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Maid Cafe auf der AnimagiC 2018 in Mannheim

7. August 2018

Der Besuch im Maid Cafe auf der Animagic 2018 brachte ein wenig Japan-Feeling nach Mannheim. Und als Japan-Interessierter wollte ich diese besondere Art der Gastlichkeit unbedingt ausprobieren. 

Tolle Idee: Ein Maid Cafe auf der Animagic.

Tolle Idee: Ein Maid Cafe auf der Animagic.

Was unterscheidet ein Maid Cafe von einem klassischen Cafe? Das sind freilich die Maids und die Gentlemen, die sich um ihre Gäste kümmern. Sie nehmen die Bestellungen via Tablet auf, unterhalten sich mit ihren Gästen und spielen sogar Spiele mit ihnen wie einfache Karten- oder Würfelspiele. Von den Spielen habe ich in Mannheim nichts mitbekommen, was aber sicherlich an der Masse der Gäste lag, die in das Maid Cafe drängten. Daher wurde von den Organisatoren die Aufenthaltszeit der Gäste auf eine halbe Stunde begrenzt, damit mehr Besucher in den Genuss des Maid Cafés kommen konnten. Das ist eine sinnvolle Idee, scheiterte aber in der Praxis, denn die Maids nahmen zwar die Bestellungen auf, aber das Thekenpersonal kam nicht mit dem Ausliefern der Speisen und Getränke nach. Nun, so hatte ich eben mehr Zeit, das Team von Maido-no Kisetsu zu beobachten und mit meinen Maids zu sprechen. Ich hatte das Gefühl, dass das Personal unterbesetzt war und die Mannschaft aber das Beste aus dem Personalnotstand machte. Das Maido-no Kisetsu versteht sich nach eigenen Angaben als deutsches Maid Cafe, das sich an den japanischen Vorbildern aus Akihabara orientiert. Mittlerweile besteht das Maido-no Kisetsu zehn Jahre – Gratulation von meiner Seite. Die Deko mit Kirschbäumen, niedrigen Tischen und Bambusmatten, der Stil der Speisekarte sowie die Speisen und Getränke sind der Jahreszeit und Thema der Veranstaltung angepasst. Nun bei der AnimagiC gab es klassische Softgetränke und Tee/Kaffee, abends gab es nichtalkoholische Cocktails.

Maid und ich - ich hab mich prima im Maid Cafe auf der AnimagiC unterhalten.

Maid und ich – ich hab mich prima im Maid Cafe auf der AnimagiC unterhalten.

Ich war bei meinen beiden Besuchen mit meinen Maids sehr zufrieden und wir haben in einem Fall prima gequatscht und gut verstanden. Ich durfte sogar ein Selfie machen. Ich sprach direkt mein Lob aus, aber notierte auch mein Lob auf kleinen Zetteln, die ich in Kästchen auf den Tisch steckte. Nach Ende der Schicht sammeln die Maids ihre Zettel ein und bekommen so auch ein schriftliches Feedback vom Kunden. Und natürlich geben die Maids ihre Handynummer u.a. nicht heraus, wo sind wir denn? Die Restaurantleitung wies darauf hin, dass die Maids mit Respekt zu behandeln seien, was eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein sollte. Bei meinen Besuchen habe ich keine Zwischenfälle gesehen. Die Besucherinnen und Besucher der AnimagiC waren aus meiner Sicht höchst diszipliniert und höflich. Das liebe ich an Cosplayer-Veranstaltungen. 

Brunch bei 100Wasser Berlin

15. Oktober 2017

Berlin bietet Hunderte von Kneipen und Lokale und spontan marschierte ich zum Frühstücken in das Café 100Wasser in Berliner Simon-Dach-Straße im Stadtteil Friedrichshain. Und mir begegnete eine Frage, die ich sonst von München kenne: „Haben Sie reserviert?“


Hatte ich nicht und hatte dennoch Glück einen kleinen Tisch auf der Empore zu bekommen. Dabei hatte ich Angst vor eben dieser zu fallen. In München wäre wohl die Gewerbeaufsicht tot umgefallen. Das Café war an einem Sonntag Vormittag rappelvoll voll und entpuppte sich als typisches Lokal nach dem Motto „wo kann man denn in Berlin brunchen?“ Entsprechend war das Gedränge am Buffet. Anstehen – bei so manchen Besucher war eine Gier zu erkennen. Scharenweise Senioren luden sich die Teller mit Speisen für Frühstück und Mittagessen auf. Tee gab es im Preis inklusive. 10,50 Euro kostet der Brunch – daher war entsprechend viel los. Dabei gab es genug, wirklich genug zu Essen. Weil es regnete, blieb ich und ertrug die Hektik, probierte hier und da etwas, trank ein, zwei Cappuccini und schaute mir das Treiben an. Das Café war nett eingerichtet, erinnerte mit seinen Wandmalereien freilich an Friedrich Hundertwasser. Das lenkte ein wenig von der Schlacht am Buffet ab.

Das Angebot der Speisen war günstig und üppig. Wer allerdings feine Küche erwartete, der wurde enttäuscht – satt wurde aber jeder und die sehr freundlichen Bedienungen füllten die Schalen immer wieder auf. Oftmals haben aufgrund des Gedränges die jungen Kellnerinnen nicht nach, die Bestellungen aufzunehmen. Draußen gab es auch Plätze, aber aufgrund des Regens und der Kälte blieben sie leer.
Die Gretchen-Frage: Würdest du das Café 100 Wasser empfehlen? Ja, für den schnellen, preiswerten Hunger als Tourist. Nein, als kulinarischer Genießer der empfindlich auf Hektik beim Frühstück reagiert.

Schocolat – Schoko-Himmel an der A9

23. November 2014

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Zugegegen, das Essen an Autobahnraststätten ist im Laufe der Jahre besser geworden. Die Betreiber geben sich alle Mühe. Doch bin ich richtg zufrieden? ich weiß nicht. Auf der Autobahn A9 Nürnberg München entdeckte ich bei der Ausfahrt Hilpoltstein im Gewerbegebiet an der Autobahn einen wunderbaren Schoko-Laden samt Kaffee und Kuchen: Schocolat

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Im Grunde war ich auf der Suche nach einem guten Kaffee. Ein Kollege und ich spürten nach langer Autofahrt etwas Müdigkeit aufkommen und hielten Ausschau nach etwas Koffein. Aber die Standard-Plörre wollten wir auch nicht trinken. Mein Kollege zeigte mir seinen Geheimtipp: Schocolat – eine Confiserie, eine Patisserie und ein Café.


Eigentlich wollten wir nur eine kurze Pause einlegen, blieben aber aufgrund des ausgezeichneten Angebots doch etwas länger. Modern und stilsicher eingerichtet kamen wir in einem großen Verkaufsraum voller Schokolade. Was das Schoko-Herz begehrt, ist dort zu finden. Die große Auswahl und das vielfältige Produktangebot überzeugten auch anspruchsvolle Genießer.
Es gibt auch eine gläserne Produktion, wie ich es von Messen wie der Heim+Handwerk kenne. Hier kann ich einen Blick in die Produktionsräume werden und bekomme hautnahe Eindrücke von der Produktion dieser Schokoladenmanufaktor. Wer ein wenig Zeit hat, kann auch eine Führung von Michael Gerner mitmachen. Kostenpunkt sind drei gut investierte Euro.

 

Mein Paris: Besuch im Kaffee

9. November 2010
Das Straßencafe - ich liebe es.

Das Straßencafe - ich liebe es.

Zugegeben: Paris hat nicht die Kaffeehauskultur wie Wien oder Italien, aber Pariser Cafes sind ein Hort der Einkehr mit weniger Auswahl an Kaffee aber einer Menge von Geistesfreiheit. Bei meinem Kollegen Thomas Gerlach habe ich neulich etwas über den dritten Ort gelesen und das geht mir nicht mehr aus dem Kopf. Das Cafe ist der Ort zum Nachdenken, zum Lesen, zum Zur-Ruhe-Kommen. Zu Hause ist Hektik, Waschmaschine oder Kochen, in der Arbeit ist der Chef ein Berserker, da bleibt für das Ich nur der dritte Ort. Bei uns erfüllen Starbucks und Co diese Funktion, in Paris sind es die kleinen Cafes.

Dort angekommen, genieße ich meinen café au lait (Michkaffee) und un grand café noir (Schwarz wie die Nacht),un express, une Noisette (nicht die Milka-Schoko, sondern ein schwarzer Kaffee mit einem Schuss Milch). Zum Essen gibt es in den klassischen Cafes auch etwas einfaches: In der Regel Baguette, Sandwich oder Croissants.In den Cafe-Restaurants oder Bistros gibt es auch warmes Essen und vollwertige Mahlzeiten.

Regel Nummer eins und mit Abstand die wichtigste Regel für die Paris Gastronomie: Setzt dich zu niemanden an den Tisch.

Stundenlang kann ich in einem Straßencafe oder Bistro die Zeit totschlagen und einfach nur Leute anschauen. Leute, die vorbeieilen oder Leute, die auch im Cafe sitzen.Jeder hat seine Geschichte. Und oft zeigt er seine Geschichte durch sein Auftreten. Der Tourist mit Reiseführer in der Hand, die jüngeren mit einer iPhone App von Paris. Die einen elegant – und Paris hat wahrlich elegante Einwohner, die anderen eher casual. Die Businessfraktion mit Anzug und Hemd ohne Krawatte, die lässigen in T-Shirt und Jeans – alle gehen ein und aus.

Damit es trotz November nicht zu kalt wird im Straßencafe gibt es die Heizpilze, die Nürnberg war verboten hat, die Pariser in ihrer Stadt aufstellen: Umwelt hin oder her. Trotz Regen oder Wind lässt sich im Straßencafe Ruhe finden und den dritten Ort genießen. Wenn es doch zu ungemütlich wird, dann geht man eben ins Cafe hinein. An der Theke blättert man in Zeitungen. WLAN ist in der Regel Fehlanzeige, also nimmt man wieder Papier zur Hand. Le Monde ist da beliebt, die Zeitung, die gerade erst von der Pleite gerettet wurde. Gezahlt wird übrigens an der Theke. Die Bedienung kommt zwar den Tisch für die Bestellung, zum Abkassieren bleibt sie hinter ihrer Kasse. Das Trinkgeld bleibt am Tisch liegen oder kommt auf ein extra Tellerchen. Die deutsche Manier, das Trinkgeld direkt zu überreichen, kennen die Franzosen nicht, nehmen aber das Geld trotzdem.

Zeitungslesen gehört dazu.

Zeitungslesen gehört dazu.

Und das Cafe ist ein Ort des Träumens. Schön meine Beobachtung einer jungen Frau. Sie kam mit einem Stapel Hefte in das Cafe und blätterte immer wieder in Zettel. Dann schrieb sie in ein Büchlein fein säuberlich einen Text. Sie versank in ihren Text und nahm das Treiben im Cafe gar nicht mehr wahr. Vielleicht habe ich eine künftige Bestsellerautorin bei der Arbeit beobachtet, vielleicht aber nur eine Studentin beim Ordnen ihrer Mitschriften. Die Idee mit der Bestsellerautorin gefällt mir aber weitaus besser. Solche Gedanken hab ich nur am dritten Ort.

Eine Bestsellerautorin oder doch nur eine Studentin?

Eine Bestsellerautorin oder doch nur eine Studentin?