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Rückblick auf meine Matinee: Herr der Ringe (1978)

17. September 2026

Es gibt Geschichten, die uns ein Leben lang begleiten. Geschichten, deren Figuren irgendwann zu alten Freunden werden, deren Orte wir kennen, obwohl wir niemals dort gewesen sind. Das Auenland gehört dazu. Bruchtal. Moria. Mordor. Und natürlich Mittelerde selbst. J.R.R. Tolkien hatte mit „Der Herr der Ringe“ nicht einfach einen Fantasyroman geschrieben – er hatte eine Welt erschaffen, in die Generationen von Leserinnen und Lesern immer wieder zurückkehrten. Im Scala Kino Fürstenfeldbruck öffnete sich bei unserer Matinee noch einmal das Tor zu dieser Welt. Die nächste Matinee dreht sich um den Katastrophenklassiker Erdbeben von 1974. am Sonntag, 20. September im Scala Fürstenfeldbruck. Karten gibt es hier.

Wir zeigten und besprachen Ralph Bakshis „Der Herr der Ringe“ aus dem Jahr 1978 – einen Film, der vielleicht nicht perfekt war, aber etwas besaß, das man bei vielen perfekt durchgestylten Produktionen unserer Tage schmerzlich vermisst: Mut, Eigenwilligkeit und eine geradezu wilde filmische Fantasie. Lange bevor Peter Jackson Mittelerde mit seiner monumentalen Filmtrilogie endgültig zum weltweiten Kinoereignis machte, wagte sich Ralph Bakshi an das scheinbar Unmögliche. Hier die Aufzeichnung meines Vortrags.

1978 wollte er Tolkiens gewaltiges Epos auf die Leinwand bringen. Ohne digitale Armeen, ohne computergenerierte Landschaften und ohne jene technischen Möglichkeiten, die für uns heute selbstverständlich sind. Was Bakshi dafür hatte, waren Zeichnungen, Farben, Schauspieler, eine Kamera – und eine Vision. Und was für eine Vision! Bakshi verband klassische Zeichentrickanimation mit der damals spektakulären Rotoskopie-Technik. Schauspieler wurden zunächst real gefilmt, ihre Bewegungen anschließend Bild für Bild in Animation übertragen und verfremdet. Dadurch entstand ein visueller Kosmos, der unverwechselbar blieb. Manchmal wunderschön, manchmal düster, manchmal beinahe gespenstisch. Besonders die Schwarzen Reiter, die Orks und die großen Schlachten wirkten wie Gestalten aus einem fiebrigen Traum.

Dieser „Herr der Ringe“ sah nicht aus wie Peter Jacksons Mittelerde. Er wollte es auch gar nicht. Bakshis Welt besaß ihre ganz eigene Seele. Und gerade deshalb lohnte es sich, diesen Film wiederzuentdecken. Im Mittelpunkt stand natürlich Frodo Beutlin. Ein kleiner Hobbit, dem eine Aufgabe zufiel, die eigentlich viel zu groß für ihn war. Der Eine Ring musste vernichtet werden. Gemeinsam mit seinen Gefährten verließ Frodo die Sicherheit des Auenlandes und machte sich auf den Weg in eine Welt, die immer bedrohlicher wurde. Doch hinter Orks, Ringgeistern, Zauberern und gewaltigen Schlachten steckte jene Geschichte, die Tolkiens Werk so berührend machte. Es ging um Freundschaft und Loyalität. Um Versuchung und Macht. Um die Frage, ob ein Einzelner überhaupt etwas gegen eine scheinbar überwältigende Dunkelheit ausrichten konnte. Und es ging um Hoffnung.

Vielleicht war genau das der Grund, warum „Der Herr der Ringe“ nie wirklich alt wurde. Frodo war kein strahlender Superheld. Sam war kein großer Krieger. Die Hobbits waren kleine Wesen aus einem friedlichen Land, die plötzlich mit Dingen konfrontiert wurden, die ihre Vorstellungskraft überstiegen. Und trotzdem gingen sie weiter. Schritt für Schritt. Gerade darin lag die ungeheure emotionale Kraft dieser Geschichte. Bakshis Film besaß allerdings auch eine tragische Seite. Eigentlich sollte seine Adaption weitergehen. Doch dazu kam es nicht. Der Film endete, bevor Tolkiens große Geschichte abgeschlossen war. Jahrzehntelang wurde ihm genau das vorgeworfen. Doch vielleicht machte gerade dieses Unvollendete einen Teil seiner Faszination aus. Bakshis „Der Herr der Ringe“ wirkte wie ein gewaltiger Entwurf, wie ein Traum von Mittelerde, der plötzlich abbrach. Was geblieben war, hatte Filmgeschichte geschrieben.

Viele Bilder und Inszenierungsideen wirkten erstaunlich vertraut, wenn man später Peter Jacksons Filme gesehen hatte. Bakshi bewies bereits 1978, dass Tolkiens Welt auf die Kinoleinwand gehörte. Sein Film wurde damit zu einem wichtigen Wegbereiter für das moderne Fantasykino. Und deshalb gehörte dieses Werk auch genau dorthin zurück: ins Kino. Nicht auf den kleinen Bildschirm eines Smartphones. Nicht nebenbei auf einem Tablet. Sondern in einen dunklen Kinosaal, auf eine große Leinwand, gemeinsam mit anderen Menschen. Genau das machte unsere Matinee im Scala Fürstenfeldbruck zu einem besonderen Erlebnis. Wenn die Landschaften Mittelerdes auf der großen Leinwand aufleuchteten, wenn die Gefährten ihre Reise begannen und die bedrohlichen Schatten Mordors näher rückten, zeigte sich wieder einmal, was nur Kino wirklich kann: Für einige Stunden verschwand die Welt vor der Tür. Für Tolkien-Fans war diese Matinee deshalb mehr als eine nostalgische Begegnung mit einem Film von 1978. Sie war eine Reise zurück zu einer Zeit, in der Fantasy im Kino noch ein Wagnis bedeutete. Eine Zeit, in der Filmemacher Lösungen erfinden mussten, weil es die technischen Möglichkeiten unserer Gegenwart schlicht noch nicht gab. Und für diejenigen, die Bakshis Film zum ersten Mal sahen, bot sich die Gelegenheit, eine andere Version von Mittelerde kennenzulernen: rauer, fremder, experimenteller und manchmal geradezu psychedelisch – aber voller Leidenschaft für Tolkiens Welt.

Fast fünf Jahrzehnte nach seiner Entstehung besaß Ralph Bakshis „Der Herr der Ringe“ noch immer diese eigentümliche Magie. Vielleicht gerade deshalb, weil er nicht perfekt war. Man sah das Experiment, man spürte das Risiko und man erkannte hinter jedem Bild den Versuch, etwas eigentlich Unverfilmbares sichtbar zu machen. Unsere Matinee im Scala Kino Fürstenfeldbruck war deshalb nicht einfach nur die Vorführung eines alten Animationsfilms. Sie war eine Begegnung mit einem Stück Filmgeschichte – und eine gemeinsame Reise in eine Welt, die seit Generationen unsere Fantasie beflügelt. Für einen Vormittag hatten wir das Auenland unseres Alltags verlassen. Der Weg war lang. Mordor war weit. Aber wir waren wieder in Mittelerde.

Die nächste Matinee dreht sich um den Katastrophenklassiker Erdbeben von 1974. am Sonntag, 20. September im Scala Fürstenfeldbruck. Karten gibt es hier.

Ferienprogramm Maisach: Neun Kinder, vier Stunden und ganz großes Kino: Wenn Fantasie lebendig wird

23. August 2026

Manchmal braucht es gar keine große Filmcrew, kein riesiges Studio und kein Millionenbudget, um eine wunderbare Geschichte auf die Leinwand zu bringen. Manchmal reichen neun Kinder, jede Menge Fantasie, ein paar Playmobil-Figuren und vier Stunden Zeit.

Im Rahmen des Ferienprogramms der Gemeinde Maisach durfte ich in der Gemeindebücherei Maisach einen Stop-Motion-Workshop durchführen. Neun Kinder stellten sich dabei einer durchaus anspruchsvollen Aufgabe: Innerhalb von nur vier Stunden sollte ein kompletter Film entstehen – von der ersten Idee bis zum fertigen Werk mit Ton und Stimmen. Hier der fertige Film:

Und die Kinder legten los. Gemeinsam entwickelten sie die Geschichte und arbeiteten ein Drehbuch aus. Im Mittelpunkt stand ein Weihnachtsmann, der sich auf eine ziemlich ungewöhnliche Reise begibt. Sein Ziel ist Australien, wo eine große Weihnachtsmann-Versammlung stattfinden soll. Doch wie es sich für einen richtigen Film gehört, verläuft die Reise natürlich nicht ohne Schwierigkeiten. Plötzlich taucht ein T-Rex auf und greift den Weihnachtsmann an. Das Abenteuer nimmt seinen Lauf. Mehr soll an dieser Stelle nicht verraten werden – nur so viel: Natürlich gibt es ein Happy End.

Doch die Geschichte war eigentlich nur ein Teil dieses Vormittags. Viel spannender war für mich zu beobachten, wie aus neun Kindern nach und nach ein kleines Filmteam wurde.

Denn einen Stop-Motion-Film kann man nur gemeinsam produzieren. Die Playmobil-Figuren mussten für jedes einzelne Bild ein kleines Stück bewegt werden. Jemand musste auf die Kamera achten, andere kümmerten sich um die Figuren. Wieder andere malten und gestalteten die Kulissen. Szenen mussten geplant, Ideen diskutiert und Entscheidungen gemeinsam getroffen werden. Anschließend brauchte der Film Stimmen und Geräusche. Die Kinder synchronisierten ihre Figuren und erweckten damit ihre zuvor Bild für Bild geschaffene Welt endgültig zum Leben.

Dabei lernten sie ganz nebenbei etwas, das weit über das Filmemachen hinausgeht: Ein guter Film entsteht durch Teamwork.

Nicht jede Idee kann umgesetzt werden. Man muss anderen zuhören, Kompromisse finden, Aufgaben verteilen und Verantwortung übernehmen. Wer gerade die Kamera bedient, muss sich darauf verlassen können, dass die Figur richtig positioniert wurde. Wer eine Kulisse malt, trägt genauso zum Ergebnis bei wie das Kind, das später einer Figur seine Stimme leiht. Jeder einzelne Arbeitsschritt ist wichtig – und am Ende gehört der Film allen.

Gerade darin liegt für mich der große pädagogische Wert eines solchen Medienprojekts. Die Kinder konsumieren Medien nicht einfach, sondern erleben, wie Medien entstehen. Sie erfahren, wie viel Planung, Geduld und Arbeit hinter wenigen Sekunden Film steckt. Gleichzeitig trainieren sie Kreativität, Konzentration und Ausdauer. Sie lernen, Probleme gemeinsam zu lösen und mit Rückschlägen umzugehen. Wenn eine Bewegung nicht funktioniert oder eine Szene anders aussieht als geplant, wird nicht einfach aufgegeben. Dann wird überlegt, verändert und noch einmal ausprobiert.

Stop Motion ist dafür geradezu ideal. Denn diese Filmtechnik verlangt Geduld. Eine Playmobil-Figur läuft nicht einfach über das Filmset. Sie wird bewegt, fotografiert, wieder ein kleines Stück bewegt und erneut fotografiert. Erst wenn die vielen einzelnen Aufnahmen schnell hintereinander abgespielt werden, entsteht die Illusion einer Bewegung. Aus vielen winzigen Arbeitsschritten wird plötzlich Leben.

Und genau das war der schönste Moment dieses Workshops: wenn die Kinder zum ersten Mal sahen, dass sich ihre Figuren tatsächlich bewegten. Aus einer Idee war eine Geschichte geworden, aus einzelnen Fotos ein Film und aus neun Kindern eine kleine Filmcrew.

Nach vier intensiven Stunden war es tatsächlich geschafft: Drehbuch geschrieben, Kulissen gestaltet, Playmobil-Figuren bewegt, Szenen aufgenommen, Film geschnitten und die Geschichte synchronisiert. Ein kompletter Stop-Motion-Film war entstanden.

Natürlich ging es um einen Weihnachtsmann auf dem Weg nach Australien. Natürlich ging es um einen gefährlichen T-Rex. Und natürlich ging es um ein Happy End.

Aber eigentlich ging es um noch viel mehr: um Fantasie, gemeinsames Arbeiten, Zuhören, Verantwortung, Geduld und die Erfahrung, dass etwas Großes entstehen kann, wenn viele unterschiedliche Ideen und Fähigkeiten zusammenkommen.

Und vielleicht ist genau das das schönste Happy End dieses Films.

Der Herr der Ringe (1978) – Matinee am 9. August im Scala Fürstenfeldbruck

7. August 2026

Eine außergewöhnliche Reise nach Mittelerde – zurück zu den Anfängen der Fantasy-Filmgeschichte

Bevor Mittelerde durch die monumentale Realverfilmung von Peter Jackson weltweit Millionen von Kinobesuchern begeisterte, brachte Regisseur Ralph Bakshi J.R.R. Tolkiens berühmtes Werk bereits 1978 auf beeindruckende Weise auf die Leinwand. Mit seinem animierten Film Der Herr der Ringe schuf er eine außergewöhnliche und für ihre Zeit visionäre Interpretation des Fantasy-Klassikers, die bis heute als Meilenstein der Animationsgeschichte gilt. Wir besprechen und zeigen den Film bei unserer Matinee im Scala Kino Fürstenfeldbruck am Sonntag, 9. August um 10:45 Uhr. Karten gibt es hier.

Bakshi kombinierte traditionelle Zeichentrickanimation mit der damals noch jungen Rotoskopie-Technik. Dabei wurden reale Schauspieler gefilmt und ihre Bewegungen anschließend Bild für Bild nachgezeichnet. Diese innovative Arbeitsweise verlieh den Figuren und den großen Schlachtszenen eine ungewöhnliche Dynamik und einen realistischen Charakter, der den Film deutlich von anderen Animationsproduktionen seiner Zeit abhob. Gerade dieser unverwechselbare Stil macht den Film bis heute zu einem faszinierenden Zeitdokument der Filmgeschichte.

Die Handlung folgt der bekannten Geschichte um den Hobbit Frodo Beutlin, der den Einen Ring übernimmt und sich gemeinsam mit seinen Gefährten auf eine gefährliche Reise begibt. Ihr Ziel ist es, den Ring im Schicksalsberg zu vernichten und damit die Rückkehr des dunklen Herrschers Sauron zu verhindern. Auf ihrem Weg begegnen sie treuen Freunden, mächtigen Verbündeten und gefährlichen Gegnern – eine zeitlose Erzählung über Mut, Freundschaft, Hoffnung und den Kampf zwischen Gut und Böse.

Obwohl der Film aus produktionstechnischen Gründen nur den ersten Teil der Geschichte erzählt und kein vollständiger Abschluss entstand, entwickelte sich Ralph Bakshis Werk im Laufe der Jahrzehnte zu einem echten Kultfilm. Viele Szenen, Figurenentwürfe und visuelle Ideen beeinflussten spätere Fantasyproduktionen und gelten heute als wichtiger Baustein der modernen Fantasyfilmgeschichte. Zahlreiche Filmhistoriker sehen in Bakshis Werk einen Wegbereiter für das weltweite Interesse an aufwendig produzierten Fantasyfilmen.

Für Fans von J.R.R. Tolkien bietet diese Kinomatinee die Gelegenheit, Mittelerde aus einer ganz besonderen Perspektive zu erleben. Gleichzeitig eröffnet sie auch jüngeren Zuschauerinnen und Zuschauern einen spannenden Blick auf die Entwicklung des Fantasykinos und der Animationskunst. Gerade auf der großen Leinwand entfaltet der Film seine atmosphärische Bildsprache, seine eindrucksvollen Landschaften und seine kraftvolle musikalische Untermalung in besonderer Weise.

Diese Matinee am Sonntag lädt dazu ein, einen Film neu zu entdecken, der trotz seines Alters nichts von seiner kreativen Ausstrahlung verloren hat. Er erinnert daran, wie mutig und innovativ Filmschaffende bereits vor fast fünf Jahrzehnten waren und mit welchen Ideen sie eines der bedeutendsten Werke der Fantasyliteratur einem Kinopublikum zugänglich machten.

Freuen Sie sich auf ein außergewöhnliches Kinoerlebnis, das Filmgeschichte, Nostalgie und Abenteuer miteinander verbindet. Tauchen Sie ein in die Welt Mittelerdes und erleben Sie einen Klassiker, der Generationen von Fantasy-Fans begeistert hat und bis heute seinen festen Platz in der Geschichte des Kinos behauptet. Karten gibt es hier.

Prag (9): Der kleine Maulwurf – Eine tschechische Kultfigur erobert die Welt

31. Oktober 2024

Überall in Prag stoße ich auf ihn und jedes Mal muss ich mich zusammenreißen, dass ich nicht die Geldbörse zücke und mir einen Krtek kaufe. Ich hab es nicht getan, aber ich habe ganz schön mit mir gekämpft, denn Krtek ist ein süßer Kerl.

Krtek ist Tschechisch und ist bei uns eher bekannt als der kleine Maulwurf. Es ist eine beliebte tschechische Zeichentrickfigur, die Generationen von Kindern und Erwachsenen in vielen Teilen der Welt verzaubert hat, mich eingeschlossen. Die Serie wurde 1956 von dem tschechischen Animator und Illustrator Zdeněk Miler erschaffen und begann als eine kurze Animationsgeschichte für Kinder. Die Figur des kleinen Maulwurfs, die bald zu einem Kultsymbol für Kinderunterhaltung wurde, zeichnet sich durch ihre liebenswerte, neugierige und hilfsbereite Persönlichkeit aus und ist vor allem für die Qualität und Ausdruckskraft ihrer Animation bekannt.

Ursprung der Serie und Schöpfer Zdeněk Miler
Die Geschichte des kleinen Maulwurfs begann in den 1950er Jahren, als Zdeněk Miler für das Studio Bratři v Triku arbeitete, ein renommiertes tschechisches Animationsstudio. Die Tschechen können auf eine große Filmtradition verweisen und besonders im Kinderfilm waren sie auch bei uns erfolgreich. Pan Tau kennt in meiner Generation jeder noch.

Miler suchte nach einer neuen Figur, die speziell für Kinder animiert werden sollte. Die Idee kam ihm durch Zufall, als er beim Spaziergang über einen Maulwurfshügel stolperte. Inspiriert von diesem Erlebnis entschied er sich, die Figur eines kleinen Maulwurfs zu schaffen, die bald zu einem internationalen Phänomen werden sollte.

Sein Ziel war es, eine Figur zu erschaffen, die ohne viele Worte auskommt und durch Bewegungen und Mimik kommuniziert. Der kleine Maulwurf spricht fast nie in der Serie – was ihn universell verständlich macht und ihm eine überregionale, zeitlose Anziehungskraft verleiht. Statt gesprochener Worte nutzt der Maulwurf stattdessen Laute, die von Milers eigenen Kindern inspiriert sind und dem Charakter einen unschuldigen, kindlichen Charme verleihen.

Handlung und Themen der Serie
Die Geschichten um den kleinen Maulwurf sind einfach und dennoch tiefgründig, oft mit moralischen Botschaften, die für Kinder leicht verständlich sind. Der kleine Maulwurf lebt in einer friedlichen, bunten Naturwelt, die von verschiedenen Tieren und Pflanzen bewohnt wird. Er begegnet alltäglichen Herausforderungen und Abenteuern, die in kindgerechter Weise erzählt werden und auf Freundschaft, Hilfsbereitschaft und Umweltbewusstsein setzen. Die Episoden sind oft geprägt von seiner Neugier und seinem Wunsch, Dinge zu verstehen oder zu verbessern, was zu spannenden, manchmal humorvollen, manchmal berührenden Abenteuern führt.

Die Erzählungen greifen Themen wie Freundschaft, Zusammenhalt und Naturverbundenheit auf, ohne belehrend zu wirken. Das waren oft die deutschen Kinderserien, die mit viel Pädagogik vollgestopft waren.

Stattdessen wird Kindern spielerisch vermittelt, dass Freundlichkeit, Geduld und Kreativität zum Ziel führen können. Jede Episode ist eine kleine Lektion darüber, wie wichtig es ist, respektvoll mit der Umwelt und seinen Mitgeschöpfen umzugehen – eine Botschaft, die gerade in der heutigen Zeit von wachsender Relevanz ist.

Animation und Stil
Die Serie “Der kleine Maulwurf” ist bekannt für ihre detailreiche und farbenfrohe Animation, die sorgfältig handgezeichnet ist. Die Figuren und Landschaften sind einfach gestaltet, jedoch mit viel Liebe zum Detail, sodass sie eine lebendige Welt erschaffen, die sowohl Kinder als auch Erwachsene anspricht. Die Farbpalette ist fröhlich und einladend, und die animierten Bewegungen des Maulwurfs sowie seiner Freunde wirken sanft und fließend, was der Serie einen einzigartigen Charme verleiht.

Ein weiterer bemerkenswerter Aspekt ist der Verzicht auf Dialoge. Stattdessen wird die Handlung durch Musik und Geräusche unterstützt, die die Emotionen und Aktionen der Figuren unterstreichen. Die Töne und Laute, die der kleine Maulwurf von sich gibt, sind ein unverwechselbares Markenzeichen der Serie. Diese Entscheidung von Zdeněk Miler, die Serie wortlos zu gestalten, machte sie für Kinder auf der ganzen Welt leicht zugänglich und unabhängig von Sprachbarrieren.

Internationaler Erfolg und kulturelle Bedeutung
Obwohl “Der kleine Maulwurf” ursprünglich für ein tschechisches Publikum gedacht war, wurde die Serie bald international ausgestrahlt und fand vor allem in Europa und Asien großen Anklang. In Ländern wie Deutschland, Japan, Russland und China wurde der kleine Maulwurf zur Kultfigur und ist bis heute beliebt. Besonders in Japan und China genießt die Serie bis heute eine große Fangemeinde, wo der kleine Maulwurf als Symbol für kindliche Unschuld und Umweltbewusstsein gesehen wird.

Die Popularität der Serie spiegelt sich auch in verschiedenen Merchandising-Produkten wider, darunter Spielzeug, Bücher, Kleidung und sogar Briefmarken. 2011, nach dem Tod von Zdeněk Miler, blieb der kleine Maulwurf in den Herzen seiner Fans lebendig, und es entstanden neue Projekte und Kooperationen, um die Figur weiterleben zu lassen. Die Figur inspirierte über die Jahre zahlreiche Künstler und Filmemacher und gilt als eine der bedeutendsten Figuren der tschechischen Popkultur. An jeder Ecke in Prag war der Maulwurf zu sehen.

Der kleine Maulwurf heute
In den vergangenen Jahren wurde die Serie durch neue Animationstechniken erweitert, um den kleinen Maulwurf für die jüngeren Generationen noch zugänglicher zu machen, ohne den klassischen Charme der Originalserie zu verlieren. Mit gefällt diese Version nicht, genauso wie mir die 3D-Biene Maja nicht gefällt.

Heute gilt der kleine Maulwurf als ein liebevolles Beispiel für die Kunst der tschechischen Animation und als ein Symbol für Werte, die über Generationen hinweg relevant bleiben. Sein Erfolg zeigt, dass auch einfache Geschichten, getragen von Sympathie und Herz, eine starke kulturelle und emotionale Wirkung haben können.

Akira – eine optische Offenbarung als Manga und Anime

12. Dezember 2022

Akira war nach Heidi, Captain Future und Co der erste Anime-Film den ich Ende der achtziger Jahre im Kino gesehen hatte.Ich war neugierig als Teenager, denn ich kannte zwar Anime aus dem Fernsehen, aber ohne zu wissen, dass es Anime-Filme sind. Heidi und Co waren für mich einfach Zeichentrickfilme.

Doch dann kam Akira und haute mich aus den Socken. Der Film von Katsuhiro Otomo hatte eine enorme Wirkung auf mich, dass ich über die Jahre verschiedene Medien des Films zusammenkaufte: Laserdisc, DVD, Bluray und 4K – irgendwo liegt noch die VHS. Für mich ist der Anime in seiner Wirkung nur noch mit Ghost in the Shell vergleichbar, der einen ähnlichen Faszination auf mich ausübte. Nach dem Kinoerlebnis lieh ich mir die Videokassette aus der Videothek aus und schaute den Film mehrmals hintereinander an. Der Streifen besticht durch eine Detailgenauigkeit und immanente Bewegung im Bild. Das ist mir bei der unscharfen VHS-Version gar nicht so aufgefallen – in der 4K-Fassung erschlägt einen die Optik des Films mit seine über 160.000 Einzelbildern enorm.

Der Film Akira von Katsuhiro Otomo basiert auf seinem Manga und gilt als Klassiker dieser Literaturgattung. Es ist wunderbar, dass Manga und Anime den gleichen Schöpfer haben, so kommt die Idee perfekt rüber, obwohl der über 2000 Seiten umfassende Manga an vielen Stellen gekürzt wurden. 2017 erschien zum 35. Geburtstag ein wunderbares Anniversary Box Set. Momentan kam die englischsprachige Version als Box nochmals auf den Markt mit einem Auf 2532 Seiten wird die fantastische und pessimistische Geschichte von Tetsuo und Kaneda erzählt. Tokyo wurde durch einen Krieg vernichtet und wieder aufgebaut. Die Freunde Tetsuo und Kaneda sind typische Jugendliche eines künftigen Neo-Tokyos im Jahre 2019. Als Mitglieder einer Motorradgang machen sie nachts die Straßen unsicher und liefern sich harte Kämpfe mit rivalisierenden Gangs. Bei einem dieser Konflikte stößt Tetsuo mit einer seltsamen Gestalt zusammen. Kurz darauf taucht das Militär auf, nimmt Tetsuo gefangen und führt an ihm Experimente durch, die unglaubliche psychische Kräfte in ihm wecken. Während Kaneda verzweifelt versucht, Tetsuo zu befreien, geraten dessen neugewonnene Kräfte immer mehr außer Kontrolle und drohen nun ein zweites Mal Tokyo zu vernichten. Telepathie, Egoismus und Freundschaft spielen eine wichtige Rolle in diesem fantastischen Film.

Ungewöhnlich ist, dass sich Film und Vorlage auf keinen Hauptcharakter einigen können und so Leser/Zuschauer hin- und hergerissen sind. Die Dystopie wirkt, denn unter der glänzenden Oberfläche von Neo-Tokyo brodelt es.

Manga und Anime hatten einen enormen Einfluss auf die Pop Kultur. Ready Player One von Steven Spielberg wäre ohne Akira nicht möglich, erinnert euch an das rote Motorrad zu Beginn des Films. Viele Künstler haben den Film – und vor allem das Motorrad zitiert und in ihren Werken verewigt. Das Buch ist OTOMO: A Global Tribute to the Mind Behind Akira und ich hab darüber gebloggt. Hier verneigen sich Künstler aus aller Welt vor dem großen Werk von Katsuhiro Otomo und sie interpretieren Akira auf ihre Weise. Der Schwerpunkt dieser Hommage sind Zeichner aus francophilen Umfeld.

Der Film besticht durch sehr schöne Bilder, die aufgrund ihrer Effekte und Wirkung heute noch immer spektakulär sind, eine faszinierende Geschichte sowie der Tatsache, dass dieser Film auch maßgeblich dazu beitrug, Animefilme weltweit populär zu machen.

Einsendestart zum animago AWARD 2018

18. April 2018

Obwohl ich schon lange nicht mehr unter Vertrag bin, mag ich den animago AWARD sehr. Es ist für mich einer der wichtigsten Preise aus dem Bereich Animation, visuelle Effekte, Visualisierung und Design. Vor Jahren war ich als Chefredakteur der DIGITAL PRODUCTION auch Projektleiter des animago AWARD und moderierte die Preisverleihung. 

Ich bin zwar nicht mehr in Verantwortung, habe aber noch viele Bekannte in der Branche und mag den Preis. Und jetzt gilt es wieder Beiträge für den animago AWARD 2018 einzureichen. Insgesamt zwölf Kategorien, die alle Disziplinen des CGI abbilden, sind ausgeschrieben. Die Teilnahme ist kostenfrei und bis 30. Juni 2018 möglich. Also, ihr Kreativen da draußen: Hintern hoch und Material einsenden.

Lang, lang ist es her als ich den animago AWARD moderierte.

Lang, lang ist es her als ich den animago AWARD moderierte.

Die Preisverleihung findet am 25. Oktober im Rahmen von animago AWARD & CONFERENCE (25./26. Oktober 2018) im Münchener Gasteig statt. Gleichzeitig sind die Medientage München und somit wird der Preis viele viele Medienmenschen erreichen. 

Die Kategorien

Unter den zwölf Kategorien, in denen das Fachmagazin DIGITAL PRODUCTION den animago AWARD ausgelobt hat, finden sich in diesem Jahr zwei neue Kategorien: Beste VR/AR/360°-Produktion  und Beste Kinoproduktion 

Beste VR/AR/360°-Produktion 

Es wird ein technisch herausragendes Projekt im Bereich Virtual Reality Experience, insbesondere mit Blick auf Interaktion, technischen Fortschritt und Innovation ausgezeichnet. Diesen Preis halte ich für sehr sehr wichtig. 

Beste Kinoproduktion 

Die Fachjury nominiert gemeinsam mit der Redaktion der DIGITAL PRODUCTION drei aktuelle und visuell ansprechende Kinoprojekte anhand von Gestaltung, Gesamteindruck und visueller Effekte. Der Preisträger wird via Public Voting ermittelt. 

Und die bewährten Kategorien: 

Beste Nachwuchs-Produktion (dotiert mit einem Preisgeld von 3.000 Euro durch die DIGITAL PRODUCTION) 

Bestes Still (Die Fachjury nominiert aus allen Still-Einsendungen drei Projekte, in einer öffentlichen Online-Abstimmung wird der Preisträger ermittelt). 

Beste Visual Effects 

Bester Kurzfilm 

Bester Charakter 

Bestes Game Cinematic 

Bestes Motion Design 

Beste Werbeproduktion 

Beste Visualisierung 

Sonderpreis der Jury 

Seit der Existenz des Wettbewerbs hat eine unabhängige Jury aus Experten der Bereiche Film, Entwicklung, Industrie und Postproduktion rund 24.000 Werke, eingesandt von Digital Artists aus fast 90 verschiedenen Nationen, gesichtet und bewertet. 

Also auf gehts und mitmachen. 

Bewegungstipps zum Start der Monster Uni auf Blu ray

5. November 2013

Leider kommt der Blu ray-Start von der Die Monster Uni für den Semesterstart in Bayern ein paar Tage zu spät, aber dennoch wird der Film für unter anderem Animationsstudenten eine Bereicherung zum Studienstart sein. Am 14. November kommt der jüngste Pixar/Disney-Film auf Blu ray/DVD und zum Download.

Monster

Ich habe ja bereits zum Kinostart des Films meine Meinung über das Pixar-Werk geäußert. Und natürlich werde ich als Pixar-Fan mir den Film zulegen. Aber ich muss eben noch ein paar Tage warten. Derweil mache ich ein paar Übungen.

Art ist einfach ein cooler  Typ.

Art ist einfach ein cooler Typ.

Als Bildschirmarbeiter muss ich mich mehr bewegen und da gibt mir Monster Uni die richtige Anregung. Angespannt sitze ich am Mac, die Schulter sind hochgezogen, der Rücken rund – das führt zu Verspannungen und Schmerzen. Art, das denkbar merkwürdigste Mitglied der Omega Kreischma-Studentenvereinigung, hat damit keine Probleme – und das liegt nicht nur daran, dass er gar keinen Rücken hat. Er studiert New-Age Philosophie an der Monster Uni, führt ein Traumtagebuch und ist überaus gelenkig. Art hat für uns Pixar-Fans ein paar Übungen zusammengestellt.

1. Pflücken Sie Äpfel! Stellen Sie sich vor, diese hängen hoch über Ihrem Schreibtisch (geht im Sitzen oder im Stehen). Recken und strecken Sie sich tüchtig danach, abwechselnd mit dem linken und dem rechten Arm (jeweils 5x).

Bildschirmfoto 2013-11-03 um 18.03.27

2. Stellen Sie sich nun aufrecht hin, heben die Arme und winkeln Sie die Ellenbogen im rechten Winkel ab (wie ein U). Jetzt beide Ellenbogen gleichzeitig nach hinten ziehen. Einen Moment lang halten, nach vorn führen und wiederholen (10x).

3. Legen Sie Ihre Handflächen locker auf Ihre Schultern (linke Hand auf die linke Schulter, rechte Hand auf die rechte Schulter) und kreisen sie dann langsam die Ellenbogen. Erst beide gleichzeitig nach hinten, dann noch vorne (je 5x). Lassen Sie die Arme locker hängen und kreisen anschließend jede Schulter einzeln (je 5x)

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4. Spätestens jetzt müssen Sie sich wirklich hinstellen: Achten Sie auf stabilen Stand, etwas mehr als schulterbreit, Knie leicht angewinkelt. Beugen Sie sich leicht nach vorne, stützen Sie sich auf den Oberschenkeln ab und mobilisieren Sie Ihren Rücken, indem Sie ihn im unteren Teil abwechselnd runden und vorsichtig leicht ins Hohlkreuz gehen (5x).

5. Und zum Abschluss machen Sie es wie Art (l.) und lassen beide Arme und den Kopf einmal hängen und schütteln sie aus.

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Ich hab das Ganze mal in einem meiner Seminare ausprobiert. Ja, die Leute haben saudoof geschaut und sie haben noch mehr geschaut, als ich erklärte, dass ich die Tipps von Art habe. Ich stelle fest: Die Leute haben absolut keinen Humor. Was soll’s, ich freu mich derweil auf Die Monster Uni auf Blu ray.

Filmtipp: Feuer und Eis

12. September 2012

Bis der kleine Hobbit in die Kinos kommt, brauch ich ein wenig Fantasy-Stoff zum Überbrücken: Als kleinen Happen hab ich mir den Zeichentrickfilm Feuer und Eis – 3-Disc Limited Collectors Edition angeschaut. Ich habe den Film seinerzeit 1982 im Kino gesehen und hatte schon immer ein Fabel für Ralph Bashki. Hier arbeitete er mit dem großen Frank Frazetta zusammen.

Heute wirkt das Rotoskop-Verfahren antiquiert und auch die Handlung des Films ist eher seicht. Rotoskopie bedeutet, dass der Film mit realen Darstellern gefilmt und anschließend Bild für Bild übermalt wurde. Eine gute Idee, die Bashi schon bei seiner Verfilmung von Herr der Ringe anwandte. Bei Feuer und Eis wurde sie verfeinert, rasante Schwertkämpfe vor schöner Kulisse, dennoch was der Film damals ein finanzieller Misserfolg. Daher ist es bemerkenswert, dass der Streifen in einer liebevoll gemachten Metalledition von Capelight auf den Markt gekommen ist. Sammler werden/müssen zugreifen, denn im Laufe der Zeit wird das Teil unter Sammler einen hohen Wert haben.

Feuer und Eis hatte er eigentlich alles, was so ein Zeichentrickfilm abseits von Disney so alles brauchte: Edle Recken, leichtbekleidete Prinzessinnen, ganz böse, verrückte Fieslinge, den geheimnisvollen Rächer und viel blutige Klopperei. Die Handlung war seicht, aber straff, schnell erzählt und klar strukturiert. Als Kind habe ich die versteckte Ironie und Anspielungen (auch sexueller Art) nicht verstanden, heute grinse ich darüber. Fans des Genres können unbesorgt zugreifen, aber immer bedenken: Dieser Film kommt aus den achtziger Jahres des vorigen Jahrhunderts ohne CGI und Animationssoftware. Der Film Feuer und Eis – 3-Disc Limited Collectors Edition wurde von Capelight in einer exzellenten Fassung auf den Markt gebracht. Sowohl Blu ray als auch DVD sind technisch astrein und mit viel Zusatzmaterial angereichert. Viel Infos über die schöne Zusammenarbeit von Ralph Bakshi und Frank Frazetta.

Als Kind war ich von dem Plakat beeindruckt, bei dem ein einsamer Reiter mit Akt auf seinem Pferdchen sitzt und grimmig dreinblickt. Die Südstaatenkapelle Molly Hatchet hatte das Motiv als Schallplattencover ihres ersten Albums Molly Hatchet gewählt. Aufgrund des martialischen Covers wurde die Schallplatte von meiner Mutter immer als Heavy Metal identifiziert und natürlich als wilde Männer-Musik abgekanzelt.

Buchtipp: Cinema 4D 13 – das Kompendium von Arndt von Koenigsmarck

28. Mai 2012

Wer mit der 3D-Animationssoftware Cinema 4D zu tun hat, der kommt an Arndt von Koenigsmarck in Deutschland nicht vorbei. Ich habe den Artist und Buchautor zu meiner Zeit als Chefredakteur der Magazine Creative Live und DIGITAL PRODUCTION kennengelernt und immer gerne mit ihm gearbeitet: Professionell, freundlich und vor allem kompetent.

Immer wieder ist Arndt von Koenigsmarck mir über den Weg gelaufen, auf Veranstaltungen, Messen, Seminare und auch bei Verlagstreffen von Buchverlagen, denn Arndt von Koenigsmarck ist auch ein geschätzter Buchautor. Ich erinnere mich: Wir haben uns sehr ausgiebig über sein Buch Digital Beauties unterhalten, das gegen 2002 erschien. Ich erinnere mich, dass das Buch durch die nackte Haut auf einer Siggraph in San Diego für Aufmerksamkeit gesorgt hatte. Soviel nackte Haut war für die Amerikaner manches Mal zuviel. Durch seine vielfältigen Veröffentlichungen wurde Arndt von Koenigsmarck zur wertvollen Marke im 3D-Bereich.

Arndt von Koenigsmarck ist ein Fachmann, aber er litt wie viele Fachbuchautoren wohl daran, dass er von seinen Werken nicht gerade reich wird, obwohl seine Bücher im höheren Preissegment liegen und sich gut verkaufen. Buchhandel, Verlage, Zwischenhandel – alle halten die Hand auf und beim Content-Erzeuger bleibt am Ende nur noch wenig hängen. Das ist ärgerlich. Und so hat Arndt von Koenigsmarck genau das Richtige gemacht: Er hat mit Rodenburg seinen eigenen Verlag gegründet und verlegt seine eigenen Bücher. Nun muss sich Arndt von Koenigsmarck zwar um alles kümmern, hat aber auch die Kontrolle und bei Erfolg die Mehreinnahmen.

Das erste Buch in seinem Verlag Rodenburg ist bereits ein inhaltlicher und optischer Knaller: CINEMA 4D 13, Das Kompendium . Der Band 1 dreht sich um Modellieren, Texturieren und Rendern und dies auf 836 Seiten (!). Für knapp 70 Euro bekommt der Leser richtig gute Fachinformation, die didaktisch gut aufbereitet ist. Arndt von Koenigsmarck versteht eben sein Handwerk und ich kann jeden deutschen C4D-Fan die Lektüre nur empfehlen. Das Buch ist kein Einsteigerbuch, obwohl sich Einsteiger durch die hervorragende Didaktik gleich zurechtfinden können. Das Buch ist eine Lektüre für jeden Cinema 4D-Nutzer. Die Maxon-Software ist gerade in Deutschland populär und hält gegen die mächtige Firma Autodesk mit ihren Produkten gut dagegen. Ich habe erlebt, wie treu die 3D-Gemeinde sein kann, denn es sind viele feine Leute darunter. Nun gilt es den Autoren Arndt von Koenigsmarck mit seinem Eigenverlag zu unterstützen. Das Produkt CINEMA 4D 13, Das Kompendium überzeugt allemal.

Filmtipp: Das wandelnde Schloss von Hayao Miyazaki

4. März 2012

Das wandelnde Schloss - ein toller Film vom japanischen Walt Disney.

Das wandelnde Schloss - ein toller Film vom japanischen Walt Disney.

Im Moment schaue ich immer wieder die Filme von Oscar-Preisträger Hayao Miyazaki an. Nach „Chihiros Reise ins Zauberland“ steht bei mir „Das wandelnde Schloss“ auf dem Programm. Ich habe ihm im September 2005 im Kino gesehen, mir später auf DVD gekauft und entdecke ihn jetzt wieder. Dieser magischer Film für die ganze Familie erzählt die Geschichte der Hutmacherin Sophie aus Kinderaugen. Nach Irrwegen und Verwandlungen findet Sophie sich in dem wandelnden Schloss wieder einem gigantischen mechanischen Ungetüm, das sich auf insektenähnlichen Beinen bewegt, aus allen Löchern pfeift und seine Türen in vier verschiedenen Welten und Zeiten öffnen kann. Aber im Mittelpunkt steht die wachsende Liebe des Mädchens zu einem Zauberer, die die Welt am Ende vor der Zerstörung bewahrt.

Also eher eine fantasievolle Geschichte, die mit genialen Einfällen gespickt ist. Daher war es für mich wichtig, auch hinter die Kulissen des Filmes zu schauen. Den Blick bekam ich beim Lesen der spannenden Lektüre „The Art of Howl’s Moving Castle“ Schließlich basiert der Film auf den Roman „Sophie im Schloss des Zauberers“ der britischen Schriftstellerin Diana Wynme.

Hayao Miyazaki genießt in seiner Heimat absoluten Kultstatus und ist dort eine Art japanischer Walt Disney. Er bekam im September bei den Internationalen Filmfestspielen in Venedig den Goldenen Löwen für sein Lebenswerk. Die märchenhafte, romantische, von atemberaubenden Fantasie-Kreaturen bevölkerte Welt des wandelnden Schlosses entstand in Miyazakis Ghibli-Studios. John Lasseter, Cheffe von Pixar, berichtete einmal, dass er die Struktur des Studio Ghibli als Modell für den Aufbau von Pixar übernommen hat. „Jetzt ist es ganz einfach, wenn sich en Problem mit einer Pixar-Produktion ergibt, schauen wir uns einfach einen Miyazaki-Film an. Und nach und nach finden wir dann darin die Lösung für unser Problem“, so Lasseter.

Blick in das schön gestaltete Buch.

Blick in das schön gestaltete Buch.

Das Buch „The Art of Howl’s Moving Castle“ ist ein optischer Leckerbissen. Es enthält Skizzen, Storyboards und fertige Filmbilder. Die japanischen Anweisungen wurden – Gottlob – ins Englische übersetzt. Anders als klassische Art of-Bücher gibt es ausführliche Texte, wie die einzelnen Szenen produziert wurde. Die Künstler verraten, welche Techniken und warum sie eingesetzt wurden. Animation oder CG, welche Werkzeuge für die Hintergründe wurden geschaffen – das Buch verrät kleine und große Geheimnisse der Optisch Großartiges ist in dem Buch herausgekommen. Ein Bilderbuch für die Sinne. Und was mir besonders gefällt, die Welt der Geschichte wurde der Optik elsässischer Städte und Landschaften nachempfunden. Es ist der Hammer, wie Asiaten unsere Architektur und Kultur sehen. Hier bekommen wir von einem Japaner einen animierten Spiegel vorgehalten. Auch mal sehr heilsam.