Filmtipps: Zulu (1964) und Zulu Dawn (1979)

Zulu mit einem großartigem Michael Caine.

Zulu mit einem großartigem Michael Caine.

An den Wochenende, wenn ich faul auf dem Sofa liege, dann schau ich gerne Filme, die in der Zeit des britischem Empire spielen. Andere schauen Sissi und Kostümfilme an, ich lege eben eine DVD der Rotröcke ein. Bei Filmen wie Der Mann, der König sein wollte oder „Khartoum – Der Aufstand am Nil“ kann ich entspannen, wenn die Briten siegreich sind oder die Hucke voll bekommen. Ganz nebenbei: Gibt es eigentlich solche Filme über die deutsche Kolonialzeit?

Immer wieder schaue ich mir als passionierter Afrika-Reisender die Filme Zulu und Zulu Dawn an, die ich jedem ans Herz legen kann. Gleich vorweg: Nein, es sind keine kritischen Spielfilme, die sich mit der Kolonialpolitik der europäischen Staaten auseinandersetzen. Beide Filme spielen in der Gegend um Isandhlwana bzw. Rorke’s Drift im heutigen südafrikanischen Natal und ich habe mir die wunderbare Region schon zweimal angesehen. Obwohl Zulu Dawn aus dem Jahre 1979 stammt, sollte man ihn vor Zulu (1964) ansehen, denn inhaltlich bauen beide Filme aufeinander auf. Die Schlacht von Isandhlwana 1879 war einer der großen Kolonialkriege, bei dem die Briten vernichtend geschlagen wurden. Es war das erste Mal, dass eine Eingeborenenarme die besser ausgerüstete Militärmacht der Briten in die Knie zwang. 1300 britische Soldaten starben.

Peter O'Toole spielt in Zulu Dawn die Hauptrolle.

Peter O’Toole spielt in Zulu Dawn die Hauptrolle.

Und es zwar kein Wunder, wie es der Film Zulu Dawn – die letzte Offensive aus dem Jahre 1979 wunderbar darstellt. Die britische Führung war arrogant und schätzte die militärische Lage komplett falsch ein. Im Film werden die überheblichen britischen Offiziere exzellent dargestellt: Burt Lancaster, Simon Ward und ein absolut göttlicher Peter O‘Toole liefern eine perfekte Darstellung ihrer Schauspielkunst ab. Auch die Regie von Douglas Hickox ist solide. Wunderbar die Aufnahmen der britischen Garnison und Tea-Party mit snobistischen Gehabe und oberflächlichen Smaltalk. Leider lief der Film in den USA schlecht in den Kinos, so dass er in Deutschland nur auf Video bzw. DVD veröffentlicht wurde. Ich empfehle aber ausdrücklich die englische Originalversion anzusehen, um die blasierte Sprache des englischen Adels und Offiziersstabes genießen zu können. Als Berater fungierte Cyril Endfield, der 1964 seinen Film Zulu drehte.

Zulu spielt zeitlich nach Zulu Dawn und zeigt, wie sich eine Missionsstation erfolgreich gegen den Ansturm der Zulu-Übermacht verteidigt. 139 Briten gegen rund 4000 Zulus und die Briten schlugen die Angreifer in die Flucht. Die überlebenden Verteidiger bekamen das Victoria-Kreuz verliehen (wunderbar aus dem Off gesprochen von Richard Burton). Militärhistorisch wurden bis dahin und auch nie wieder danach so viele Orden dieser Art verliehen. Es zeigte sich in dem Film, was durch klare Befehlsstruktur und Kompetenz auf Seiten der Briten möglich war. Und auch hier sind Spitzendarsteller zu sehen, allen voran ein wunderbarer Michael Caine. Mir gefällt der Film wahrscheinlich auch so gut, weil John Barry den Soundtrack beisteuerte. Und da wir gerade bei der Musik sind: Bei dem Marsch „Men of Harlech“, den die walisischen Truppen den angreifenden Zulus entgegenschmettern, läuft es mir kalt den Rücken herunter.

Men of Harlech stop your dreaming
Can’t you see their spear points gleaming
See their warrior pennants streaming
To this battlefield
Men of Harlech stand ye steady
It cannot be ever said ye
For the battle were not ready
Stand and never yield
From the hills rebounding
Let this song be sounding
Summon all at Cambria’s call
The mighty force surrounding
Men of Harlech on to glory
This will ever be your story
Keep these burning words before ye
Welshmen will not yield

Der Kriegsgeschrei der Zulus imponierte übrigens den genialen Ridley Scott, der den Zulu-Gesang gleich in seinen Film Gladiator übernahm. Aus den Zulu Klängen wurden einfach Germanen, die zu Beginn des Films gegen die römische Legion kämpften. So einfach ist Film.

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