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Gedanken zum 65. Todestag von Humphrey Bogart

14. Januar 2022

„Louis, ich glaube, dies ist der Beginn einer wunderbaren Freundschaft.“ So lautet der Schlussatz in Casablanca. Dieser und viele andere Sätze sind in unseren Sprachgebrauch übergegeben. Sie kamen alle aus dem Mund des großen Schauspielers Humphrey Bogart, der heute seinen 65. Todestag begeht.

Wenn mir das Leben übel mitspielt, dann ist Humphrey Bogart zur Stelle. Er hat für alle Lebenslagen die richtige Aussage – und diese war durch und durch cool. Es ist nicht ganz so wie bei Woody Allens Komödie Mach’s noch einmal, Sam von 1972 wo Boogy (eine Double versteht sich) dem schüchternen Filmkritiker Allan Felix mit männlichen Sprüchen zur Seite steht. Aber Humphrey Bogart ist sicherlich eine Ikone der Popkultur geworden.

Mein erster Buchkontakt mit Bogart war im Jahr 1984. Ich war Schüler und kaufte mir das Das Humphrey Bogart Fan-Buch der Autoren Berndt Schulz, Adolf Heinzelmeier und Jürgen Menningen (Autor). Es hatte viele Bilder und war mit viel, viel Herzblut geschrieben. Das Buch gibt es nur noch antiquarisch.
Humphrey Bogart ist für mich einer der großen Stars des alten, vergangenen Hollywoods, der wenige gute Filme in seiner langen Karriere mit vielen schlechten Filme gedreht hat. Für mich sind seine wichtigsten Filme: 1941: Die Spur des Falken (The Maltese Falcon), 1942: Casablanca, 1944: Haben und Nichthaben (To Have and Have Not), 1946: Tote schlafen fest (The Big Sleep), 1948: Der Schatz der Sierra Madre (The Treasure of the Sierra Madre), 1948: Gangster in Key Largo (Key Largo), 1951: African Queen (The African Queen) und 1954: Die Caine war ihr Schicksal (The Caine Mutiny).

Humphrey Bogart ist einfach ein cooler Typ gewesen. Harte Schale, weicher Kern, der das Herz am richtigen Platz hat. Ich habe mich über meinen Lieblings-Bogart in Casablanca schon 2019 in meinem Blog ausgelassen, als Casablanca 77 Jahre alt wurde.

An Bogarts Todestag schaue ich mir Tote schlafen fest an: Das Drehbuch zu Howard Hawks Film noir, der Verfilmung des ersten Marlowe-Romans von Raymond Chandler, stammt übrigens vom späteren Literatur-Nobelpreis-Träger William Faulkner. Bogart spielt den Privatdetektiv Philip Marlowe. Seine kongeniale Partnerin an seiner Seite ist Lauren Bacall, die später Bogarts Frau bis zu seinem Todestag am 14. Januar 1957 in Los Angeles) war.

Filmtipp: The Thing (2011)

5. April 2012

Als ich zwei Stunden Zeit hatte widmete ich mich meinen Hobby des Science Fiction-Films und zog mir das Prequel von „Das Ding aus einer anderen Welt“ (1982) rein. Und ich muss sagen, ich hatte mit The Thing zwei Stunden Unterhaltung aus dem ewigen Eis.

„Das Ding“ sind beides Klassiker des Science Fiction-Films. Die Verfilmung Das Ding aus einer anderen Welt aus der Produktion von Howard Hawks aus dem Jahre 1951 ist natürlich unschlagbar in seiner Aussage „Watch the Sky“, die Neuverfilmung von John Carpenter reflektierte zumindest noch den Kalten Krieg – wir schrieben schließlich das Jahr 1982. Und Carpenter zeigte, was modernes Film-Makeup leisten kann. Aber die Version von The Thing aus dem Jahre 2011 hat diese politischen Bezüge nicht mehr. Es gibt keinen Kommunismus mehr, vor dem die Filmemacher warnen mussten, keine Paranoia vor der Roten Gefahr. Das Prequel aus dem Jahre 2011 muss ohne diese politischen Hintergründe auskommen und hat dadurch enorme Schwächen. Wen können wir eigentlich noch vertrauen? Sitzt nicht ein Kommunist unter uns? Nur einmal blitze die Angst wieder aus, als in einer schönen Hommage gesagt wurde: Wir müssen vor den Amerikanern Angst haben. Der Film basiert auf der Geschichte „Who goes there?“ von John W. Campell, der die Angst vor dem Fremden zum Inhalt hat. Damit ist die Version von 2011 ebenso wie die Version von 1982 zunehmend werkgetreuer als der Film von 1951.

Aber im Grunde ist The Thing aus dem Jahre 2011 nichts weiter als ein spannend gemachter Thriller, der durch zahlreiche Schockelemente zu überraschen weiß. Wer den Klassiker von John Carpenter zu schätzen weiß, wird auch hier seine Freude haben. Der Film spielt zeitlich vor den Carpenter-Film und leitet am Ende in diesen über. Das macht Spaß, da kommt Freude bei dem Filmfreund auf. Endlich wissen wir, warum zwei Gesichter verschmolzen sind oder was es mit der roten Axt auf sich hat. Ich musste bei der typischen Carpenter-Musik bei der Überleitung herzhaft lachen. IIch weiß, der offizielle Komponist des Jahres 1982 war Ennio Morricone, aber ich höre Carpenter an allen Ecken und Enden durch. Schade, dass nur kurz auf die klassische Vorgängermusik in dem Prequel eingegangen wird. Aber ich bin sehr angetan. Ich habe so viele schlechte Neuverfilmungen gesehen, dass es eine Freude war, diesen Film zu sehen.

Allerdings waren die CGI-Effekte nicht immer erste Sahne. Da habe ich mich mehr von den Make up-Künsten von Rob Bottin des Jahres 1982 gegruselt, als bei den CGI-Effekten des Jahres 2011. Hier wäre mehr Etat sinnvoller gewesen, aber egal. Und auch die Logik ist nicht immer so eine Sache. Das böse Monster soll ein Hightech-Raumschiff fliegen – klaro doch.

Aber Regisseurneuling Matthijs van Heijningen schlägt sich wacker und liefert eine solide Leistung ab. 103 Minuten Unterhaltung für den modernen Filmfreund von heute. Wer allerdings Carpenters Film Das Ding aus einer anderen Welt nicht gesehen hat, braucht sich diesen Film nicht antun. Dazu ist die Story dann doch zu dünn. Leider reicht die Kameraarbeit nicht an die atmosphärisch dichte Komposition von Dean Cundey aus dem Jahre 1982 heran.

Ich habe gehört, dass die Verfilmungen von 1951 und 1982 von der Besatzung der Amundsen-Scott-Südpolstation traditionell nach Abflug des letzten Flugzeugs zu Beginn des Winters am Südpol gemeinschaftlich angesehen werden (müssen). Nun haben die Forscher mit The Thing aus dem Jahre 2011 einen dritten Film, den es sich zum Anschauen lohnt.

Die Rübe ist tot – Nachruf auf James Arness

4. Juni 2011

Im Alter von 88 Jahren verstarb James Arness. Meine Generation kennt ihn als Marshall Matt Dillon in der Westernserie Rauchende Colts (1955 bis 1975). Wenn ich ehrlich bin, mochte ich die Serie nicht. Sie war irgendwie doof.
Mich beeindruckte der 2.01 Meter große James Arness in einer ganz anderen Rolle. Und zwar als große Rübe. Ja als Rübe und zwar in dem Film Das Ding aus einer anderen Welt. Dort spielte Arness einen Außerirdischen, der die wackeren US-Forscher und Soldaten dezimierte. Er war eine Art Pflanze und ein Akteur des Films meinte: Das Ding sei eine außerirdische Rübe. Cool, diesen Begriff hab ich mir gemerkt.
Der Film wurde 1951 von Howard Hawks in Szene gesetzt und ist ein Meilenstein des SF- und Horrorfilms. Der Film basierte auf der Kurzgeschichte Who Goes There? von John W. Campbell Jr. Schaut euch den Film an und genießt den Auftritt von James Arness als (Rüben-)Monster.