Maler Edward B. Gordon über Apple, Verpackungen und Galerien

Trio beim Interview. V.l. Thomas Gerlach, Edward B. Gordon und ich.

Trio beim Interview. V.l. Thomas Gerlach, Edward B. Gordon und ich.

Als Kunstfan habe ich ein paar Maler im Auge, deren Werk ich faszinierend finde. Oftmals interessierte ich mich nicht nur für das künstlerische Schaffen, sondern auch für die Person dahinter.

Dazu gehört auch der Künstler Edward B. Gordon, der zeitweise in Berlin und London wohnt und malt. Über Gordons Werk habe ich bereits gebloggt. Seine Tagesbilder sind berühmt und stehen bei Sammlern hoch im Kurs. Inzwischen hat er über 2500 Tagesbilder verkauft – jeden Tag ein Bild.

Vor kurzem stattete ich Edward B. Gordon einen Besuch in seinem Berliner Atelier ab. Dabei ging es mir nicht um ein Gespräch über Kunst und Werke, sondern ich interessierte mich eher für Technik und Vertriebsmodelle. In einem Interview zusammen mit meinem Kollegen Thomas Gerlach fragten wir Edward B. Gordon danach. Auch wenn Kunstfreunde jetzt enttäuscht sind, aber die Ideen sind wirklich gut.

Edward B. Gordon entpuppte sich im Interview als Mac-Fan. Er zeigte sich vom Werk vom verstorbenen Apple-Gründer Steve Jobs tief beeindruckt. Die i-Technologie von Apple verschaffte Gordon den Zugang zur Technik und damit zum Internet. Beeinflusst von amerikanischen Künstlern malt er seit mehreren Jahren täglich ein Bild (daily painting) und entdeckte über das Web einen neuen Vertriebsweg, Über seine Website wird das Tagesbild versteigert. Wer den höchsten Betrag bietet, der bekommt den Zuschlag. Und jeden Tag wurde ein Tagesbild verkauft – das Mindestgebot liegt bei 150 Euro, der reale Verkaufspreis ist in der Regel weit höher. “Steve Jobs hat mir Werkzeuge in die Hand gegeben”, so Gordon. “Sie haben mir ein Fenster zu Welt eröffnet.” Und weiter: “Die Apple-Technologie hat den Vorteil, das sie leicht zu bedienen ist – es funktioniert.”

Wer ein Bild von Gordon ersteigert, bekommt nicht nur ein Bild geschickt, er bekommt das Bild in einer wunderbaren Verpackung. Ähnlich wie das Unboxing eines Apple Produktes wird hier Kunst zelebriert. Die Idee hatte Gordon beim Kauf einer kleinen Haarspange für seine Frau bei Chanel in Paris. Obwohl es nur eine kleine Spange war, wurde Gordon wie ein Kunde behandelt, der dort in Schmuck in Millionensumme einkauft. “Ich wurde behandelt wie ein König”, beschreibt Gordon sein Einkaufserlebnis. Diese Idee übertrug er auf den Versand seiner Tagesbilder.

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Mit dem Verkauf seiner Bilder über das Internet schaltet Gordon den klassischen Kunsthandel aus. Galerien, die an der Kunst mitverdienen, braucht Gordon nicht. Er liefert als Produzent direkt zum Konsument und überspringt den Zwischenhandel. “Ich habe überhaupt nichts gegen Galerien.” Aber dennoch zeigt sich auch hier, wie sich die Welt der Kunst ändert.

 

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