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50. Todestag von Ernesto „Che“ Guevara – Buchtipps

9. Oktober 2017
Che im Amerika Haus Berlin für einen Euro.

Che im Amerika Haus Berlin für einen Euro.

Für die einen ist er ein Freiheitskämpfer gewesen, für die anderen ist er ein Terrorist. Manch einer sah in ihm ein Idol, andere wiederum verteufelten ihn. Eines ist aber ganz gewiss: Che ist ein eine Kulturikone des 20. Jahrhunderts geworden. Heute jährt sich sein 50. Todestag.
In den Studentenbuden der sechziger und siebziger Jahre hing sein Poster an den Wänden. Beim RAF-Terroristen Andreas Baader hing ein Bild in seiner Zelle. Im kommunistischen Kuba hängt sein Abbild an jeder Ecke. Mal sehen, wer den Todestag von Ernesto Rafael Guevara de la Serna, genannt Che Guevara, begeht. Die Gazetten sind voll von Che. Vor kurzem wurde die Landshut zurück nach Deutschland transportiert. Im Deutschlands heißem Herbst trug einer Landshut Entführerin ein T-Shirt von Che – von wegen Freiheitskampf und so.
Ches berühmtestes Foto stammt von Alberto Korda aus dem Jahre 1960. Es wurde beschnitten und ein wenig nachbearbeitet. Das Resultat schlug ein, wie eine Bombe und wurde immer wieder reproduziert. Es gehört sicherlich zu den meist verbreitesten Motiven in der Fotografie, hat aber seinem Fotografen kein Geld eingebracht. Für manche gilt der argentinische Kämpfer als Synonym für Widerstand, Emanzipation und Rebellion. Ich habe neulich im Amerika-Haus Berlin (!) eine Postkarte von Che gesehen. So kommt Kapitalismus und Kommunismus zusammen. Die Postkarte kostete einen Euro.
Ich selbst habe ein paar Porträtbilder von Che aus Kuba mitgenommen. Und eine rote Fahne mit dem Antlitz von Che Guevara hab ich mir in Kuba gekauft und seitdem nicht ausgepackt. So eine große Rolle spielt Che in meinem Leben dann doch nicht. Ich persönlich fand das Porträt von Andy Warhol am besten und werde mir mal einen Druck besorgen.
Irgendwann hatte sich Che bei der Revolution verzettelt. Er gab seinen Job als Minister in Kuba auf und machte wieder ein bisschen Revolution und wollte die Welt befreien. Er wollte den Volksaufstand in Bolivien vorantreiben. In Bolivien wurde er 1967 von bolivianischen Regierungssoldaten gefangengenommen und heute vor 50. Jahren erschossen.
Irgendwie seltsam, dass bolivianische Politiker die Idee hatten, den Todestag von Che zu feiern. Die Militär des lateinamerikanischen Staates schüttelten den Kopf und die Feierlichkeiten für den Terroristen Che wurden abgeblasen. Und die Kommunisten in Kuba stilisierten Che nach seinem Tod zum Märtyrer und Idol. Nach seinem Tod wuchs der Ruhm von Che weiter an. Und das Interesse an diesen Berufsrevolutionär geht bis ins 21. Jahrhundert. Daher ist es kein Wunder, dass zum 50. Todestag das interessante Buch Che Guevara von Matthias Rüb bei Reclam erschienen ist. Matthias Rüb ist Lateinamerika-Korrespondent der FAZ, also einer Zeitung, die traditionell dem linken Gedankengut eher skeptisch gegenüber steht. Er widmet sich in seinem Buch nicht nur dem Revolutionär, sondern auch dem Menschen Ernesto „Che“ Guevara. Reclam stellte mir das Buch für meinen Blog kostenlos als Rezensionsexemplar zur Verfügung und ich möchte nach der ausführlichen Lektüre es empfehlen.
Rüb ist ein gelernter Journalist, daher lesen sich die 100 Seiten des Büchleins sehr flüssig. Ich hatte schon sein Buch über den Kosovo-Krieg gelesen. Natürlich lässt sich das Leben und Wirken von Che bei Wikipedia auch nachlesen, doch Matthias Rüb Schreibstil ist einfach besser.
Als Jugendlicher schmökerte ich einstmals in Ches Bolivianisches Tagebuch und sah mir 2004 auch den verklärten Kinofilm Die Reise des jungen Che an, in dem Che mit dem Motorrad durch Südamerika bretterte. Matthias Rüb räumt mit diesem verklärendem Mythos schnell auf.
Dann habe ich ein wenig in meinem Archiv gekramt und ein interessantes Fotobuch gefunden. Fidel’s Cubastammt von 1998 und zeigt die Revolution in Bildern. Im Mittelpunkt der Fotografien von Osvaldo und Roberto Salas steht natürlich der Maximunm Leader Fidel, aber auch von Che Guevara sind einige interessante und stimmungsvolle Aufnahmen zu finden. Wer es noch im Antiquariat findet, sollte zuschlagen. Text auf Englisch und Bilder in Schwarzweiß lohnen sich.
Also, Ernesto „Che“ Guevara – Ruhe in Frieden: Dein Ausruf „zwei, drei, viele Vietnams“ zu schaffen hat nicht immer so geklappt und die Parole „Auf immer bis zum Sieg – Hasta la Victoria siempre“ wird immerfort von der politischen Linken gerufen.

Beauty Tipp: Pflege für lange Haare im Sommer

2. August 2016

Viele meiner weiblichen Bekannten haben lange Haare. Mir gefällt, aber ich sehe ich, welcher Aufwand schöne lange Haare im Sommer bedeuten: Sonne, Meersalz, Zusammenbinden – denn es soll nicht nur praktisch, sondern auch schön sein.
Ein Kunde von mir ist der Landesinnungsverband des bayerischen Friseurhandwerks. Wenn es die nicht wissen, wie mit langen Haaren im Sommer umzugehen ist, dann weiß es keiner. Daher habe ich einen kleinen Beautytipp ins Netz gestellt: Pflege für lange Haare im Sommer
Als Gesprächspartner stand uns Langhaarspezialistin Silvia Grünberger vom George Michael Studio in Landshut zur Verfügung. Das Gespräch führte Doris Ortlieb vom Landesinnungsverband des bayerischen Friseurhandwerks.

Persönlicher Nachruf auf Gabriele Goderbauer-Marchner

4. Juli 2016
Gabriele Goderbauer-Marchner ist tot

Gabriele Goderbauer-Marchner ist tot

Gabriele Goderbauer-Marchner ist tot. Diese Meldung hat mich gestern zutiefst schockiert. Gabriele Goderbauer-Marchner war eine Kollegin und eine großartige Streiterin für den Qualitätsjournalismus in Bayern und weit darüber hinaus. Ich kannte sie seit Jahren, durfte mit ihr arbeiten, habe von ihrer Erfahrung profitiert und hatte sogar einmal eine Firma mit ihr zusammen. Nun ist sie verstorben und hinterlässt Mann und zwei Söhne, denen mein aufrichtiges Mitgefühl gilt.

Ich habe Gabriele Goderbauer-Marchner das erste Mal als Kollegin der Landshuter Zeitung getroffen, als sie dort Chefin vom Dienst war. Sie ging dann in die Wissenschaft und nahm eine Professur in Mittweida in Sachsen an. Dort liefen wir uns auch über den Weg, weil ich dort einen Lehrauftrag für einen Kollegen hatte. Ein Kaffee hier, ein Gespräch da und es entstand ein gegenseitiges Interesse für die Arbeit. Nach ihrem Wechsel an die Fachhochschule Würzburg erhielt ich von ihr dort auch einen Lehrauftrag. Ich durfte für sie meinen ersten Buchbeitrag schreiben in einem Buch Karriereziel Journalismus.

Engagierte Kämpferin für Qualität im Journalismus.

Engagierte Kämpferin für Qualität im Journalismus.

Als sie zusätzlich das Amt der Geschäftsführerin des MedienCampus Bayern übernahm, lud sie mich auf zahlreiche Podien und Diskussionsrunden ein. Sie machte mich mit den Entscheidern in der Medienbranche bekannt, führte mich in Insiderkreise ein und ich durfte lange Zeit Teil ihres ausgesprochen feinen Netzwerkes sein.

Als ich Chefredakteur der DP war, diskutierte ich viel mit Gabriele Goderbauer-Marchner.

Als ich Chefredakteur der DP war, diskutierte ich viel mit Gabriele Goderbauer-Marchner.

Jahrelang gab sie einen Kurs Printakademie bei der Hanns Seidel Stiftung, bei der sie junge Journalismusstipendiaten ausbildete. Ich war bei vielen dieser Kurse dabei. Sie war eine strenge Lehrerin, aber sie war fair und geduldig. Ich schätzte vor allem die zahlreichen Diskussionen mit ihr, wohin der Journalismus sich entwickelt. In unseren Diskussionsrunden vor den Stipendiaten vertrat sie den klassischen und ich den progressiven Ansatz im Journalismus. Ich denke, alle Seiten haben viel von unseren Diskussionen gelernt.
Wie sehr sie am Thema Qualitätsjournalismus hing, bemerkten wir alle, als sie sich um das Amt des Präsidenten der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien BLM bewarb und gegen den ehemaligen bayerischen Staatskanzleichef Siegfried Schneider antrat. Sie unterlag zwar am Ende gegen Schneider, sorgte aber mit ihrer Kandidatur für enorme Wellen in den politischen und journalistischen Kreisen. Sie wechselte zur Bundeswehr-Uni nach München und lehrte dort weiter Journalismus.

Hier bei der Schule für Rundfunktechnik 2005.

Hier bei der Schule für Rundfunktechnik 2005.

In den letzten Jahren haben wir uns aus den Augen verloren. Wir sahen uns dann und wann, aber der Kontakt riss ab. Sie engagierte sich massiv in ihrer Heimatstadt Landshut in der Kommunalpolitik. Wie ich von meinen Landshuter Freunden höre, hatte sie gute Chancen Oberbürgermeister der Stadt zu werden. Das hätte ich ihr gegönnt. Sie war engagiert für die Bürger ihrer wunderbaren Stadt. Doch dann kam die überraschende Meldung für mich: Vor drei Wochen legte sie ihre OB-Kandidatur aus gesundheitlichen Gründen nieder und bat darum, nicht weiter befragt zu werden. Das respektierten wir. Und nun die Todesmeldung. Ich wusste nicht, wie schlimm es um Gabriele Goderbauer-Marchner stand und hätte gerne noch mal mit ihr gesprochen.
Der Journalismus hat mit ihr eine engagierte Streiterin für Qualität verloren. Im Moment stehe ich noch unter dem Schock der überraschenden Todesmeldung und es tut mir sehr leid. Gabi oder Godi, wie ich sie genannt habe, vielen Dank für alles.

2008 feierte ihr MedienCampus zehnjähriges Bestehen.

2008 feierte ihr MedienCampus zehnjähriges Bestehen.

Beim Rasieren die News lesen

29. Juni 2016

Bei einer Shoppingtour durch Landshut nahmen wir im Restaurant Tigerlilly zu Mittag gegessen – nahrhaft und schmackhaft war es. Es war wirklich sehr gut und ich kann die Speisen und Getränke empfehlen.

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Nach dem Essen, wollte ich meine Hände waschen. Über den Waschbecken in den Waschräumen entdeckte ich ein cooles Displaysystem. Es war in den Spiegeln integriert. Während man sich seine Hände wusch, konnte man aktuelle News, Horoskope und natürlich Werbung lesen. Ich habe von diesen Displays schon immer wieder gehört, habe aber noch nie eines in freier Windbahn in Deutschland angetroffen. Nur bei Besuchen in Las Vegas kenne ich so etwas.


So eine Technik fasziniert mich und im Grunde hätte ich gerne so ein System im heimischen Badezimmer. Ich könnte so morgens bei der Morgentoilette die aktuellen News lesen bzw Mail sehen. Natürlich könnte ich mir ein altes iPad ins Badezimmer hängen, aber so ein Display im Spiegel integriert, finde ich schicker.
So richtig konnte ich das System im Restaurant Tigerlilly nicht testen, denn immer wieder kamen Männer in die Herrentoilette, die etwas verwundert auf die Kamera blickten, mit denen ich Fotos gemacht habe.


Ich habe immer wieder von diesen System gelesen. Beispielsweise von einem niederländischen Bastler, der einen Magic Mirror baute, der über einen Raspberry Pi mit Daten versorgt wird. Er zeigt Wetterdaten, Termine und Nachrichten an. Ich frage mal meinen Elektriker, ob er so etwas auf Lager hat. So etwas gehört zu einem Smart Home einfach dazu. Wer kennt sich mit so was aus?

Was macht Hitler auf einem Kirchenbild?

23. Januar 2016
Hitler, Göring und Goebbels auf einem Kirchenfenster in Landshut.

Hitler, Göring und Goebbels auf einem Kirchenfenster in Landshut.

Was macht Hitler in der Landshuter Martinskirche? Ich besuchte die wunderschöne niederbayerische Stadt Landshut zum Shoppen. Und wer Landshut besucht, der muss auch in der Martinskirche vorbeischauen, egal ob Christ oder nicht. Das Bauwerk ist super interessant und der Turm der Martinskirche ist mit 130,1 Metern der höchste Backsteinturm der Welt sowie der höchste Kirchturm Bayerns.


Die Martinskirche selbst ist im Inneren eine Augenweide. Ich liebe den gotischen Stil und Wikipedia gibt einen schönen Überblick über die Kirche. Doch was macht nun Adolf Hitler in der Martinskirche? Beim Betrachten eines Bildes nahm ich das Gesicht Hilters wahr. Erst unbewusst, dann dämmerte es mir und ich sah die Visage dieses Volltrottels bewusst. Was macht denn der Massenmörder in einer Kirche? Beim aufgeregten Betrachten des Bildes entdeckte ich zudem Joseph Goebbels und Herrmann Göring. Was machen Nazis in einer katholischen Kirche?

Das Fenster von Max Lacher.

Das Fenster von Max Lacher.

Verwirrt suchte ich den Informationsständer der Martinskirche auf. Dort wird das Glasbild und seine Geschichte genau erklärt. Es handel sich um das Lebe und Martyrium des Heiligen Kastulus, der um 287 lebendig von Kaiser Diokletian begraben wurde. Geschaffen wurde das Bild von Max Lacher im Jahre 1946. Unter dem Eindruck der Verbrechen des Nationalsozialismus und der menschenverachtenden Brutalität der Nazi gab Max Lacher den Folterknechten die Gesichter der Kriegsverbrecher Hitler, Göring und Goebbels. So kam Hitler und die anderen Mörder in die Landshuter Martinskirche. Für mich sehr ungewöhnlich, aber nach Lesen der Geschichte durchaus sehenswert.

Shot with DxO ONE

Kalender zeigt Bayerns Schönheit – Jahreskalender 1

26. Dezember 2014

Bayern_Kalender

Bayern ist ein schönes Land – das ist keine Neuigkeit. Touristisch ist der Freistaat Bayern eindrucksvoll mit seinen verschiedenen Kulturen. Bei einem Seminar für die bayerische Staatskanzlei bekam ich ein besonderes Geschenk. Es erinnerte mich wieder einmal daran, wie schön meine Heimat ist.
Das Besondere dieses Kalenders ist: Die Mitarbeiter der Staatskanzlei haben an einem internen Wettbewerb teilgenommen und konnten Bilder aus den verschiedenen Bezirken einreichen. Und die Aufnahmen sind schön geworden, sehr schön. Zudem hat Ministerpräsident Horst Seehofer ein kleines Vorwort geschrieben, bzw. schreiben lassen. Mir gefällt der Kalender, der etwas besonderes ist – er ist auch besonders verpackt. In einem Video lasse ich euch an diesem Kalender teilhaben.


Produziert und gedruckt wurde der Kalender von der JVA Landsberg am Lech, eine weitere Konkurrenz zu den klassischen Druckereien, die derzeit den Bach heruntergehen.
Als Motive sind zu sehen: Zugspitze, Iffeldorf, Gabriele Münter-Haus (Murnau), Parktheater Göppingen, Waldsassen, Herzog Albrecht Brunnen aus Coburg, Zell am Main, Narrentreppe der Burg Trausnitz Landshut, Nürnberg, Tegernsee, Berchtesgaden (Watzmann), Kloster Andechs.