Akira – eine optische Offenbarung als Manga und Anime

Akira war nach Heidi, Captain Future und Co der erste Anime-Film den ich Ende der achtziger Jahre im Kino gesehen hatte.Ich war neugierig als Teenager, denn ich kannte zwar Anime aus dem Fernsehen, aber ohne zu wissen, dass es Anime-Filme sind. Heidi und Co waren für mich einfach Zeichentrickfilme.

Doch dann kam Akira und haute mich aus den Socken. Der Film von Katsuhiro Otomo hatte eine enorme Wirkung auf mich, dass ich über die Jahre verschiedene Medien des Films zusammenkaufte: Laserdisc, DVD, Bluray und 4K – irgendwo liegt noch die VHS. Für mich ist der Anime in seiner Wirkung nur noch mit Ghost in the Shell vergleichbar, der einen ähnlichen Faszination auf mich ausübte. Nach dem Kinoerlebnis lieh ich mir die Videokassette aus der Videothek aus und schaute den Film mehrmals hintereinander an. Der Streifen besticht durch eine Detailgenauigkeit und immanente Bewegung im Bild. Das ist mir bei der unscharfen VHS-Version gar nicht so aufgefallen – in der 4K-Fassung erschlägt einen die Optik des Films mit seine über 160.000 Einzelbildern enorm.

Der Film Akira von Katsuhiro Otomo basiert auf seinem Manga und gilt als Klassiker dieser Literaturgattung. Es ist wunderbar, dass Manga und Anime den gleichen Schöpfer haben, so kommt die Idee perfekt rüber, obwohl der über 2000 Seiten umfassende Manga an vielen Stellen gekürzt wurden. 2017 erschien zum 35. Geburtstag ein wunderbares Anniversary Box Set. Momentan kam die englischsprachige Version als Box nochmals auf den Markt mit einem Auf 2532 Seiten wird die fantastische und pessimistische Geschichte von Tetsuo und Kaneda erzählt. Tokyo wurde durch einen Krieg vernichtet und wieder aufgebaut. Die Freunde Tetsuo und Kaneda sind typische Jugendliche eines künftigen Neo-Tokyos im Jahre 2019. Als Mitglieder einer Motorradgang machen sie nachts die Straßen unsicher und liefern sich harte Kämpfe mit rivalisierenden Gangs. Bei einem dieser Konflikte stößt Tetsuo mit einer seltsamen Gestalt zusammen. Kurz darauf taucht das Militär auf, nimmt Tetsuo gefangen und führt an ihm Experimente durch, die unglaubliche psychische Kräfte in ihm wecken. Während Kaneda verzweifelt versucht, Tetsuo zu befreien, geraten dessen neugewonnene Kräfte immer mehr außer Kontrolle und drohen nun ein zweites Mal Tokyo zu vernichten. Telepathie, Egoismus und Freundschaft spielen eine wichtige Rolle in diesem fantastischen Film.

Ungewöhnlich ist, dass sich Film und Vorlage auf keinen Hauptcharakter einigen können und so Leser/Zuschauer hin- und hergerissen sind. Die Dystopie wirkt, denn unter der glänzenden Oberfläche von Neo-Tokyo brodelt es.

Manga und Anime hatten einen enormen Einfluss auf die Pop Kultur. Ready Player One von Steven Spielberg wäre ohne Akira nicht möglich, erinnert euch an das rote Motorrad zu Beginn des Films. Viele Künstler haben den Film – und vor allem das Motorrad zitiert und in ihren Werken verewigt. Das Buch ist OTOMO: A Global Tribute to the Mind Behind Akira und ich hab darüber gebloggt. Hier verneigen sich Künstler aus aller Welt vor dem großen Werk von Katsuhiro Otomo und sie interpretieren Akira auf ihre Weise. Der Schwerpunkt dieser Hommage sind Zeichner aus francophilen Umfeld.

Der Film besticht durch sehr schöne Bilder, die aufgrund ihrer Effekte und Wirkung heute noch immer spektakulär sind, eine faszinierende Geschichte sowie der Tatsache, dass dieser Film auch maßgeblich dazu beitrug, Animefilme weltweit populär zu machen.

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Eine Antwort to “Akira – eine optische Offenbarung als Manga und Anime”

  1. Wortman Says:

    Akira – der erste Anime, der damals in den Kinos lief. Das war ein Erlebnis auf der großen Kinoleinwand.

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