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Filmkritik: James Bond 007 – keine Zeit zum Sterben / No Time to die

15. Oktober 2021

Der neue James Bond Film No time to die hat alles richtig gemacht und für mich viel falsch gemacht. Für mich als Traditionalist in Sachen Bond bricht dieser Bond zu sehr mit der Tradition und fügt sich dem modernen Zeitgeist. Dabei geht er weiter als die Vorgängerfilme. Daniel Craigs Interpretation des britischen Geheimagenten ist konsequent modern – und ich mag diese Interpretation nicht.

Keine Zeit zu sterben ist kein Bond in der Tradition der klassischen Filme. Zu viel hat das Produzentenduo Michael G. Wilson und Barbara Broccoli den Agent mit der Lizenz zum Töten weichgespült und dem Zeitgeist angepasst. Dadurch ist der Bond-Film auswechselbar geworden und unterscheidet sich nicht mehr von herkömmlichen Actionfilmen. Das Bond-Flair ist nur noch in Details vorhanden.

Der Film lebt von der Vergangenheit, von der Tradition ein Teil der erfolgreichsten Filmreihe der Welt zu sein. Nachdem der Start aufgrund von Corona immer wieder verschoben wurde, tut der fulminante Start den Kinos gut und dies begrüße ich. Zumindest in Deutschland ist der Film ein Kassenschlager. In den USA zündet Bond nicht so. Ich hab mir den langen Film in meinem Lieblingskino vor Ort dem Scala Fürstenfeldbruck angeschaut.

Einige Szenen von No Time to die erinnern mit Augenzwinkern an den Bond der Vergangenheit. Ich begrüße diese Verbeugung an die alten glorreichen Bond-Zeiten: Das wird gleich zu Beginn klar, als unser geliebter Aston Martin DB5 über die kurvigen Straßen von Italien rollt. Wir haben alle Zeit der Welt. Der Geheimdienst ihrer Majestät lässt grüßen. Ich sehe im Geiste die große Diana Rigg und mir wird klar, dass es aktuell Léa Seydoux als Madeleine Swann ist. Was für ein dramatischer Verlust an Schauspielkunst! Wir hören Louis Armstrongs Song am Ende des Films nochmal. Damit war schon zu Beginn klar, dass No Time to Die dramatisch enden wird.

Traditionspflege Aston Martin
Im Grunde waren die Aston Martins das Zeitlose an dem neuen Bond. Ich genoss das Erscheinen der Autos, die mehr Seele haben als die Schauspieler, die in ihm sitzen. Der Aston Martin DB5 ist das Auto, mit dem alles angefangen hat, als es 1964 im Bond-Film Goldfinger erstmals auf der Kinoleinwand erschien. Der DB5 machte einen solchen Eindruck, dass er danach in sechs weiteren Bond-Filmen zu sehen war: Feuerball, Golden Eye, Der Morgen stirbt nie, Casino Royale, Skyfall und Spectre. Sean Connery, Pierce Brosnan und Daniel Craig waren alle in dem Sportwagen aus den 1960er Jahren unterwegs.

Der DB5 der Gegenwart wird von der neuen MI6-Agentin Nomi, gespielt von Lashana Lynch, gefahren. Neue Agenten brauchen neue Autos. Das Flaggschiff des Aston Martin Portfolios legt im Film einen ganz großen Auftritt hin. Auch der Valhalla – der revolutionäre Mittelmotor-Sportwagen von Aston Martin – feiert in Keine Zeit zu sterben einen ganz besonderen Gastauftritt. Für mich neben dem DB5 kommt gleich der V8 Saloon, ähnlich dem Modell, das erstmals 1987 in Der Hauch des Todes einen Auftritt hatte. Der V8 Saloon feierte ein Jahrzehnt vor Timothy Daltons Bond sein Debüt und war sowohl das schnellste viersitzige Serienmodell seiner Zeit als auch das erste echte „Supercar“ Großbritanniens. Wer genau hinschaut, sieht am Nummernschild (B549 WUU), dass es sich um Daltons Auto handelt.

Erinnerung an große Zeiten
In der Basis des Schurken angekommen, sehen wir eine Verbeugung vor dem großen Ken Adam, der mit seinem Setdesign das Bond-Feeling prägte. Und wir sehen immer wieder das Set von Dr. No in dem Sean Connery als Bond startete. Ach ja, der gute alte Dr. No. Der Film spielte auf Jamaika und auch Keine Zeit zu sterben nimmt sich die Zeit, in Golden Eye, dem Anwesen von Ian Fleming, umherzustreifen. Das macht Laune, dass die Bond Macher solch einen historischen geschmackvollen Drehort zum Abschluss der Craig-Reihe gewählt haben.

In einer Zeit, in der Lieschen Müller sich als Pauschaltouristin die Welt ansehen kann, reicht es nicht mehr, dass James Bond Filme Exotik der Südsee und Flair der Ferne zeigen. Gedreht wurde in Süditalien, Kuba und London – alles Orte, die Lieschen Müller ansteuern kann. Die Welt von Bond ist eben kleiner geworden.
Achten Sie auf das Getränk in Jamaika. Es gibt keinen Wodka Martini. Stattdessen steht dort eine Flasche Blackwell Rum. Das ist nicht wie bei Bond-Filmen üblich ein Productplacement, sondern Blackwell Rum gehört Chris Blackwell, der bei Dr. No Location-Scout war und dann ins Rumgeschäft einstieg. Nette Spielerei für Bond-Fans und Alkoholiker.

Das letzte Mal Daniel Craig
Ich war nie ein Fan von Daniels Craig Interpretation des Helden, aber er spielt seinen Bond aus seiner Sicht konsequent. Auf der einen Seite zeigt er die Härte, die ein Agent mit der Lizenz zum Töten ausstrahlen muss. Er killt seine Gegner ohne Gnade. Aber auf der anderen Seite gibt Craig einen tiefen Einblick in Bonds Gefühlswelt. So haben wir unseren Bond noch nie gesehen – und wenn ich ehrlich bin, so wollte ich ihn auch nie sehen. Bond zeigt Wärme, Rücksicht, Verlangen – Softskills. Die Frauen, ich darf nicht mehr Bond-Girls schreiben, werden von Bond nicht mehr flachgelegt, sondern befördert. Nomi (Lashana Lynch) bekommt sogar die 007-Lizenz.

Übrigens: Im Hebräischen bedeutet Noomi „angenehm, erfreulich, liebenswürdig, die Liebliche“. Die meeto-Debatte hat Bond erreicht und die Kunstfigur James Bond neu geformt. Entstanden ist ein neuer Bond, der für mich aber auswechselbar, blasser wirkt, der seine Kanten verloren hat. Die kalten Krieger von Ian Fleming sind nicht mehr gefragt. Es ist auch nicht mehr die Figur, die Ian Fleming einstmals erdacht hatte. Bond wird in diesem Film ein Familienmensch.
Ist Ihnen aufgefallen, dass die Eröffnungssequenz fehlt, die uns immer begleitet hat: Bond dreht sich in die Kamera und schießt und dann setzt die Titelmusik ein. Bei Keine Zeit zu streben, darf Billie Eilish singen, aber diese ikonische Szene fehlt. Gegen Ende des Films im Showdown kommt eine Homage daran, als Bond an einer Wegkreuzung einen Terroristen umballert. Hier bricht der Film mit seinen Vorgängern und als Traditionalist in Sachen Bond mag ich das nicht.

Der böse Mann
Ungewohnte Härte und sogar Furcht gibt es gleich zu Beginn des Film. Bösewicht Lyutsifer Safin, von Rami Malik gut dargestellt, geht auf die Jagd nach einem Kind. Was geht da ab? Die Atmosphäre des Auftakts ist dicht, das Ganze ist spannend und brutal. So etwas zu Beginn eines Bond-Films, ohne dass der Held auftaucht, ist ungewöhnlich und bricht mit liebgewonnen Traditionen. Und da wir schon bei Bösewichten sind: Blofeld ist auch wieder da, Walz spielt ihn prima, doch seine Fesselung auf einem Stuhl ist einfach lächerlich und eines Bond-Bösewichts nicht würdig. Ein bisschen Schweigen der Lämmer im Hochsicherheitstrakt, das haben wir schon mal besser, viel besser gesehen.
Das Thema der biologischen Waffe ist in Corona-Zeiten hoch aktuell – da kam den Machern der Zufall zu Hilfe.

Mein Fazit: No Time to die ist ein emotionaler Actionfilm geworden, wie ihn das heutige Publikum zu schätzen weiß. Gut, dass die Ära Craig damit zu Ende gegangen ist und es eine Chance für einen Neuanfang gibt. Obwohl das Ende ja das Ende ist, geben uns die Produzenten die Hoffnung mit den Zeilen „James Bond will return“

Musikkritik: No Time to die von Hans Zimmer

7. Oktober 2021

Ich hab Bauchweh. Ich bin seitdem ich ins Kino gehe ein Fan von James Bond. Und nicht nur das: Ich bin auch ein Fan der James Bond Filmmusiken. Dabei lernte ich den Komponisten John Barry kennen und schätzen. Seine Scores von Bond-Filmen haben mich geprägt und sie sind eine hohe Messelatte. Dazu gehört natürlich auch das Monty Norman Hauptthema von 007. Und nun? Und nun hat Hans Zimmer den Score zum neuen Bond No Time to die geschrieben. Da hab ich Bauchweh.

Aus Pflicht oder vielmehr aus Tradition habe ich mir seinen Score gekauft und schlimmes befürchtet. Die jüngsten Scores von Bond-Filmen fand ich gelinde gesagt einfach schlecht. Thomas Newman in Spectre, David Arnolds Filmmusik ging so. Aber nun steht uns Tausendsassa Hans Zimmer ins Haus.

Ist Zimmer dem Thema Bond gewachsen? Erfüllt er meine Maßstäbe an Bond? Kann er sich sogar mit John Barry messen? Mit Hans Zimmer habe ich immer wieder Schwierigkeiten, nachdem er mit vielen seiner pompösen inszenierten Musiken nicht meinen Geschmack getroffen hat. Es gibt Ausnahmen bei Zimmer, aber im Grunde bin ich bei der musikalischen Zimmermaschinerie vorsichtig. Bewundernswert ist dagegen sein kaufmännisches Talent.
Aber es musste sein: Als Sammler habe ich mir erst einmal eine Picture Disc vom Score gekauft. Die Doppel-LP No Time to Die im goldenen Vinyl kommt in den nächsten Tagen und eine andere Picture Disc hängt beim Zoll fest. Die Score selbst habe ich via Apple Music geladen. Und was soll ich sagen? Ich bin von der Qualität überrascht. Hans Zimmer ist ein Bond-Score gelungen, der diesen großen Namen verdient. Die Leitmotive aus der Vergangenheit wurden eingewebt. Der Score ist dicht und er macht Spaß. Nach dem dritten, vierten Durchhören bin ich zufrieden, ich will sogar sagen, dass ich ein wenig versöhnt bin mit Hans Zimmer. Vielleicht ist dieser Score sogar untypisch für Zimmer. Gerade im Ausklang beweist er mit Finale Ascent einen schönen Abgesang auf die Ära Daniel Craig – den ich übrigens immer für einen guten Darsteller, aber einen schlechten Bond gehalten habe.
Ich habe meinen Kauf von No Time to Die nicht bereut. Die Picture Discs wandern ins Archiv, die Vinyl-Platte wird dann und wann aufgelegt, die Single No Time To Die von Frau Eilish kommt in die Rockola und die Streaming-Dateien bleiben auf dem Smartphone.

100. Geburtstag von Ken Adam

5. Februar 2021

Heute feiert der wichtige Filmarchitekt Ken Adam seinen 100. Geburtstag. Bekannt wurde er durch die Sets von James Bond Filmen, berühmte wurde er durch die Konstruktion des War Rooms in Dr. Seltsam.

Für mich der wichtigste Setdesigner überhaupt: Sir Ken Adam

Ich hatte eine zweistündige Online-Schulung über Ken Adam und verbringe den Abend mit Erinnerungen. Ich erinnere mich an eine Begegnung mit ihm im Jahre 2015 in München. Ich besuchte die Vernissage der Ausstellung Bigger than Life und konnte mit dem Meister den Nachmittag verbringen. Hier ein Video als er mir den Ausstellungskatalog unterschrieb.

Und hier die verschiedenen Würdigungen des Abends aus meinem Archiv.
Die Kulturreferentin des British Council Dr. Elke Ritt würdigte den Production Designer Sir Ken Adam bei der Ausstellungseröffnung Bigger than Life im Kunstfoyer der Versicherungskammer München.

Der künstlerische Direktor der Deutschen Kinemathek Dr. Rainer Rother würdigte den Production Designer Sir Ken Adam bei der Ausstellungseröffnung Bigger than Life im Kunstfoyer der Versicherungskammer München.

Der Kurator der Ausstellung Bigger Than Life Peter Mänz würdigte den Production Designer Sir Ken Adam bei der Ausstellungseröffnung Bigger than Life im Kunstfoyer der Versicherungskammer München.

Der Kurator der Ausstellung Bigger Than Life Dr. Boris Hars-Tschachotin würdigte den Production Designer Sir Ken Adam bei der Ausstellungseröffnung Bigger than Life im Kunstfoyer der Versicherungskammer München.

Warten auf James Bond No Time to die

20. September 2019

James Bond ist eine der erfolgreichsten Kinoserien der Filmgeschichte. Im Moment laufen die Dreharbeiten zum 25. Bond-Film No Time to die, die aber unter keinem guten Stern stehen. 

Der Start des neuen James Bond hat sich bereits zweimal verschoben. Der ursprünglich geplante Regisseur Danny Boyle (28 Days Later, Slumdog Millionär oder Steve Jobs) trat „wegen kreativer Differenzen“ vom Bond-Projekt zurück. Die Produzenten wählten nun den US-Amerikaner Cary Joji Fukunaga, der seit 4. März die Fäden in der Hand hält. Er verfilmt jetzt ein neues Drehbuch der Bond-Autoren Neal Purvis und Robert Wade. 

Rami Malek als Gegenspieler

Bond-Bösewichter haben in der Regel große Namen. Dieses Mal wird der böse Bube von Rami Malek gespielt, der eben für seine Darstellung des Freddie Mercury in Bohemian Rhapsody den Oscar erhalten hat. Ich bin sehr gespannt, ob er sich in die Riege der großen Bond-Bösewichter wie Gerd Fröbe, Curd Jürgens, Christopher Lee oder Christopher Walken einreihen kann. Welche Rolle und welchen Typ Schurke Rami Malek darstellt, ist noch völlig ungewiss. Lashana Lynch („Captain Marvel“) und Ana de Armas („Blade Runner 2049“) sind für den nächsten Bond verpflichtet. 

Ach ja und das Auto steht auch schon fest: Es wird ein Elektrofahrzeug von Aston Martin: Valhalla. Das bringt mich zurück in meine Kindheit, als ich meinen DB 5 als Spielzeugauto von Corti hatte. Es handelte sich um Corgi 271 James Bond 007 – Aston Martin DB 5, der noch original verpackt aus dem Jahre 1978 bei mir herumliegt. Ich hab mal ein Unboxing dieses wunderbaren Spielzeugs gemacht, nachdem der DB 5 im neuen Bond auch wieder vorkommen soll. Das alleine ist schon ein Grund, den neuen Bond im neuen Jahr anzusehen. 

Dreharbeiten zu No Time to Die laufen

Neuer Starttermin wird wohl der April 2020 sein. Die Dreharbeiten laufen auf Hochtouren. Der Titel des Jubiläumsbond lautet No Time to Die. Und eben bei diesen Dreharbeiten hatte sich Hauptdarsteller Daniel Craig auf Jamaika verletzt und fiel aus. Die Arbeiten konnten aber weiterlaufen. Dabei hat Craig gar keine richtige Lust den britischen Geheimagenten zu spielen, aber der entsprechende Scheck überzeugte dann doch. Es soll für ihn wirklich der letzte Bond-Film sein. 

Für mich war Craig nie die Idealbesetzung der Rolle. Ich bin ein Fan von Sean Connery, gefolgt von George Lazenby und Timothy Dalton, Roger Moore und Pierce Brosnan – in dieser Reihenfolge. David Niven, der in der verrückten Bond-Parodie Casino Royale spielt, steht außer der Reihe. George Lazenby hat im Sommer den Ort seines damaligen Wirkens besucht. 

Daniel Craig verkörperte für mich nicht die Rolle des Gentleman, nicht die kultivierte Figur, die sich Ian Fleming erdacht hat. Craig könnte auch in klassischen Action-Filmen wie Bourne-Identität oder John Wick mitspielen, für die es keinen britischen Stil braucht. Erst im jüngsten Bond Spectre von 2015 hatte für mich Daniel Craig das Niveau eines James Bond erreicht. Ich bin gespannt, wie er seine Rolle nun zum fünften Mal im 25. James Bond interpretiert. Wer ist denn eigentlich für euch der beste Bond-Darsteller? 

Sollte James Bond in Rente geschickt werden? 

Es ist wohl eindeutig, dass Daniel Craig nach diesem Bond keine Lust mehr hat, den Agenten zu spielen. Bond-Produzentin Barbara Broccoli muss nun einen neuen Bond finden. Auf die Idee, die Serie einzustellen, wird sie wohl nicht kommen. Ich habe das Gefühl, dass sich James Bond überlebt hat und das sage ich als absoluter Bond-Fan. Bitte Barbara, mach James Bond nicht kaputt. 

James Bond war für mich eine Figur des Kalten Krieges. Dieser Krieg ist in seiner damaligen Form vorbei. Diese Art der Bedrohungslage ist vorbei und sie bildete damals eine eindrucksvolle Stimmungskulisse. Die Superbösewichte waren damals glaubhafter als heute. Die Schurken hatten eine Form, die es in anderen Filmen nicht gab. Sie waren verrückt, bizarr, überheblich, aber immer irgendwie glaubhaft. Das ist heute vorbei. In den Craig-Bonds kam zwar Spectre wieder zu Tage, aber der Reiz dieser Verbrecherorganisation war verpufft. 

Einen Reiz der Bond-Filme machten auch die exotischen Schauspielorte aus. Es waren Orte, zu denen man als Normalsterblicher nie reisen konnte. Heute leistet sich der Prolet von nebenan eine Reise in die Karibik. Die Faszination von Bond ist entzaubert. Die beeindruckenden Bond-Girls posen jetzt selbst in Instagram. Die Wunderwaffen von damals sind der Realität gewichen und die schicken Autos wie ein DB5 werden nicht mehr gebaut. Für mich ist die Luft bei James Bond irgendwie raus. Da ist es ja noch schön, wenn Ernst Stavro Blofeld als Bösewicht der Vergangenheit auftritt und an die alten Bond-Filme erinnert. Christopher Walz hat einen hervorragenden Job gemacht und meinen Lieblings-Blofeld Telly Savalas abgelöst. 

Wer sollte Daniel Craig nachfolgen?

Meine Idee, die James Bond-Serie einzustellen, ist natürlich unrealistisch. Die Gelder, die Bond und das Merchandising einspielen, sind gewaltig. Auf dieses Geld will Sony sicher nicht verzichten. Also wird nach Craig ein neuer Schauspieler gesucht werden – wahrscheinlich läuft hinter den Kulissen die Suche bereits fieberhaft. 

Hier mein Autogramm von Daniel Craig von Taschen.

Hier mein Autogramm von Daniel Craig von Taschen.

Immer wieder wird Tom Hardy genannt. Er ist ein harter Hund und kommt Daniel Craig sicherlich sehr nahe. Und interessant wäre Idris Elba – er wäre der erste nichtweiße Bond und hat es in der BBC-Serie Luther zu Ansehen gebracht. 

Der Name Richard Madden fällt immer wieder und wäre ein humorvoller, jüngerer Schauspieler, der in Games of Thrones eine Fangemeinde hat. Er wird hoch gehandelt, für mich wäre es allerdings eine stillose Fehlbesetzung. 

Vielen Dank Sir Roger Moore – persönliche Erinnerungen

24. Mai 2017

Einer meiner ersten Autowünsche war klar. Ich wollte einen weißen Lotus Esprit. Den hatte ich im Kino gesehen und der konnte sogar tauchen. Genau so ein Auto wollte ich mal haben, wenn ich groß bin. Das war wohl meine erste Erinnerung an James Bond 007, der schnittige Flitzer aus „Der Spion, der mich liebte.“ Das war wohl der erste Bond-Film, den ich im Kino sah und der James Bond-Darsteller meiner Kindheit war Roger Moore.

Über Twitter erfuhr ich vom Tod von Roger Moore.

Über Twitter erfuhr ich vom Tod von Roger Moore.

Jetzt ist Sir Roger im Kreise seiner Familie an Krebs gestorben und gerne erinnere ich mich an diesen Darsteller in seinen vielen, vielen Rollen. Im Laufe der Zeit wurde Sean Connery zu meinem Lieblingsbond, weil er mehr Härte und Ernsthaftigkeit zeigte. Während Connery mein Adrenalin hervorbrachte, sprach Moore mein Herz und Humor an. Sein James Bond hatte immer einen Funken Humor, ohne lächerlich zu sein. Seine Darstellung als Agent 007 sprach etwas in mir an: Ich entdeckte schöne Frauen, schöne Orte, schöne Autos – Luxus, der eine ganze Generation von Kindern und Jugendlichen prägte. Von meinen Eltern bekam ich den Lotus als Spielzeug und als Moonraker ins Kino kam, gehörte der Weltraum ab sofort 007. Nach dem Erfolg von Star Wars musste Bond auch im All für Ordnung schaffen. Ich weiß noch, dass ich nach dem Kinobesuch ein Moonraker-Shuttle von meinen Eltern als Spielzeug bekam. Das Shuttle liegt noch irgendwo im Keller, den Lotus habe ich später gegen einen Aston Martin DB 6 aus Goldfinger eingetaucht.
Ich mochte Bond und ich mag Bond – mehr als die Testosterongesteuerten Kinohelden von heute.
Roger Moore war aber auch Lord Brett Sinclair. Zusammen mit Tony Curtain Curtis als „die 2“ oder „die Zwei“ zeigte er in der Synchronisation des genialen Rainer Brandt wie ein TV-Gassenhauer aussehen kann. Als ich die Serie später im englischen Original sah, fehlte der Witz. Mit Roger Moore wuchs ich auf. Ich sah im Kino die verstörenden Kriegsfilme „die Wildgänse kommen“ und „Die Seewölfe kommen“, aber richtig auf den Arm nahm sich Roger Moore bei dem Film „Auf dem Highway ist die Hölle los“. Unsere Klasse ging damals geschlossen ins Kino und mir hatte der Film so gut gefallen, dass ich das gemeinsame anschließende Eisessen ausfallen ließ und mir nochmals eine Kinokarte kaufte. Es war vor allem Roger Moore, der mir in den Klamauk-Film gefiel. Mitte der achtziger Jahre sah ich dann in „Das nackte Gesicht“ einen anderen Roger Moore, einen verängstigten Roger Moore in der Rolle eines hilflosen Psychiaters – was für ein wandlungsvoller Schauspieler.
Leider bin ich dem Schauspieler und dem späteren UN-Sonderbotschafter persönlich nie begegnet, aber dennoch hatte ich irgendwie das Gefühl Roger Moore zu kennen. Das ist natürlich Blödsinn, aber Moore begleitete mich durch meine Kindheit und sorgte immer für Humor. Und immer wieder beschäftigte mich die Frage: Was ist der beste Bond-Film mit Roger Moore? Es ist wohl für mich „Der Spion, der mich liebte“, knapp gefolgt von „In tödlicher Mission“. Und bei euch? Und ich verrate euch ein Geheimnis: Ich fahre weder einen Lotus Esprit oder Aston Martin DB6.
Vielen Dank Sir Roger Moore, ich werde Sie nie vergessen.

Filmtipp: James Bond SPECTRE

13. Dezember 2015

Einer meiner Lieblingsbonds ist Liebesgrüße aus Moskau und aus diesem Grunde finde ich SPECTRE einen gelungenen James Bond. Ich habe ihn mir jetzt erst anschauen können, weil ich vor lauter Arbeit nicht ins Kino komme. Jetzt schaute ich in Fürstenfeldbruck im Scala-Kino den Film mit meiner Familie an. Dieses Mal hat mich Daniel Craig mit seiner Bond-Interpretation nicht gestört und es wird wohl auch der letzte James Bond mit ihm sein. Ich bleibe dabei: Daniel Craig ist ein Bauer und er verkörpert für mich nicht den Gentleman-Agenten im Sinne von Ian Fleming. Aber in SPECTRE war seine Leistung passend.

Endlich habe ich den neuen Bond SPECTRE gesehen.

Endlich habe ich den neuen Bond SPECTRE gesehen.

Der Film ist eher düster gehalten und schließt sich damit inhaltlich und optisch an den hervorragenden Skyfall an. Selbst die hellen Orte Mexiko und Rom sind von Regisseur Sam Mendes eher dunkel aufgenommen worden. Das schafft Atmosphäre und trägt sehr viel zu Stimmung von SPECTRE bei. Schön, dass wir nochmals das Geheimdienstgebäude im Londoner Stadtteil Vauxhall sehen dürfen, das mich irgendwie an meine Lego-Bauwerke erinnert. Die Ausstattung des Films macht Spaß: Exotische Drehorte, schnelle Autos (vor allem Aston Martins DB 10 und der neue Jaguar in Rom) und großartige Stunts zeigen, weshalb der 24. offizielle James Bond-Film gelungen ist. Und auch das Thema ist hoch aktuell: Überwachung durch Daten. Mit diesem Film wendet sich Bond gegen den Zeitgeist der totalen Überwachung. Die Drehbuchautoren greifen indirekt die NSA-Affäre auf und auch der Quartiermeister Q sieht in so mancher Einstellung aus wie eine Nerd-Version von Edward Snowden.
Die Fahrt mit dem Zug durch Nordafrika erinnert mich so sehr an Liebesgrüße aus Moskau. In SPECTRE fährt Bond und Bondgirl mit dem Oriental-Desert-Express, in Liebesgrüße aus Moskau ist des der Simplon-Orient-Express. Und in beiden Filmen gibt es einen harten Kampf im Zug, der übrigens auch bei Spion der mich liebte kurz aufgegriffen wurde. In SPECTRE wird Bond aber nur durch das Eingreifen des Bondgirls, eine etwas blasse Léa Seydoux als Madeleine Swann, gerettet.

007 James Bond ist noch imer eine starke Marke.

007 James Bond ist noch imer eine starke Marke.

Aber wir werden alle älter. Madeleine Swann finde ich langweilig, da ist Monica Bellucci als Lucia Sciarra mit ihren 50 Jahren reizvoller. Vielleicht ist Bond dann schon etwas für die ältere Generation. Immer wieder spielt der Film darauf an. Andrew Scott als Max Denbigh „C“ reitet immer wieder darauf herum und gibt den arroganten Schnösel bis er zu Tode stürzt. Und endlich schließt sich der Kreis. Was für Sherlock Holmes der bitterböse Prof. James Moriarty ist, das ist für James Bond der Schurke Ernst Stavro Blofeld samt weißer Katze. Zunächst tritt Blofeld als Franz Oberhauser auf, lässt aber dann seine Maske als Blofeld und Bonds Halbbruder fallen. Diese Info war durch den Hackerangriff auf Sony schon lange den Fans bekannt und damit keine große Überraschung mehr. Bond jagt Blofeld und fügt ihn Entstellungen im Gesicht zu. Die Narbe auf der rechten Seite erinnert so schön an die Narbe von Blofeld in dem wunderbaren James Bond-Film Man lebt nur zweimal Von 1967. Hier spielte Donald Pleasence den bösen Mann. Sehr nett ist übrigens, dass Blofeld in Man lebt nur zweimal vom Österreicher Helmut Qualtinger dargestellt werden sollte. In SPECTRE war es dann der Österreicher Christoph Walz. Am Ende von SPECTRE fährt Bond mit seinem Aston Martin DB 5 aus London heraus und eigentlich direkt in den alten Bond-Film Feuerball hinein. Kevin McClory hatte ja die Namensrechte von Fleming und endlich scheint der Rechtestreit um Feuerball und SPECTRE ausgestanden.

Vielleicht eine Omega Uhr wie James Bond zu Weihnachten?

Vielleicht eine Omega Uhr wie James Bond zu Weihnachten?

Ach ja Christoph Walz. Er steht in der Tradition der bösen deutschsprachigen Darsteller: Gerd Fröbe, Curd Jürgens (der heute 100 Jahre alt geworden wäre), Klaus Maria Brandauer oder die großartige Lotte Lenya. Und der Walz schlägt sich gut. Es macht Spaß sich seine Darstellungskünste anzuschauen. Ich nehme ihn den Schurken Blofeld ab.
Ich erinnere mich gerne, sehr gerne an die alten Bond-Filme. Das lag vor allem an dem Setdesign von Ken Adam. Ich durfte diesen Meister die Hand schütteln und er ist für mich DER Filmarchitekt schlechthin. Er schuf die Schurkenbauten in den alten Bond, den War Room bei Kubrick und vieles mehr. Seine Setdesigns hatten Seele und überzeichneten. Und das vermisse ich leider bei SPECTRE. Das Zusammentreffen der SPECTRE-Mitglieder ist nicht geheimnisvoll genug. Die Basis von Blofeld in Afrika ein einfach nur langweilig. Die aufgereihten Computerterminal erinnern an Disneys schwarzem Loch, es kommt keine Faszination des Bösen auf. Der Meteorraum wirkt öde, die Folterkammer ist klinisch rein (der Laser bei Goldfinger folterte für Männer eindrucksvoller) und am Ende explodiert alles nur nach ein paar Salven aus einer Maschinenpistole. Das hat früher alles besser gewirkt und gekracht.
Bei all der Begeisterung für den neuen Bond, ist eines nur peinlich: Die Musik von Thomas Newman. Seine Soundtracks zu den James Bond-Filmen waren unnötig, dieses Mal ist er komplett überflüssig. Ich will bei einem James Bond Film einen orchestralen Score wie von John Barry hören. Und was muss ich mir anhören? Elektronisches Geklimmpere. Das Liedchen Writing’s On The Wall von Sam Smith geht gerade noch, aber der Score ist gräßlich platt. Thriller-Musik ohne Bond-Qualitäten. John Barry ist ja leider verstorben und auch David Arnold hatte noch große Klasse, aber bitte nicht Thomas Newman. Aber nachdem Sam Mendes wieder Regie führte (sehr gut, wie ich finde), bleibt uns Thomas Newman nicht erspart (leider).

James Bond 007 – noch immer ein gutes Geschäft – auch bei Sky

20. November 2015

Spectre heißt der neue Bond und bis Star Wars in die Kinos kommt, wird James Bond 007 das fette Geschäft sein. Kaum ein Film ist so mit Product Placement vollgestopft wie die 007-Filme, die ich persönlich sehr gerne habe. Und bevor die Fragerei beginnt: Sean Connery war der beste Bond und Daniel Craig ist einfach nur ein Bauer (jetzt ist es raus).
Aber nicht nur Spectre lässt die Fans ins Kino strömen. Auch im Bezahlfernsehen lockt Bond die Zuschauer vor die Bildschirme und dies obwohl die Figur von Ian Fleming schon mehrmals über die Mattscheibe oder TFT flimmerten. Bestes Beispiel ist der Bezahlsender Sky Deutschland. Bereits seit einem Monat schreibt Sky mit dem Pop-up-Channel Sky 007 HD seine eigene Erfolgsgeschichte: Seit dem Start am 5. Oktober erreichte die Sonderprogrammierung eine Kontaktsumme von 11,67 Millionen Kontakten. Pro Sendetag wurde Sky 007 HD von rund 500.000 verschiedenen Zuschauern eingeschaltet. Insgesamt 2,65 Millionen unterschiedliche Zuschauer (Z3+) sahen die Bond-Filme, davon 2,25 Millionen Zuschauer bzw. 85 Prozent in der für die Werbewirtschaft relevanten Zielgruppe der 14-59-jährigen.
In der Zeit vom 5. Oktober bis zum 6. Dezember ist der Sky Sender Sky Hits der Pop-up-Channel Sky 007 HD. Sky präsentiert während dieser Zeit rund um die Uhr nonstop 23 Filme des Kult-Franchise. Gesehen wurden die bisherigen Bond-Filme zu 96 Prozent live linear zu Hause, zu zwei Prozent „Playback“ und weitere zwei Prozent nonlinear via Sky Go.

23 Bond Filme lassen sich bei Sky Deutschland anschauen.

23 Bond Filme lassen sich bei Sky Deutschland anschauen.

Liebesgrüße aus Moskau
Der reichweitenstärkste Film bislang war „Liebesgrüße aus Moskau“ mit insgesamt 810.000 Kontakten. Liebesgrüße ist einer meiner Lieblingsbonds, weil er die Atmosphäre des Kalten Krieges wunderbar einfängt. Dann folgt bei Sky „Moonraker – streng geheim“ (740.000 Kontakte) sowie „Der Morgen stirbt nie“ (670.000 Kontakte). Täglich wurde in der Primetime-Ausstrahlung um 20:15 Uhr in chronologischer Reihenfolge einer der 23 Bond-Filme gezeigt.
Marcus Ammon, Senior Vice President Fiction Sky Deutschland AG, zieht nach einem Monat Sendezeit des Pop-up-Channels ein positives Zwischenfazit: „Sky 007 HD ist ein Riesenerfolg und wird sicher die beliebteste Sonderprogrammierung in der Sendergeschichte werden. Beachtlich ist der hohe lineare Anteil mit 96 Prozent, was beweist, dass sich die Bond Fans die Filme bevorzugt daheim in bestmöglicher Qualität auf den großen Bildschirmen ansehen.“

007 James Bond ist noch imer eine starke Marke.

007 James Bond ist noch imer eine starke Marke.

Ein großer Vermarktungserfolg
Die Werbewirtschaft hat das aufmerksamkeitsstarke Umfeld auf Sky stark nachgefragt und die vielfältigen Möglichkeiten der Sonderprogrammierung genutzt, um ihre Marke und Werbebotschaften rund um den Superagenten zu inszenieren. Im November und bis zum Ende der Sonderprogrammierung am 6. Dezember sind die klassischen Werbeumfelder ausgebucht. Land Rover ist Sponsoring-Partner von Sky 007 HD und verlängert seine werbliche Kommunikation zum Kinostart von „Spectre“ auf die Sky Multiscreen-Plattformen. Land Rover nutzt das themenbezogene Werbeumfeld für eine umfangreiche Inszenierung des „Range Rover Sport“.
Martin Michel, Geschäftsführer Sky Media: „James Bond Fans freuen sich auf ‚Spectre‘ und haben sich die Wartezeit mit den Bond-Klassikern verkürzt. Das zeigen die starken Quoten des Pop-up-Channels. Gleichzeitig haben wir für unsere Werbekunden ein einzigartiges Umfeld für eine aufmerksamkeitsstarke Markeninszenierung geschaffen, das es so nur auf Sky gibt.“

Filmtipp: James Bond 007 Skyfall

1. Januar 2013

Bond

James Bond wird alt und spielt damit. So mein Fazit nach dem Betrachten von Skyfall. Als Bond-Fan bin ich mit hohen Erwartungen ins Kino gegangen und wurde nicht enttäuscht. Nach Ein Quantum Trost hatte Bond für mich keine Zukunft mehr, aber Skyfall gibt der ganzen Reihe einen neuen Drive.

Ich muss zugeben: Ich bin kein Fan von Daniel Craig. Er ist zwar ein guter Schauspieler, aber verkörpert für mich nicht den Gentleman James Bond, den ich sehen will. Es ist kein Unterschied zwischen Bond, Jack Bauer aus 24 oder Jason Bourne aus der Bourne Identität. Es fehlt den dargestellten Personen einfach die Klasse. Bauer bleibt einfach Bauer, hat hilft auch ein feiner Zwirn nicht. Craig passt einfach nicht an den Roulette-Tisch in der Sonderverwaltungszone Macao. Er setzt eine Zahl, schaut aber erst gar nicht, ob er gewinnt. Ein Connery hätte gewonnen. Aber so ändern sich die Zeiten.

Erst als ich mich mit Craig abgefunden hatte, konnte ich Skyfall genießen. Realistische Action pur, keinerlei Superwaffen mehr. Toll, die Motorradjagd auf den Dächern des türkischen Bazars. Nach dem misslungenen finalen Rettungsschuss und anschließenden Himmelssturz (Skyfall), begann einer der intimsten Bond-Filme aller Zeiten. Ein Mann ringt mit sich selbst und seiner Geschichte. Das erinnert an den dunklen Rächer Batman, der uns im Sommer im letzten Teil der Batman-Trilogie heimsuchte. Während Batman auf ganzer Linie versagte, schaffte Bond den Spagat zwischen Actionspektakel und glaubwürdigen Zweifel. Das ist sicher das Verdienst von Sam Mendes, der uns schon in American Beauty das Zeitgeist-Psychogeschwätz näher brachte. Die Zeit von Macho-Bond ist wohl vorbei. Das Weltbild gerät ins Wanken, als Silva und Bond bi-sexuelle Anwandlungen haben. Zweitdeutig Bonds Antwort: „Wie kommst du darauf, dass das mein erstes Mal ist?“

Vielleicht ist Bond sogar zu einer Art Muttersöhnen verkommen. Wir haben die Übermutter M und werden sogar ans Grab von James Bonds Eltern Andrew Bond und Monique Delacroix auf denen schottischen Landgut Skyfall geführt.

Ich musste mich auch daran gewöhnen, dass es kein richtiges Bond-Girl in dem Film gibt. Vielleicht lässt sich M als Bond-Girl heranziehen. Die meiste Zeit verbringt Bond in dem Film mit seiner Vorgesetzten M. Ihr wird vorgeworfen, ein Relikt der alten Schule zu sein. Sie komme mit der neuen Zeit nicht klar. Aber Moment: Wurde Bond nicht mit ähnlichen Worten von M in GoldenEye begrüßt, als kalter Krieger. Es hieß damals „a sexist, misogynist dinosaur, a relic of the Cold War“. Noch ein Seitenhieb auf GoldenEye gibt es: Man denke nur an den Kugelschreiber. Ja, so ändern sich die Zeiten.

Im ganzen Film wird mit den Zeitenwechsel gespielt. Ja, ja, die gute alte Zeit. So stirbt der Bösewicht mit einem Messer im Rücken, einer Waffe der alten Zeit des alten väterlichen Freundes Kincaid.

Sicherlich am Eindruchsvollsten ist der Auftritt von Q. Bond hockt in der National Gallery und wartet auf seinen Quartiermeister Q. (Anmerkung: Craig nimmt man es niemals ab, dass er als Bond in eine Galerie geht). Dabei betrachten sie das Abwracken des Segelschiffes HMS Temeraire nach der Schlacht von Trafalgar. Der einst stolze Segler wird von einem Dampfschiff gezogen. Bond ist ein Auslaufmodell, der auch mit der Computertechnik nicht mehr klarkommt. Das wäre Connery oder Moore nicht passiert.

Für mich eine Wohltat war der Titelsong von Adele. Sie erinnerte an goldene Zeiten von Shirley Bassey. Endlich mal wieder ein guter James Bond-Song nach all den Pop-Songs der vergangenen Filme. Adele bringt es, aber leider ist der Score Skyfall von Thomas Newman schrecklich. Ich finde den Score langweilig und uninspiriert, meilenweit entfernt von John Barry. Diesen Soundtrack muss ich nicht haben, zumal – Novum – der Titelsong Skyfall von Adele gar nicht auf der CD enthalten ist.

Nett auch die Anspielungen auf die alten Zeiten, wenn Bond und M in das berühmteste Bond-Auto aller Zeiten steigen, einen Aston Martin DB5. M stößt sich an der Luxuskarosse gleich den Kopf. Das Automobil sei unbequem. Der DB5 leistete treue Dienste in den alten Filmen Goldfinger und in Feuerball, als Bond noch ein ganzer Kerl war. Eigentlich ein schönes Zeitparadox: Der DB 5 erinnert an Filme, die eigentlich noch vor Skyfall spielen. Am Ende des Films bekommt Miss Eve Moneypenny ihren Job als Vorzimmerdame des neuen M. Der übrigens war nicht bei der Marine, wie der M von Connery, sondern kämpfte in einer Spezialeinheit in Nordirland gegen die IRA. So ändern sich auch die Zeiten. Schön die letzte Szene, die auch wieder an die Vergangenheit erinnert. M gibt Bond eine neuen Mappe mit den Worten „Es gibt viel zu tun.“ Auf der Mappe steht Spectre geschrieben und Bond-Fans wissen, es handelt sich um die Geheimorganisation von Ernst Stravo Blofeld, die mit Dr. No begann und sich durch mehrere Bond-Filme zog. Der eigentliche Tod von Spectre war Diamantenfieber, dennoch lebte Blofeld in tödlicher Mission nochmals kurz auf. Vielleicht ist es ein Hinweis auf den nächsten Bond.

Dabei tat sich dieser Bond extrem schwer mit seiner Entstehung. Das MGM-Studio ging pleite. Bond musste aber aufgrund der zahlreichen Product Placement-Verträge unbedingt ins Kino gebracht werden. Schließlich haben Omega, CAT, Jaguar, Heineken oder Provocateur viel Geld hingeblättert, um im Bond präsent zu sein. Vielleicht ist dieses Product Placement die einzige Konstante in den Bond-Filmen, wenn es schon keine Bond-Girls mehr gibt. Alles Gute zum 50. Kinojubiläum Mr. Bond. Nachdem ich schon die umfangreiche Blu ray Box zu Hause habe, warte ich nun auf den 1. März 2013, wenn James Bond 007 – Skyfall auf Blu ray erscheint.

Meine James Bond-Bücher

27. September 2012

Meine Leidenschaft für James Bond begann wohl 1978 als ich Moonraker zum ersten Mal im Kino sah. Ich hatte Krieg der Sterne gesehen und war im Science Fiction-Rausch. Das Plakat zu Moonraker sah auch spacig aus und ich schaute mir den Film an. Aber es war trotz SF-Anleihen kein Film klassischer Science Fiction-Film und dennoch: Er gefiel mir. Mir gefiel einfach alles: Der coole Held, die hübschen Mädchen, die faszinierende Technik, die ausgeklügelten Waffen, die exotischen Drehorte und die eingängige Musik. Das Bond-Fieber war bei mir ausgebrochen und ich konnte es bis heute nicht heilen.

In München gab es zur damaligen Zeit ein James Bond-Kino am Karlstor, das jede Woche einen anderen Bond-Film zeigte. Ich war dort Stammgast und schaute mir die Bond-Filme Woche für Woche an. Ich liebte diese Art von Pop Corn-Kino und mein Freundeskreis diskutierte, welches nun der beste Film sei oder welcher Darsteller am besten Bond interpretierte. Für war und ist es Sean Connery. Seine Härte gefiel mir. Meiner Mutter gefiel Roger Moore. Bester Bond-Film für mich war übrigens „Liebesgrüße aus Moskau“, bester Bösewicht Gerd Fröbe und Curd Jürgens (klar, die Deutschen).

In den Sommerferien besuchte meine Familie in Lazise/Italien ein Open Air-Kino. Jeden Abend fröhliche Unterhaltung – zumeist auf Deutsch. Meist gab es Bond oder Bud Spencer/Terence Hill-Klamauk. Nur einmal war ich entsetzt, als ich einen harten Italo-Western mit Bud Spencer sah

Der Grundstock meiner James Bond-Büchersammlung.

Der Grundstock meiner James Bond-Büchersammlung.

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Und ich begann Literatur über James Bond zu sammeln. Mein Wissen bezog ich in der Anfangsphase aus drei Büchern, denen noch viele, viele zum Thema Bond folgen sollten,  darunter auch die Romane von Ian Fleming und der Klassiker The Birds of the West Indies von James Bond.

Den Anfang meiner Sammlung machte ganz klar Michael Scheingrabers Buch „Die James Bond Filme“, erschienen als Citadel-Filmbücher bei Goldmann. Der Autor, heute erfolgreicher Filmemacher und Kinospezialist, brachte mir James Bond näher. Ich glaube sogar, es war eines der ersten deutschen Bond-Filmbücher überhaupt, bin mir aber nicht sicher. Neben den Handlungen rezensierte er die Filme (damals bis „In tödlicher Mission“). Scheingraber recherchierte in zahlreichen Filmzeitungen und Büchern, die mir als Jugendlicher unzugänglich waren. Er bereite sein Wissen hervorragend auf, das Lesen war ein Genuss. Die Filme wurden chronologisch besprochen und bildeten den Grundstock meines Wissens um den Geheimagenten ihrer Majestät 007. Besonders stolz war ich, als ich am 24. März 1983 ein Originalautogramm von Michael Scheingraber ins Buch geschrieben bekam. Der Papa meines besten Freundes kannte wiederum den Papa von Scheingraber und ich bekam mein Autogramm. Wenn ich es heute sehe, freue ich mich noch sehr darüber.

Autogramm von Autor Michael Scheingraber - vielen Dank.

Autogramm von Autor Michael Scheingraber – vielen Dank.

Zweites wichtiges Buch in meiner Bond-Bibliothek war „Die James Bond Filme“ von Erich Kocian. Das war schon schwere Kost. Der Journalist Kocian hat es gelernt zu recherchieren und sein Wissen hervorragend darzustellen. Er weigerte sich immer als Spezialist zu gelten, vielmehr als Rechercheur. Naja, tiefgestapelt. Mein Buch endete auch mit „In tödlicher Mission“, die Kocian-Bücher wurden immer wieder aktualisiert. Mir hat vor allem gefallen, wie Kocian seine Eindrücke von Dreharbeiten von den „Man lebt nur zweimal“ und „Der Mann mit den goldenen Colt“ niederschriebt. Seine eigene Meinung floss in die Berichterstattung ein. Kein Chronist, sondern eine frühe Art von Blogger. Gerade diese privaten Eindrücke, gepaart mit viel Produktionswissen machten dieses Buch für mich sehr wertvoll und ich kann es jedem Bond-Fan noch heute empfehlen.

Das dritte Buch im Bunde stammt von Europas führender Filmzeitschrift „Cinema“ aus dem damaligen Milchstraßen Verlag und trug den Titel „Hinter den Kulissen von 007 James Bond“. Im Layout der achtziger Jahre ging es deutlich reißerischer zur Sache. Stars, Sternchen, Glamour, aber auch Bilder vom Tod des Stuntmans Paolo Rigon, der bei den Dreharbeiten der Bobfahrt in „tödlicher Mission“ umkam. Dieses Buch machte aus der Heldenverehrung um James Bond keinen Hehl, was mir damals gefiel. Heute schüttle ich bei so wenig journalistischer Distanz nur den Kopf.

Es folgten noch viele Bücher über Bond, ich sammelte Zeitungs- und Zeitschriftenartikel und habe im Keller noch mehrere Ordner davon. Nett waren die Filmprogramme der damaligen Zeit, die es für ein paar Mark an der Kinokasse zu kaufen gab. Zudem Filmplakate und Aushangfotos, die ich für teures Geld auf Filmsammlermärkten erstanden habe. Bond schaue ich mir heute immer noch gerne an. Gerade habe ich mir die Bond-Collection auf Blu ray zugelegt. Die heutigen Bonds sind mir zu schnell geschnitten, es fehlt die Musik von John Barry und dennoch werde ich mir Skyfall im Herbst ansehen.

Filmtipp: Die Jubiläums-Collection James Bond 007 – Bond 50

26. September 2012

„Mein Name ist Bond, James Bond!“ – wie oft habe ich diesen Satz im Kino, auf Video, auf DVD und nun auf Blu ray gehört. Die James Bond-Filme gehören zu den erfolgreichsten Serien der Filmgeschichte und sie gehören zu meiner Kinosozialisierung.

Soeben erschien die Blu-ray-Collection James Bond – Bond 50: Die Jubiläums-Collection mit allen Filmen der offiziellen Bond-Reihe, angefangen bei Dr. No. Die beiden Filme „Casino Royale“ mit David Niven und „Sag niemals nie“ mit Sean Connery sind freilich nicht mit der Partie, leider. Die Umsetzung der Filme auf den optischen Datenträger ist hervorragend gelungen, wobei die neuen Filme selbstverständlich mehr Wums und Schärfe haben. Insgesamt gibt es alle 22 Bond-Filme, davon neun (Goldeneye, Octopussy, Der Spion der mich liebte, Man lebt nur zweimal, Der Hauch des Todes, Der Morgen stirbt nie, Diamantenfieber, Im Angesicht des Todes, Im Geheimdienst ihrer Majestät) zum ersten Mal auf Blu ray. Und der Preis von 160 Euro ist hervorragend.

Die Filme sind meines Erachtens ungeschnitten und bergen sogar eine kleine Überraschung. In dem Film „Im Geheimdienst ihrer Majestät“ ist zum ersten Mal in Deutschland die Tresor-Szene enthalten, die ich bisher nur in den USA gesehen habe. Und es gibt für diesen Film noch ein paar zusätzliche Dialogszenen, die jetzt nachsynchronisiert wurden.

Die Verpackung der Kollektion James Bond – Bond 50: Die Jubiläums-Collection ist vorbildlich platzsparend. Die Blu rays sind in zwei Büchern mit dicken Kartonseiten untergebracht. Für den anstehenden Film Skyfall wurde gleich Platz gelassen. Angaben zu den Filmen gibt es nur auf der Umverpackung, sonst fehlen sie komplett. Was leider auch komplett fehlt, ist ein Booklet. Zwar ist die Box mit vielen Bildchen illustriert, doch wäre es hervorragend gewesen, ein Lesebuch der Box beizulegen. Es gibt so viel Material über Bond und die Box kaufen sich sowieso nur Fans, die noch mehr über ihren Geheimagenten 007 erfahren und fachsimpeln wollen. Da hat MGM Home Entertainment GmbH eine Chance vertan, sich im Herzen der Fans einen Platz sichern.

Auch die Chance vertan hat MGM Home Entertainment GmbH mit der beiliegenden Bonus-Blu ray. Das ist nur oberflächliches Blabla und ein Zusammenschnitt von bekannten Szenen. Eine wirkliche Filmdokumentation fehlt. Auf den einzelnen Blu rays sind die bekannten Extra drauf, allerdings fehlt sind die Extra-Materialien von „Casino Royale“ und „Ein Quantum Trost“. Das bedeutet, dass ich diese beiden vorhandenen Blu rays in meiner Sammlung behalten muss, um Bond komplett zu haben. Über die Bonus-Blu ray der Jubiläumskollektion bin ich wirklich enttäuscht. Was hätte man denn hier filmhistorisches Wertvolles alles bringen können? James Bonds Stil im Wandel der Zeit bietet sich hier wunderbar an oder die verschiedenen Bond-Waffen oder oder oder. Stattdessen nur seichte Information. Auch der Zusammenschnitt der Titelsequenzen – eigentliche eine nette Idee für eine Bond-Party – liegt nur in SD vor, während es bei den Filmen freilich als HD-Material dargestellt wird. Warum eigentlich?