Posts Tagged ‘Künstler’

Corona-Virus: Tag 28 der Ausgangsbeschränkung – Kunst im Stadl 2020 abgesagt – Zukunft ungewiss

18. April 2020

„Die Entscheidung, keine Großveranstaltungen bis Ende August mehr durchzuführen, hat mich umgehauen“, so Helga Backus. „Damit wurde mir klar: Meine Veranstaltung Kunst im Stadl wird dieses Jahr ausfallen müssen.“
Dieses Jahr wird die Künstlerveranstaltung „Kunst im Stadl“ in Anzhofen 25 Jahre alt und für dieses Jubiläum hat sich Helga Backus etwas ganz besonderes einfallen lassen. Die Obstgärten sollten mit zwei Bühnen ausgestattet werden. Musiker waren schon gebucht. 120 Künstlerinnen und Künstler hatten bereits zugesagt auf dem umfangreichen Gelände auszustellen. Diese Pläne kann sie erst einmal begraben, denn Ministerpräsident Söder hat die Pläne der Künstlerin durchkreuzt. „Ich hatte gehofft, dass hier etwas differenzierter vorgegangen wird, aber die Entscheidung ist eindeutig und wir werden uns natürlich danach richten, so leid es mir tut.“ Sie hatte schon ein Konzept in der Tasche, den Zugang zur beliebten Veranstaltungen in den Stadln von Anzhofen zu regulieren und auch Masken zu verteilen. „Das ist jetzt vorbei. Wir werden uns beugen“, so Helga Backus, die viel Energie in dieses Ereignis gesteckt hat. „Natürlich tut es mir um meine Veranstaltung leid, aber auch um viele meiner Künstlerkollegen, die jetzt vor dem Nichts stehen.“ Die Künstlermärkte werden auf absehbare Zeit in Bayern nicht stattfinden und das kann den finanziellen Ruin der Künstler bedeuten.

„Ich hoffe, dass ich viele meiner Künstlerkollegen bei Kunst im Stadl 2021 noch wieder treffe“, so Helga Backus weiter. Und die hofft erst einmal, dass sie den Weihnachtszauber 2020 auf dem Maisacher Volksfestplatz durchführen kann. „Platzt der auch, dann wird es wirklich eng auch für mich als Veranstalter“, so die engagierte Künstlerin und Organisatorin.


Im Moment überlegt sie eine Art Kunst im Stadl in virtueller Form. Aber das sei nicht das gleiche wie ein Künstlermarkt, der vom Leben und Austausch zwischen Künstler und Besucher lebt. Den richtigen Schritt der Digitalisierung sei sie wie viele ihrer Kolleginnen und Kollegen nie gegangen. „Manche meiner Freunde stehen jetzt wegen Corona vor dem Nichts“, sagt sie traurig.
Eine Verschiebung von Kunst im Stadl in den September 2020 sieht sie nicht. „Wenn das Okay von der Staatsregierung kommt, dann sind meine Künstler auf anderen Märkten gebucht. Zudem werden die Stadl in Anzhofen für die Landwirtschaft gebraucht.“
Sie plant die Jubiläumsveranstaltung dann nächstes Jahr durchzuführen. „Im Moment befinde ich mich noch in einem Zustand der Schockstarre, aber es wird weitergehen, in welcher Form auch immer“, so die Optimistin Helga Backus, die sich jetzt erst einmal auf ihre eigene Kunst konzentrieren wird. Sie arbeitet als Objektkünstlerin mit Metall und Draht, mit Silberarbeiten und Halbedelsteinen. „Als erstes muss ich wohl meine Website auf Vordermann bringen“, so ihre aktuellen Pläne.

 

Corona-Virus: Tag 23 der Ausgangsbeschränkung – Neue Wege das Osterfest zu begehen – Aufruf an Künstler und Sportler

13. April 2020

Als ich am Ostersonntag vor die Tür trat, traf ich in Maisach auf einen Ostergruß in Form von Kreidesprüchen auf den Straßen und Wegen. „Der Herr ist auferstanden“ (nicht aufgestanden), „Jesus lebt“, „Frohe Ostern“ oder „Halleluja“ war zu lesen. Eines der Hochfeste der Christenheit wurde anders als sonst in unserem Dorf begangen.

Es gab kein organisiertes Osterfeuer am Volksfestplatz, der Gottesdienst in den evangelischen und katholischen Gotteshäusern blieb aus – Ostern wurde 2020 aufgrund von Corona anders, persönlicher gefeiert. Man blieb zu Hause, wahrte Abstand und suche andere Wege das Fest zu feiern. Natürlich durften Eier an Osterbüschen nicht fehlen.

Bei uns in Maisach hat der katholische Pfarrverband eine führende Rolle im Live-Streaming übernommen. Pater Terence hatte gestern via Zoom die Ostermesse feierlich zelebriert und zahlreiche Gläubige sind der Einladung gefolgt. Ich finde es absolut großartig, wie modern sich hier die Pfarrgemeinde präsentiert und welchen Weg sie voranschreitet. Das Bayerische Fernsehen brachte sogar einen TV-Beitrag über den Streaming-Gottesdienst zum Palmsonntag.

Die Corona-Krise kann bei den Menschen Kreativität hervorbringen. Überall in der Welt finden beispielsweise Wohnzimmerkonzerte statt. Musiker übertragen ihre Konzerte vom Wohnzimmer aus ins Netz. Das könnte doch auch ein Vorbild für unsere Künstler im Gemeindegebiet von Maisach im Landkreis Fürstenfeldbruck sein.
In den vergangenen Tagen der Ausgangsbeschränkung habe ich viel an diesen Wohnzimmerkonzerten als Gast teilgenommen. Gerne würde ich ein Instrument spielen können. Meine Kinder bekommen ihren Unterricht in Klavier und Schlagzeug von ihren Lehrern via Skype, nachdem ja die Musikschulen geschlossen sind. Ich finde es inspirierend, was die neue Technik so alles möglich macht.
Gerne würde ich Musiker unserer zahlreichen Kapellen und Musikgruppen im Live-Streaming sehen. Sicher haben wir Talente, die zum Wohnzimmerkonzert einladen könnten, wie in den umliegenden Gemeinden auch. Wer hat den Mut, wer macht den Anfang?
Marcus Bölt aus Maisach macht beispielsweise eine Radiosendung im Web unter dem Titel Radio Smirne. Witzig, was heute möglich ist. Hier die Sendung vom 12. April 2020.


Die TSG Maisach bringt Videos für den Sport zu Hause in Corona-Zeiten. Wie wäre es, wenn die eigenen Fitnesstrainerinnen und -trainer ein Live-Streaming machen würden? Das könnte doch die Gemeinschaft im Dorf stärken. Gerade beim HomeOffice mit Kindern wäre das doch eine wunderbare Abwechslung (und natürlich auch eine hervorragende Werbeveranstaltung für die Sportart). Ich bin mal gespannt, ob das auf die Beine gestellt wird von unserer lebendigen Vereinswelt in Maisach.

Eindrucksvoller Bilder von Künstler teddynash

14. September 2018

Eigentlich kenne ich teddynash nicht und dennoch sind wir über soziale Netzwerke verbunden. Wir haben Gemeinsamkeiten, mögen beispielsweise ähnliche Musik wie Jean Michel Jarre und führen hier immer wieder Dialoge. 

teddynash ist Künstler und durch seinen Instagram-Account habe ich an seiner Kunst Gefallen gefunden. Je mehr Bilder teddynash postete, desto neugieriger bin ich geworden. Die Stilrichtungen sind unterschiedlich. Nachdem heute unser gemeinsames Musikidol heute ein neues Album auf den Markt bringt, hat tedddynash unglaubliche Fanarbeiten veröffentlicht, die von Jean Michel Jarre aufgegriffen und weiterverbreitet wurden – das nenne ich mal Marketing. 

teddynash ist ein Fan von Jean Michel Jarre.

teddynash ist ein Fan von Jean Michel Jarre.

All das machte mich neugierig auf diesen Künstler. Also reifte der Entschluss, teddynash eines Tages einmal anzuschreiben und zu fragen, ob er nicht durch Zufall ein Buch mit seinen Bildern veröffentlicht habe. Schließlich bietet er das eine oder andere Bild als digitalen Druck zum Kauf an. Also, so meine Meinung, hatte der Künstler vielleicht mal eine Ausstellung oder einen Katalog gemacht.

Und siehe da, ich hatte Glück. Teddynash hatte ein Buch im Selbstverlag herausgebracht „10 Jahre Kunstbilder“ von teddynash. Natürlich hab ich mir das Buch sogleich bestellt, samt Widmung. Vor kurzem drehte ich ein Video über das Buch von Teddynash in YouTube in dem ich das Buch „10 Jahre Kunstbilder“ vorstellte.

Quasi als Dankeschön, fertigte er ein Kunstwerk von mir selbst an. Ungewöhnlich, wenn man sich selbst durch die Augen eines Künstlers sieht. Er nahm meine Hobbys Retrogaming, Wellensittich (auf dem Bild sieht man Sinatra), Macs (hier der Mac von 1984), Musik und Hüte auf. Wahnsinn, mich hat es vom Hocker gehauen und ich werde das Bild bei mir zu Hause aufhängen. 

Ein Portrait von mir. Danke an teddynash.

Ein Portrait von mir. Danke an teddynash.

Also schaut euch die Website, den Instagram-Feed und die Postings in Facebook an, es lohnt sich. Die Kunst ist experimentell. K2 hat bei uns sofort Postits ins Buch gemacht, welche Bilder am besten gefallen. Manche Bilder erinnern mich an Lost Places. „Ich bin fasziniert von alten Dingen, die Risse haben, leicht kaputt und mit Farbspritzer bedeckt sind“, schreibt er in dem Vorwort zu seinem Buch.

Die reinen Farbexperimente gefallen mir am besten. Wenn sich teddynash vom Gegenständlichen löst und in die Abstraktion geht, bin ich absolut begeistert. Und natürlich wäre er kein Social Media-Künstler, wenn er nicht unglaublich eindrucksvolle Katzenbilder machen würde – Catcontent kommt immer an. Sein Model ist der Kater Diesel. „Er ist nie schlecht gelaunt und bleibt immer brav sitzen, wenn ich mit der Kamera ankomme“, so teddynash weiter. Also klar Anschaubefehl. 

Computerspiele als Kulturgut #KultBlick

11. Oktober 2017
Pac Man auf so einem Joystick - da bekommt das Wort eine interessante Bedeutung.

Pac Man auf so einem Joystick – da bekommt das Wort eine interessante Bedeutung.

Als Retro-Fan liebe ich alte Rechner und alte Spielkonsolen. Alte Technik ist Kulturgeschichte und daher freue ich mich, bei der Blogparade des Archäologischen Museum Hamburg #KultBlick mitzumachen. Bei einem Besuch in Berlin habe ich mich auf eine Zeitreise begeben und das Computerspielemuseum besucht.

„Die Geschichte der Computerspiele wird hier lebendig“, hieß es in einem Flyer des Museums, das fünf Minuten vom Alexanderplatz entfernt liegt. 2017 hat das Museum den Sonderpreis der Jury des Deutschen Computerspielpreises erhalten, was mich noch mehr neugierig machte. Ziel des Deutschen Computerspielpreises ist die Förderung des Wirtschaftsstandorts Deutschland im Bereich der Entwicklung digitaler Spiele und interaktiver Unterhaltungssoftware. Naja, ob ein Museum den Wirtschaftsstandort fördert, müssen andere entscheiden. Ich war einfach interessiert daran und wollte meine Pixelhelden aus den alten Zeiten treffen. Hier der Rundgang als 360 Grad Video.

Ein Museum für Computerspiele – wie geil ist das denn?
Das Computerspielemuseum Berlin wurde im Jahr 1997 gegründet. In den Jahren von 1997 bis 2000 besaß es eine dauerhafte Ausstellung in Berlin. Danach trat es nur noch online auf. Seit dem 21. Januar 2011 ist das Museum mit einer neuen Ausstellung im ehemaligen Café Warschau in der Karl-Marx-Allee präsent. Ich war über den repräsentativen Bau erstaunt und begeistert. Voller Vorfreude betrat ich die Räume. Die Sammlung des Computerspielemuseums ist Eigentum des Fördervereins für Jugend und Sozialarbeit e.V., das neue Museum selbst wird von der Gameshouse GmbH betrieben.

Ich streifte durch die Ausstellung mit den zahlreichen Geräte hinter Glas. Als erstes stieß ich auf meine alten Gefährten: Commodore C64, Atari 2600, GameBoy oder Mac Classic. Auch ein Apple II mit Original Woz-Unterschrift war da. Zu jedem der Geräte könnte ich meine Geschichte erzählen, meine persönlichen Erinnerungen an das frühe Siliconzeitalter, als ich ein Fan der 8-Bit-Spiele war. Ich habe früher schon mal über meine Liebe zu den 8-Bit-Spielen geschrieben. Es ist enorm wichtig gewesen, dass ich mich für Computerspiele interessiert habe. Hier öffnete sich das Zeitalter der Digitalisierung. Als Teenager bekam ich von meinen Eltern meinen ersten HomeComputer geschenkt, es war ein Sinclair ZX 81. Ich schielte allerdings schon auf einen C64, weil meine Kumpels den Brotkasten auch hatten und ich mehr anstellen konnte als mit den ZX 81. Vor allem konnte ich Spiele zocken. In einem Einkaufszentrum entdeckten meine Eltern den C64, der zum Weihnachtsgeschäft 1985 reduziert wurde. Meine Eltern riefen mich über einen Fernsprecher zu Hause an und ich gab meine Weihnachtsbestellung auf. Aus Kostengründen bekam ich kein Diskettenlaufwerk, sondern eine Datasette.

Indizierte Kunst: River Raid
Spiele zockte ich auch auf dem Atari 2600 weiterhin – und im Computerspielemuseum stieß ich auf das schreckliche ET – der Außerirdische. Schlechtes, schlechtes Spiel, dessen Spielprinzip ich damals und heute nicht verstanden habe. Und ich entdeckte River Raid, das mir als Kind ziemlich Ärger einbrachte. Es ist Activision-Spiel, das 1984 von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien indiziert wurde. Ich kaufte das Spiel normal im Handel (ohne 18 Jahre zu sein) und spielte es zu Hause. Mein Papa bekam mit, dass das Spiel als jugendgefährdend eingestuft war und stellte mich zur Rede. Am Ende zockten wir beide das Spiel vor dem heimischen Grundig-Fernseher und hatten unseren Spaß, mein Papa und ich. Im Computerspielemuseum hing die Begründung für die Indizierung aus. „Das Videospiel River Raid ist kriegsverherrlichend und -verharmlosend. Wie der Antragsteller zurecht hervorhebt, soll sich der Spieler in die Rolle eines kompromisslosen Kämpfers und Vernichters hineindenken. Das geht klar aus der Spielanleitung hervor. Scharfschützenqualitäten sind im Spiel gefordert. Der Abschuss eines gegnerischen Tankers, Hubschraubers, Treibstofflagers oder Jets bringen bis zu 100 Punkte, die Vernichtung einer gegnerischen Brücke 500. Die Anwendung kriegerischer Gewalt wird belohnt. Wer die meisten Ziele zerstört hat, bekommt die meisten Punkte.“ Selten so gelacht. Noch heute habe ich eine Originalverpackte Version von River Raid zu Hause und werde sie feierlich irgendwann entdecken.

River Raid - ein Hammerspiel

River Raid – ein Hammerspiel

Die Ausstellung im Computerspielemuseum ist interaktiv gestaltet – vom ersten Röhrenungetüm bis zur jüngsten Hightech-Konsole. Eindruck machte auf mich auch eine Spielhölle. Verschiedene Arcademaschinen standen herum und luden zum Zocken ein. Ich spielte mal wieder Frogger – oh Mann, was habe ich Frogger geliebt und viel Geld versenkt. Und dann war auch Asteroid. Schwarzweiß mit dröhnenderen Bass fasziniert mich das Spiel noch heute. Und ich habe noch immer Schwierigkeiten mit der Steuerung und rase mit Beschleunigung in einen Felsbrocken hinein. Game over.

Kommunikation mit dem Computer durch Joseph Weizenbaum
Als Jugendlicher beachtete ich Joseph Weizenbaum nicht und als heutiger Referent für IT-Themen war ich begeistert, in dem Berliner Museum auf Eliza von 1966 zu treffen. Eliza war Teil von Joseph Weizenbaums Forschung im Bereich Mensch-Maschine-Kommunikation. Seine Idee, den Computer ein Gespräch simulieren zu lassen, sorgte damals international für Aufsehend markiert einen wichtigen Wendepunkt im Verhältnis zu Computern. Heute sind Social Bots überall anzutreffen – Weizenbaum sah es 1966 mit Eliza voraus.

Eliza von Joseph Weizenbaum

Eliza von Joseph Weizenbaum

Künstler Chris Hülsbeck
Und dann immer wieder die Frage: Sind Spieleentwickler auch Künstler? Ohne Zweifel ja: Sie sind Künstler. So gibt es eine Ecke in Berlin in der Score für Computerspiele darstellt werden. Chris Hülsbeck mit seinem 1991 komponierten Turrican Soundtrack. Noch heute lebt Chris Hülsbeck von diesem Ruhm und ich werde ihn bald wieder treffen. Seine Turrican Anthology, eine komplette Neueinspielung, ist heute wegweisend. Turrican II war nicht nur ein zu seiner Zeit sehr erfolgreiches Spiel aus Deutschland, sondern auch eines der ersten, dessen Soundtrack schnell Kultstatus erreichte. Es ist Kultur pur. Entwickelt und komponiert hat ihn Chris Hülsbeck, der zusammen mit Jochen Hippel die sogenannte 7-Voice-Routine programmierte. So konnte der eigentlich nur vierstimmige Amiga-Computer siebenstimmig betrieben werden. Auch dem ursprünglichen nur dreistimmigen C64 entlockte Hülsbeck fünf Stimmen.

Skulptur von Gerd Mattissen: Siegfried tötet den Drachen

2. März 2015
Gerd Mattissen: Siegfried tötet den Drachen

Gerd Mattissen: Siegfried tötet den Drachen

Wer in der Siegfried-Stadt Xanten am Niederrhein vor dem Siegfried Museum steht, sollte sich einmal umdrehen. Hier steht eine Metallinstallation von Gerd Mattissen. Sie trägt den Titel: Siegfried tötet den Drachen
Wir erinnern uns: Der Held Siegfried tritt im Nibelungenlied gegen den fiesen Lindwurm an. Der Held tötet den Drachen, in dem er dessen Bauch aufschlitzt. Siegfried badet in den herauslaufenden Blut des Drachens und wird durch das Blut unverwundbar. Nur ein herbeigeflogenes Lindenblatt bedeckt die einzig verwundbare Stelle und das Schicksal und das Nibelungenlied nimmt seinen Lauf.


Das Motiv Siegfried tötet den Drachen wurde immer wieder in der Kunstgeschichte heroisch dargestellt. Siegfried als Held. Die Skulptur von Gerd Mattissen ist genau das Gegenteil. Siegfried hat bei ihm Rost angesetzt und eine interessante Interpretation von Mattissen.

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Mattissen ist ein Künstler aus Wardt. Er schafft allerlei Skulpturen aus Metall, verfasst Gedichte und ist lokal auch bekannt durch seine Töpferwaren. Und natürlich braucht die Siegfried-Stadt Xanten auch ein Siegfried Denkmahl. Ich finde es prima, dass man sich für eine Skulptur von Mattissen entschieden hat. Gestiftet wurde es von Maria Friese aus Xanten. Das Denkmal ist am Mitteltor vor dem Siegfried Museum zu finden.

Maler Edward B. Gordon über Apple, Verpackungen und Galerien

27. Mai 2014
Trio beim Interview. V.l. Thomas Gerlach, Edward B. Gordon und ich.

Trio beim Interview. V.l. Thomas Gerlach, Edward B. Gordon und ich.

Als Kunstfan habe ich ein paar Maler im Auge, deren Werk ich faszinierend finde. Oftmals interessierte ich mich nicht nur für das künstlerische Schaffen, sondern auch für die Person dahinter.

Dazu gehört auch der Künstler Edward B. Gordon, der zeitweise in Berlin und London wohnt und malt. Über Gordons Werk habe ich bereits gebloggt. Seine Tagesbilder sind berühmt und stehen bei Sammlern hoch im Kurs. Inzwischen hat er über 2500 Tagesbilder verkauft – jeden Tag ein Bild.

Vor kurzem stattete ich Edward B. Gordon einen Besuch in seinem Berliner Atelier ab. Dabei ging es mir nicht um ein Gespräch über Kunst und Werke, sondern ich interessierte mich eher für Technik und Vertriebsmodelle. In einem Interview zusammen mit meinem Kollegen Thomas Gerlach fragten wir Edward B. Gordon danach. Auch wenn Kunstfreunde jetzt enttäuscht sind, aber die Ideen sind wirklich gut.

Edward B. Gordon entpuppte sich im Interview als Mac-Fan. Er zeigte sich vom Werk vom verstorbenen Apple-Gründer Steve Jobs tief beeindruckt. Die i-Technologie von Apple verschaffte Gordon den Zugang zur Technik und damit zum Internet. Beeinflusst von amerikanischen Künstlern malt er seit mehreren Jahren täglich ein Bild (daily painting) und entdeckte über das Web einen neuen Vertriebsweg, Über seine Website wird das Tagesbild versteigert. Wer den höchsten Betrag bietet, der bekommt den Zuschlag. Und jeden Tag wurde ein Tagesbild verkauft – das Mindestgebot liegt bei 150 Euro, der reale Verkaufspreis ist in der Regel weit höher. “Steve Jobs hat mir Werkzeuge in die Hand gegeben”, so Gordon. “Sie haben mir ein Fenster zu Welt eröffnet.” Und weiter: “Die Apple-Technologie hat den Vorteil, das sie leicht zu bedienen ist – es funktioniert.”

Wer ein Bild von Gordon ersteigert, bekommt nicht nur ein Bild geschickt, er bekommt das Bild in einer wunderbaren Verpackung. Ähnlich wie das Unboxing eines Apple Produktes wird hier Kunst zelebriert. Die Idee hatte Gordon beim Kauf einer kleinen Haarspange für seine Frau bei Chanel in Paris. Obwohl es nur eine kleine Spange war, wurde Gordon wie ein Kunde behandelt, der dort in Schmuck in Millionensumme einkauft. “Ich wurde behandelt wie ein König”, beschreibt Gordon sein Einkaufserlebnis. Diese Idee übertrug er auf den Versand seiner Tagesbilder.

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Mit dem Verkauf seiner Bilder über das Internet schaltet Gordon den klassischen Kunsthandel aus. Galerien, die an der Kunst mitverdienen, braucht Gordon nicht. Er liefert als Produzent direkt zum Konsument und überspringt den Zwischenhandel. “Ich habe überhaupt nichts gegen Galerien.” Aber dennoch zeigt sich auch hier, wie sich die Welt der Kunst ändert.

 

„They Will Come to Town” siegt bei Visual Effects Society

9. April 2010
Es ist schön zu sehen, dass man nicht falsch liegt. Nachdem der Kurzfilm „They Will Come to Town” von Thilo Ewers beim animago AWARD super abgeschnitten hat, erhielt der Streifen jetzt einen begehrten VES Award der renommierten Visual Effects Society in LA. Damit ist Ewers in prominenter Runde: Zu den weiteren Preisträgern zählten Oscar-Gewinner James Cameron , der den VES Lifetime Achievement Award erhielt, und   Ed Catmull, Präsident der Walt Disney und Pixar Animation Studios, der den George Méliès Award für Pionierarbeit erhielt.
Ewers begann sein preisgekröntes Projekt, bei dem er sich von einem Foto der Brooklyn Bridge inspirieren ließ, indem er der Aufnahme mithilfe einiger Schattierungen eine größere Tiefenwirkung verlieh. Dabei wollte er es aber nicht belassen, da er die Absicht verfolgte, eine tiefgründigere Botschaft zu verbreiten. Mithilfe der Software Autodesk Maya für 3D-Modellierung, Animation, visuelle Effekte und Compositing machte sich Ewers an die Arbeit und gestaltete ein Projekt mit größerem Tiefgang rund um die Themen Umwelt und globale Erwärmung. Ewers lernte von einem Kommilitonen, wie Maya in der Praxis eingesetzt wird, während er an seinem Projekt weiterarbeitete. Ewers absolvierte ein Studium an der Filmakademie im baden-württembergischen Ludwigsburg (Deutschland) und arbeitet mittlerweile bei Pixomondo in Santa Monica iin Kalifornien.
Die Visual Effects Society ist eine professionelle Gruppierung, die aus ehrenamtlichen Mitgliedern besteht und sich dem Ziel verschrieben hat, die Künste, die Wissenschaften und die praktische Anwendung visueller Effekte zu fördern und dabei die höchsten Standards und Verfahrensweisen der Visual-Effects-Branche aufrecht zu erhalten. Die VES ist die einzige offizielle Organisation der Unterhaltungsbranche, die Fachleute aus dem erweiterten Kreis des Visual-Effects-Bereichs, darunter künstlerische Leiter, Künstler, Produzenten, Entwickler von Technologien, Ausbilder sowie Führungskräfte aus Produktionsstudios, als Berufsgruppe vertritt.
„Diese Auszeichnung ist eine riesige Ehre“, sagte Ewers. „Die Umsetzung dieses Projekts bot mir die Möglichkeit, meine Fähigkeiten zu verbessern und dabei zu lernen, wertvolle technologische Neuerungen zielgerichtet einzusetzen. Gleichzeitig konnte ich die Filmproduktion aus nächster Nähe erleben. Bei meinem weiteren beruflichen Werdegang werde ich mich dem Ziel verschreiben, Filme zu produzieren, die nicht nur technologische Grenzen überschreiten, sondern auch eine tiefere Bedeutung haben. Ich wünsche mir, dass die Filme, an denen ich arbeite, eine besondere Wirkung auf den Zuschauer haben, um sie auf diese Weise inspirieren zu können.”
Stolz ist aber auch Autodesk, mit deren zugekaufter Software Maya das Projekt gestaltet wurde. Im Rahmen seiner Bemühungen, Studenten zu inspirieren und mit den nötigen Hilfsmitteln auszustatten, um bei der Realisierung von Filmprojekten ihre selbst gesteckten Ziele sogar übertreffen zu können, trat Autodesk als Sponsor in der Kategorie „Hervorragende visuelle Effekte in einem Studentenprojekt“ der zweiten jährlichen Preisverleihung der Visual Effects Society auf. Autodesk agierte als Sponsor dieses jährlichen Wettbewerbs, um Studenten mit der passenden Software auszustatten und ihnen die nötige praktische Erfahrung zu bieten, damit ihre weitere Laufbahn auch tatsächlich von Erfolg gekrönt ist.
Mal sehen, ob Autodesk beim diesjährigen animago AWARD als Sponsor wieder mit dabei ist. Im vergangenen Jahr war unter anderem Maxon mit Cinema 4D einer der Sponsoren des wichtigsten europäischen Animationspreises.
Autodesk bietet Studenten und Bildungseinrichtungen die nötigen Hilfsmittel und Ressourcen für eine fachliche Ausbildung und eine umfassende Vorbereitung auf ihre weitere berufliche Laufbahn. Autodesks Online Education Community, die aus mehr als einer Million Mitgliedern besteht, bietet Studenten und Professoren Zugang zu kostenloser Software, Autodesk MasterClasses und Ressourcen. Darüber hinaus existiert ein Lizenzprogramm für Studenten, an dem auch Ewers teilnahm und so seine eigene Version von Maya erhielt.

Ansehen: Mucha in der Hypo Kunsthalle

12. Januar 2010

Der Katalog zur Alfons Mucha-Ausstellung in der Hypo Kunsthalle

Wer noch Kultur auf hohem Niveau erleben will, sollte sich sputen. Noch bis zum 24. Januar läuft in der Kunsthalle der Hpyo-Kulturstiftung die Ausstellung „Alfons Mucha – Meister des Jugendstils“.
Nach Präsentationen im Wiener Belvedere und dem Musée Fabre in Montpellier zeigt nun die Kunsthalle die Retrospektive des tschechischen Künstlers Alfons Mucha (1860–1939). Der durch seine Plakatentwürfe, Buchillustrationen und Schmuckkreationen weltberühmte Meister des Jugendstils hat die Zeichen seiner Zeit richtig erkannt. Mucha ist ein begnadeter Künstler, aber auch ein guter Meister der PR in eigener Sache.
Er erkannte sehr schnell, dass die Massenmedien seiner Zeit seiner Kunst von Nutzen sein können. Die eingängigen Zeichnungen hätten nicht die Berühmtheit erlangt, wenn es nicht die Druckmaschinen gegeben hätte. Schnell konnte seine Kunst in die Welt hinausgetragen werden. Mucha war ein einzigartiger Künstler, ohne Zweifel. Und er ist auch ein Genie der Massenkommunikation. Viele seiner Werke sind Reklameplakate.Auch das macht ihn so populär, denn seine Werbung kam beim Kunden an. Mal wirbt er für Zigaretten, mal für einen Salon. Und als eine Art früher Andy Warhol, der auch mit Werbung sein Geld verdiente, arbeitet er mit anderen Künstlern zusammen. War es bei Warhol Velvet Underground so war es bei Mucha die große Sarah Bernhardt. Die Schauspielerin (1844–1923) war ein Superstar ihrer Zeit. Die launische Diva erkannte das Genie Muchas und ging mit ihm eine fruchtbare Kooperation ein. Sie suchte einen Illustrator für ihr Theaterstück „Gismonda“. Diese Kooperation unter bedeutenden Künstler war enorm schaffensreich. Heute ist dem jüngeren Publikum Sarah Bernhardt vor allem durch die Plakate von Alfons Mucha in Erinnerung geblieben. 1896 entwarf er für die Schauspielerin das Plakat „Berhardt als Cameliendame“ –  dieses gilt heute als Ikone der Jugendstilgrafik.
Mucha war ein Meister der modernen Installation. Zu den Höhepunkten der Ausstellung gehören die Rekonstruktion des Pavillons Bosnien-Herzegowina (1900) für die Weltausstellung in Paris sowie die Präsentation von zwei monumentalen Gemälden aus dem vielteiligen „Slawischen Epos“ (1910–1926).
Diese Werkzyklen in Muchas künstlerischem Schaffen wurden bisher wenig wahrgenommen und es ist ein großes Verdienst der Ausstellung, dass dieses Manko ausgeglichen wurde. Dabei zählen seine für die unterschiedlichen Pavillons und Länder geschaffenen Beiträge zur Pariser Weltausstellung 1900 zu den bedeutendsten Arbeiten Muchas. Nachdem er seine eigenen Pläne für einen „Pavillon de l’Homme“ nicht realisieren konnte, erhielt der Meister die Gelegenheit, mit den monumentalen Wandmalereien für den Pavillon Bosnien-Herzegowina letztlich doch einen wichtigen Beitrag für das Pariser Großereignis der Jahrhundertwende zu liefern. Auf mehr als 250 Quadratmetern Leinwand schildert er die Geschichte der beiden einstmals osmanischen Provinzen. Der Großteil dieser Wandbilder ist erhalten und wird nun erstmals innerhalb der rekonstruierten Zentralhalle des Pavillons wieder zu sehen sein. Hier den beiden Kuratoren der Ausstellung Dr. Jean-Louis Gaillemin und Dr. Roger Diederen großen Dank.
Die Ausstellung in der Hpyo-Kunsthalle ist bis 24. Januar täglich 10 bis 20 Uhr geöffnet und der Besuch lohnt sich.