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Buchtipp: The Art and Making of Alien Covenant von Simon Ward

2. Dezember 2019
Mein Buchtipp: The Art and Making of Alien Covenant

Mein Buchtipp: The Art and Making of Alien Covenant

Komisch, ein Film, der mir immer wieder im Kopf herumgeht, ist Alien Covenant von Ridley Scott. Es ist der jüngste Ableger der Alien-Reihe aus dem Jahr 2017 und hat damit schon ein paar Tage auf den Buckel. Ich habe mir nach der Bluray nun auch die 4K-Version des Film Alien: Covenant gekauft.
Bei YouTube gibt es Szenen, die nicht im Film verwendet wurden, die die Geschichte noch klarer machen. Die Fortsetzung spielt zehn Jahre nach den Ereignissen in Prometheus. Es ist mir unverständlich, warum Ridley Scott diese Szenen geschnitten hat.
Der Prolog mit David und dem Schöpfer ist schlichtweg genial, mit dem eindrucksvollen Klavierauszug von Wagners Entrance of the Gods into Valhalla und es gibt eine wunderbare Fan-Interpretation dazu auf YouTube, die ich euch nicht vorenthalten will.

Besonders die Eingangsszene des Films und die Entwicklung Davids faszinieren mich. Eigentlich ist Alien Covenant ein zutiefst negativer Film und ich war beim Buch The Art and Making of Alien: Covenant von Simon Ward neugierig, wie auf David eingegangen wird. Das Buch zeigt die üblichen Making of-Bilder und auch zahlreiche Sketches von Raumschiffe, Städten und Waffen. Faszinierend natürlich die Entwicklungsformen des Aliens, die hier klar gezeigt werden. Es ist weniger der Zauber von Giger als vielmehr detailreiche Darstellung eines der schrecklichsten Monster der Filmgeeschichte. Als 3D-Fan sah ich, wie Z-Brush als Gestaltungssoftware wunderbar eingesetzt wurde, um das Alien zu formen. Der Alien-Kopf ziert auch das Cover des Bildbandes.
Aber dieses Mal stand David im Mittelpunkt meines Interesses. Michael Fassbender spielt den Androiden eindrucksvoll in einer Doppelrolle – David und Walter. Leider wird das Ende des Films im Buch nur angedeutet, wenn David die Kinder ins Bett bringt. Schade, ich hätte mehr von Alien und den Kolonisten gesehen, wenn diese Szene ging mir nach meinen Kinobesuch nicht aus dem Kopf.
Und es wird im Buch ein wenig die Zeichnungen Davids angerissen. Über Jahre hinweg studierte er die Körper des Menschen, der Aliens, der Bewohner und der Flora. Es sieht ein wenig aus wie in der Bibliothek von Frankenstein. Das Buch gibt einen kleinen Einblick dieser Welt und bei einem Besuch von Forbidden Planet in London stieß ich auf das Buch mit allen David Zeichnungen. Der Titel Alien Covenant: David’s Drawings und ich musste das schwere Buch sofort kaufen und werde es in den nächsten Tagen besprechen.
Fazit: Also Alien-Fans werden beide Bücher brauchen. Hier das Unboxing der Art of Buches The Art and Making of Alien: Covenant:

Filmtipps: Zulu (1964) und Zulu Dawn (1979)

5. Januar 2013
Zulu mit einem großartigem Michael Caine.

Zulu mit einem großartigem Michael Caine.

An den Wochenende, wenn ich faul auf dem Sofa liege, dann schau ich gerne Filme, die in der Zeit des britischem Empire spielen. Andere schauen Sissi und Kostümfilme an, ich lege eben eine DVD der Rotröcke ein. Bei Filmen wie Der Mann, der König sein wollte oder „Khartoum – Der Aufstand am Nil“ kann ich entspannen, wenn die Briten siegreich sind oder die Hucke voll bekommen. Ganz nebenbei: Gibt es eigentlich solche Filme über die deutsche Kolonialzeit?

Immer wieder schaue ich mir als passionierter Afrika-Reisender die Filme Zulu und Zulu Dawn an, die ich jedem ans Herz legen kann. Gleich vorweg: Nein, es sind keine kritischen Spielfilme, die sich mit der Kolonialpolitik der europäischen Staaten auseinandersetzen. Beide Filme spielen in der Gegend um Isandhlwana bzw. Rorke’s Drift im heutigen südafrikanischen Natal und ich habe mir die wunderbare Region schon zweimal angesehen. Obwohl Zulu Dawn aus dem Jahre 1979 stammt, sollte man ihn vor Zulu (1964) ansehen, denn inhaltlich bauen beide Filme aufeinander auf. Die Schlacht von Isandhlwana 1879 war einer der großen Kolonialkriege, bei dem die Briten vernichtend geschlagen wurden. Es war das erste Mal, dass eine Eingeborenenarme die besser ausgerüstete Militärmacht der Briten in die Knie zwang. 1300 britische Soldaten starben.

Peter O'Toole spielt in Zulu Dawn die Hauptrolle.

Peter O’Toole spielt in Zulu Dawn die Hauptrolle.

Und es zwar kein Wunder, wie es der Film Zulu Dawn – die letzte Offensive aus dem Jahre 1979 wunderbar darstellt. Die britische Führung war arrogant und schätzte die militärische Lage komplett falsch ein. Im Film werden die überheblichen britischen Offiziere exzellent dargestellt: Burt Lancaster, Simon Ward und ein absolut göttlicher Peter O‘Toole liefern eine perfekte Darstellung ihrer Schauspielkunst ab. Auch die Regie von Douglas Hickox ist solide. Wunderbar die Aufnahmen der britischen Garnison und Tea-Party mit snobistischen Gehabe und oberflächlichen Smaltalk. Leider lief der Film in den USA schlecht in den Kinos, so dass er in Deutschland nur auf Video bzw. DVD veröffentlicht wurde. Ich empfehle aber ausdrücklich die englische Originalversion anzusehen, um die blasierte Sprache des englischen Adels und Offiziersstabes genießen zu können. Als Berater fungierte Cyril Endfield, der 1964 seinen Film Zulu drehte.

Zulu spielt zeitlich nach Zulu Dawn und zeigt, wie sich eine Missionsstation erfolgreich gegen den Ansturm der Zulu-Übermacht verteidigt. 139 Briten gegen rund 4000 Zulus und die Briten schlugen die Angreifer in die Flucht. Die überlebenden Verteidiger bekamen das Victoria-Kreuz verliehen (wunderbar aus dem Off gesprochen von Richard Burton). Militärhistorisch wurden bis dahin und auch nie wieder danach so viele Orden dieser Art verliehen. Es zeigte sich in dem Film, was durch klare Befehlsstruktur und Kompetenz auf Seiten der Briten möglich war. Und auch hier sind Spitzendarsteller zu sehen, allen voran ein wunderbarer Michael Caine. Mir gefällt der Film wahrscheinlich auch so gut, weil John Barry den Soundtrack beisteuerte. Und da wir gerade bei der Musik sind: Bei dem Marsch „Men of Harlech“, den die walisischen Truppen den angreifenden Zulus entgegenschmettern, läuft es mir kalt den Rücken herunter.

Men of Harlech stop your dreaming
Can’t you see their spear points gleaming
See their warrior pennants streaming
To this battlefield
Men of Harlech stand ye steady
It cannot be ever said ye
For the battle were not ready
Stand and never yield
From the hills rebounding
Let this song be sounding
Summon all at Cambria’s call
The mighty force surrounding
Men of Harlech on to glory
This will ever be your story
Keep these burning words before ye
Welshmen will not yield

Der Kriegsgeschrei der Zulus imponierte übrigens den genialen Ridley Scott, der den Zulu-Gesang gleich in seinen Film Gladiator übernahm. Aus den Zulu Klängen wurden einfach Germanen, die zu Beginn des Films gegen die römische Legion kämpften. So einfach ist Film.