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Die kleinen Eichhörnchen, die Würzburgs Mitte ein Lächeln schenken

28. Juni 2026

Die vielen Eichhörnchen in der Würzburger Mitte sind keine zufällige Laune der Stadtgestaltung, sondern ein bewusst gesetztes Erkennungszeichen der Eichhornstraße. Gemeint sind dabei nicht lebendige Tiere, sondern die silberfarbenen Eichhörnchen, die in das Pflaster der Fußgängerzone eingelassen sind. Sie gehören zur Neugestaltung der Eichhornstraße und der Spiegelstraße, die ab 2014 zur Fußgängerzone umgebaut wurden. Aus einer früher stark vom Autoverkehr und von der Zufahrt zur Marktgarage geprägten Straße sollte ein attraktiver Aufenthalts- und Einkaufsbereich werden. Deshalb wurden nicht nur neue Natursteinplatten verlegt, Sitzgelegenheiten geschaffen und Bäume gepflanzt, sondern auch kleine gestalterische Besonderheiten eingebaut, die dem Quartier ein eigenes Gesicht geben sollten. Dazu zählen die Eichhörnchen im Boden. Das WürzburgWiki beschreibt sie als Teil der optischen Aufwertung der Straße; sie wurden in unregelmäßigen Abständen in das neue Pflaster eingelassen und stellen das Eichhörnchen „Mitty“ dar, das Maskottchen der Werbegemeinschaft „Würzburgs Neue Mitte“ ist.

Der Hintergrund liegt schon im Namen der Straße. Die Eichhornstraße heißt nicht deshalb so, weil dort besonders viele Eichhörnchen leben, sondern weil sie historisch nach den früheren Höfen „Zum Roten Eichhorn“ beziehungsweise „Zum Schwarzen Eichhorn“ benannt wurde. An diese alten Hausnamen erinnert noch heute ein Wandrelief mit zwei Eichhörnchen. Als die Straße neu gestaltet wurde, griff man dieses Motiv auf und machte daraus ein modernes, sympathisches Quartierszeichen. Die Eichhörnchen im Pflaster funktionieren also wie ein spielerisches Stadtlogo: Sie verweisen auf die Geschichte der Straße, geben der Einkaufsmeile Wiedererkennungswert und laden Passanten dazu ein, beim Bummeln den Blick nach unten zu richten und die kleinen Figuren zu entdecken.

Dass es gleich mehrere dieser Tiere gibt, hat mit Stadtmarketing zu tun. Während des Umbaus der Eichhornstraße mussten Händler, Gastronomen und Eigentümer mit langen Bauarbeiten, Einschränkungen und Umsatzeinbußen umgehen. Daraus entstand die Interessengemeinschaft „Neue Mitte“, die das Quartier gemeinsam bewerben und trotz Baustelle attraktiv halten wollte. In einem IHK-Leitfaden zum Baustellenmarketing wird der Umbau der Eichhornstraße sogar als Beispiel genannt: Dort ist von einem Eichhörnchen-Logo, von Flyern und von zahlreichen Werbeartikeln wie Plüsch-Eichhörnchen, Stein-Eichhörnchen, Eichhörnchen-Bocksbeuteln und Ansteckern die Rede. Das Motiv war also nicht nur Dekoration, sondern Teil einer ganzen Kommunikationsidee: Die Baustelle und später die neue Fußgängerzone sollten nicht anonym wirken, sondern einen eigenen Charakter bekommen.

Die Eichhörnchen sind deshalb kleine Identitätsstifter. Sie machen aus einer gewöhnlichen Pflasterfläche eine Art Suchspiel im öffentlichen Raum. Wer durch die Eichhornstraße läuft, entdeckt die Figuren nicht alle auf einmal, sondern nach und nach. Genau das passt zu einer Fußgängerzone: Man soll langsamer gehen, schauen, verweilen, einkaufen, vielleicht auch mit Kindern stehen bleiben und zählen, wie viele Hörnchen im Boden versteckt sind. Die Stadt Würzburg selbst nutzt dieses Motiv offenbar ebenfalls spielerisch: In Such- und Rallyeformaten wird dazu aufgefordert, die Eichhörnchen im Pflaster der Eichhornstraße zu zählen.

Dass die Figuren auffallen und beliebt sind, zeigt auch eine kleine kuriose Episode: 2018 berichtete „Würzburg erleben“, dass einige der silberfarbenen Eichhörnchen beschädigt oder sogar gestohlen worden seien. Sie mussten beziehungsweise sollten wieder ersetzt werden. Das unterstreicht, dass die Pflaster-Hörnchen mehr sind als bloße Verzierung. Sie sind Teil des Wiedererkennungswertes der Straße geworden, eine Art Markenzeichen der Würzburger Mitte.

Kurz gesagt: In der Würzburger Mitte gibt es so viele Eichhörnchen im Pflaster, weil die Eichhornstraße bei ihrer Umgestaltung zur Fußgängerzone ein eigenes, historisch begründetes und zugleich werbewirksames Symbol bekommen sollte. Der Name der Straße lieferte das Motiv, die Werbegemeinschaft „Würzburgs Neue Mitte“ machte daraus das Maskottchen „Mitty“, und die Stadtgestaltung übersetzte dieses Motiv in den Bodenbelag. Die Eichhörnchen sollen die Straße sympathischer, unverwechselbarer und ein bisschen spielerischer machen.

„Man zündet kein Stück Kindheit an!“ – Warum der Anschlag auf die Maus ein Schlag ins Herz ist

30. Juli 2025

Was zum Himmel stimmt mit manchen Menschen nicht?! Da steht sie – orangefarben, freundlich, übergroß und mit einem Lächeln, das seit über 50 Jahren Generationen von Kindern durch die Kindheit begleitet – die Maus. Und jemand zündet sie einfach an. Die Maus! Nicht ein Verkehrsschild, nicht eine Mülltonne, nicht ein Werbeplakat – die Maus. Ein Symbol für Bildung, Neugier, Freundlichkeit. Ein Wesen, das nie jemandem wehgetan hat. Und doch fällt sie einem feigen Akt von Vandalismus zum Opfer. Mir platzt der Kragen.

Wie abgestumpft muss man sein, um so etwas zu tun? Wer hat so wenig Respekt vor all dem, was die Maus verkörpert? Diese Figur steht für all das, was in dieser Welt noch gut ist – für kindliches Staunen, für Zusammenhalt, für Verständlichkeit in einer oft viel zu komplizierten Welt. Und nun steht da eine verkohlte Maus – weil jemand offenbar meinte, das sei ein passendes Ziel für Frust, Langeweile oder stumpfe Zerstörungswut.

Das ist kein Kavaliersdelikt. Das ist ein Anschlag auf unsere Kindheitserinnerungen, auf ein kulturelles Erbe. Man zündet kein Stück Herz an. Und das ist die Maus: Herz, Wärme, Verlässlichkeit. Für viele Kinder, auch für ich, war die Maus der erste Kontakt mit Wissenschaft, Technik, Sprache – liebevoll erklärt, nie von oben herab, immer mit Respekt für das kindliche Denken. Und jetzt steht da nur eine angebrannte Maus.

Es ist nicht einfach nur eine Statue. Es ist ein Ort, zu dem Kinder mit leuchtenden Augen kamen, wo Familien Fotos machten, wo Passanten kurz stehenblieben, lächelten, und sich an ihre eigene Kindheit erinnerten. Und ein Idiot hat beschlossen, das alles soll in Flammen aufgehen.

Nein, das dürfen wir nicht hinnehmen. Es reicht nicht, einfach nur betroffen zu sein. Wir sollten wütend sein. Wütend über die Respektlosigkeit, über diese Herzlosigkeit, über einen Angriff auf das, was uns alle als Gesellschaft miteinander verbindet: unsere gemeinsame Erinnerung an das Staunen und Lernen mit der Maus.

Was bleibt? Unsere Entschlossenheit. Die Maus wird zurückkommen. Bunter, schöner, stärker als je zuvor. Denn das, wofür sie steht, lässt sich nicht verbrennen. Aber vergessen dürfen wir diesen Angriff nicht. Es war mehr als Sachbeschädigung. Es war ein Schlag ins Herz unserer Kindheit. Ich hoffe, dass der oder die Täter gefasst werden.

Nach dem Brand der Maus-Figur vor dem WDR in der Kölner Innenstadt soll die Maus jetzt ganz schnell wieder gesund werden: „Viele Maus-Fans haben bereits Erste Hilfe geleistet und Pflaster geklebt. In den nächsten Tagen schicken wir sie dann in eine längere Kur, damit die Brandwunden gut versorgt werden können. Die Maus kommt auf jeden Fall so schnell wie möglich wieder“, verspricht Matthias Körnich, Leiter des Kinderprogramms.

Noch ist es ein trauriges Bild: Die beliebte Figur ist am rechten Arm und im Gesicht stark verkohlt. Nicht nur Pflaster symbolisieren die Anteilnahme, auch über die sozialen Medien erreichen die Maus viele liebe Genesungswünsche, darunter auch von der Seamstraße.