Posts Tagged ‘Long Goodbye Tour’

Voll auf die Ohren – der richtige Gehörschutz bei Konzerten

23. Mai 2017
Ich mag Konzerte, aber langsam wird mir der Lärm zuviel.

Ich mag Konzerte, aber langsam wird mir der Lärm zuviel.

Ich werde alt. Während mir früher die hohe Lautstärke bei Konzerten nichts ausgemacht hat, bin ich heute empfindlicher geworden. Die Lautstärke macht mich fertig. Nach den Konzerten bin ich erledigt. Gut, ich könnte Lärm meiden und nicht mehr auf Konzerte gehen, aber ich möchte die Künstler live sehen. Daher war es an der Zeit, sich um einen Gehörschutz umzusehen.
Natürlich gibt es die klassischen Ohropax. Es sind so Schaumstoffstöpsel, die ich mir ins Ohr popeln kann. Die kosten ein paar Cent und machen dicht. Das ist fein, aber nicht der Sinn der Sache. Solche Ohrstöpsel nehme ich im Hotel, wenn im Nebenzimmer ein Paar mich bei ihrer Zweisamkeit teilnehmen lassen will, aber nicht bei Konzerten. Ich will die Musik der Künstler auf der Bühne ja genießen. Also musste eine bessere Lösung her. Außerdem drängte die Zeit. Ich hatte Karten für die Long Goodbye Tour der britischen Hardrocker Deep Purple in der Olympiahalle. Ich wollte die Abschiedstour der Band besuchen, aber ich musste auch am nächsten Tag ein Seminar halten und da darf ich mir einen dicken Kopf aufgrund des Lärms nicht erlauben. Meine Erfahrung mit Deep Purple-Konzerten lehrte mich: Es gibt was auf die Ohren. Nicht so stark wie bei Lemmy, aber dennoch.

ich bin mit dem Senner MusicPro Gehörschutz gut gefahren.

ich bin mit dem Senner MusicPro Gehörschutz gut gefahren.

Meine Gattin brachte die Lösung, weil sie genau das gleiche Problem mit lauter Musik hat. Wir beide fotografieren immer wieder im Auftrag bei Konzerten und sind ganz vorne an der Bühne und bekommen den Lärm voll ab. Sie empfahl mir den Gehörschutz Senner MusicPro Gehörschutz Ohrstöpsel,


Das hat ich ebenso. Die Ohrstöpsel kommen in einem Alubehälter daher, in dem sie Geschützt sind. Die Ohrstöpsel sind nach Angaben des Herstellers aus hypoallergenes Material. Ich drehe die Teile in die Ohren und sie tragen sich bequem. Scheinbar sorgen die Dreifach-Lamellen dafür, dass der Lärm rausgefiltert wird. Ich habe keinen dumpfen Klang wie bei den Schaumstoffstöpsel im Kopf, sondern die Musik wird gedämpft und die Sprache kommt klar durch. Es funktioniert wirklich: Klangtreue Dämpfung lauter Musik bei Erhaltung des vollen Spektrums der Töne – genau so was habe ich gesucht. Ich habe Leute gesehen, die haben sich Taschentücher in die Ohren gedreht: Lasst es euch sagen: Es sieht ziemlich doof aus.


Ich teste die Senner MusicPro  beim Deep Purple-Konzert. Die Musik brachte es auf 115 dB laut meiner App und das zwei Stunden. Ich war froh um den Gehörschutz und ich war froh, die Herren von Deep Purple nochmals live erleben zu können. Das Seminar am nächsten Tag verlief auch prima – kein dicker Kopf. So machen Konzerte Spaß. Die nächsten Karten sind schon bestellt – die Rolling Stones kommen.

Konzert: Deep Purple in der Olympiahalle München 2017

22. Mai 2017

Als zur Einstimmung auf das Konzert The Boys are back in Town lief, da wurde ich etwas melancholisch. Sollte es wirklich das letzte Mal sein, dass ich Deep Purple live sehen würde? Die britische Band befindet sich auf ihrer Long Goodbye Tour und machten in Münchner Olympiahalle Station. Wie oft hatte ich die britischen Hardrocker schon gesehen? Viele Male guten alten Hardrock. Damals noch mit Ritchie Blackmore als wilden geheimnisvollen Mann bei der Perfect Stranger-Vereinigung. Ich hatte Keyboard-Zauberer Jon Lord noch lebend gesehen. Und nun saß ich hier und wollte auf Wiedersehen sagen, schließlich sind die Herren im Seniorenalter. Infinite soll das letzte Studioalbum gewesen sein.


Die Spannung auf Deep Purple war bei mir enorm. Die Vorband Spacetruck machte einen guten Job und heizte den Fans ein. Und dann begann die rund zweistündige Show der Altrocker. Im Hintergrund schwebte das Konterfei der Herren in einem Eisberg, wie einst die US-Präsidenten in Mount Rushmore. Das Bild kannten wir bereits aus dem Booklet von Infinite.


Dann brach es los mit Time for Bedlam. Ian Gillan überraschte uns mit Sonnenbrille und Goldjacke. Ich dachte sofort an die Scheibe 50,000,000 Elvis Fans Can’t Be Wrong, die Elvis‘ Gold Records, Volume 2. Und irgendwie stimmte es ja: Deep Purple spielte eine Best of-Show mit ein paar neuen Songs. Die Herren müssen nicht mehr beweisen, was sie können. Das neue Songmaterial ist nett, aber das alte ist netter. Routiniert spielen sie ihre Show ab und zeigen, welchen Sound die Mark VIII-Besetzung hervorbringt. Ian Gillan, Steve Morse, Don Airey, Roger Glover und Ian Paice machen mir immer noch eine Freude. Das Zusammenspiel der alten Herren ist tadellos aufeinander abgestimmt. Nachdem ich im Vorfeld immer wieder von den Problemen des Gitarristen gehört habe, achtete ich besonders darauf. Auf dem Konzert konnte ich von den Arthrose-Problemen von Steve Morse nichts feststellen – das ist gut so. Im Hintergrund stand ein Roadie mit Gitarre bereit, der aber mehr bemüht war, die Instrumente zu stimmen. Ob er als Ersatz fungieren sollte, weiß ich nicht. Ich mag diesen Steve Morse einfach. Er scheint ein freundlicher Kerl zu sein, anders als der Stinkstiefel Herr Blackmore. Morse hat seinen eigenen Stil in Deep Purple eingebracht und fungiert nicht als Blackmore-Ersatz. Das Zusammenspiel zwischen der immer noch tollen Stimme von Ian Gillan und der Gitarre von Steve Morse klappt hervorragend und beide scheinen nach all den Jahren sogar noch Spaß daran zu haben, trotz Hunderter Konzerte. Ein Made in Japan kommt freilich nicht mehr heraus, erwartet aber auch keiner im meist älteren Publikum.


Einziges Gründungsmitglied von Deep Purple ist Ian Paice, der Spaßvogel. Er sitzt hinter seiner Schießbude und drischt bekleidet mit seinem Werbe-T-Shirt von Pearl auf die Felle ein, dass es eine Freude ist. Ab und zu hängt die Zunge raus zwecks Konzentration. Pacie geht richtig ab, wenn er sich durch die Klassiker spielt. Und davon gab es viele auf der Long Goodbye Tour.
Die Setlist war in München:
Time for Bedlam, 
Fireball, 
Bloodsucker, 
Strange, Kind of Woman, 
Johnny’s Band, 
Uncommon Man , The Surprising, 
Lazy (with keyboard intro), 
Birds of Prey, 
Hell to Pay, 
Keyboard Solo, 
Perfect Strangers, 
Space Truckin‘, 
Smoke on the Water
Die Zugaben waren:
Highway Star, 
Hush, 
Bass Solo, 
Black Night
Da war es wieder, dass alte Hardrock-Feeling. Die Mischung zwischen alten und neuen Songs hat gepasst und freilich haben die Fans in der Olympiahalle bei Smoke on the Water mitgesungen, wie es sich gehört. Jeder Gitarrenanfänger kennt die Griffe, die die Rockmusik verändert haben.
Also die Herren, wenn es wirklich die letzte Tour war, dann sag ich artig vielen lieben Dank. Ihr habt mein Leben bereichert. Mir hat es gefallen und auf der Heimfahrt hörte ich freilich Highway Star.