Posts Tagged ‘Metzgerei’

Wursterlebnisseminar als Weihnachtsgeschenk

15. Dezember 2016
Ein Wurstseminar ist ein tolles Geschenk.

Ein Wurstseminar ist ein tolles Geschenk.

Völlig überraschend kommt am 24. Dezember der Heilige Abend auf uns zu. Und völlig überraschend stellt man sich mal wieder die Frage: Was soll ich schenken? Wir haben doch schon alles.
Ich habe einen kleinen Tipp, der meiner Familie und mir richtig Spaß gemacht hat: Ein Wursterlebnis-Seminar von Claus Böbel. Ich habe ein Seminar bei ihm über seine Website umdiewurst.de gebucht und einen wunderbaren Nachmittag im fränkischen Rittersbach verbracht.


Auf dem Programm stand die Produktion der fränkischen Bratwurst. Nach einer kleinen Betriebsbesichtigung des mittelständischen Betriebes ging es los. Claus Böbel hat sich bundesweit einen Namen als führender Internet-Metzger gemacht. Ich habe ihn schon öfters getroffen und bei ihm Fleisch- und Wurst über das Internet bestellt. eFood ist für den Mittelständler Claus Böbel zu einem zweiten Standbein geworden. In meinem Blog habe ich des öfteren darüber berichtet.


Dann gibt es los: Grüne Mütze im CI von Claus Böbel auf den Kopf, wegen der zahlreichen Fotos für Facebook und Instagram und ab in das Kühlhaus, um das richtige Fleisch auszusuchen. Zug um Zug lernten wir die einzelnen Schritte der Produktion der fränkischen Bratwurst kennen. Aber nicht nur zuschauen war angesagt, sondern vor allem selbst anpacken. Unter den kritischen Augen des Metzgermeisters Claus Böbel wurde das Fleisch geschnitten. Der Umgang mit den extrem scharfen Messern will gelernt sein. Dazu trugen wir Schutzhandschuhe und Schutzwesten aus Metall. Es sah irgendwie nach den alten Rittersleut aus, aber Schutz muss sein. Auch das wussten die Ritter.


Die Ratschläge und Tipps von Claus Böbel zeugen von jahrelanger Erfahrung. Die Mischung von Fachwissen und Geschichten aus der Metzgerei passen perfekt zusammen, bilden und unterhalten zugleich.

Kein Wunder, dass Interessierte aus der ganzen Welt seine Wursterlebnisseminare buchen. Vor kurzem war eine Gruppe Japaner in Rittersbach zu Gast, um die fränkische Wurst zu produzieren.


Das Fleisch wurde in handliche Würfel geschnitten, gewürzt und dann durch einem Fleischwolf gelassen. Nicht so ein Haushaltsding, sondern ein richter Kaventsmann. Und nun kam der erste Gang. Es gab schmackhaftes Rindfleisch – mit gehackten Zwiebel eine Delikatesse. In Franken heißt es Bratwurstgehäck und ist mit frischem Brot eine echte Wucht.


Dann kam schon die nächste Attraktion. Claus Böbel brachte eine grüne Kiste mit allerlei Gewürzen hervor. Hier konnten wir unsere eigene Wurstkreation erstellen. K1/2 versuchten es mit Schokolade und Bratwurst, andere setzten auf eine mediterrane Variante und ich würzte kräftig mit Chilli. Ich sollte diese Tat später bereuen, aber ich mag es nunmal scharf. Die Idee ist genial – die eigene Bratwurstkreation.

Heraus kommt ein kulinarisches Experiement mit einem sehr kommunikativen Teil. Das Ganze wird dann die lauwarme Vorspeise zum Bratwurstmenü. Diese kulanarischen Events kann Claus Böbel in ganz Deutschland durchführen, er braucht dazu nur eine haushaltsübliche Küche.

Ablaufplan auf Fränkisch.

Ablaufplan auf Fränkisch.

Anschließend stand das Befüllen des Bratwurstdarms auf dem Programm. Wir Seminarteilnehmer konnten selbst die Bratwurstmaschine bedienen und unsere Würste selbst herstellen. Die einen waren etwas kürzer, die anderen etwas dicker, aber nach der Zeit kommt die Erfahrung.


In der Küche ging es dann ans Essen. Wir saßen in der Küche um die Herdplatte herum, tranken und hatten unseren Spaß. Starter war eine Bratwurstsulz. Und dann ging es Schlag auf Schlag. Zunächst eine Spezialität: Saure Zipfel mit viel Zwiebel und dann die klassische fränkische Bratwurst. Ich hatte ein paar fränkische Bier zum Runterspülen und zum Abschluss gab es einen Bratwurstlikör.

Bratwurstlikör - freilich in den CI-Farben von Claus Böbel.

Bratwurstlikör – freilich in den CI-Farben von Claus Böbel.

Und als Erinnerung verschickten wir noch eine Wurstpostkarte. Ich formte aus meiner Wurst eine 42 und der Empfänger war mein Lieblingshotel, das Hotel Prinz Luitpold Bad in Bad Hindelang. Ich hoffe, Sabine und Armin Groß haben sich gefreut. K1 hatte die Karte an sich selbst geschickt und dann aufgegessen.

Meine 42 ging ins Allgäu.

Meine 42 ging ins Allgäu.

Kugelrund und vollgefressen ging es wieder nach Hause. Neben einem vernüglichen und schmackhaften Nachmittag in Franken wurde mir wieder einmal bewusst, welche handwerkliche Arbeit hinter dem Metzgerhandwerk steckt. Kleine und mittelständische Betriebe müssen erhalten bleiben. Für uns stand fest, dass wir diese handwerkliche Qualität bewahren und unterstützen wollen. Auch wenn es seinen Preis hat. Dafür muss eben nicht jeden Tag Fleisch und Wurst auf den Teller kommen. Auch dieses Seminar hat wieder dazu beigetragen, sich seines Verhaltens bewusst zu machen.
Ich kann das Wursterlebnis-Seminar bei Claus Böbel absolut empfehlen und wer noch ein Weihnachtsgeschenk benötigt, sollte sich auf der Website umschauen und einen Termin buchen. Es lohnt sich.

Und hier verrät Claus Böbel das Geheimnis der fränkischen Bratwurst:

Wie cool ist das denn? Kassenautomat in einer Metzgerei

16. August 2016
Ein Kassenautomat in der Metzgerei Böbel in Rittersbach.

Ein Kassenautomat in der Metzgerei Böbel in Rittersbach.

Nutzen Sie einen Parkautomaten? Oder einen Geldautomaten? Eigentlich selbstverständlich, sollte man meinen. Jetzt begegnete ich in der Metzgerei Böbel im fränkischen Rittersbach einen Kassenautomaten. Da muss ich in die fränkische Provinz fahren und so etwas anzutreffen.
Wozu braucht eine Metzgerei oder Fleischerei eigentlich einen Kassenautomaten? Ich denke, zwei Dinge sind da besonders wichtig: Hygiene und Abrechnung. Die Metzgereifachverkäuferin musste bisher bedienen, die Fleisch- und Wurstwaren anfassen, abwiegen, abschneiden, einpacken und sie musste dann noch kassieren. Geldscheine sind nicht gerade dafür bekannt, dass sie sauber sind, denn sie gehen durch viele, viele Hände. Natürlich gibt es im Metzgerhandwerk Vorkehrungen beim Kassieren wie Handschuhe – und dennoch. Jetzt überreicht die Metzgereifachverkäuferin den Kassenbon an den Kunden, der dann am Automat bezahlt. Jetzt wird sofort wieder einer aufschreien: Es sei so unpersönlich und der menschliche Kontakt bleibe auf der Strecke. Blödsinn! In der Metzgerei wird genau soviel gequatscht und Smalltalk gehalten, wie zuvor. Habt doch nicht immer Angst vor Veränderung.
Der zweite Grund ist die interne Abrechnung in der Metzgerei selbst. Am Abend wird nur ein Knopf gedrückt und die Kassenabrechnung ist gemacht. Das spart Zeit und viele Nerven des Unternehmers. Die Buchführung wird dadurch vereinfacht, das lästige Zählen von Bargeld entfällt. Und: Das Thema schwarze Kassen kann es bei einem Kassenautomaten nicht geben – wobei ich ausdrücklich betonen will, dass ich Claus Böbel nicht mit schwarzen Kassen in Verbindung bringen will. Kassenautomaten sind einfach nicht bestechlich.


Und wie läuft nun der Bezahlvorgang? Zusammen mit meiner Frau habe ich es ausprobiert. Wir haben für etwas über 50 Euro Fleisch und Wurst bei der Metzgerei Böbel eingekauft. Sonst kaufe ich über die Website umdiewurst.de, aber da ich nun schon mal live im Laden war, nehme ich die Waren natürlich in Rittersbach mit. Monika Böbel überreicht mir am Ende meiner Einkaufstour einen Bon mit einem Barcode. Während ich bezahle, verpackt sie meinen Einkauf.
Der Bon wird an einen Scanner beim Kassenautomaten gehalten, der den Betrag sofort einliest und anzeigt. Jetzt kann ich den Automaten mit Banknoten und Münzen füttern. Auch wenn ich zuviel einwerfe, wird mir das Restgeld ausgeworfen. Die Quittung wird ausgedruckt, die ich der Metzgereifachverkäuferin überreiche und dafür meine Ware bekomme.


Das System ist einfach und auch ältere Mitbürger haben keine Schwierigkeiten. Natürlich steht auch menschliche Hilfe zur Seite, falls es doch einmal zu Unsicherheiten kommen sollte. Ich habe mit einigen älteren Herrschaften gesprochen. Sie finden es prima, dass Claus Böbel so etwas in Rittersbach anbietet. „Oder haben Sie schon so was in München gesehen?“ fragte mich eine Dame.
Der Automat nimmt kein Plastikgeld. Dafür gibt es einen Kartenterminal zum Bezahlen. Was mich besonders freut, Claus Böbel nimmt nicht nur die Maestro-Karten, sondern auch Kreditkarten wie Master oder Visa. Diesen Service vermisse ich bei vielen Metzgereien.

Das nenne ich einmal Innovation.

Das nenne ich einmal Innovation.

Bitte Umfrage mitmachen: Neue Vertriebswege als Zukunftschance

8. August 2016
Julia Böbel fertigt als Dankeschön Wurstpostkarten an.

Julia Böbel fertigt als Dankeschön Wurstpostkarten an.

Eine junge Kollegin braucht eure Hilfe. Julia Böbel, Tochter des Internetsmetzgers Claus Böbel aus Rittersbach, schreibt für die Schule ihre Seminararbeit im Fach Wirtschaft am Gymnaisum Roth. Das Thema lautet: Neue Vertriebswege als Zukunftschance – am Beispiel der Metzgerei Böbel.
Dazu hat die engagierte Schülerin einen kleinen Fragebogen ausgearbeitet. Der lässt sich als Word-Datei laden. Auch Nichtkunden der Metzgerei Böbel können teilnehmen. Die Daten und Angaben werden selbstverständlich anonymisiert verwendet.
Im Herbst werde ich über die Ergebnisse berichten. Also mitgemacht. Als Dankeschön habe ich eine Wurstpostkarte von Julia Böbel erhalten.

Reportage: Mein erstes Mal im Schlachthof

9. Mai 2016

Ich weiß, dass dieser Tag kommen musste. Unausweichlich. Bisher habe ich mich um den Schritt gedrückt, den Gedanken daran verdrängt, mich abgelenkt. Aber nun ist es soweit – ich muss Farbe bekennen. Seit über einem Jahr arbeite ich als Social Media-Berater für einen Metzgereifachbetrieb, die Metzgerei Moser aus Landsberg am Lech. Und damit ist es klar, es geht um die Wurst.
Es steht der Blick hinter die Kulissen an, der Blick ins Schlachthaus. Heute wird ein Rind geschlachtet und ich bin als Beobachter dabei. Ich habe mir fest vorgenommen, dem Schlachten und Zerlegen des Tieres beizuwohnen.
Warum ich bei diesem Ereignis dabei bin, liegt an meinem Auftrag. Ein Fotograf des BEEF-Magazins fotografiert für eine große Geschichte des erfolgreichen Kochmagazins für Männer. Am 12. Mai wird die gewaltige Bildreportage erscheinen. Ich bin sehr gespannt, was die Kollegen von BEEF gemacht haben und werde mir gleich das Heft kaufen. Ich mache von dieser besonderen Art Fotosession einige Bilder für den Social Media-Auftritt der Metzgerei.

Der Fotograf von BEEF kam vorbei und fotografierte Metzgermeister Michael Moser.

Der Fotograf von BEEF kam vorbei und fotografierte Metzgermeister Michael Moser.

Der Schlachthof der Metzgerei Moser liegt im Landsberger Gewerbegebiet. Der Hof ist sauber, nahezu klinisch. Die Metzger haben flüssigkeitsabweisende Kleidung sowie rutschfeste Gummistiefel an. Das Tier, ein Rind, stammt von einem Landwirt aus der Gegend von Landsberg. Für Metzgermeister Michael Moser sind Tiere aus der Region wichtig. Regionalität ist wichtig. Er kennt den Bauern, kennt die Aufzucht und kennt die Pflege der Tiere. Regionale Produkte stehen bei der Metzgerei im Mittelpunkt der Produktion. Das finde ich gut. Die Tiere kommen aus der Umgebung und müssen daher keine weiten Wege zurücklegen, keine stundenlangen Viehtransporte.

Das Rind kommt aus der Umgebung.

Das Rind kommt aus der Umgebung.

Das Rind steht jetzt in einem Nebenraum, einen Stall. Es wurde bereits am Sonntag angeliefert und blieb eine Nacht in diesem Stall des Schlachthofs. Dabei kommt das Tier zur Ruhe. Am Montag ist Schlachttag. Ob es weiß, dass es bald getötet wird? Ich gehe näher an das Tier heran. Es ist angebunden und schaut mich mit großen Kuhaugen an. Es ist ein Lebewesen und muss mit Respekt behandelt werden.
Metzgermeister Moser und sein Kollege Andreas Menacher sprechen beruhigend auf das Rind ein. Hier ist der Respekt de Metzger gegenüber dem Lebewesen zu spüren. Dennoch wird das Rind in wenigen Minuten geschlachtet und zerlegt.
Ich trage einen Schutzanzug. Meine Haare sind unter einem Haarnetz, meine Schuhe befinden sich in einer Art Plastiktüte, wie im Museum. Im sicheren Abstand positioniere ich mich am anderen Ende des Schlachthofs. Das Rind kann gewaltige Kräfte entwickeln. Da will ich im Ernstfall eine sichere Rückzugsmöglichkeit haben. Die Metzger sind für diesen Fall solide ausgebildet, ich nicht – also Abstand und auf Nummer sicher gehen.

Das Tier wird in den Schlachthof geführt.

Das Tier wird in den Schlachthof geführt.

Das Rind wird in Schlachtraum geführt. Meine Anspannung steigt. Ich weiß, dass Rinder mit einem Bolzenschuss vom Leben zum Tode befördert werden. Schweine dagegen werden mit einem Elektroschock betäubt. Anschließend wird innerhalb einer Minute die Halsschlagader aufgeschnitten. Das Tier blutet in drei Minuten aus und ist tot.

Der Augenblick des Todes.

Der Augenblick des Todes.

Metzger Andreas Menacher ist ein Profi. Er übt seinen Beruf seit 34 Jahren aus und hat beim Vater von Michael Moser seine Ausbildung als Metzger gemacht. Andreas Menacher holt hinter seinem Rücken den Bolzenschussapparat hervor, zielt kurz und drückt ab. Ein Knall und durch das Rind geht ein mächtiger Ruck, dann bricht es zusammen. Es geht sekundenschnell. Andreas Menacher und Michael Moser sind ein eingespieltes Team. Jeder Handgriff sitzt. Während ich noch über den Augenblick des Todes nachdenke, hängen die beiden Metzger das Tier im Raum auf und schneiden die Halsschlagader durch. Das Ausbluten geht schnell, das Blut läuft in einem Kanal im Boden ab. Das Tier ist tot.
Jetzt beginnt das Zerlegen. Das Fell wird abgezogen und das Tier zerteilt. Eine große elektrische Säge kommt dabei zum Einsatz. Extrem scharfe Messer besorgen die Feinarbeit. So viel als möglich wird von dem Tier verwertet. Die Schlachtabfälle werden mit blauer Farbe markiert und werden gesondert gesammelt und extern verbrannt.

Das Rind wird für das Zerteilen vorbereitet.

Das Rind wird für das Zerteilen vorbereitet.

Während ich das Zerlegen beobachte, passiert in meinem Kopf etwas eigenartiges: Das Tier wandelt sich zum Produkt. Aus dem Rind mit seinen Kuhaugen, seinem braunen Fell wird ein Produkt für die Kühltheke. In einem angrenzenden Kühlraum werden die Teile gelagert und weiter verarbeitet. Hygiene ist ein extrem wichtiger Punkt bei der handwerklichen Fleischproduktion.

Für BEEF brauchen wir interessante Bilder.

Für BEEF brauchen wir interessante Bilder.

Ich esse Fleisch und mir ist durch die Schlachtung bewusst geworden, wie wichtig mir Qualität ist. Wie gesagt, ich esse Fleisch, aber es muss nicht jeden Tag Fleisch auf dem Teller sein. Aber ich will wissen, woher meine Nahrung kommt. Ich will, dass das Tier mit Respekt behandelt wird und ich weiß auch, dass Qualitätsfleisch seinen Preis hat. Und ich bin bereit, diesen Preis zu bezahlen. Das ist leider nicht immer so. Beim Schlachten kommt mir ein Post aus Facebook ins Gedächtnis. „Da hat man einen Weber Grill für 800 Euro und will seine Würstchen für 80 Cent haben.“ Das geht nicht, überhaupt nicht.

Michael Moser prüft die Aufnahmen.

Michael Moser prüft die Aufnahmen.

Metzgerei gibt mir als Kunde Kompetenz

13. April 2015

In sozialen Netzwerken wird im Moment auf die Leistung des Metzger-/Fleischerhandwerks im Vergleich zu Supermärkten hingewiesen. Gerade das mittelständische Handwerk muss sich meiner Meinung nach endlich besser positionieren. Hier ein paar Gedanken von meiner Seite, die das Real Life betreffen.
Auf einen kleinen, aber feinen Service wurde ich bei der Metzgerei Boneberger in der Kreisstadt Fürstenfeldbruck aufmerksam. Darüber habe ich mich sehr gefreut. Beim angebotenen Fleisch gab es beim Boneberger vor den Waren kleine Schilder, die erklärten, um welches Fleisch es sich handelt und welchen Preis es hat.

Einfache Sachen machen den Unterschied: Schilder an der Ware erklären das Produkt.

Einfache Sachen machen den Unterschied: Schilder an der Ware erklären das Produkt.

Bei anderen Metzgereien/Fleischereien, bei denen ich einkaufe, gab es diese Info-Schildchen nur gesammelt an der Theke. Die Zuordnung, welches Fleisch die angebotene Ware ist, fiel mir schwer. Das ist ein feiner, aber entscheidener Unterschied.
Ich kenne mich als Kunde im Wurst-Bereich ganz gut aus, aber im Fleisch-Sortiment habe ich mit dem Erkennen meine Probleme. Ich bin halt kein gelernter Metzger/Fleischer und kann so manche Fleischsorte nicht auseinander halten.
Durch diese Schildchen vor der Ware bei der Metzgerei Boneberger erhalte ich als Kunde Kompetenz. Ich muss nicht immer doof bei der Metzgereifachverkäuferin nachfragen, um welches Fleisch es sich hier und dort handelt. Ich kann in Ruhe als Kunde auswählen und sogar etwas neues entdecken. Das hat mir gefallen und so einen Service wünsche ich mir bei anderen Metzgereien/Fleischereien auch.
Ein weiterer Pluspunkt der Metzgerei Boneberger im Vergleich zu meiner Dorfmetzgerei: Ich kann mit Karte zahlen. Eigentlich sollte man meinen, dass sich E-Cash überall durchgesetzt hat, aber leider bei uns im Dorf nicht. Ich meine jetzt nicht, dass ich bei 100 Gramm Salami oder der Leberkässemmel mit der Maestro-Karte zahlen muss. Aber bei hochwertigem Grillfleisch kommen schnell dreistellige Summen zusammen und hier will ich mit Karte zahlen. Auch das konnte ich anstandslos beim Boneberger.

Onliner glauben an die Zukunft des stationären Handels

4. Oktober 2013

Ich gehe gerne shoppen – online und offline. Und damit liege ich wohl genau im Trend. Wie die GETTINGS-Studie herausgefunden haben will, glauben 91 Prozent der Onliner an die Zukunft des stationären Handels. Aber der Einzelhandel muss sich verändern. Das erkläre ich auch meinen Kunden in meinen Seminaren.

Dry Aged Fleisch kann ich bei Claus Böbel online und offline bestellen.

Dry Aged Fleisch kann ich bei Claus Böbel online und offline bestellen.

Die Tendenz geht dabei zum so genannten Multi Channel Retailing: 85 Prozent der Studienteilnehmer denken, dass sich Internet- und stationärer Handel zukünftig noch stärker ergänzen werden. Zum Beispiel online bestellen und im Laden abholen, wie ich vor kurzem gebloggt habe. Vor kurzem besuchte ich zum Beispiel den Metzgermeister Claus Böbel. Er betreibt in Rittersbach in der fränkischen Provinz eine Landmetzgerei und hat gleichzeitig einen hervorragenden Online-Handel. Ich werde über Claus Böbel noch öfters schreiben.

Bei der Metzgerei Böbel gibt es Waren on- und offline.

Bei der Metzgerei Böbel gibt es Waren on- und offline.

Auch wenn Kunden immer online-affiner werden, möchten sie in Zukunft nicht auf ein Shoppingerlebnis vor Ort verzichten. 73 Prozent der Befragten wünschen sich jedoch, dass alle Geschäfte auch im Internet vertreten sind, um sich vorab über Angebote informieren zu können. Neben heimischen PCs, rückt dabei die Nutzung von Smartphones immer weiter in den Vordergrund: 72 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass der Einsatz von Smartphones zukünftig eine immer größere Rolle spielen wird. Leider stelle ich fest, dass zahlreiche Website nur auf dem Rechner zu benutzen sind und keine mobile Variante haben. Dass der stationäre Handel von Online-Kanälen profitiert, zeigen diese Ergebnisse deutlich. Nach Meinung der Befragten kann ein Online-Shop allein jedoch nicht erfolgreich sein: Über ein Drittel der Befragten (34 Prozent) ist sogar der Überzeugung, dass ein reiner Onlineshop auf Dauer nicht existenzfähig ist.

Grafik

Was wichtiger ist, off- oder online, darüber besteht keine Einigkeit, Vor- und Nachteile des jeweiligen Kanals unterscheiden sich stark. Die Vorteile des Ladengeschäftes liegen vor allem bei der Unmittelbarkeit: Fast 89 Prozent der befragten 14- bis 59-Jährigen schätzen den Aspekt, alles anprobieren und anfassen zu können. Doch auch die Beratung vor Ort ist für zwei Drittel (66 Prozent) aller Befragten ein klarer Pluspunkt des stationären Handels. Das Erlebnis beim Einkaufen im stationären Handel steht demnach im Vordergrund. So gaben 65 Prozent der Befragten an, dass sie es mögen, im Laden zu stöbern und sich für den Kauf inspirieren zu lassen. Diese Möglichkeit, gepaart mit der Sicherheit, das Produkt gleich mitnehmen zu können (56 Prozent), sprechen deutlich für den stationären Handel. Dies gilt allerdings nur, wenn der Handel das Produkt überhaupt führt. Hier können viele Händler nicht mithalten. Breite und Tiefe der Warenpalette ist begrenzt.

Dem gegenüber stehen die Vorzüge des Online-Einkaufs: Vor allem die Möglichkeit der Vorabrecherche und des Preisvergleichs wird als Vorteil (84 Prozent) erachtet. Auch die Lieferung nach Hause (73 Prozent), die Zeitersparnis beim Einkauf (68 Prozent) und die große Auswahl, die ebenfalls von 68 Prozent der Befragten als Vorteil des Online-Einkaufs genannt wurde, sind klare Pluspunkte des Online-Handels. Überraschend hingegen die zwischen On- und Offline-Handel oft kritisierte Preispolitik: Nur 43 Prozent meinen, dass die Preise online günstiger sind als im Ladengeschäft.