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Maisacher Gespräche zur Popkultur: Die dunkle Poesie der Filmmonster

23. September 2026

Filmungeheuer begleiten das Kino seit seinen Anfängen. Ob Golem, Nosferatu, Dracula, Frankensteins Kreatur, die Mumie oder moderne Kaiju wie Godzilla – hinter den Gestalten des Schreckens verbergen sich Projektionen unserer Ängste, Wünsche und gesellschaftlichen Konflikte. In meinem Maisacher Gesprächen zur Popkultur sprach ich in der Maisacher Gemeindebücherei über die dunkle Poesie der Filmmonster. Die nächsten Maisacher Gespräche zur Popkultur sind am Mittwoch, 30. September um 18 Uhr in der Gemeindebücherei. Es geht um Zwischen Zauberstab und Magie -Warum uns Harry Potter bis heute verzaubert.

In frühen Stummfilmen wie Paul Wegeners „Der Golem, wie er in die Welt kam“ (1920) wurde ein jüdischer Mythos auf die Leinwand übertragen, in dem ein Wesen aus Lehm das Ghetto vor der Vertreibung schützt und damit eine Emanzipations‑Fantasie gegen jahrhundertelange Unterdrückung verkörpert . Murnaus „Nosferatu“ (1922) interpretierte Bram Stokers Roman ohne Genehmigung, doch die düstere Gestalt des Grafen Orlok prägte das Bild des Vampirs bis heute. Monster erwiesen sich damals schon als „schaurig‑schöner Gegenentwurf zum Menschen“; sie verkörpern Angst, können aber auch reizend oder komisch sein. Hier die Aufzeichnung meines Vortrags:

Die Faszination des Monströsen beruht auf einem doppelten Gefühl: Angst vor dem Zusammenbruch der eigenen Ordnung und zugleich Neugier auf das Andere. Monster brechen in die vernünftige Ordnung des Menschen ein und werden deshalb als Bedrohung empfunden; gleichzeitig reizt das Andere, weil es gegen den Zwang zur Vernunft rebelliert und menschliche Anteile ausdrückt. Klassische Figuren lassen sich anhand ihrer Abweichungen erkennen: Dracula kann an Wänden kriechen, erneuert sich durch Blut und bewohnt einen Sarg in einem marginalisierten Schloss; Frankenstein erschafft ein Wesen aus Leichenteilen, dessen Gestalt erschreckt und fasziniert, weil es trotz hässlicher Erscheinung sprechen kann und Leidensfähigkeit zeigt. King Kong, das erste eigens für den Film erfundene Monster, ist zu groß und zu stark für einen normalen Gorilla. In diesen körperlichen Abweichungen spiegelt sich die Angst vor dem Verstoß gegen natürliche Grenzen – zugleich aber auch eine Verlockung, die Norm zu verlassen.

Maisacher Gespräche zur Popkultur: Die dunkle Poesie der Filmmonster

16. Juni 2026

Filmungeheuer begleiten das Kino seit seinen Anfängen. Ob Golem, Nosferatu, Dracula, Frankensteins Kreatur, die Mumie oder moderne Kaiju wie Godzilla – hinter den Gestalten des Schreckens verbergen sich Projektionen unserer Ängste, Wünsche und gesellschaftlichen Konflikte. In meinem Maisacher Gesprächen zur Popkultur werde ich am Mittwoch von 18-20 Uhr in der Maisacher Gemeindebücherei über die dunkle Poesie der Filmmonster sprechen. Der Eintritt ist kostenlos.

In frühen Stummfilmen wie Paul Wegeners „Der Golem, wie er in die Welt kam“ (1920) wurde ein jüdischer Mythos auf die Leinwand übertragen, in dem ein Wesen aus Lehm das Ghetto vor der Vertreibung schützt und damit eine Emanzipations‑Fantasie gegen jahrhundertelange Unterdrückung verkörpert . Murnaus „Nosferatu“ (1922) interpretierte Bram Stokers Roman ohne Genehmigung, doch die düstere Gestalt des Grafen Orlok prägte das Bild des Vampirs bis heute. Monster erwiesen sich damals schon als „schaurig‑schöner Gegenentwurf zum Menschen“; sie verkörpern Angst, können aber auch reizend oder komisch sein.
Die Faszination des Monströsen beruht auf einem doppelten Gefühl: Angst vor dem Zusammenbruch der eigenen Ordnung und zugleich Neugier auf das Andere. Monster brechen in die vernünftige Ordnung des Menschen ein und werden deshalb als Bedrohung empfunden; gleichzeitig reizt das Andere, weil es gegen den Zwang zur Vernunft rebelliert und menschliche Anteile ausdrückt. Klassische Figuren lassen sich anhand ihrer Abweichungen erkennen:

Dracula kann an Wänden kriechen, erneuert sich durch Blut und bewohnt einen Sarg in einem marginalisierten Schloss; Frankenstein erschafft ein Wesen aus Leichenteilen, dessen Gestalt erschreckt und fasziniert, weil es trotz hässlicher Erscheinung sprechen kann und Leidensfähigkeit zeigt. King Kong, das erste eigens für den Film erfundene Monster, ist zu groß und zu stark für einen normalen Gorilla. In diesen körperlichen Abweichungen spiegelt sich die Angst vor dem Verstoß gegen natürliche Grenzen – zugleich aber auch eine Verlockung, die Norm zu verlassen.
In meinem Vortrag werde ich zahlreiche Klassiker der Filmgeschichte vorstellen und nehme die Zuschauer mit auf eine unterhaltsame Reise durch die Welt der Filmmonster.

Bücher, Vampire und das Alphabet – Seitensprung, die Bücherei-Gespräche aus Maisach

13. Juni 2026

Fußball-Weltmeisterschaft, Philosophie-Wälzer und ein ramponiertes Bilderbuch von 1971 – das sind die Zutaten der vierten Folge von Seitensprung, dem Podcast der Gemeindebücherei Maisach. Moderator Matthias J. Lange und Bibliothekarin Beate Seyschab plaudern darin so unterhaltsam wie erkenntnisreich über die Bücher, die das Leben begleiten – und über jene, die man nie zu Ende liest. Hier der Videopodcast:

Sofis Welt und die unendliche Geschichte
Den Einstieg liefert ausgerechnet die Fußball-WM: Ein Kinderbuch über den Hasen Pauli als Fußballstar landet in der Wühlkiste der Bücherei – und gibt Anlass, über ganz persönliche Leseerfahrungen zu sprechen. Beate Seyschab bekennt freimütig, dass Fußball sie herzlich wenig interessiert. Dafür kämpft sie seit Jahren mit Jostein Gaarders Sofis Welt – ein Buch, das sie immer wieder anzieht und ebenso regelmäßig wieder weglegt. „Es ist mir irgendwann too much“, sagt sie. Die Hoffnung, es doch noch zu Ende zu lesen, hat sie noch nicht aufgegeben.

Matthias J. Lange wiederum scheitert an Jürgen Habermas und James Joyces Dublinern – und nimmt es mit Humor: „Ich bin einfach zu doof.“ Beate Scheyschabs eigentliches Lieblingsbuch aber ist Die unendliche Geschichte von Michael Ende, die sie als „wunderschön“ bezeichnet. Die Verfilmung hingegen war für ihn ein Horrorerlebnis – der Beginn einer lebenslangen Skepsis gegenüber Literaturverfilmungen. Auch Momo, ebenfalls von Ende, kommt zur Sprache: „Die grauen Herren habe ich in der Verwaltung immer wieder getroffen“, sagt Lange – und bricht den Satz grinsend ab.

Ein Bilderbuch aus dem Jahr 1971
Besonderes Herzstück der Folge ist Langes mitgebrachtes Lieblingsbuch: ein schon stark zerfallenes Alphabet-Bilderbuch aus dem Jahr 1971, das ihm seine Eltern geschenkt hatten. Darin lernte er als Kind das ABC – vor allem dank einer wiederkehrenden Figur namens Egon, einem Regenwurm. „Egon war so eine Art Begleiter“, erinnert er sich. Das Buch braucht dringend einen Buchbinder.

Das führt zu einer grundsätzlicheren Debatte über Lernmethoden: Beate Seyschab zeigt sich skeptisch gegenüber der heute verbreiteten Praxis, Kinder zunächst nach Gehör schreiben zu lassen, ohne Korrekturen – auch wenn sie die alten Methoden nicht verklärt. Am Rande kommt auch die Diskussion um das phonetische Buchstabieralphabet (A wie Anton, B wie Berta) zur Sprache, das sich laut einem Bericht des Übersetzungsdienstes Babel zu stark an die NS-Zeit orientiere. Das Deutsche Institut für Normung prüft mögliche Änderungen.

Screenshot

Programm im Juni
Neben den literarischen Plaudereien gibt es handfeste Ankündigungen: Am 17. Juni findet ein Vortrag im Rahmen der Maisacher Gespräche zur Popkultur statt – Matthias J. Lange spricht über Filmmonster und Vampire, von Nosferatu bis Bela Lugosi. Am 18. Juni lädt die Bücherei zum Sommerbasteln für Kinder ab 6 Jahren ein (15–16.30 Uhr), und am 25. Juni findet wie immer die monatliche Vorlesestunde statt – Beate Seyschab sucht die Bücher dafür, wie sie verrät, spontan aus.

Steiff Godzilla aus Japan ist eingetroffen

3. Januar 2015

Endlich ist er nach drei Monaten eingetroffen: Die Steiff-Edition von Godzilla aus Japan.

Endlich ist er nach drei Monaten eingetroffen: Die Steiff-Edition von Godzilla aus Japan.

Als Godzilla-Fan musste ich ihn einfach haben, den Steiff Godzilla aus Japan. Der schwäbische Kuscheltierhersteller hatte 2014 eine Sonderedition des Filmmonsters auf den Markt gebracht in einer Auflage von 1954 Exemplaren. Warum 1954 Exemplare? Ganz einfach: Der berühmte Monsterfilm startete am 3. November 1954 in den Kinos und zog seinen Siegeszug über die Welt an.


Zum 60. Geburtstag des Monsters legte Steiff seine Godzilla-Edition nur in Japan auf. Und jetzt begann das Problem. Steiff vertreibt das Kuscheltier in einer Größe von 50 Zentimeter für rund 500 US-Dollar nur nach Japan – so zumindest die Google-Übersetzung der japanischen Website. Auch die deutsche PR-Agentur konnte keinen Godzilla besorgen. Ich habe ja darüber gebloggt. Also musste ich japanische Kontakte aktivieren und nach drei Monaten bekam ich nun die Nummer 110 von 1954.

Limitiert auf 1954 Exemplare - ich habe die Nummer 110.

Limitiert auf 1954 Exemplare – ich habe die Nummer 110.

Das Tier wird natürlich nicht bespielt, sondern kommt in eine Vitrine zu anderen Steiff-Sondereditionen wie den Lagerfeld-Teddy. Mal sehen, welche Überraschungen Steiff in diesem Jahr für mich vorbereitet hat.