Posts Tagged ‘Michael Fassbender’

50 Jahre Apple – ich gratuliere als Fan-Boy

1. April 2026

Heute wird Apple 50. Jahre alt und ich begleite seit langem als Apple-Fanboy das Unternehmen aus Cupertino. Über die Jahre habe ich viele Seiten des Unternehmens und dessen Produkte, aber auch Akteuere beleuchtet. Ich war bei der Präsentation des iPhones vor Ort und habe gemerkt, wie der Apfel die Welt veränderte. Als ich damals in San Francisco bei der Vorstellung des iPhone im Saal saß, lag etwas in der Luft, das weit über die übliche Spannung einer Produktpräsentation hinausging. Es war dieses seltene Gefühl, Zeuge eines Augenblicks zu sein, in dem sich Zukunft plötzlich nicht mehr wie eine abstrakte Idee anfühlt, sondern wie etwas, das im selben Moment Wirklichkeit wird. Schon bevor Steve Jobs die Bühne betrat, war eine elektrisierende Aufbruchstimmung zu spüren. Man merkte, dass hier etwas Besonderes passieren würde. Doch als er dann mit seiner unnachahmlichen Ruhe und Klarheit sprach, verdichtete sich diese Erwartung zu einer Energie, die den ganzen Raum erfasste.
Ich hatte das Gefühl, dass sich in diesem Moment ein neues Kapitel öffnete. Es war nicht nur die Vorstellung eines technischen Geräts, sondern die Ankündigung einer anderen Denkweise. Plötzlich ging es nicht mehr nur um Telefone, Computer oder einzelne Funktionen. Es ging um die Idee, dass Technik sich dem Menschen anpassen kann, dass sie intuitiv, elegant und beinahe selbstverständlich in den Alltag übergeht. Diese Erkenntnis wirkte wie ein Funke. Man sah in den Gesichtern der Menschen nicht bloß Interesse oder Neugier, sondern echtes Staunen. Es war diese besondere Mischung aus Begeisterung, Hoffnung und dem Gefühl, an einem Wendepunkt dabei zu sein.

Von dieser Präsentation ging eine enorme positive Kraft aus. Sie bestand nicht allein in der Faszination für das Gerät selbst, sondern in dem Optimismus, den es verkörperte. Auf einmal schien alles möglich. Man spürte den Glauben daran, dass Innovation nicht kalt und technisch sein muss, sondern inspirierend, fast menschlich. Das iPhone stand an diesem Tag für Mut, Vorstellungskraft und den Willen, Gewohntes radikal neu zu denken. Diese Kraft sprang auf das Publikum über. Sie machte aus Zuschauern Beteiligte, aus Skeptikern Gläubige und aus einem Produktmoment ein Erlebnis, das weit über den Saal hinausstrahlte. Seine Stanford-Rede wird uns alle in Erinnerung und als Mahnung bleiben: Stay hungry, stay foolish. Nothing more: Stay hungry, stay foolish. Vielen Dank Steve Jobs.

Heute will ich zum 50. Geburtstag einen Blick auf die Verfilmungen rund um Apple werfen. Im Kino und Fernsehen sind Apple und sein Mitgründer Steve Jobs längst zu Projektionsflächen geworden, an denen sich der Mythos vom charismatischen, aber gnadenlosen Tech-Visionär immer neu verhandeln lässt. Besonders deutlich wird das in jenen Verfilmungen, die explizit sein Leben oder die Geschichte des Unternehmens nachzeichnen und dabei ganz unterschiedliche formale Zugriffe und Blickwinkel wählen.

Im Zentrum steht dabei die Filmbiografie „Steve Jobs“ aus dem Jahr 2015 unter der Regie von Danny Boyle, deren Drehbuch Aaron Sorkin auf Basis der autorisierten Biografie von Walter Isaacson entwickelte. Statt einer klassischen „Birth-to-death“-Erzählung fokussiert der Film drei Schlüsselmomente der Apple-Geschichte: den Macintosh-Launch 1984, die Vorstellung des NeXT-Computers 1988 und die Rückkehr Jobs’ zu Apple mit der Präsentation des iMac 1998. Diese strenge Dreiteilung verdichtet sein Leben zur Backstage-Situation, in der technische Krisen, Machtkämpfe im Management und die konfliktreiche Beziehung zu seiner Tochter Lisa in schnellen, dialoggetriebenen Schlagabtäuschen verhandelt werden. Michael Fassbender zeichnet Jobs dabei als hochkonzentrierten, sprachlich brillanten, zugleich emotional verkapselten Antreiber, während Figuren wie Steve Wozniak (Seth Rogen) oder Marketing-Managerin Joanna Hoffman (Kate Winslet) das moralische und menschliche Korrektiv der Story bilden.

Bereits zwei Jahre zuvor hatte „Jobs“ (2013), inszeniert von Joshua Michael Stern, versucht, den Aufstieg des jungen Steve Jobs von den Studienjahren am Reed College in den 1970ern bis zur Einführung des iPod 2001 in einen klassischen Biopic-Bogen zu packen. Ashton Kutcher übernimmt hier die Hauptrolle und kopiert mit sichtbarer Lust die Gestik, Körpersprache und den ikonischen Look des Apple-Gründers, vom Barfuß-Hippie über den Garage-Unternehmer bis zum schwarz gerollkragigen Keynote-Star. Dramaturgisch folgt der Film einer vertrauten Erfolgsstory-Choreografie: Garage, Gründung, erster Erfolg mit dem Apple II, Hybris, interner Machtkampf, Absturz und schließlich die Rückkehr als geläuterter Unternehmer, die in der Vision vom iPod kulminiert. Wo Boyles „Steve Jobs“ die Figur eher als Textoberfläche für Dialog und Idee begreift, setzt „Jobs“ stärker auf Identifikation, montiert Stationen der Firmengeschichte und versieht sie mit sentimentalen Akzenten, etwa in der Beziehung zu Wozniak oder in der Inszenierung kreativer Erleuchtungsmomente.

Noch bevor das moderne Biopic Steve Jobs als Einzelhelden entdeckte, hatte 1999 der TV-Film „Pirates of Silicon Valley“ unter der Regie von Martyn Burke das Panorama der frühen PC-Ära entworfen. Hier steht nicht allein Apple im Fokus, sondern das Duell zweier Konzerne und ihrer Frontmänner: Noah Wyle spielt Jobs, Anthony Michael Hall verkörpert Bill Gates, und die Handlung spannt einen Bogen von 1971 bis 1997. Ausgehend vom Sachbuch „Fire in the Valley: The Making of the Personal Computer“ zeichnet der Film die Rivalität zwischen Apple und Microsoft als halb ironische, halb tragische Gründungslegende: die rebellischen „Piraten“ aus der Garage, die sich mit der Zeit in machtbewusste Konzernlenker verwandeln. Visuell bleibt der TV-Film relativ konventionell, aber erzählerisch gelingt ihm eine interessante Doppelbewegung: Jobs erscheint als charismatischer, oft tyrannischer Visionär, während Gates als opportunistischer Tüftler gezeichnet wird, der die „Piraten“ mit ihren eigenen Mitteln übertrumpft und so symbolisch das Ende der Unschuld der Heimcomputer-Ära markiert.

Neben dramatischen Spielfilmen haben sich auch mehrere Dokumentarfilme dem Phänomen Apple und Steve Jobs genähert. „Steve Jobs: The Man in the Machine“ von 2015, inszeniert von Alex Gibney, stellt den Versuch dar, den Kult um Jobs zu dekonstruieren und die Schattenseiten hinter dem gefeierten Marken-Image sichtbar zu machen. Der Film verknüpft Archivmaterial, Interviews und Medienschnipsel, um zu zeigen, wie ein charismatischer Unternehmer zur quasi-religiösen Projektionsfigur werden konnte – und welche sozialen wie ethischen Kosten dieser Mythos hatte, etwa in Bezug auf Arbeitsbedingungen und das Privatleben des Gründers. Parallel dazu existieren Nischenproduktionen wie „Welcome to Macintosh“ (2008) oder „Macheads“ (2009), die weniger Jobs selbst als die Apple-Community und deren spezifische Mischung aus Technikbegeisterung, Markenloyalität und Identitätspolitik beleuchten. Hier tritt Jobs eher als abwesender Mittelpunkt auf: Die Filme untersuchen, wie sich um ein Unternehmen eine Anhängerschaft bildet, in der Produkte zu kulturellen Distinktionsmerkmalen werden.

Diese unterschiedlichen Zugriffe – vom verdichteten Theaterstück im Backstage-Raum bei Boyle über die chronologisch ausbuchstabierte Erfolgsbiografie bei Stern bis hin zum Fernsehpanorama der 1990er-Jahre und den kritischen Dokumentationen – zeigen, wie wandelbar die filmische Figur Steve Jobs ist. Mal fungiert er als Projektionsfläche für die Idee des genialischen Unternehmers, mal als exemplarischer Fall für die Schattenseiten des Silicon-Valley-Kapitalismus, mal als Marken-Ikone, um die sich eine quasi-religiöse Fangemeinde schart. Gleichzeitig schreibt jede dieser Verfilmungen ein Stück Apple-Geschichte mit, sei es in der pathetisch gerahmten Produktpräsentation, in den Rekonstruktionen legendärer Keynotes oder in der nüchternen Aufzählung von Meilensteinen der Computerentwicklung. So entsteht über die Jahre ein vielschichtiger, widersprüchlicher Kanon von Apple- und Jobs-Bildern, der weniger eine „wahre“ Biografie erzählt, als vielmehr unsere kulturellen Vorstellungen von Innovation, Genie und Erfolg im digitalen Zeitalter spiegelt.

Buchtipp: The Art and Making of Alien Covenant von Simon Ward

2. Dezember 2019

Mein Buchtipp: The Art and Making of Alien Covenant

Mein Buchtipp: The Art and Making of Alien Covenant

Komisch, ein Film, der mir immer wieder im Kopf herumgeht, ist Alien Covenant von Ridley Scott. Es ist der jüngste Ableger der Alien-Reihe aus dem Jahr 2017 und hat damit schon ein paar Tage auf den Buckel. Ich habe mir nach der Bluray nun auch die 4K-Version des Film Alien: Covenant gekauft.
Bei YouTube gibt es Szenen, die nicht im Film verwendet wurden, die die Geschichte noch klarer machen. Die Fortsetzung spielt zehn Jahre nach den Ereignissen in Prometheus. Es ist mir unverständlich, warum Ridley Scott diese Szenen geschnitten hat.
Der Prolog mit David und dem Schöpfer ist schlichtweg genial, mit dem eindrucksvollen Klavierauszug von Wagners Entrance of the Gods into Valhalla und es gibt eine wunderbare Fan-Interpretation dazu auf YouTube, die ich euch nicht vorenthalten will.

Besonders die Eingangsszene des Films und die Entwicklung Davids faszinieren mich. Eigentlich ist Alien Covenant ein zutiefst negativer Film und ich war beim Buch The Art and Making of Alien: Covenant von Simon Ward neugierig, wie auf David eingegangen wird. Das Buch zeigt die üblichen Making of-Bilder und auch zahlreiche Sketches von Raumschiffe, Städten und Waffen. Faszinierend natürlich die Entwicklungsformen des Aliens, die hier klar gezeigt werden. Es ist weniger der Zauber von Giger als vielmehr detailreiche Darstellung eines der schrecklichsten Monster der Filmgeeschichte. Als 3D-Fan sah ich, wie Z-Brush als Gestaltungssoftware wunderbar eingesetzt wurde, um das Alien zu formen. Der Alien-Kopf ziert auch das Cover des Bildbandes.
Aber dieses Mal stand David im Mittelpunkt meines Interesses. Michael Fassbender spielt den Androiden eindrucksvoll in einer Doppelrolle – David und Walter. Leider wird das Ende des Films im Buch nur angedeutet, wenn David die Kinder ins Bett bringt. Schade, ich hätte mehr von Alien und den Kolonisten gesehen, wenn diese Szene ging mir nach meinen Kinobesuch nicht aus dem Kopf.
Und es wird im Buch ein wenig die Zeichnungen Davids angerissen. Über Jahre hinweg studierte er die Körper des Menschen, der Aliens, der Bewohner und der Flora. Es sieht ein wenig aus wie in der Bibliothek von Frankenstein. Das Buch gibt einen kleinen Einblick dieser Welt und bei einem Besuch von Forbidden Planet in London stieß ich auf das Buch mit allen David Zeichnungen. Der Titel Alien Covenant: David’s Drawings und ich musste das schwere Buch sofort kaufen und werde es in den nächsten Tagen besprechen.
Fazit: Also Alien-Fans werden beide Bücher brauchen. Hier das Unboxing der Art of Buches The Art and Making of Alien: Covenant:

Filmtipp: Alien Covenant

18. Mai 2017

Mir hat Alien Convenant sehr viel Spaß gemacht.

Mir hat Alien Covenant sehr viel Spaß gemacht.

Ridley Scott, der alte Recke, kann es noch immer. Mit Alien Covenant legte er einen neuen eindrucksvollen Teil seiner Alien-Reihe vor und knüpfte damit direkt an Prometheus an. Gleich vorweg: Mir hat Alien Covenant sehr gut gefallen, aber das war nicht bei allen Zuschauern bei meinem Kinobesuch im Scala Fürstenfeldbruck der Fall. Da hatten sich einige der männlichen Kinobesucher mehr Action erwartet. Nun Action war in Alien Covenant vorhanden, aber es war auch Tiefe vorhanden. Eine Vielzahl von Kinozuschauern war von den literarischen Zitaten von Lord Byron und Mary Shelly schlichtweg überfordert und konnten Ridley Scott auf seiner Suche nicht folgen. Für diese Zuschauer war Alien Covenant eher anstrengend. Wie sagte mein Nachbar im Kino: „Zuviel Gequatsche!“

Aussteller im Kino Scala FFB

Aussteller im Kino Scala FFB

Wer aber Fan der Alien-Filme ist und sich auf eine Weiterführung von Prometheus einlassen will, der freut sich über die Handlung und die Begegnung mit dem Außerirdischen. Der Xenomorph hat sich inzwischen zur Biowaffe verändert und die Diskussion um Menschlichkeit, wie sie bereits in Ghost in the Shell geführt wurde, wird in Alien Covenant weitergeführt. Natürlich ist der flinke und höchst aggressive Neomorph der eigentliche Held, sei es als Maske oder CGI. Ich freute mich, als das Alien erstmals in voller Größe erschien. Es war wie ein Wiedersehen mit alten Bekannten. Aus dem Xenomorph wurde ein weiterentwickelter Neomorph. Scott hat so viele Erinnerungen an sein Erstlingswerks eingebaut: Die geheimnisvollen Eier, das Herausbrechen aus dem Magen, das Signal von einem fernen Planeten und, und, und. Und es gibt eine Hommage an den großartigen H.R. Giger, dem Schöpfer des Aliens. Seine Kunst der Biomechanik wurde von Ridley Scott aufgegriffen. Als Beispiel sei die Duschszene genannt – Sexualität kombiniert mit Obsessionen über das Eindringen von etwas absolut Fremden wurde hier genial in Szene gesetzt. Es gab auch ein Wiedersehen und einen Erklärungsansatz über mein Lieblingsraumschiff schlechthin. Das hufeisenförmige fremde Raumschiff taucht wieder im Film, wobei ich hier mich nicht 100prozentig identifizieren konnte. In meiner Fantasie war dieses Raumschiff ein biomechanisches, organisches Fluggerät. In Alien Covenant klingt es, als ob es aus Metall wäre. Die Raumfahrer stapfen durch das Raumschiff und das Echo klingt nach Metall. Das hat mich wirklich gestört, weil es nicht mit meiner Fantasie deckungsgleich ist. Dennoch: Das Setdesign ist schichtweg genial. Es passt einfach zusammen und Ridley Scott kann es einfach.
Zu Alien gehört auch ein Android, in unserem vorliegenden Film heißen sie Walter und David. Michael Fassbender ist hier in einer Doppelrolle zu sehen und es macht absolut Spaß, seinem Spiel beizuwohnen. Sicherlich die eindrucksvollste Szene ist das Flötenspiel, sehr intim und großartig gespielt. Diese Intimität wird nochmals aufgegriffen als es zum Kuss zwischen David und Walter kommt. Der Gotteskomplex wird immer wieder thematisiert.
Der Name Walter setzt sich aus den Wortstämmen walt- (althochdeutsch: waltan ‚herrschen‘) und Heer (althochdeutsch: heri ‚Kampfverband‘) zusammen. Das gibt schon einen Hinweis. Und die Anspielung zu Michelangelos David ist natürlich voll beabsichtigt, obwohl Ridley Scott in der Einführungsszene bewusst den Kopf der ersten Monumentalstatue der Hochrenaissance und bekannteste Skulptur der Kunstgeschichte verbirgt. David nimmt den Kampf gegen den Riesen Goliath auf – vielleicht eine Analogie, dass der Android sich gegen seinen Schöpfer Mensch wendet. Und immer wieder kommt dazu der göttliche Richard Wagner. Zweimal kommt das Rheingold vor, der Einzug der Götter in Walhall, zu Beginn des Films als Klavierauszug und zum Ende der Films als Symbol der Zeitenwende. Sie prophezeit die Götterdämmerung, das Ende der Götter – das Ende des Gottes Mensch. Wer wie mein Sitznachbar im Kino Action erwartetet, bekam zum Ende Richard Wagner und reagierte verwirrt.
Ach ja, die Musik im Film. Der Score von Alien hatte Maßstäbe gesetzt: Soundtrack-Götter wie Jerry Goldsmith gaben in der Vergangenheit den Takt an. In Alien Covenant sollte es ursprünglich Harry Gregson-Williams sein. Es wäre interessant gewesen, wie er sein Thema von Der Marsianer – Rettet Mark Watney (The Martian) weiterentwickelt hätte. Er schied allerdings aus Termingründen aus und überließ die Musik Jed Kurzel, dem ich bisher nicht viel zutraute. Sein Assassin’s Creed war mir zu heftig. Im Film Alien Convenant passte sein Score allerdings sehr gut und in den nächsten Wochen wird der Score auf CD veröffentlich. Ich werde ihn dann ausführlich besprechen.

Filmtipp: Steve Jobs

15. Dezember 2015

Toller Film, aber nur für Fans: Steve Jobs von 2015.

Toller Film, aber nur für Fans: Steve Jobs von 2015.

Nahezu alleine saß ich in Essen im Kino und schaute mir den Steve Jobs Film an. Nach 2 Stunden und 2 Minuten war für mich klar: Das ist ein Film für Fans – und zwar nur für Fans.
So leid es mir tut, aber wer nur ein wenig den verstorbenen Apple CEO kennt, der ist mit diesem Film überfordert. Im Grunde erzählt dieser Film das Verhältnis von Steve Jobs zu seiner Tochter Lisa. Aber er erzählt viel viel mehr: Er zeigt dem Zuschauer die Revolution der Technik am Beispiel von vielen kleinen, gut recherchierten Details. Der gemeine Zuschauer ist jedoch mit Angaben von Prozessorenentwicklungen, Grafikkarten und anderem technischem Schnickschnack überfordert, der Geek in mir strahlt dagegen und geht nach Hause zu seiner Lisa, zu seinem Apple II, zu seinem NeXT Cube und freut sich, wie die Technikgeschichte verlaufen ist und ich noch einige Geräte besitze.
Die Darsteller Michael Fassbender als Steve, Seth Rogen als der andere Steve und vor allem sehr gut ein großartiger Jeff Daniels als John Sculley gefallen mir sehr gut. Wunderbar treffend auch Kate Winslet als Marketingchefin Joanna Hoffman, die wohl einzige Person, die Jobs ungestraft ihre Meinung sagen durfte.
Neben Regisseur Danny Boyle und den Darstellern ist vor allem Drehbuchautor Aaron Sorkin mein Held. Er schuf eine super spannende Technikgeschichte, wie bereits zuvor in der Zuckerberg-Verfilmung The Social Network von David Finsher. Aaron Sorkin ist ein absoluter Meister seines Fachs und aufgrund seines Drehbuchs von Steve Jobs verschlinge ich gerade seine Serie The West Wing. Dieser Mann kann Geschichten schreiben, die unterhalten und packen und auf ihre Art anspruchsvoll sind. So auch bei Steve Jobs. Aaron Sorkin schafft die Gratwanderung zwischen Technikgeschichte, Heldenverehrung und Hollywood ohne viel Kitsch. Die Geschichte wurde anspruchsvoll erzählt und das ist wahrscheinlich das Problem dieses Films, denn Anspruch ist nicht unbedingt das, was beim Kinopublikum in der Masse gewürdigt wird.