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30 Jahre Ampelmann – Wie ein Ost-Symbol zum gesamtdeutschen Kult wurde

27. Juli 2026

Ich sammle Bilder von Ampelmännchen von verschiedenen Städten. Und es begann mit dem Verkehrszeichen der DDR. Was einst als Verkehrszeichen der DDR begann, ist heute eine weltweit bekannte Design- und Kultmarke: Der Ampelmann feiert in diesem Jahr seinen 30. Geburtstag als Marke. Am 27. Juli 1996 stellte der Tübinger Produktdesigner Markus Heckhausen sein Ampelmann-Projekt erstmals der Öffentlichkeit vor – und bewahrte damit eine der bekanntesten Alltagsikonen Ostdeutschlands vor dem Verschwinden.

Das charakteristische Ampelmännchen wurde bereits 1961 vom DDR-Verkehrspsychologen Karl Peglau entworfen. Mit seinem Hut, den ausgestreckten Armen und den klar erkennbaren Bewegungen sollte es insbesondere Kindern und älteren Menschen helfen, Verkehrssignale intuitiv zu verstehen. Die bewusst freundliche Gestaltung gilt bis heute als Beispiel für gelungenes Informationsdesign. Studien bescheinigten dem Ost-Ampelmännchen eine besonders hohe Wiedererkennbarkeit und gute Verständlichkeit im Straßenverkehr.

Nach der deutschen Wiedervereinigung stand das Symbol jedoch vor dem Aus. Die Verkehrszeichen der ehemaligen DDR sollten schrittweise durch westdeutsche Ampelsymbole ersetzt werden. Markus Heckhausen erkannte früh den kulturellen Wert der Figur und setzte sich mit großem Engagement dafür ein, das Ost-Ampelmännchen zu erhalten. Ihm gelang es nicht nur, Behörden und Öffentlichkeit zu überzeugen, sondern auch Karl Peglau und dessen langjährige Mitarbeiterin Anneliese Wegner an der Entwicklung der Marke zu beteiligen. Aus dieser Zusammenarbeit entstand eine enge persönliche Freundschaft zwischen Heckhausen und Peglau, die bis zu Peglaus Tod im Jahr 2009 bestand.

Heute steht der Ampelmann weit über seine ursprüngliche Funktion als Verkehrszeichen hinaus für deutsche Designgeschichte, Wiedervereinigung und gelebte Erinnerungskultur. Für Heckhausen symbolisiert die Figur den Zusammenhalt zwischen Ost- und Westdeutschland und erinnert daran, dass die Wiedervereinigung nicht nur wirtschaftliche und politische, sondern auch kulturelle Herausforderungen mit sich brachte. Der Erhalt des Ampelmännchens gilt deshalb als eines der wenigen Beispiele, bei denen ein ostdeutsches Alltagsprodukt nach der Wende nicht verschwand, sondern bundesweit und international erfolgreich wurde.

Aus dem einst bedrohten Verkehrszeichen entwickelte sich eine erfolgreiche Berliner Kultmarke. Mehr als 70 Mitarbeitende arbeiten heute für das Unternehmen. Das Sortiment umfasst inzwischen über 600 Produkte – von Kleidung und Tassen bis hin zu Souvenirs und Designartikeln. Besucher aus aller Welt entdecken den Ampelmann in sieben Berliner Geschäften, unter anderem an den Hackeschen Höfen, am Berliner Dom, Unter den Linden, im Berliner Hauptbahnhof sowie am Flughafen BER.

Der Ampelmann ist damit längst mehr als ein Fußgängersignal. Er steht für gelungenes Industriedesign, den respektvollen Umgang mit kulturellem Erbe und für die Erkenntnis, dass Identität oft in den kleinen Dingen des Alltags entsteht. Drei Jahrzehnte nach seiner Rettung ist das Ampelmännchen nicht nur ein Wahrzeichen Berlins, sondern auch ein Symbol dafür, wie aus einem regionalen Verkehrszeichen eine internationale Kultfigur werden kann.

„Man zündet kein Stück Kindheit an!“ – Warum der Anschlag auf die Maus ein Schlag ins Herz ist

30. Juli 2025

Was zum Himmel stimmt mit manchen Menschen nicht?! Da steht sie – orangefarben, freundlich, übergroß und mit einem Lächeln, das seit über 50 Jahren Generationen von Kindern durch die Kindheit begleitet – die Maus. Und jemand zündet sie einfach an. Die Maus! Nicht ein Verkehrsschild, nicht eine Mülltonne, nicht ein Werbeplakat – die Maus. Ein Symbol für Bildung, Neugier, Freundlichkeit. Ein Wesen, das nie jemandem wehgetan hat. Und doch fällt sie einem feigen Akt von Vandalismus zum Opfer. Mir platzt der Kragen.

Wie abgestumpft muss man sein, um so etwas zu tun? Wer hat so wenig Respekt vor all dem, was die Maus verkörpert? Diese Figur steht für all das, was in dieser Welt noch gut ist – für kindliches Staunen, für Zusammenhalt, für Verständlichkeit in einer oft viel zu komplizierten Welt. Und nun steht da eine verkohlte Maus – weil jemand offenbar meinte, das sei ein passendes Ziel für Frust, Langeweile oder stumpfe Zerstörungswut.

Das ist kein Kavaliersdelikt. Das ist ein Anschlag auf unsere Kindheitserinnerungen, auf ein kulturelles Erbe. Man zündet kein Stück Herz an. Und das ist die Maus: Herz, Wärme, Verlässlichkeit. Für viele Kinder, auch für ich, war die Maus der erste Kontakt mit Wissenschaft, Technik, Sprache – liebevoll erklärt, nie von oben herab, immer mit Respekt für das kindliche Denken. Und jetzt steht da nur eine angebrannte Maus.

Es ist nicht einfach nur eine Statue. Es ist ein Ort, zu dem Kinder mit leuchtenden Augen kamen, wo Familien Fotos machten, wo Passanten kurz stehenblieben, lächelten, und sich an ihre eigene Kindheit erinnerten. Und ein Idiot hat beschlossen, das alles soll in Flammen aufgehen.

Nein, das dürfen wir nicht hinnehmen. Es reicht nicht, einfach nur betroffen zu sein. Wir sollten wütend sein. Wütend über die Respektlosigkeit, über diese Herzlosigkeit, über einen Angriff auf das, was uns alle als Gesellschaft miteinander verbindet: unsere gemeinsame Erinnerung an das Staunen und Lernen mit der Maus.

Was bleibt? Unsere Entschlossenheit. Die Maus wird zurückkommen. Bunter, schöner, stärker als je zuvor. Denn das, wofür sie steht, lässt sich nicht verbrennen. Aber vergessen dürfen wir diesen Angriff nicht. Es war mehr als Sachbeschädigung. Es war ein Schlag ins Herz unserer Kindheit. Ich hoffe, dass der oder die Täter gefasst werden.

Nach dem Brand der Maus-Figur vor dem WDR in der Kölner Innenstadt soll die Maus jetzt ganz schnell wieder gesund werden: „Viele Maus-Fans haben bereits Erste Hilfe geleistet und Pflaster geklebt. In den nächsten Tagen schicken wir sie dann in eine längere Kur, damit die Brandwunden gut versorgt werden können. Die Maus kommt auf jeden Fall so schnell wie möglich wieder“, verspricht Matthias Körnich, Leiter des Kinderprogramms.

Noch ist es ein trauriges Bild: Die beliebte Figur ist am rechten Arm und im Gesicht stark verkohlt. Nicht nur Pflaster symbolisieren die Anteilnahme, auch über die sozialen Medien erreichen die Maus viele liebe Genesungswünsche, darunter auch von der Seamstraße.

Geschüttelt, nicht gerührt – James Bond eröffnete die Maisacher Gespräche zur Popkultur

31. Mai 2025

Erfolgreich ist Vortragsreihe Maisacher Gespräche zur Popkultur gestartet mit einem Abend über James Bond. Nun folgt am kommenden Mittwoch, 4. Juni , in der Gemeindebücherei mein Vortrag über Science-Fiction-Sagas.

Ziel meiner ehrenamtlichen Reihe ist es, Interesse an Popkultur zu wecken und zur kulturellen Vielfalt in meiner Wohnortgemeinde beizutragen. Wer könnte dazu besser geeignet sein, als James Bond? Der berühmte britische Geheimagent, fasziniert seit über 60 Jahren: Er ist stilvoll, mutig, charmant – und zugleich menschlich. Hier ist die Auszeichnung des Vortrags, der Lust auf die nächsten Veranstaltungen machen soll.

Der Vortrag beleuchtete die Entwicklung der Figur von Connery bis Craig, die spektakulären Schauplätze, die legendären Gadgets, Kultautos wie den Aston Martin DB5 und ikonische Gegenspieler. Auch der Wandel im Zeitgeist – vom Kalten Krieg bis zur digitalen Bedrohung – wurde thematisiert. Bond bleibt zeitlos modern und ein Mythos der Popkultur.

James Bond ist eine der bekanntesten und langlebigsten Filmfiguren der Kinogeschichte. Seit der erste Film „Dr. No“ (1962) der offiziellen Reihe erschien, zieht der britische Geheimagent Millionen von Fans weltweit in seinen Bann. Ich klärte in meinem Vortrag, was die ungebrochene Faszination für 007 ausmacht.