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Buchtipp für Fans: Godzilla: History of Formative Arts 1954-2016

25. November 2021
Gewaltig wie Godzilla.

Das Buch Godzilla: History of Formative Arts 1954-2016 habe ich mir aufgrund von zwei Gründen aus Japan schicken lassen: Zum einen liebe ich Godzilla und seine japanischen Monsterkollegen und freue mich, wenn ich was neues aus dem Godzilla-Universum finde. Zum anderen habe ich es (bisher) immer aus Platzgründen vermieden in die Merch-Figurensammlung von Godzilla-Figuren einzusteigen, weil mir schlichtweg der Platz zum Aufstellen fehlt. Und dennoch hätte ich gerne Godzilla um mich herum.

Und daher klopfte das Fan-Herz schneller als ich das Buch Godzilla: History of Formative Arts 1954-2016 auspackte. Da mein Japanisch nicht vorhanden ist, hatte ich Befürchtung, dass das teure Buch eine Fehlanschaffung ist, aber die wenigen Texte liegen auf Englisch vor und es handelt sich bei Godzilla: History of Formative Arts 1954-2016 im Grunde um ein Bilderbuch, ein besonders schönes Bilderbuch.

Das Witzige: Das Bilderbuch im ungewöhnlichen Querformat umfasst im Grunde nur ein durchgehendes Motiv: Godzilla und seine Auftritte in den Filmen 1954 bis 2016 – und wir reden nur von den japanischen Filmen. Godzilla ist der absolute Superstar in diesem Werk – und Godzilla ist einfach fotogen, wenn er Eisenbahnen zermalmt, Stromleitungen durchbricht, ganze Städte niedertrampelt, sich mit anderen Monsterkollegen prügelt, seinen Atomstrahl aussendet – also alles, was unser Godzilla eben so den ganzen Tag macht. Es gibt auch ein paar Fotos hinter den Kulissen, aber den Schwerpunkt machen Fotos von Godzilla in seinen zahlreichen japanischen Verfilmungen aus. Es zeigt sich, dass unser Held mal in der Größe variiert, mal dick, mal schlank ist, auch mal seine Augenfarbe wechselt – jeder Regisseur hatte seine Interpretation, die hier wunderbar dokumentiert ist.

Wer braucht das Buch Godzilla: History of Formative Arts 1954-2016? Nun, nur der Fan, der Sammler, der Fanatiker. Selbst der klassische Filmfreund mit einem gewissen Interesse an Godzilla wird sich kopfschüttelnd abwenden. Und Otto Normalverbraucher versteht bei einem solchen Buch die Welt nicht mehr. Für mich dagegen: Go Go Godzilla

Buchtipp: Asiatische Monster und Science Fiction Filme von Detlef Claus

18. November 2021

Im Moment hat ein Kollege sein Godzilla-Buch upgedatet und ein anderer wird sein ultimatives Godzilla Buch im Februar 2022 veröffentlichten. Bis dahin ordne ich meine Godzilla-Literatur neu und mir fiel mal wieder das wunderschöne Buch Asiatische Monster- und Science-Fiction-Filme: Das deutsche Werbematerial von 1956-2011 von Detlef Claus in die Hände.

Es umfasst das deutsche Werbematerial der Jahre 1956 bis 2011, eine Fundgrube für Sammler, Fans und Filminteressierte – und Verrückte. Ich liebe die Godzilla-Community, die auf der einen Seite sehr streitbar und diskussionsfreudig ist, wenn es um die Verteidigung ihres Monsters geht. Aber auf der anderen Seite sind die Fans sich in der Liebe und Zuneigung zum Monster einig. Und das spürt der Fan, wenn das kiloschwere Buch Asiatische Monster und Science Fiction Filme in die Hand nimmt. Ausdrücklich möchte ich mich bei Detlef Claus bedanken, der dieses Buch im Eigenverlag herausgebracht hat und uns Fans somit an seiner Sammlung teilhaben lässt.

Ich durfte als Jugendlicher jeden Samstag die Jugendvorstellung des örtlichen Kinos genießen und dort liefen in der Regel japanische Monsterfilme. So lernte ich die verschiedenen Varianten meines Lieblingsmonsters kennen und vor allem lieben. Als kritischer Filmfreund nehme ich gerne schlechte Filme auseinander, aber bei Godzilla und Co bin ich gleichmütig und stehe der ganzen Sache monstermäßig wohlwollend gegenüber.

Und als ich zum ersten Mal das Buch von Detlef Claus in die Hände bekam, konnte ich mich gar nicht sattsehen. Wichtig: Es werden nicht nur japanische Monster- und SF-Filme behandelt, sondern asiatische Filme. Einige Filme kamen ja aus Korea oder China.
Nachdem ich selbst ein paar Plakate und Lobbycards sammle, habe ich in Detlef Claus meinen Sammlermeister gefunden. Ich kann nicht beurteilen, ob er alles aus den Jahren von 1956 bis 2011 in seinen Besitz hat, aber er hat auf jeden Fall eine ganze Menge. Ich habe meine Lobbycards und Filmprogramme aus dem Archiv geholt und verglichen. Ergebnis: Detlef Claus hat es veröffentlicht. Seine Sammlung ist enorm und absolut eindrucksvoll. Damit wird es zum Standardwerk des asiatischen Science-Fiction-Kinos, das Maßstäbe setzt, jeden Filmfan begeistert und es darf in keiner Filmbibliothek oder Filmsammlung fehlen.

Eine Bitte: Wenn jemand einen Überblick über das gesamte Merchandise-Universum hat, bitte in die Kommentare schreiben. Ähnliches gilt für die veröffentlichte Musik auf Vinyl oder Datenträger. Ich liebe die Mucke dieser Filme.

Das Buch von Detlef Claus umfasst das in erster Linie reine Werbematerial der Kinoverleiher und ist damit aus alten Print-Zeiten. Hinzu kommt noch interessantes Material aus dem Bereich Super 8, Video und DVD-Veröffentlichungen. Bluray oder 4K waren 2011 freilich nicht am Horizont zu sehen. Heute ist der Markt ja explodiert, nachdem Hollywood Godzilla wieder entdeckt hat.

Das Material wurde von Detlef Claus optisch aufbereitet, die Löcher von Nadeleinstichen bei Plakaten und Lobbycards oder Knicke von Foldern oder Filmprogramme wurden technisch per Photoshop optimiert. Am Ende des Buches gibt es noch einen kleinen Überblick über die japanischen Monster, eine Art Steckbrief wer wo wann auftauchte und wie in der deutschen Fassung genannt wurde.
In dem Buch Asiatische Monster- und Science-Fiction-Filme: Das deutsche Werbematerial von 1956-2011habe ich buchstäblich stundenlang geschmökert und mich an alte Zeiten als Jugendlicher erinnert. Und ich muss mich ganz schön zusammenreißen, damit ich nicht ein neues Sammelgebiet eröffne. Detlef Claus fixt mich mit seiner Sammlung regelrecht an, das ist der einige Vorwurf, das ich dem gewaltigen Buch machen kann.

Die Prophezeiung/Prophecy (1979): Film, Buch und Soundtrack

26. April 2012

Ganz unterschiedlich: Film, Buch, Soundtrack

Ganz unterschiedlich: Film, Buch, Soundtrack

Im Keller habe ich Paket zum Film Die Prophezeiung wieder entdeckt. Es war ein Öko-Thriller aus dem Jahre 1979. Ich fand den Film von John Frankenheimer, den Soundtrack von Leonard Rosenmann und den Roman von David Seltzer. Der Film ist naja, der Roman eine Enttäuschung, aber die Musik ist hervorragend.

Fangen wir mit dem Film an. Irgendwie war die Zeit für Öko-Thriller Ende der siebziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts einfach vorbei. Hitchcock schaffte mit den Vögeln im Jahr 1963 den ultimativen Tier-Thriller. Mir hatte sogar Frogs – Killer aus dem Sumpf von 1972 noch ein wenig Spaß gemacht. Aber die Prophezeiung war einfach öde. Der Film wusste nicht, was er sein sollte: Ein Drama? Ein Horrorfilm? Ein Thriller? Keine Ahnung – es geht um ein Monster, dass aus Umweltverschmutzung entstand. Das Monster war eine Art mutierter Bär, der vorhersehbar aus dem Unterholz hervorbricht und die Leute killt. Arrg und zack – am Ende wird er durch einen Pfeil erledigt – Symbol für das unterdrückte Indianervolk. Das Öko-Motiv und den warnenden Zeigefinger kennen wir schon von früher, zum Beispiel aus Godzilla und da war es besser. Am Ende stirbt der Monsterbär, doch böse neue Babdybären sind schon unterwegs. Bei Godzilla gab es wenigstens Godzillas Baby. Statt Atomenergie war es bei der Prophezeiung nun das Bleichmittel Methylquecksilber einer Papierfabrik. Regisseur John Frankenheimer ist eigentlich ein Profi, aber er konnte aus dem schwachen Stoff nicht viel herausholen. Ok, die Kameraarbeit ist prima, aber das ganze Teil ist dennoch lahm.

Und das liegt an dem uninspirierten Drehbuch von David Seltzer. Seltzer schaffte es mit Omen einen riesigen Wurf. Alles was danach kam, war schwach. Ich habe wieder in den Roman aus dem Goldmann reingelesen und weiß nicht, was mir 1979 daran gefallen hat. Schlechter Stil und absolut keine Spannung. Ich lagere den Roman wieder im Keller ein, vielleicht muss er noch ein paar Jahrzehnte reifen.

Aber die Musik von Leonard Rosenmann ist ein Genuss. Ich bin ein Fan von John Williams, doch Rosenmann holt immer mehr auf. Seine Musik zu Prophecy ist wunderbar, nicht ein Geplätscher, sondern ein symphonisches Werk – ein wahrer Score. Intensiver Klang, intensive Stimmung, intensive Atmosphäre – so muss es sein. Klare Kaufempfehlung für Prophecy.

Die Rübe ist tot – Nachruf auf James Arness

4. Juni 2011

Im Alter von 88 Jahren verstarb James Arness. Meine Generation kennt ihn als Marshall Matt Dillon in der Westernserie Rauchende Colts (1955 bis 1975). Wenn ich ehrlich bin, mochte ich die Serie nicht. Sie war irgendwie doof.
Mich beeindruckte der 2.01 Meter große James Arness in einer ganz anderen Rolle. Und zwar als große Rübe. Ja als Rübe und zwar in dem Film Das Ding aus einer anderen Welt. Dort spielte Arness einen Außerirdischen, der die wackeren US-Forscher und Soldaten dezimierte. Er war eine Art Pflanze und ein Akteur des Films meinte: Das Ding sei eine außerirdische Rübe. Cool, diesen Begriff hab ich mir gemerkt.
Der Film wurde 1951 von Howard Hawks in Szene gesetzt und ist ein Meilenstein des SF- und Horrorfilms. Der Film basierte auf der Kurzgeschichte Who Goes There? von John W. Campbell Jr. Schaut euch den Film an und genießt den Auftritt von James Arness als (Rüben-)Monster.

Verbot von Killerspielen

13. März 2009

fahne

Ich kann es bald nicht mehr hören, wenn nach dem Attentat in Winnenden die üblichen Erklärungsversuche aus der politischen Schublade gezogen werden. Da sind sie wieder, die bösen Killerspiele, die aus unseren Jugendlichen hirnlose mordende Monster machen. Ja, ja der Täter hat Killerspiele gespielt und saß stundenlang vor dem Computer. Es ist so schön einfach, alles zu vereinfachen und schnell einen Grund für die Untat zu finden. Ich habe regelrecht darauf gewartet, wann endlich der Begriff „Counter Strike“ fällt, das der Täter natürlich gespielt hat. Und wie der Pawlowsche Hund kommt sofort der Ruf nach dem Verbot von Killerspielen.

Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) rief nach einem Verbot von besonders brutaler Computerspiele mit der Begründung, bei jungen Menschen setzten solche Spiele Hemmschwellen herunter und beinhalteten die Gefahr, „dass jemand meint, so etwas selbst nachspielen zu müssen“. Der Präsident der Deutschen Stiftung für Verbrechensbekämpfung, Hans-Dieter Schwind, fordert ein „totales Verbot von Computer-Gewaltspielen.“

Diese Spiele sind ab 18 Jahren und das ist gut so. Die sollen und dürfen nicht an Jugendliche verkauft werden. Was passiert wenn sie verboten werden? Schon mal was von FTP-Server und Download gehört? Ein Verbot kann nicht die Lösung sein, sondern eine Auseinandersetzung mit den Ursachen. Warum nehmen Eltern die Erziehung nicht ernst? Warum braucht man als Sportschütze 16 Schusswaffen zu Hause? Warum muss über Tausende Schuss Munition zu Hause gelagert werden? Warum diskutiert man nicht Erziehungs- und Schulsysteme? Warum wird nicht über den Druck reflektiert der in Schule und Gesellschaft herrscht?