. Neben Bond gab es auch immer ein oder mehrere Bond-Girls. Und es war Hammer-Girl Ursula Andress, die zum ersten Bond-Girl der Geschichte wurde als sie mit ihrem weißen Bikini den Fluten entstieg. Eigentlich war es ja anders herum. Andress war zuerst bei Bond und dann 1965 bei Hammer in dem Film She. Hammer-Girl Joanna Lumley tauchte übrigens auch in einem Bond-Film auf: Im Geheimdienst ihrer Majestät gehörte die Schönheit zur bösen Truppe um Blofeld.
Auf jeden Fall ist Hammer Glamour ein schönes Buch für den Fan des britischen Horrors, der dann in den siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts zu Ende ging. Hammer verlor den Anschluss an die Jugend. Der Horror kam nun von geistesgestörten Killern wie Leatherface oder Michael Meyers. Da waren die Dracula und Frankensteins und Mumien auf verlorenen Posten – und es halfen auch die leichtbekleideten Hammer-Girls nichts.

Buchtipp: The Art of Hammer: Posters From the Archive of Hammer Films von Marcus Hearn

17. September 2017

Als Jugendlicher habe ich mein Taschengeld für Filmplakate ausgegeben. Ich war auf Filmsammlermärkten und Kinos unterwegs und habe nach diesem besonderen Marketingmaterialien Ausschau gehalten. Ich sammelte, was mir gefiel: Bond, Horror, Kubrick – ein System in der Sammlung hatte es nicht. Dieses Hobby ist ein wenig eingeschlafen, was auch am Platz liegt. Wohin mit Hunderten Als ich jetzt das Buch The Art of Hammer: Posters From the Archive of Hammer Films von Marcus Hearn erwarb, musste viele meiner alten Schätze wieder ansehen.

Ich mag viele Hammer-Filme. Hammer war ein britisches Produktionsstudio deren Filme meinen Geschmack von Horrorfilmen geprägt haben. Ich kam aus der Tradition des sogenannten gothischen Horrors und liebte Filme mit Bela Lugosi (Dracula) oder Boris Karloff (Frankenstein/Mumie). Diese Schwarzweiß-Filme hatten eine tolle, gruselige Atmosphäre mit Friedhöfen, Schlössern und Laboren. Doch dann kamen in mein nächtliches TV-Programm auf einmal Filme von Hammer, die ebenso von Dracula, Frankenstein und die Mumie handelten, aber eine viel stärkere Wirkung auf mich hatten.

Diese Hammer-Filme waren in Farbe, sie hatten Action und sie boten Sex. Ich geb es ja zu, das alles hat mir gefallen. Auch die wichtigsten Darsteller dieser Hammer-Filme hatten mich fasziniert: Christopher Lee und Peter Cushing, beide leider inzwischen verstorben und der jüngeren Generation als Saruman (Herr der Ringe) und Großmoff Tarkin (Krieg der Sterne) bekannt.
Das Buch The Art of Hammer zeigt eine Auswahl an internationalen Postern aus der Filmwelt von Hammer mit dem Schwerpunkt auf englischen Marketingmaterialien. Es ist eine Bibel für Freunde von Hammer.
Die frühen Hammer-Filme kannte ich nicht. Mein Interesse setzt 1958 mit Blood for Dracula ein. Für mich waren die goldenen Zeiten des Hammer-Films die Sechziger und frühen Siebziger Jahre. Hammer revolutionierte den Horrorfilm und fegte die alten Schinken hinweg. Hollywood hatte keine Antwort auf Hammer, gegebenenfalls die Poe-Verfilmungen von Roger Corman hatten einen ähnlichen Charme wie Hammer. Die Hammer-Filme sprachen durch ihre Aggressivität eine jüngere Zielgruppe an, was durch Filme wie Dracula 1972 AD – Dracula jagt Mini Mädchen (geiler deutscher Titel) deutlich wurde. Im Mode- und Drogenrausch des Swinging London triebt Dracula sein Unwesen. In einer hervorragenden Doku des Kultursenders Arte wurde berichtet, dass Hammer oft als erstes ein reißerisches Plakat mit Titel hatte, sich dann einen Verleih suchte und dann erst den Film drehte. Ein ungewöhnliches Vorgehen, aber scheinbar erfolgreich.

Dann kam der Bruch. Hammer-Filme, die für eine Zeitlang modern waren, sind auf einmal auf dem Abstellgleis gelandet. Neue Formen des Horrorfilms etablierten sich. Hitchcock hatte es Jahre zuvor mit Psycho vorausgesehen. Der irre Schlitzer. Das Grauen kam nicht mehr von Monstern aus fernen Ländern wie Transsilvanien oder von verrückten Wissenschaftler, sondern das Grauen kam vom Nachbarn um die Ecke oder gar vom Teufel selbst. Der vor kurzem verstorbene Tobe Hooper setzte mit Blutgericht in Texas Maßstäbe an Terror und die Branche sowie Publikum richteten sich daran aus. Hammer wirkte auf einmal verstaubt. Zwar ließen die Darstellerinnen mehr und mehr die Hüllen fallen, doch wenn ich Sex und nackte Haut sehen wollte, gab es andere entsprechende Filme. Hammer ging den Bach runter.
Erst in den 2000 Jahren hatten die Hammer-Studios ein Comeback. Ich habe allerdings noch keinen Film gesehen. Die Blu rays liegen noch Originalverpackt hier herum. Die Frau in Schwarz soll ganz gut sein – ich bin gespannt.

 

Christopher Lee – Mein persönlicher Nachruf

12. Juni 2015

Meine erste Begegnung mit Christopher Lee war eine ganz üble Verwechslung. Ich hatte als Kind Dracula von 1930 mit dem großen Bela Lugosi gesehen und hatte vor diesem Vampirfilm keine Angst. Als meine Kumpels sagten, dass Dracula im Fernsehen wiederholt werden sollte, schlug ich vor, den Film gemeinsam anzusehen. Ich hatte den Mund großmäulig weit aufgerissen und war Wortführer, wie harmlos dieser Streifen sei. Also versammelten sich vier junge Menschen im Wohnzimmer meiner Eltern und wir schauten im Rahmen der ZDF-Reihe der phantastische Film Dracula. Allerdings schauten wir nicht den Dracula von 1930, sondern den Dracula von 1958. Hauptdarsteller war nicht Bela Lugosi, sondern Christopher Lee. Der Film war nicht in schwarzweiß, sondern in Farbe und blutig. Und uns Jugendlichen ging die Muffe. Lee spielte den Vampir elegant, aber brutal und blutrünstig.
Später kaufte ich mir zahlreiche Hammer-Filme mit Christopher Lee auf DVD, wobei mir aber die Dracula-Filme am liebsten waren. Frankenstein ging, die Mumie mochte ich nicht so. Richtig gerne mochte ich Dracula jagt Mini-Mädchen und die Komödie Die Herren Dracula. Irgendwann sah ich mal den The Wicker Man in einer Horror-Nacht im Kino und war fasziniert – heute ist der Film einer meiner liebsten Horror-Filme mit Christopher Lee, auch wenn den Film wohl kaum einer kennt. Fein war auch der Bond-Film Der Mann mit dem goldenen Colt.

Ich habe von Christopher Lee noch ein Autogramm bekommen.

Ich habe von Christopher Lee noch ein Autogramm bekommen.

Jahre später hatte ich mit Christopher Lee ein Interview auf einem Fantasy Filmfest in München. Ich war damals für meine Schülerzeitung vor Ort und furchtbar nervös. Ich hatte eine ganze Liste von Fragen vorbereitet. Aber anstatt meine Fragen zu stellen, erzählte ich ihm die Verwechslungsgeschichte und er amüsierte sich köstlich. Ich bekam ein Autogramm auf einem alten Aushangfoto von 1958, das heute noch in meinem Arbeitszimmer hängt. Später 1982 traf ich ihn nochmals bei der Premiere des Zeichentrickfilms „Das letzte Einhorn“. Dort sprach er den bösen König Haggard und war verblüfft, dass Lee die deutsche Synchronisation selbst vornahm. Er sprach ein sehr gutes Deutsch und ich kasperte mich damals mit meinem Schulenglisch ab. Er war ein cooles Schlitzohr, sehr, sehr britisch.

Mein Autogramm von Sir Christopher Lee auf einem Original-Aushangfoto von Dracula 1958.

Mein Autogramm von Sir Christopher Lee auf einem Original-Aushangfoto von Dracula 1958.

Nach dem Horror-Film Das Haus der langen Schatten wurde es für mich still um Christopher Lee. Vielleicht spielte er noch irgendwo mit, aber ich bekam es nicht mehr mit. Auf einem Flohmarkt kaufte ich einmal wunderschöne Musik aus Herr der Ringe, aufgenommen vom dänischen Tolkien Ensemble und der Stimme von Christopher Lee. Später erschien die 4 CD-Box unter dem Titel The Lord of the Rings: Complete Songs and Poems – Christopher Lee vom Tolkien Ensemble und ich habe im Dezember 2012 darüber gebloggt. Die Metal-Sachen waren nicht mein Fall.
Erst als er bei Star Wars Count Dooku und bei Herr der Ringe als Saruman wieder erschien, sah ich den großen Mann im Kino und vor allem auf Blu ray. Gerade bei Herr der Ringe kam Lees Schauspieltalent in der Extended Version von Herr der Ringe zu Tage, Peter Jackson sah das wohl zunächst nicht so. Auch beim Hobbit durfte er wieder auf der Leinwand erscheinen und ich bin gespannt auf die Extended Version vom dritten Hobbit.
Nun ist Sir Christopher Lee im Alter von 93 Jahren verstorben. Vielen Dank für Ihre Filme Sir Christopher.

Vor 40 Jahren erschienen: Carrie von Stephen King

20. August 2014
Vor 40 Jahren erschien Stephen King Roman Carrie.

Vor 40 Jahren erschien Stephen King Roman Carrie.

Meine Frau machte mich darauf aufmerksam: Vor 40 Jahren im Jahre 1974 erschien der erste Roman von Stephen King: Carrie . Damit hatte Stephen King sein Genre gefunden und als Jugendlicher entdeckte ich für mich den Autor und verschlang jahrelang seine frühen Romane. Erst als Kind in den Fantasy-Bereich abglitt, hab ich aufgehört, seine Bücher zu lesen. Ich fang aber mit Dr. Sleep wieder an und will die Fortsetzung von Shining genießen.
Irgendwo im Archiv habe ich noch die deutsche Erstausgabe von Carrie, die 1977 in Schneekluth Verlag erschienen ist. Aber meine erste Carrie-Ausgabe erschien 1983 bei Bastei-Lübbe, noch in der Übersetzung von Elisabeth Epple. Lübbe kam 1992 mit einer Neuübersetzung von Wolfgang Neuhaus auf den Markt, die ich allerdings nicht gelesen habe.
Das Thema Telekinese interessierte mich. Und die Geschichte eines jungen Mädchens mit übersinnlichen Kräften fand ich hervorragend erzählt. Für mich war Carrie nicht böse und die spätere Verfilmung von Brian de Palma mit dem Untertitel „Die jüngste Tochter des Satans“ führt auf die falsche Fährte. Carrie ist ein schüchterner Teenager mit einer fanatischen Mutter. Das Kind wurde allein gelassen in einer modernen Welt und muss sich mit dem Heranwachsen zurechtfinden. Das Grauen bricht in den Alltag hinein und kommt nicht mehr von entstellten Monstern, wie ich sie einst kannte. Carrie änderte meine Sicht auf den Grusel- oder Horrorroman, der damals bei mir von Frankenstein, Dracula und dem Werwolf beherrscht war.


Über den Film Carrie – Des Satans jüngste Tochter von Brian de Palma habe ich bereits gebloggt. Nochmals: Ein toller Film mit viel Anspielungen auf Hitchcock. Vor knapp einer Woche habe ich mir die Neuverfilmung angeschaut und schüttle nur den Kopf. Natürlich ist der Film näher am Roman und die VFX sind besser, aber die Darsteller haben nicht die Klasse der de Palma-Verfilmung. Also besser Finger weg.
Ein kleiner Tipp zum Soundtrack Carrie von Pino Donaggio. Ich habe die Ryko-Version von Carrie und bisher nicht die auf 1500 Exemplare limitierte Kritzer-Ausgabe, die noch etwas mehr Material bietet. Aber bereits meine Version ist inzwischen selten geworden und wer sie sieht, sollte zuschlagen. Ein paar Dialoge, ein paar siebziger Jahre Songs, aber vor allem viel, viel Atmosphäre wurde in den Score gepackt. Beispielsweise der Track School in Flames ist eine Mischung zwischen natürlichen Streichinstrumenten und Elektroniksound und zeigt, was Pino Donaggio zu leisten vermag. Eigentlich hätte ich bei dem Höhepunkt des Films bei Carries blutiger Rache laute, rhythmische Musik erwartet, aber nein: Pino Donaggio bringt uns ruhige, erhabene Klänge dar, die uns zutiefst verstören. Auch der Track Mother at the top of the stairs kommt leise orchestral daher, erinnert dann an Kirchenklänge und zeigt die religiöse Welt der Carrie zwischen Glaube und Fanatismus wunderbar.

Der neue Spielzeugroboter Pleo rb ist billiger und lernt besser

26. Juni 2012

Der neue Pleo rb ist einfach besser und er ist günstiger. Wie es ja bekannt ist, bin ich Roboterfan und hab natürlich einen Pleo. Es ist ein Robo-Saurier, der zur Familie gehören sollte und lernen sollte. Leider handelt es sich bei meinen Modell um ein sehr frühes Exemplar der Pleo-Reihe und die Batterie-Laufzeit ist deutlich begrenzt. Mit Lernen ist da nicht viel und ich bin enttäuscht von meinem Mitbewohner.

Die neue Generation von Pleos, der Pleo rb scheint diese Kinderkrankheiten überwunden zu haben. Und, der deutsche Distributor Klein Robotics hat den Preis um rund 150 Euro auf 299 Euro gesenkt. Also eigentlich ein Grund, dem neuen Pleo eine Chance zu geben.

Der neue PLEO rb ist dank hochkomplexer Softwarearchitektur und faszinierender Robotik mehr als nur ein Spielzeug: die Fähigkeit zu Lernen, auf Sprachbefehle und Berührungen mit Bewegungen und Geräuschen zu reagieren, machen den Dinosaurier-Roboter zu einem tierischen Mitbewohner und Familienmitglied. Bei einer Pressekonferenz in München von Klein Robotics habe ich es ausprobiert – der Pleo lebt wirklich. Natürlich konnte ich in der Kürze der Zeit keinen Pleo auf mich trainieren, aber die ausgestellte Plep-Herde kommunizierte mit den Mitarbeitern von Klein Robotics, ihren Pflegern sozusagen.

Eine Vielzahl von Sensoren ermöglicht es ihm, Geräusche und Berührungen wahrzunehmen und darauf zu reagieren. So baut er nach und nach eine Beziehung zu den Menschen auf, die ihn aufziehen und entwickelt seine Persönlichkeit, seinen Gesundheits- und Körperzustand immer weiter. Außerdem verfügt PLEO rb über einen Orientierungs- und Bewegungssinn, durch den der Dinosaurier sich frei im Raum bewegen kann. Er simuliert das Fressen von Futter, verfolgt Bewegungen, reagiert auf Geräusche und interagiert mit seiner Umwelt. Wie ein echtes Tier kann PLEO rb glücklich, aktiv und energiegeladen sein, wenn er regelmäßig gefüttert wird und seine Besitzer sich mit ihm beschäftigen. Wenn PLEO rb jedoch vernachlässigt wird, kann er auch wie ein echtes Haustier krank werden, erschöpft oder ängstlich sein. Mit guter Pflege, gesunder Nahrung und Medizin kann PLEO rb in solchen Fällen schnell wieder gesund werden.

Aber es gibt weiterhin Nachteile, auch bei der neuen Pleo-Generation. Die Haut ist nach wie vor empfindlich. An sensiblen Gelenken wie beim Schwanz oder den Knien kann die Gummi-Haut reißen. Dann schimmern die Robo-Lenke durch. Der Pleo sieht dann ein wenig wie der angeschossene Terminator aus – weit weg vom Schmuse-Dino.

Und für mich der größte Nachteil: Es ist derzeit nach Aussage von Klein Robotics nicht möglich, das Gehirn zu verpflanzen. Ich würde gerne das Hirn, bzw die Daten meines alten Robis in das Hirn des neuen Robis verpflanzen – also ganz simpel die Daten per Kabel überspielen. Aber diese Art von Gehirnchirurgie sei derzeit nicht vorgesehen. Also ich kann nicht Dr. Frankenstein spielen. Ich muss also den neuen Pleo wieder von ganz von vorne erziehen und dazu habe eigentlich keine Lust, wieder einen zickigen Teenager-Dino zu hause zu haben.

Neuverfilmungen – bitte nicht

1. August 2008

Hollywood reagiert auf einen schrumpfenden Markt wie immer. Sie setzen auf Altbewährtes. Wenn ein Film in der Vergangenheit seinen Markt gefunden hat, dann tut er es sicher auch in der Gegenwart. Also werden alte Filme neu verfilmt, ein Remake eben. Das hat mal gut funktioniert, mal ging es in die Hose. So gibt es „Frankenstein“-Verfilmungen aus der Stummfilmzeit, die dann mit Boris Karloff neu verfilmt wurden. Die Neuverfilmung der Gegenwart mit Robert de Niro ging daneben. „Dracula“ ist ein ähnliches Beispiel. Mal als genialer Nosferatu von Murnau als Stummfilm (vor kurzem restauriert aus DVD erschienen), dann in den 30er Jahren mit Bela Lugosi, in den 60er mt Christopher Lee und dann nochmals verfilmt von Coppola. Klar, es gab noch viele Varianten des Themas auf der Leinwand und in der Glotze, aber darum geht es nicht. Ich habe Ben Hur aus der Stummfilmzeit genauso genossen, wie die Technicolor-Version mit Charlton NRA Heston. Ich habe bei „Chainsaw“ früher mehr Angst gehabt also heute und war schockiert, wie brutal Rob Zombie bei „Halloween“ vorgegangen war. Jetzt lese ich, dass „My fair Lady“ neu verfilmt wird. Es grünt so Grün, wenn Spaniens Blüten blühen? Wahrscheinlich ist dann Tausendsassa Hans Zimmer für die Musik zuständig, oder man unterlegt den Film mit Beats und betont den Bass ein wenig mehr. Da hätte ich noch einen Vorschlag für eine Neuverfilmung: „West Side Story“. Coole Rapper von der Westside liefern sich Bandenkriege und aus Maria machen wir Mary. Sie war eigentlich auf Crack, hat aber dann doch ihre Liebe gefunden. Das ist der Stoff aus dem Kassenschlager sind …  Mein Gott, schmeiß Ideen vom Himmel

Ich sah „Akte X Jenseits der Wahrheit“

21. Juli 2008

Ok ich geb es zu: Ich bin ein Fan von Akte X. Heute hatte ich Gelegenheit, die Pressevorführung des neuen 20th Century Fox Films anzusehen. Ich hab mich echt gefreut, alte Freunde wie Fox Mulder, Direktor Skinner und natürlich Dana Scully wieder zusehen. Gleich vorweg: Der Film ist „Jenseits der Wahrheit“ ist ein schönes Kammerspiel von Mulder/Scully, aber mehr auch leider nicht. Das Überirdische kommt nur in Form eines seherischen Priesters vor. Es dreht sich um eine Art moderner Frankenstein, aber das Thema kam bei „Schweigen der Lämmer“ besser herüber. Der Film hat seine Längen und ich bin auch kurz eingeschlafen. Chris Carter, was hast du gemacht! Formal stimmen die Zutaten für einen großartigen Kinofilm: Eine phantastische Scully, ein zerrissener Mulder und sehr gute Kameraarbeit, bekannte Musikthemen. Es kommt gegen Ende sogar ein bisschen deutscher Expressionismus auf, wenn die Schneeszenen fast in hartem Schwarzweiß gezeigt werden. „I want to believe“ lautet die Botschaft der Serie, des ersten Films und jetzt auch wieder des zweiten Films. Erinnerungen werden wach, die Sonnenblumenkerne, die Bleistifte in der Decke, Designer-Klamotten. Die Stimmung der Winterlandschaft drückt ein wenig auf die Stimmung, ein sterbendes Kind tut sein übriges. Doch leider werden die Personen von Carter schwach gezeichnet – Ausnahme natürlich unsere beiden Helden. Der FBI-Agent ist engstirnig und das Schlimmste, die entführte FBI-Agentin tut dem Zuschauer nicht leid. Spannend wird „Jenseits der Wahrheit“ in der Mitte bei einer Jagd auf Bösewicht mit ein wenig Shockelementen. Nein, Chance leider vergeben – und obwohl ich mich so gefreut hatte auf den Film. Doch eine Szene ist toll: Es gibt einen Kuss zwischen Mulder und Scully. So, ich zieh mir die DVDs der Serie jetzt rein.