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Mein persönlicher Jahresrückblick 2020

31. Dezember 2020

Ich denke, ich muss nichts mehr schreiben: 2020 war ein Desaster, privat und geschäftlich. Und trotz der schlechten Situation gab es bei mir Weichenstellungen in eine hoffentlich optimistischere Zukunft.
Der drastische Einschnitt des Jahres war der Tod meines Vaters am 8. Mai. Er starb nicht an Corona. Zusammen mit meiner Frau war ich in der Stunde seines Todes im Krankenhaus an seinem Bett mit dabei. Um 4.11 Uhr verstarb er. Die Erinnerungen kommen immer wieder hoch. Er fehlt uns allen sehr und sein Tod hat mein Jahr geprägt. Seine Beerdigung fand unter strengen Corona-Auflagen im ersten Lockdown mit wenigen Trauergästen statt.

Bloggen aus dem Dorf im Lockdown
In der Phase des ersten Lockdowns ging ich mit meinem Blog redaktion42 auf die sublokale Ebene. An 45 Tagen berichtete ich aufeinanderfolgend über mein Dorf in dem ich wohne und wie die Bewohner mit Corona umgingen. Ich machte das, was ich einstmals gelernt hatte: Klassischen Tageszeitungsjournalismus im Blogformat mit Texte, Fotos und Videos. Die Resonanz war überwältigend. Jeden Tag um 7 Uhr stellte ich einen neuen Blogpost online. Verbreitet wurde er auch über die örtliche Facebookgruppe mit rund 2000 Mitgliedern. Es war ein riesiger Erfolg: Die Zugriffe explodierten und ich wurde beim Einkaufen, beim Bäcker, beim Tanken und beim Spazierengehen auf den Blog angesprochen. Ich werde aus den Posts noch ein eBook machen und es kostenlos zum Herunterladen anbieten, quasi eine Zweitverwertung. Mein Vorhaben war, Corona aus der Sicht einer kleinen Gemeinde westlich von München darzustellen und ich wollte auch ein bisschen die örtlichen Lokalzeitungen ärgern. Ich wollte ihnen zeigen, was Blogs im Lokalen ausrichten können. Als der Blog richtig Fahrt aufgenommen hat, verstarb mein Vater und ich hatte erst mal den Nachlass zu ordnen.

Mein Eindruck war: Im ersten Lockdown zogen wir alle an einem Strang, waren rücksichtsvoll und ausgeglichen. Im zweiten Lockdown ist meines Erachtens nicht soviel davon geblieben. Egoismus ist allerorts anzutreffen. Mal sehen, vielleicht nehme ich den sublokalen Blog im dritten Lockdown wieder auf, der wohl kommen wird.

Neue Geschäftsmodelle gefragt
Mit Corona brach ein Teil meines Geschäftsmodells zusammen. Ich war bis Corona dreimal die Woche in Deutschland an Schulen mit dem Thema Medienkompetenz unterwegs. Hinzu kamen Wochenend-Seminare und Abendveranstaltungen in Bayern. Das alles brach weg. Eigentlich wollte ich im Sommer das zehnjährige Bestehen meines Unternehmens redaktion42 mit einer fetten Party feiern. Daraus wurde nichts.

Ich packte im März meine Reisekoffer aus und hängte alles in den Schrank. Soforthilfe oder ähnliches gab es für mich nicht. Neidvoll schau ich auf Lufthansa, Automobilindustrie oder die Tourismus-Industrie.
Wie heißt es, in der Krise liegt die Chance. Ich tastete mich mit Online-Schulungen vor. Ein guter Kunde, die Hanns-Seidel-Stiftung, entpuppte sich als agiler Bildungsanbieter und ließ ihren festangestellten Referenten freie Hand. So entwarfen wir Woche für Woche neue Konzepte für Seminarmodelle, probierten Software wie Zoom, GotoWebinar oder Jitsi aus. Ich eignete mir eine digitale Didaktik an, investierte größere Summen in Studiotechnik wie Kameras, Greenscreen, Videomischer, Beleuchtung, Mikros und mehr. Höhepunkt war sicher ein Zwei-Tages-Streaming aus dem Wohnzimmer zur US-Wahl.

Experimente mit Greenscreen.

Ich wurde gebucht und durfte einige Bildungsanbieter in Bezug auf Online-Schulungen schulen. Leider gibt es noch zuviele schlechte Webinare da draußen, Webcam und PowerPoint reichen nicht. Die finanziellen Verluste der Präsensseminare wurden natürlich nicht durch die Einnahmen der Online-Schulungen aufgefangen, aber ich kam mit einem blauen Auge davon. Es ist klar: Der Weg der Digitalisierung lässt sich nicht mehr zurückdrehen und das ist gut so.

Neues Hobby und neuer Blog
Durch Corona hatte ich mehr Zeit. Während andere Leute diese Zeit nutzten und neue Sprachen lernten oder Netflix leer schauten, entdeckte ich für mich ein neues Hobby: Golfen

Zusammen mit meiner Frau und K2 machten wir einen Platzreifekurs auf der Golfanlage in Rottbach. Ich habe im Golfen eine neue Art der Freizeitbeschäftigung gefunden: Es ist enorm anstrengend, ich bin an der frischen Luft und es kostet gewaltige Konzentration. Es ist eine Symbiose aus mentaler und körperlicher Beanspruchung, die es in sich hat. Ich war fast jeden Tag auf dem Golfplatz und ich rief meinen Golfblog Golffieber42 ins Leben, der sich gut entwickelt. Golf ist ein prima Hobby für mich, trotz den doofen Sprüchen aus dem Bekanntenkreis.

Und ich entdeckte das Fahrradfahren (wieder). Da Reisen dieses Jahr 2020 nicht möglich waren, machten wir Urlaub zu Hause im Garten (oder auf dem Golfplatz). Genau rechtzeitig wurde bei uns ein neuer, sehr schöner Radweg mit Namen Räuber-Kneißl eröffnet.

Familie gefestigt
Durch Corona hat sich unser Familienleben verändert. Die Gattin war und ist durch ihren Job voll eingespannt und kommt kaum zum Durchschnaufen. Sie kann ins Büro radeln oder zu Fuß laufen und ist dort die meiste Zeit am Telefon, in virtuellen Konferenzen oder beantwortet Mails und ich unterstütze meine Frau wo ich nur konnte. Zusammen stellten wir eine geniale Aktion auf die Beine.

Das Internet lief zu Hause heiß: Die Kinder hatten Teams-Konferenzen, versuchten mit Mebis zu arbeiten, um Home-Schooling zu bewerkstelligen. Insgesamt ist es eine Schande, wenn ich die Digitalisierung in der Schule sehe. Und es ist eine noch größere Schande, weil ich mit diesem Thema seit Jahren an den Schulen unterwegs bin und vertröstet werde.

Auf jeden Fall kochten wir täglich alle zusammen und verbrachten viel Zeit miteinander. Da wir uns an die Kontaktbeschränkungen hielten, bekamen wir kaum Besuch. Mit meiner Mutter konferierte die Familie via FaceTime. Ich bin dankbar, dass meine Mutter mein abgeschriebenes iPad verwenden kann und es auch nutzt. Digitalisierung ist auch für die ältere Generation kein Fremdwort.

Mitte Parsifal und rechts Atari – ganz links bin ich.

Im Sommer verstarb ein geliebtes Haustier: Sinatra unser alter treuer Wellensittich. Nun ist Dr. Watson alleine und steht mit seinem Käfig bei uns im Wohnzimmer und piept in jeder familiären Unterhaltung mit. Die Familienkonferenz entschied, dass kein weiterer Sittich angeschafft wird, dafür aber zwei junge Kater. Wir bekamen sie von der vorbildlichen Tierauffangstation in Maisach. Die beiden Kater hießen dort Rocky und Mailo, aber wir taufen die Herrschaften um in Parsifal und Atari um. Egal welchen Namen die tragen, so richtig folgen sie auf keinen. Meine Frau wurde zugegebenermaßen bei der Namensvergabe etwas überrumpelt. Parsifal kommt von Richard Wagners letzter Oper und Atari von meiner ersten Videospielkonsole Atari 2600. Seitdem toben die Herrschaften in der Hütte und wir haben die neuen Rabauken lieben gelernt. Die Entscheidung für Parsifal und Atari war eine richtige Wahl zum Wohle aller.

Riga samt Heinz Erhardt
Eigentlich war ich beruflich viel auf Achse, aber aufgrund Corona kam alles zum Erliegen. Zusammen mit meiner Frau machte ich zu Jahresbeginn eine einwöchige Reise nach Riga, der Hauptstadt Lettland. Ich hab von dort ausführlich gebloggt und ich habe es vor allem genossen. Ich war früher schon mal in der Stadt und konnte meiner Frau ein bisschen was zeigen. Organisiert hat die Reise eine Freundin und Arbeitskollegin und eigentlich wollten wir 2021 wieder mit ihr ins Baltikum. Daraus wird zumindest 2021 nichts, aber ich zehre von der Riga-Fahrt noch immer mit vielen Erinnerungen und Eindrücken. Und ich habe Heinz Erhardt wieder für mich entdeckt, der in Riga aufwuchs.

John Williams – mein einziges Konzert
Und der musikalische Höhepunkt des ganzen Jahres und darüber hinaus war das Weihnachtsgeschenk 2019 meiner Frau: Ich bekam eine Karte für das John Williams Konzert im Goldenen Saal des Wiener Musikvereins. Ich war so gerührt, dass wir noch für die ganze Familie Karten besorgten. Finanziell war es schon ambitioniert, aber wir alle genossen Wien und den wichtigsten lebenden Filmkomponisten, der mit den Wiener Philharmonikern und Anne-Sophie Mutter spielte.

Ich kann nur sagen: Es war mir eine Ehre bei so einem Ereignis dabei zu sein. Die ganze Familie war total aus dem Häuschen. Es war zudem das erste Konzert, bei dem ich dabei war, was auch als CD und Bluray herauskam – ich bin im Film sogar mal zu sehen, kurz, aber immerhin. Für 2020 hatte ich noch weitere Konzertkarten zu Elton John und Yes, aber die musikalischen Ereignisse wurden erst mal verschoben. Ich hoffe, dass wir die Künstler noch mal sehen können und wir nicht auf den teuren Tickets sitzen bleiben.

Vinyl lebt
Also bleibt nichts anderes übrig, als Musik von der Konserve oder via Stream zu hören. Ich machte mir dafür selbst ein Geschenk. Seit Jahren spielte ich mit dem Gedanken mir wieder einen Schallplattenspieler anzuschaffen. Ich hab zwar Modelle von Dual und Technics, aber ich als Retro-Liebhaber wollte ich mir eine besondere Freude machen: Einen Braun PT4 in weiß.

Und ein neuer Player will neues Futter haben. Zum Glück erschien der Gesamtkatalog von Kraftwerk in farbigen Vinyl. Und ich höre auf dem Schallplattenspieler meist abends bei einem Glas Rotwein Jazz-Platten und lasse mich treiben.


Meist lese ich in einem Filmbuch um abzuschalten, aber wirklich gefesselt hat mich 2020 wieder und wieder die Geschichte „die Maske des Roten Todes“ von meinem Lieblingsautor Edgar Allan Poe, die da endet: „And Darkness and Decay and the Red Death held illimitable dominion over all“. („Und unbeschränkt herrschte über alles mit Finsternis und Verwesung der Rote Tod.“) Mehr gibt es über 2020 nicht zu schreiben.

Ich wünsche euch einen guten Rutsch und bleibt gesund.

Es kam ein Blogstöckchen geflogen …

21. Februar 2014

Ich habe von meinem Kollegen Peter G. Spandl ein Blogstöckchen zugeworfen bekommen. Das machen wir Blogger ab und zu untereinander. Antworten auf Fragen hab ich in der Vergangenheit gerne gegeben und mache es heute auch wieder. Es gilt Fragen zu beantworten und zwar öffentlich im Blog. Also, danke lieber Peter und empfehle auf diesem Wege deinen hervorragenden Kochblog.

Hier sind Peters Fragen und meine Antworten:

1. Nach welchen Kriterien suchst du morgens dein Outfit aus?

Ganz eindeutig nach meinen Terminkalender. Habe ich einen Geschäftstermin, dann wähle ich klassisch schwarze Hose, weißes Hemd mit Manschettenknöpfe, Fliege, Jacket sowie passendes Einstecktuch. Wichtig sind für mich auch die entsprechenden Schuhe, da ich einen kleinen Schuhtick habe. Hier habe ich ein schönes Paar aus Spanien und hier ein Video von einem anderem:

Habe ich frei, wähle ich in der Regel lockere Freizeitkleidung wie T-Shirt und Jeans. Oft habe ich dann lockeres Schuhwerk an. Also es kommt ganz klar auf den Anlass an.

2. Was ist Deine Lieblingsspeise?

Das variiert: War es früher ganz banal ein halbes Hähnchen mit Pommes, so ist es heute auf jeden Fall Fisch. In der Regel Dorade. Aber ein wunderbares Steak verachte ich nicht. Ich bestelle es bei Claus Böbel bei seinem Shop und bin von der Qualität der Ware sehr angetan. Hier ein Video vom Grillen.

3. Welche “erste” Schallplatte, Kassette oder CD hast Du Dir von Deinem Taschengeld gekauft?

Es war eine Schallplatte von Alan Parsons Project mit dem Titel Tales of Mystery and Immagination. Es ist eine Vertonung von Geschichten des großen Edgar Allan Poe, den ich als Schüler und noch heute gerne lese. APP war Progrock der guten alten Zeit, dann kamen bei mir ELP und King Crimson. Ich liebte es Schallplatten zu hören. Ab und zu kaufe ich mir noch eine – die letzte war ein Hörpsiel vom Hobbit und ich habe natürlich darüber gebloggt. Der World Record Day ist mir grundsätzlich ein Anliegen, denn im Wohnzimmer steht immer noch eine Rock-o-la.

4. Hast du Angst, du könntest eines Tages wegen irgendwas abgemahnt werden, was du in deinem Blog tust oder unterlässt?

Natürlich und ich halte es nach dem Spruch aus Forrest Gump: Was sind 100 Juristen aneinander gebunden und im Meer versenkt? Ein guter Anfang. Durch meine Ausbildung als Journalist bin ich sensibel, aber natürlich heißt Recht haben nicht Recht bekommen.

5. Woher kamst du, als du das letzte Mal aus einem Flugzeug geklettert bist?

Früher war ich oft mit dem Flieger unterwegs, heute freue ich mich, wenn ich zu Hause und nicht on the road bin. Ich glaube, mein letzter Flug ging nach Hamburg und hab mir die Stadt angeschaut und darüber gebloggt. Eindrucksvoll waren die Mülleimer in der Stadt.

6. Welche Musik hörst Du, wenn Du an Deinem Blog schreibst? Oder hörst Du gar keine?

Doch, imch höre meine Helden Bob Dylan, Elvis, Beatles und Sinatra. Derzeit viel Soundtracks von John Williams und Danny Elfman und zur Inspiration den Sound von Kraftwerk und Miles Davis, die coole Sau. Bei Klassik fällt die Wahl auf Wagner und Bach.

7. Welches Produkt steht schon am längsten in Deinem Kühlschrank? Und wie lange wird es noch dort stehen?

Es ist besonderer Senf, den ich unbedingt haben musste, aber mir dann doch nicht geschmeckt hat. Gier ist eben eine Todsünde. Ich gelobe, beim nächsten Kühlschrankputz liegt er raus.  Also nächste Woche.

8. Was war für Dich “das” Buch in den letzten 12 Monaten?

Als Fachbuch auf jeden Fall Clayton M. Christensen: The Innovator’s Dilemma. Warum etablierte Unternehmen den Wettbewerb um bahnbrechende Innovationen verlieren. Das hat mich sehr stark beeindruckt, weil es das Dilemma der Excel-Freunde in unseren Unternehmen zeigt. Und als Belletristik die Bücher von PG Wodehouse (köstlich) und Tolkiens Herr der Ringe in der Übersetzung von Margaret Carroux. Hier mein Beitrag und ein Film. Als Fotobuch hat mich Jupp Darchinger – das fotografische Auge von Bonn umgehauen.

9. Fotografiere Deine Socken, die Du JETZT trägst und füge das Bild zu den anderen Antworten.

Es sind Burlington-Socken, von denen ich überzeugt bin. Im Moment trage ich keine andere Marke.

socke

10. Was ist der höchste Betrag (für eine Person), den Du jemals für ein Menü im Restaurant ausgegeben hast – und war es das wert?

Ich weiß nicht, ob es das Tandris in Münchrn oder die Überfahrt am Tegernsee war. Es war um die 450 Euro und jeden Cent wert. Ich hab darüber gebloggt und war neulich auch sehr gut essen bei den Egener Höfen. Dort führte ich ein Interview mit dem Sternehoch Michael Fell. Den Blogartikel muss ich noch schreiben.

Und jetzt werfe ich das Blogstöckchen weiter an:

Thomas Gerlach http://www.tgerlach.de

Franz Neumeier http://www.cruisetricks.de

Monika E. König http://lernspielwiese.com

Doris Ortlieb http://hahnologie.wordpress.com

Franziska Ferber http://notizleben.wordpress.com

Markus Will http://krapfenblog.de

Marcus Bölt http://blog.smirne.net

Tanja Kaiser http://www.mrsminirobot.de

Ludger Freese http://blog.fleischerei-freese.de

Lucas Kaiser http://www.lucidpix.de

Heike Stiegler http://heikesstadtgefluester.de

Und es gilt folgende Fragen zu beantworten, neue bis zu zehn Blogger auszuwählen und neue Fragen zu stellen.

  • Welches Hobby hast du und wie widmest du dich diesem Hobby?
  • Wenn du ein Haustier hast, schreib eine nette Geschichte und mach ein Foto.
  • Filmst du für deinen Blog und warum bzw. warum nicht?
  • Was bedeutet bloggen für dich?
  • Wo sammelst du deine Blogideen?
  • Was war denn der eindrucksvollste Film im zurückliegenden Jahr und warum?
  • Arbeitest du mit einer to do Liste und wie sieht die aus?
  • Welchen guten Vorsatz für 2014 hast du und wie steht es um die Verwirklichung?
  • Gib uns einen Buchtipp: Fachbuch und/oder Roman
  • Wie ist dein Lebensmotto?

Wandern mit Schneeschuhen

23. Januar 2013

Nach über 20 Jahren habe ich wieder Schneeschuhe unter meinen Füßen und es macht mir genauso Spaß wie früher. Musste ich mir früher die Schneeschuhe aufgrund meiner Studienexkursionen unter die Füße schnallen, mache ich es heute wegen Spaß und wegen des erhöhten Blutdrucks. Daher habe ich der Ehefrau und mir neue Schneeschuhe zu Weihnachten gekauft.

Foto 1

Das Problem ist allerdings der Schnee. Aber nachdem es bei uns in den vergangenen Tagen geschneit hat, wollte ich mein persönliches Weihnachtsgeschenk ausprobieren. Natürlich sind Schneeschuhe erst bei Tiefschnee richtig angesagt, aber zum Ausprobieren reichte die weiße Pracht vor der Haustüre. Wer Schneeschuhe aus Metall kauft, sollte unbedingt auf sein Gewicht achten. Ist die Auflagefläche zu klein, bringt der ganz Schneeschuh nichts und man sinkt einfach ein. In der Regel gibt es drei Gewichts- und damit drei Größenklassen für Schneeschuhe. Zur groben Orientierung: Länge 1 = 58 Zentimeter für ein Körpergewicht bis ca. 68 Kg, Länge 2 = 68 Zentimeter für ein Körpergewicht bis ca. 80 Kg und Länge 3 = 78 Zentimeter für ein Körpergewicht bis ca. 114 Kg Ich hatte früher Schneeschuhe aus Holz und geflochteten Netz, so gehe ich heute mit High Tech-Schuhen in den Tiefschnee. Das Material des Rahmens ist  Aluminium, die Bespannung ist aus Hypalon und die Krallen sind aus Stainless Steel. Das Ganze macht irrsinnig Spaß, belastet die Natur nicht wie Skifahren oder Boarden und kurbelt den Kreislauf an.

Unbedingt darauf achten, dass die Krallen aus beweglichen Metall sind und sie nicht zu eng nebeneinander sitzen. Metall gibt es entsprechenden Halt im Schnee. Wenn die Krallen zu eng sind, dann sammelt sich schnell Dreck oder Eis darunter bei den Schneeschuhwanderungen. Wer es professionell haben will und im Gebirge unterwegs ist, der kann beim Kauf auf Varianten mit zusätzliche Krallen achten. Bei Abstiegen im Gebirge sorgen zusätzliche Krallen hinten sowie Snowbrakes für sicheren Halt. Das brauche ich aber nicht, ich will einfache Wanderungen machen und keine Extremtouren.

Wichtig: Damit die Hose beim Einsinken in den Tiefschnee nicht nass wird, empfehle ich Outdoorgamschen. Diese wasserdichten Gamaschen kommen über die Hosenbeine (auf die Größe achten) und die Riemen werden unter dem Schuh befestigt. Zum Ausgleich nehme ich einfach meine Trekkingstöcke. Es gibt professionellere Lösungen, aber fürs Wandern reicht es.

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Hobby Aquarium: Das Einfahren Teil 3

30. September 2009

Das Aquarium noch ohne Wasser

Ein neues Aquarium in Betrieb zu nehmen nennt sich „Einfahren“. Meine Frau hat mich auf dieses Fachwort hingewiesen, das sie stilsicher benutzte. Ich sprach die ganze Zeit von Inbetriebnahme des Beckens oder platt: Aquarium flott machen – um im maritimen Sprachgebrauch zu bleiben. Aber nein, beim Aquarium heißt die Vorbereitung bis der Fisch ins Wasser kommt eben „einfahren“. Ich geb zu, in meiner Naivität hab ich mir dieses Einfahren leichter und etwas schneller vorgestellt. Aber wer ein wenig nachdenkt, versteht warum so ein Einfahren bis zu zwei Wochen dauert. Und das mir, dessen zweiter Vorname Geduld ist.

Zunächst habe ich das leere 84 Liter Becken auf die Terrasse getragen. Ich prüfte, ob das Teil mit seinem 5 mm dicken Glas überhaupt dicht ist. Nichts wäre blöder, als wenn das Becken im Wohnzimmer leckt und das kostbare Mobiliar versaut. Aber ich kann nicht einfach einen Eimer aus der Garage mit Wasser zum Auffüllen nehmen. Nein, sonst kämen ja böse Bakterien ins Becken. Also eine Metall-Ikea-Schüssel aus der Küche genommen, aufgefüllt und etliche Male zwischen Küche (Wasserhahn) und Terrasse (Aquarium) gependelt. Wir hatten Glück. Das Becken ist dicht und nun folgte der Schritt zwei.

Wir haben uns im Zoofachgeschäft mit Kies, Wurzeln und Pflanzen eingedeckt. Als erstes gilt es den Kies zu waschen. Ein Haushaltsieb hilft dabei. Für unser 84 Liter Becken mit 80x35x30 brauchen wir knapp 20 kg Kies. Bevor es ans Modellieren des Bodens geht, sollte eine Zeichnung gemacht werden, wie man sich das fertige Aquarium vorstellt. Malen ist nicht unsere Stärke, vielleicht schaff ich es mit Vue oder Bryce eine 3D-Animation zu generieren, aber bis ich den Rechner anhatte, war die Ehefrau bereits zur Tat übergegangen. Der Boden des Beckens wurde mit 3 bis 5 Zentimeter Kies bedeckt. Hinten links kommt eine hohe Erhebung, hinten rechts eine leichte – so eine Art Berg und Tal Landschaft stellen wir uns vor. Dann kommt eine Art Nährstoff für die Pflanzenwelt und dann wieder eine Schicht Kies. Anschließend positionieren wir einen schönen Stein mit zwei Löchern und eine Wurzel im Becken. Die Wurzel in einem großem Topf auskochen, damit keine Bakterien ins Becken kommen.

Dann haben wir die Geräte eingebaut, Pumpe und Heizung. Beide kamen in die hinteren Ecken. Weil sie nicht so schön aussehen, werden sie nun von Pflanzen verdeckt. Spezielle Wasserpflanzen gibt es beim OBI oder Zoofachgeschäft für Fische. Hier unterscheidet man zwischen drei verschiedenen Pflanzentypen (nicht biologisch, sondern planerisch). Vorne die kleinen, in der Mitte die Mittleren und oh Wunder hinten die Großen Pflanzen. Auf den Abstand zueinander achten und nicht zu dicht pflanzen. Der Fisch soll sich zwar verstecken können, aber ein Aquarium ist auch kein Dschungel. Anschließend kommen noch Ausstattung ins Becken, wie Schiffe, Tempel oder Burgen – wer es denn mag. Mir gefällt der Kitsch.

Jetzt kommt das Wasser hinzu. Aber nicht einfach mit Schwung Reinkippen. Die Wucht des Wassers würde die feine Kieslandschaft aufwühlen und zerstören. Wir haben eine Untertasse reingelegt und das Wasser darüberlaufen lassen. So bleibt die Szenerie erhalten. Dann Strom an und Pumpen anwerfen und es kann losgehen.

Leider aber noch nicht mit Fischen. Im Aquarium muss sich ein Biotop bilden. Das System muss leben und das braucht seine Zeit. Die Literatur spricht von 10 bis 14 Tagen – so lange. Wir haben noch Mittelchen, so eine Art Dünger, ins Becken gegeben. Darin sind Bakterien, die den Prozess beschleunigen. Jeden Tag einen Spritzer Bakterienkonzentrat aus der Pumpflasche. Dann nach ein paar Tagen einen Teil des Wassers wechseln und warten, warten, warten.


Hobby Aquarium: Erste Erkundigungen Teil 2

29. September 2009

Fisch beim Tierarzt

Bevor wir uns zum Kauf eines Aquariums auf sanften Druck vom Sohn entschlossen haben, galt es erst einmal zu recherchieren. Was braucht man eigentlich? Wie steht es um die Pflege? Welcher Fisch passt zu wem? Ich habe keine Erfahrungen mit Fischen. Ich bin am Land mit Gebirge aufgewachsenen und das Meer ist mir fremd. Meine einzigen Berührungen mit Fischen sind in der Regel Dorade auf dem Grill mit viel Knoblauch und der Besuch des weißen Hais im Kino. Also gingen wir auf entsprechende Seiten im Web und suchten uns die Infos rund um Fischzucht zusammen. Mein erster Eindruck: Au backe, auf was haben wir uns da eingelassen, dieses Hobby braucht Zeit und Geld.

Sinnvoll sind aber auch persönliche Gespräche. Der Patenonkel meines Sohns hat im Büro ein Aquarium. Zufällig trafen wir uns und kamen ins Gespräch über sein Hobby. Sein Aquarium steht im Büro und als Jurist hat er wohl notwendige Ruhe zum Fischebeobachten, wenn er seine Schriftsätze diktiert.

Seine Erfahrungen waren zunächst beunruhigend. Der erste Besatz seiner Fisch-WG schwamm mit dem Bauch nach oben. Einfach verreckt. Ein Virus killte seine schwimmenden Gesellen. Nach kompletter Reinigung bekam der zweite Besatz eine Chance. Hier lief es besser. Nach einiger Zeit machte ein Fisch aber Mucken und schickte sich an zu verenden. Panik kam auf. Der Fisch wurde herausgefischt (tolles Wortspiel) und in eine Plastiktüte gepackt. In der Aktentasche ging es ab zum Tierarzt, der allerdings nichts machen konnte. Der Patenonkel vom Sohn kam sich ein wenig blöd vor, im Wartezimmer mit Hund, Katze, Maus mit seinem Wasserbeutel samt Fisch zu warten. Vor allem die mit wartenden Katzen zeigten reges Interesse. Doch der Tierarzt konnte dem Fisch (Neonfisch zum Preis von 1,98 Euro) nicht helfen, kassierte aber 35 Euro Beratungsgebühr. Fazit aus dem Gespräch: Wenn du einen Koi für mehrere Hundert oder Tausend Euro hast, dann geht zum Arzt. Bei einem Neonfisch lohnt sich der Aufwand nicht – gut, das ist eine rein betriebswirtschaftliche Sichtweise.

Hobby Aquarium: Die Entscheidung Teil 1

28. September 2009

Das neue Aquarium wird mit Kies befüllt

Wir haben ein neues Hobby: Wir haben ein Aquarium. Noch ist es allerdings ohne Fische, aber es wird schon. Auslöser war ein Kinderbuch vom Sohn, das er im Urlaub mit dabei hatte: Es drehte sich um Haustiere. Die Figur im Buch heißt Benno und er hat ein Aquarium. Nachdem mein Sohn erkannt hatte, dass er bei seinen Eltern auf taube Ohren stößt, wenn es um das Thema Hasen geht, zog er nun den Fisch-Joker. Er will jetzt Fische.

Zunächst nahm ich den Vorschlag nicht sonderlich ernst, aber Sohn fing wieder und wieder mit den Fischen an. Als Lektüre empfahl er mir sein Kinderbuch. Da stehen zwei Seiten über Fische drinnen. Hieraus bezog die Familie ihr Primärwissen über Fische. Ich muss zugeben, dass mich ein Aquarium schon fasziniert hatte, doch hab ich keine Ahnung über Aquaristik oder wie der Umgang mit Fischen so   heißt. Im Kinderbuch stehen aber schon ganz sinnvolle Sachen und auch der Fischbesatz wird nett beschrieben. Sohn möchte Neonfische (6 Stück) und Black Mollys (wahrscheinlich, weil sein Teddybär Molly heißt). Meine unseriösen Vorstöße wie Hai oder Rochen wurde abgelehnt mit den Worten: „Ach Papa, sei doch ernst.“

Der Familienrat tagte und wir beschlossen weitere Erkundigungen einzuholen und Leute mit Fischen zu befragen. Wenn ein Becken (sagt man das eigentlich?) billig hergeht, dann schaun wir mal. Etwa 4 Wochen später war es soweit. Beim Lidl gab es für 60 Euro ein Einsteigerset mit 84 Liter. Also schritten wir zum Kauf.


Lass uns tauschen!

11. Dezember 2008

Ab und zu lese ich gerne in Zeitschriften wie „Eltern“ von den Sprüchen und Erzählungen der jungen Generation. Kleine Menschen beschreiben die Welt, so wie sie sie sehen. Manchmal sieht man, welche Weisheit in den kleinen Köpfen unserer Kinder verborgen ist.

Neulich hat uns ein Arbeitskollege eine nette Geschichte aus seiner Schulzeit erzählt: Es ging ums Sammeln und Tauschen. Zu meiner Zeit tauschten wir Sammelbildchen von Star Wars und ich hab auch noch ein Klebealbum von den Gremlins im Keller. Heute ist der Verlag Pannini noch immer im Klebebildchenbereich aktiv. Zuletzt sammelten wir zu Hause Fußballer von der EM.

Naja, zurück zur Geschichte des Kollegen. Er hatte in der Grundschule einen Mitschüler, nennen wir ihn Martin. Martin hatte ein Hobby: Er sammelte Autokennzeichennummern. Nicht die Blechteile, sondern nur die Nummern. Jeden Tag kam er zur Schule und hatte einen Block mit neuen Kennzeichen dabei. Und diese bot er meinem Kollegen zum Tausch an. Geschäftsmäßig wie mein Kollege schon damals war, erklärte sich zum Tausch bereit. Martin nannte ein Kennzeichen und siehe da, mein Kollege hatte es auch. Klar, dass er es nur in einem unbeobachteten Moment auf einen Zettel kritzelte. Anders herum funktionierte der Tausch allerdings nicht. Der Kollege nannte eine Nummer, aber leider hatte Martin nie eine entsprechende Nummer zum Tauschen. Eben ein ehrlicher Mensch. Wahrscheinlich ist Martin heute bei der Kfz-Zulassungsstelle oder bei der Autofahndung der Polizei.