Posts Tagged ‘Der Mann der König sein wollte’

Sean Connery, nachträglich alles Gute

29. August 2020
Nachträglich alles Gute zum Geburtstag Mr. Bond

Nachträglich alles Gute zum Geburtstag Mr. Bond

Nachträglich wünsche ich Sean Connery alles Gute zum 90. Geburtstag. Seitdem ich als Kind mit dem James Bond-Virus infiziert wurde, bin ich ein Fan des Schotten. Und ja: Connery ist der beste Bond von allen. Ich mag sie fast alle gerne: Roger Moore, George Lazenby, Timothy Dalton, David Niven und Pierce Brosnan, aber ich mag vor allem Sean Connery. Und nein, den Bauern Daniel Craig mag ich nicht.
Der beste Bond ist für mich Liebesgrüße aus Moskau, weil es ein schöner kalter Krieger ist. Und ich mag natürlich Goldfinger.
In der Nach-Bond-Phase hat Sean Connery sich als Schauspieler etabliert und mit großartigen Regisseuren gearbeitet: Ich will nur Sir Alfred Hitchcock (Marnie) und John Huston (Der Mann, der König sein wollte) nennen. Connery lieferte ein schönes Schauspiel in Robin und Marian, das rote Zelt und der Wind und der Löwe ab – wobei ich beim letzten grinsen musste als der dargestellte Araberfürst mit schottischen Akzent sprach. Filme wie Outland oder Zardoz haben starke Momente und auch in den Nebenrollen wie in Time Bandits lieferte Sean Connery eine solide Leistung.
Im Alter kamen dann die Charakterrollen wie Name der Rose, Highlander und vor allem als Vater von Indiana Jones. The Rock war mir ein wenig zuviel, aber Wiege der Sonne traf meinen Geschmack.
Ich habe ein kleines Geburtstagsvideo mit allerlei Schätzen aus meinem Archiv gedreht und wünsche euch viel Spaß beim Ansehen. Und falls Sean Connery reinklicken sollte: Alles Gute nachträglich zum Geburtstag.

Musikitpp: The Man Who Would Be King von Maurice Jarre

17. Juni 2014

Foto 1

Schon vor Indiana Jones gab es Abenteuer auf der Kinoleinwand. Mein Vater nahm mich 1976 als Kind in den John Huston-Film Der Mann, der König sein wollte” ins Kino mit. Hier spielten Sean Connery und Michael Caine zwei britische Kolonialsoldaten, die auf der Suche nach einem Königreich Kafiristan (im heutigen Afghanistan) waren. Die Geschichte stammt von Rudyard Kipling und enthält viele Elemente der Freimauerei. Das Buch The Man Who Would Be King gibt es umsonst.

Mir hat der Film immer gefallen. Es war kein Actionmovie, sondern er war so wunderbar altmodisch. Wesentlich zum Gefallen hat mir vor allem der Soundtrack von Maurice Jarre beigetragen, die Musik geht mir heute noch immer durch den Kopf. Den Marsch, das Thema des Films, pfeife ich oftmals vor mich hin.

Komponiert wurde das Ganze von Maurice Jarre. Er ist der Vater des Synthesizier-Pioniers Jean-Michael Jarre und hat großartige Werke für David Lean komponiert: Lawrence von Arabien (1963), Doktor Schiwago (1966), und Reise nach Indien (1984). In diese Welt der epischen Filmmusik passt auch der Score zu der Mann der König sein wollte. Die Musik des Films wurde für den Golden Globe nominiert, bekommen hat er ihn allerdings nicht.

Foto 2

Der Soundtrack The Man Who Would Be King wurde unter der Leitung des Komponisten von   Maurice Jarre durch das National Philharmonic Orchestra eingespielt und auf Langspielplatte veröffentlicht. Heute liegen zwei Veröffentlichungen des Soundtracks vor, die schwer zu bekommen sind. Die erste Fassung wurde vom Label Bay Cities in den neunziger Jahren veröffentlicht und war 1993 ausverkauft. Bruce Kimmel, ehemaliger Chef von Bay Cities, nahm den Soundtrack zu seinem neuen Label Kritzerland mit. Dort wurde die Musik remastert und in einer Auflage von 1000 Kopien neu auf den Markt gebracht. Auch diese Version, die wirklich klarer klingt als die ursprüngliche Bay Cities-Version, ist ein gesuchtes Sammlerobjekt.

Das Thema des Soundtracks basiert auf dem Irish Lied  „The Minstrel Boy“. Und Gottesdienstbesucher erkennen Reginald Heber’s „The Son of God Goes Forth to War“, das von Connery/Caine gesungen wird. Nett übrigens, dass der Song in der Folge „London, May 1916“ von “The Young Indiana Jones Chronicles episode” eingesetzt wurde. So schließt sich der Kreis zu Abenteuerfilmen.

Wer den Soundtrack irgendwo sieht, sollte ihn sich kaufen. Ich hab ihn sehr lieb gewonnen.

Filmtipps: Zulu (1964) und Zulu Dawn (1979)

5. Januar 2013
Zulu mit einem großartigem Michael Caine.

Zulu mit einem großartigem Michael Caine.

An den Wochenende, wenn ich faul auf dem Sofa liege, dann schau ich gerne Filme, die in der Zeit des britischem Empire spielen. Andere schauen Sissi und Kostümfilme an, ich lege eben eine DVD der Rotröcke ein. Bei Filmen wie Der Mann, der König sein wollte oder „Khartoum – Der Aufstand am Nil“ kann ich entspannen, wenn die Briten siegreich sind oder die Hucke voll bekommen. Ganz nebenbei: Gibt es eigentlich solche Filme über die deutsche Kolonialzeit?

Immer wieder schaue ich mir als passionierter Afrika-Reisender die Filme Zulu und Zulu Dawn an, die ich jedem ans Herz legen kann. Gleich vorweg: Nein, es sind keine kritischen Spielfilme, die sich mit der Kolonialpolitik der europäischen Staaten auseinandersetzen. Beide Filme spielen in der Gegend um Isandhlwana bzw. Rorke’s Drift im heutigen südafrikanischen Natal und ich habe mir die wunderbare Region schon zweimal angesehen. Obwohl Zulu Dawn aus dem Jahre 1979 stammt, sollte man ihn vor Zulu (1964) ansehen, denn inhaltlich bauen beide Filme aufeinander auf. Die Schlacht von Isandhlwana 1879 war einer der großen Kolonialkriege, bei dem die Briten vernichtend geschlagen wurden. Es war das erste Mal, dass eine Eingeborenenarme die besser ausgerüstete Militärmacht der Briten in die Knie zwang. 1300 britische Soldaten starben.

Peter O'Toole spielt in Zulu Dawn die Hauptrolle.

Peter O’Toole spielt in Zulu Dawn die Hauptrolle.

Und es zwar kein Wunder, wie es der Film Zulu Dawn – die letzte Offensive aus dem Jahre 1979 wunderbar darstellt. Die britische Führung war arrogant und schätzte die militärische Lage komplett falsch ein. Im Film werden die überheblichen britischen Offiziere exzellent dargestellt: Burt Lancaster, Simon Ward und ein absolut göttlicher Peter O‘Toole liefern eine perfekte Darstellung ihrer Schauspielkunst ab. Auch die Regie von Douglas Hickox ist solide. Wunderbar die Aufnahmen der britischen Garnison und Tea-Party mit snobistischen Gehabe und oberflächlichen Smaltalk. Leider lief der Film in den USA schlecht in den Kinos, so dass er in Deutschland nur auf Video bzw. DVD veröffentlicht wurde. Ich empfehle aber ausdrücklich die englische Originalversion anzusehen, um die blasierte Sprache des englischen Adels und Offiziersstabes genießen zu können. Als Berater fungierte Cyril Endfield, der 1964 seinen Film Zulu drehte.

Zulu spielt zeitlich nach Zulu Dawn und zeigt, wie sich eine Missionsstation erfolgreich gegen den Ansturm der Zulu-Übermacht verteidigt. 139 Briten gegen rund 4000 Zulus und die Briten schlugen die Angreifer in die Flucht. Die überlebenden Verteidiger bekamen das Victoria-Kreuz verliehen (wunderbar aus dem Off gesprochen von Richard Burton). Militärhistorisch wurden bis dahin und auch nie wieder danach so viele Orden dieser Art verliehen. Es zeigte sich in dem Film, was durch klare Befehlsstruktur und Kompetenz auf Seiten der Briten möglich war. Und auch hier sind Spitzendarsteller zu sehen, allen voran ein wunderbarer Michael Caine. Mir gefällt der Film wahrscheinlich auch so gut, weil John Barry den Soundtrack beisteuerte. Und da wir gerade bei der Musik sind: Bei dem Marsch „Men of Harlech“, den die walisischen Truppen den angreifenden Zulus entgegenschmettern, läuft es mir kalt den Rücken herunter.

Men of Harlech stop your dreaming
Can’t you see their spear points gleaming
See their warrior pennants streaming
To this battlefield
Men of Harlech stand ye steady
It cannot be ever said ye
For the battle were not ready
Stand and never yield
From the hills rebounding
Let this song be sounding
Summon all at Cambria’s call
The mighty force surrounding
Men of Harlech on to glory
This will ever be your story
Keep these burning words before ye
Welshmen will not yield

Der Kriegsgeschrei der Zulus imponierte übrigens den genialen Ridley Scott, der den Zulu-Gesang gleich in seinen Film Gladiator übernahm. Aus den Zulu Klängen wurden einfach Germanen, die zu Beginn des Films gegen die römische Legion kämpften. So einfach ist Film.